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Iran-Internetsperre: Zivilgesellschaft fordert Satellitenfunk direkt aufs Handy


Seit über zwei Wochen herrscht im Iran eine digitale Eiszeit. Das Regime hat rund 92 Millionen Menschen faktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Diese drastische Maßnahme soll nicht nur den Widerstand im Land ersticken, sondern auch Angehörige weltweit in Ungewissheit lassen. Wer Verwandte oder Freunde im Iran hat, erreicht niemanden mehr: WhatsApp, Instagram und Telegram sind tot. Eine globale Koalition zivilgesellschaftlicher Organisationen verlangt nun eine technologische Kehrtwende.

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Bürgerrechtsvereinigungen wie Access Now, Article 19, Witness und das Center for Human Rights in Iran werben in einem am Freitag veröffentlichten Aufruf für sogenannte Direct-to-Cell-Technologien (D2C). Diese sollen als humanitäres Werkzeug weltweit priorisiert werden, um staatliche Blackouts nicht nur im aktuellen Konflikt im Nahen Osten wirkungslos zu machen. In der Ukraine startete Elon Musks Satellitendienst Starlink eine D2C-Option im November.

Bisher war Satelliten-Internet im Iran zwar verfügbar, aber mit enormen Risiken verbunden. Dienste wie Starlink erfordern in der Regel spezielle Hardware-Terminals, die für über 1000 US-Dollar auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden. Für die breite Bevölkerung in ländlichen Regionen oder ärmeren Stadtvierteln bleibt dieser Zugang unerreichbar. Zudem sind die Schüsseln auf den Dächern für Drohnen leicht aufzuspüren, was die Nutzer zur Zielscheibe von Spionagevorwürfen macht.

Hier setzt die D2C-Technologie an: Sie ermöglicht es herkömmlichen Smartphones, direkt eine Verbindung zu Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn (LEO) herzustellen. Es wird kein spezielles Modem benötigt. Die meisten Mobiltelefone, die nach 2020 produziert wurden, verfügen bereits über die notwendige Hardware. Dies würde die digitale Kluft schlagartig schließen und Informationen aus jenen Gemeinschaften demokratisieren, die derzeit unsichtbar gemacht werden.

Die iranische Netz- und Nachrichtensperre macht laut dem Bündnis deutlich, dass der Zugang zum freien Internet kein Luxusgut ist. Vielmehr handle es sich um eine Grundvoraussetzung für den Schutz von Menschenrechten.

Aktuelle Daten des IT-Dienstleisters Cloudflare zeigten in den vergangenen Stunden kurzfristig eine leichte Entspannung: Der landesweite Datenverkehr erreichte zuletzt wieder rund 30 Prozent des Niveaus vor der Blockade. Die Organisation Netblocks bestätigt, dass seit Freitagmorgen wieder vermehrt VPN-Tunnel aufgebaut werden könnten und Messaging-Dienste teils funktionierten. Doch die Erleichterung in Teheran ist von Sorge überschattet. Aktivisten befürchten, dass es sich nur um eine temporäre Lockerung handelt, um die Bevölkerung zu beruhigen oder Nutzer in staatlich kontrollierte Internetkorridore zu locken. Die internationale Konnektivität bleibt gering, die Zensur extrem scharf.

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Damit D2C sein lebensrettendes Potenzial entfalten kann, müssen laut dem Bündnis massive regulatorische Hürden fallen. Regierungen sollten Regulierungsausnahmen und Frequenzzugänge garantieren, heißt es in dem Appell, damit Satellitenanbieter auch ohne Zustimmung lokaler Despoten operieren dürfen. Zudem müssten Notfallprotokolle her, die eine sofortige, kostenlose Aktivierung der Dienste ermöglichten, sobald ein politisch motivierter Shutdown dokumentiert wird.

Der Iran ist kein Einzelfall. Von Myanmar bis zum Sudan nutzen Regime Shutdowns, um Gewalt zu verschleiern. Die technologische Machbarkeit von D2C ist laut den NGOs bewiesen. Was fehle, sei der koordinierte Wille zum Handeln. Die Politik dürfe Technologie nicht nur als Profitcenter sehen, sondern müsse sie als digitalen Rettungsanker für die Freiheit begreifen.

Dass Teheran den Informationsfluss kontrolliert, ist nicht neu. Doch die aktuelle Dimension der Abschottung ist beispiellos. Über Jahre arbeiteten die Behörden an der Einrichtung eines nationalen Netzes, dem sogenannten „Internet-e Halal“ (islamisches Netz) oder „Internet-e Melli“ (Volksinternet). Ziel ist eine digitale Parallelwelt, die nach außen hin abgeschottet ist, während interne Dienste für Banking oder Behörden kontrolliert weiterlaufen.

Alarmierend ist dabei die Intransparenz der Entscheidungsprozesse. Längst hat nicht mehr das offizielle Kommunikationsministerium das Sagen; die Fäden laufen bei den Sicherheitsorganen und Geheimdiensten zusammen. Diese nutzen das Netz als Waffe: Schätzungen gehen mittlerweile von über 16.500 getöteten Demonstranten aus, deren Schicksal hinter der digitalen Mauer verborgen bleiben sollte.

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(nie)



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heise+ Update vom 22. Januar 2026: Lesetipps fürs Wochenende


Liebe Leserinnen und Leser,

ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich die vergangenen Tage schon wieder zu viel gegessen habe. Meine guten Vorsätze kann ich also auch wieder getrost aufgeben – oder nicht? Kurz meinen Frust in Gemini eingetippt, bekomme ich folgende Antwort: „Tief durchatmen! Die Antwort ist ‚nein, es ist nicht alles verloren‘“. Und direkt danach erhalte ich auch schon einen Notfallplan, um gegen meinen Frust gegenzusteuern. Krass. Und ehrlicherweise: Das motiviert mich.

Mein Kollege Alexander Spier hat auch ausprobiert, wie KI beim Abnehmen und einer gesünderen Ernährung unterstützen kann. Ob per Fotoanalyse in einer App oder im geduldigen Zwiegespräch mit einem Chatbot – die Möglichkeiten, die eigenen Essgewohnheiten zu verstehen und zu verbessern, sind inzwischen ziemlich verblüffend. Lesen Sie rein.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „heise+ Update vom 22. Januar 2026: Lesetipps fürs Wochenende „.
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Berichtspflichten: 62 Milliarden Euro Bürokratiekosten für Unternehmen


Die Bürokratiekosten für deutsche Unternehmen wegen Berichtspflichten sind nach Angaben des Statistischen Bundesamts gesunken – doch liegen sie immer noch bei 62,5 Milliarden Euro pro Jahr. Vor einem Jahr wies die amtliche Statistik Kosten von 66,6 Milliarden Euro aus. Die Zahl der Informationspflichten ging von 12.390 im Januar 2025 auf 12.364 zurück. Abgefragt hat die Zahlen das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW).

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Von Informationspflichten spricht das Statistische Bundesamt, wenn aufgrund bundesrechtlicher Regelungen Daten oder sonstige Informationen beschafft, übermittelt oder verfügbar gehalten werden müssen. Dabei geht es zum Beispiel um Auswirkungen auf die Umwelt oder Informationen zum Arbeitsschutz. Die Kosten entstehen unter anderem für die Arbeitszeit der Beschäftigten, die diese Informationen zusammentragen. Die genannten Milliardensummen in der Statistik sind auf ein Jahr bezogene Hochrechnungen auf Grundlage der bestehenden Regeln.

Eine Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im ersten Quartal 2025 beziffert den Aufwand auch personell. Demnach hätten deutsche Betriebe seit 2022 rund 325.000 Arbeitskräfte zusätzlich eingestellt, um die gestiegene Bürokratie zu bewältigen. Als größte Belastung nannten die befragten Unternehmen die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Darauf folgten EU-IT-Sicherheitsverordnungen und das Lieferkettengesetz, das die Bundesregierung im September 2025 inzwischen aber teilweise entschärft hat. Insgesamt sei in der Wahrnehmung der Unternehmen die Bürokratielast massiv gewachsen.

Die schwarz-rote Koalition hat sich vorgenommen, die Bürokratiekosten deutlich zu senken und die Unternehmen von Berichtspflichten zu entlasten. Im Dezember haben Bund und Länder auch eine Modernisierungsagenda verabschiedet, die Bürokratiekosten um 25 Prozent senken soll. Erst Anfang Januar räumte Bundeskanzler Friedrich Merz allerdings ein, dass die Bürokratiekosten unverändert zu hoch seien.

BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht nannte die Summe von 62,5 Milliarden Euro einen „Konjunkturkiller“. „Die Bundesregierung hatte versprochen, den Bürokratie-Dschungel zu lichten. Tatsächlich sind die Berichtspflichten weiter auf Rekordniveau.“ Deutschland brauche einen „echten Bürokratie-Schredder“, meinte Wagenknecht.


(axk)



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Nach Übernahme durch Bending Spoons: Stellenabbau bei Vimeo


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Bei der Videoplattform Vimeo werden Stellen abgebaut: Die italienische Firma Bending Spoons, die Vimeo im vergangenen Herbst gekauft hat, bestätigte die Entlassungen dem Business Insider. Wie viele Personen davon betroffen sind, ist nicht bekannt.

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Laut Business Insider handelt es sich bereits um die zweite Runde Stellenabbau seit der Übernahme. Unmittelbar danach hatte Bending Spoons bereits 10 Prozent der Stellen gestrichen. Bending Spoons ist berüchtigt dafür, bei gekauften Firmen radikal durchzugreifen.

Die italienische Firma hat im November 1,38 Milliarden US-Dollar für Vimeo ausgegeben, was 7,85 US-Dollar pro Aktie entspricht. Im Zuge der Übernahme wurde Vimeo privatisiert, ist also nicht mehr an der Börse notiert. „Als Bending Spoons erwerben wir Firmen mit der Erwartung, sie für unbegrenzte Zeit zu besitzen und zu betreiben“, sagte Gründer und CEO Luca Ferrari zu der Übernahme.

Vimeo wurde 2004 in New York City gegründet und ist damit sogar etwas älter als YouTube. Dem Erfolg der YouTube hechtete Vimeo aber stets erfolglos hinterher. Die Firma IAC, die Vimeo 2006 gekauft hat, positionierte die Plattform verstärkt für den Business-Einsatz. 2021 ging Vimeo als eigenständige Firma an die Börse.

Bending Spoons ist eine italienische Firma mit Sitz in Mailand, die in den vergangenen Jahren zahlreiche Tech-Firmen gekauft hat. Dazu gehören unter anderem Evernote, Meetup, Wetransfer und Streamyard.

In Deutschland sorgte Bending Spoons vor allem durch die Übernahme der Wander-App Komoot für Aufsehen, die im März 2025 bekannt wurde. Nach der Übernahme hat Bending Spoons laut Wirtschaftswoche etwa drei Viertel der Angestellten entlassen. Auch bei anderen Übernahmen hat Bending Spoons jeweils einem Großteil der Belegschaft gekündigt.

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(dahe)



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