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Die größte Lüge der Startup-Szene: Nicht die Idee entscheidet über Erfolg
Startups scheitern nicht aufgrund der falschen Idee oder eines schwierigen Marktes, sondern wegen des falschen Gründerteams. Das zumindest meint Eva de Mol. Sie ist Professorin für Entrepreneurship an der Erasmus University Rotterdam und Partnerin bei CapitalT, einem der führenden niederländischen VC-Fonds mit Schwerpunkt auf Climate Tech und Future of Work. Außerdem ist de Mol Autorin des Buches „Deal with it“, in dem sie Einblicke in die Regeln, Netzwerke und Machtstrukturen der Startup- und VC-Welt gibt. Als Forscherin hat sie Tausende Daten zu Startup-Erfolgen und -Scheitern analysiert. Gründerszene verrät sie drei Tipps, wie man die richtigen Co-Founder findet. Ihr Prinzip dabei: „Teamdynamik kann wichtiger sein als Humankapital.“
Tipp 1: Teamdynamik vor Humankapital
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Bevor du unterschreibst: Warum dich dieses KI-Startup vor dem Job warnt
Hohe Arbeitsbelastung, lange Tage: Der Vertriebsleiter des KI-Startups ElevenLabs warnt Bewerber, bevor sie ihren Arbeitsvertrag unterschreiben. Was er damit bezwecken will.
„Macht euch darauf gefasst, hart zu arbeiten!“. So warnt ein Vertriebsleiter des KI-Startups ElevenLabs Bewerber, bevor sie ihren Arbeitsvertrag unterschreiben.
In einer am Samstag veröffentlichten Folge des „20VC“-Podcasts verrät Carles Reina, einer der ersten Go-to-Market-Mitarbeiter des KI-Startups ElevenLabs, dass er Bewerber filtere, indem er sie vor der Härte des Jobs warne.
Unzählige Stunden Arbeit und hohe Erwartungen
„Wenn ich ein Jobangebot mache, sage ich jedem Einzelnen, dass ElevenLabs extrem anspruchsvoll sein wird“, so Reina. „Es ist schwer bei uns zu arbeiten, weil wir extrem hohe Erwartungen haben.“ Er sagte im Podcast, dass sich Mitarbeiter darauf einstellen müssen, „unzählige Stunden“ zu arbeiten und er „volles Engagement“ erwarte.
Während diese Warnung einige Bewerber abschreckt, würde es außerdem dazu führen, dass weniger Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.
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„Wenn du deine Quote nicht erreichst, fliegst du raus“
In einem weiteren Interview sprach Reina über die Umsatzquoten, die seine Mitarbeiter erreichen müssen: „Wenn ich dir also 100.000 Dollar im Jahr zahle, beträgt deine Quote 2 Millionen Dollar. Das ist alles. Wenn du deine Quote nicht erreichst, fliegst du raus, richtig?“, sagte Reina. „Und in dieser Hinsicht sind wir gnadenlos.“
Noch im Februar 2026 gab ElevenLabs bekannt, dass es in einer Serie-D-Finanzierungsrunde 500 Millionen Dollar (rund 422 Millionen Euro) eingesammelt hat – damit liegt die Bewertung bei 11 Milliarden Dollar (umgerechnet 6 Milliarden Euro).
Keine „Verwässerung der Unternehmenskultur“ erwünscht
Das in London gegründete Startup beschäftigte laut dem Investor Andreessen Horowitz im November 2025 knapp 350 Mitarbeiter. Reinas Team verdoppelte seine Mitarbeiterzahl fast, indem er allein in diesem Jahr 120 weitere Vertriebsmitarbeiter einstellte, sagt er.
Der Vertriebsleiter will vermeiden, dass die Einstellung all dieser Mitarbeiter die Unternehmenskultur verwässert: „Wenn man die Erwartungen nicht von vornherein klar kommuniziert, führt das meiner Meinung nach zu einer Verwässerung, da die Leute unterschiedliche Erwartungen mitbringen und sich im Grunde genommen auf eine bestimmte Art und Weise verhalten, die nicht der ist, die man sich gewünscht hat.“
Suche nach Top-Talenten
In einem weiteren Podcast-Auftritt im Januar sagte Max Junestrand, CEO des schwedischen Legal-Tech-Startups Legora, dass er jedem Kandidaten eine Frage stelle, um einzuschätzen, ob er der Herausforderung gewachsen sei. „Ich führe immer noch mit jedem ein Vorstellungsgespräch, daher stelle ich ziemlich direkte Fragen wie: ‚Warum einen schwierigen Job annehmen? Du könntest auch woanders arbeiten.“
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„Ich versuche, Missionare zu gewinnen, keine Söldner“, sagte Junestrand ebenfalls und bezog sich dabei auf eine Analogie, die der Kleiner-Perkins-Venture-Kapitalgeber John Doerr vor Jahren geprägt hatte. „Und ich denke, das ist uns gelungen.“
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Diese Chefposten könnte KI bald ersetzen

Udo Schloemer will mit der Factory 800 Startups aufbauen. Im Interview erzählt er, wieso er auf KI setzt und stellt die Rolle von CEOs infrage.
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Was deutsche Unternehmen falsch machen
„Europe plays not to lose“: Mawave-CEO Jason Modemann war in Singapur. Warum er nun das Mindset deutscher Unternehmer kritisiert.
In Unternehmen in Asien geht es um Wachstum, Tempo und Ambition. In Europa oft nur noch darum, den Status Quo beizubehalten. Jason Modemann, CEO und Gründer der Agentur Mawave, über einen Satz in Singapur, der ihn und sein Team besonders geprägt hat.
Diese Woche hat mich Meta nach Singapur ins Office eingeladen. Dort habe ich mit verschiedenen Unternehmen, Gründern und Entscheidern gesprochen. Aus den Gesprächen hat sich vor allem eine Zahl bei mir eingebrannt: Während die Wachstumsprognose in Südasien bei rund sechs Prozent plus liegt, sind es in Deutschland lediglich null bis maximal ein Prozent. Ein enormer Unterschied!
„Europe plays not to lose“
Natürlich hat mich interessiert, woran das liegen könnte. Daher habe ich den CEO einer größeren Marke nach seiner Einschätzung gefragt. Und er hat einen Satz gesagt, der mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht: „We play to win. Europe plays not to lose.“
Ich glaube, in dieser Aussage steckt ziemlich viel drin. Denn wenn man sich das Mindset im Vergleich anschaut, fällt ein Unterschied sofort auf: In Asien geht es darum, nach vorne zu kommen, schneller zu wachsen, größer zu werden, Dinge aufzubauen. In Europa geht es oft darum, das zu halten, was da ist: Wir wollen Marktanteile sichern, Risiken minimieren, bloß nichts verlieren.
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Das Problem: Aus dieser Haltung entsteht selten etwas wirklich Großes. Wann kam zuletzt ein Produkt aus Deutschland, das international wirklich relevant wurde? Wann haben wir zuletzt etwas gebaut, das global Maßstäbe setzt?
Ich sehe das auch ganz konkret in unserer Branche: In der Agenturwelt läuft in Europa extrem viel über London – ein Markt, der nicht mal mehr Teil der EU ist. Wir schaffen es nicht, vergleichbare Hubs in Deutschland oder Europa aufzubauen.
Aus der Komfortzone raus
Ich glaube, da fehlt den deutschen Unternehmen gerade ein Stück Hunger. Oder der Mut, sich aus der Komfortzone herauszubewegen und auf Wachstum, Innovation und neue Märkte zu setzen.
Für mich war das ein ziemlicher Reality Check. Deshalb versuche ich, das asiatische Mindset auch in unserer Company zu verankern – bei dem Team das schon da ist, genauso wie bei neuen Einstellungen.
Ehrgeiz nach mehr
Ich will keine Leute, die einfach nur eine Rolle ausfüllen, die den Job genau so machen wie ihr Vorgänger und versuchen, nichts falsch zu machen. Ich will Leute, die Dinge voranbringen und die Lust haben, etwas zu verändern. Ein Team, das hungrig nach mehr ist und nicht nur darauf achtet, nichts zu verlieren – sondern darauf, etwas zu gewinnen.
Am Ende ist es wahrscheinlich genau diese Frage, die sich alle Unternehmer stellen sollten: Spielst du, um nicht zu verlieren? Oder spielst du, um zu gewinnen?
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Jason Modemann ist Gründer und Geschäftsführer von der Social Media Agentur Mawave Marketing. Mit 27 Jahren führt er rund 150 Mitarbeiter. Zu Mawaves Kunden zählen unter anderem Red Bull, Nike und Lidl. Zudem ist er Autor des Buches „Always hungry, never greedy.“
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