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Künstliche Intelligenz

KI-Revolution oder Jobkiller: Haben wir demnächst mehr Freizeit?


Zur Premiere der SXSW London 2025 hofften viele Teilnehmer noch, dass Künstliche Intelligenz ihre Jobs nicht gefährdet. In diesem Jahr hat sich das Blatt gewendet: Sehr viele Vorträge, Diskussionsrunden und Panels drehten sich darum, welche Rolle Menschen künftig überhaupt im Arbeitsprozess einnehmen werden und wie sich die Arbeit von LLMs und KI-Agenten beherrschen lässt.

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Laut Tech- und KI-Experte Azeem Azhar von Exponential View wurden 2023 viele KI-Unternehmen gegründet, ohne dass ihre Gründer tiefere Kenntnisse in Künstlicher Intelligenz hatten. 20 Prozent der Unternehmen behaupten aber, dass sie bereits daran verdienen.

Auf die Frage von MIT-Redakteur Will Douglas Heaven, wie viele Jobs durch KI bereits verloren gegangen seien, erklärte Azhar, es gebe keine Beweise, dass KI Jobs gekostet habe. Viele Unternehmen würden vorschieben, dass Entlassungen durch KI entstanden sind. Es klinge einfach besser, wenn jemand behauptet, „wir brauchen nicht mehr so viele Leute, weil wir so erfolgreich KI-Tools einsetzen“, statt einzugestehen, „die Firma läuft nicht so gut, deshalb müssen wir Leute entlassen“.


Grafik zeigt Arbeitslosenquoten und DiD-Koeffizienten nach KI-Exposition von 2016-2025.

Grafik zeigt Arbeitslosenquoten und DiD-Koeffizienten nach KI-Exposition von 2016-2025.

Laut einer Studie von Anthropic hatte KI bislang keinen messbaren Einfluss auf die Arbeitslosigkeit. Die rote Linie zeigt die Arbeitslosenquote von Arbeitnehmern in einem Job mit starkem KI-Einfluss, die blaue solche ohne KI-Einfluss.

(Bild: Anthropic)

Seine Einschätzung deckt sich mit einer Studie des Claude-Entwicklers Anthropic von März 2026 . Azhar räumte zugleich ein, dass die unsicheren weltpolitischen Umstände nur schwer von den Auswirkungen der KI zu trennen sind. So würden Investitionen angesichts von Kriegen, regionalen Konflikten und nicht zuletzt der Klimakrise zurückgehalten und Unternehmen würden keine neuen Leute mehr einstellen.


Radardiagramm zeigt theoretische und beobachtete KI-Abdeckung nach Berufsgruppen.

Radardiagramm zeigt theoretische und beobachtete KI-Abdeckung nach Berufsgruppen.

KI-Potenzial in einzelnen Berufszweigen laut einer Studie des KI-Betreibers Anthropic.

(Bild: Anthropic)

Die theoretischen Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz würden in der Praxis derzeit kaum umgesetzt, ergab die Anthropic-Studie. Wenn man bedenkt, dass ChatGPT gerade einmal dreieinhalb Jahre für alle verfügbar sei, habe sich bereits sehr viel verändert, findet Heaven. Er glaubt, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz insbesondere in der medizinischen Forschung und in der Mathematik schnell zu konkreten Anwendungen führen könne. In der Wissenschaft berge KI aber die Gefahr, dass sich Forschungsschwerpunkte unbeabsichtigt verschieben und die Wissenschaftler den Fokus verlieren.


Ling Ge von Tencent

Ling Ge von Tencent

Angesichts der hohen Kosten für Rechenleistung sollten Unternehmen genau überlegen, wofür sie KI nutzen, empfiehlt Ling Ge von Tencent.

(Bild: Ulrike Kuhlmann / heise medien)

Ling Ge von Tencent wies darauf hin, dass Unternehmen KI-Werkzeuge keinesfalls blind und überall einsetzen sollten. Die nötige Rechenleistung sei einfach zu teuer dafür, erklärte die strategische Beraterin des weltgrößten Gaming-Konzerns und Betreibers von WeChat. Die Quantencomputer-Spezialistin ist sich sicher, dass nur diejenigen Unternehmen auf lange Sicht überleben, die den Einsatz von KI-Modellen hinterfragen und sehr gezielt nutzen.

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Ein weiteres Problem: KI ist derzeit nicht vertrauenswürdig, findet Douglas Heaven. Dazu tragen aus seiner Sicht insbesondere Deep Fakes bei, die ein mächtiges Werkzeug seien, um andere zu verletzen; bei pornografischen Inhalten seien davon besonders Frauen betroffen. Außerdem würde mit Deep Fakes grundsätzliches Misstrauen erzeugt und die Bevölkerung – frei nach Hannah Arendt – verunsichert.


 Douglas Heaven und Azeem Azhar auf der SXSW London

 Douglas Heaven und Azeem Azhar auf der SXSW London

MIT-Journalist Douglas Heaven und Azeem Azhar diskutierten, wie sich KI auf den Arbeitsmarkt auswirkt.

(Bild: Ulrike Kuhlmann / heise medien)

Das gelte insbesondere für die Gruppe von Menschen, die jeglichen Einsatz von KI ablehnt. Da KI auf den ersten Blick meist sehr ähnliche Ergebnisse erziele wie ein Mensch, seien Deep Fakes zudem nur schwer als solche zu erkennen. Auch deshalb forsche man verstärkt an mechanistischer Interpretierbarkeit, also eine Art Reverse Engineering und Debugging. Es geht darum, die KI-Modelle nicht mehr als Black Box zu akzeptieren, sondern zu verstehen, wie sie reagieren und produzieren, um die Ergebnisse vorhersehbar zu machen.

Auch für Lucy Liu, Gründerin und Präsidentin des Fintech-Unternehmen Airwallex, spielt der Vertrauensaspekt eine wichtige Rolle. So könne man zwar übers Wochenende eine neue Anwendung vibe coden, doch das Vertrauen der Nutzer gewinne man in so kurzer Zeit keinesfalls; hier sei weiterhin viel menschliche Intervention nötig. Relevante Entscheidungen und Strategien müssten ohnehin von Menschen vorgegeben werden, erklärte Liu. Insofern revolutioniere KI die Arbeit nicht, sondern verändere sie nur.


 Lucy Liu. Gründerin des Fintech-Unternehmens Airwallex

 Lucy Liu. Gründerin des Fintech-Unternehmens Airwallex

Vibe Coding erlaubt es zwar, in kürzester Zeit Anwendungen zu produzieren, Strategien und relevante Entscheidungen müssen aber weiterhin von Menschen getroffen werden, findet Lucy Liu.

(Bild: Ulrike Kuhlmann / heise medien)

Diese positive Sicht auf KI teilen viele Menschen nicht, meint die ehemalige Präsidentin der britischen Handelskammer, Martha Lane Fox. Etliche hätten stattdessen Angst vor den Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz. Auch Lane-Fox ist sich sicher, dass sich die Rollen im Arbeitsleben in den kommenden Jahren stark verändern werden. Diese Änderungen müssten die Menschen jedoch akzeptieren lernen.


 Zoom-Gründer Eric Yuan

 Zoom-Gründer Eric Yuan

Der (natürlich per Zoom zugeschaltete) Zoom-Chef Eric Yuan ist sich sicher, dass wir künftig nur drei oder vier Tage pro Woche arbeiten werden.

(Bild: Ulrike Kuhlmann / heise medien)

Deutlich optimistischer blickt Zoom-Gründer und CEO Eric Yuan auf die Veränderungen. Er glaubt, dass wir in wenigen Jahren nur noch drei bis maximal vier Tage pro Woche arbeiten werden. Die KI könne dann viele Aufgaben rund um die Uhr, also 24/7 erledigen, ohne zu ermüden, ohne Urlaub zu nehmen. Er forderte die Menschen dazu auf, die längere Freizeit zu genießen, statt der Arbeit hinterherzutrauern. Wer die reduzierte Arbeitszeit finanziert, sagte Yuan auch auf Nachfrage nicht.


(uk)



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Künstliche Intelligenz

Schweizer Militär verlässt Microsoft-Cloud | heise online


Die Schweizer Armee vollzieht in ihrer IT-Infrastruktur eine Kehrtwende. Die Cybersicherheitsexperten der Schweizer Streitkräfte – allen voran das „Kommando Cyber“ und die Untereinheit für Cyber- und elektromagnetische Aktionen (CEA) – kehren dem Softwareriesen Microsoft den Rücken. Bis zum Oktober sollen sämtliche Mitarbeiter dieser Einheiten an ihren Arbeitsplätzen mit der quelloffenen Alternative OpenDesk ausgestattet werden. Der ambitionierte Fahrplan zeigt, wie akut der Handlungsbedarf in der Alpenrepublik eingeschätzt wird.

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Hintergrund dieses Schrittes ist laut dem Magazin Republik ein Strategiewechsel bei Microsoft. Zwar kooperiert die Schweiz schon lange mit dem US-Konzern. Doch bislang blieben sensible behördliche Daten in den eigenen, staatlichen Rechenzentren. Nun zwingt der Gigant Kunden aber zunehmend in die eigene Cloud-Infrastruktur. E-Mails, Dokumente, Kalenderdaten oder Videokonferenzen lassen sich künftig nur noch über die Server des US-Unternehmens abrufen. Für die Schweizer Armee, deren operative Daten zu großen Teilen als streng geheim klassifiziert sind, ist das ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko.

Die eidgenössischen Militärs befürchten dem Bericht zufolge, dass sensible militärische Informationen über diesen Umweg letztlich in die Hände der US-Regierung gelangen könnten. Der Chef des Kommandos Cyber, Simon Müller, gibt zu bedenken, dass Microsofts cloudbasiertes Office-Paket 365 für eine Armee mit höchsten Ansprüchen an Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität nicht geeignet sei. Solange Konzerne Gesetzen wie dem US Cloud Act unterlägen, seien sie für gewisse militärische Kontexte nicht nutzbar. Die Sorge vor versteckten Datenabflüssen an ausländische Geheimdienste wie die NSA wiegt schwer.

Brisanz erhält das Thema durch die aktuelle geopolitische Lage, in der digitale Infrastrukturen zunehmend als geopolitische Waffen instrumentalisiert werden. Jüngste Beispiele zeigen, wie rigoros die US-Regierung Tech-Konzerne an der Leine hält. So ordnete die US-Administration temporär Verkaufsverbote für bestimmte KI-Modelle ins Ausland an und zwang Microsoft zur Herausgabe des E-Mail-Verkehrs niederländischer Regierungsbeamter.

Besonders drastisch war die Deaktivierung der Nutzerkonten von Richtern des Internationalen Strafgerichtshofs nach US-Sanktionen. Diese Beispiele schüren in Europa die Angst vor einer willkürlichen Stilllegung von Programmen oder Systemen durch einen „Kill Switch“ oder aggressiven Lizenzkostenstrategien.

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Mit OpenDesk greift das Schweizer Militär auf ein Softwarepaket zurück, das vom deutschen Zentrum für Digitale Souveränität (Zendis) entwickelt wird und eine quelloffene Alternative zu MS 365 darstellt. Die Relevanz solcher Lösungen wächst im gesamten deutschsprachigen Raum. So migriert etwa das österreichische Bundesheer auf LibreOffice. Das IT-Systemhaus der Bundeswehr BWI schloss derweil mit Zendis einen Rahmenvertrag über souveräne Kommunikations- und Kollaborationssoftware wie OpenDesk. Die Suite soll sich zudem im öffentlichen Gesundheitsdienst und bei Sozialversicherern beweisen.

Die Schweiz macht sich bereits seit Längerem für digitale Souveränität stark. Ein seit Anfang 2024 geltendes Gesetz verpflichtet den Bund, den Quellcode von eigens entwickelter Behördensoftware offenzulegen. Das soll Abhängigkeiten von einzelnen Softwareherstellern verringern und für Transparenz sorgen. Die Armee hatte das Parlament eigentlich aus Sicherheitsgründen von dieser Pflicht ausgenommen. Das Cyberkommando unterwirft sich aber nun freiwillig dieser Open-Source-Linie.

Untersuchungen der zivilen Verwaltung in Zürich haben zwar ergeben, dass OpenDesk wegen fehlender Desktop-Apps, mangelnder Telefonie-Integration und unklarer Migrationskosten im normalen Büroalltag noch Defizite aufweise. Die IT-affinen Cyberspezialisten der Armee betrifft das aber kaum. Sie betreiben die Software autark in eigenen Rechenzentren und können selbst Anpassungen vornehmen.

Zudem engagiert sich die Armee als „Swiss Defense Forces“ auf Entwicklerplattformen wie Gitlab, reicht Verbesserungen zur Kryptografie ein und hat mit Loom bereits eine eigene Open-Source-Dokumentensuchmaschine veröffentlicht. Es geht laut den Verantwortlichen darum, nicht nur Konsument der digitalen Allmende zu sein, sondern auch aktiv etwas an die Community zurückgeben.


(nen)



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Bild-KI in WhatsApp und Instagram ausprobiert: Das kann Muse Image


Metas neue Bilderstellungs-KI hat auf einen Schlag Milliarden an potenziellen Nutzern. Denn im Juli 2026 veröffentlichte der US-Konzern mit Muse Image sein neuestes Modell direkt in WhatsApp und Instagram. Wahrscheinlich ist Muse Image sogar auf Ihrem Smartphone nur eine Wischgeste entfernt.

Die neuen Funktionen sind gut versteckt. Wer einen Status in WhatsApp oder eine Story auf Instagram veröffentlicht, kann diese nun per KI bearbeiten. Vorgefertigte Effekte sollen Selfies mehr Stil verleihen, sofern Sie nicht selbst prompten wollen. Oder Sie generieren direkt ein ganz neues Bild, statt echte Urlaubserinnerungen zu posten.

  • Muse Image ist das erste Bildmodell von Metas neuer KI-Abteilung Superintelligence Labs und wurde am 7. Juli 2026 veröffentlicht.
  • Nutzer aus Deutschland greifen direkt über WhatsApp oder Instagram auf die neuen Funktionen zu, um Bilder zu verändern oder zu erstellen.
  • Der Gratis-Spaß hat Grenzen: Ist das Tageslimit aufgebraucht, bringt Sie auch ein bezahltes Abo nicht weiter.

Wir haben die neuen generativen Funktionen in WhatsApp, Instagram und Metas AI-App angeschaut. Dieser Ratgeber erklärt, wo Sie die Funktionen finden, was damit möglich ist und an welchen Stellen Meta seinen Nutzern Grenzen setzt. Sie haben gar keine Lust auf KI? Dann folgen Sie unserer Anleitung, um der Verwendung Ihrer Fotos zum Training von Metas KI zu widersprechen.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Bild-KI in WhatsApp und Instagram ausprobiert: Das kann Muse Image“.
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Künstliche Intelligenz

Kundendaten bei Dienstleister abgeflossen: Datenschutzvorfall beim Lidl-Shop


Beim Discounter Lidl gab es einen Datenschutzvorfall. Das teilte das Unternehmen betroffenen Kunden mit. Unbefugte konnten sich bei einem Shop-Dienstleister Zugang zu einer Datei mit Kundendaten verschaffen und haben diese abgezogen. Lidl hat die zuständige Datenschutzbehörde informiert. Wer hinter dem Angriff steckt, ist unklar.

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Die Angreifer entwendeten Anrede, Vor- und Nachname, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und Kundennummer der betroffenen Kunden. Wie ein Sprecher uns auf Nachfrage mitteilte, sind weder Postanschriften noch Passwörter oder Zahlungsinformationen betroffen. Die Kundenkonten wurden nicht kompromittiert, stellt der Sprecher weiterhin fest.


Datenschutzvorfall bei Lidl

Datenschutzvorfall bei Lidl

Datenschutzvorfall bei Lidl

Der Angriff traf nicht die zentrale Datenbank des Shopsystems, sondern einen IT-Dienstleister des Handelskonzerns. Dieser habe sofort reagiert und „die erforderlichen Maßnahmen getroffen, um die IT-Systeme wieder vollständig abzusichern“, so die Sprecherin. Außerdem habe der Dienstleister Strafanzeige gestellt.

Hinweise auf einen Missbrauch der Daten gebe es keine, heißt es in der uns vorliegenden E-Mail. Dennoch sollen Betroffene wachsam gegenüber Phishing und Identitätsmissbrauch sein, empfiehlt Lidl.

Lidl gehört ebenso zur Schwarz-Gruppe wie der Cloud-Anbieter Schwarz Digits und das Sicherheitsunternehmen XM Cyber.

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(cku)



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