Digital Business & Startups
Berlin vs. München: Braucht Deutschland diesen Wettstreit um die Startup-Krone?

Berlin oder München – wer ist Deutschlands Startup-Hauptstadt? Ein Blick auf zwei Ökosysteme und einen Wettbewerb, der vielleicht gar keiner sein müsste.
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„Kommt schnell auf den Punkt“: Was Earlybird-Partner Retterath Gründern rät
Gründerszene war auf den Startup Awards 2026 – und hat Earlybird-Partner Andre Retterath gefragt, wie man als Gründer Investoren überzeugt.
Er ist General Partner bei einem der erfolgreichsten europäischen Frühphasen-Investoren: Andre Retterath von Earlybird. Gründerszene hat ihn auf auf den Startup Awards 2026 getroffen und ihm drei kurze Fragen gestellt. Zwischen Bühne und Bar erklärt er, worauf es ihm bei Gründern ankommt – und warum die meisten schon beim ersten Kontakt scheitern.
Sein wichtigster Punkt dabei: Gründer müssten rausgehen. „Investoren kommen in den seltensten Fällen auf dich zu“, sagt Retterath. Wer Geld will, müsse sichtbar werden. Events besuchen, Netzwerke nutzen, gezielt Investoren ansprechen. Direkt, ohne Umwege.
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Retteraths drei konkreten Tipps
- „Geht aktiv auf Investoren zu. Wartet nicht, bis jemand euch entdeckt“, meint Retterath. Man müsse den Kontakt selbst suchen – auf Events, über LinkedIn oder per Mail.
- „Schreibt keine Standardnachrichten„, sagt er. Wer Retterath einfach eine generische Anfrage schicke, gehe unter. Besser: ein klarer, individueller Pitch, der sofort zeigt, warum genau dieses Startup spannend ist.
- „Kommt schnell auf den Punkt.“ Earlybird sehe rund 50.000 Deals pro Jahr, alleine in Europa. Niemand lese lange Texte. Entscheidend sei, in wenigen Sätzen zu erklären, was das Unternehmen besonders mache.
Retterath meint: „Du musst innerhalb kürzester Zeit zeigen, warum du herausstichst.“ Wer das nicht schafft, verliert sofort.
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Einer der größten Filmemacher aller Zeiten setzt auf dieses deutsches Startup
Martin Scorsese nutzt die KI des deutschen Startups Black Forest Labs. Und er sagt auch ganz genau, was er damit vorhat.
Wenn man die berühmtesten älteren Herren Hollywoods aufzählen will, fallen sicher die Namen Martin Scorsese und Steven Spielberg. Spielberg sagte zuletzt, dass er nicht willens sei, Filmleute durch KI zu überflüssig zu machen. „Ich glaube nicht, dass man die Seele ersetzen kann“, so der Filmemacher von unter anderem „Jurassic Park“, „Indiana Jones“ und „Schindlers Liste“.
Und Scorsese? Der Regisseur von „Goodfellas“, „Departed“ und „Taxi Driver“ macht jetzt gemeinsame Sache mit dem süddeutschen KI-Startup Black Forest Labs. Hollywood meets Schwarzwald! Die New York Times schreibt bereits, dass der legendäre Regisseur damit die Hype-Technologie „umarme“. Das ist nicht falsch, aber auf die Details kommt es an.
Scorsese hat nur eine Anwendung im Kopf
Scorsese erklärt in dem Werbevideo für Black Forest Labs, dass KI für ihn ein Problem lösen könne: Die Storyboards für das Team zu erstellen. Mit diesen Skizzen erklärt ein Regisseur dem Team, wie ein Bild mal aussehen soll. Mit einer KI wie der von Black Forest Labs gehe das sehr schnell.
Im Video ist zu sehen, wie Scorsese die Szene einer Kleinstadt immer weiter anpasst. Eine Straße schmaler machen – das geht mit ein paar Klicks.
Was sich aus der Geschichte also ableiten lässt: Dass einer der größten Hollywood-Regisseure (vorerst) keine KI-Bilder auf die Leinwand bringen will. Es geht ihm um KI als Hilfsmittel für den Arbeitsprozess.
Das passt zu einem Trend, den Gründerszene immer wieder beobachtet: Kein Pro- oder Kontra-KI mehr, sondern spezifische Einsatzfelder. Oft nicht für finale Produkte, sondern als Werkzeug, das im Hintergrund etwa schneller machen kann.
Wie hat das deutsche Startup Scorsese gewonnen?
Ob Scorsese Anteile an Black Forest Labs oder Geld für seinen Auftritt bekommt, ist nicht bekannt. Mit der New York Times wollte Scorsese nicht sprechen, schickte bloß ein Statement.
Allerdings ist bekannt, wer den Kontakt herstellte. Das waren zwei Investoren von Black Forest Labs, die auch Scorsese kennen: Michael Ovitz und Rick Yorn.
Yorn ist Produzent und vertritt Stars wie Leonardo DiCaprio. Ob man den bald auch mit einem KI-Startup zusammenarbeiten sehen wird? Vorher hatte Yorn schon Schauspieler Matthew McConaughey an ElevenLabs vermittelt.
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Isar Aerospace bekommt 270 Millionen – fonio.ai erhält 14,6 Millionen – DeepIP übernimmt PatentMaker
#DealMonitor
+++ #DealMonitor +++ SpaceTech Isar Aerospace bekommt 270 Millionen +++ KI-Telefonassistent fonio.ai erhält 14,6 Millionen +++ HealthTech Tokura sammelt Millionensumme ein +++ NexDash kauft March Transporte +++ DeepIP übernimmt PatentMaker +++

Im #DealMonitor für den 9. Juni werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.
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INVESTMENTS
Isar Aerospace
+++ Der US-Investor Island Green und der britische Geldgeber Molten Ventures sowie Altinvestoren wie HV Capital, Lakestar, UVC Partners und KfW Capital investieren 270 Millionen Euro in Isar Aerospace. Die Firmenbewertung soll bei rund 2 Milliarden Euro liegen. Der amerikanische Investor Eldridge Industries, hinter dem der Unternehmer Todd Boehly steckt, stellte dem Unternehmen über ein Wandeldarlehen zuletzt bis zu 150 Millionen US-Dollar zur Verfügung (Bewertung: 1 Milliarde US-Dollar). Laut manager magazin soll es während der aktuellen Finanzierungsrunde längere Diskussionen zwischen Eldridge und den übrigen Investoren gegeben haben. Im Mittelpunkt stand demnach die Unternehmensbewertung, die für die Umwandlung des Darlehens in Unternehmensanteile relevant ist. Isar Aerospace (Ottobrunn und München), 2018 von Daniel Metzler, Josef Fleischmann und Markus Brandl gegründet, möchte kleinere Satelliten kostengünstiger in den Orbit befördern und entwickelt deswegen unter anderem alternative Antriebe für Trägerraketen. In den vergangenen Jahren flossen bereits über 500 Millionen Euro in Isar Aerospace. Das frische Kapital soll vorrangig in den Produktionsaufbau am neuen Hauptquartier von Isar Aerospace in Parsdorf bei München fließen. Über 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirken derzeit für das SpaceTech. Mehr über Isar Aerospace
fonio.ai
+++ Der Londoner Investor 20VC (Harry Stebbings) und Altinvestoren investieren im Rahmen einer Seed-Investmentrunde 14,6 Millionen Euro in fonio.ai. Die Bewertung liegt bei 120 Millionen Euro. Hinter dem jungen Startup aus Wien, 2024 von Daniel Keinrath und Matthias Gruber gegründet, steckt ein KI-Telefonassistent. Das Startup „ermöglicht es, einen personalisierten KI-Telefonassistenten zu erstellen, der rund um die Uhr erreichbar ist und natürliche Gespräche führt“. Dabei können Unternehmen eine „spezifische Stimme festlegen“ und Verhaltensregeln vorgeben. Derzeit ist das Unternehmen in Österreich, Deutschland, Schweiz, Frankreich, Italien, Polen, Brasilien, Großbritannien und den USA aktiv. Nach eigenen Angaben verfügt das Unternehmen bereits über 7.000 Kunden. Business Angels wie Daniel Gutenberg, Christian Stieber, Robert Wuttke und Jens Lapinski (Angel Invest) investierten zuletzt 3 Millionen Euro in die Jungfirma, die bisher insgesamt rund 20 Millionen eingesammelt hat. Mehr über fonio.ai
Tokura
+++ Der Berliner HealthTech-Investor Heal Capital, der Schweizer Geldgeber Redalpine und das Angel-Netzwerk better ventures investieren eine siebenstellige Summe in Tokura. Das Berliner HealthTech, 2025 von Daniel Kreter und David Rizor gegründet, baut eine Infrastruktur für ambulante Chirurgie auf. Dafür kombiniert das Unternehmen Operationszentren, digitale Prozesse und Software, um die Organisation chirurgischer Eingriffe zu vereinfachen. Heal Capital und Redalpine halten nun jeweils rund 12,8 % an Tokura. Mehr über Tokura
MERGERS & ACQUISITIONS
NexDash – March Transporte
+++ Der Berliner Neo-Carrier NexDash übernimmt die Rheinbacher Lkw-Spedition March Transporte. „Die Transaktion ist die erste Akquisition im Rahmen von NexDashs Buy-and-Build-Konsolidierung des fragmentierten deutschen Mittelstands im Straßengüterverkehr“, teilt die Jungfirma mit. NexDash, von Grover-Gründer Michael Cassau gegründet, übernimmt „bestehende Diesel-Flottenbetreiber, elektrifiziert deren Fahrzeuge und entwickelt gemeinsam mit Partnern Lade und Dateninfrastruktur der nächsten Generation“. Der Berliner ClimateTech-Investor Extantia Capital und der amerikanische Geldgeber Clean Energy Ventures investierten zuletzt 5 Millionen Euro in NexDash. Mehr über NexDash
DeepIP – PatentMaker
+++ Das umtriebige Startup DeepIP (Paris, New York), eine KI-Plattform für Patentausarbeitung, kauft das 2020 gegründete Münchner Unternehmen PatentMaker, eine KI-gestützte Software für Patentanmeldungen und Patentausarbeitung. „Durch den Zusammenschluss entsteht ein neuer Category Leader für KI-gestützte Patent-Workflows in Europa. Damit baut DeepIP seine Marktpräsenz im DACH-Raum stark aus“, teilt das Unternehmen zur Übernahme mit. Mehr über PatentMaker
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Foto (oben): azrael74
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