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Running on letters  › PAGE online


Für den Dokumentarfilm »She runs the world« entwickelte @Walsh aus New York eine eindringliche, typobasierte Identity, die mit Ebenen und Perspektiven spielt und auf dem David gegen Goliath-Prinzip beruht.

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Screensho

Letztes Jahr erschien in den USA der Dokumentarfilm »She runs the world«, in Deutschland ist er bislang noch nicht zu sehen. Der Film erzählt die Geschichte der ehemaligen US-amerikanischen Sprinterin Allyson Felix – eine der erfolgreichsten Leichtathletinnen überhaupt. Gesponsert wurde  Allyson Felix wurde ab 2010 von Nike. Als sie im Jahr 2018 erstmals Mutter wurde, wollte Nike ihr deutlich weniger finanzielle Unterstützung gewähren und übte zudem Druck aus, dass die Sportlerin trotz einer Risikogeburt schnellstmöglich wieder international erfolgreich sein sollte.

Das Bild zeigt den Anfang des Films »She runs the world« auf einer Kinoleinwand. Ebenfalls zu sheen sind Zuschauer im Kinosaal.

Obwohl Allyson Felix nicht vor hatte, eine Revolutionärin zu werden, sondern einfach nur laufen wollte, stand sie plötzlich im Mittelpunkt einer kulturellen Auseinandersetzung. Sie schrieb einen Kommentar für die »New York Times«, in dem sie mahnte, dass eine Schwangerschaft nicht der Grund für das Ende einer sportlichen Karriere sein sollte und der weltweit für Aufruhr sorgte. Als keine andere Marke bereit war, sie zu sponsern, gründete Allyson ihre eigene Marke: Saysh, einen Performance-Schuh, der von und für Frauen entworfen wurde und sich an die Form des Frauenfußes anpasst.

Die Sprinterin Allyson Felix ist laufend auf einem billboard abgebildet, das an einem großen Gebäude hängt.

Die Agentur @Walsh aus New York schuf für »She runs the world« eine ganze Markenwelt, inklusive Visual Identity und Titel-Design. Die Identity basiert auf einer modernen Interpretation der Geschichte von David gegen Goliath. »Allyson mag zurückhaltend wirken, ihr Einfluss aber ist alles andere als gering«, so Jessica Walsh. »Macht muss nicht laut oder dominant auftreten.«

Im Mittelpunkt des von den Kreativen entwickelten Konzepts steht ein typografisches System, das auf Skalierung, Überlagerung und erzwungenen Perspektiven basiert. Übertriebene Proportionen und übereinander gestapelte Kompositionen erzeugen ein Gefühl von räumlicher Tiefe und verstärken die Spannung zwischen wahrgenommener Größe und tatsächlicher Wirkung. Was auf den ersten Blick klein erscheint, birgt ganz schön viel Kraft. 

Für die gestretchten Schriftzüge kam der Font Dharma Gothic von Ryoichi Tsunekawa zum Einsatz, eine Serifenlose, die von Holzschriften des 19. Jahrhunderts inspiriert ist. Als ergänzende Schrift gesellte sich die robuste Abacaxi von der Foundry Universal Thirst dazu.

Die Sprinterin Allyson Felix ist in Startposition auf einem Billboard zu sehen. In großer Typo ist auf dem Bild de Titel des Films »She runs the world« abgebildet.

Typo und Bildsprache sind auf allen Kanälen einheitlich und schaffen ein wiedererkennbares Branding, bleiben dabei aber formatübergreifend flexibel. 

Eine zentrale Rolle spielen auch die Fotos, die Allyson Felix als Sportlerin, Aktivistin, Mutter und Geschäftsfrau zeigen. Das Ergebnis ist eine skalierbare Markenwelt, die die Botschaft des Films widerspiegelt: Führung muss nicht laut daherkommen, um wirkungsvoll zu sein.

»She runs the world« ist ein Sportfilm, aber auch eine Geschichte über Mutterschaft, Integrität, Trotz und Selbstfindung. Diesen trotzigen Geist einzufangen und zu visualisieren, ist @Walsh ausgezeichnet gelungen.

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Hört mal zu! Spannende Geschichten zum großen Eszett › PAGE online


Mit einer Kickstarter Kampagne sucht der Typograf Ralf Herrmann nach Unterstützung für ein tolles Projekt: Ein Hörbuch zum Versal-ß.

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Wer ein ß im Namen hat, weiß um die Schwierigkeiten, die es mit diesem, einzig in der deutschen Sprache vorkommenden Buchstaben, gibt. Da kein deutsches Wort mit einem ß beginnt, gab es das ß lange Zeit nur als Kleinbuchstaben. Die Notlösung, das ß in Namen im Versalsatz durch SS zu ersetzen, taugt nur bedingt. Wer weiß schon, ob Frau Weiss nun Weiss oder Weiß heißt.

Offizielle Dokumente setzen auf gemischte Schreibweise (WEIß), typografisch gesehen grenzt das an Körperverletzung. Ich werde nie vergessen, als ich kurz vor der Geburt meines ersten Kindes vor dem KREIßSAAL stand und mir ganz übel wurde…

Seit 2017 ist das große Eszett Teil der amtlichen deutschen Rechtschreibung und es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Schriften, die ein Versal-ß im Glyphensatz haben. Dennoch hat sich die Existenz des Zeichens noch nicht überall herumgesprochen und es ranken sich weiterhin viele Missverständnisse um den Buchstaben, da die funktionalen und historischen Zusammenhänge nicht oder nur unzureichend bekannt sind. 

Ein mehrstündiges Hörbuch, geschrieben und gelesen vom Weimarer Typograf Ralf Herrmann, soll die spannende Geschichte des Eszett-Buchstabens nun einmal grundlegend aufarbeiten und in Gänze erzählen. 

Denn schon mehrfach stand sowohl die Abschaffung des Eszett-Buchstabens, als auch die Einführung einer Großbuchstabenvariante auf der Tagesordnung. Wir erfahren in dem Hörbuch entsprechend von spannenden Debatten und richtungsweisenden Entwicklungsschritten, die bis heute nachwirken, aber dennoch zwischenzeitlich komplett in Vergessenheit geraten waren, selbst unter Fachleuten. Und natürlich liefert das Buch auch nützliche und praxisnahe Informationen zur aktuellen Anwendung des Buchstabens. Ein begleitendes Webportal soll die Fakten und Quellen zum Eszett zudem dauerhaft und kostenlos für alle zugänglich machen.  

Die Kampagne läuft ganz gut, kann aber durchaus noch Unterstützung gebrauchen. Noch bis zum 7. Mai 2026 könnt ihr auf Kickstarter dafür sorgen, dass das Projekt realisiert wird.

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Blasenschwäche bei Männern: Mit Humor gegen das Tabu › PAGE online


Wo ist die undichte Stelle? Das fragt die Kampagne, die Serviceplan Köln für Inkontinenzprodukte von Hartmann entwickelt hat. Dem unangenehmen Thema begegnen die Kreativen mit einem knackigen Spot, der auf Mafia-Thriller und auf Humor setzt.

Blasenschwäche bei Männern: Mit Humor gegen das Tabu › PAGE online

Inkontinenz ist ein unangenehmes Thema. Für Frauen und für Männer. Doch während sich bei Frauen die Scham langsam legt und das Training des Beckenbodens ein weitverbreitetes Thema ist, herrscht bei Männern absolutes Schweigen.

Dabei heißt es von der Deutschen Kontinenz Gesellschaft, dass über alle Altersgruppen hinweg rund 15 Prozent der Frauen und zehn Prozent der Männer an Inkontinenz leiden.

Doch als Mann eine Einlage tragen?

Undichte Stelle

Serviceplan Köln zeigt, wie man sich dem schwierigen Thema nähert. Und das knackig und mit Humor und mit einem Spot, der mit den Gesetzen des Mafia-Thrillers spielt, in dem es früher oder später eine »undichte Stelle« gibt, einen Informanten, der meist furchtbare Konsequenzen fürchten muss – und das nicht nur demjenigen, sondern auch dem Publikum den Angstschweiß auf die Stirn treibt.

Doch mit den Pads MoliCare®, wie die Inkontinenz-Linie von Hartmann heißt, behält man die Kontrolle, bleibt souverän – und unentdeckt.

Die Kampagne richtet sich gezielt an Männer im Alter von 45+ Jahren und wird Digital-First, unter anderem über YouTube und Social Media ausgespielt. Weitere Flights und auch Adaptionen, unter anderem für Frankreich, Belgien und Spanien, sollen folgen.

Serviceplan Köln, kreative Leadagentur für Hartmann, entwickelte Strategie, Konzeption und Kreation der Kampagne. Serviceplan Make realisierte die Produktion. Regie: Mikal Boland, Fotografie: Jacek Lukasiewicz, Videografie: Mateusz Wiater. Externer Produktionspartner: Neverest (Polen).

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Wenige Striche, große Wirkung: AWO fordert zum Mitmachen auf › PAGE online


Typografie, die zum Mitmachen auffordert: Ganz ohne Bilder, inklusiv und mit Wortspielen, erzählt die Kampagne, die glow für die Arbeiterwohlfahrt (AWO) entwickelt hat, davon, was man gemeinsam verändern kann.

Wenige Striche, große Wirkung: AWO fordert zum Mitmachen auf › PAGE online

Schwarz auf Weiß und etwas Rot und mit einem schönen Dreh: In einer Zeit, die für viele Menschen immer schwerer wird, in der die Lebenshaltungskosten steigen, Einsamkeit immer stärker um sich greift und manchmal auch die Hoffnungslosigkeit, zeigt die Kampagne für die AWO Bundesorganisation, dass es durchaus Hilfe gibt.

Dafür sorgt die AWO, zu deren Grundwerten Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit gehören und die, 1919 gegründet, heute der größte deutsche Arbeitgeber im Sozialbereich ist.

Sie ist in der Pflege und Altenhilfe aktiv, betreibt Kindergärten und Altenheime, fördert Teilhabe und unterstützt Eingliederung, kümmert sich um Kinder und Jugendliche und berät bei Migration.

Dass das alles einen Unterschied macht, davon erzählt die Agentur glow, die neben ihren Kampagnen für ihre Plakatwand bekannt ist, die mitten in Berlin und direkt gegenüber vom Soho House steht. Immer wieder sorgt sie dort für Hingucker. In Erinnerung ist zum Beispiel, wie sie dort mit einem »De-Musk Social Media« für Alternativen zu den US-amerikanischen Tech-Giganten warb.

Selber mitgestalten

Für die AWO aber setzen die Kreativen ganz auf Schrift, auf ein Spiel mit Worten – und auf Typografie.

Ein paar rote Striche reichen, um von den Veränderungen zu erzählen, die bereits kleine Gesten schaffen: aus Einsam wird so Gemeinsam, aus Sorgen wird Geborgen, aus Bürde verwandelt sich in Würde und ein Rollator in Rock’n’Roll.

Gleichzeitig ist es Motivation, selbst aktiv zu werden. Schließlich besteht die AWO neben mehr als 250.000 Mitarbeitenden auch aus rund 10.800 Ehrenamtlichen.

Begleitet wird die Kampagne von der Möglichkeit für die AWO-Ortsvereine, den roten Stift zu bestellen, um eigene Motive zu gestalten. Um das Mitmachen vor Ort zu erleichtern, wurde eine Anleitung entworfen, die das erleichtert.

Um auch die Jugendlichen zu begeistern, die im AWO-Jugendwerk zusammenfinden sind eigene Motive geplant, auf denen der rote Marker wie ein Tag-Stift genutzt wird.

Und damit ist dann längst noch nicht Schluss. So einfach und leicht umsetzbar die Kampagne speziell für eine Wohlfahrtsorganisation gehalten ist, so inklusiv und niedrigschwellig ist sie und zugleich so offen und flexibel, dass sie auf alle Bereiche der AWO übertragbar ist.

 

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