Künstliche Intelligenz
AGENTS.md: Hilfreiches Agentenbriefing oder Tokenfresser?
Die Datei AGENTS.md ist ein Readme für KI-Agenten: Ein fester Ort im Repository, an dem Build‑Schritte, Testkommandos, Tooling, Architekturlinien und Coding-Guidelines speziell für autonome Coding-Agenten beschrieben sind. Die Idee ist, dass Agenten diese Datei früh lesen und dadurch schneller verstehen, wie sie Tests ausführen, den Code strukturieren und welche Konventionen sie beachten müssen.
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Anbieter wie OpenAI, Anthropic, GitHub und Qwen bewerben dieses Muster offensiv. Zudem bringen viele Frameworks Kommandozeilenbefehle wie /init mit, die aus einem bestehenden Repository automatisch eine AGENTS.md oder eine ähnliche Datei wie CLAUDE.md generieren. Dadurch hat sich der Standard rasant verbreitet: Im Jahr 2025 waren bereits zehntausende öffentliche GitHub-Repositorys mit Kontextdateien ausgestattet, die Tendenz ist steigend. Das AGENTS.md-Repository auf GitHub listet die Vorteile auf und zeigt Beispiele für den Aufbau solch einer Datei.
Ein Team an der ETH Zürich hat den Aufbau und die Nützlichkeit von AGENTS.md unter die Lupe genommen. Die Studie „Evaluating AGENTS.md: Are Repository-Level Context Files Helpful for Coding Agents?“ untersucht erstmals systematisch, welchen Effekt solche Dateien auf reale Agentenworkflows haben. Die Forschenden kombinieren dafür zwei Benchmarks: das etablierte SWE‑bench Lite mit 300 Aufgaben aus elf populären Python-Repositorys und das Benchmarktool AgentBench mit 138 Aufgaben aus zwölf weniger bekannten Repos, die alle echte, von Entwicklern geschriebene Kontextdateien enthalten.
Getestet hat das Team der Studie die Coding-Agenten Claude Code mit Sonnet 4.5, OpenAI Codex mit GPT-5.2 und GPT-5.1 mini sowie Qwen Code mit Qwen3-30B-Coder, jeweils in drei Varianten: ohne Kontextdatei, mit automatisch generierter Kontextdatei nach Empfehlung des jeweiligen Agentenentwicklers und – auf AgentBench – mit der real vorhandenen, von Entwicklern gepflegten Kontextdatei. Alle Agenten haben die Datei in ihren Kontext geladen, entweder AGENTS.md (für Codex- und Qwen-Code) oder CLAUDE.md (Claude Code). Die Erfolgsquote hat das Team dabei streng über Testsuites gemessen: Ein Task gilt nur dann als gelöst, wenn alle zugehörigen Tests nach Anwenden des Agentenpatches grün laufen.
Die Erkenntnis: kaum Nutzen, spürbare Kosten
Das Ergebnis ist ernüchternd: LLM‑generierte Kontextdateien reduzieren die Erfolgsrate im Mittel leicht – um etwa 0,5 Prozentpunkte bei SWE‑bench Lite und rund 2 bis 3 Prozentpunkte bei AgentBench, je nach Modell. Gleichzeitig steigen die Inferenzkosten im Schnitt um 20 bis 23 Prozent, weil die Agenten mehr Schritte ausführen und längere Reasoning‑Passagen produzieren.
Auch menschlich gepflegte Kontextdateien schneiden nur moderat besser ab: Sie verbessern die Erfolgsrate auf AgentBench im Mittel um etwa 4 Prozentpunkte gegenüber dem Szenario ganz ohne Kontextdatei, erhöhen aber ebenfalls die Anzahl der Agentenschritte und damit die Kosten – in einzelnen Set-ups um knapp 20 Prozent. Überspitzt formuliert bedeutet das: Für ein paar Prozentpunkte Erfolgsgewinn bezahlt man mit deutlich mehr Tokenverbrauch, längeren Laufzeiten und komplexeren Agenten-Traces.
Die Studie zeigt, dass Agenten die Anweisungen in Kontextdateien ernst nehmen: Sind bestimmte Tools oder Workflows erwähnt, nutzen Agenten sie häufiger – etwa Projektskripte, pytest, uv oder repositoryspezifische Hilfstools. Kontextdateien führen auch zu mehr Tests, mehr Dateizugriffen und ausführlicherer Repositorynavigation. Das Problem ist also nicht, dass die Modelle Kontextinstruktionen ignorieren.
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Die zusätzliche Aktivität macht die Aufgaben jedoch schwieriger: Mehr Anweisungen bedeuten mehr Dinge, die der Agent berücksichtigen und gegeneinander abwägen muss, was sich in mehr Reasoning-Token pro Task niederschlägt. Gleichzeitig funktionieren Kontextdateien schlecht als Repository-Overview: Die Agenten finden die für einen Bugfix relevanten Dateien im Schnitt nicht schneller als ohne AGENTS.md, obwohl viele Dateien explizit Verzeichnisstrukturen, Komponenten und Einstiegspunkte beschreiben.
Redundante Dokumentation statt gezielten Mehrwerts
Eine wichtige Beobachtung des ETH-Teams ist, dass LLM‑generierte Kontextdateien meist redundant zur bestehenden Dokumentation sind: Readme, Contributing, Docs‑Ordner und Beispiele enthalten bereits Build‑und Testhinweise, Architekturübersichten und Stilvorgaben, die die Agenten via Dateizugriff ebenfalls nutzen können. In einem Ablationsexperiment entfernten die Forschenden deshalb alle anderen Dokumentationsdateien aus dem Repository und ließen nur die generierte Kontextdatei stehen. Ein Ablationsexperiment (Ablation Study) ist eine Methode zur Evaluierung von KI-Modellen, bei der gezielt spezifische Komponenten wie ein Feature, ein Layer oder Module entfernt oder verändert wurden, um deren Einfluss auf die Gesamtleistung zu messen.
In solch einem dokumentationsarmen Setting kippt das Bild: Plötzlich verbessern die generierten Kontextdateien die Erfolgsrate der Agenten im Schnitt um rund 2,7 Prozentpunkte und schneiden teilweise sogar besser ab als die ursprünglichen Entwicklerdokumente. Die naheliegende Interpretation: Kontextdateien sind dann hilfreich, wenn sie echte Wissenslücken der Agenten füllen und nicht, wenn sie bereits vorhandene Informationen noch einmal in leicht anderer Form wiederholen.
Eine separate empirische Analyse von über 2.300 Agenten-Readmes aus knapp 2.000 Repositorys zeigt, wie Entwickler solche Dateien heute nutzen (siehe Studie „Agent READMEs: An Empirical Study of Context Files for Agentic Coding“). Am häufigsten enthalten sie funktionalen Kontext: Build‑ und Run‑Kommandos (in gut 60 Prozent der Fälle), Implementationsdetails (knapp 70 Prozent) und Architekturhinweise (rund 68 Prozent).
Deutlich unterrepräsentiert sind dagegen nicht funktionale Anforderungen wie Sicherheit und Performance, die nur jeweils in rund 15 Prozent der Dateien explizit adressiert sind. Zudem sind viele Dateien lang, schwer lesbar und entwickeln sich eher wie Konfigurationsartefakte mit vielen kleinen Ergänzungen als wie klar kuratierte Dokumente – ein weiterer Hinweis darauf, warum generalistische Kontextdateien für Agenten schnell zur kognitiven Last heranwachsen.
Praktische Leitlinien für den Einsatz
Aus Sicht der Praxis ergeben sich daraus einige Empfehlungen für den produktiven Einsatz von AGENTS.md (siehe GitHub-Blogartikel „How to write a great agents.md“):
- Nichts wiederholen, was schon im Readme und in Docs steht. Doppelte Projektbeschreibungen oder lange Architekturexkurse sind zu vermeiden, wenn sie bereits an anderer Stelle gepflegt sind.
- Schwerpunkt auf fehlendem, schwer zu erschließendem Kontext. Dazu gehören projekt- oder teamspezifische Skripte, besondere Test‑Set-ups, nicht offensichtliche Fallstricke oder domänenspezifische Invarianten, die der Agent sonst nur durch intensives Trial and Error lernen würde.
- Minimalistische testbare Regeln statt Wunschliste. Jede zusätzliche Regel erhöht die Suchfläche für den Agenten. Sinnvoll sind wenige, klar begründete Anforderungen, etwa „Tests immer über
make test-cilaufen lassen“ statt eines halben Dutzends alternativer Workflows. - Agentenrolle klar zuschneiden. GitHub berichtet aus der Analyse von über 2.500 AGENTS.md-Dateien, dass spezialisierte Rollen – beispielsweise ein reiner Testagent oder Docs‑Agent – besser funktionieren als generische Anweisungen.
- Iterativ verbessern statt im Vorfeld alles perfektionieren. Erfolgreiche Agenten-Readmes entstehen dadurch, dass Teams typische Fehlervarianten des Agenten beobachten und daraus gezielte, knappe Korrekturanweisungen ableiten.
Zudem kann es hilfreich sein, den Agenten selbst seine eigene AGENTS.md optimieren zu lassen. Das LLM kann eine AGENTS.md analysieren und verbessern, indem es unklare Formulierungen, Widersprüche, Redundanzen oder fehlende Entscheidungsregeln erkennt und präziser formuliert. Die überarbeiteten Anweisungen steuern später das Verhalten eines Agenten. Besonders sinnvoll ist das, wenn das Resultat nicht nur das Umschreiben der Datei ist, sondern diese anschließend auch mit Beispielaufgaben getestet wird, um zu sehen, ob der Agent die gewünschten Regeln tatsächlich besser befolgt. Am zuverlässigsten ist deshalb ein iterativer Prozess, der analysiert, überarbeitet und testet, statt sich nur auf eine sprachlich schönere Version zu verlassen.
Implikationen für Teams mit Coding-Agenten
Für Entwicklungsteams ist AGENTS.md kein kostenloser Produktivitätsturbo, sondern ein Steuerungsinstrument, bei dem sie Kompromisse eingehen müssen. Automatisch generierte, stark redundante Kontextdateien verschlechtern in der aktuellen Evidenzlage die Erfolgsraten, verteuern jeden Agentenlauf und erzeugen komplexere Traces, die schwerer zu debuggen sind.
Hilfreich sind Repositorykontextdateien vor allem dort, wo sie gezielt fehlende Informationen bereitstellen, etwa in schlecht dokumentierten oder speziellen Codebasen, für Nischen-Toolchains oder klar abgegrenzte Agentenrollen. Die Aussage „Readme für KI-Agenten“ der AGENTS.md-Website ist daher wörtlich zu nehmen: nicht als weitere vollständige Dokumentation, sondern als schlanke, präzise Betriebsanleitung, die Agenten genau so viel Kontext gibt, wie sie für robuste Ergebnisse brauchen – und kein Token mehr.
(nb)
Künstliche Intelligenz
Zwischen Wellen, Weite und Wissenschaft: Die Bilder der Woche 21
Auch dieses Mal präsentiert die c’t-Foto-Community eine beeindruckende Bandbreite fotografischer Ideen. Unsere ausgewählten Bilder führen von rauen Küstenlandschaften und nordischer Weite hin zu stillen Naturbeobachtungen und klar komponierten Architekturaufnahmen. Dabei spielen wie immer Licht, Perspektive und Reduktion eine entscheidende Rolle. Viele Motive wirken ruhig und konzentriert, gleichzeitig aber auch voller Spannung und Atmosphäre.
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Auffällig ist der bewusste Einsatz fotografischer Techniken, um Formen, Strukturen und Stimmungen hervorzuheben. Langzeitbelichtungen glätten Wasserflächen, Makroaufnahmen machen kleinste Details sichtbar und Schwarz-Weiß-Kontraste verleihen Szenen eine grafische Wirkung. So entstehen Bilder, die nicht nur dokumentieren, sondern alltägliche Motive in neue visuelle Erlebnisse verwandeln.
Zackige Kronen von Marbele

Zackige Kronen
(Bild: Marbele)
Dunkle Buhnen ragen wie gezackte Kronen aus der Ostsee. Durch die Langzeitbelichtung werden die Bewegungen des Meeres geglättet und die Wellen verwandeln sich in einen weichen Schleier. Die diagonal durch das Bild verlaufenden Pfähle führen den Blick hinaus zum ruhigen Horizont. Verstärkt durch die Schwarz-Weiß-Darstellung, kontrastieren die rauen Strukturen des Holzes mit der sanften Oberfläche des Wassers. Das Ergebnis ist eine stille Küstenszene mit meditativer Wirkung.
Nudelnest von metapix

Nudelnest
(Bild: metapix)
Vor tiefschwarzem Hintergrund schwebt ein kompakt gewickeltes Nudelnest. Die geschwungenen Bandnudeln legen sich wie ein Geflecht aus Linien und Schleifen übereinander. Das gerichtete Licht hebt die warmen Gelbtöne hervor und arbeitet die feinen Strukturen der Oberfläche heraus. Durch die klare Freistellung wird das Bild auf Form, Rhythmus und Kontrast reduziert. Was zunächst wie ein einfaches Lebensmittel wirkt, wird so zu einem grafischen Objekt mit skulpturaler Wirkung.
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Supernova Planetarium von Mike_FJ

Supernova Planetarium
(Bild: Mike_FJ)
Das Planetarium in Garching erscheint hier wie ein futuristisches Raumschiff. Seine geschwungenen Formen heben sich scharf vom tiefschwarzen Himmel ab. Die monochrome Darstellung reduziert das Bild auf Licht, Schatten und klare Geometrie. Die niedrige Perspektive lässt das Gebäude monumentaler erscheinen, während die helle Wolkenspur über dem Dach für Dynamik im Bild sorgt. Dabei ist eine Fine-Art-Aufnahme entstanden, die Wissenschaft und Science-Fiction visuell miteinander verbindet.
Der Fotograf berichtet über sein Foto: „Das Planetarium in Garching hat mich bereits vor Ort durch seine außergewöhnliche Architektur fasziniert – die geschwungenen Formen erinnern fast zwangsläufig an ein futuristisches Objekt oder ein gelandetes Raumschiff. Ich entschied mich bewusst für eine schwarz-weiße Fine-Art-Umsetzung, um die Architektur stärker auf Form, Kontrast und Wirkung zu reduzieren. Die reduzierte monochrome Gestaltung verstärkt die skulpturale Präsenz des Gebäudes und lässt das Planetarium wie ein eigenständiges Objekt außerhalb von Raum und Zeit erscheinen.“
gespiegelter Reiher von Hungry Joe

gespiegelter Reiher
(Bild: Hungry Joe)
Ein Graureiher steht regungslos auf einem Ast im dunklen Wasser. Unter ihm zeichnet sich seine Spiegelung weich und leicht verzerrt auf der Oberfläche ab. Der helle Vogel hebt sich deutlich vom tiefen Grün des Hintergrunds ab und zieht den Blick sofort auf sich. Die senkrechte Bildaufteilung aus Reiher und Spiegelung schafft Balance und verstärkt die stille Wirkung des Moments.
Hütte am Strand von dave-derbis

Hütte am Strand
(Bild: dave-derbis)
Einsam zwischen Dünen und Gras steht eine rote Holzhütte direkt am feinen Sandstrand von Ramberg auf den Lofoten. Dahinter leuchten das türkisfarbene Wasser und die dunklen Berge Nordnorwegens. Der schmale Weg lenkt den Blick direkt auf die Hütte und verstärkt so die klare Bildmitte. Die kräftigen Farben setzen starke Kontraste: das satte Rot der Hütte gegen das kühle Blau von Meer und Himmel. Darüber ziehen dramatische Wolkenformationen auf und verleihen der ruhigen Szenerie spürbare Tiefe. Das Bild verbindet nordische Weite mit dem Gefühl von Abgeschiedenheit und Sommer am Meer.
Fleißige Biene von R. Engelhardt

Fleißige Biene
(Bild: R.Engelhardt)
Mitten in einer Kirschblüte ist eine Biene auf Pollensuche. Die Makroaufnahme zeigt jedes Detail, wie die feinen Härchen, die transparenten Flügel und das gut gefüllte Sammelkörbchen. Die hellen Blütenblätter lassen die warmen Gelb- und Brauntöne der Biene besonders gut zur Geltung kommen. Durch die weiche Unschärfe im Hintergrund bleibt der Blick ganz bei diesem kleinen, geschäftigen Moment der Bestäubung.
Loire II Schloss Chambord von lgfokus

Loire II Schloss Chambord
(Bild: lgfokus)
Wie eine steinerne Kulisse erhebt sich das Schloss Chambord über dem Wasser der Loire. Seine Türme, Kuppeln und filigranen Dachaufbauten zeichnen sich klar gegen den tiefblauen Himmel ab. Die frontale Perspektive betont die strenge Symmetrie der Architektur und verleiht dem historischen Gebäude eine fast grafische Wirkung. Das ruhige Wasser im Vordergrund schafft Abstand und lenkt den Blick direkt auf die helle Fassade. So wirkt das berühmte Loire-Schloss zugleich monumental und erstaunlich leicht.
(vat)
Künstliche Intelligenz
Fitbit-App bekommt großes Update auf Version 5.0 und heißt jetzt Google Health
Mit dem Update auf Version 5.0 wird aus der Fitbit-App die Google Health App mitsamt dem schon im vergangenen Jahr angekündigten Redesign sowie allerlei KI-Funktionen auf Gemini-Basis. Die neue App-Version schließt damit die im April 2026 in Deutschland veröffentlichte Public-Preview und wird für alle Fitbit- und Pixel-Watch-Nutzer verteilt.
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Aus Fitbit wird Google Health App
Laut Google sind mit der Google Health App „alle Funktionen zur Erfassung von Schlaf-, Aktivitäts- und Gesundheitsdaten“ verfügbar. Mit dem kostenpflichtigen Abo Google Health Premium (ehemals Fitbit Premium), das knapp 9 Euro im Monat kostet, erhalten Nutzerinnen und Nutzer Zugriff auf den KI-basierten Google Health Coach, der die Funktion „Ask Coach“, proaktive Benachrichtigungen, adaptive Trainingspläne und Zusammenfassungen sowie „multimodale/konversationsbasierte Protokollierung“ umfasst.
Dieser auf Gemini basierende Fitnesscoach ist dem Konzern zufolge dazu in der Lage, alle Fitness-, Gesundheits- und wichtigen medizinischen Daten inklusive des Zyklus zusammenzuführen, um Nutzerinnen und Nutzern einen umfassenden Überblick zu verschaffen. Der KI-Coach erinnert ein wenig an jenen, den Whoop vor einer Weile eingeführt hat. Er erklärt etwa, wie sich ein Training und Schlaf auf den Körper auswirken und rät anhand der Daten, ob man sich besser ausruhen oder eine weitere harte Trainingseinheit absolvieren sollte.
Die kostenlose Version der App umfasst das Tracking von Aktivitäten wie Schritte, Kalorien, Distanz, Cardio-Belastung und Tagesform. Ebenso bietet sie eine Schlafanalyse mitsamt der Ausgabe des Schlafindex, Schlafenszeiten, Schlafdauer und Schlafphasen. Auch Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Atemfrequenz, Blutsauerstoff (Sp02) und weitere Daten trackt sie. Es fehlen indes eine detailliertere Datenanalyse und der KI-Coach.

Funktionsumfang: Google Health Premium vs Basis.
(Bild: Google)
Einige bekannte Funktionen fallen weg
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Zudem hat Google mit der neuen App einige Funktionen gestrichen: So fallen die bisherigen Schlafprofile und die dazugehörigen Schlaftiere weg, die den Schlaftyp beschreiben sollen. Ferner ist die geschätzte Sauerstoffschwankung (EOV) nicht mehr verfügbar, stattdessen werden nun SpO2-Daten angezeigt. Ebenso fallen die sozialen Elemente wie Freunde und Leaderboards weg, wie auch die Badges. Zudem gibt es keinen „Ausdauer-Fitness-Wert“ mehr, daraus wird nun der gebräuchlichere VO2max-Wert. Neu und weit besser als das bisherige ist das Homescreen-Widget, das je nach Größe mehr als nur die Schritte anzeigt.

Das neue Google Health App Widget.
(Bild: Andreas Floemer / heise medien)
Da die neue Google-Health-App Voraussetzung für die Nutzung des bildschirmlosen Fitnessbands Fitbit Air ist, sollte die Verteilung des Updates bis zum 26. Mai, dem Marktstart des neuen Wearables, weitgehend abgeschlossen sein.
(afl)
Künstliche Intelligenz
Metas KI-Brillen helfen Blinden im Alltag – und werfen neue Fragen auf
Meta hat anlässlich des Global Accessibility Awareness Day neue Barrierefreiheitsfunktionen für seine Smart Glasses angekündigt. Das Unternehmen kooperiert seit längerem mit Be My Eyes, einem Dienst, der blinde und sehbehinderte Menschen per Videoanruf mit sehenden Freiwilligen verbindet. Auf Metas Smart Glasses genügt ein Sprachbefehl, damit ein Helfer das Kamerabild der Brille sieht und dem Nutzer in Echtzeit beschreibt, was sich vor ihm befindet. Be My Eyes wird seit 2024 unterstützt und ist inzwischen auch in Deutschland erhältlich.
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Zu den neuen, hierzulande verfügbaren Accessibility-Funktionen gehört, dass Nutzer über einen Be-My-Eyes-Sprachbefehl nun auch vertraute Kontakte sowie geschulte Supportmitarbeiter von über 600 Unternehmen erreichen können, die kostenlos visuelle Unterstützung und Hilfe bei konkreten Aufgaben bieten. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, den Action Button bei den neuesten Brillenmodellen und Oakley Meta Vanguard mit häufig genutzten Funktionen zu verknüpfen, etwa einem Be-My-Eyes-Anruf oder einem Sprachbefehl wie „Beschreibe, was sich um mich herum befindet“.
Zwei weitere neue Barrierefreiheitsfunktionen starten zuerst in Nordamerika: Nutzer mit Mobilitätseinschränkungen sollen dort künftig Anrufe vollständig per Sprache steuern können, etwa zum Stummschalten sowie zum Aktivieren oder Deaktivieren der Kamera. Zudem zeigen Meta Ray-Ban Display-Brillen auf Wunsch Echtzeit-Untertitel für Telefonate über WhatsApp, Messenger und Instagram im Brillendisplay an, was Menschen mit Hörbeeinträchtigungen helfen kann.
Wie Smart Glasses im Blindenalltag helfen
Ende vergangenen Jahres öffnete Meta seine Smart Glasses für Entwickler. Dadurch konnten Anbieter von Barrierefreiheits-Apps ihre Unterstützung auf die Brillen ausweiten.
Dazu gehört auch das französische Start-up OOrion, das eine kostenlose Smartphone-App für blinde und sehbehinderte Menschen entwickelt. OOrion setzt auf Objekt- und Texterkennung, um blinden Nutzern bei der Orientierung, der Erkennung von Hindernissen und beim Auffinden von Gegenständen zu helfen. In Zusammenarbeit mit Meta wurde die iOS-App im April für Metas Smart Glasses verfügbar gemacht, eine Funktion, wovon auch deutsche Nutzer profitieren.
Bei einer von Meta veranstalteten Gesprächsrunde schilderte die blinde Nutzerin Yvonne Bühr, wie sie Metas Smart Glasses im Alltag einsetzt. Bühr ist Mitglied im Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und engagiert sich in der Hilfsmittelbeschaffung. Sie nutzt die Smart Glasses laut eigenen Angaben vor allem zur Beschreibung ihrer Umgebung, sowohl in Innenräumen als auch im Freien. Die KI lese ihr Schilder, Öffnungszeiten oder Speisekarten vor. Über diese integrierten Funktionen hinaus ermögliche die OOrion-App eine Echtzeitanalyse der Umgebung und könne sie etwa darauf hinweisen, wenn sie auf der Straße eine bestimmte Hausnummer erreicht hat. Als große Hilfe wird die Freihändigkeit empfunden, die das sprachgesteuerte Wearable erlaube. Gerade in Kombination mit Blindenstock und Tasche sei es eine große Erleichterung, visuelle Informationen direkt über die Brille zu erhalten, statt erst das Smartphone hervorholen zu müssen, sagt Bühr.
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Zuverlässigkeit und Datenschutz bleiben offene Fragen
Gleichzeitig sieht Bühr noch technische Grenzen, etwa bei Kamera und KI: Kleine Schrift, bewegte Inhalte oder schwierige Lichtverhältnisse könnten die Qualität der Beschreibungen beeinträchtigen, zudem könnten KI-Systeme weiterhin halluzinieren. Letzteres kann für blinde und sehbehinderte Menschen ein Sicherheitsrisiko darstellen.
Stéphanie Robieux, Mitgründerin und CEO von OOrion, sagte in der Gesprächsrunde, ihr Team arbeite eng mit Meta zusammen, um solche Risiken zu verringern. In der App weist das Start-up darauf hin, dass KI Fehler machen kann und Nutzer sich bei der Orientierung nicht allein auf die Anwendung verlassen sollten. Tino Krause, bei Meta für die DACH-Region verantwortlich, zeigt sich derweil überzeugt, dass das Risiko von Halluzinationen weiter sinken werde. Jede neue Generation großer Sprachmodelle reduziere die Fehleranfälligkeit deutlich. Die grundsätzliche Frage bleibt jedoch: Wo genau ziehen Meta und andere Anbieter die Grenze zwischen hilfreicher Alltagsassistenz und einer Mobilitätshilfe, für die deutlich höhere Anforderungen an Zuverlässigkeit, Haftung und Sicherheit gelten müssten?
Hinzu kommen grundsätzliche Fragen zum Datenschutz. Eine Rechtsprofessorin warnte kürzlich, dass das Recht am eigenen Bild durch die zunehmende Verbreitung solcher Geräte schleichend ausgehöhlt werden könnte. Dabei macht es aus Datenschutzsicht keinen Unterschied, ob die Nutzer blind sind oder sehen können: Die Kamerabilder könnten dennoch an Dritte übermittelt werden.
„Wir fühlen uns nicht wohl damit, dass unsere Daten auf den Servern von amerikanischen Konzernen liegen und dort verarbeitet werden, DSGVO hin oder her“, sagt Kay Schulze, der beim DBSV Projekte zur digitalen Barrierefreiheit leitet und ebenfalls an der Gesprächsrunde teilnahm. Datenschutz sei ein sensibles und zwiespältiges Thema, bei dem der Verband derzeit noch um eine gemeinsame Position ringe. Laut Schulze werden die Brillen auf Konferenzen zwar erprobt und diskutiert. Wie überall gebe es aber auch hier Frühaneigner und solche, die eher Vorsicht walten lassen.
(tobe)
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