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Künstliche Intelligenz

Missing Link: Wir suchen Terroristen (m/w/d)


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

In diesen Tagen feierten zwei große deutsche Behörden Geburtstag. Im Beisein der Politik feierte in Wiesbaden das Bundeskriminalamt (BKA, 9300 Mitarbeiter, Etat 1,24 Milliarden) seinen 75. Geburtstag. In kleinerem Rahmen beging der Bundesnachrichtendienst (BND, 6500 Mitarbeiter, Etat 1,5 Milliarden) seinen 70. Geburtstag. Nimmt man den Vorläufer unseres Auslands-Geheimdienstes hinzu, die von den USA kontrollierte „Organisation Gehlen“, sind beide annähernd gleich alt.

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Eine weitere Gemeinsamkeit stammt aus der aktuellen Werbekampagne des BND (“Wir suchen Terroristen (m/w/d“), der rund 1100 offene Stellen besetzen muss. Und: beide Behörden wollen erweiterte Befugnisse und sollen sie auch bekommen.

Am 15. März 1951 wurde mit dem ersten BKA-Gesetz das länderübergreifende Bundeskriminalamt gegründet. Die gesetzliche Vorgabe war notwendig, weil es nach den Erfahrungen des Nationalsozialismus keine zentral geführte Polizei geben sollte. Neben den Landeskriminalämtern wurde eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die zunächst in Hamburg angesiedelt war und dann nach Wiesbaden in eine ehemalige Jugendherberge zog. Eine Außenstelle wurde in Bad Godesberg installiert und war für Personenschutz bei Verfassungsorganen zuständig.

Mit 355 Beamten startete das BKA zügig den Koordinierungsauftrag. Bereits im Juni 1952 wurde der Beitritt zu Interpol vollzogen und das BKA als Nationale Zentralstelle installiert. 1953 wurde der erste Neubau fertig.

Das BKA wurde wesentlich vom ehemaligen SS-Mann Paul Dickkopf aufgebaut, dem Leiter der Interpol-Kontaktstelle. Er sorgte dafür, dass die leitenden Stellen mit Personen besetzt wurden, die einen SS-Dienstgrad besaßen. Dickkopf baute die organisatorische Gliederung wie die Arbeitsanweisungen der Abteilungen nach dem Vorbild des Reichskriminalpolizeiamtes auf.

Diese Kontinuität war keine Besonderheit des BKA, sondern galt auch für den BND, was aber lange Zeit verdrängt wurde. Erst mit dem Buch des Kriminalisten Dieter Schenk „Auf dem rechten Auge blind. Die braunen Wurzeln des BKA“ begann die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit der BKA-Beamten. Sie gipfelte 2007 in der Einrichtung einer Forschungsgruppe durch den damaligen BKA-Präsidenten Jörg Ziercke, die den zahlreichen Verwerfungen nachging, etwa bei der kriminaltechnischen Untersuchung von Kriegsverbrechen. Die Aufgaben wurden verschleppt, bis es nichts mehr zu untersuchen gab.

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Bereits zur Einrichtung des Bundeskriminalamtes erschien 1951 in der „Kriminalistik“ ein Artikel über die „Mechanisierte Verbrechensbekämpfung“, in der der Autor über ein Lochkartenverfahren als Fahndungsverfahren schwärmte. Doch nach den Erfahrungen des Dritten Reiches mit dem lochkartengesteuerten „Volkszählen, Identifizieren und Aussondern“ (Götz Aly) gab es in der jungen Bundesrepublik nur dezentrale Meldesysteme. Es dauerte bis 1967, bis das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein mit einer IBM /360-40 und einer Personen-Erkenntnis-Datei die computerisierte Fahndung einführte. Als Terminals dienten Fernschreiber in ausgewählten Polizeidienststellen.

Der entscheidende Wandel fand Anfang der 70er Jahre statt, als das BKA mit einem neuen BKA-Gesetz erstmals eigene Fahndungsbefugnisse erhielt. 1972 konnte das erste Fahndungssystem INPOL gestartet werden, das erst 2003 abgeschaltet und durch INPOL-Neu ersetzt wurde. Auf dieses System folgte ein System, das PIOS (Personen, Institutionen, Objekte, Sachen) genannt wurde.

Der breiten Öffentlichkeit wurde das BKA durch „Kommissar Computer“ bekannt, wie der BKA-Beamte Horst Herold genannt wurde. Herold saß ab 1969 in einer Kommission zur Reform des BKA und beschäftigte sich mit den PIOS-Fahndungsdatenbanken. Als sich 1970 die Rote Armee Fraktion gründete, übernahm er die Leitung des BKA, und versuchte, ihre Mitglieder mit der negativen Rasterfahndung zu finden. Bei der Suche nach der RAF-Geisel Hanns-Martin Schleyer versagte das System, weil die entscheidende Nachricht eines Polizisten über eine konspirative Wohnung in Erftstadt-Liblar nicht in das System eingepflegt wurde. Herold wurde von Innenminister Gerhart Baum in den Ruhestand geschickt.




Was fehlt: In der rapiden Technikwelt häufig die Zeit, die vielen News und Hintergründe neu zu sortieren. Am Wochenende wollen wir sie uns nehmen, die Seitenwege abseits des Aktuellen verfolgen, andere Blickwinkel probieren und Zwischentöne hörbar machen.

Mittlerweile verfügt das BKA über etliche Fahndungsinformationssysteme, von denen die Architektur „Polizei 2020“ das ehrgeizigste System ist. Es sollte bis 2020 realisiert werden, ist nun auf dem Weg vielleicht im Jahr 2030 zu starten, und kommt unter dem neuen Namen P20 stetig voran, wie es heißt. Immerhin beschäftigt die Arbeit die IT-Kriminalisten so gut, dass beim BKA nicht daran gedacht wird, Software der US-amerikanischen Firma Palantir zu nutzen, die von den Landespolizeien in Hessen und Bayern genutzt wird.

Am 12. März gab es in Wiesbaden einen Festakt zum 75. Geburtstag. In seiner Rede vor den BKA-Beamten und den eingeladenen Gästen betonte Bundeskanzler Friedrich Merz, dass Deutschland ein sicheres Land ist – und sagte dem BKA seine volle Unterstützung zu, neue, erweiterte Befugnisse einzurichten. Neben dem Schutz vor zunehmenden Cyberangriffen müssten das BKA und andere Sicherheitsbehörden Befugnisse haben, Cyberangriffe „aktiv zu unterbinden“. Damit spielte Merz auf das Gesetz zur Stärkung der Cybersicherheit an, mit dem das BKA feindliche Infrastruktur stören oder beschädigen kann.

Zudem spielte Merz auf den Fall Daniela Klette an, die von einem Journalisten mit einem Gesichtserkennungsprogramm enttarnt wurde. „Deshalb ist für uns klar: Unsere Polizeibehörden brauchen für ganz bestimmte Zwecke die Befugnisse, automatisierte, KI-basierte Datenanalysen vorzunehmen. Das darf nicht mit Zufallsfunden von Journalisten einhergehen, sondern muss Ergebnis systematischer Polizeiarbeit in Deutschland sein“, sagte er unter großem Beifall. Die Vorarbeiten zu einem entsprechenden Gesetz laufen bereits.

Auch der Bundesnachrichtendienst möchte operative Befugnisse dieser Art. Die Zeit ist günstig, denn der Gesetzgeber muss nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes das BND-Gesetz bis Ende 2026 überarbeiten. Schon die Ampel arbeitete daran, bevor sie ausknipst wurde. In einem Anfang des Jahres bekannt gewordenen Gesetzesentwurf findet sich ein Passus zur aktiven Cyberspionage, die es der Behörde gestatten soll, auf Plattformen wie denen von Google und Meta Platforms einzudringen und heimlich Informationen abzugreifen. „Der BND würde damit von einem Nachrichtendienst, der rein Informationen sammelt und analysiert, zu einem Geheimdienst, der auch selbst Aktionen wie Sabotagen begehen dürfte“, schrieb die taz über die Reform des Nachrichtendienstes unter dem Titel „Ein bisschen James Bond“.

Ein bisschen NSA sol aber auch sein, denn der BND plant, seine für Verschlüsselung zuständige Außenstelle in Bonn-Mehlem zu einem Krypto-Cyber-Technikzentrum (KCT), einer Mini-NSA, umzubauen, in direkter Konkurrenz zum Entschlüsselungsspezialisten ZITIS. Mit KI und Quantencomputing sollen Spion & Spion ein neues Arsenal an Werkzeugen für Tricksen, Täuschen und Beschaffung von Informationen bekommen.

Die Ausleitung von Daten am Frankfurter Internetknoten DE-CIX soll verlängert, die direkte Suche in Metadaten ermöglicht werden. Im Zuge der Snowden-Enthüllungen sind Details über die Zusammenarbeit BND und NSA bekannt geworden. Die Arbeit mit eigenen Selektoren (Suchkriterien) will der BND selbst in die Hand nehmen.

Weitere Punkte der Reform: Der BND soll auch im Inland ermitteln und ausländische Diplomaten abschnorcheln, desgleichen Journalisten, die aus autoritär geführten Staaten kommen. Hier wird einfach angenommen, dass solche Journsliten von ihrem Staat gegängelt werden, also faktisch Agenten sind.

Auf der anderen Seite wird die Kontrolle über den BND geschwächt; statt der parlamentarischen G10-Kommission soll nun der 2022 gegründete Nationale Kontrollrat zuständig sein, ein Gremium, das mit früheren Richter*innen besetzt ist. Die Argumentation des für den BND zuständigen Kanzleramtes, dass durch dieses Gremium die Kontrolle gestärkt wird, ist skurril. Denn in die G10-Kommission wurden von den Parteien Fachleute geschickt, die sich mit der Materie befasst haben. Für die vom Kanzleramt berufenen Juristen gilt das nicht unbedingt: Der BND schottet sich ab.

Das zeigt auch die Niederlage, die die Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit unlängst kassiert hat. Auch das Scheitern eines Auskunftsersuchens eines Journalisten über die negative Einschätzung des BND zum Ukrainekrieg deutet in diese Richtung.

Bekanntlich wird der BND seit kurzem vom Diplomaten Martin Jäger geführt, zuvor Botschafter in der Ukraine, davor in Kabul und Bagdad, und ehemals Pressesprecher von Außenminister Joschka Fischer. Auf der Münchener Sicherheitskonferenz gab er sich kämpferisch, und betonte, die Sabotageaktionen der Gegenseite müssten dazu führen, dass Aktionen gestartet werden, die der Gegenseite ebenso „den Schmerz spüren“ lassen. Dem parlamentarischen Kontrollausschuss sagte er, sein Dienst werde „gezielt und konsequent höhere Risiken eingehen“. Sein Vorgänger Bruno Kahl wurde als Botschafter in den Vatikan abgeschoben.

Unter Kahls Leitung urteilten die BND-Agenten Anfang 2022, dass die russischen Truppen an der Grenze zur Ukraine zwar übten, aber keinen Angriff auf das Nachbarland starten würden. Kahl befand sich mit einer BND-Delegation sogar selbst in der Ukraine, als das Land von Russland überfallen wurde. Er musste von einem eilig zusammengestellten Fahrzeug-Konvoi in Sicherheit gebracht werden.

Mit einem ähnlich falschen Lagebild patzte der zukünftige deutsche Nachrichtendienst im Jahre 1953, als er vom Volksaufstand und dem Bau der Mauer überrascht wurde. „Wie die Dokumente belegen, verfügte die ‚Organisation Gehlen’ über ein nahezu flächendeckendes Agentennetz in der DDR, was allerdings fast ausschließlich militärische Informationen lieferte“, heißt es in dieser vom BND selbst herausgegebenen Dokumentation (PDF-Datei).

Die Entstehungsgeschichte der „Organisation Gehlen“, die sich bis in die 60er Jahre halb scherzhaft der „letzte aktive Truppenteil der deutschen Wehrmacht“ nannte, ist hier beschrieben; anlässlich der Feierlichkeiten zum 60. Geburtstag setzte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten. Dabei muss freilich entsprechend der neueren historischen Forschung (PDF-Datei) der von Gehlen vielfach erzeugte Eindruck revidiert werden, dass die Organisation allein dank seinem Organisationstalent das Licht der Welt erblickte und schließlich zur Übernahme der Truppe als Bundesnachrichtendienst führte.

Im Lichte des aktuell von der USA angezettelten Iran-Krieges muss zum BND-Geburtstag der größte Erfolg des Bundesnachrichtendienstes gewürdigt werden: Gemeinsam mit der CIA übernahm der deutsche Dienste 1970 die in der Schweiz angesiedelte Crypto AG des Schweden Boris Hagelin. Die Aktion unter dem späteren Decknamen Operation Rubikon führte dazu, dass modifizierte Chiffriergeräte ausgeliefert wurden, bei denen beide Dienste mitlesen konnten. Sie wurden dann in etwa 170 Ländern benutzt.

Die Operation flog auf, als der Iran 1992 Verdacht schöpfte und einen Mitarbeiter der Crypto AG verhaftete, der nicht in diese Art der Spionage eingeweiht war. Er musste vom BND freigekauft werden. Der Bundesnachrichtendienst stieg danach bei der Crypto AG aus, die CIA nutzte die Schwachstelle noch ein Weilchen.


(kbe)



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c’t-Podcast: „KI kann allein keine Cyberangriffe entwickeln“


Es klang fast nach einer neuen Eskalationsstufe im Cyberwar, was Google kürzlich verkündete: Man habe den ersten Beweis erbracht, dass Angreifer KI erfolgreich zur Entwicklung einer Zero-Day-Schwachstelle eingesetzt hätten, so eine Pressemitteilung des Konzerns. „Aber es ist nicht so wie behauptet“, sagt Haya Schulmann, Professorin für Informatik an der Goethe-Uni Frankfurt und Mitglied im Direktorium des Nationalen Forschungszentrums für Angewandte Cybersicherheit Athene. Sie hat das zugehörige Forschungspaper genau gelesen und kommt im c’t-Podcast They Talk Tech mit Svea Eckert und Eva Wolfangel zu einem anderen Schluss: Laut dem Paper selbst habe die KI die Zero-Day-Schwachstelle nicht entdeckt, sie sei lediglich als Unterstützung eingesetzt worden. Ein entscheidender Unterschied.

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Haya Shulman

Der Fall ist eines von vielen Beispielen, das zeigt, wie der Hype um künstliche Intelligenz die Realität verzerrt und wie Hersteller wie Anthropic oder in diesem Fall Google diesen ausnutzen, um für die eigenen Produkte oder die eigene Arbeit zu werben.

Was das Paper von Google hingegen zeige, erklärt Schulmann, sei seit Anfang 2024 bekannt: Staatliche Akteure und Cyberkriminelle nutzen KI-Werkzeuge, um schneller zu werden. Interessant sei allerdings, wie Google in diesem Fall zu seiner Erkenntnis gelangt ist: Nämlich unter anderem, indem die Firma auswertete, was Nutzerinnen und Nutzer mit dem Chatbot Gemini machen. „Das heißt, die KI-Anbieter können genau verfolgen, was ihre Kunden tun“, sagt Schulmann. Das habe in Zeiten einer angespannten Atmosphäre zwischen USA und Europa eine eigene strategische Dimension – ein Aspekt, den die alarmistischen Berichte konsequent ausblenden.

Das eigentliche Problem aber liege tiefer, betont Schulmann. Zero Days, also bislang unbekannte Sicherheitslücken, für die es noch keinen Patch gibt, stehen im Zentrum der öffentlichen Debatte, insbesondere seit Anthropic verkündet hat, sein Modell Mythos nicht zu veröffentlichen, weil es zu gefährlich sei. Angeblich, weil Mythos unbekannte Sicherheitslücken besonders gut finde.

Aber es gehöre mehr dazu, eine Schwachstelle auszunutzen, sagt Schulmann: Schließlich muss dafür erstmal Schadcode geschrieben werden. Und gerade KI-generierter Code enthält Fehler und funktioniert nicht zuverlässig. „Außerdem fällt er auf, er verrät die Angreifer.“ Wer unentdeckt bleiben will, greife lieber auf bekannte, bereits gepatchte Schwachstellen zurück – weil dafür fertige Werkzeuge existieren und die Angriffe erprobt sind. Denn: Selbst wenn es Patches gibt, heißt das noch lange nicht, dass die Systeme auch auf dem aktuellen Stand sind. Eine noch unveröffentlichte Studie des Athene-Zentrums mache das Ausmaß sichtbar: In 16 deutschen Bundesministerien fanden die Forscherinnen und Forscher kritische Schwachstellen, die teilweise über zehn Jahre alt sind. „Gleichzeitig wächst die Zahl veralteter End-of-Life-Systeme mit jeder neuen Digitalisierungsschicht, die darübergebaut wird.“

Dazu kommt, dass Angreifer weit weniger von KI profitieren als behauptet. „LLMs produzieren geschwätzigen, fehlerbeladenen Code“: Ein Problem, das Verteidiger und Angreifer gleichermaßen trifft. Im Google-Paper selbst finden sich Hinweise darauf: Der entdeckte Code enthielt halluzinierte Werte und war so lehrbuchartig dokumentiert, dass er die Angreifer verriet. „Die gleichen Probleme, die wir haben, haben natürlich die Angreifer auch“, sagt Schulmann. „Der Holy Grail – ein KI-System, das völlig autonom Angriffe entwickelt und auf jedes beliebige Ziel loslässt – ist noch sehr weit weg.“

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Was Schulmann jedoch grundsätzlich beunruhigt, ist die Art, wie diese Debatte politisch geführt wird. Alarmistische Papiere erzeugten Panik und verdeckten gleichzeitig reale strukturelle Probleme: veraltete IT, mangelnde Professionalisierung, fehlende eigene KI-Infrastruktur in Europa. „Wir müssen aufpassen, dass die deutsche Politik nicht die Werbeargumente eines Herstellers übernimmt“, sagt sie. Wenn Politikerinnen und Politiker Pressemitteilungen von Tech-Konzernen als Faktenlage behandelten, führe das zu falschen Prioritäten. Was stattdessen gebraucht werde, sei eine langfristige Strategie: für digitale Souveränität, für eine europäische KI-Infrastruktur, die es mit US-Modellen aufnehmen kann, und für das Schließen der Lücken, die längst bekannt sind.

„They Talk Tech“ erscheint jeden Mittwoch überall, wo es Podcasts gibt. Svea Eckert und Eva Wolfangel diskutieren ein Tech-Thema oder treffen inspirierende Frauen aus und rund um die Tech-Welt.


(mond)



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Navee XT5 Max Test: Brachialer E-Scooter mit 2200 Watt ist Outdoor-Testsieger


Der Navee XT5 Max ist ein wuchtiger Offroad-E-Scooter mit 2200 W Spitzenleistung, 12-Zoll-Reifen und Vollfederung.

Navee hat sich als ernsthafte Alternative zu Platzhirschen wie Segway und Xiaomi etabliert. Der Navee ST3 Pro (Testbericht) überzeugt mit edler Optik und exzellenter Federung. Günstiger, aber ebenfalls stark ist der Navee GT3 Max (Testbericht) mit kräftigem Motor und attraktivem Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit unter 600 Euro fast schon ein Schnäppchen: Der Navee N65i II (Testbericht) als Einstiegs-E-Scooter.

Der Offroad-Spezialist Navee XT5 Max setzt auf einen 2200-W-Motor, riesige 12-Zoll-Reifen und einen massiven Stahlrahmen. Damit positioniert er sich im Premium-Segment und greift Modelle wie den Segway Ninebot Max G3 D (Testbericht) direkt an.

Der Navee XT5 Max kostet aktuell ab 1099 Euro (Expert) – kein Schnäppchen, aber angesichts der Ausstattung ein faires Angebot. Wir haben den Offroad-Riesen getestet.

Aufbau, Optik und Verarbeitung

Der Aufbau geht schnell. Lenker aufsetzen, mit vier Schrauben fixieren, fertig. Es gibt aber einen Haken: Ohne App-Kopplung und Registrierung piept der XT5 Max penetrant.

Optisch ist der E-Scooter ein echter Hingucker mit auffallend kantigem Design in Offroad-Optik. Mit einer Länge von 136 cm überragt er die meisten Konkurrenten deutlich. Rote Akzente an Bremsen, Sicherungshebel, Kabeln und Streifen am Trittbrett lockern das grauschwarze Design auf. Lenkstange und Lenker sind mit Kunststoff verkleidet. Das verleiht dem XT5 Max etwas Futuristisches, fast schon Transformer-Style.

Die wuchtigen 12-Zoll-Reifen dominieren das Erscheinungsbild. Das Trittbrett misst stolze 21 cm in der Breite und bietet damit reichlich Platz für jede Standposition. Der Stahlrahmen wirkt unverwüstlich. Insgesamt erscheint der E-Scooter massiv und wuchtig – eben für den harten Geländeeinsatz konzipiert. Mit IPX6-Zertifizierung trotzt er auch starken Regenfällen.

Beeindruckend ist die maximale Zuladung von 150 kg – damit übertrifft der Navee XT5 Max die meisten Konkurrenten. Die Verarbeitung wirkt durchweg hochwertig. Nichts wackelt, nichts knarzt.

Der Klappmechanismus funktioniert solide. Ein Haken an der Lenkstange rastet in einer Öse am Trittbrett ein. Der Mechanismus wirkt stabil. Aufgeklappt misst der XT5 Max 136 × 63 × 141 cm. Gefaltet schrumpft er auf 135 × 63 × 66 cm, bleibt damit aber weiterhin sehr lang und sperrig. Das hohe Gewicht erschwert den Transport in Treppenhäusern und im ÖPNV erheblich. Denn mit rund 35 kg Eigengewicht spielt der E-Scooter in einer eigenen Liga.

Lenker & Display

Die breite Lenkstange liegt gut in der Hand und sorgt für präzise Kontrolle. Die hohe Position kommt großen Fahrern entgegen. Die Bedienelemente sitzen direkt neben den Griffen und sind auch während der Fahrt gut erreichbar.

Ein echtes Sicherheitsplus bieten die gut sichtbaren Frontblinker an den Lenkerenden. Das akustische Signal beim Blinken lässt sich bei Bedarf über die App abschalten.

Navee XT5 Max

Das LED-Display ist mit 5 Zoll für E-Scooter ungewöhnlich groß. Es zeigt Geschwindigkeit, Akkustand und Fahrmodus klar an. Die Ablesbarkeit ist auch bei Sonnenschein gut.

Das 9-W-Frontlicht leuchtet die Fahrbahn kräftig aus – deutlich heller als bei vielen günstigen E-Scootern. Der Abstrahlwinkel ist allerdings fix und lässt sich nicht verstellen. Das automatische Einschalten bei Dunkelheit muss zunächst per App aktiviert werden. Das Rücklicht leuchtet beim Bremsen zusätzlich auf und warnt nachfolgende Verkehrsteilnehmer.

App

Die Navee-App ist Pflicht – ohne Registrierung verweigert der E-Scooter den Dienst. Hat man diese Hürde genommen, bietet sie jedoch einen beachtenswerten Mehrwert.

Vier Fahrmodi stehen zur Auswahl: Gehmodus, D (Standard), S (Sport) und Boost. Die Rekuperation lässt sich anpassen. Die Startgeschwindigkeit kann zwischen 3, 4 und 5 km/h gewählt werden.

Praktisch sind das geplante Laden und ein aktivierbarer Batteriesparmodus, der die Geschwindigkeit unter einer bestimmten Akkuladung begrenzt. Detaillierte Fahrstatistiken zeigt die App ebenfalls an. Als Diebstahlschutz lässt sich ein direkt am E-Scooter einzugebender PIN-Code aktivieren. Alternativ funktioniert die Entsperrung per Bluetooth. Bei Bedarf kann der Fahrer die Traktionskontrolle deaktivieren.

Apple-Nutzer freuen sich über die Integration in das „Wo ist?“-Netzwerk – so lässt sich der E-Scooter im Notfall orten. OTA-Updates spielt die App ebenfalls ein. Insgesamt ist sie umfangreich und durchdacht, der Registrierungszwang bleibt aber ein Wermutstropfen.

Fahren

Sobald man auf das großzügige Trittbrett steigt, vermittelt der Navee XT5 Max sofort ein sicheres Gefühl. Die enorme Standfläche bietet Platz für jede Fußposition. Der hohe Lenker und die breite Spur sorgen für eine bequeme Fahrhaltung. Besonders große Personen profitieren davon. Für kleinere Fahrer könnte der Riese hingegen zu groß und schwer ausfallen.

Das Herzstück ist sein Heckmotor mit beeindruckenden 2200 W Spitzenleistung. Im Boost-Modus ist die Beschleunigung schlicht brachial. Wer nicht aufpasst, hebt vorne ab. Trotzdem lässt sich die Leistung über den Daumengriff erstaunlich fein dosieren. Steigungen meistert der Motor souverän – Navee gibt bis zu 32 % an. In der Praxis hängt das stark vom Fahrergewicht ab, aber selbst bei steileren Anstiegen geht dem E-Scooter nicht so schnell die Puste aus. Der Hinterradantrieb verbessert die Traktion beim Beschleunigen spürbar, eine Traktionskontrolle sorgt für zusätzliche Sicherheit.

Navee XT5 Max

Federung und Reifen

Ein echtes Highlight ist die Vollfederung. Statt einer einfachen Federgabel setzt Navee auf eine ausgeklügelte Dämpferarm-Konstruktion an beiden Rädern. Diese arbeitet besser als die meisten Federungen, die wir bisher in E-Scootern erlebt haben. Bordsteine, Schlaglöcher und Kopfsteinpflaster verlieren ihren Schrecken. Für sehr leichte Fahrer ist die Federung etwas zu hart abgestimmt. Personen ab 85 kg dürften sich aber rundum wohlfühlen.

Die großen 12-Zoll-Reifen verbessern die Fahrstabilität auf schlechten Wegen zusätzlich. Der Komfort ist klar besser als bei typischen 10-Zoll-Stadt-Scootern. Auch auf Schotter und Kopfsteinpflaster bleibt der XT5 Max jederzeit kontrollierbar. Der Geradeauslauf ist sehr stabil, der breite Lenker verbessert die Kontrolle weiter.

Das hohe Gewicht von 35 kg hat zwei Seiten. Es erhöht die Fahrstabilität bei höheren Geschwindigkeiten spürbar, verschlechtert aber die Wendigkeit. Im Stand lässt sich der Lenker nicht voll einschlagen. Dadurch wird es schwierig, den E-Scooter bei langsamer Fahrt durch enge Kurven zu manövrieren.

Bremsen

Vorne und hinten verbaut Navee Scheibenbremsen mit etwa 130 mm Durchmesser. Zusätzlich gibt es ein elektronisches E-ABS, das ein Blockieren der Räder verhindert. Beim Bremsen gewinnt der E-Scooter durch Rekuperation Energie zurück. Die Bremsen sind bissig abgestimmt und packen ordentlich zu. Eine kurze Eingewöhnungsphase ist daher sinnvoll. Wer beim ersten Versuch zu beherzt zugreift, riskiert einen ungeplanten Abstieg.

Navee XT5 Max

Akku

Mit 899 Wh fällt der Akku üppig aus. Navee verspricht eine Reichweite von bis zu 110 km unter Laborbedingungen. Diese Bedingungen sind realitätsfern: konstantes Tempo um 15 km/h, ein leichter Fahrer von 75 kg, ebene Strecke, optimale Außentemperatur um 25 °C und perfekter Reifendruck. In der Realität sieht es anders aus. Bei flotter Fahrweise mit über 20 km/h, hügeligem Gelände, kühlerem Wetter und durchschnittlichem Fahrergewicht sind eher 45 bis 65 km realistisch. Das ist trotzdem ein hervorragender Wert.

Die Ladezeit mit dem Standardladegerät beträgt 5 bis 6 Stunden. Wer es eilig hat, greift zum optionalen Schnellladegerät, das die Ladezeit auf etwa 2 Stunden verkürzt. Der Akku ist fest eingebaut – ein Wechsel ist nicht möglich. Optional bietet Navee einen Zusatzakku an, der die Reichweite um rund 50 Prozent erweitert.

Preis

Der Navee XT5 Max kostet aktuell ab 1099 Euro (Expert) und positioniert sich damit im Premium-Segment. Angesichts der starken Ausstattung mit 2200-W-Motor, 12-Zoll-Reifen, Vollfederung und großem Akku ist der Preis fair. Vergleichbare Modelle wie der Vmax VX2 Hub (Testbericht) kosten ähnlich viel, bieten aber weniger Motorleistung und einen kleineren Akku.

Fazit

Der Navee XT5 Max ist ein beeindruckender E-Scooter für alle, die Power, Komfort und Offroad-Tauglichkeit suchen. Der 2200-W-Motor liefert brachiale Beschleunigung. Die Vollfederung mit Dämpferarm-Konstruktion macht selbst grobe Wege erträglich. Die 12-Zoll-Reifen sorgen für Stabilität auch auf schwierigem Untergrund. Hinzu kommen die hohe Zuladung von 150 kg, das große 5-Zoll-Display und die helle Beleuchtung mit 9-W-Frontlicht. Auch der 899-Wh-Akku überzeugt mit realistisch 45 bis 65 km Reichweite – optional sogar mit Zusatzakku erweiterbar.

Kritikpunkte gibt es trotzdem. Das hohe Gewicht von 35 kg macht den Transport zur Tortur. Zusammengeklappt bleibt der E-Scooter sperrig. Der Lenker lässt sich im Stand nicht voll einschlagen. Für kleine Fahrer ist er möglicherweise zu wuchtig. Der Registrierungszwang nervt, und die Federung ist für sehr leichte Personen etwas zu hart.

Wer einen kompakten Pendler-Scooter sucht, ist hier falsch. Wer aber einen kraftvollen Begleiter für Stadt und Gelände will, bekommt für 1099 Euro ein hervorragendes Gesamtpaket.



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Top 10: Android Auto & Carplay nachrüsten – das beste Display fürs Auto im Test


Aoocci V30S im Test: Android Auto & Apple Carplay nachrüsten per Display

Mit dem Aoocci V30S rüsten Halter eines älteren Fahrzeugs Apple Carplay und Android Auto nach. Der Bildschirm bietet zudem Dashcam und Rückfahrkamera. Mehr zeigt der Test.

VORTEILE

  • großes Display
  • einfache Einrichtung und Montage
  • Dashcam und optionale Rückfahrkamera (kabelgebunden)
  • Fahrassistenzsysteme

NACHTEILE

  • Störgeräusche bei Verbindung über AUX-Kabel mit Autoradio
  • Verstellung der Dashcam nur eingeschränkt
  • Ausblenden der Dashcam-Ansicht ist gut versteckt in den Menüs

Mit dem Aoocci V30S rüsten Halter eines älteren Fahrzeugs Apple Carplay und Android Auto nach. Der Bildschirm bietet zudem Dashcam und Rückfahrkamera. Mehr zeigt der Test.

Apple Carplay und Android Auto bringen als Software-Schnittstelle Funktionen des Smartphones direkt auf das Infotainment-System des Fahrzeugs. So kann man etwa Google Maps zum Navigieren nutzen oder Musik per Spotify hören. Doch was tun, wenn das Auto gar kein Infotainment-System hat oder zumindest kein Apple Carplay oder Android Auto unterstützt? Eine teils kostspielige und aufwendige Möglichkeit ist das Nachrüsten eines Moniceivers (Ratgeber). Viel einfacher ist es aber, ein Auto-Display zu nutzen. Dieses befestigt man wie ein Navi auf dem Armaturenbrett und verbindet es mit dem Autoradio.

Zu dieser Kategorie zählt das Aoocci V30S. Mit dem Coupon-Code: TechStage20 kostet das Display beim Hersteller nur 149 Euro. Dabei handelt es sich um ein großes 10-Zoll-Display. Zudem ist eine Dashcam integriert und eine kabelgebundene Rückfahrkamera beigepackt. Wie sich das Auto-Display schlägt, zeigt dieser Test.

Display & Lieferumfang

Das Aoocci V30S erinnert entfernt an eine Mischung aus Navigationsgerät und Tablet im extremen Breitbildformat. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, wirkt nicht sonderlich hochwertig und ist eher einfach verarbeitet. Der Touchscreen hat eine Diagonale von 10,26 Zoll im Format von 21:9. Damit wirkt der Car-Monitor recht wuchtig und nimmt insbesondere bei einem Kleinwagen viel Platz auf den Armaturen ein. Dafür kann der Monitor Karten aus Google Maps und die Wiedergabe aus Spotify parallel so anzeigen, dass man beides gut erkennen kann.

Die Anzeige erscheint scharf genug, ohne dass einzelne Pixel mit dem Auge erkennbar sind. Eine automatische Helligkeitsanpassung ist zudem möglich. Bei starkem Sonnenlicht spiegelt die Anzeige recht stark, das Ablesen ist dann nicht immer einfach.

Zur Befestigung dient entweder eine Halterung mit Saugnapf oder eine Variante zum Ankleben auf dem Armaturenbrett. Praktischer ist in unseren Augen der Haltearm mit Saugnapf, da man diesen einfach wieder entfernen kann. Beim Einrasten sollte man darauf achten, dass die Anzeige auf allen vier Stöpseln einrastet, um sich nicht während der Fahrt zu lösen. Zwar wackelte das Display während der Fahrt etwas, es hielt aber zuverlässig im Test. Die Variante zum Aufkleben sollte allerdings fester halten, stört dann aber unter Umständen das Sichtfeld.

Die Stromversorgung erfolgt über ein Netzteil mit einem USB-C-Stecker einerseits und einem Anschluss für den 12-Volt-Steckplatz im Auto andererseits. Zusätzlich kommt ein Kabel mit zwei Klinkenanschlüssen (3,5 mm) dazu, wenn man das Display mit dem Autoradio per AUX verbinden möchte. Ferner gibt es noch ein GPS-Modul zum Ankleben auf dem Armaturenbrett, das man per Kabel mit dem 12-Volt-Netzteil verbindet. Nutzt man das Gerät in Verbindung mit Apple Carplay oder Android Auto, erfolgt die Navigation über das Smartphone. Allerdings ist das GPS-Modul hilfreich für einige der Fahrassistenzsysteme der Dashcam, auf die wir später eingehen.

Eine kabelgebundene Rückfahrkamera gehört ebenfalls zum Lieferumfang. Diese haben wir jedoch nicht getestet, da die Montage aufwendig und mit Bohrlöchern in der Karosserie verbunden wäre. Ein Hardwire-Kabel für eine permanente Stromverbindung mit der Autobatterie ist ebenfalls vorhanden. Diese wird benötigt, wenn man die Parkraumüberwachung der Dashcam nutzen möchte.

Einrichtung

Nach der Montage startet man die Zündung des Fahrzeugs, der Bildschirm bootet recht flott hoch. Neben Android Auto und Apple Carplay unterstützt das Aoocci V30S auch Miracast sowie Apple Airplay. Die Kopplung mit dem Android-Smartphone für Android Auto sowie iPhone für Apple Carplay erfolgt per Bluetooth. Das klappt auf Anhieb und verlässlich.

Sobald die Verbindung hergestellt wurde, was beim ersten Mal rund eine Minute dauern kann, erscheinen auf dem Homescreen die Logos für Android Auto und Apple Carplay. Wählt man das passende Logo aus, spiegelt der Bildschirm vom Smartphone wichtige Anwendungen, blendet Anrufe ein oder zeigt Benachrichtigungen an, die auf Wunsch vorgelesen werden. Für Google Maps und Spotify ist es ratsam, diese vorher am Smartphone gestartet zu haben.

Etwas nervig: Standardmäßig zeigt der Bildschirm auf rund einem Drittel der Fläche das Bild der Dashcam – auch im Modus für Android Auto oder Apple Carplay. Hat man etwa Spotify und Google Maps offen, ist nur wenig Platz für die beiden Anwendungen vorhanden. Es ist möglich, das Dashcam-Bild auszublenden, allerdings ist diese Funktion gut versteckt. Hierzu muss man in die Grundeinstellungen des Aoocci V30S wechseln, indem man auf das Kamerasymbol und dann das Zahnrad drückt. Unter dem Menü für Videoeinstellungen kann man nun den Splitscreen für die Dashcam deaktivieren. Das Gerät muss hierzu neu booten.

Verbindung mit Autoradio

Für die Verbindung zwischen Display und Autoradio gibt es drei Möglichkeiten: per Kabel über den AUX-Eingang, per Funkwelle über einen FM-Transmitter oder indirekt über eine Bluetooth-Verbindung des Smartphones mit dem Autoradio. Dann dient der Bildschirm nur zum Steuern und Anzeigen von Playlists, die Tonübermittlung erfolgt zwischen Handy und Radio.

Wer ein Autoradio ohne Bluetooth oder AUX-Eingang hat, greift zum FM-Transmitter. Hier wählt man eine Frequenz aus dem FM-Band aus. Auf dieser sendet der Bildschirm das Audiosignal auf kurze Distanz per Funk. Im Autoradio muss man diese Frequenz suchen. Diese Form der Verbindung ist aber anfällig für Rauschen und Störungen.

Wir haben uns für die Kabelvariante entschieden, da die Bluetooth-Verbindung zwischen Smartphone und Autoradio bei unserem Opel Adam immer sehr lange aufbaut. Allerdings muss man hier anmerken, dass Titel nicht per Lenkradfernsteuerung gewechselt werden können. Das klappt nur mit Bluetooth-Verbindung.

Die Ernüchterung bei der Kabelverbindung war zunächst aber aus anderen Gründen groß: Ein sehr nerviges Geräusch bestehend aus Rauschen und Knistern, das eher an Verdauungsstörungen erinnert, war zu vernehmen. Ein ähnliches Problem hatten wir auch beim Carpuride W903 (Testbericht). Die Lösung ist sehr einfach: Man muss einen Adapter mit zwei Klinkeneingängen zwischen das Kabel und den AUX-Eingang stecken. Bei Aliexpress bekommt man so etwas für 1 Euro. Ähnliche Entstörfilter bei Amazon gibt es ab 8 Euro. Schade, dass der Hersteller selbst keines beilegt.

Dashcam

Auf der Rückseite des Displays befindet sich eine Dashcam. Diese kann man für die bessere Sicht über die Armaturen hinweg herausziehen und leicht zu allen Seiten neigen. Der Bewegungsradius der Linse ist aber recht eingeschränkt. Wer also den Bildschirm stark zum Fahrer ausrichtet, filmt nicht unbedingt geradeaus nach vorn. Besser gelöst hat das etwa das Carpuride W903 (Testbericht), wo man die Kameralinse stark nach links oder rechts drehen kann. Die für die Aufnahmen nötige microSD-Karte fehlt leider und muss zusätzlich gekauft werden. Diese sollte mindestens über eine U3-Klassifizierung verfügen. Es gibt auch eine App, um eine lokale WLAN-Verbindung herzustellen und die Videos auf dem Smartphone anzusehen.

Die maximale Auflösung der Videos ist mit 4K sehr hoch. In den Einstellungen legt man die Länge der einzelnen Videoclips fest, wir raten zur kürzesten Möglichkeit mit einer Länge von 60 Sekunden. Eine echte Loop-Funktion, bei der fortlaufend nur einige wenige Clips überschrieben werden, gibt es nicht. Die Dashcam erstellt immer neue Clips mit gewählter Länge und löscht erst dann Aufnahmen, wenn die microSD-Karte voll ist. Eine Ausnahme sind brenzlige Situationen, bei denen man stark bremst. In diesem Fall erkennt der verbaute G-Sensor die Verzögerung und speichert dann den Videoclip in einem geschützten Bereich ab.

Nach wie vor ist der Einsatz einer Dashcam in Deutschland nicht eindeutig geklärt. Die Nutzung an sich ist nicht untersagt, solange Aufnahmen nur anlassbezogen aufgezeichnet werden. Bei einem großen Speicher fährt man entsprechend viele Aufnahmen spazieren, die das Persönlichkeitsrecht anderer Verkehrsteilnehmer verletzen könnten. Mehr zu dem Thema erklären wir in der Top 10: Die beste Dashcam fürs Auto im Test – Testsieger von Garmin & Nextbase

Eine Parkraumüberwachung ist ebenfalls möglich. Der G-Sensor des Geräts filmt dann automatisch, sobald er größere Erschütterungen am Fahrzeug feststellt. Die Aufnahmen landen dann ebenfalls im geschützten Bereich. Dafür ist eine permanente Stromversorgung über das mitgelieferte Hardwire-Kabel nötig. Allerdings raten wir eher nicht dazu, zumal Aufnahmen von öffentlichen Parkplätzen datenschutzrechtliche Probleme nach sich ziehen können.

Ziemlich interessant sind einige Fahrassistenzsysteme der Dashcam. Zum einen zeigt diese auf Wunsch Hilfslinien an sowie die Entfernung zu anderen Fahrzeugen. Zusätzlich kommen ADAS-Warnsysteme (Advanced Driver Assistance System) hinzu. Diese warnen den Fahrer per Sprachansage, wenn ein vorausfahrendes Fahrzeug losfährt, vor möglichen Kollisionen und beim Verlassen der Fahrspur. In der Praxis nervt die Stimme allerdings, es erschließt uns auch nicht immer die Relevanz. Für das ADAS sollte man das GPS-Modul einstöpseln und auf den Armaturen festkleben, wo das Gerät Sichtkontakt zum Himmel hat.

Rückfahrkamera

Aufgrund des großen Aufwands haben wir darauf verzichtet, die Rückfahrkamera zu testen. Für die Montage müssten Löcher in den Stoßfänger und die Karosserie gebohrt werden, um dort die Kamera zu befestigen. Zudem muss man ein langes Kabel vom Display durch den Innenraum bis zum Kofferraum verlegen. Die Kamera schraubt man dabei an die Heckstoßstange an und verbindet diese zur Stromversorgung mit den Rücklichtern. Das ist sehr aufwendig und sollte im Zweifelsfall eher von einer Kfz-Werkstatt gemacht werden. Ein Vorteil dieser umständlich zu montierenden Lösung. Sobald der Rückwärtsgang eingelegt wird, springt die Kamera an.

Preis

Regulär kostet das Aoocci V30S rund 179 Euro. Mit dem Code TechStage20 sinkt der Preis um 20 Prozent auf 128 Euro. Etwas preiswerter ist die Variante V30, allerdings kann man hier die Dashcam nicht verstellen, es gibt zudem weniger Fahrassistenzsysteme.

Fazit

Das Aoocci V30S ist ein preiswertes Display, mit dem man schnell und einfach Apple Carplay oder Android Auto auch in einem älteren Fahrzeug nachrüsten kann. Die Verarbeitung wirkt etwas einfach, erfüllt aber ihren Zweck. Die Kopplung mit dem Smartphone per Bluetooth für Apple Carplay sowie Android Auto funktioniert reibungslos. Damit rüstet man selbst ältere Fahrzeuge mit der Schnittstelle nach, um im Auto Dienste wie Google Maps oder Spotify zu nutzen.

Die Verbindung mit dem Autoradio ist per FM-Transmitter oder Kabel möglich, alternativ verbindet man das Smartphone für die Audiowiedergabe per Bluetooth mit dem Radio – sofern möglich. Ärgerlich waren Störgeräusche bei der Verbindung per Kabel. Diese kann man aber mit einem günstigen Adapter beheben, den man leider selbst kaufen muss.

Die Dashcam bietet wiederum eine hohe Auflösung und einige praktische Assistenzsysteme. Sogar eine Rückfahrkamera ist im Lieferumfang enthalten, deren Montage jedoch sehr aufwendig ist. Alles in allem ist das V30S von Aoocci eine empfehlenswerte Lösung mit kleinen Macken, wenn man Android Auto oder Apple Carplay nachrüsten will, auch wenn man unserer Ansicht nach auf Dashcam und Rückfahrkamera verzichten könnte.



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