Künstliche Intelligenz
Canon zögert und APS-C will nach oben – die Fotonews der Woche 12/26
Manchmal muss man sich die Augen reiben: Der Kompaktkamera-Markt boomt, die Verkaufszahlen haben sich in Japan 2025 mehr als verdoppelt, und ausgerechnet Canon – ein Unternehmen, das einst mit der PowerShot-Reihe Millionen begeisterte – schaut dem Treiben bislang weitgehend von der Seitenlinie zu. Statt einer echten neuen Kompakten gab es zuletzt eine kaum veränderte PowerShot und zum 30. Geburtstag der PowerShot-Marke eine limitierte Jubiläumsedition der G7 X Mark III – also die hübschere Version einer Kamera von 2019. Das ist ungefähr so, als würde eine Bäckerei zum Firmenjubiläum denselben Kuchen nochmal backen, nur mit andersfarbigem Zuckerguss.
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(Bild: heise )
Wir sehen den Boom – aber bitte langsam
Immerhin: Auf der CP+ hat Canon durchblicken lassen, dass man die wachsende Nachfrage sehr wohl registriert habe. Manabu Kato, Executive Officer bei Canons Imaging-Sparte, formuliert es diplomatisch: Der Markt für Festbrennweiten-Kameras sei „deutlich belebter“, vor allem dank des Video-Booms und junger Käufer, die den Wert einer echten Kamera gegenüber dem Smartphone zu schätzen wüssten. Canon unterscheide dabei zwischen jungen Nutzern, die Freude am Besitzen einer Kamera haben, und solchen, denen es primär ums Benutzen geht – eine Erkenntnis, die in die Produktentwicklung einfließen soll.
Die PowerShot V1, Canons vlogging-orientierte Kompakte aus 2025, zeigt zwar, wohin die Reise gehen könnte, ist aber klar auf Video-Creator zugeschnitten. Eine echte foto-orientierte Nachfolgerin der G7 X Mark III? „Wir überlegen derzeit, welche Nachfolgemodelle kommen“, sagt Kato. Konkreter wird er nicht. Dabei zeigen Konkurrenten wie Sigma mit der BF oder Fujifilm mit der „X half“, dass der Markt gerade diejenigen belohnt, die mutig sind. Canon hat die Ingenieurskunst und die Markenstrahlkraft – jetzt fehlt nur noch der Mut, diese auch einzusetzen.
Spaß als Geschäftsmodell
Apropos Mut: Fujifilm scheint davon gerade einen unerschöpflichen Vorrat zu haben. Ob die X half – eine Premium-„Spielzeugkamera“, die kaum ein anderer Hersteller so auf den Markt gebracht hätte –, die Instax Mini Evo Cinema, die tatsächlich Videos auf Sofortbildformat bannt, oder die GFX100RF als Mittelformat-Kompakte: Fujifilm liefert derzeit ein Produkt-Feuerwerk ab, das in der Branche seinesgleichen sucht.
Yuji Igarashi, General Manager der Professional Imaging Group bei Fujifilm, betonte auf der CP+ 2026, dass hinter dem scheinbaren Experimentiergeist knallharte Marktforschung stecke. „Wir haben nicht den Luxus, einfach herumzuexperimentieren“, sagt Igarashi. Aber – und das ist der entscheidende Unterschied zu manch anderem Hersteller – Fujifilm traut sich, auf die eigenen Daten zu hören, selbst wenn die Ergebnisse unkonventionelle Produkte nahelegen.
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Das Wort, das in dem Gespräch immer wieder fiel: „Fun“, also der Spaß. Für Fujifilm ist das keine Marketing-Floskel, sondern erklärte Unternehmensmission. „Was wir als Unternehmen erreichen wollen, ist sicherzustellen, dass die Fotokultur auf absehbare Zeit erhalten bleibt“, so Igarashi. „Wenn wir nicht weiterhin etwas Aufregendes, etwas Spaßiges anbieten, werden sich die Menschen nicht mehr für Fotografie interessieren. Das wäre ein Albtraum für uns.“
Man stelle sich vor, ein Canon- oder Sony-Manager würde in einem Interview mehrfach das Wort „Spaß“ verwenden. Bei Fujifilm klingt das nicht nach PR-Strategie, sondern nach ehrlicher Überzeugung. Und die Verkaufszahlen geben dem Unternehmen recht: Einige Fujifilm-Kameras sind seit Monaten chronisch ausverkauft.
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Braucht noch jemand Vollformat?
Gleich zwei Beiträge haben diese Woche unabhängig voneinander die Frage gestellt, ob Vollformat-Kameras für die meisten Fotografen überhaupt noch nötig sind – und kommen zu einem erstaunlich eindeutigen Ergebnis: eher nicht.
Mark Wiemels rechnet bei Fstoppers detailliert vor, was viele schon ahnten: Eine Sony a6700 (APS-C) spart gegenüber der a7C II rund 210 Euro, gegenüber der a7R V sogar 1.760 Euro. Und die Ersparnis multipliziert sich bei den Objektiven: Ein Sigma 18-50mm f/2.8 für APS-C kostet rund 510 Euro, das Vollformat-Pendant knapp 1.350 Euro. Auf ein festes Budget gerechnet bedeutet das oft den Unterschied zwischen einem Kit-Objektiv allein und einem Kit-Objektiv plus einer guten Festbrennweite.
Aber es geht nicht nur ums Geld. APS-C-Systeme sind rund 40 Prozent leichter, und – so Wiemels‘ pragmatisches Argument – die leichtere Kamera ist die, die man tatsächlich mitnimmt. Physikalisch profitieren kleinere Sensoren zudem von besserer Bildstabilisierung, weniger Rolling Shutter und kühleren Betriebstemperaturen bei langen Videoaufnahmen. Und der einstige Trumpf des Vollformats, die bessere Rauschperformance bei hohen ISO-Werten? Den haben KI-basierte Entrauschungstools größtenteils neutralisiert. Wer dann noch ein f/1.2-Objektiv wie das Viltrox 27mm f/1.2 oder 75mm f/1.2 auf den APS-C-Body schraubt, dürfte in der Praxis kaum noch einen Unterschied zum Vollformat sehen.
Bei Amateur Photographer argumentiert Gavin Stoker ähnlich, verweist aber zusätzlich auf Fujifilms 40,2-Megapixel-X-Trans-CMOS-5-HR-Sensor, der in Kameras wie der X-H2 und X-T5 steckt und eine Bildqualität liefert, die auch professionellen Ansprüchen genügt. Und wer tatsächlich mehr Sensorfläche braucht, findet bei Fujifilms GFX-Reihe Mittelformat zu Preisen, die früher für High-End-Vollformat fällig waren.
Natürlich hat die Sache einen Haken, den ein Kommentator bei Fstoppers treffend auf den Punkt bringt: „Eine Kamera ist nur so nützlich wie die Objektive, die es dafür gibt.“ Die APS-C-Objektivauswahl hinkt dem Vollformat-Angebot noch hinterher, selbst bei dedizierten Systemen wie Fujifilms X. Wer Vollformat-Glas auf APS-C montiert, hebelt die Kosten- und Größenvorteile schnell wieder aus. Aber der Trend ist klar: Die Lücke schließt sich, und zwar schneller, als viele erwartet hätten.
Was das alles bedeutet
Die Nachrichten dieser Woche erzählen im Grunde eine zusammenhängende Geschichte: Die Fotobranche sortiert sich gerade neu. Canon, einst Platzhirsch bei Kompaktkameras, sucht im neuen Markt noch seinen Platz. Fujifilm hat ihn gefunden – mit einer Mischung aus Datenanalyse und dem Mut, Kameras zu bauen, die vor allem eines sollen: Freude machen. Und die Debatte um Sensorgrößen verschiebt sich: Nicht mehr „Vollformat oder nichts“ lautet die Frage, sondern „Was brauche ich wirklich?“
Für Fotografen ist das eine gute Nachricht. Denn egal, ob man zur Fraktion „Spaß am Besitzen“ oder „Spaß am Benutzen“ gehört – die Auswahl war selten besser. Man muss sich nur trauen, nicht immer zum Größten und Teuersten zu greifen. Manchmal ist die beste Kamera die, die man tatsächlich in die Tasche steckt und mitnimmt. Und manchmal ist sie sogar die, die am meisten Spaß macht.
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(tho)
Künstliche Intelligenz
Kommentar KI – es wird nicht ohne gehen
Vielleicht geht es Ihnen ja wie mir und Sie rollen bloß noch genervt mit den Augen, wenn das Stichwort KI fällt. Zwar haben die Chatbots, also ChatGPT, Claude, Gemini & Co. mit künstlicher Intelligenz gar nicht so viel zu tun. Vielmehr sind sie sehr ausgefuchste Statistik im Hinblick auf Sprache, weshalb die Bezeichnung Large Language Model, kurz LLM, angemessener ist. Für diese Differenzierung allerdings hat man im Marketing keinen Nerv und auch keine Zeit. Also KI rauf und runter, den ganzen Tag: KI am Smartphone, KI bei der Arbeit, KI zu Hause und so weiter. Und viel zu oft mit missionarischem Eifer: Google etwa tischt einem mittlerweile regelmäßig ungebeten halbgare Antworten als erstes Ergebnis bei einer einfachen Suche auf. Kratzt man sich bei der Verwendung eines Computers mit Microsoft Windows am Kopf, offeriert Copilot gleich eine Liste der Dermatologen in der Gegend, zumindest gefühlt. Und wer derzeit Doomscrolling auf Instagram & Co. betreibt, wird mit Anzeigen für KI nur so bombardiert: Marketing und Vertrieb? Erledigt jetzt die KI. Partnersuche? KI. Buchhaltung? Sie ahnen es …
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Martin Gerhard Loschwitz ist freier Journalist und beackert regelmäßig Themen wie OpenStack, Kubernetes und Ceph.
Vielleicht ist es gerade die Penetranz der Präsentation, die vielerorts für totalen Verdruss im Hinblick auf das Thema KI sorgt. Aber auch das ist Teil der Wahrheit: Schon heute lassen sich LLMs durchaus sinnvoll und effizient einsetzen. Ich selbst habe um die gängigen KI-Modelle lange einen großen Bogen gemacht, bis mir eine – eher aus Jux – in Claude eingegebene Frage sehr eindrucksvoll bewiesen hat, wie gut sich manche Aufgaben des Alltags mit LLMs bereits heute erledigen lassen. Und wie viel effizienter.
Ignorieren hilft nicht, verbieten auch nicht
Passend dazu häufen sich dieser Tage die Meldungen, wonach deutsche Organisationen ihren Mitarbeitenden die Verwendung der großen LLMs untersagen oder sogar technisch verunmöglichen. Mit teils abenteuerlichen Begründungen: So sei etwa unklar, wem der geschaffene Code gehöre. Und natürlich darf das bisweilen merklich überstrapazierte Argument des Datenschutzes nicht fehlen, ganz so, als werde man quasi gezwungen, mit Gemini & Co. sensible Informationen zu teilen. Ein derartiges Vorgehen passt im stark innovationsaversen Deutschland freilich gut ins Bild – neue Dinge werden erst verboten und danach in Grund und Boden reguliert. Der Ansatz löst aber wie üblich keine Probleme, sondern schafft eher neue.
Denn Fakt ist: Gut trainierte LLMs lösen viele alltägliche Aufgaben besser und schneller, als ein Mensch es in derselben Situation jemals vermochte. Man kann hier einerseits rein monetär denken und auf den betriebswirtschaftlichen Aspekt abstellen. Dann ist kaum zu rechtfertigen, dass ein Entwickler wochenlang auch an einigermaßen einfachem Code sitzt, den Claude in ein paar Stunden zusammenbaut, und zwar in einer vergleichbaren Qualität. Ja, Vibe Coding kann ein Problem sein. In den Händen von guten Entwicklern mit echtem Domänenwissen allerdings werden Claude & Co. zu einem mächtigen Werkzeug. Weigert man sich auf Ebene von Firmen und Konzernen, Gebrauch davon zu machen, bindet man sich einen riesigen Wettbewerbsnachteil völlig notlos ans Bein, zusätzlich zu den Herausforderungen, mit denen die deutsche Wirtschaft ohnehin bereits konfrontiert ist.
Was im Übrigen durchaus Raum für Schabernack bietet – was käme wohl heraus, sperrte man in Konzernen die Bilanzoptimierer (pro-KI) der einen Unternehmensberatung mit den Rechtsbeiständen (anti-KI) der anderen Unternehmensberatung in einen Raum, um Vor- wie Nachteile der KI abschließend zu klären? Vermutlich ließen sich für solch ein Ereignis Eintrittskarten hervorragend vermarkten.
KI löst Probleme – schnell
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Man kann LLM aber auch vor einem anderen Hintergrund betrachten: In einer immer komplexeren Welt kann KI nämlich auch das Werkzeug sein, dessen Verwendung schlicht notwendig ist, um immer komplexere Lösungen für stetig komplizierter werdende Probleme zu finden. Ein tagesaktuelles Beispiel verdeutlicht das eindrucksvoll: Die Streitkräfte der Ukraine setzen im von Russland völkerrechtswidrig begonnenen Angriffskrieg gegen ihr Land seit Monaten auf per KI vernetzte Billig-Drohnen. So gelingt es nicht nur, mit Drohnen, deren Stückpreis kaum über 2000 US-Dollar liegt, Shahed-Drohnen abzufangen, die ein Dutzendfaches davon kosten – ein Return-on-Invest also, wie ihn selbst kühne BWLer sich kaum vorzustellen trauen. Sondern ganz praktisch kann jedes Geschoss aus Russland, das nicht in der Ukraine einschlägt, dort auch keine Menschen ermorden. Das Prinzip funktioniert so gut, dass vielerorts an der Front das Momentum im Augenblick klar bei der Ukraine liegt. Längst schielen europäische Verteidigungspolitiker und Militärs auf die in der Ukraine entwickelten Lösungen. Das ist eine echte Erfolgsgeschichte, die in dieser Form ohne KI schlicht nicht denkbar wäre.
Diskurs ist dringend nötig
Angesichts der Vorteile ist kaum davon auszugehen, dass LLMs absehbar wieder in der weltweiten Versenkung verschwinden. Begegnet man ihnen mit kategorischer Ablehnung, wie es in Europa und insbesondere in Deutschland derzeit gut zu beobachten ist, macht man es sich nicht nur selbst unmöglich, von den Vorteilen der Technologie zu profitieren. Sondern man unterbindet auch Diskurs zu einer Reihe von Fragen, mit denen wir uns als Gesellschaft besser gestern als heute beschäftigt hätten.
Absehbar ist etwa bereits heute, dass KI einen Kahlschlag im Hinblick auf Arbeitsplätze impliziert. Längst kursieren Tabellen, aus denen sich ablesen lässt, welche Berufsgruppen es vermutlich zuerst erwischen wird. Buchhalter beispielsweise stehen in diversen Studien ganz oben auf der Abschussliste. Und gerade Buchhalter sind an dieser Stelle ein hervorragendes Beispiel für den praktischen Nutzen von KI. Buche ich in Berlin ein Taxi per Free Now, muss ich den daraus resultierenden Beleg in der Buchhaltung auf drei Kategorien aufteilen. Den eigentlichen Fahrpreis (7% USt.), das Trinkgeld (0% USt.) sowie die Servicegebühr des Fahrtenvermittlers (19% USt.). Will ich in Lexware den Lieferanten richtig erfassen, muss ich diesen auch noch händisch korrigieren. Pro Beleg sind das 30 Sekunden, in denen ich ebenso gut etwas Sinnvolleres tun könnte. Könnte ich stattdessen den jeweiligen Beleg der KI vor die Füße werfen, sodass diese ihn korrekt aufgeteilt verbucht – worin läge der Mehrwert, stattdessen Handarbeit zu leisten?
Auch typische MINT-Jobs sind durch KI offensichtlich gefährdet. Und selbst altehrwürdigen Berufen wie den Rechtsanwälten dürfte es früher oder später an den Kragen gehen. Das alles birgt genug sozialen Sprengstoff. Erinnern Sie sich an die Debatten vor einigen Jahren, was man denn mit arbeitslosen Fernfahrern tun solle, wenn autonome LKW marktreif sind? Die KI-Diskussion ist im Kern dieselbe, allerdings auf Steroiden und mit viel größerer gesellschaftlicher Sprengkraft. Und Deutschland wird ebenso wenig wie Europa die Insel der vermeintlich Glücksseligen sein, die dem Sturm der Innovation dauerhaft trotzt. Wir müssen stattdessen schleunigst mit der gesellschaftlichen Debatte darüber beginnen, wie wir die sozialen Auswirkungen von KI abfedern und handhaben wollen, statt das Thema den jüngeren Generationen ungelöst zu vererben. „Nach mir die Sintflut“ funktioniert nicht. Und hoffen, dass der Megatrend KI wieder verschwindet, ebenso wenig.
Und obendrein muss Europa – mal wieder – die Frage beantworten, wie es sich in Sachen KI schlagkräftig positionieren will, um nicht – mal wieder – unter die Räder der Technologieriesen aus dem Silicon Valley zu geraten. Die Regierung Trump hat es neulich deutlich gemacht: Weil man die neuen Claude-Modelle Fable 5 und Mythos 5 für zu mächtig hielt, untersagte man kurzerhand ihren Export aus den USA. Anthropic musste die Modelle daraufhin global abschalten, weil selbst eigene Mitarbeitende ohne US-Pass von der Exportbeschränkung betroffen wären und man schlechterdings nicht feststellen kann, welcher Nutzer der Software US-Bürger ist oder nicht. Wenn Unternehmen hierzulande aus Mangel an europäischen Alternativen also ChatGPT & Co. einsetzen, ist das nicht weniger als ein weiterer Schritt in die völlige digitale Abhängigkeit. Und mithin das genaue Gegenteil zur richtigen und wichtigen digitalen Souveränität aus Sicht Europas.
Wie aber hältst du’s mit der KI?
KI ist keinesfalls das Allheilmittel, als das ihre Erfinder es gern anpreisen. Aber sie lässt sich gut und hilfreich einsetzen. Verbieten reicht deshalb schlicht nicht. Und je länger man hierzulande mit dem Fuß aufstampft und „ich will aber nicht“ postuliert, desto kürzer wird die Zeit, in der sich ein Modell für den sinnvollen Umgang mit dem Thema erdenken lässt. Die Uhr tickt längst. Für Europa. Und für Deutschland.
(fo)
Künstliche Intelligenz
Neuer S/W-Film, Drohnen-Jagd und Adobes KI-Offensive – News der Woche 25/2026
Analoger Film, ein Relikt vergangener Tage? Wer das glaubt, hat die Rechnung ohne die wachsende Community der Filmfotografen gemacht. Und ohne Light Lens Labs, die offenbar nicht nur Objektive im Leica-Stil bauen, sondern jetzt auch ins Filmgeschäft einsteigen. Das Hongkonger Unternehmen hat einen neuen Schwarzweißfilm angekündigt. Der soll einen ganz eigenen Charakter mitbringen – kein weiterer Tri-X-Klon also, sondern etwas mit eigenständiger Persönlichkeit.
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(Bild: heise )
Silberkörner mit Charakter
Zur Emulsion gibt es noch wenig Konkretes, aber Light Lens Labs verspricht eine besondere Kornstruktur und Tonalität, die sich von den üblichen Verdächtigen auf dem S/W-Markt abheben soll. Kodak und Ilford schrauben die Preise für ihre Klassiker regelmäßig nach oben – da ist jeder neue Mitspieler willkommen, vorausgesetzt, Verfügbarkeit und Preis stimmen. Denn das eigentliche Problem der analogen Fotografie ist längst nicht mehr, ob jemand noch Film kaufen will, sondern ob man ihn bekommt, ohne dafür einen Kleinkredit aufzunehmen. Wer sich an die bisherigen Produkte von Light Lens Labs erinnert, etwa die Nachbauten klassischer Leica-Objektive, der weiß: Die Firma hat ein Händchen für Nischenprodukte mit Enthusiasten-Appeal. Ob der neue Film dieses Versprechen einlöst, zeigt sich, wenn die ersten Rollen in der Entwicklerdose landen.
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FBI jagt Drohnenpiloten bei der Fußball-WM
Deutlich weniger entspannt als das Einlegen eines frischen Films dürfte die Stimmung bei manchen Drohnenpiloten in den USA sein. Zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat die FAA großflächige Flugverbotszonen rund um Stadien, Fan-Feste und Mannschaftsquartiere eingerichtet – und das FBI meint es ernst. Allein in Atlanta wurden 13 Drohnen beschlagnahmt, bevor der Ball überhaupt richtig rollte. Die Botschaft ist unmissverständlich: Wer seine Drohne in der Nähe eines WM-Spielorts steigen lässt, riskiert Strafen von bis zu 100.000 US-Dollar.
Man mag das für übertrieben halten. Doch die Sicherheitslage bei Großveranstaltungen ist nun einmal eine andere als beim Sonntagsflug über dem heimischen Acker. Für Fotografen und Videografen, die auf Luftaufnahmen spezialisiert sind, heißt das schlicht: Finger weg, es sei denn, man hat eine ausdrückliche Genehmigung. Und die dürfte ungefähr so leicht zu bekommen sein wie ein Stammplatz in der Nationalmannschaft. Übrigens gilt die Regelung nicht nur während der Spiele, sondern auch bei den offiziellen Events drumherum. Wer also gehofft hatte, wenigstens die Fan-Meile von oben zu filmen – Pech gehabt.
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Adobe macht Lightroom zum Videogenerator
Während das FBI Drohnen vom Himmel holt, hebt Adobe seine Creative Cloud auf ein neues Level. Oder versucht es zumindest. Das Unternehmen hat eine ganze Reihe von KI-Funktionen für Lightroom und Photoshop angekündigt, die den Nutzern mehr Kontrolle über die generativen Werkzeuge verschaffen sollen. Der eigentliche Knaller: Lightroom kann jetzt aus Fotos Videos generieren. Ja, richtig gelesen. Ausgerechnet die Bildverwaltung, in der man bisher Regler schubste und Weißabgleiche korrigierte, wird zum Bewegtbild-Werkzeug.
Allerdings – und das ist das berühmte Kleingedruckte – ist diese Funktion die erste innerhalb von Lightroom, die sogenannte Generative Credits verbraucht. Also jene Währung, die Adobe seinen Abonnenten je nach Tarif in unterschiedlicher Menge zuteilt. Wer viel generiert, zahlt mehr. Das Modell kennt man bereits von der Web-App Firefly, jetzt zieht es auch in die Desktop-Anwendung ein. Ob das die Fotografen begeistert, die Lightroom vor allem als schnelles Werkzeug für den Bearbeitungsalltag schätzen? Eher nicht. Denn beim Sortieren von 2000 Hochzeitsfotos will man eigentlich nicht auch noch Credits im Blick behalten.
Spannender für den Arbeitsalltag dürften die verbesserten KI-gestützten Auswahl- und Maskierungswerkzeuge sein. Hier verspricht Adobe, dass Nutzer feiner eingreifen können, statt der KI blind vertrauen zu müssen. Klingt nach einem vernünftigen Ansatz: KI als Assistent, nicht als Autopilot. Ob Adobe diese Balance in der Praxis hält, zeigen die kommenden Updates.
Analoges Comeback, digitale Kontrolle
Die Woche führt einmal mehr vor Augen, wie weit das Spektrum der Fotografie reicht. Auf der einen Seite ein neuer Schwarzweißfilm, der an die handwerklichen Wurzeln des Mediums erinnert. Auf der anderen KI-generierte Videos aus einer Software, die einmal als digitale Dunkelkammer begann. Und dazwischen ein FBI, das Drohnen einsammelt.
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(tho)
Künstliche Intelligenz
iX-Workshop: Claude Code in der Praxis – effizienter entwickeln mit KI-Agenten
Künstliche Intelligenz schreibt längst nicht mehr nur einzelne Codezeilen – sie übernimmt zunehmend ganze Entwicklungsaufgaben. Mit den richtigen Prompting-Strategien, gezielter Kontextverwaltung und Tool-Integrationen steigert Claude Code als agentisches Werkzeug die Effizienz von Entwicklungsprojekten.
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Im Workshop Hands-on Claude Code: effizienter entwickeln mit KI-Agenten erhalten Sie einen Überblick über agentische Softwareentwicklung, trainieren die zentralen Kommandos in Claude Code und machen sich mit der Sitzungsverwaltung vertraut, um den bisherigen Verlauf als Kontext zu speichern und weiterzuverwenden.
Darüber hinaus üben Sie, wie Sie die KI-Agenten um eigene Kontexte erweitern und eigene Regeln für Architektur, Workflows und Coding-Standards festlegen. Ebenfalls lernen Sie den Umgang mit Skills, um das Wissen von Claude Code zu erweitern und eigene Aufgaben wiederholbar erledigen zu lassen.
Praxisnah lernen: Claude Code im Live-Einsatz
Weiterhin lernen Sie Strategien kennen, um mit Prompts schnell und effektiv die gewünschten Ergebnisse zu erzielen, und erfahren, wie Sie mittels Subagenten und der Worktree-Integration Aufgaben parallelisieren und MCP-Server gezielt einbinden. Im gesamten Workshop arbeiten Sie durchgängig an einem TypeScript-Projekt, an dem Sie Schritt für Schritt die Funktionen von Claude Code kennenlernen und praktisch anwenden können. So erlangen Sie wertvolle Praxiserfahrungen, die Sie direkt in Ihrem Unternehmen anwenden können.
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August 31.08.2026 |
Online-Workshop, 09:00 – 17:00 Uhr 10 % Frühbucher-Rabatt bis zum 03. Aug. 2026 |
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Dezember 02.12.2026 |
Online-Workshop, 09:00 – 17:00 Uhr 10 % Frühbucher-Rabatt bis zum 04. Nov. 2026 |
Von Erfahrungen aus der Praxis lernen
Sie profitieren von der direkten Anleitung durch Ihren Trainer Rainer Stropek. Als Experte für Softwareentwicklung, Softwarearchitektur und Cloud Computing bringt er langjährige Erfahrung aus der Entwicklung realer Anwendungen mit. Gemeinsam mit seinem Team hat er unter anderem die SaaS-Zeiterfassung „time cockpit“ entwickelt und setzt sich intensiv mit dem produktiven Einsatz moderner Entwicklungstools auseinander. Im Workshop zeigt er, wie sich KI-Assistenten sinnvoll in bestehende Entwicklungsprozesse integrieren lassen und wo ihre Stärken und Grenzen in der Praxis liegen.
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Für wen ist dieser Workshop geeignet?
Dieser praxisnahe Workshop ist auf erfahrene Softwareentwickler zugeschnitten, die bereits erste Kenntnisse im Umgang mit der KI-gestützen Entwicklung gemacht haben und ihre Workflows mit KI-Agenten automatisieren möchten.

(ilk)
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