Entwicklung & Code
Meetings, Konferenzen und Workshops: Warum wir uns noch physisch treffen sollten
Wir haben heute alles, um uns nie wieder physisch begegnen zu müssen. Videocalls ersetzen Meetings, KI-Assistenten beantworten Fachfragen in Sekunden, Vorträge stehen auf YouTube, und asynchrone Kommunikation macht Zeitzonen irrelevant. Mein Unternehmen (die the native web GmbH) arbeitet seit der Gründung im Jahr 2012 vollständig remote, und das nicht als Notlösung, sondern als bewusste Entscheidung. Wir beraten Kundinnen und Kunden, entwickeln Software, produzieren Videos für YouTube und schreiben Fachartikel und Bücher, ohne dass dafür jemals jemand in ein Büro fahren müsste. Wir haben keines.
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Wenn man es streng betrachtet, sind physische Treffen in unserer Branche kaum noch zu rechtfertigen. Die Anreise kostet Zeit und Geld, die Umweltbilanz ist fragwürdig, die Hotels sind überteuert und nicht immer komfortabel. Einen Fachvortrag kann man auf YouTube schauen, eine Diskussion in einem Forum führen, einen Workshop über ein geteiltes Whiteboard abhalten. Trotzdem bin ich überzeugt, dass etwas Entscheidendes verloren geht, wenn man sich nur noch digital begegnet. Nicht, weil die digitale Welt schlecht funktioniert. Sondern, weil sie für eine bestimmte Kategorie von Erfahrung blind ist.
Die digitale Welt funktioniert hervorragend
Das soll kein Artikel werden, der Remote-Arbeit schlechtredet. Im Gegenteil: Remote ist für den Alltag der Softwareentwicklung eine ausgezeichnete Arbeitsform, die ich nicht mehr missen möchte. Code-Reviews, Pair-Programming, technische Abstimmungen, Kundenberatung, sogar Workshops lassen sich digital durchführen, und zwar gut. Wer das Gegenteil behauptet, hat es entweder nie ernsthaft versucht oder es mit den falschen Werkzeugen getan.
KI verstärkt diesen Effekt noch. Wissen, das früher nur auf Konferenzen oder in Fachgesprächen zugänglich war, steht heute jederzeit zur Verfügung. Man kann ein technisches Problem beschreiben und bekommt in Sekunden eine fundierte Einschätzung. Man kann sich in ein neues Themengebiet einarbeiten, ohne dafür einen Kurs zu besuchen oder eine Kollegin zu fragen. Die Barrieren für den Zugang zu Information waren noch nie so niedrig wie heute.
Und die Werkzeuge werden besser, nicht schlechter. Virtuelle Whiteboards erlauben kollaboratives Arbeiten in Echtzeit. Bildschirmfreigaben machen Code-Walkthroughs so transparent wie einen Blick über die Schulter. Automatische Transkriptionen halten fest, was besprochen wurde. In vielen Situationen ist die digitale Zusammenarbeit der physischen sogar überlegen, weil sie dokumentierbar, durchsuchbar und reproduzierbar ist.
Die Frage ist also nicht, ob die digitale Welt funktioniert. Sie funktioniert. Die Frage ist, ob sie für alles reicht. Und die ehrliche Antwort darauf lautet: Nein. Nicht, weil ihr etwas Technisches fehlt, sondern weil bestimmte Formen der menschlichen Wahrnehmung an physische Präsenz gebunden sind.
Was durch den Bildschirm nicht passt
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Stellen Sie sich einen Raum vor, in dem 200 Menschen sitzen und einem Vortrag zuhören. Im Raum herrscht eine bestimmte Energie: aufmerksame Stille, gelegentliches Nicken, ein leises Raunen bei einer überraschenden These. Oder eben das Gegenteil: unruhiges Hin- und Herrutschen, verstohlene Blicke auf Smartphones, ein spürbares Desinteresse. Beide Zustände transportieren Information, und zwar wichtige Information darüber, ob eine Idee Resonanz findet oder ins Leere läuft. Diese Information existiert in keinem Video, in keinem Transkript und in keinem Chat-Protokoll.
Dasselbe gilt für die Kaffeepause. In einem Videocall gibt es keine Kaffeepause. Es gibt eine Bildschirmpause, in der man aufsteht, sich einen Kaffee holt und auf das eigene Smartphone schaut. In einer physischen Kaffeepause dagegen passiert etwas anderes: Man kommt mit jemandem ins Gespräch, den man vorher nicht kannte. Man hört zufällig ein Gesprächsfragment, das einen aufhorchen lässt. Man stellt sich zu einer Gruppe, die über ein Problem diskutiert, das man selbst gerade hat. Nichts davon ist geplant, und genau das ist der Punkt.
Digitale Kommunikation ist zielgerichtet. Man öffnet einen Call, um ein bestimmtes Thema zu besprechen. Man schreibt eine Nachricht, weil man eine konkrete Frage hat. Man schaut ein Video, weil man etwas Bestimmtes lernen will. Physische Begegnung dagegen ist offen. Sie lässt Raum für das Ungeplante, das Zufällige, das Beiläufige. Und in meiner Erfahrung entsteht genau dort oft das Wertvollste.
Ich habe das in meiner eigenen Laufbahn mehrfach erlebt. 2011 bin ich zur ersten Node.js Conference Italy nach Brescia gereist. Rein rational hätte ich mir die Vorträge irgendwann als Aufzeichnung ansehen können. Aber was mich dort erreicht hat, war nicht der Inhalt der Talks. Es war die Atmosphäre: 250 Menschen aus ganz Europa, die für eine Technologie brannten, die damals kaum jemand kannte. In diesem Raum wurde mir klar, dass Node.js kein Experiment bleiben würde. Diese Erkenntnis hätte mir kein Video vermittelt. Sie entstand nicht aus dem, was gesagt wurde, sondern aus dem, was im Raum spürbar war.
Inspiration entsteht selten am Schreibtisch
Für den Alltag ist der Schreibtisch der richtige Ort. Dort wird Code geschrieben, dort werden Architekturen entworfen, dort entstehen Artikel und Präsentationen. Der Schreibtisch ist der Ort der Ausführung, und Remote-Arbeit optimiert ihn auf beeindruckende Weise. Man arbeitet ungestört, in seinem eigenen Rhythmus, mit seinen eigenen Werkzeugen. Das ist produktiv, effizient und für viele Menschen auch die angenehmere Arbeitsform.
Aber Neues entsteht selten im Modus der Ausführung. Inspiration braucht einen anderen Zustand: eine gewisse Offenheit, eine Bereitschaft, sich von etwas Unerwartetem treffen zu lassen. Wer jeden Tag am selben Schreibtisch sitzt, dieselben Werkzeuge nutzt und dieselben Kanäle konsumiert, bewegt sich in einem geschlossenen System. Die Impulse, die hereinkommen, sind gefiltert, kuratiert, algorithmisch ausgewählt. Sie bestätigen bestehende Annahmen, statt sie in Frage zu stellen. Das ist kein böser Wille der Algorithmen, es ist ihre Funktionsweise: Sie zeigen, was zum bisherigen Verhalten passt, nicht was davon abweicht.
Physische Begegnung durchbricht dieses System, weil sie ungefiltert ist. Man nimmt Stimmungen wahr, Körpersprache, Begeisterung, Skepsis. Man wird mit Perspektiven konfrontiert, die man sich nicht selbst ausgesucht hat. Man erlebt, wie andere Menschen über Probleme denken, die man selbst aus einer völlig anderen Richtung betrachtet. Und manchmal reicht ein einziger solcher Moment, um einen Gedanken auszulösen, der monatelange Arbeit beeinflusst. Nicht weil der Gedanke so brillant wäre, sondern weil er in einem Kontext entsteht, der ihn wirksam macht.
Das gilt nicht nur für Konferenzen. Es gilt genauso für den Workshop bei einer Kundin oder einem Kunden, bei dem man zum ersten Mal die tatsächliche Dynamik eines Teams erlebt, statt sie aus Jira-Tickets und Slack-Nachrichten zu rekonstruieren. In einem Remote-Call sieht man Gesichter in kleinen Kacheln. Vor Ort sieht man, wer mit wem spricht, wer schweigt, wer die Augen verdreht, wenn ein bestimmtes Thema aufkommt. Man spürt, wo die eigentlichen Spannungen liegen und wo die Energie ist. Diese Wahrnehmung ist für eine Beraterin oder einen Berater Gold wert, weil sie Probleme sichtbar macht, die in keinem Dokument stehen.
Es gilt für das Meetup, bei dem man in einer fremden Stadt zum ersten Mal eine lokale Community kennenlernt und feststellt, dass die Probleme, die man für einzigartig hielt, anderswo längst gelöst sind. Und es gilt für das Gespräch beim Abendessen nach einem langen Konferenztag, in dem mehr strategische Klarheit entsteht als in zehn geplanten Videocalls. Solche Gespräche haben keinen Zeitslot, keine Agenda und kein geteiltes Dokument. Genau deshalb sind sie so produktiv.
Der Unterschied zwischen Information und Erfahrung
Einen Vortrag auf YouTube anzuschauen, liefert Information. Denselben Vortrag live zu erleben, die Reaktionen im Publikum zu spüren und danach mit der Speakerin ins Gespräch zu kommen, liefert Erfahrung. Beides hat seinen Wert, aber es ist nicht dasselbe. Und wer den Unterschied für irrelevant hält, unterschätzt die Rolle, die Erfahrungen bei Entscheidungen spielen.
Information lässt sich verlustfrei digitalisieren. Ein Fachvortrag verliert nichts, wenn man ihn als Video anschaut. Die Folien sind dieselben, die Worte sind dieselben, die Codebeispiele sind dieselben. Wer ausschließlich nach Information sucht, kann sich die Anreise tatsächlich sparen. Insofern haben diejenigen, die Konferenzen für überflüssig erklären, auf dieser Ebene durchaus recht.
Erfahrung dagegen lässt sich nicht digitalisieren, weil sie aus dem Zusammenspiel von Inhalt, Kontext und eigenem Erleben entsteht. Die Erfahrung, in einem Raum voller Gleichgesinnter zu sitzen, ist eine andere als die, allein vor dem Bildschirm denselben Vortrag zu sehen. Die Erfahrung, einer Speakerin gegenüberzustehen und eine Frage zu stellen, ist eine andere als die, einen Kommentar unter ein Video zu schreiben. Die Erfahrung, beiläufig mitzubekommen, worüber sich die Menschen in den Pausen unterhalten, ist eine andere als die, eine kuratierte Zusammenfassung zu lesen.
Wir betreiben einen YouTube-Kanal mit rund 60.000 Abonnentinnen und Abonnenten. Keine Konferenz der Welt versammelt so viele Menschen in einem Raum für einen einzelnen Vortrag. Rein quantitativ ist YouTube der physischen Bühne haushoch überlegen. Aber Reichweite und Wirkung sind nicht dasselbe.
Wenn ich ein Video aufnehme, spreche ich in eine Kamera. Ich sehe keine Gesichter, bekomme keine Reaktionen, spüre nicht, ob ein Gedanke ankommt oder ob ich mein Publikum verliere. Die Kommentare unter dem Video kommen Stunden oder Tage später, oft losgelöst vom eigentlichen Kontext. Auf einer Konferenz dagegen sehe ich sofort, was funktioniert und was nicht. Und danach entstehen Gespräche, die neue Richtungen eröffnen. Solche Gespräche haben mir schon ganze Projekte eingebracht, neue Denkansätze vermittelt und Kooperationen angestoßen, die über Jahre getragen haben.
In einem persönlichen Gespräch entsteht etwas, das über den reinen Informationsaustausch hinausgeht: Vertrauen, Verbindung und manchmal der Beginn einer Zusammenarbeit, die man vorher nicht für möglich gehalten hätte. Kein Algorithmus kann das erzeugen.
Die Gegenargumente sind berechtigt
Natürlich gibt es berechtigte Einwände gegen physische Treffen. Die Umweltbilanz von Flugreisen und Hotelübernachtungen ist nicht zu ignorieren. Die Kosten für Anreise, Unterkunft und Konferenztickets summieren sich schnell. Die Zeit, die man unterwegs verbringt, fehlt für produktive Arbeit. Und nicht jede Konferenz ist die Reise wert: Es gibt durchaus Veranstaltungen, bei denen man nach zwei Tagen feststellt, dass man die wesentlichen Erkenntnisse auch in einem einstündigen Video hätte aufnehmen können.
Diese Einwände ernst zu nehmen bedeutet, bewusster zu entscheiden, wann physische Präsenz ihren Aufwand rechtfertigt und wann nicht. Nicht jedes Meeting braucht einen Raum. Nicht jeder Workshop muss vor Ort stattfinden. Nicht jede Konferenz verdient die Anreise. Wer wahllos zu jeder Veranstaltung fährt, verschwendet Ressourcen. Aber die pauschale Schlussfolgerung, dass physische Treffen ein Relikt vergangener Zeiten seien, ist ebenso falsch wie die Behauptung, Remote-Arbeit sei nur ein vorübergehender Trend. Beides sind Extrempositionen, die der Realität nicht gerecht werden. Die Realität ist differenzierter: Manche Situationen verlangen Präsenz, andere nicht, und die Kunst liegt darin, den Unterschied zu erkennen.
Was hilft, ist eine einfache Unterscheidung: Geht es um den Austausch von Information oder um das Sammeln von Erfahrung? Geht es um die Abarbeitung bekannter Aufgaben oder um die Suche nach neuen Impulsen? Geht es um Effizienz oder um Inspiration? Wenn die Antwort in Richtung Information, Abarbeitung und Effizienz weist, ist Remote die bessere Wahl. Wenn sie in Richtung Erfahrung, Impulse und Inspiration weist, lohnt sich der Weg.
Der Raum, den es nur in der physischen Welt gibt
Die Frage ist nicht, ob man sich physisch oder digital trifft. Die Frage ist, wann welcher Modus seine Stärken ausspielt. Und die Antwort darauf ist im Grunde einfach: Für den Alltag ist die digitale Welt überlegen. Für die Momente, die den Alltag verändern, ist physische Begegnung durch nichts zu ersetzen.
Das bedeutet in der Praxis, sich bewusst zu fragen: Wann lohnt sich der Aufwand? Wenn ich einen Kunden zum ersten Mal treffe und verstehen will, wie sein Unternehmen tickt, fahre ich hin. Wenn wir im dritten Sprint das nächste Inkrement planen, reicht ein Videocall. Wenn ich auf einer Konferenz das Gespür dafür entwickeln will, wohin sich eine Community bewegt, bin ich vor Ort. Wenn ich einen bestimmten Vortrag sehen will, schaue ich ihn auf YouTube.
Ich werde weiterhin remote arbeiten. Ich werde weiterhin Videos drehen und Artikel schreiben und Wissen digital vermitteln. Aber ich werde genauso weiterhin in Züge und Flugzeuge steigen, in überteuerten Hotels schlafen und mich mit Menschen in einem Raum treffen. Nicht trotz der digitalen Möglichkeiten, sondern weil ich ihren Wert kenne und deshalb auch ihre Grenzen sehe.
Denn am Ende ist die wichtigste Erkenntnis, die ich in über 20 Jahren in dieser Branche gewonnen habe, nicht aus einem Buch, einem Video oder einem Chat gekommen. Sie ist in einem Raum entstanden, in dem Menschen zusammenkamen, die für dieselbe Sache brannten. Und diesen Raum gibt es nur in der physischen Welt. Kein Algorithmus kann ihn simulieren, kein Bildschirm kann ihn ersetzen, und kein noch so gutes Remote-Set-up kann die Energie reproduzieren, die entsteht, wenn Menschen sich an einem Ort versammeln, weil ihnen etwas wirklich wichtig ist.
(who)
Entwicklung & Code
Gas Town 1.0.0: Agenten brauchen jetzt eine Freigabe
Gas Town hat Version 1.0.0 erreicht und gilt damit als produktionsreif. Nach 14 Vorabversionen (v0.5.0 bis v0.13.0) bringt das Release vor allem mehr Stabilität, bessere Sicherheit und neue Werkzeuge für die Orchestrierung komplexer Abläufe. Im Mittelpunkt stehen eine Workflow-basierte Ausführung, die direkte Anbindung an GitHub Merge Queues sowie zusätzliche Kontroll- und Schutzmechanismen für automatisierte Systeme.
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Gas Town ist ein Open-Source-Projekt, das Entwicklungs- und Automatisierungsprozesse orchestriert – insbesondere mehrstufige, teils agentenbasierte Workflows. Konzepte wie „Formulas“, „Polecats“ oder „Refinery“ stehen für die Verbindung strukturierter Abläufe mit automatisierten Akteuren, die sich in bestehende Entwicklungsumgebungen wie GitHub einfügen. Entwickler arbeiten dazu nur mit einem einzigen, zentralen Agenten zusammen, dem Mayor, der die anderen Agenten selbsttätig ins Leben ruft und orchestriert.
Mehrstufige Workflows und GitHub-Merge-Queue-Anbindung
Die wichtigste funktionale Neuerung sind Workflow-Formeln. Der neue Typ „workflow“ in gt formula run erlaubt es, mehrstufige, interaktive Abläufe zu definieren und auszuführen. Statt einzelner Befehle lassen sich damit ganze Prozessketten abbilden – etwa Codegenerierung, Testlauf und Pull-Request-Erstellung in einem Durchgang. Für Entwicklungsteams entspricht das einer leichtgewichtigen Workflow-Engine, die besonders bei KI-gestützten Prozessen nützlich ist.
Dazu passend bindet die Komponente „Refinery“ jetzt nativ GitHub Merge Queues an. Mit merge_strategy=pr reiht Gas Town Pull Requests direkt in die Warteschlange ein. GitHub führt Änderungen dann seriell und erst nach erfolgreichem CI-Lauf zusammen. In automatisierten Setups entfällt damit ein guter Teil der eigenen Merge-Logik, gleichzeitig sinkt das Risiko von Konflikten durch parallele Änderungen.
Windows-Support
Version 1.0 bringt außerdem einen ersten Windows-Support. Gas Town implementiert dafür plattformspezifisches Signal-Handling, Prozessmanagement und die Nachverfolgung von tmux-Prozesshierarchien. Da sich diese Mechanismen unter Windows grundlegend von Unix unterscheiden, war eine eigene Umsetzung nötig. Teams mit gemischten Betriebssystemlandschaften können Gas Town damit erstmals durchgängig einsetzen.
Sicherheit und Governance
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Beim Thema Sicherheit bündelt das Release mehrere Maßnahmen. Die Entwickler haben eine SQL-Injection-Lücke in dolt_remotes geschlossen. Ein neuer „PreToolUse“-Guard blockiert kritische Systemeingriffe wie sudo-Aufrufe oder Paketinstallationen. Zusätzlich lehnt Gas Town unsignierte Binärdateien ab. Die Kombination aus Schwachstellenbehebung und Laufzeitkontrollen zielt vor allem auf agentenbasierte Szenarien, in denen automatisierte Akteure potenziell gefährliche Aktionen auslösen könnten.
Neu sind auch „Mayor Approval Gates“ als Governance-Mechanismus. Bevor ein Polecat – also ein ausführendes Modul oder ein Agent – seinen Wirkungsbereich erweitert, braucht er eine Freigabe. Das betrifft etwa den Zugriff auf zusätzliche Ressourcen oder Komponenten. Das Prinzip ähnelt Policy-Engines oder Human-in-the-Loop-Ansätzen und soll verhindern, dass automatisierte Systeme eigenmächtig ihre Berechtigungen ausweiten.
Ein neues Rate-Limit-Watchdog-Plugin rundet das Release ab. Es erkennt HTTP-429-Antworten und stoppt den betroffenen Prozess automatisch. Das verhindert, dass Workflows bei API-Überlastung in Endlosschleifen laufen oder ungewollt hohe Kosten verursachen.
Alle Details zur Version 1.0.0 finden sich in den Release Notes auf der GitHub-Projektseite von Gas Town.
(fo)
Entwicklung & Code
Neu in .NET 10.0 [18]: Webserver als File-based App
Das direkte Übersetzen und Starten von C#-Dateien nennt Microsoft File-based Apps. Es ist auch möglich, einen Kestrel-Webserver innerhalb einer solchen App zu starten. Unten stehendes Beispiel zeigt eine ASP.NET Core Minimal WebAPI als eigenständige C#-Datei. Das Hosting erfolgt in dem in ASP.NET Core mitgelieferten Webserver Kestrel.
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Dr. Holger Schwichtenberg ist technischer Leiter des Expertennetzwerks www.IT-Visions.de, das mit 53 renommierten Experten zahlreiche mittlere und große Unternehmen durch Beratungen und Schulungen sowie bei der Softwareentwicklung unterstützt. Durch seine Auftritte auf zahlreichen nationalen und internationalen Fachkonferenzen sowie mehr als 90 Fachbücher und mehr als 1500 Fachartikel gehört Holger Schwichtenberg zu den bekanntesten Experten für .NET und Webtechniken in Deutschland.
In der File-based App wird Microsoft.NET.Sdk.Web als SDK angegeben. Als NuGet-Pakete werden Microsoft.AspNetCore.OpenApi und Humanizer verwendet. Die Ahead-of-Time-Kompilierung, die in File-based Apps Standard ist, ist hier deaktiviert, um Warnungen des JSON-Serialisierers zu vermeiden.
Folgender Code zeigt den Webserver auf Basis von ASP.NET Core mit einem Minimal-WebAPI-Endpunkt und OpenAPI-Metadaten:
#:sdk Microsoft.NET.Sdk.Web
#:package Microsoft.AspNetCore.OpenApi@10.*-*
#:package Humanizer@2.14.1
#:property Version=1.1.4
#:property PublishAot=false
using Humanizer;
using Microsoft.OpenApi;
// Webserver einrichten
var builder = WebApplication.CreateBuilder();
builder.Services.AddOpenApi();
var app = builder.Build();
app.MapOpenApi(); //
app.MapGet("/", () =>
{
// Daten für Operation
var d = new Data
{
Version = "9.0",
Release = "2024-11-12"
};
var dotNet9Released = DateTimeOffset.Parse(d.Release);
var since = DateTimeOffset.Now - dotNet9Released;
return $"It has been {since.Humanize()} since .NET {d.Version} was released.";
});
app.MapGet("/data", () =>
{
var d = new Data
{
Version = "9.0",
Release = "2024-11-12"
};
return Results.Json(d);
});
app.Run();
class Data
{
///
/// Version of the .NET release.
///
public string? Version { get; set; }
///
/// Release date of the .NET version.
///
public string? Release { get; set; }
}

Start und Ausgabe des Webservers (Abb. 1)
(rme)
Entwicklung & Code
software-architektur.tv: Was Developer von anarchistischen Denkern lernen können
Andrew Harmel-Law, Tech Principal beim Beratungsunternehmen Thoughtworks, hat eine ungewöhnliche Verbindung zwischen anarchistischer Theorie und moderner Softwarearchitektur aufgedeckt. Ausgangspunkt ist das 1966 erschienene Buch „Patterns of Anarchy“ von Leonard I. Krimerman und Lewis Perry – eine Anthologie anarchistischer Aufsätze, die auch Christopher Alexander als Inspiration für sein einflussreiches Werk „A Pattern Language“ diente.
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Harmel-Law stieß auf die Sammlung, weil Alexander sie in seinem 1977 veröffentlichten Standardwerk zitierte. Alexanders Konzept der Pattern Language – 253 Entwurfsmuster für Architektur und Städtebau – hat auch die Softwarebranche nachhaltig geprägt. Die berühmten Design Patterns der sogenannten Gang of Four aus dem Jahr 1994 gehen direkt auf Alexanders Arbeit zurück.
Die Anthologie von Krimerman und Perry versammelt Texte zur anarchistischen Tradition und behandelt unter anderem alternative Gemeinschaftsmodelle und Organisationsprogramme. Besonders der Abschnitt „Constructive Anarchism: Alternative Communities and Programs“ widmet sich praktischen Aspekten dezentraler Organisationsformen – ein Thema, das in der Softwareentwicklung aktueller ist denn je. Darüber sprechen Andrew Harmel-Law und Eberhard Wolff in dieser englischsprachigen Folge des Videocasts software-architektur.tv.
Der auf agile Methoden und Domain-Driven Design spezialisierte Berater Andrew Harmel-Law sieht deutliche Parallelen zwischen anarchistischen Organisationsideen und modernen Entwicklungspraktiken. Dezentrale, autonome Strukturen und föderale Entscheidungsprozesse, wie sie anarchistische Denker beschrieben, spiegeln sich in agilen Teams, Open-Source-Communities und selbstorganisierten Entwicklungsgruppen wider. Harmel-Law wird einige der interessantesten Erkenntnisse aus seiner Perspektive als Student des soziotechnischen Organisationsdesigns teilen. Manchmal wird er eigene Kommentare hinzufügen. Und natürlich stellt sich die Frage, inwiefern dies mit Softwareentwicklung zusammenhängt.
Livestream am 10. April
Die Folge wird am Freitag, 10. April 2026, live ab 13 Uhr gestreamt. Während des Livestreams können Interessierte Fragen via Twitch-Chat, YouTube-Chat oder anonym über das Formular auf der Videocast-Seite einbringen.
software-architektur.tv ist ein Videocast von Eberhard Wolff, iX-Blogger und bekannter Softwarearchitekt, der als Head of Architecture bei SWAGLab arbeitet. Zum Team gehören außerdem Lisa Maria Schäfer (Socreatory) und Ralf D. Müller (DB Systel). Seit Juni 2020 sind über 250 Folgen entstanden, die unterschiedliche Bereiche der Softwarearchitektur beleuchten – mal mit Gästen, mal Wolff, Schäfer oder Müller solo. Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren berichtet heise Developer über die Episoden.
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(map)
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