Künstliche Intelligenz
Bericht: US-Regierung verstärkt Bekämpfung von Initiativen zur Datenhoheit
Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat ihre Diplomaten intern angewiesen, sich gegen Versuche von Regierungen zur Regulierung des Umgangs mit den Daten ihrer jeweiligen Bürgerinnen und Bürger durch US-amerikanische Technologieunternehmen einzusetzen. Das berichtete am Mittwoch exklusiv die Nachrichtenagentur Reuters.
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In einer von US-Außenminister Marco Rubio unterzeichneten internen diplomatischen Depesche vom 18. Februar, die Reuters vorliegt, heißt es demnach, dass Initiativen zur Datenhoheit oder Datenlokalisierung „den globalen Datenfluss stören, die Kosten und Cybersicherheitsrisiken erhöhen, künstliche Intelligenz (KI) und Cloud-Dienste einschränken und die staatliche Kontrolle in einer Weise ausweiten würden, die die bürgerlichen Freiheiten untergraben und Zensur ermöglichen könnte“. Und weiter: Die US-Regierung dränge auf „eine selbstbewusstere internationale Datenpolitik“; die Diplomaten sollten „unnötig belastenden Vorschriften wie Vorschriften zur Datenlokalisierung entgegenwirken“.
Aggressivere Haltung Washingtons
Von Reuters befragte Experten bewerten den Schritt des U.S. State Departments das Zeichen dafür, dass die Trump-Regierung angesichts der Bemühungen einiger Länder, die Verarbeitung und Speicherung der persönlichen Daten ihrer Bürgerinnen und Bürger durch US-Techkonzerne einzuschränken, zu einem konfrontativeren Ansatz zurückkehrt. Insbesondere in Europa haben vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen zwischen der Europäischen Union (EU) und den Vereinigten Staaten Initiativen zur Datenhoheit an Dynamik gewonnen. In Brüssel und zahlreichen europäischen Hauptstädten gibt es angesichts der Dominanz US-amerikanischer Unternehmen auf dem Gebiet der KI zunehmend Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Überwachung. Um ihre Modelle zu betreiben, greifen Unternehmen wie OpenAI, Anthropic, Google und andere auf riesige Bestände an personenbezogenen Daten zurück, darunter auch von europäischen Bürgerinnen und Bürgern.
Die Regulierungsbemühungen wiederum könnten Washington dazu veranlassen, eine aggressivere Haltung einzunehmen, glaubt Bert Hubert, ein niederländischer Cloud-Computing-Experte und ehemaliges Mitglied des Aufsichtsrats der niederländischen Geheimdienste. „Während die vorherige US-Regierung versuchte, europäische Kunden für sich zu gewinnen, fordert die aktuelle Regierung von den Europäern, ihre eigenen Datenschutzbestimmungen zu ignorieren, die amerikanische Unternehmen behindern könnten“, sagte er gegenüber Reuters.
Rotes Tuch: Europäische Datenschutzgesetze
Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU regelt beispielsweise, wie personenbezogene Daten von EU-Bürgerinnen und -Bürgern verarbeitet werden dürfen und setzt strenge Anforderungen an Unternehmen, die diese Daten speichern und nutzen. So gibt es Beschränkungen für die Übermittlung von Daten europäischer Bürgerinnen und Bürger ins Ausland. Wegen Verstößen wurden US-Technologie-Konzerne zum Teil mit hohen Geldstrafen belegt.
Die Depesche von US-Außenminister Rubio führt laut Reuters die DSGVO explizit als Beispiel für eine Regelung an, die „unnötig belastende Beschränkungen für die Datenverarbeitung und Anforderungen für den grenzüberschreitenden Datenfluss“ auferlegt. Das mit „Aktionsaufforderung“ überschriebene Kabel drängt demnach die US-Diplomaten, die Entwicklung von Vorschlägen zur Beschränkung grenzüberschreitender Datenströme zu verfolgen. Zudem liefert es Gesprächspunkte zur Förderung des im April 2022 von den Vereinigten Staaten, Mexiko, Kanada, Australien, Japan und anderen Staaten ins Leben gerufenen Global Cross-Border Privacy Rules Forums, einer Initiative zur Förderung des vertrauenswürdigen grenzüberschreitenden Austauschs personenbezogener Daten.
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Zunehmende Konfrontation
Neu ist das Vorgehen Washingtons nicht. Das Schreiben Rubios ist die jüngste einer Reihe von Initiativen, die darauf abzielen, die europäische Regulierung des digitalen Bereichs zu vereiteln, und Ausdruck einer zunehmenden Konfrontation. Die US-Regierung fordert seit längerem Änderungen an den strengen EU-Digitalgesetzen, die etwa die Verbreitung von Falschinformationen über Plattformen wie X verhindern sollen und auch Unternehmen wie Amazon, Apple und Meta, Google oder Microsoft betreffen. Das Gesetz über digitale Dienste (DSA) der EU bezeichnete Washington wiederholt als Zensurinstrument.
Ende Dezember verhängte die US-Regierung Einreiseverbote für vier europäische Aktivisten gegen Online-Hassrede und den früheren EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton, der als Vordenker der EU-Digitalgesetze gilt. Anfang des Jahres gab es Meldungen, wonach die EU plant, den Digital Services Act (DSA) und den Digital Markets Act (DMA) strenger durchzusetzen. Weiteres Konfliktpotenzial bietet ein Medienbericht aus der vergangenen Woche, wonach die US-Regierung ein Online-Portal vorbereitet, mit dem EU-Bürgerinnen und -Bürger Zugang zu Inhalten bekommen, die in ihren Heimatländern gesperrt sind. Hierzu zählen Beiträge, die als Hassrede oder Terrorpropaganda eingestuft wurden.
(akn)
Künstliche Intelligenz
Speicherkrise in Deutschland: Unser Abstieg in die Bedeutungslosigkeit
Ohne Speicher lungert auch der teuerste Prozessor arbeitslos im Serverrack. Eine simple Erkenntnis, die den Entscheidern entgangen sein muss. Leicht zu verstehen, ist technische Ahnungslosigkeit doch so etwas wie die Eintrittskarte in ihre Kreise. Bei der Vorstellung der deutschen Rechenzentrumsstrategie am 18. März durch zwei Bundesminister war von der Energie bis zur Gewerbesteuer alles ein Thema, nur die Hardware nicht. DRAM, SRAM, Flashspeicher und Festplatten sind teuer wie nie und schwer zu bekommen. Alternativen aus heimischer Produktion sucht man inzwischen vergeblich.
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Bernd Schöne ist freier Journalist der Informationstechnik.
Das Credo der Politik: Die Industrie soll sich selbst helfen. Fragt sich nur, wie. Heimischen Unternehmen mit Hunderten Millionen Umsatz stehen US-Giganten mit Milliardenvermögen gegenüber. Sie reagieren durch Leerkauf des Angebots durch nahezu unerschöpfliche Geldpfründe. Mit genug Cash treiben sie das größte Bauprogramm der IT-Geschichte, ja vermutlich der Industriegeschichte, voran. Allein Meta will 70 Milliarden Dollar in sein Hyperion-Rechenzentrum stecken, das so groß werden soll wie der Kern von Manhattan. Die anderen Hyperscaler planen in ähnlichen Dimensionen den Turmbau zum KI-Babylon. Da wird Hardware zum Spekulationsobjekt.
Europa wird zum reinen Absatzmarkt
Die Speicherhersteller gedenken, die Nachfrageorgie maximal auszukosten. Die Produktion bleibt gedrosselt und eiskalt wechselt man in den Fabs zu den teuersten Speicherchips. Die sind maßgeschneidert für KI. Soll der Rest der Industrie doch sehen, wie er überlebt.
Zentraleuropa hat sich binnen einer Generation vom industriellen Komplettanbieter über das Ingenieurbüro der Welt zum reinen Absatzmarkt für fernöstliche Elektronikprodukte gewandelt. Nixdorf und AEG-Telefunken sind längst Industriegeschichte. Wer Zweifel ob der Sinnhaftigkeit der Selbstverzwergung anmeldete, galt als Abtrünniger der Globalisierung. Der Kunde sei König und die Preise kennen nur den Weg nach unten. Bis nur noch quersubventionierte Staatsunternehmen als Anbieter übrig sind. Als eine der letzten Fabrikationsstätten schloss Fujitsu-Siemens 2008 sein blitzsauberes und technisch hochstehendes Werk für PCs und Server in Augsburg. Ein Marktsegment zu verlassen, geht ganz schnell. Später wieder einzusteigen, ist trotz Subventionsmilliarden vom Staat nahezu unmöglich. Das zeigt der Investorenhickhack in Magdeburg und Dresden.
Kleinliche Kirchturmpolitik statt gemeinsame Anstrengung
Die neu entstandenen Abhängigkeiten erstrecken sich längst von wichtigen Rohstoffen wie hochreinem Silizium und seltenen Erden bis hin zur simplen Fähigkeit, moderne Fabrikationsstätten zu unterhalten. „Wie viele gut ausgebildete Fab-Ingenieure sind am Standort verfügbar?“, fragen höflich lächelnde Asiaten und US-Aktienprofis, wenn es um mögliche Investitionen in Deutschland geht – wohl wissend, dass wir hier blank sind. Längst geht es nicht mehr ohne Zusammenarbeit mit TSMC, Samsung und GlobalFoundries. Denn die wissen, wie man eine solche Fab betreibt. Und wir nicht. Doch ohne Fürsorge und Kapital vom Staat wäre auch TSMC in Taiwan nie zu dem geworden, was es heute darstellt. Verdient wurde das Startkapital durch Billigprodukte, hergestellt unter teilweise abenteuerlichen Umständen.
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In China sitzen Ingenieure auf den Regierungsbänken, in Deutschland Juristen. Asiatische Konzerne sehen sich als Patrioten. Bei uns regiert Shareholder-Value. Japaner, Chinesen und Koreaner mögen sich nicht, halten gegen den Westen aber zusammen. In der EU grassiert dagegen der blanke Futterneid. Zwar arbeiten die Fabrikationsstätten von Intel, TSMC und Samsung mit Wafer-Steppern von ASML aus den Niederlanden mit Optiken von Zeiss aus Deutschland. Doch kleinliche Kirchturmpolitik verhindert bis heute, die vorhandenen Fähigkeiten zu einer konkurrenzfähigen Fabrikationsstätte für Prozessoren und Speicher in Europa zusammenzuführen. Dazu müsste man sich etwa auf einen Standort einigen. Stattdessen bastelt jedes Land, ja jedes Bundesland, an eigenen Zukunftsplänen, weit davon entfernt, die finanziellen oder intellektuellen Möglichkeiten zur erfolgreichen Umsetzung zu besitzen.
Chinas neuer Fünfjahresplan zu IT und KI
Anders in China. Dort formulierten die mehr als 5000 Delegierten des Nationalen Volkskongresses gerade den neuen Fünfjahresplan. Ganz oben steht die nationale Souveränität bei den Themen IT und KI. Xi Jinping setzt auf die Entwicklung „neuer Produktivkräfte“ durch KI, um der Konkurrenz Saures zu geben. Die Speicherkonzerne wollen aktuell nur das Geld der früheren Kolonialherren. China will mehr, sehr viel mehr.
Die Krise ist hausgemacht und nicht Teil einer sinistren Verschwörung. Doch für den bereits arg gebeutelten Mittelstand könnte eine lang anhaltende Speichermarktkrise eine Belastung zu viel sein, wenn der Hardwarenachschub ausbleibt oder unbezahlbar wird. Vielleicht platzt aber zwischenzeitlich der KI-Boom und große Mengen nicht mehr benötigter Hardware drücken die Preise auf ein erträgliches Niveau. Hoffen wir also auf ein Wunder.
(axk)
Künstliche Intelligenz
Digitales EU-Grenzsystem startet überall – Passstempel passé
Das digitale Ein- und Ausreisesystem für Menschen ohne EU-Pass soll ab heute an allen Grenzübergängen des europäischen Schengen-Raums funktionieren. Laut EU-Kommission erfasst das Verfahren mehr Daten als bisher und bekämpft dadurch Kriminalität sowie Terrorismus. Mehrere deutsche Flughäfen haben das System schon vor einigen Monaten eingeführt.
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Das sogenannte Entry-Exit-System (EES) an den EU-Außengrenzen speichert etwa biometrische Daten, also Fingerabdrücke und Gesichtsbilder. Der Stempel im Pass entfällt dagegen. Die strengeren Vorschriften für Reisende ohne die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedslands gelten künftig an allen Grenzübergängen von 25 EU-Staaten sowie von Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz. In Deutschland sind besonders Flughäfen sowie Seeaußengrenzen von der Umstellung betroffen.
Deutschland laut EU-Kommission „Musterschüler“
Die Mitgliedsländer haben das System seit Oktober 2025 schrittweise eingeführt. In manchen Staaten scheint es aber noch immer technische Probleme zu geben, wie die EU-Kommission einräumte. Deutschland sei dagegen ein „Musterschüler“. Besonders an den deutschen Flughäfen sind nach Angaben der EU-Kommission durch das System bisher über 2000 Reisen verweigert worden.
Im gesamten Schengen-Raum wurden demnach etwa 27.000 Reisen verwehrt, mehr als 700 Personen identifizierte das Verfahren seit Oktober demnach als Sicherheitsrisiko. EU-Innenkommissar Magnus Brunner teilte mit, die digitalen Grenzkontrollen seien ein wichtiger Meilenstein für den europäischen Außengrenzschutz.
Kritik von Fluglinien und Proteste von Lkw-Fahrern
Insbesondere Fluglinien und Flughäfen warnen zum Teil vor längeren Wartezeiten und Störungen im Ablauf durch das neue Verfahren. Zuletzt forderte Ryanair-Chef Michael O’Leary in der Londoner Zeitung The Times, das neue System erst nach der Sommersaison einzuführen.
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Anfang des Jahres protestierten Lastwagenfahrer aus den südosteuropäischen Ländern mit Grenzblockaden gegen die strenger durchgesetzten EU-Aufenthaltsregeln. Sie seien mit ihrem Beruf inkompatibel.
(dmk)
Künstliche Intelligenz
iX-Workshop: Active Directory Hardening – Vom Audit zur sicheren Umgebung
Das Active Directory ist das Herzstück vieler Unternehmensnetzwerke und stellt daher ein attraktives Ziel für Cyberangriffe dar.
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In dem Workshop Active Directory Hardening: Vom Audit zur sicheren Umgebung erwerben Sie umfangreiches Wissen und praktische Fähigkeiten zur Absicherung Ihres Active Directory. Sie lernen, Sicherheitsrisiken zu erkennen, Fehlkonfigurationen zu beheben und Angriffe zu identifizieren und abzuwehren. Hierzu gehören der sichere Umgang mit Authentifizierungsprotokollen sowie die Implementierung von Schutzmaßnahmen wie AppLocker und der Local Administrator Password Solution (LAPS). Zudem kommen Audit-Tools wie PingCastle sowie offensive Werkzeuge wie PowerView und BloodHound zum Einsatz.
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Mai 26.05. – 28.05.2026 |
Online-Workshop, 09:00 – 17:00 Uhr 10 % Frühbucher-Rabatt bis zum 28. Apr. 2026 |
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August 19.08. – 21.08.2026 |
Online-Workshop, 09:00 – 17:00 Uhr 10 % Frühbucher-Rabatt bis zum 22. Jul. 2026 |
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November 04.11. – 06.11.2026 |
Online-Workshop, 09:00 – 17:00 Uhr 10 % Frühbucher-Rabatt bis zum 07. Okt. 2026 |
Härtung in einer Laborumgebung anwenden
Der Workshop beinhaltet zahlreiche technische Hands-on-Übungen, in denen Sie praxisnah in einer bereitgestellten Übungsumgebung verschiedene Fehlkonfigurationen und Schwachstellen in einem Active Directory selbst auditieren und anschließend entsprechende Schutzmaßnahmen implementieren. Dazu gehören der Umgang mit Authentifizierungsprotokollen, das Erkennen und Schließen von Sicherheitslücken sowie der Einsatz von Tools zur Überprüfung von Einstellungen und die Implementierung von Schutzmaßnahmen wie AppLocker, LAPS und dem Least-Privilege-Prinzip.
Dieser dreitägige Online-Workshop richtet sich an Administratoren, die sich intensiver mit Angriffen beschäftigen und Ihr On-Premise-Active-Directory härten wollen. In einer kleinen Gruppe von maximal 10 Teilnehmern haben Sie ausreichend Gelegenheit für intensiven Austausch mit dem Trainer und den anderen Teilnehmenden.
Der Workshop wird von Yves Kraft, Leiter der Security Academy bei Oneconsult AG, geleitet – einem erfahrenen Penetrationstester und IT-Sicherheitsberater.

(sfe)
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