Künstliche Intelligenz
Extreme Networks: KI-Agent für die Netzwerk-Administration
Extreme Networks hat auf seiner diesjährigen Hausmesse Extreme Connect in Orlando ein umfangreiches Update seiner Produkte präsentiert. Im Zentrum stand neben einigen Hardware-Neuigkeiten ein KI-Agent, der dem Netzwerkbetrieb entweder unterstützend oder autonom Arbeit abnehmen soll.
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Agent Nummer eins für Extreme Platform ONE
Mit Agent ONE erhält der Cloud-Netzwerkmanagementdienst Extreme Platform ONE einen KI-Agenten an die Hand. Der Agent greift auf die dort verwalteten Assets und Telemetriedaten zu und nutzt sie in einem dreischichtigen Stack: Frontier-Modelle externer Hyperscaler, eine Wissensschicht basierend auf Plattformdaten, sowie eine Skills-Ebene mit Konnektoren und Workflows inklusive Guardrails.
Genau diese Modellanbindung ist allerdings der Knackpunkt für regulierte Umgebungen: Während sich Platform ONE zukünftig auch on Premises auf Extreme-Hardware betreiben lassen soll – die Preise hierfür sind noch nicht bekannt –, funktioniert Agent ONE aktuell ausschließlich mit Frontier-Modellen aus der Cloud. Wer also aus Compliance-Gründen auf den On-Prem-Betrieb setzen möchte, verzichtet vorerst auf die KI-Funktionen. Eine lokale Modelloption hat Extreme bislang nicht in Aussicht gestellt, aber auch nicht ausgeschlossen.
Ausgeliefert wird der Agent in zwei Stufen: Agent ONE Coworker (ab 1. Juli 2026) ist als proaktiver Begleiter konzipiert. Er liefert kontextbezogene Hinweise auf Probleme, analysiert die aktuell geöffneten Inhalte in der Konsole und schlägt Aktionen vor. Eigenständig handelt er nicht – jede Maßnahme bedarf der menschlichen Freigabe. Das ist im Sinne der „Human-Centric“-Linie konsequent und für einen ersten Wurf realistisch, da der Mensch so die volle Kontrolle über Aktionen behält.
Agent ONE Operator (Q4/2026) geht weiter und führt Workflows autonom innerhalb definierter Guardrails aus. Interessant ist hier das Rechtemanagement: Sichere Defaults sind vorhanden, darüber hinaus konfiguriert man per Prompt, was der Agent eigenständig darf, was Freigaben erfordert und was tabu ist. Tasks lassen sich ausgelöst (triggered), geplant (scheduled) oder kontinuierlich ausführen. Statische Bedienoberflächen mit Buttons sind im Operator-Modus weitgehend Vergangenheit, die Steuerung erfolgt textbasiert. Metriken sollen sich trotzdem übersichtlich darstellen lassen – mithilfe von Dashboards, bei deren Erstellung der Operator ebenfalls unterstützt.
Transparente Quota-Limits und ein Observability-Dashboard sollen sowohl Kosten-Runaways verhindern als auch veranschaulichen, welche Aktionen wann und warum ausgeführt wurden – wichtig für Audit- und Compliance-Verantwortliche. Extreme Exchange soll als Marktplatz für Skills und Erweiterungen fungieren und Anleitungen zum Bau eigener Skills sowie einen Diskussionsbereich bieten. Ob die Community jedoch aktiv beiträgt, wird sich zeigen müssen.
Außerdem bleibt spannend, wie Extreme das Thema Security angeht. Ein Community-Skill, der im Coworker-Modus nur Empfehlungen ausspricht, ist unkritisch – derselbe Skill im Operator-Modus mit Schreibrechten auf Policies oder Fabric-Konfigurationen ist es nicht. Signierung, nachvollziehbare Reviews und ein granulares Rechte-Mapping dürften im Enterprise-Bereich schnell zur Voraussetzung zum Einsatz in Produktivumgebungen werden. Zu diesen Punkten hat Extreme auf der Connect bislang wenig Konkretes gezeigt.
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Platform ONE: Verbesserungen unter der Haube
Die übrigen Platform-ONE-Neuerungen wirken solide, wenn auch in weiten Teilen inkrementell. Eine Ausnahme – und gerade für Migrationsszenarien interessant – ist die Drittanbieter-Verwaltung über die Third Party Management Engine (TPME). Damit lassen sich Switches von Herstellern wie Cisco, HPE und Juniper über eine Proxy-VM in Platform ONE einbinden; angedacht sind perspektivisch auch Wireless LAN Controller (WLC). Die Schnittstelle ist hier hauptsächlich das altbewährte SNMP. Dabei liegt der Fokus zunächst auf dem Monitoring direkt aus Platform ONE. Firmware- und einfaches Konfigurationsmanagement sind perspektivisch geplant.
Neu ist außerdem eine Cloud-PKI, die ihre Zertifikate sowohl über gängige MDM-Software als auch über einen Extreme-eigenen Agent verteilen kann. Für die Nutzer-Authentifizierung bindet sie bestehende Identity Provider wie Entra ID, Google Workspace, Okta oder HENNGE One an; ein generischer Provider zur Anbindung beliebiger weiterer Lösungen ist angekündigt.
Ferner kommt ein Drift-Management hinzu, das Abweichungen zwischen zentraler Soll-Konfiguration und tatsächlichem Gerätestand sichtbar macht. Pro Konflikt kann der Admin entscheiden, ob die lokale Änderung ins zentrale Profil übernommen oder überschrieben wird.
Abgerundet werden die Platform-ONE-Neuerungen durch eine Reihe kleinerer Verbesserungen und Integrationen anderer Produktlinien in die Platform ONE: Wireless Intrusion Prevention System (WIPS) direkt im WLAN-Stack, erweiterte Client-Insights inklusive Positionstracking, Fabric over SD-WAN für die standortübergreifende Ausdehnung der Fabric sowie ein weiterentwickeltes Zero-Touch-Onboarding, dessen Konfigurationsprofile nun Variablen unterstützen – nützlich überall dort, wo viele Standorte mit ähnlicher, aber nicht identischer Konfiguration eingerichtet werden müssen.
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(fo)
Künstliche Intelligenz
„Doom“-Soundtrack wird in den USA zum Kulturgut
Der von Bobby Prince geschriebene Soundtrack des Videospiels „Doom“ kommt in die US-Nationalbibliothek: Gemeinsam mit Musik von Taylor Swift, Beyoncé und Weezer gehört die „Doom“-Musik zu den Titeln, die in diesem Jahr in die National Recording Registry des US-Kongresses aufgenommen werden.
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Darüber informiert die Library of Congress in einer Pressemitteilung. Im National Recording Registry werden Tondokumente geführt, die „kulturell, historisch oder ästhetisch wichtig“ sind, schreibt die US-Nationalbibliothek. Die Liste umfasst zahlreiche Musikstücke und Alben, aber auch Tonaufnahmen von Reden wie „I Have a Dream“ von Martin Luther King oder die D-Day-Ansprache von Dwight Eisenhower.
Dritte Videospielmusik auf der National Recording Registry
Jeder US-Bürger darf Vorschläge für die National Recording Registry einreichen. Die Auswahl trifft der Librarian of Congress in Absprache mit Kuratoren und dem Vorstand des Instituts. Aktuell wird die Rolle des Librarian of Congress kommissarisch von Robert Newlen ausgeführt, nachdem US-Präsident Donald Trump seine Vorgängerin Carla Hayden im Mai 2025 entlassen hat.
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Es ist das dritte Mal, dass Videospielmusik in das National Recording Registry aufgenommen wird. Auf der Liste stehen bereits das „Super Mario“-Theme von Koji Kondo und der Soundtrack von „Minecraft“, die 2023 und 2025 aufgenommen wurden. Insgesamt umfasst die Liste 700 Tonaufnahmen.
„Schlüssel zur Beliebtheit“ von „Doom“
Der „Doom“-Soundtrack wurde gemeinsam mit dem Kult-Shooter im Jahr 1993 veröffentlicht und untermalte die für die damalige Zeit ausgesprochen brachiale Ballerei mit Heavy Metal. In ihrer Pressemitteilung schreibt die US-Nationalbibliothek, der Soundtrack sei ein Schlüssel zur Beliebtheit des Shooters gewesen. Komponist Bobby Prince habe sich von Bands wie Alice in Chains und Metallica inspirieren lassen.
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Die Bibliothek betont auch die technologische Herausforderung, die Prince angesichts der damals verfügbaren Soundkarten meistern musste. Durch gezielten Einsatz von MIDI-Frequenzen habe er sichergestellt, dass Musik und Soundeffekte sauber getrennt und klar hörbar bleiben. Mit seinem Soundtrack habe er Generationen von Videospielkomponisten inspiriert. Auch der Soundtrack moderner „Doom“-Spiele bleibt metal-lastig, Prince ist aber nicht mehr beteiligt.
(dahe)
Künstliche Intelligenz
JCB will Geschwindigkeitsrekord für Verbrenner-Wasserstofffahrzeuge aufstellen
Der britische Hersteller von Bau-, Industrie- und Landmaschinen J.C. Bamford Excavators (JCB) plant bei der jährlich stattfindenden „SpeedWeek“ im US-Bundesstaat Utah den Geschwindigkeitsrekord für wasserstoffgetriebene Fahrzeuge an Land mit dem neu konstruierten JCB Hydromax zu brechen. Das Fahrzeug verwendet dazu zwei getunte Wasserstoffverbrennungsmotoren aus der hauseigenen Serienproduktion, die normalerweise in Baumaschinen eingesetzt werden.
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JCB ist kein unbeschriebenes Blatt im Bereich der Geschwindigkeitsrekorde von Landfahrzeugen. Das Unternehmen hält bereits drei Rekorde für den schnellsten Traktor, den schnellsten Baggerlader und das schnellste Dieselfahrzeug. Der Rekord für das schnellste Dieselfahrzeug liegt bereits 20 Jahre zurück und markiert mit einer Spitzengeschwindigkeit von 350,092 mph (etwa 563 km/h) noch immer den bestehenden Weltrekord der Fédération Internationale de l’Automobile (FIA). Aufgestellt wurde er mit dem JCB Dieselmax.
Zwei Wasserstoffverbrennungsmotoren
Mit dem JCB Hydromax nimmt JCB einen neuen Rekord ins Visier: den für das schnellste Landfahrzeug mit Wasserstoff-Verbrennungsmotorantrieb. Den Antrieb des 9,7 m langen stromlinienförmigen Fahrzeugs bilden zwei Wasserstoffverbrennungsmotoren aus der Serienproduktion für Baumaschinen. JCB gibt an, rund fünf Jahre an der Entwicklung von Wasserstoffverbrennungsmotoren gearbeitet und 100 Millionen Pfund investiert zu haben. Erste Bagger befinden sich derzeit in der Produktion, schreibt JCB.
Die beiden Motoren des JCB Hydromax, die sich zur besseren Gewichtsverteilung vorn und hinten im Fahrzeug befinden, liefern je etwa 588 kW (800 PS). Gekühlt werden die Motoren mit Eis über eine Phasenwechselkühlung. Herkömmliche Kühlsysteme würden die Aerodynamik zu sehr beeinträchtigen, heißt es von JCB zur Begründung. Rund eine Vierteltonne Eis wird dazu vor einem Lauf zugeladen.
Viele weitere Details verrät JCB zur Technik des Hydromax nicht. Das Fahrzeug soll über ein Doppelkupplungsgetriebe verfügen und über alle vier Räder angetrieben werden. Die Aerodynamik der Karosserie sei mit modernsten Techniken umgesetzt worden. Der Luftwiderstand falle 10 Prozent geringer aus als beim Dieselmax, ohne dass das Fahrzeug bei Hochgeschwindigkeitsfahrten an Stabilität verliere. In umfangreichen Simulationen und mit Belastungstests seien die einzelnen Bauteile des Fahrzeugs erprobt worden. Die einzelnen Komponenten seien dabei eng aufeinander abgestimmt. Das betreffe etwa das Fahrwerk, die Einstellungen der Traktionskontrolle und die Aerodynamik.
Bei der Entwicklung des JCB Hydromax griff das Unternehmen hauptsächlich auf ein Kernteam aus eigenen Mitarbeitern zurück, die teilweise bereits 20 Jahre zuvor an der Entwicklung und am Bau des Dieselmax-Rekordfahrzeugs beteiligt waren. Hinzu kam das Fachwissen spezieller Zulieferfirmen wie Prodrive für den Fahrzeugbau, Ricardo für die Motorabstimmung und Xtrac für das Getriebe.
Pilotiert werden soll der JCB Hydomax von Andy Green, dem Rekordfahrer des Dieselmax. Der mittlerweile im Ruhestand befindliche ehemalige Pilot der Royal Air Force hält auch den absoluten Geschwindigkeitsrekord für Landfahrzeuge mit 763,035 mph (etwa 1228 km/h) und ist zugleich der erste Mensch, der die Schallmauer mit einem Landfahrzeug durchbrach.
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Bestehenden Rekord nahezu verdopplen
Bei JCB stehen nun die Testfahrten im Vereinigten Königreich mit dem JCB Hydromax an. Danach soll es dann zur Bonneville SpeedWeek gehen, um dort auf einem Salzsee den Landgeschwindigkeitsrekord zu knacken. Dort herrschen nahezu optimale Bedingungen, um neue Geschwindigkeitsrekorde an Land aufzustellen. JCB plant, den bestehenden Rekord von Fahrzeugen mit Wasserstoffverbrennungsmotoren von 185,5 mph deutlich zu übertreffen. JCB nennt eine Geschwindigkeit von mehr als 350 mph. Das ist höher als die gültigen Geschwindigkeitsrekorde für Landfahrzeuge mit anderen alternativen Antrieben wie etwa für Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeuge (303 mph) und Elektrofahrzuge (342 mph).
(olb)
Künstliche Intelligenz
Streik scheint immer wahrscheinlicher: Notfallmodus bei Samsung eingeleitet
Bei Samsung steuert alles immer weiter auf einen fast dreiwöchigen Streik zu, mit potenziell weitreichenden Folgen weit über den Konzern hinaus. Am Freitag hat die größte der beteiligten Gewerkschaften ein neues Angebot von Samsung für neue Verhandlungen ohne Vorbedingungen abgelehnt, berichtet die Korea Times. Gleichzeitig würden die Vorbereitungen für den 18-tägigen Streik ab kommenden Donnerstag weitergeführt. Von der Arbeitnehmervertretung heißt es demnach, dass keine Gespräche mehr geführt werden sollen, bevor die zentralen Forderungen zu Bonuszahlungen berücksichtigt würden. Nach dem Streik könne man dann aber wieder verhandeln.
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Notfallmodus bei Samsung
Bei Samsung selbst wurde inzwischen ein Notfallmodus eingeleitet, berichtet der Korea Herald. Der umfasst demnach die Prüfung von Produktionsanpassungen und Stabilisierungsmaßnahmen, die im Fall des Streiks durchgeführt werden können. Damit reagiere der Konzern auf die besonderen Risiken eines Streiks für die Halbleiterherstellung, die umfangreiche Vorbereitungen erfordern. Zusätzlich habe es auch eine Warnung gegeben, dass die Produktion nach dem Ende eines möglichen Streiks nicht direkt wieder aufgenommen werden könne. Möglicherweise würden nach den 18 Tagen zwei bis drei Wochen vergehen, bis die hochautomatisierte Fertigung wieder normal laufe, hat die Investmentbank KB Securities demnach gewarnt.
Bei der Auseinandersetzung geht es im Kern darum, wie Samsung die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an den Rekordgewinnen beteiligt, die der Konzern aktuell einfährt. Die Gewerkschaften fordern, dass 15 Prozent der Gewinne für Boni benutzt werden. Damit soll auch auf eine wachsende Einkommensschere zu konkurrierenden Firmen wie SK Hynix geschlossen werden. Der Halbleiterhersteller hat im Herbst eine gewerkschaftliche Forderung nach einer Vergütungsreform akzeptiert, die unter anderem höhere Boni vorsieht. In der Folge ist die Zahl der Samsung-Angestellten, die einer Gewerkschaft angehören, sprunghaft angestiegen. Zudem hat Samsung zahlreiche Angestellte an den Konkurrenten verloren.
Der angedrohte Streik würde die Speicherproduktion lahmlegen. Die Folgen für die Industrie und die Lieferketten wären massiv. Allein dem Konzern drohen laut Medienberichten Verluste in Höhe von umgerechnet bis zu 570 Millionen Euro pro Tag. Auch deshalb hat sich zuletzt Südkoreas Regierung an den Verhandlungen beteiligt, die Forderungen der Gewerkschaften dabei aber nicht unterstützt. Sollte der Streik nicht noch anderweitig verhindert werden, könnte die Regierung sogar selbst eingreifen. Der Arbeitsminister kann einen Ausstand für 30 Tage aussetzen, wenn ein Streik die nationale Wirtschaft oder Menschenleben gefährdet. Bislang ist unklar, ob dieses Mittel erwogen wird.
(mho)
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