Künstliche Intelligenz
Chip-Lithografie: Huawei will Moore’s Law ablösen
Huawei bringt eine alternative Bewertungsmethode zur Skalierung von Siliziumchips ins Spiel: Anders als bisher die ständig feiner werdende Fertigungsdichte könne man die Signallaufzeiten innerhalb der Chips als Maßstab nehmen, schlug die Chefin von Huaweis Halbleitersparte HiSilicon, He Tingbo, am Wochenende auf dem International Symposium on Circuits and Systems (ISCAS) in Shanghai vor.
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Das von Huawei vorgeschlagene „Tau Scaling Law“ könne das jahrzehntealte „Moore’s Law“ ablösen. Letzteres besagt, dass sich die Chipkomplexität etwa alle zwei Jahre verdoppelt, primär durch immer feinere Fertigungsprozesse mit mehr Transistoren pro Quadratmillimeter Chipfläche. Beim Tau Scaling Law sollen verkürzte Signallaufzeiten das primäre Merkmal sein, anhand dessen die Leistung von Prozessoren, KI-Beschleunigern und anderen Chips zu gemessen wird.
Darauf aufbauend kündigte He das Herstellungsprinzip „LogicFolding“ an: gestapelte Logikchips. Gestapelt können Signale horizontal und vertikal fließen, was die Wege verkürzt. Reduzierte Widerstände in den einzelnen Ebenen sollen weiter helfen. Datenbewegungen kosten viel Energie; durch diesen Ansatz sinkt daher die elektrische Leistungsaufnahme. Zudem begünstigt er die Taktfrequenzen.
Die Versprechen sind groß: Bis 2031 will Huawei mit seinen Partnern zu den weltweit fortgeschrittensten Chipauftragsfertigern aufschließen. Konkret nennt Tingbo eine Transistordichte äquivalent zu 1,4-Nanometer-Prozessen wie Intels 14A und TSMCs A14, die ab 2028 serienreif sein sollen.
Chinas Fertigungstechnik hinkt hinterher
Huawei gibt mit diesem Fokus allerdings auch zu, die Konkurrenz in der klassischen Chip-Lithografie absehbar nicht einholen zu können. Das überrascht nicht, denn der niederländische Weltmarktführer für Systeme zur Chipbelichtung, ASML, darf seine modernsten Geräte nicht nach China verkaufen.
Mit älteren Systemen sitzen Huawei und Partner wie der chinesische Chipauftragsfertiger SMIC aktuell in der 7-Nanometer-Generation fest. Weitere Verbesserungen sind zwar möglich, reduzieren aber die Wirtschaftlichkeit. Die Firmen sind maßgeblich auf Mehrfachbelichtungen angewiesen, um die notwendigen Strukturen erreichen zu können. Jede zusätzliche Belichtung erhöht jedoch das Defektrisiko. Schon heute rentiert sich die Chipproduktion für SMIC & Co. nur über Subventionen.
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Auch TSMC & Co. stapeln
Auch mit gestapelten Chips dürfte Huawei die Konkurrenz kaum einholen können. Denn: Auch TSMC, Intel und Samsung wollen absehbar Logikchips stapeln. Mit Speicher geschieht das schon längst, etwa bei AMDs X3D-Prozessoren mit Extra-Cache. Ab 2028 will Nvidia mit TSMC GPUs stapeln.
Schon die heutige Bauweise mit mehreren Chiplets nebeneinander auf einem gemeinsamen Träger ist eine Folge der verlangsamenden Fortschritte in der Chipfertigung. So können Hersteller größere Chipkonstrukte bauen und einzelne Teile besser optimieren. Dieses Vorgehen ist auch bei Client-Prozessoren seit Jahren üblich. Intels Core Ultra 300 (Panther Lake) etwa besteht aus drei Logikchiplets.

Intels Panther Lake ist ein Beispiel für ein aufgeteilten Prozessor. CPU-Kerne, GPU und I/O-Schnittstellen befinden sich in unterschiedlichen Chiplets. Zwei Chiplets an den Ecken sind unbelichtet und dienen nur zur Stabilisierung.
(Bild: Christian Hirsch / heise medien)
Ein Unterschied liegt im Anwendungsfeld: Huawei will zeitnah selbst Prozessoren in Smartphones stapeln. Schon in diesem Herbst soll ein solcher Kirin-Prozessor für Mobilgeräte erscheinen. Konkurrenten außerhalb von China sehen so ein Vorgehen erst mal nur bei Server-Hardware vor, da Stapeltechnik teuer und komplex ist. Die Kühlung etwa stellt ein Hindernis dar, das in kompakten Geräten wie Smartphones besonders schwer zu lösen ist.
Huawei muss derweil auch beim Stapeln Nachteile ausbügeln: ASML-Systeme können die Silizium-Wafer, auf denen die Chips belichtet werden, auf unter einen Nanometer genau ausrichten. Anders als bei den fiktiven Prozessnamen entspricht das einem echten Wert. Die Systeme weisen also eine Ausrichtungsgenauigkeit von wenigen Atomen auf. Chinesische Anbieter hinken hier hinterher.
(mma)
Künstliche Intelligenz
Mittwoch: Starlink-Verteuerung für Drohnen, Spotify liest aus Zeitschriften vor
25.000 US-Dollar für einige Minuten Starlink-Anbindung kassiert SpaceX neuerdings vom US-Militär. Es hat keine Alternative für die Steuerung von Drohnen im Kampfgebiet. Doch die Versorgung der iranischen Bevölkerung mit Mobilfunk per Starlink war der US-Regierung zu teuer. Nicht teurer wird Spotify, obwohl der Streamingdienst neben Büchern nun auch Zeitschriftenartikel vorliest. Über 650 englischsprachige Beiträge bekannter Magazine gehören jetzt zur Hörbuch-Bibliothek. Damit sollen Nutzer an das Hören längerer Texte gewöhnt werden, um sie langfristig für Hörbücher zu gewinnen. Derweil sperren immer mehr Nachrichtenseiten die Wayback Machine aus – nicht nur in den USA. Denn sie befürchten, dass der bekannte Archivdienst fürs KI-Training benutzt wird. Eine Studie zeigt, dass die Zahl der Blockierer zuletzt rasant gewachsen ist – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Kamikazedrohnen des US-Militärs fliegen für ein paar Minuten oder höchstens Stunden, bevor sie mit einer tödlichen Explosion in ihr Ziel auf dem Boden krachen. Für die zur Steuerung notwendige Starlink-Anbindung hat das US-Militär bislang 5000 US-Dollar bezahlt, pro Flugdrohne. Während des Angriffs auf den Iran konnte Starlink-Betreiber SpaceX seine Marktmacht ausspielen und den Preis auf fast 25.000 US-Dollar verfünffachen, wie jetzt unter Berufung auf Dokumente des US-Verteidigungsministeriums und zwei namentlich nicht genannte Eingeweihte berichtet wird. Der Preis von knapp 25.000 Dollar ist demnach der monatliche Tarif für Starlink-Terminals in Flugzeugen. SpaceX setzt ihn jetzt auch für Kamikazedrohnen durch: Neuer Starlink-Tarif von 25.000 Dollar für US-Kamikazedrohnen.
Keine Preiserhöhung gibt es bei Spotify, obwohl der Streamingdienst sein Angebot erweitert hat. Denn Spotify hat etliche Zeitschriftenartikel in die eigene Hörbuch-Bibliothek aufgenommen. Nutzer können sich jetzt aus bekannten Magazinen wie Rolling Stone, The Atlantic, Vogue, Variety, Billboard, GQ, Wired und Vanity Fair vorlesen lassen. Zu Beginn stehen mehr als 650 englischsprachige Artikel zur Auswahl. Das ist allerdings nicht weltweit verfügbar, sondern auf Regionen beschränkt, in denen auch Hörbücher angeboten werden. Das Vorlesen der Zeitschriftenartikel ist im Premium-Abo enthalten. Gratis-Nutzer können einzelne Beiträge zudem für 1,99 US-Dollar erwerben. Es gibt sowohl menschliche als auch digitale Vorleser: Spotify erweitert Hörangebot um das Vorlesen längerer Artikel aus Zeitschriften.
Im Kampf gegen die nicht genehmigte Nutzung von Inhalten für das Training von KI-Modellen gerät das Internet Archive immer mehr zwischen die Fronten, und die Wayback Machine droht zum Kollateralschaden zu werden. Das legt eine Analyse des Nieman Journalism Lab an der Harvard University nahe, laut der immer mehr Nachrichtenseiten Crawler der Archivseite aussperren. Demnach schränken inzwischen mehr als 340 lokale Nachrichtenseiten „den Zugriff des Internet Archive auf ihre Artikel sowie deren Archivierung“ ein, aber auch überregionale und internationale Medien wie die New York Times beteiligen sich demnach. Europäische Medien finden sich ebenfalls auf der Liste, derzeit aber noch keine aus Deutschland: Im Kampf dem KI-Training sperren immer mehr Nachrichtenseiten Wayback Machine aus.
Lange hat BMW die Einführung von Elektroautos auf Basis der Neuen Klasse medial vorbereitet. Die ungenierte Nutzung eines so bedeutsamen Begriffs aus der eigenen Firmen-Historie sollte verdeutlichen, wie groß der Schritt ist, den BMW hier vollzieht. Die Marke wollte ein Statement setzen, und liefert das durchaus auch. Im Test zeigte der BMW iX3 zahlreiche Stärken und nur wenige Schwächen, was für die Bayern an zwei Stellen zu einem Problem wird, etwa bei der Differenzierung der angebotenen Modelle iX3 40 und 50, wobei das Basismodell schon einen Einstiegspreis von 63.400 Euro trägt. Letztendlich zeigt sich, dass der iX3 zwar ein kostspieliges Elektroauto ist, aber auch eines der besten, die es momentan zu kaufen gibt: E-SUV BMW iX3 im Test – mehr Reichweite als ich.
In gänzlich anderen Preissphären bewegt sich Ferraris erstes batterieelektrisches Modell. Das Elektroauto namens „Luce“ ist für Ferrari nicht einfach ein weiteres Angebot, es ist natürlich auch ein Wagnis angesichts der Tifosi, die sich schon immer und ganz mehrheitlich über die vielzylindrigen Verbrenner begeisterten – mehr als viele Anwohner selbstredend. Doch statt einfach einen elektrischen Ferrari Purosangue zu kreieren, würde dem Selbstverständnis der Marke aus Maranello widersprechen. Der Ferrari Luce ist ein geräumiger, 772 kW leistender GT-Crossover, bei dessen Design Ferrari Unterstützung von Apple-Designern gesucht hat. Das wird vor allem im aufgeräumten und schlichten Interieur mit abgerundeten Kanten sichtbar: Luxus-Elektroauto Ferrari Luce für über 500.000 Euro.

Ferrari
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(fds)
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Spotify erweitert Hörangebot um das Vorlesen längerer Artikel aus Zeitschriften
Der Streamingdienst Spotify hat etliche Zeitschriftenartikel in die eigene Hörbuch-Bibliothek aufgenommen. Nutzer können sich jetzt aus bekannten Magazinen wie Rolling Stone, The Atlantic, Vogue, Variety, Billboard, GQ, Wired und Vanity Fair vorlesen lassen. Zu Beginn stehen mehr als 650 englischsprachige Artikel zur Auswahl. Das ist allerdings nicht weltweit verfügbar, sondern auf Regionen beschränkt, in denen auch Hörbücher angeboten werden.
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Damit erweitert der Streamingdienst sein Angebot weiter, nachdem Spotify kürzlich erst KI-generierte Remixe und Podcasts angekündigt hatte. Das erlaubt Nutzern, eigene Coverversionen und Remixe von Liedern teilnehmender Musiker zu erstellen, allerdings nur als kostenpflichtiges Add-on zusätzlich zum Premium-Abonnement. Das Vorlesen der Zeitschriftenartikel ist dagegen im Premium-Abo enthalten. Gratis-Nutzer können einzelne Beiträge laut Spotify zudem für 1,99 US-Dollar erwerben. Das soll dem üblichen Preis für den lesenden Zugriff auf diese längeren Artikel entsprechen.
Sowohl menschliche als auch digitale Vorleser
Künstliche Intelligenz (KI) kommt aber auch beim Vorlesen der Zeitschriftenartikel zum Einsatz, wenn auch nicht bei allen. Der Streamingdienst „wird eine Mischung aus menschlicher und digitaler Sprachnarration verwenden“, erklärte Spotify-Sprecherin Rosalind Jeffcoat gegenüber The Verge. „Der Teil der Artikel, der digitale Sprachnarration verwendet, wird für die Nutzer deutlich gekennzeichnet sein.“ Damit will Spotify auch kürzere Beiträge anbieten können, die andernfalls möglicherweise nicht als Hörfassung produziert worden wären.
Für Spotify stellt dies eine Möglichkeit dar, Nutzer an das Hören längerer Texte zu gewöhnen, um sie langfristig für Hörbücher zu gewinnen. „Indem wir kurzformatige Inhalte in den Mix integrieren, holen wir unser Publikum dort ab, wo es sich befindet“, erklärt Colleen Prendergast von Spotify. „So fördern wir gesunde Hörgewohnheiten und steigern langfristig das Engagement für Bücher.“ Für die Verlage und Zeitschriften ist es ein weiterer Kanal zur Verbreitung der eigenen Artikel.
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Unklar ist bislang jedoch, wie Medienverlage und Magazinpartner an den Spotify-Umsätzen der Artikel beteiligt werden und ob das Angebot in Zukunft auch deutschsprachige Beiträge enthalten wird.
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(fds)
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Mistral und Harvey AI: Den Rechtssektor im Visier
Die Modelle des französischen KI-Unternehmens Mistral werden künftig über die Software-Plattform des US-Start-ups Harvey AI nutzbar sein. Das gab die Legal-AI-Plattform in einer Pressemitteilung bekannt. Zunächst werden die Mistral-Modelle Kunden in der Europäischen Union im Rahmen eines Early Access zur Verfügung gestellt. Ein breiterer Rollout soll in den kommenden Monaten erfolgen.
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Das in San Francisco ansässige Unternehmen Harvey AI wurde 2022 gegründet. Sein Hauptprodukt, die Software Harvey, bietet speziell für die Rechtsbranche zugeschnittene LLMs an. Durch die Partnerschaft erhält Mistral Zugang zu mehr als 1500 Kunden in 60 Ländern, die Harvey bereits in ihre Geschäftsprozesse integriert haben.
KI für sensible Angelegenheiten
Die Partnerschaft der beiden Unternehmen ist nicht neu. Bereits im Mai 2024 kündigte Harvey AI die Zusammenarbeit mit Mistral in einer Pressemitteilung an. Damals betonte das Unternehmen Mistrals Engagement für Transparenz, Effizienz und Anpassungsmöglichkeiten. Der Einsatz von generativer KI in stark regulierten Branchen erfordere ein Höchstmaß an Sicherheit und Transparenz, schrieb das Unternehmen auf seiner Website.
Als klassischerweise textlastige Domäne bietet das Rechtswesen großes Potenzial für die Nutzung von KI. LLMs können Kanzleien und Institutionen der Justiz zum Beispiel dabei helfen, hunderte Seiten umfassende Prozessdokumente zu durchsuchen.
Eine lukrative Branche
Anwaltskanzleien setzen KI-Tools aber auch aus ökonomischen Gründen ein: Die Automatisierung von Aufgaben mittels KI verschafft Anwälten zusätzliche Zeit. So können sie mehr Fälle übernehmen.
Das Geschäftsfeld der Rechtsbranche ist bei den großen KI-Herstellern deshalb durchaus umkämpft. Erst kürzlich hatte Anthropic mehrere Plug-ins in seinen kostenpflichtigen KI-Agenten Claude Cowork integriert, die auf juristische Aufgaben spezialisiert sein sollen.
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Schattenseiten für die Justiz
Dass künstliche Intelligenz vermehrt in der Rechtsbranche genutzt wird, hat derweil auch erhebliche Schattenseiten. Denn häufig wird generative KI eben nicht nur für die reine Dokumentanalyse genutzt. So haben Gerichte weltweit vermehrt mit Schriftsätzen zu kämpfen, die KI-Halluzinationen enthalten. Die KI-Tools zitieren dabei nicht existierende Gerichtsurteile, verfälschen Aussagen oder geben Urteile falsch wieder.
Laut einer Online-Datenbank des Rechtswissenschaftlers Damien Charlotin von der Wirtschaftshochschule HEC Paris gab es Stand Ende Mai 2026 bereits knapp 1500 dokumentierte Gerichtsverfahren, in denen Personen wegen des Vorbringens von Dokumenten mit KI-Fehlern sanktioniert wurden. Charlotin zufolge habe die Menge der betroffenen Gerichtsverfahren seit vergangenem Jahr erheblich zugenommen. Auch in Deutschland gab es bereits erste Fälle. Anfang Mai rügte ein Berliner Kammergericht Anwälte wegen KI-Halluzinationen.
Einige Gerichte in den USA haben bereits Kennzeichnungspflichten für mit KI bearbeitete Dokumente eingeführt. Experten betrachten diese aber als wenig praktikabel und zielführend. Da KI mittlerweile im standardmäßigen Funktionsumfang von Kanzleisoftware integriert ist, wäre nahezu jedes Dokument kennzeichnungspflichtig.
(rah)
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