Künstliche Intelligenz
Flash-Talk: Die Speicherkrise verschärft sich weiter
Die Speicherkrise hat sich im ersten Halbjahr 2026 weiter zugespitzt. Laut TrendForce stiegen die Vertragspreise für NAND-Flash im ersten Quartal um rund 60 Prozent gegenüber dem Vorquartal, für das zweite Quartal wird ein weiterer Anstieg von 70 bis 75 Prozent erwartet. Der kombinierte Umsatz der fünf größten NAND-Hersteller sprang im ersten Quartal um 83,7 Prozent auf über 38,9 Milliarden US-Dollar. Das Marktforschungsunternehmen Counterpoint beziffert den Gesamtumsatz aller NAND-Hersteller sogar auf 46 Milliarden US-Dollar – mehr als im gesamten Jahr 2023.
Samsung verteidigte mit rund 30 Prozent Marktanteil die Spitzenposition, gefolgt von SK Hynix (inklusive Solidigm) mit knapp 18 Prozent. Haupttreiber bleibt der KI-Boom: Enterprise-SSDs für Server machten bereits 43 Prozent der Verkäufe aus, bis Jahresende sollen es 60 Prozent werden. Neue Fabrikkapazitäten werden laut TrendForce 2026 praktisch nicht hinzukommen, die Knappheit dürfte das gesamte Jahr über anhalten.

Die Auswirkungen der Speicherkrise treffen Endkunden besonders hart. Nelson Duann, Senior Vice President des SSD-Controller-Herstellers Silicon Motion, erklärte auf der Computex 2026: „Der Markt für SSDs im Einzelhandel ist fast vollständig verschwunden.“ Die NAND-Hersteller priorisieren das margenstarke Rechenzentrumssegment, das laut Duann 70 bis 80 Prozent der gesamten NAND-Zuteilung erhalte. PC-Hersteller wie Dell, HP oder Lenovo können demnach nicht mehr genug Speicher direkt von den Flash-Produzenten beziehen und weichen auf SSD-Modulhersteller aus – jene Unternehmen, die früher den Einzelhandel mit Nachrüst-SSDs belieferten. Für 2027 erwartet Silicon Motion eine weitere Verschärfung: „Die NAND-Hersteller sind sehr pessimistisch. Sie sagen uns, die Versorgungslage werde sich noch verschlechtern“, so Duann.
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Künstliche Intelligenz
Kameraklassiker Polaroid SX-70 im Test: So definierte sie Technik und Design neu
Als Polaroid die SX-70 im Jahr 1972 vorstellte, war diese mehr als nur eine neue Sofortbildkamera: Sie markierte einen technologischen und gewissermaßen auch fotokulturellen Wendepunkt.
Denn mit dieser Sofortbildkamera konnten Fotografen das Motiv einerseits exakt durch ein Spiegelreflexsystem sehen und komponieren und nicht wie bisher durch ein simples Okular. Andererseits konnten sie mit dem neuen Integralfilm SX-70 ein fertig entwickeltes Foto binnen weniger Minuten betrachten – ohne Dunkelkammer, ohne Abziehen, ohne Abfall.
Die SX-70 und der neue Integralfilm machten die Fotografie nicht nur unmittelbarer, sondern auch präziser als je zuvor. Bis heute gilt diese Polaroidkamera als Ikone für Technik, Design und Fotokultur.
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Künstliche Intelligenz
S&P stuft Oracle auf BBB- herab – nur noch eine Stufe über Ramschniveau
Die Ratingagentur S&P Global hat die Kreditwürdigkeit von Oracle von BBB auf BBB- gesenkt – das ist die unterste Stufe im sogenannten Investment-Grade-Bereich. Eine weitere Herabstufung würde den Datenbankkonzern in den spekulativen Bereich drücken. Der Ausblick bleibt aber laut S&P stabil.
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Die Ratingagentur begründet die am 9. Juli veröffentlichte Herabstufung mit Oracles rasant wachsendem KI-Infrastruktur-Geschäft, das die Verschuldung und den Kapitalbedarf des Konzerns massiv in die Höhe treibt. S&P hatte bereits im Juli 2025 den Ausblick für Oracle auf „negativ“ gesetzt und damit vor genau diesem Szenario gewarnt.
95 Milliarden Dollar Investitionen, 42 Milliarden Defizit
Der Kern des Problems sind laut S&P Oracles enorme Investitionen in den Ausbau von KI-Rechenzentren. S&P prognostiziert für das Geschäftsjahr 2027 ein Defizit beim freien operativen Cashflow von fast 42 Milliarden US-Dollar. Die Ratingagentur erwartet, dass Oracle dieses Defizit mit einer Mischung aus Fremd- und Eigenkapital finanzieren muss.
Für das Geschäftsjahr 2027, das im Mai nächsten Jahres endet, hatte Oracle seine Ausgaben-Prognose auf 90 bis 95 Milliarden US-Dollar angehoben – S&P war zuvor nur von 60 Milliarden ausgegangen. Die Analysten vermuten als Grund steigende Komponentenkosten, etwa für GPUs und Netzwerkausrüstung.
OpenAI als zentrales Klumpenrisiko
Besonders kritisch bewertet S&P hierbei Oracles starke Abhängigkeit von einem einzigen Großkunden: OpenAI. Von dem vertraglich zugesagten, aber noch nicht erbrachten Leistungsvolumen von 638 Milliarden US-Dollar entfällt laut Analysteneinschätzungen etwa die Hälfte auf OpenAI. S&P bezeichnet OpenAI daher explizit als „zentrales Kreditrisiko“.
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Denn wenn OpenAI seine Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen können sollte, stünde Oracle mit langfristigen Rechenzentrums-Mietverträgen da. Diese ließen sich weder einfach kündigen, noch zu vergleichbaren Konditionen an andere Kunden weitervermitteln. Und die Fähigkeit OpenAIs, seine Verträge zu bedienen, hängt laut S&P davon ab, dass der KI-Boom anhält, die Modelle marktführend bleiben und das Unternehmen weiterhin externes Kapital einwerben kann – was als nicht sicher gilt.
Wandel vom Softwarehaus zum Hyperscaler
Oracle vollzieht derzeit einen Umbau hin zu einem größeren Cloud-Infrastruktur-Geschäft. Dieses machte im Geschäftsjahr 2026 etwa 27 Prozent des Gesamtumsatzes aus. S&P erwartet, dass dieser Anteil bis 2028 auf nahezu 60 Prozent steigt. Im Vergleich zu anderen Hyperscalern wie Microsoft, Google oder Amazon sieht S&P Oracle jedoch in einer schwächeren Position: Der Konzern sei stärker von externen Kunden abhängig und verfüge über geringere finanzielle Flexibilität, um einen Branchenabschwung auszusitzen. Zudem entstehe neue Konkurrenz – zum Beispiel durch SpaceX, das Rechenkapazitäten an Anthropic und Alphabet vermietet.
Parallel zum KI-Ausbau hat Oracle in den vergangenen zwölf Monaten über 21.000 Stellen gestrichen – rund sind 13 Prozent der Belegschaft. Mit dieser Verlagerung „von Menschen zu Maschinen“ will der Konzern die KI-Infrastruktur finanzieren.
Warnsignal im größeren Kontext
Oracles Situation passt zu einem Trend, vor dem auch internationale Finanzaufsichtsbehörden gerade warnen. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sieht in schuldenfinanzierten KI-Investitionen Parallelen zur Dotcom-Blase und zur Finanzkrise und sieht eine „Gefahr wie 2008“. Das BIZ warnt vor einem System-Crash durch Nvidia & OpenAI-Schulden.
(rie)
Künstliche Intelligenz
Metas größtes KI-Rechenzentrum soll mehr als 250 Milliarden Dollar verschlingen
Meta treibt sein bislang größtes KI-Rechenzentrumsprojekt voran. Das bereits bekannte Ziel, den Hyperion-Campus im US-Bundesstaat Louisiana auf 5 Gigawatt Rechenleistung auszubauen, hat das Unternehmen nun konkretisiert und mit einer Investition von mehr als 50 Milliarden US-Dollar unterlegt. Damit steigt die offiziell angekündigte Investitionssumme gegenüber den zuvor genannten 10 Milliarden US-Dollar um mehr als 40 Milliarden.
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Das Projekt dürfte jedoch deutlich teurer werden: Bloomberg berichtet unter Berufung auf eine mit den Plänen vertraute Person, dass Meta inzwischen mehr als 250 Milliarden US-Dollar für den Standort einplane. Damit würde das Gesamtvolumen eine Viertelbillion US-Dollar übersteigen. Von den zusätzlich eingeplanten rund 200 Milliarden US-Dollar soll der Großteil auf KI-Beschleuniger entfallen. Offiziell bestätigt hat Meta bislang lediglich Investitionen von mehr als 50 Milliarden US-Dollar.
Die für den KI-Campus vorgesehene Fläche umfasst knapp 16 Quadratkilometer. Damit zählt Hyperion zu den flächenmäßig größten Rechenzentrumsprojekten der Welt.
Metas Hyperion-Projekt verändert eine ganze Region
Gebaut wird der Campus in Richland Parish, das rund 20.000 Einwohner zählt und mit einer Armutsquote von etwa 26 Prozent zu den wirtschaftlich schwächeren Regionen Louisianas zählt. Nach der Inbetriebnahme soll Hyperion dort laut Meta mehr als 1.000 Arbeitsplätze schaffen.
Seit dem Baubeginn hat Meta nach eigenen Angaben Aufträge in Milliardenhöhe an Unternehmen aus Louisiana vergeben und will zudem in die lokale Infrastruktur investieren. Für die Stromversorgung des Standorts soll ein regionaler Energieversorger zehn neue Gaskraftwerke errichten. Zusätzlich zu den für die Rechenleistung vorgesehenen 5 Gigawatt werden laut Bloomberg mehr als 2 Gigawatt für den übrigen Strombedarf des Campus benötigt.
Die Investitionen haben aber auch Schattenseiten: Bloomberg berichtete im Mai von steigenden Mieten, einem angespannten Wohnungsmarkt und zunehmenden Verkehrsproblemen infolge des Zustroms Tausender Bauarbeiter. Kritik gibt es zudem am enormen Energiebedarf und an der vergleichsweise geringen Zahl dauerhafter Arbeitsplätze.
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Meta zählt nach eigenen Angaben weltweit 33 Rechenzentrumsstandorte. Der jüngste geplante Standort liegt im kanadischen Alberta und wurde vergangene Woche angekündigt. Nach Bloomberg prüft Meta den Einstieg in das Cloudgeschäft, indem künftig überschüssige Rechenkapazitäten der neuen KI-Rechenzentren an externe Kunden vermietet werden. Der Ausbau könnte damit langfristig auch als Grundlage für ein neues Geschäftsfeld dienen.
(tobe)
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