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Ausprobiert: Wie sieht KI Queerness und LGBTQIA+? › PAGE online


KI-Bilder wirken objektiv, sind aber stark von Trainingsdaten abhängig. Deshalb fragt Jana Reske kritisch, welche (queeren) Identitäten sichtbar werden – und welche nicht.

Ausprobiert: Wie sieht KI Queerness und LGBTQIA+? › PAGE onlineBild: Jana ReskeMittlerweile sehen wir fast täglich KI-generierte Bilder, egal ob auf Social Media, in der Werbung, auf Plakaten oder in irgendwelchen WhatsApp-Gruppen. Besonders seit den neuen Updates von Google Gemini und ChatGPT ist alles sehr viel einfacher zugänglich und zu benutzen geworden. Aber gerade, wenn KI-generierte Bilder überall sind, müssen wir genauer hinschauen und hinterfragen, was oder wer auf diesen Bildern gezeigt wird und welche Personengruppen oder Minderheiten möglicherweise ausgeblendet werden. Sichtbarkeit und Repräsentation erreichen gerade ein ganz anderes Level und sind so wichtig wie nie zuvor.

Gibt es mehr Diversität bei MidJourney, DALL-E oder Google Gemini?

Wie wir mittlerweile wissen, basiert KI-Output auf Trainingsdaten aus der Vergangenheit. Gerade deswegen müssen wir aufpassen, dass wir keine alten Stereotypen oder Ungleichheiten verstärken. Denn diese Systeme zeigen nicht die Welt, wie sie ist, sondern wie sie statistisch am wahrscheinlichsten aussieht. Als Medienwissenschaftlerin und KI-Expertin wollte ich deshalb wissen, wie diese Tools queere Paare und Personen darstellen. Ich habe untersucht, wie die meistgenutzten KI-Tools Mid Journey, DALL-E und Google Gemini auf entsprechende Prompts reagieren.

Bei einem ähnlichen Test letztes Jahr zeigte sich ein klares Muster: KI generierte fast ausschließlich weiße und sehr ähnlich aussehende Paare. Heute wirkt das Bild etwas differenzierter.

Ein Vergleich von MidJourney Version 5 und Version 7 zeigt, dass sich das Modell mittlerweile zwar an Diversität versucht, der House Style des Modells aber auch sehr deutlich bleibt. Bild: Jana Reske

Die Tests zeigen, dass die großen Modelle sichtbar bemüht sind, ethnische Vielfalt und unterschiedliche Körperformen abzubilden. Endlich erscheinen mehr nicht-weiße Paare, mehr Variationen und  mehr Diversität im Look. Dabei fiel auf, dass die KI fast ausschließlich Paare erzeugte, die als weiblich gelesen werden. Schwule Paare tauchten dagegen deutlich seltener auf und teilweise erst nach gezielter Präzisierung des Prompts. Dabei tendieren alle drei Systeme in dieselbe Richtung, selbst wenn die Diversität also oberflächlich verbessert wurde, bleibt sie im Detail doch eingeschränkt.

Einige Beispielbilder der verschiedenen KI-Modelle zeigen auch hier deutliche House Styles, und die Ähnlichkeit der Ergebnisse wird offensichtlich. Bild: Jana Reske

Lassen sich der Output der KI und die Bilder durch die Trainingsdaten erklären?

Die Testergebnisse deuten darauf hin, dass im Trainingsmaterial wesentlich mehr Bildmaterial von weiblich gelesenen queeren Paaren als von männlich gelesenen enthalten ist. Die Gründe dafür liegen weniger im Algorithmus als in der Kultur, aus der die Trainingsdaten stammen. Weibliche Körper – und insbesondere weiblich gelesene Intimität – sind in der Mediengeschichte überrepräsentiert, da sie häufig sexualisiert werden. Diese Überrepräsentation schlägt sich in Bilddatenbanken, Stockfotoarchiven, Werbekampagnen, Social Media und visuellen Trends nieder.

Entsprechend stehen KI-Modellen statistisch mehr weibliche queere Bilder zur Verfügung als von schwulen Paaren. Die Forschung und kulturkritische Analyse zeigen seit Jahren, dass lesbische oder bisexuelle Frauen in den Medien häufiger dargestellt werden, da sie für ein heterosexuelles Publikum vermeintlich attraktiver oder »harmloser« erscheinen. Diesen Überschuss an bestimmten Gruppen im visuellen Bestand reproduziert dann wiederum generative KI, denn sie verstärkt unabsichtlich Muster, die in den Trainingsdaten erkennbar sind. So entsteht Bias in der Bildgenerierung. Der Vergleich der generierten Beispielbilder macht dies besonders deutlich. Selbst wenn die Hauttöne divers sind, bleibt die Vorstellung von »queer couples« algorithmisch erstaunlich homogen und überraschend geschlechtsspezifisch eingeschränkt.

Wenn wir KI-Tools zur Bildgenerierung nutzen, sollten wir uns daher fragen: Wer wird sichtbar und wer bleibt unsichtbar, selbst wenn wir nach ihnen fragen?

Was können wir im Umgang mit KI gegen diese Stereotypen tun?

Solange KI-Modelle visuelle »Durchschnittswelten« erzeugen, liegt die Verantwortung bei uns – denjenigen, die Bilder auswählen, kuratieren, prüfen und kontextualisieren. Heute ist die wichtigste Kompetenz nicht mehr nur das Prompting, sondern ein bewusstes und explizites Gegensteuern. Diversität darf nicht dem Zufall überlassen werden, sondern muss aktiv eingefordert werden. Das bedeutet beispielsweise, nicht bei »queer couple« stehen zu bleiben, sondern im Prompt präziser zu werden, wer genau dargestellt werden soll. Ein gutes Beispiel dafür ist eine Kampagne von dem Unternehmen Dove, die eine Guideline zum diversen Prompten erstellt haben. Es ist wichtig, dass wir KI-Output und Bilder nicht als Endprodukt sehen, sondern unser Rolle als Kreative auch darin verstehen diese Bilder zu hinterfragen und anzupassen.

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Nächster Schritt der Markenevolution – Chelsea FC modifiziert Clublogo – Design Tagebuch


Der Chelsea FC hat sein Clublogo modifiziert. Eine offizielle Ankündigung oder Erläuterung zum Redesign gab es bislang nicht. Die dezent veränderte Bildmarke erschien zunächst auf den Social-Media-Kanälen des Clubs und weist eine Reihe subtiler gestalterischer Anpassungen auf. Auch am zentralen Symbol des Clublogos, dem Löwe, wurde Hand angelegt.

Der Chelsea Football Club, kurz Chelsea FC, wurde 1905 in London gegründet und gehört zu den traditionsreichsten englischen Fußballvereinen. Zu den größten Erfolgen zählen sechs englische Meistertitel, zwei Champions-League-Siege (2012, 2021), zwei Europa-League-Titel sowie zahlreiche FA-Cup- und Ligapokal-Gewinne. Für die Saison 2026/27 wurde der Spanier Xabi Alonso als Trainer verpflichtet.

In einem vor wenigen Tagen vom Chelsea FC veröffentlichten Statement geht die Clubführung auf die Hintergründe zum Rücktritt seines ehemaligen Cheftrainers, Enzo Maresca, im Januar 2026 ein. Maresca tritt bei Manchester City die Nachfolge von Pep Guardiola an. Gleichzeitig blickt der Club mit seinem neuen Manager Xabi Alonso auf die kommende Saison.

Auf die Anpassung des Clublogos wird weder in dem Statement eingegangen, noch wurde im Rahmen der Vorstellung der Spielertrikots für die Saison 2026/2027 näher darauf eingegangen. Anfang Juni hatte der Club neue Trikots präsentiert. Die Einführungs-Kampagne wurde durch die Agentur TILL DAWN begleitet, mit strategischer Unterstützung durch die Markenberatung ICONIC.

Als Flock bzw. Stickerei auf der Brust der Trikots dient einzig der aus dem kreisrunden Clublogo herausgelöste Löwe. Hier fungiert der Löwe im Sinne eines Sekundärlogos. Beim offiziellen Clublogo, dem Primärlogo, wurden verschiedene grafische Änderungen vorgenommen.

Chelsea FC Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Chelsea FC, Bildmontage: dt
Chelsea FC Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Chelsea FC, Bildmontage: dt

Die Einführung des bisherigen Clublogos erfolgte 2005 unter dem früheren Eigentümer Roman Abramovich. Die letzte Anpassung liegt also bereits 21 Jahre zurück. Im Zuge des nun vorgenommenen Redesigns wurde die Darstellung vereinfacht. Der Schattenwurf beim Löwen wurde entfernt, ebenso der gelbe Binnenring und die weiße Outline der Ball- und Blumen-Symbole. Bei genauer Betrachtung wird auch eine veränderte Linienführung beim aufbäumenden Löwen (Rampant Lion) deutlich: Die Hinterbeine des Löwen stehen näher beieinander; die Öffnung des Mauls ist rund statt oval. Die Clubfarbe Blau wurde ebenfalls verändert: der Farbton ist gesättigter und einen Tick heller.

Auch die Typo wurde verändert. Die umlaufende Schrift „Chelsea Football Club“ ist statt in serifenlosen Lettern nun in der Serifenschrift CFC Flared gesetzt. Die CFC Flared ist Teil einer aus insgesamt vier Schriften bestehenden Schriftfamilie, die eigens für den Club entwickelt wurde: CFC Sans, CFC Flared, CFC Serif und CFC X-Sharp. Für die Kreation der Schrift verantwortlich zeichnet die Typefoundry F37.

CFC Type Family, Quelle: F37
CFC Type Family, Quelle: F37

Schon vor geraumer Zeit hatte der Club damit begonnen, Medienanwendungen mit den neuen Schriften und dem kräftigen Blauton auszustatten, analog wie digital. Der Onlineshop des Clubs unter store.chelseafc.com wurde im letzten Sommer relauncht und auf die neue visuelle Markenidentität umgestellt. Dabei wurde auch die überarbeitete Version des Löwen integriert. Allerdings blieb die Anpassung damals weitestgehend unbemerkt.

Die vor wenigen Tagen erfolgte Umstellung des Clublogos ist also bei weitem nicht die einzige Veränderung, die der Chelsea FC in letzter Zeit in Bezug auf sein visuelles Erscheinungsbild vorgenommen hat. Ein grundlegend verändertes Schriftbild, ein dezent angepasstes Farbschema und das vereinfachte Clublogo geben der Markenidentität eine neue Richtung. Der Wechsel erfolgt nicht abrupt, sondern über einen längeren Zeitraum.

Es ist davon auszugehen, dass der Designprozess bereits Anfang 2025 begonnen hat, wenn nicht schon Mitte/Ende 2024. Die jüngere Entwicklung rund um den neuen Trainer/Manager Xabi Alonso steht mit dem Redesign also nur insofern in Zusammenhang, als im Vorfeld zur Saison 2026/2027 auch das Clublogo auf jene Designsprache umgestellt wird, welche vom Chelsea FC bereits seit gut einem Jahr propagiert wird.

Englische Medien berichten, die Überarbeitung des Clublogos sei in Abstimmung mit Fangruppen vorgenommen worden. Seitens des Clubs wird diese Angabe jedoch nicht bestätigt.

Kommentar

Die neue Designsprache des Chelsea FC ist maßgeblich von der herausragenden CFC-Schriftfamilie geprägt. Dem Club ermöglicht die neue Schriftfamilie eine enorme Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten – je nach Anwendungsfall und -kontext von sachlich, über nobel bis extravagant. In CFC Serif und CFC Sharp gesetzte Überschriften und Bezeichnungen artikulieren weniger spießige Noblesse, als vielmehr traditionsbewusste Eleganz. 36 gewonnene Titel finden hier einen visuellen Ausdruck. Ein Erscheinungsbild, das Selbstbewusstsein und Souveränität kommuniziert.

Den Löwen aus dem Club-Badge herauszulösen und als Sekundärlogo zu nutzen (Trikots, Merchandising u.a.), ist eine kluge Entscheidung. Denn die Variabilität wird so verbessert, dennoch bleibt das Markendesign konsistent.

Eine Clubmarke ist heutzutage auch eine Fashionmarke. Die veränderte Markenidentität trägt diesem Umstand Rechnung. Die Anpassung des Clublogos sollte nicht einzeln betrachtet werden – es ist der nächste (logische) Schritt der Evolution der Markenidentität des Chelsea FC.

 

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Ressorcenschonend & mit tollem Twist: Redesign der Universität Augsburg › PAGE online


Zeichen & Wunder hat die Universität Augsburg mit einem neuen Auftritt versehen, der ordnet und gleichzeitig Raum für Vielfalt bietet – und ganz auf eine flexible Anwendung ausgerichtet ist.

Ressorcenschonend & mit tollem Twist: Redesign der Universität Augsburg › PAGE online
Credits: Zeichen & Wunder

»Eine Universität wird zur Marke«, so beschreibt die Münchner Branding Agentur Zeichen & Wunder ihre Neugestaltung des Auftritts der Universität Augsburg.

»Scientia et Conscientia«, »Wissen und Gewissen« heißt der Leitsatz der Universität, der betont, dass Wissen immer mit Verantwortung einhergeht.

Wie facettenreich das Wissensspektrum ist, das dort gelehrt wird, drückt das neue Erscheinungsbild aus. Und das in einem Designsystem, das ordnet und Übersicht schafft, aber gleichzeitig genug Raum für die Vielfalt bietet.

Im Mittelpunkt steht das überarbeitete Wortlogo. Das behält das Spielerische des alten Logos bei, das sich aus einem kleinen uni und einem versalen A zusammensetzt.

Gleichzeitig aber haben die Kreativen den Linksdrall der Buchstaben entfernt, ihre Kanten abgerundet und den Punkt des i über den Buchstaben geschoben.

Vor allem aber haben sie es mit einem besonderen typografischen Twist versehen, der das u und n miteinander verbindet.

Credits: Zeichen & Wunder

Vielfalt & Ordnung

So entsteht ein Wortlogo mit einer völlig neuen Ausdruckskraft: klarer, weicher, prägnanter.

Und das mit einer »Welle«, einer besonderen Bewegung und Verbindung, die sich durch das gesamte Erscheinungsbild zieht: als Signet, Muster und flächiges Gestaltungselement im Hintergrund, das darüber hinaus durch Farbverläufe oder 3D-Effekte akzentuiert wird.

Gleichzeitig kann das überarbeitete Logo mit den verschiedenen Fakultäten, Zentren und Initiativen kombiniert werden, es kann als Signet für sich stehen, im Hochformat verwendet werden oder in einer englischen Variante genutzt.

Wie das gesamte Corporate Design ist das Logo ganz auf eine flexible Anwendung ausgerichtet, verbindet das Spielerische des uniA mit klaren Zuschreibungen, betont die Vielfalt und fügt sie gleichzeitig in ein konsistentes System ein.

Credits: Zeichen & Wunder

Ressourcenschonend umgesetzt

In einem digitalen Markenportal steht das neue Designsystem allen Mitwirkenden zur Verfügung und kann durch alle Medien hindurch – analog und digital, von Social Media über Merchandise, Print bis hin zu Flaggen und anderen Großflächenbespielungen angewendet werden.

Um ressourcenschonend zu arbeiten und auch, um in der gestalterischen Weiterentwicklung flexibel zu bleiben, wurde entschieden, das neue Erscheinungsbild schrittweise umzusetzen.

Noch vorhandene Materialien werden weiterhin genutzt, nach und nach wird das neue Design implementiert.

Credits: Zeichen & Wunder
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Credits: Zeichen & Wunder
Credits: Zeichen & Wunder
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New York City Opera erneuert Corporate Design – Design Tagebuch


Die New York City Opera präsentiert sich mit einer neuen visuellen Identität samt überarbeitetem Webauftritt. Das Rebranding soll laut Eigenaussage Innovation, Zugänglichkeit und künstlerische Exzellenz verkörpern.

Die New York City Opera (NYCO) wurde 1943 von Bürgermeister Fiorello LaGuardia als „The People’s Opera” gegründet – mit dem Ziel, Oper durch günstige Eintrittspreise einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Opernhaus war das erste, das afroamerikanische Sänger in Hauptrollen besetzte (1945/46) und einen afroamerikanischen Dirigenten einsetzte (1955). Nach einer Insolvenz 2013 wiederauferstanden, präsentiert die NYCO seitdem wieder Produktionen in New York. Seit 2021 ist Constantine Orbelian Music Director und Principal Conductor der New York City Opera.

Innovation, Zugänglichkeit und künstlerische Exzellenz seien seit je her im Selbstverständnis der „The People’s Opera” verankert, wie es in einer Meldung des Hauses anlässlich der Einführung des neuen Erscheinungsbildes heißt. Der neue Markenauftritt soll historische Verwurzelung und globale Ausrichtung verbinden. Angaben zur beauftragten Agentur oder zu konkreten gestalterischen Entscheidungen wurden bislang nicht öffentlich.

New York City Opera Logo – vorher und nachher, Bildquelle: New York City Opera, Bildmontage: dt

In der jüngeren Vergangenheit wurde das Logo des Opernhauses bereits mehrfach verändert (dt-berichtete 2009 und 2016). Das neue Logo greift die bisher verwendete Hochhaussilhouette als Grundidee auf, interpretiert diese, indem sie mit Musiknoten kombiniert werden, jedoch völlig neu. Auch das Farbschema – dunkelrot statt blau-orange – und die Typo – Serifenschrift (PT Serif) statt Groteske (Brandon Grotesque) – unterscheiden sich stark vom bisherigen Auftritt.

Während die Website bereits im Herbst letzten Jahres relauncht wurde, hat das Opernhaus das Logo im Umfeld von Social Media erst vor Kurzem ausgetauscht.

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