Ihr kennt sicherlich das Gefühl, wenn Ihr nach einem langen Tag auf dem Sofa durch unzählige Streamingdienste scrollt und vergeblich nach einem frischen Ansatz sucht. Oftmals wirken heimische Serien etwas verstaubt oder kopieren blind erfolgreiche internationale Formate. Doch hier erwartet Euch ein echtes Juwel aus der Schmiede von zdfneo, das seit dem 18. März auf Disney+ verfügbar ist und zudem bei RTL+ im Abo auf Abruf bereitsteht. Die achtteilige Serie „Love Sucks“ bricht mutig mit ausgetretenen Pfaden und verwebt klassische Schauerromantik mit einem hochmodernen Gesellschaftsbild. Wer die internationale Sensation „Maxton Hall“ verschlungen hat, wird hier ein ebenso fesselndes, aber deutlich dunkleres Erlebnis finden.
Love sucks: Romeo und Julia mit blutigem Twist
Im Kern dieser visuell beeindruckenden Erzählung steht eine klassische Tragödie, die auf kluge Weise in die Gegenwart transportiert wird. Auf der einen Seite lernt Ihr den unsterblichen Ben kennen, der von Damian Hardung mit einer faszinierenden Mischung aus Melancholie und gefährlicher Anziehungskraft verkörpert wird. Auf der anderen Seite steht die schlagfertige Boxerin Zelda. Diese wird von Havana Joy grandios gespielt. Beide treffen auf einem lauten Rummelplatz aufeinander und spüren sofort eine elektrisierende Verbindung. Was wie der Auftakt zu einer klassischen Liebesgeschichte wirkt, entpuppt sich schnell als gefährlicher Drahtseilakt.
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Zelda stammt nämlich aus einer verbissenen Familie von Vampirjägern. Ihr Vater und ihr Bruder haben es sich zur blutigen Lebensaufgabe gemacht, Wesen wie Ben restlos auszulöschen. Diese unversöhnliche Fehde hat in der Vergangenheit tiefe Wunden gerissen. Die Serie nutzt dieses fantastische Setting, um tiefergehende Themen zu beleuchten. Serienschöpfer Marc O. Seng verwebt die übernatürlichen Elemente geschickt mit einer scharfen Kritik an unserer kapitalistischen Leistungsgesellschaft. Ihr werdet schnell merken, dass die Grenzen zwischen Gut und Böse hier meisterhaft verschwimmen.
Visuelle Wucht und erzählerische Tiefe
Wenn Ihr an öffentlich rechtliche Produktionen denkt, kommen Euch vermutlich selten stilisierte Horrorelemente oder düstere Romantik in den Sinn. „Love Sucks“ beweist jedoch eindrucksvoll, welches kreative Potenzial in der hiesigen Fernsehlandschaft schlummert. Beim Filmfest München wurde das Format völlig zu Recht mit dem renommierten Bernd Burgemeister Fernsehpreis ausgezeichnet. Die Kameraarbeit fängt die nächtliche Metropole in hypnotisierenden Kontrasten ein und erschafft eine Atmosphäre, die Ihr so sonst eher von hochbudgetierten US Formaten gewohnt seid.
Unsere Kritik: Starke Chemie trotz kleiner Dellen
Ist die Serie also ein makelloses Meisterwerk? Nicht ganz. Was mir beim Schauen gelegentlich negativ aufgefallen ist: Manche Dialogpassagen wirken etwas konstruiert und künstlich geschrieben.
Diese marginalen Dellen bügelt der Cast aber durch eine unglaublich starke Chemie mühelos wieder aus. Besonders die emotionale Dynamik zwischen Ben und seinem Bruder beleuchtet das Motiv der Unsterblichkeit aus völlig neuen Blickwinkeln. Solche intelligenten Rückblenden verleihen der Geschichte genau die emotionale Schwere, die ein anspruchsvolles Publikum erwartet.
„Love Sucks“ im Schnellcheck:
- Der kleine Haken: Dialoge, die ab und zu etwas hölzern wirken.
- Verfügbarkeit: Seit dem 18. März frisch auf Disney+, zudem komplett bei RTL+ abrufbar.
- Perfekt für Fans von: Maxton Hall, The Vampire Diaries und Twilight.
- Das größte Highlight: Die düstere Bildsprache und das musikalische Ende jeder Episode (unbedingt den Song von Sharon Van Etten im Abspann anhören!).


