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Lithografie-Systeme: Chinesische Physiker fordern eigenes ASML


Eine Riege namhafter chinesischer Physiker und Ingenieure zieht Bilanz über die bisherigen Maßnahmen zum Aufbau der eigenen Halbleiterindustrie. Sie bezeichnen die Branche als „klein, verstreut und schwach“. Hersteller und Zulieferer sind laut ihnen zu zersplittert und Maßnahmen bislang nicht zielgerecht, um vom Westen unabhängig zu werden. Die Analyse ruft dazu auf, „Illusionen abzulegen“.

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Der erstgenannte Verfasser ist Wang Yangyuan, Mitgründer des größten chinesischen Chipauftragsfertigers SMIC, der nach 2009 allerdings nur noch Beratungsrollen innehatte. Heute ist er Professor für Mikroelektronik an der Peking-Universität. Mit dabei sind zudem unter anderem:

  • Chen Nanxiang, Chef des größten chinesischen Flash-Speicher-Herstellers YMTC
  • Zhao Jinrong, Vorstandschef des Halbleiterausrüsters Naura Technology
  • Liu Weiping, Vorstandschef von Empyrean Technology, ein Entwickler von Tools für die Electronic Design Automation (EDA)

China denkt in 5-Jahres-Zyklen; der aktuelle läuft von 2026 bis 2030. Die Verfasser wollen in diesem Zeitraum die eigene 28-Nanometer-Fertigungstechnik festigen, eine stabile 14-nm-Produktion erreichen und den Probebetrieb einer vollständig chinesischen 7-nm-Produktionslinie einleiten.

Das heißt im Umkehrschluss: Die Branche erwartet nicht, die Lücke zur ausländischen Konkurrenz bis 2030 zu schließen. Der weltweit größte Chipauftragsfertiger TSMC etwa will ab Ende 2028 Chips mit A14-Technik (früher 1,4 nm genannt) herstellen. Das ist vier ganze Generationen weiter als 7 nm.

Dem Wortlaut zufolge kann China mit eigenen Lithografie-Systemen inzwischen Chips mit 28-Nanometer-Strukturen herstellen. Laut vorherigen Berichten stehen dafür seit Ende 2023 Systeme von Shanghai Micro Electronics Equipment (SMEE) bereit. Später folgte Yuliangsheng mit Alternativen.

Hinter der 14-nm-Generation stehen schon seit Jahren Fragezeichen, wie hoch die Ausbeute funktionierender Chips ist. Hier scheint China weiterhin Nachholbedarf zu haben. Chips der 7-nm-Klasse können SMIC und Huawei bislang ausschließlich mit Lithografie-Systemen des niederländischen Weltmarktführers ASML herstellen. Weil ASML aufgrund von Exporteinschränkungen aber nur ältere Typen nach China verkaufen darf, soll die Ausbeute hier besonders niedrig sein. Die Produktion funktioniert gerade einmal stark subventioniert.

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Die Exporteinschränkungen sind ein wichtiger Grund, warum China unabhängig werden will. Lithografie-Systeme mit extrem-ultravioletter (EUV-)Belichtungsquelle etwa durfte ASML nie an SMIC & Co. verkaufen. Alle nichtchinesischen Chipfertiger benutzen sie spätestens seit der 5-nm-Generation, namentlich TSMC, Samsung und Intel. Samsung, SK Hynix und Micron setzen sie auch bei der Speicherproduktion ein.

Die Verfasser glauben, dass chinesische Firmen Durchbrüche bei EUV-Lichtquellen und notwendigen optischen Systemen erreicht haben. Insbesondere bei der Integration in ein Lithografie-System hapert es laut ihnen jedoch erheblich. Sie betonen: ASML setzt auf über 5000 Zulieferer, ein EUV-System besteht aus über 100.000 Einzelteilen. ASML selbst sei „lediglich ein Integrator“ der Einzelteile.

China soll zwar schon einen funktionierenden Prototyp eines EUV-Lithografie-Systems haben, der laut Berichten aber größtenteils aus Teilen beschaffter ASML-EUV-Typen besteht.

Die Verfasser empfehlen derweil Zusammenschlüsse von Halbleiterfirmen, um die Fragmentierung zu verringern und Ressourcen zu bündeln. „Jeder kämpft für sich“ soll sich in einen „Teamkampf“ wandeln.

Besser integrierte EDA-Tools und eine neue öffentliche Plattform mit moderner Prozesstechnik sollen helfen. Zudem sollen Mechanismen und Anreize entstehen, die Fehlertoleranz, Erprobung und Verifizierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette fördern.

Der Artikel über Chinas Halbleiterindustrie erschien in der chinesischen Science & Technology Review. Alternativ ist er über die Wayback Machine aufrufbar.


(mma)



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Google Maps: KI-Modell Gemini soll gegen Fake-Bewertungen helfen


Google Maps ist für viele Nutzerinnen und Nutzer eine der wichtigsten Apps. Neben der Navigation nutzen sie die Kartenanwendung auch, um Orte wie Restaurants oder andere Einrichtungen zu bewerten oder anhand der Bewertungen zu besuchen. Doch diese sind auch eine große Baustelle, die Google nun verstärkt angeht.

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Wie Google im hauseigenen Blog schreibt, will der Konzern es Nutzerinnen und Nutzern auf der Plattform „so leicht wie möglich“ machen, nützliche Inhalte und aktuelle Informationen beizusteuern. Dies werde auch fleißig genutzt: So verzeichnet Maps für das Jahr 2025 über 1 Milliarde Bewertungen und 80 Millionen Aktualisierungen von Öffnungszeiten oder Kontaktinformationen. Im gleichen Zeitraum hat der Konzern 292 Millionen richtlinienwidrige Bewertungen blockiert oder entfernt.

Jedoch werde die Plattform auch dazu genutzt, falsche Informationen über Orte zu veröffentlichen oder gar Zahlungen für das Entfernen gefälschter Ein-Sterne-Bewertungen zu erpressen, so Google. Um böswillige Akteure schneller zu erkennen und einzudämmen, habe der Konzern seine Systeme verbessert. Sie sollen unter anderem neue Arten von Betrug nun schneller als bisher erkennen. Zudem sollen sie spezifische Betrugsmuster besser erkennen, um verdächtige Beiträge schon vor der Veröffentlichung stoppen zu können.

Weiter erklärt Google: „Sollte es einen plötzlichen Anstieg an Spam-Bewertungen bei einem Unternehmen geben, werden wir die gefälschten Inhalte umgehend entfernen, neue Bewertungen auf dem Profil pausieren und die Inhaberinnen und Inhaber des Unternehmensprofils benachrichtigen.“ Diese Maßnahmen sollen im Laufe der nächsten Wochen weltweit eingeführt werden.

Damit Ortsbezeichnungen auf Google Maps korrekt bleiben, nutzt Google künftig Gemini-Modelle. Mithilfe der KI könne Google „problematische Änderungen schneller als je zuvor automatisch“ erfassen – damit hätte ein aktueller Fall, bei dem mehrere Geschäftsstellen von Ortsvereinen der CDU in „Eierhaus“ umbenannt wurden, nicht passieren können. Die neue Funktion führt Google ab heute weltweit für Android, iOS und Desktop-Systeme ein.


Google Maps Infoseite zu vorgeschlagenen Änderungen

Google Maps Infoseite zu vorgeschlagenen Änderungen

Google Maps lässt Unternehmen vorgeschlagene Änderungen künftig besser kontrollieren.

(Bild: Google)

Überdies sollen Unternehmen Updates, wie etwa geänderte Öffnungszeiten oder vorübergehende Schließungen, besser kontrollieren können. Verifizierte Unternehmen erhalten vor der Veröffentlichung einer Änderung eine E-Mail-Benachrichtigung, die sie überprüfen können. Auf diese Weise sollten weniger falsche Öffnungszeiten und andere Fehlinformationen in Google Maps landen.

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Google will außerdem mit gelöschten Nutzerbewertungen transparenter verfahren: So wird in Deutschland künftig ein Banner auf Unternehmensprofilen angezeigt, wenn Bewertungen aufgrund von „Beschwerden wegen Diffamierung“ gelöscht wurden.


Screenshots: Google Maps mit Banner, dass Bewertungen pausiert sind

Screenshots: Google Maps mit Banner, dass Bewertungen pausiert sind

Google Maps zeigt künftig ein Banner, wenn Bewertungen pausiert sind.

(Bild: Google)

Ferner deaktiviert Google bei einem sprunghaften Anstieg von Spam-Bewertungen auf einem Unternehmensprofil künftig „vorübergehend die Möglichkeit, neue Bewertungen zu veröffentlichen, um das Unternehmen vor weiterem Missbrauch zu schützen“. Auch in einem solchen Fall soll ein Benachrichtigungsbanner erscheinen, um Nutzer darüber zu informieren, warum die Veröffentlichung von Bewertungen vorübergehend ausgesetzt ist. Die neuen Banner werden ab sofort weltweit schrittweise eingeführt.

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(afl)



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Rennen gegen Rust: GNU Coreutils werden schneller


Die Entwickler der GNU Coreutils haben mit Version 9.11 eine höhere Performance ihrer Anwendungen über verschiedene Prozessorarchitekturen hinweg gemeldet. Einige der elementaren Systemprogramme für Linux und Unix erreichen 15-fache Geschwindigkeit im Vergleich zur Vorversion. Neben einigen Bugfixes und Verbesserungen haben die Entwickler die Kompatibilität von cat mit Unix-Implementierungen überarbeitet.

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Den höchsten Leistungsgewinn erzielt yes, dessen Datendurchsatz auf Power10-Systemen von 11,6 GByte/s auf 175 GByte/s ansteigt. Dazu nutzen die Entwickler eine Zero-Copy-I/O-Implementierung unter Linux. Statt Daten zwischen Kernel- und User-Space hin und her zu kopieren, nutzt die neue Variante moderne Funktionen des Kernels wie sendfile(), um Kopiervorgänge zu vermeiden. Auf diese Weise erhöht sich bei Power10-Prozessoren die Performance von cat auf das Sechsfache, bei AMD64-Prozessoren auf das Fünffache.

Neben den Performance-Verbesserungen erweitern die Entwickler mehrere Programme für den Umgang mit Multi-Byte-Zeichen. Die Werkzeuge cut, nl, unexpand und expand können jetzt Unicode-Texte mit Emojis oder nicht lateinischen Schriften korrekt verarbeiten. Bisher arbeiteten diese Tools rein bytebasiert, was bei Mehrbyte-Kodierungen zu fehlerhaften Ergebnissen führen konnte.

Darüber hinaus enthält cut drei neue Optionen: cut -w trennt Felder nun mit einem beliebigen Whitespace wie Leerzeichen oder Tab anstelle eines festgelegten Trennzeichens. Dies soll gleichzeitig die Kompatibilität mit FreeBSD und macOS erhöhen. cut -O legt das Zeichen fest, das zwischen ausgegebenen Feldern stehen soll, und cut -F ist ein Alias für die Kombination dieser beiden Optionen. Dieses Verhalten entspricht der cut-Implementierung in BusyBox und Toybox.

Weiterhin erweitern die Entwickler date, das jetzt Datumsangaben im Format dd.mm.yy mit Punkten als Trennzeichen verarbeiten kann. Außerdem behandelt cksum --check jetzt Dateinamen mit ungewöhnlichen Zeichen sicherer durch robusteres Quoting. Das verhindert potenzielle Probleme bei der Integritätsprüfung von Dateien, deren Namen Sonder- oder Leerzeichen enthalten.

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Die in C geschriebenen GNU Coreutils bilden das Fundament jedes GNU/Linux-Systems. Standardprogramme wie ls, cp, cat, mv oder wc gehören zu den am häufigsten genutzten Werkzeugen auf der Kommandozeile. Eine Alternative dazu ist die Rust-Neuimplementierung uutils coreutils, die zuletzt ebenfalls Leistungssprünge aufweisen konnte und inzwischen zu 96 Prozent mit der GNU-Werkzeugsammlung kompatibel ist. Einige Linux-Distributionen enthalten bereits standardmäßig das Rust-Pendant, etwa Ubuntu.

Insgesamt bringt das Update knapp 30 Veränderungen und Bugfixes. Alle Änderungen der GNU Coreutils 9.11 finden sich im Changelog.


(sfe)



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DMEA: Warken über Datenausleitung aus der elektronischen Patientenakte und mehr


Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat auf der Digitalmesse DMEA mehr Tempo bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens gefordert. Entscheidend sei, dass digitale Anwendungen im Alltag von Patienten und Leistungserbringern tatsächlich ankommen und einen spürbaren Nutzen bieten. Der Entwurf des bereits geleakten „Gesetzes für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen“ (GeDIG), über das derzeit innerhalb der Bundesregierung beraten wird, soll dafür den Rahmen liefern.

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Die eigentliche Herausforderung liege nicht mehr im „Ob“, sondern im „Wie“ der Digitalisierung, sagte Warken. Es gehe darum, die Lücke zwischen technischen Möglichkeiten und tatsächlicher Nutzung zu schließen. „Auch die besten Ideen nützen nichts, wenn sie nicht wirklich genutzt werden.“ Digitale Anwendungen müssten intuitiv bedienbar sein, sich in bestehende Prozesse integrieren und den Arbeitsalltag erleichtern. Am Ende entscheide nicht die technische Machbarkeit, sondern die Akzeptanz, die durch Vertrauen, Verlässlichkeit und konkreten Nutzen entstehe. Mehr positive Erfahrungen mit digitalen Lösungen seien daher zentral. Warken sprach dabei auch aus persönlicher Perspektive als Patientin und gesetzlich Versicherte.

Als wichtigstes Beispiel nannte sie die elektronische Patientenakte (ePA), für die seit Anfang 2025 standardmäßig Konten für gesetzlich Versicherte angelegt sind. Die Nutzung nehme zu, dennoch gebe es „Luft nach oben“. Vor allem das Anmeldeverfahren sei vielen zu kompliziert. Dieses soll unter anderem durch das inzwischen von der Mehrheit der Krankenkassen angebotene „aktualisiertes Video-Ident-Verfahren“ verbessert werden, später auch mit der EUDI-Wallet.

Zudem kündigte Warken den Ausbau der ePA-Funktionen an. Neben Medikationsplänen oder Befunden ist eine Volltextsuche bis Ende 2026 geplant. Die ePA soll eine „echte Alltags-App“ werden. „Dazu sollen die Kassen auch ePA-Daten nutzen können, mit Einwilligung der Versicherten, die auf diesem Weg dann auch von maßgeschneiderten Präventionsempfehlungen profitieren können. Denkbar sind zum Beispiel Übersichten und Erinnerungsfunktionen zu Vorsorgeuntersuchungen und Impfempfehlungen.“ Das bezeichnete Warken als „wirklich handfeste Vorteile für die Versorgung, und auch damit wollen wir die Versicherten überzeugen.“ Darüber hinaus sollen mit der digitalen Ersteinschätzung, E‑Überweisung und Terminvermittlung eine Anbindung an die Gesundheitsversorgung hinzukommen, weshalb die Ministerin ein Primärversorgungssystem plant. Analoge Zugangswege, etwa telefonisch, sollen aber bestehen bleiben.

„Zudem wollen wir die digitalen Kommunikationswege im Gesundheitswesen nutzerfreundlicher und medienbruchrei gestalten, um die Mehrwerte der Digitalisierung auch hier optimal zu nutzen“, sagte Warken. Das gehe nicht ohne Interoperabilität. „Dazu gehört, dass wir die Funktionalität, Stabilität und Nutzerfreundlichkeit der informationstechnischen Systeme der Leistungserbringer fördern wollen.“

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Seit dem Start der ePA gibt es auch ein Konformitätsbewertungsverfahren für selbige, zum Nachweis grundlegender Anforderungen. „Künftig soll dieses Verfahren auch auf weitere Anforderungen ausgedehnt werden, beispielsweise auf Funktionen zum Schutz der Patientendaten. Und auch wollen wir das Recht der Patientinnen und Patienten auf Interoperabilität weiter stärken, indem Hersteller informationstechnischer Systeme zu mehr Interoperabilität verpflichtet werden. Für Versicherte würde dies mehr Souveränität über die eigenen Gesundheitsdaten und aber auch weniger Bürokratie bedeuten.“

Darüber hinaus will das Ministerium die Nutzung von Gesundheitsdaten für Forschung und Versorgung ausweiten und die ePA an Vorgaben des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) anpassen, sodass Versicherte auch im EU-Ausland auf ihre Daten zugreifen können. Die Telematikinfrastruktur soll stabiler werden; Interoperabilität und Standards will die Regierung verbindlicher machen.

Mit Blick auf die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung betonte Warken, dass die Beitragssatzsteigerungen zum Jahreswechsel keine „Routine“ werden dürften. „Wir wollen die fast schon zur Routine gewordenen Beitragssatzsteigerungen beenden, weil sie eine wachsende Belastung für Versicherte, Unternehmen und das ganze Land sind“, sagte sie. Digitalisierung solle dabei auch zur Entlastung beitragen. „Wir wollen nicht bei der Digitalisierung sparen, sondern durch Digitalisierung.“


(mack)



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