Jedes Mal, wenn eine Smartglass in Eurer Nähe aktiv ist, passiert im Hintergrund etwas, das für das menschliche Auge verborgen bleibt. Damit die Brillen ihre KI-Funktionen nutzen oder Videos synchronisieren können, senden sie permanent Signale aus. Es ist ein ständiger digitaler „Handshake“ via Bluetooth Low Energy (BLE), welcher verrät, dass hier gerade Technik getragen wird, die potenziell alles sieht, was Ihr auch seht. Genau diese Schwachstelle in der Tarnung macht sich eine neue App zunutze, die gerade durch die Tech-Foren geht – allerdings gibt es einen Haken für alle iPhone-Nutzer.
Die App heißt „Nearby Glasses“ und sie fungiert im Grunde wie ein Metalldetektor für Eure Privatsphäre. Anstatt darauf zu hoffen, dass die kleine Aufnahme-LED an der Brille Eures Gegenübers hell genug leuchtet, nutzt die Anwendung den sogenannten RSSI-Wert (Received Signal Strength Indicator).
Die App scannt Eure Umgebung in Echtzeit nach den spezifischen Bluetooth-Kennungen der großen Hersteller wie Meta oder Snap. Weitere Hersteller sollen wohl noch in den kommenden Monaten folgen. Über den RSSI-Wert misst Euer Smartphone die Stärke des eingehenden Signals. Je höher dieser Wert, desto näher ist die Brille an Euch dran. Sobald die Signalstärke einen kritischen Schwellenwert überschreitet, schlägt Euer Handy Alarm. Und das wahlweise diskret per Vibration in der Hosentasche oder als Notification auf Eurer Smartwatch.
Nur für Android-User
Wer jetzt im Apple App Store sucht, wird allerdings enttäuscht. Aufgrund der restriktiven Bluetooth-Berechtigungen unter iOS ist „Nearby Glasses“ aktuell nur für Android-Geräte verfügbar. Nur unter Googles Betriebssystem haben Entwickler den nötigen tiefen Zugriff auf die Bluetooth-Schnittstelle, um die Umgebung permanent im Hintergrund nach diesen „Wearable-Signaturen“ zu scannen.
Zwischen Sicherheit und Paranoia
Natürlich ist die Technik nicht ohne Tücken. Ein hoher RSSI-Wert verrät Euch zwar, dass Hardware in der Nähe ist, aber die App kann nicht immer unterscheiden, ob Euer Sitznachbar im Bus eine Kamera-Brille trägt oder nur ein VR-Headset im Rucksack verstaut hat. Zudem können Profis die Kennungen theoretisch verschleiern.
Jetzt seid Ihr dran: Würdet Ihr so eine Radar-App im Alltag nutzen oder ist Euch das Thema egal? Schreibt uns Eure Meinung unten in die Kommentare



