Künstliche Intelligenz
FreeBSD 14.4 läuft deutlich besser in der Cloud und auf Notebooks
Das kostenlose Betriebssystem FreeBSD 14.4 hat den Release-Prozess durchlaufen und ist nun verfügbar. Wie in einigen Versionen zuvor gibt es für BSD-Verhältnisse überdurchschnittlich viele Verbesserungen und Erweiterungen, was darauf hindeuten könnte, dass das Interesse an den klassischen unixoiden Systemen weiter wächst. Neben Bugfixes und neuen Treibern gibt es auch Anpassungen, die Benutzer von FreeBSD 14 auf den Wechsel zu dem in Teilen grundlegend modernisierten FreeBSD 15 vorbereiten.
Weiterlesen nach der Anzeige
Installation auf Notebooks praxistauglicher
Notebook-Besitzer wird es freuen, dass die Pakete mit der WLAN-Firmware nun den Weg in das bootonly.iso und das mini-memstick.img gefunden haben, denn nur so kann bei der Installation bereits WLAN genutzt werden. Der WLAN-Treiber für Geräte nach Intel IEEE 802.11a/b/g/n/ac/ax/be ist endlich ACPI-fest und unterstützt damit 802.11ax/be sowie Einstellungen für PPAG (Per Platform Antenna Gain). Das Startup-Skript rc.d/bluetooth für den Bluetooth-Stack versucht nun mehrfach, sich mit Bluetooth-Geräten zu verbinden.
Im bislang etwas vernachlässigten Bereich Audio legt FreeBSD 14.4 ebenfalls zu. Neu ist sndctl(8), um ähnlich wie das uralte mixer(8) die Eigenschaften von Audiogeräten zu steuern. Gleichzeitig ist mit dem alten und fehlerhaften MIDI-Sequenzer im Kernel Schluss. Moderne Anwendungen erledigen MIDI im Userland. Ein Fehler in der Implementation von swapon(8) wurde behoben, sodass jetzt per GELI verschlüsselte Auslagerungsdateien auch über den .eli-Suffix in der fstab(5) definiert werden können.
FreeBSD fühlt sich auch in der Cloud immer wohler
Das Programm nuageinit(8) dient zur Initialisierung von Instanzen in einer Cloud-Umgebung, besteht aus drei rc(8)-Skripten und wird beim ersten Start nach der Systeminstallation ausgeführt. FreeBSD 14.4 erweitert es deutlich und unterstützt jetzt für das Bulk-Passwort-Management beispielsweise auch den chpasswd-Befehl inklusive aller veralteten Syntaxen.
Das Netgraph Control Utility ngctl(8) kann über das neue „-j“-Flag nun auch von außen in ein FreeBSD-Jail ohne eigenes ngctl(8) hineinreichen und dort Netgraph-Objekte (Nodes) verwalten. Beim Anlegen von Jails oder später per „jail -cm“ können FreeBSD-14.4-Jails beliebige „key=value “-Zeichenketten als Metadaten (meta=„…“ und env=„…“) übergeben werden. Das übergeordnete Jail kann beide Metadatenvariablen lesen, während das untergeordnete Jail nur env versteht.
Der EFI-Bootloader loader.efi wird nun auf alle ESPs (EFI System Partitions) eines Multivolume-ZFS-Datasets kopiert, sodass auch beim Ausfall des primären Laufwerks noch gebootet werden kann. Der nvme(4)-Treiber unterstützt BAR5 und ermöglicht es FreeBSD 14.4 damit, auch auf Google-Compute-Engine-4-Systemen zu laufen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Die Treiber für schnelle Intel-Netzwerkkarten ix(4) und ixv(4) unterstützen jetzt die E610-Familie inklusive neuer PCI-IDs für Backplanes, SFP, 10 GbE, 2.5 GbE und die SGMII-Varianten (Serial Media-Independent Interface).
Plan 9 in FreeBSD für Bhyve-VMs
Das Plan 9 Filesystem Protocol (Styx) ist ein Netzwerk-Protokoll, das von den Bell Labs vor über drei Jahrzehnten für das legendäre verteilte Betriebssystem Plan 9 entwickelt wurde. In FreeBSD 14.4 kann der native Hypervisor Bhyve nun das 9P-Dateisystem p9fs(4) nutzen, um virtuellen Maschinen den Zugriff auf Dateien des Hosts zu erlauben. Da p9fs(4) Dateizugriffe direkt über den virtio-p9-Treiber abwickelt, ist diese Methode nicht nur extrem schnell, sondern benötigt im Gegensatz zu NFS, Samba oder SSHFS auch keinen Netzwerkstack. In ferner Zukunft wird p9fs(4) vermutlich durch virtio-fs ersetzt.
Auch FreeBSD 14.4 bereitet sich auf „pkbase“ vor
Upgrades von FreeBSD 14 auf 15 funktionieren wegen der Vereinheitlichung der Basis- und Userland-Pakete manchmal nicht, da libc(7) von libsys(7) abhängt, beim Upgrade via freebsd-update(8) aber libc(7) zuerst installiert wird. Weitere Aufrufe unter anderem von gunzip(8) brechen dann zusammen mit dem Upgrade-Prozess mit einem Fehler ab. Ein Fix von Colin Percival behebt das Problem bei FreeBSD 14.4.
Mit FreeBSD 15 beginnt der Wechsel von den traditionellen Distribution Sets zum neuen „pkgbase“. Bislang war freebsd-update(8) für das Basissystem zuständig (Kernel, Kernel-Module, /usr/bin, /usr/sbin, /lib usw.), während pkg(8) sich um alles andere kümmerte (Tools, X11, Anwendungen). In FreeBSD 15 wird es beide Systeme geben, mit FreeBSD 16 nur noch „pkgbase“, bei dem alle Pakete per pkg(8) verwaltet werden.
Den Umstieg muss also jeder FreeBSD-Anwender in absehbarer Zeit vollziehen: Die letzte Version von FreeBSD 13 ist Version 13.5, die am 30. April in den End-of-Life-Status wechselt. FreeBSD 14.6 als letztes 14er-Release wird bis November 2028 unterstützt, FreeBSD 15 dann bis Dezember 2029 (da greifen die 4 statt 5 Jahre Support-Zyklus). Von da an wird es kein freebsd-update(8) mehr geben.
FreeBSD 14.4 behebt alten OpenZFS-Bug
OpenZFS wurde in FreeBSD 14.4 auf Version 2.2.9 aktualisiert. Das beinhaltet Verbesserungen beim ARC-Shrinking, bessert einige Fehler für „zpool add“-Sicherheitschecks aus und erlaubt „zvol blk-mq“-Synchronization.
Wer FreeBSD schon länger nutzt, kennt das lästige Problem, dass bereits seit FreeBSD 13 und dem Umstieg von ZFS auf OpenZFS neue Installationen auf MBR-partitionierte Laufwerke mit Auto-ZFS in der Regel zu nicht lauffähigen Systemen führen. Das Problem wurde gelöst, indem OpenZFS+MBR nicht mehr als Option angeboten wird.
Für FreeBSD-Neulinge ist es verwunderlich, dass beim ersten Aufruf des Tools „pkg“ für die Paketverwaltung ebendieses pkg(8) zuerst installiert wird. Das merkwürdig wirkende Verhalten ist Absicht, um Inkompatibilitäten zu vermeiden. Das Parsing der Parameter dieses einmalig startenden pkg(7) (ja, 7) wurde bei FreeBSD 14.4 an das Parsing von pkg(8) angeglichen („pkg bootstrap -f“ statt „pkg -f bootstrap“) und könnte bei eigenen Installationsskripten ohne Anpassung zu Fehlern führen.
Soft Updates
Mit FreeBSD 14.4 gibt es bei newfs(8) zum Anlegen neuer UFS1/UFS2-Dateisystemen (Unix File System) die neue Option „-u“, um „Soft Updates“ zu deaktivieren. Zuvor mussten die hart eingeschalteten Soft Updates im Nachhinein wieder per tunefs(8) entfernt werden.
Soft Updates sind ein von Marshall Kirk McKusick und Gregory R. Ganger ausführlich beschriebener Mechanismus, um FFS und später UFS1/UFS2 sowohl zu beschleunigen als auch sicherer in Bezug auf die Datenkonsistenz der Metadaten zu machen. Um bei einem plötzlichen Stromausfall oder Systemabsturz trotzdem möglichst valide Metadaten auf den Datenträgern zu haben, wurden bei den klassischen BSDs ursprünglich synchrone Schreibzugriffe eingeführt – dabei wird jede winzige Änderung sofort auf die Festplatte geschrieben. Das Anlegen und Schreiben von Dateien (Inode allokieren, Verzeichniseintrag schreiben, Blockbitmap aktualisieren) war so wegen träger Festplatten-Mechanik extrem langsam.
Soft Updates analysieren unter anderem die Abhängigkeiten der notwendigen Metadatenoperationen voneinander und schreiben diese dann optimiert (aber wiederum synchron) auf den Datenträger. Laut McKusick/Ganger führte das vor allem zu 30 bis 70 Prozent weniger Schreibzugriffen und damit zu einem spürbaren Performance-Boost (nicht vergessen: Ende der 90er hatten wir MFM/RLL hinter uns, nutzten IDE/PATA-Laufwerke, aber standen noch ein paar Jahre vor der Einführung von SATA [~2003]).
Im Laufe von FreeBSD 4.0 (1998), NetBSD 1.5 (2000) und OpenBSD 2.9 (2001) gab es erste Implementationen von Soft Updates. 2010 kam Journaling dazu (SU+J) und 2024 aktivierte FreeBSD bei newfs(8) per Default die Soft Updates. Das war zu einem Zeitpunkt, bei dem OpenBSD 7.4 (2023) den ganzen Soft-Update-Blob komplett entfernte, weil der Code viel zu komplex, schwer wartbar oder erweiterbar war und elend viele Abhängigkeiten mitbrachte. Das mag für manche Open-Source-Systeme kein Problem sein, bei OpenBSD ist es ein kategorisches „no go“.
NetBSD führte bei Version 5.0 als Alternative „Write Ahead Physical Block Logging“ (WAPBL‑Journaling) ein und warf Soft Updates bereits mit Version 6.0 (2012) aus dem System. Außerdem: Viele neue Funktionen konnten nicht implementiert werden, weil sie nicht mit Soft Updates zusammenpassten, und zusätzlich war der Geschwindigkeitsvorteil auf modernen SATA-Festplatten und vor allem -SSDs quasi irrelevant. Ohne Soft Updates bedeutet das bei den BSD-Dateisystemen FFS/UFS1/UFS2 bei einem Crash jedoch deutlich längere Boot-Zeiten wegen des nun notwendigen kompletten fsck(8)-Laufs. Für Datenbestände im Bereich etlicher TByte wäre das nicht mehr praxistauglich, aber da setzt man sowieso ZFS ein.
Kleiner geht’s kaum: FreeBSD 14.4 läuft auf Raspberry Pi Zero 2W
FreeBSD 14.4 ist als Open-Source-Software unter der freien BSD-Lizenz ab sofort kostenlos für die Architekturen amd64, i386, aarch64, armv7, powerpc, powerpc64 und riscv64 von der Projektseite herunterladbar. Alle Neuerungen beschreiben die Entwickler in den Release Notes. Kleiner Bonus: Die Images für SD-Karten wurden um den Device-Tree-Blob für den Raspberry Pi Zero 2W erweitert, sodass FreeBSD 14.4 nun auch auf diesem Winzling läuft.
(axk)
Künstliche Intelligenz
Redmagic 11 Air im Test: Flaches Gaming-Smartphone mit Ausdauer, RGB und Lüfter
Das Redmagic 11 Air ist ein dünnes Smartphone mit 144-Hz-OLED, aktivem Lüfter und großem Akku. Schultertasten und starke Leistung sichern flüssiges Gaming.
Das Redmagic 11 Air ist ein Allrounder, der jedem gefallen will – nicht nur Gamern. Es kombiniert einen Snapdragon 8 Elite mit aktiver Kühlung, seitlichen Schultertasten und einem großen Akku mit satten 7000 mAh. Dazu kommt ein nahezu randloses OLED-Display mit 144 Hz und die Frontkamera, die unter dem Screen versteckt ist. Vorn und hinten gibt es viel Glas und zumindest auf den ersten Blick schauen den Interessenten vier Kameraobjektive an. Ist das alles nur Show oder taugt das schicke Gerät auch im Alltag? Das zeigt unser Test.
Design
Schon beim ersten Anfassen merkt man, dass das 11 Air anders ist als die meisten Smartphones. Trotz des großen Akkus ist das Gehäuse nur knapp 8 mm dick, dabei sehr kantig und wirkt besonders auf der Rückseite bewusst technisch. Unter der dortigen Glasabdeckung bringt Redmagic eine Zeichnung an, die auf den ersten Blick Leiterbahnen zu zeigen scheint, und gibt zugleich den Blick auf einen großen, RGB-beleuchteten Lüfter frei.
Vorn kommt Gorilla Glass 7i zum Einsatz, hinten Gorilla Glass 5. Trotz des seitlich offenen Lüfters ist das Gerät nach IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt – ungewöhnlich, denn der Lüfter muss Luft in das Gehäuse hinein- und wieder herausführen und benötigt dafür zwangsläufig eine Öffnung. Die Materialwahl verleiht dem Smartphone ein hochwertiges Finish, allerdings ist das Gerät schnell mit Fingerabdrücken übersät und manchem dürfte es zu rutschig sein. Die Verarbeitung ist dafür hervorragend.
Das Kameramodul passt zum auffälligen Design: Es steht sichtbar hervor und macht Eindruck, ist aber vergleichsweise schlicht bestückt. Von den vermeintlich vier Linsen sind nur zwei echt. Mehr High End gibt es vorn: Die Frontkamera kommt komplett ohne Notch aus und sitzt unter dem nahezu formatfüllenden Display. In der Praxis wirkt das sehr modern – vor allem beim Spielen und beim Schauen von Videos, da kein Ausschnitt den Gesamteindruck trübt. Dafür muss man mit den bekannten Nachteilen einer Kamera unter dem Display leben: Es gelangt etwas weniger Licht zum Sensor.
Display
Das 6,8 Zoll messende OLED-Panel gehört zu den Stärken des Geräts. Es löst mit 2688 × 1216 Pixeln auf und erreicht bis zu 144 Hz. Die Touch-Abtastrate von bis zu 2500 Hz richtet sich klar an Gamer.
Im Alltag überzeugt das Display mit gleichmäßig schmalen Rändern und hoher Helligkeit. Messungen lagen bei knapp 1500 cd/m², waren aber nicht reproduzierbar. Subjektiv ist die Ablesbarkeit im Freien gut. Die unter dem Display versteckte Frontkamera bleibt im Betrieb praktisch unsichtbar. Gerade beim Spielen ist das ein echter Vorteil. Ein Always-on-Display ist ebenfalls vorhanden.
Kamera
Bei der Hauptkamera beschränkt sich Redmagic auf das Nötigste: Auf der Rückseite sitzen ein 50-Megapixel-Sensor (Omnivision OV50E) mit optischer Bildstabilisierung sowie eine 8-Megapixel-Weitwinkelkamera. Eine Telekamera fehlt – für ein Gaming-Smartphone ist das üblich, angesichts des Preises wäre sie aber drin gewesen. Die Blenden liegen bei f/1.89 für die Haupt- und f/2.2 für die Weitwinkeloptik.
In der Praxis liefert die Hauptkamera solide, wenn auch keine herausragenden Ergebnisse – für ein Gaming-Smartphone ist das überdurchschnittlich, für die Preisklasse insgesamt in Ordnung. Bei gutem Licht gelingen klare, scharfe Aufnahmen, die Nachbearbeitung greift allerdings recht aggressiv ein. Die Weitwinkelkamera fällt deutlich ab: Ihre Bilder wirken kühler, zeigen schneller Bildrauschen und halten weniger Details fest als die der Hauptoptik. Für Social-Media-Posts reicht das, mehr sollte man aber nicht erwarten.
Die Frontkamera mit 16 Megapixeln sitzt unter dem Display. Diese ungewöhnliche Platzierung erkauft sich Redmagic mit eher weichen Selfies, die anschließend per Software geglättet werden – Farben und Flächen wirken dadurch schnell unnatürlich. Bei guten Lichtverhältnissen ist das Ergebnis dennoch akzeptabel.
Bei Videos sind mit der Hauptkamera maximal 8K (4320p) mit 30 Bildern pro Sekunde möglich. Praxisgerechter und gerade bei seitlichen Schwenks sinnvoller sind allerdings 4K mit 60 fps. Die Qualität ist in beiden Fällen gut. Die Frontkamera nimmt mit 1080p bei 60 fps auf und liefert für Videochats absolut ausreichende Ergebnisse.
Testfotos – Redmagic 11 Air
Ausstattung
Im Inneren des Redmagic 11 Air arbeitet Qualcomms Snapdragon 8 Elite. Zwar handelt es sich dabei nicht um den aktuellen, sondern um den Chipsatz der vorherigen Generation, dennoch liefert er weiterhin eine sehr hohe Rechenleistung – insbesondere bei Spielen. Je nach Variante stehen 12 oder 16 GB RAM sowie 256 oder 512 GB interner UFS-4.1-Speicher zur Verfügung. Einen microSD-Slot gibt es nicht.
Im Alltag überzeugt das Smartphone durch schnelle Reaktionszeiten und eine insgesamt sehr flüssige Performance. In unseren Benchmarks erreicht das Gerät im PCMark Work 3.0 rund 25.800 Punkte, im 3DMark Wild Life Extreme sind es 6850 Punkte. Die Ergebnisse unterstreichen die starke Gaming-Ausrichtung: Neben dem Hauptprozessor kommt ein zusätzlicher Redcore-R4-Chip zum Einsatz, der für stabilere Bildraten und geringere Latenzen sorgen soll – auch in anspruchsvollen Titeln.
Eine weitere Besonderheit des Redmagic 11 Air ist die Kühlung, denn die ist bei diesem Modell aktiv ausgelegt. Der kleine Kühler soll bis zu 24.000 Umdrehungen pro Minute leisten und wird mit einer Vapor Chamber und weiteren Schichten zur Wärmeverteilung kombiniert. Im Alltag springt der allerdings in erster Linie in Games und Benchmarks an – und das ist auch gut so, denn das Rauschen des Lüfters ist in direkter Nähe deutlich zu hören. Zwar kommt Wärme bei längeren Benchmark-Sessions trotz aktiven Lüfters an der Rückseite an, bleibt aber zumindest moderat und hilft spürbar, Maximalleistung länger zu halten.
Das hilft auch beim Dauerzocken. Seitlich sitzen dafür kapazitive Schultertasten, die mit einer Abtastrate von 520 Hz arbeiten und im Test verlässlich funktionierten. Die Touch-Tasten fallen ansonsten im Alltag kaum auf und stören daher nicht, sind in Games, die sie unterstützen, aber ein echter Mehrwert.
Etwas schade ist – in Anbetracht der restlichen Ausstattung des Oberklasse-Phones – die Geschwindigkeit des USB-C-Anschlusses. Sie ist mit USB 2.0 angegeben und entsprechend langsam. Beim Funk bleibt das 11 Air ebenfalls eher konservativ, mit Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.4. Positiv sind hingegen NFC und ein Infrarot-Port zur Steuerung von Haushaltsgeräten, den viele aktuelle Flaggschiffe nicht mehr bieten.
Der Fingerabdrucksensor ist zwar gut platziert, zeigte sich im Test aber anfangs nicht immer beim ersten Mal „freigiebig“. Allerdings legte sich das nach einem weiteren Firmware-Update, der optische Sensor reagierte dann zuverlässig. Die Stereo-Lautsprecher sind kräftig und müssen sich in dieser Preisklasse nicht verstecken.
Software
Auf dem 11 Air läuft ab Werk Redmagic OS 11, das auf Android 16 basiert. Zentral ist der Game Space, der ab Werk per Seitentaste (der „Magic Key“ lässt sich aber auch anders belegen, etwa mit der Taschenlampenfunktion) gestartet wird und dann aus dem Smartphone eine Konsole macht – inklusive Leistungsprofilen, Overlays und einem KI-Trainer, der beim Zocken Tipps gibt.
Rund um die Oberfläche baut Redmagic zusätzliche KI-Funktionen ein. Dazu gehören etwa Objekterkennung über die Kamera, Suche direkt vom Bildschirm sowie ein Tactical Coach, der aus Spieldaten Hinweise ableiten soll. Außerdem gibt es die Redmagic KI+ mit Funktionen wie Live-Übersetzer, KI-Transkript und KI-Notizblock.
Bei der Updateversorgung steckt der Hersteller hinter der Pixel- oder Galaxy-Konkurrenz von Google und Samsung kaum mehr zurück. Redmagic nennt für das 11 Air und neuere Modelle fünf Generationen an Android-Versionsupdates sowie Sicherheitsupdates ab Marktstart – wenn der Hersteller das so umsetzt, ist das stark! Da das 11 Air mit Android 16 startet, wären theoretisch Versionen bis Android 21 abgedeckt.
Akku
Der Akku ist ein echtes Statement: 7000 mAh in einem derart schlanken Gaming-Smartphone sind selten – auch in höheren Preisklassen. Im Praxistest hielt das Smartphone rund zwei Tage durch. Im normalen Alltag dürften für die meisten Nutzer gut drei Tage drin sein – ein hervorragender Wert, gerade angesichts der flachen Bauform. Wer viel zockt, muss allerdings damit rechnen, dass schon nach wenigen Stunden Schicht im Schacht ist.
Auch das Aufladen geht zügig vonstatten. In Ankündigungen war teils von 120 Watt die Rede, im Lieferumfang findet sich allerdings ein 80-Watt-Netzteil. Damit dauert eine vollständige Ladung knapp über eine Stunde – für 7000 mAh ein angenehm kurzer Wert. Interessant für Spieler ist der Bypass-Modus: Er leitet den Strom beim Spielen direkt an die Hardware, soll so den Akku entlasten und die Hitzeentwicklung weiter senken. Im Test war dieser Vorteil allerdings bestenfalls messbar, aber kaum spürbar. Einzig kabelloses Laden fehlt.
Preis
Das Redmagic 11 Air gibt es in zwei Speichervarianten. Die Version mit 12/256 GB kostet direkt beim Hersteller 499 Euro. Bei Amazon bekommt man es für 529 Euro. Die Version mit 16/512 GB liegt direkt beim Hersteller bei 599 Euro. Auf Amazon sind es rund 619 Euro. Als Farben gibt es Phantom (Schwarz/transparent), Prism (Weiß/transparent) und ganz neu auch Trace (Orange/transparent)
Fazit
Das Redmagic 11 Air ist eigentlich ein Spezialist – aber einer, der trotz vergleichsweise niedrigem Preis fast alles kann. Aktiver Lüfter, Schultertasten, großes OLED-Display mit hohen Abtastraten, eine unter dem Screen versteckte Selfiecam, viel Speicher, ein enorm schneller Chipsatz und obendrein ein 7000-mAh-Akku: Diese Kombination findet man im klassischen Smartphone-Markt kaum.
Im Gegenzug ist die Hauptkamera zwar in Ordnung, letztlich aber nur Mittelmaß. Die Weitwinkeloptik fällt noch deutlicher ab, und eine Telekamera fehlt komplett. Auch kabelloses Laden wäre die Kirsche auf der Sahnetorte gewesen – Fehlanzeige. Hinzu kommt der USB-C-Anschluss, der lediglich nach 2.0-Standard arbeitet und den ansonsten hervorragenden Eindruck des dünnen und sehr schicken Smartphones zusätzlich trübt. Verschmerzbare Punkte sind das aber allesamt: Das Redmagic 11 Air ist ein richtig gutes Smartphone mit fantastischem Preis-Leistungs-Verhältnis – nur Hobbyfotografen kommen nicht voll auf ihre Kosten.
Künstliche Intelligenz
Hannover Messe verliert Besucher: Künftige Auflage verkürzt sich
Die Hannover Messe stellt sich nach einem deutlichen Besucherrückgang im Jahr 2026 neu auf. Im kommenden Jahr verkürzt sie sich auf vier statt bisher fünf Tage, und zwar vom 5. bis 8. April 2027. Das teilte die Deutsche Messe AG am letzten Ausstellungstag mit. In diesem Jahr besuchten rund 110.000 Menschen die Industriemesse, das sind 13.000 weniger als im Vorjahr. Auch die Zahl der Aussteller ging zurück, und zwar um ein Viertel. Im Mittelpunkt der Fachmesse standen Künstliche Intelligenz, Automatisierung, Robotik und erstmals auch Rüstungstechnik.
Weiterlesen nach der Anzeige
Die Messe begründete den Besucherrückgang unter anderem mit Warnstreiks im Flug- und Nahverkehr, die die Anreise erschwert hätten. Rund 40 Prozent der Gäste seien aus dem Ausland gekommen. Auch einige heise-Redakteure nahmen an den Warnstreiktagen Montag und Dienstag lieber das Fahrrad, da der Großteil des Nahverkehrs stillstand und sich vor dem Messegelände Staus bildeten.
In einem Statement gegenüber der dpa sieht Messe-Chef Jochen Köckler die künftige Verkürzung als eine konsequente Weiterentwicklung für mehr Effizienz und Nähe zur Industrie. Auch der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, Benedikt Hüppe, sieht in der Kürzung auf die vier besucherstärksten Tage von Montag bis Donnerstag einen konsequenten Schritt für einen klareren Fokus.
Landespolitik streitet um künftigen Kurs
Die AfD kritisierte die Entwicklung: „Die diesjährige Hannover Messe war kein Aufbruchssignal, sondern ein Stresstest – und dieser fällt ernüchternd aus“, sagte der AfD-Landtagsabgeordnete Omid Najafi der dpa. Nicht einmal die Hälfte der Messehallen sei belegt gewesen. „Das ist nicht Verdichtung, das ist Rückbau.“
Kritik kam auch von der CDU im Landtag. Fraktionschef Sebastian Lechner äußerte Besorgnis über den Standort Hannover und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Niedersachsen hält 50 Prozent der Anteile an der Deutschen Messe AG. Lechner forderte ein Zukunftskonzept für die Messe, auch mit Blick auf ihre Größe. Zudem brachte er einen strategischen Investor ins Spiel, der neben Kapital auch Know-how einbringen solle. Der Landesregierung warf er vor, nicht entschlossen genug zu handeln: „Auf mich wirkt es so, dass es noch keine Grundsatzentscheidung gibt, wo die Messe hin will“, sagte Lechner.
Die Landesregierung widersprach der Kritik. Politisch sei die Messe ein „voller Erfolg“ gewesen, so ein Regierungssprecher. Als Beleg dafür verwies er unter anderem auf den Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und den des Präsidenten des Partnerlands Brasilien, Luiz Inácio Lula da Silva, sowie auf zahlreiche Gespräche zu internationalen Handelsbeziehungen. Zugleich räumte die Landesregierung ein, dass sich die wirtschaftlichen Herausforderungen negativ auf die Zahl der Besucher und Aussteller ausgewirkt hätten. Ein Zukunftskonzept und die weitere Ausrichtung der Messe würden im Aufsichtsrat der Messegesellschaft beraten, so der Regierungssprecher. Im Aufsichtsrat sitzen unter anderem Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) und Umweltminister Christian Meyer (Grüne).
Weiterlesen nach der Anzeige
Suche nach einem Zukunftskonzept
Vom Wirtschaftsministerium hieß es, alle Beteiligten seien sich darüber im Klaren, dass Handlungsbedarf bestehe. Ein Konzept sei in Vorbereitung. Sobald die Planungen abgeschlossen seien, solle darüber informiert werden: „Da braucht sich Herr Lechner wirklich keine Sorgen zu machen, dass die Messe nicht im Fokus dieser Landesregierung steht“, so das Wirtschaftsministerium gegenüber der dpa.
Bei unseren Besuchen auf der Hannover Messe wurde vor allem die Robotik als treibendes Thema sichtbar. An kaum einer Ecke marschierte oder rollte kein Roboter durch die Gänge. Bis die humanoiden Exemplare in der Fertigung helfen können, sind aber noch einige Hürden zu nehmen. Auch Exoskelette für leichteres Heben und die KI-gestützte Diagnose von Hautkrankheiten wurden in Hannover vorgestellt. Im kommenden Jahr ist Spanien das Partnerland der Messe.
(jpw)
Künstliche Intelligenz
AI Slop oder besserer Code: GCC-Arbeitsgruppe für KI-Richtlinien gestartet
Das GNU-Projekt hat eine Arbeitsgruppe für die GNU Compiler Collection (GCC) ins Leben gerufen, die Richtlinien für den Einsatz von KI bei der Weiterentwicklung des Projekts aufstellen soll.
Weiterlesen nach der Anzeige
Einige Contributors möchten wissen, ob sie KI nutzen dürfen, um frischen Code für das Projekt zu erstellen. Die Working Group for GCC AI Policy steht unter der Leitung von Jonathan Wakely, der bei Red Hat arbeitet.
Das „AI“ im Namen der Gruppe steht für jegliche Form von KI-Unterstützung, darunter Large Language Models (LLMs) und Small Language Models (SLMs).
Zwischen nützlicher KI-Programmierhilfe und AI Slop
Zahlreiche Projekte im Bereich Open Source und Freie Software klagen über eine steigende Last durch AI Slop. KI-Coding-Tools wie Claude Code oder GitHub Copilot bieten eine gute Unterstützung für erfahrene Developer, ermöglichen aber auch Leuten ohne Programmierkenntnisse, schnell vermeintlich funktionierenden Code zu erstellen. Der wird aber oft nicht den Anforderungen des Projekts gerecht, oder enthält gar Schwachstellen.
Im März hatte die Linux Foundation 12,5 Millionen US-Dollar von Anthropic, AWS, GitHub, Google, Google DeepMind, Microsoft und OpenAI gesammelt, um Maintainer von Open-Source-Projekten zu unterstützen, den Anforderungen der stark steigenden Menge an KI-generiertem Code gerecht zu werden.
Weiterlesen nach der Anzeige
Laut der Wiki-Seite der Working Group for GCC AI Policy hat das GCC-Projekt bereits einige Codeeinreichungen erhalten, die teilweise oder vollständig mit LLMs erstellt wurden. Die Arbeitsgruppe will nun innerhalb von maximal drei Monaten einen ersten vorläufigen Entwurf für eine KI-Richtlinie erstellen, die das GCC Steering Committee prüfen und für das Projekt verabschieden soll.
(rme)
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Monaten
Top 10: Die beste kabellose Überwachungskamera im Test – Akku, WLAN, LTE & Solar
-
Social Mediavor 2 MonatenCommunity Management und Zielgruppen-Analyse: Die besten Insights aus Blog und Podcast
-
Social Mediavor 2 MonatenCommunity Management zwischen Reichweite und Verantwortung
-
UX/UI & Webdesignvor 3 MonatenEindrucksvolle neue Identity für White Ribbon › PAGE online
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenCommunity-Protest erfolgreich: Galera bleibt Open Source in MariaDB
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenSmartphone‑Teleaufsätze im Praxistest: Was die Technik kann – und was nicht
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 2 MonatenIntel Nova Lake aus N2P-Fertigung: 8P+16E-Kerne samt 144 MB L3-Cache werden ~150 mm² groß
-
Social Mediavor 1 MonatVon Kennzeichnung bis Plattformpflichten: Was die EU-Regeln für Influencer Marketing bedeuten – Katy Link im AllSocial Interview
