Künstliche Intelligenz
eBay-Übernahme durch GameStop: Neue Zweifel an der geplanten Finanzierung
Die Finanzierung der angestrebten Übernahme von eBay durch GameStop ist noch unsicherer als bislang bekannt, weil der Videospielhändler die von einer Bank zugesagten 20 Milliarden US-Dollar nur unter äußerst unwahrscheinlichen Bedingungen bekommt. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf eingeweihte Personen. Das Geld gibt es demnach nur, wenn die Schulden des fusionierten Unternehmens ein Kredit-Rating erhalten, das bei Firmen mit einem vergleichbaren Schuldenstand nahezu ausgeschlossen ist. Damit könnte GameStop etwa die Hälfte der für den Kauf nötigen Summe fehlen.
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Pläne für Finanzierung immer unklarer
Dass GameStop eBay für 56 Milliarden US-Dollar übernehmen will, hat der US-Videospielhändler am Wochenende publik gemacht. Dabei war der bekannte Online-Marktplatz vor der Bekanntmachung rund 46 Milliarden US-Dollar wert, GameStop lediglich 12 Milliarden. Laut GameStop stehen für die Übernahme Barreserven in Höhe von 9,4 Milliarden US-Dollar bereit. Auch auf eine Finanzierungszusage über 20 Milliarden US-Dollar von der Bank TD Securities hat sich das Unternehmen berufen. Genau daran werden jetzt aber Zweifel laut. Cohen hat vorher schon nicht erklären wollen oder können, wie sein Unternehmen die bislang fehlenden 16 Milliarden US-Dollar auftreiben will.
Cohen hat 2023 den Chefposten bei GameStop übernommen, vorher hatte er das Management des Videospielhändlers als zu langsam kritisiert und seine Beteiligung kontinuierlich ausgebaut. GameStop war Anfang 2021 in die Schlagzeilen gerückt, als der Aktienkurs, angetrieben von im Internet organisierten Privatanlegern, eine atemberaubende Rallye hingelegt hat. Das bescherte Hedgefonds, die auf einen Kursverfall gewettet hatten, enorme Verluste. Unter Cohens Führung hat GameStop unter anderem alle Filialen in Deutschland geschlossen und sich primär auf das Geschäft mit Sammelkarten und Retro-Konsolenspielen konzentriert.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Valve: Steam Controller darf nur noch mit sauberem Steam-Account gekauft werden
Mit einer Warteliste will Valve künftige Chargen des Steam Controllers fairer verteilen. Das PC-Gamepad war unmittelbar zum Release so begehrt, dass die Server von Valve unter der Nachfrage zusammenbrachen. Seitdem ist der Steam Controller ausverkauft.
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Einige Geräte landeten dabei nicht direkt in den Händen von ehrlichen Interessenten, sondern bei Scalpern: Auf Kleinanzeigen und anderen Plattformen waren schnell Angebote zu deutlich erhöhten Preisen zu finden. Ein neues Reservierungssystem soll dagegen helfen: In die Warteliste eintragen darf sich nur, wer einen sauberen Steam-Account hat, der „nicht negativ aufgefallen“ ist. Zudem sind Bestellungen auf ein Gerät pro Account beschränkt. Wer bereits vor Einführung des Reservierungssystems einen Steam Controller ergattert hat, bekommt vorerst keine Möglichkeit, einen weiteren zu bestellen.
Scalper als allgegenwärtiges Problem
Scalper kaufen begehrte Gegenstände zum marktüblichen Preis allein in der Absicht, sie gewinnbringend weiterzuverkaufen. Sie nutzen dafür oft Bots, um sich Waren zu sichern. Wegen Speicherkrisen, Chipmangel, Lieferkettenproblemen und generell hoher Nachfrage wurden sie in den vergangenen Jahren bei vielen Hardware-Releases zur allgegenwärtigen Erscheinung. Aber auch abseits von Grafikkarten und Konsolen treiben Scalper Preise nach oben – etwa bei Event-Tickets.
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Unmittelbar nach dem Marktstart des Steam Controllers waren in Deutschland auf Kleinanzeigen.de mehrere Nutzer zu sehen, die vorbestellte Steam Controller anbieten. Die aufgerufenen Preise reichten dabei von 150 bis 380 Euro – obwohl die Geräte bei Valve nur 100 Euro kosten. Viele der Nutzer gaben dabei an, mehrere Controller auf einmal gekauft zu haben. Das ist mit Valves neuem System nicht mehr möglich.
Account muss älter sein
Damit sich Scalper nicht einfach einen neuen Steam-Account anlegen und darüber kaufen, implementiert Valve einen weiteren Sicherheitsmechanismus: Auf die Warteliste kommen nur Nutzer, die vor dem 27. April 2026 etwas auf Steam gekauft haben. Neu erstellte Accounts haben demnach keine Chance.
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Kaufinteressenten, die sich auf Valves Warteliste eintragen können, werden per Mail über eine Kaufgelegenheit informiert – wie lange das dauert, ist unklar. Valve arbeitet nach eigenen Angaben kontinuierlich daran, die Lagerbestände wieder aufzufüllen. Bekommt man eine Mail-Benachrichtigung, muss man innerhalb von 72 Stunden zuschlagen, bevor die Kaufgelegenheit verfällt. Die Reservierungen sollen am 8. Mai um 19 Uhr freigeschaltet werden.
Bei Verfügbarkeit benachrichtigen: Das heise-Angebot Bestell.bar informiert per Mail und Push-Benachrichtigung, sobald der Steam Controller online wieder zu einem fairen Preis erhältlich ist. Für bessere Chancen zum Kauf werden die Händler nahezu in Echtzeit überwacht.
(dahe)
Künstliche Intelligenz
Fraunhofer entwickelt Robotersystem zum automatisierten Altbatterien-Recycling
Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) entwickeln in dem Projekt „Rob@t2Cell“ ein Roboter-basiertes System für ein automatisiertes Recycling und die Wiederverwendung von Batteriezellen. Das teilte das IPA am Donnerstag mit. Das System entscheidet dabei auch, wie die Altbatterien genutzt werden sollen.
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Prinzipiell können Batteriezellen wiederverwendet, industriell wiederaufgearbeitet oder in ihre Bestandteile zerlegt werden, um sie dann in anderen oder ähnlichen Produkten weiter verwenden zu können. Ein wichtiger Punkt für eine automatisierte Wiederaufbereitung und das Recycling ist der Ladezustand der Batteriezellen. Je nachdem, ob die Batterie recycelt oder weiterverwendet werden soll, muss der Ladestand zunächst angepasst werden. Bei Batterien, die recycelt werden sollen, werden die Batterien tiefentladen, bei Weiterverwendung werden sie schonend auf einen vorab definierten Ladezustand gebracht, um funktionierende Batteriezellen weiter am Leben zu erhalten und sie später aufbereiten und wiederverwenden zu können.
Automatischer Recycling-Prozess
Am Beginn steht die Entscheidung, für welchen Zweck eine alte Batterie noch genutzt werden kann und ob sie entladen oder aufgeladen werden muss. Die Fraunhofer-Forscher entwickeln dazu ein robotisches System, das diesen Entscheidungs- und Lade-/Entladeprozess automatisiert. Das umfasst etwa die automatisierte Kontaktierung, eine intelligente Charakterisierung der Batterie und eine Entscheidung in Echtzeit über die Weiternutzung sowie dann den Lade-/Entladeprozess selbst.
Bei Batterien, die für das Recycling vorgesehen sind, erfolgt eine automatisierte Demontage durch einen Roboter. Die Batteriezellen werden freigelegt und geöffnet. Dabei muss der Roboter „höchste Anforderungen an Sicherheits-, Hochvolt- und Softwaretechnik erfüllen“, schreibt das IPA. Nach erfolgter Entwicklung soll der Roboter dann in einem industriellen Testlauf bei dem Recycling-Spezialisten Umicore erprobt werden.
Die Rückgewinnung der Rohstoffe aus den Batteriezellen erfolgt über ein wasserbasiertes Recycling-Verfahren. Es soll auch nicht-tiefentladene Zellen verarbeiten können und sehr effizient sein, versprechen die IPA-Forscher.
Das Projekt „Automatisierte Kreislaufwirtschaftsanlage mit intelligenter Entladung und Aufbereitung von Batteriezellen für eine zirkuläre Wertschöpfungskette Batterie – Rob@t2Cell“ läuft noch bis Ende 2028. Beteiligt sind neben dem Fraunhofer IPA noch Umicore, acp systems, die Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie (IWKS) sowie das Institut für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb (IFF) der Universität Stuttgart. Weitere Partner sind BorgWarner Battery Systems Technical Center und Siemens.
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5,09 Millionen Euro Fördergeld fließen für das Projekt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).
(olb)
Künstliche Intelligenz
Corti AI bringt „Symphony“ für automatisierte medizinische Kodierung
Medizinische Kodierung bildet die Grundlage für die Abrechnung im Gesundheitssystem, da sie die erbrachte klinische Leistung in eine standardisierte Sprache übersetzt, die von den Krankenkassen verarbeitet werden kann. Gleichzeitig ist medizinische Kodierung aber sehr zeitaufwendig und fehleranfällig. Die korrekte Zuordnung von Diagnoseschlüsseln – vor allem durch die International Classification of Diseases (ICD) – aus unstrukturierter medizinischer Dokumentation ist daher eine sehr wichtige, aber auch schwierige Aufgabe, die geschultes, hochqualifiziertes Personal benötigt.
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Corti AI, ein auf das Gesundheitswesen spezialisiertes Technologieunternehmen aus Kopenhagen, hat nun mit „Symphony for Medical Coding“ ein System veröffentlicht, das den Prozess der medizinischen Kodierung zur Abrechnung mithilfe von Künstlicher Intelligenz effizienter und präziser gestalten soll.
Angepasst für deutsche System
Was Symphony nach Angaben des Herstellers von anderen Systemen unterscheidet, ist ein umfassenderes Verständnis der medizinischen Dokumentation durch Einsatz mehrerer KI-Agenten und ein systematischer, mehrphasiger Ansatz zur Durchführung der Kodierung. Gleichzeitig wird die Software national und regional angepasst. In den vergangenen Monaten hat der Hersteller die Software speziell für den deutschen Markt weiterentwickelt. Laut Herstellerangaben umfasst die Implementierung nun die vollständige Diagnosen- und Prozedurenkodierung sowie auch die Erkennung von medizinischen Codes anhand des weit verbreiteten SNOMED-CT (Systemized Nomenclature of Medicine – Clinical Terms) Kodierungssystems.
Damit decke das System nach Angaben von CortiAI etwa 90 Prozent der Anforderungen deutscher Krankenhäuser ab. Die Herausforderung in Deutschland liegt besonders in der Komplexität des für die Abrechnung verwendeten DRG-Systems (Diagnosis Related Groups). Hierbei können kleinste Nuancen in der Dokumentation (und damit in der Codierung) maßgeblich über die Höhe der finanziellen Erstattung entscheiden.
Parallel zur Veröffentlichung hat Corti die eigenen Analysen und Ergebnisse in einer wissenschaftlichen Arbeit zusammengefasst und auf arXiv veröffentlicht.
Erste Daten in der realen Awendungen
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Eine der größten Herausforderungen beim Einsatz von generativer KI in der Medizin sind „KI-Halluzinationen“ und allgemein die Generierung von fehlerhaften Daten und Ungenauigkeiten. Nach Angaben von Corti zeigt „Symphony for Medical Coding“ seit der Einführung am 1. April 2026 eine robuste und sichere Leistung.
Innerhalb der ersten Woche seien etwa 8000 komplexe Anfragen zur medizinischen Kodierung verarbeitet worden, wobei lediglich 16 Fehler registriert worden seien. Dies entspräche Fehlern in 0,2 Prozent der Fälle und liege damit deutlich unter den üblichen Fehlerquoten bei manueller Kodierung durch Fachpersonal. Es scheint, dass spezialisierte KI-Systeme mittlerweile eine Leistungsfähigkeit erreicht haben, mit der sie in der Lage sind, komplexe administrative Aufgaben im Gesundheitssystem zu übernehmen, ohne die Sicherheit zu gefährden.
Strategische Partnerschaft mit Dedalus
Um das neue System für die KI-gestützte medizinische Kodierung weitreichend auszurollen, ist Corti unter anderem eine strategische Partnerschaft mit Dedalus eingegangen, einem der weltweit führenden Anbieter von Krankenhaus-Informationssystemen (KIS).
Die Kooperation, die bereits etwa 20 Partner in Deutschland umfasst, soll nun über die Bundesgrenzen hinaus auf ganz Europa ausgeweitet werden. Ziel ist es, Symphony direkt in die gewohnten Softwaresysteme von Ärztinnen und Ärzten sowie Kodierfachkräften einzubetten. Anstatt Daten mühsam händisch zu übertragen, schlägt die KI im Hintergrund die passenden Codes vor, die vom Fachpersonal lediglich noch validiert werden müssen.
Effizienzgewinn durch KI gegen den Fachkräftemangel
Wenn Krankenhäuser mithilfe von KI ihre Kodierung nahezu fehlerfrei automatisieren oder zumindest teilautomatisieren könnten, wäre dies ein entscheidender Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität.
Tatsächlich bindet die medizinische Kodierung aktuell erhebliche personelle Ressourcen, während durch Fehler in der Kodierung erheblicher finanzieller Schaden entsteht. Auch in Anbetracht des wachsenden Fachkräftemangels bietet die Automatisierung der Codierung die Chance, Prozesse effizienter zu gestalten und Kosten einzusparen.
(mack)
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