Entwicklung & Code
Neu in .NET 10.0 [18]: Webserver als File-based App
Das direkte Übersetzen und Starten von C#-Dateien nennt Microsoft File-based Apps. Es ist auch möglich, einen Kestrel-Webserver innerhalb einer solchen App zu starten. Unten stehendes Beispiel zeigt eine ASP.NET Core Minimal WebAPI als eigenständige C#-Datei. Das Hosting erfolgt in dem in ASP.NET Core mitgelieferten Webserver Kestrel.
Weiterlesen nach der Anzeige

Dr. Holger Schwichtenberg ist technischer Leiter des Expertennetzwerks www.IT-Visions.de, das mit 53 renommierten Experten zahlreiche mittlere und große Unternehmen durch Beratungen und Schulungen sowie bei der Softwareentwicklung unterstützt. Durch seine Auftritte auf zahlreichen nationalen und internationalen Fachkonferenzen sowie mehr als 90 Fachbücher und mehr als 1500 Fachartikel gehört Holger Schwichtenberg zu den bekanntesten Experten für .NET und Webtechniken in Deutschland.
In der File-based App wird Microsoft.NET.Sdk.Web als SDK angegeben. Als NuGet-Pakete werden Microsoft.AspNetCore.OpenApi und Humanizer verwendet. Die Ahead-of-Time-Kompilierung, die in File-based Apps Standard ist, ist hier deaktiviert, um Warnungen des JSON-Serialisierers zu vermeiden.
Folgender Code zeigt den Webserver auf Basis von ASP.NET Core mit einem Minimal-WebAPI-Endpunkt und OpenAPI-Metadaten:
#:sdk Microsoft.NET.Sdk.Web
#:package Microsoft.AspNetCore.OpenApi@10.*-*
#:package Humanizer@2.14.1
#:property Version=1.1.4
#:property PublishAot=false
using Humanizer;
using Microsoft.OpenApi;
// Webserver einrichten
var builder = WebApplication.CreateBuilder();
builder.Services.AddOpenApi();
var app = builder.Build();
app.MapOpenApi(); //
app.MapGet("/", () =>
{
// Daten für Operation
var d = new Data
{
Version = "9.0",
Release = "2024-11-12"
};
var dotNet9Released = DateTimeOffset.Parse(d.Release);
var since = DateTimeOffset.Now - dotNet9Released;
return $"It has been {since.Humanize()} since .NET {d.Version} was released.";
});
app.MapGet("/data", () =>
{
var d = new Data
{
Version = "9.0",
Release = "2024-11-12"
};
return Results.Json(d);
});
app.Run();
class Data
{
///
/// Version of the .NET release.
///
public string? Version { get; set; }
///
/// Release date of the .NET version.
///
public string? Release { get; set; }
}

Start und Ausgabe des Webservers (Abb. 1)
(rme)
Entwicklung & Code
Gas Town 1.0.0: Agenten brauchen jetzt eine Freigabe
Gas Town hat Version 1.0.0 erreicht und gilt damit als produktionsreif. Nach 14 Vorabversionen (v0.5.0 bis v0.13.0) bringt das Release vor allem mehr Stabilität, bessere Sicherheit und neue Werkzeuge für die Orchestrierung komplexer Abläufe. Im Mittelpunkt stehen eine Workflow-basierte Ausführung, die direkte Anbindung an GitHub Merge Queues sowie zusätzliche Kontroll- und Schutzmechanismen für automatisierte Systeme.
Weiterlesen nach der Anzeige
Gas Town ist ein Open-Source-Projekt, das Entwicklungs- und Automatisierungsprozesse orchestriert – insbesondere mehrstufige, teils agentenbasierte Workflows. Konzepte wie „Formulas“, „Polecats“ oder „Refinery“ stehen für die Verbindung strukturierter Abläufe mit automatisierten Akteuren, die sich in bestehende Entwicklungsumgebungen wie GitHub einfügen. Entwickler arbeiten dazu nur mit einem einzigen, zentralen Agenten zusammen, dem Mayor, der die anderen Agenten selbsttätig ins Leben ruft und orchestriert.
Mehrstufige Workflows und GitHub-Merge-Queue-Anbindung
Die wichtigste funktionale Neuerung sind Workflow-Formeln. Der neue Typ „workflow“ in gt formula run erlaubt es, mehrstufige, interaktive Abläufe zu definieren und auszuführen. Statt einzelner Befehle lassen sich damit ganze Prozessketten abbilden – etwa Codegenerierung, Testlauf und Pull-Request-Erstellung in einem Durchgang. Für Entwicklungsteams entspricht das einer leichtgewichtigen Workflow-Engine, die besonders bei KI-gestützten Prozessen nützlich ist.
Dazu passend bindet die Komponente „Refinery“ jetzt nativ GitHub Merge Queues an. Mit merge_strategy=pr reiht Gas Town Pull Requests direkt in die Warteschlange ein. GitHub führt Änderungen dann seriell und erst nach erfolgreichem CI-Lauf zusammen. In automatisierten Setups entfällt damit ein guter Teil der eigenen Merge-Logik, gleichzeitig sinkt das Risiko von Konflikten durch parallele Änderungen.
Windows-Support
Version 1.0 bringt außerdem einen ersten Windows-Support. Gas Town implementiert dafür plattformspezifisches Signal-Handling, Prozessmanagement und die Nachverfolgung von tmux-Prozesshierarchien. Da sich diese Mechanismen unter Windows grundlegend von Unix unterscheiden, war eine eigene Umsetzung nötig. Teams mit gemischten Betriebssystemlandschaften können Gas Town damit erstmals durchgängig einsetzen.
Sicherheit und Governance
Weiterlesen nach der Anzeige
Beim Thema Sicherheit bündelt das Release mehrere Maßnahmen. Die Entwickler haben eine SQL-Injection-Lücke in dolt_remotes geschlossen. Ein neuer „PreToolUse“-Guard blockiert kritische Systemeingriffe wie sudo-Aufrufe oder Paketinstallationen. Zusätzlich lehnt Gas Town unsignierte Binärdateien ab. Die Kombination aus Schwachstellenbehebung und Laufzeitkontrollen zielt vor allem auf agentenbasierte Szenarien, in denen automatisierte Akteure potenziell gefährliche Aktionen auslösen könnten.
Neu sind auch „Mayor Approval Gates“ als Governance-Mechanismus. Bevor ein Polecat – also ein ausführendes Modul oder ein Agent – seinen Wirkungsbereich erweitert, braucht er eine Freigabe. Das betrifft etwa den Zugriff auf zusätzliche Ressourcen oder Komponenten. Das Prinzip ähnelt Policy-Engines oder Human-in-the-Loop-Ansätzen und soll verhindern, dass automatisierte Systeme eigenmächtig ihre Berechtigungen ausweiten.
Ein neues Rate-Limit-Watchdog-Plugin rundet das Release ab. Es erkennt HTTP-429-Antworten und stoppt den betroffenen Prozess automatisch. Das verhindert, dass Workflows bei API-Überlastung in Endlosschleifen laufen oder ungewollt hohe Kosten verursachen.
Alle Details zur Version 1.0.0 finden sich in den Release Notes auf der GitHub-Projektseite von Gas Town.
(fo)
Entwicklung & Code
software-architektur.tv: Was Developer von anarchistischen Denkern lernen können
Andrew Harmel-Law, Tech Principal beim Beratungsunternehmen Thoughtworks, hat eine ungewöhnliche Verbindung zwischen anarchistischer Theorie und moderner Softwarearchitektur aufgedeckt. Ausgangspunkt ist das 1966 erschienene Buch „Patterns of Anarchy“ von Leonard I. Krimerman und Lewis Perry – eine Anthologie anarchistischer Aufsätze, die auch Christopher Alexander als Inspiration für sein einflussreiches Werk „A Pattern Language“ diente.
Weiterlesen nach der Anzeige
Harmel-Law stieß auf die Sammlung, weil Alexander sie in seinem 1977 veröffentlichten Standardwerk zitierte. Alexanders Konzept der Pattern Language – 253 Entwurfsmuster für Architektur und Städtebau – hat auch die Softwarebranche nachhaltig geprägt. Die berühmten Design Patterns der sogenannten Gang of Four aus dem Jahr 1994 gehen direkt auf Alexanders Arbeit zurück.
Die Anthologie von Krimerman und Perry versammelt Texte zur anarchistischen Tradition und behandelt unter anderem alternative Gemeinschaftsmodelle und Organisationsprogramme. Besonders der Abschnitt „Constructive Anarchism: Alternative Communities and Programs“ widmet sich praktischen Aspekten dezentraler Organisationsformen – ein Thema, das in der Softwareentwicklung aktueller ist denn je. Darüber sprechen Andrew Harmel-Law und Eberhard Wolff in dieser englischsprachigen Folge des Videocasts software-architektur.tv.
Der auf agile Methoden und Domain-Driven Design spezialisierte Berater Andrew Harmel-Law sieht deutliche Parallelen zwischen anarchistischen Organisationsideen und modernen Entwicklungspraktiken. Dezentrale, autonome Strukturen und föderale Entscheidungsprozesse, wie sie anarchistische Denker beschrieben, spiegeln sich in agilen Teams, Open-Source-Communities und selbstorganisierten Entwicklungsgruppen wider. Harmel-Law wird einige der interessantesten Erkenntnisse aus seiner Perspektive als Student des soziotechnischen Organisationsdesigns teilen. Manchmal wird er eigene Kommentare hinzufügen. Und natürlich stellt sich die Frage, inwiefern dies mit Softwareentwicklung zusammenhängt.
Livestream am 10. April
Die Folge wird am Freitag, 10. April 2026, live ab 13 Uhr gestreamt. Während des Livestreams können Interessierte Fragen via Twitch-Chat, YouTube-Chat oder anonym über das Formular auf der Videocast-Seite einbringen.
software-architektur.tv ist ein Videocast von Eberhard Wolff, iX-Blogger und bekannter Softwarearchitekt, der als Head of Architecture bei SWAGLab arbeitet. Zum Team gehören außerdem Lisa Maria Schäfer (Socreatory) und Ralf D. Müller (DB Systel). Seit Juni 2020 sind über 250 Folgen entstanden, die unterschiedliche Bereiche der Softwarearchitektur beleuchten – mal mit Gästen, mal Wolff, Schäfer oder Müller solo. Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren berichtet heise Developer über die Episoden.
Weiterlesen nach der Anzeige
(map)
Entwicklung & Code
Plane 1.3.0: Update der freien Jira-Alternative
Plane schließt in Version 1.3.0 der freien Community-Version mehrere Sicherheitslücken, bringt neue Integrationen und überarbeitet die Benutzeroberfläche umfassend. Das Release führt unter anderem eine Gitea-Authentifizierung ein, öffnet die API für externe Projektzusammenfassungen und validiert Dateiuploads sowie Projektkennungen strenger. Parallel haben die Entwickler mehrere sicherheitsrelevante Schwachstellen behoben – darunter manipulierbare Rate-Limits für API-Tokens, eine SSRF-Lücke in Webhooks und CSV-Injection beim Datenexport.
Weiterlesen nach der Anzeige
Bei Plane handelt es sich um ein quelloffenes Projektmanagement- und Issue-Tracking-System für Entwickler. Es bietet Aufgabenverwaltung, Roadmaps und API-Anbindung und ist als selbst hostbare Alternative zu Jira oder Linear gedacht.
Integrationen: Gitea-Login und neue API-Endpunkte
Plane unterstützt ab Version 1.3.0 die Authentifizierung über Gitea. Teams mit selbst gehosteter Git-Infrastruktur können damit Benutzerkonten koppeln oder Single Sign-on einrichten. Neu ist außerdem eine externe Project-Summary-API, über die Drittsysteme Projektübersichten abrufen können – etwa für Dashboards oder Reporting. Webhook-Payloads lassen sich nun zudem lokalisieren.
Projektnamen und -kennungen akzeptieren keine potenziell ausführbaren Sonderzeichen mehr, was Injection-Angriffe erschwert. Im Administrationsmodus verhindert Plane außerdem, dass Admins versehentlich alle Authentifizierungsmethoden deaktivieren. Erweiterte Logs liefern detailliertere Fehlermeldungen bei Authentifizierungsproblemen und erleichtern die Fehlersuche und das Auditing.
Überarbeitete Oberfläche mit einheitlichem Designsystem
Einen großen Teil des Releases machen Änderungen an der Oberfläche aus. Plane setzt stärker auf Design-Tokens – also zentral definierte Werte für Farben, Abstände und andere UI-Parameter –, die für ein einheitlicheres Erscheinungsbild sorgen. Die Entwickler haben unter anderem die Detailansichten von Work Items, die Sidebar, Kommentare sowie die Workspace- und Mitgliederverwaltung überarbeitet. Dropdowns verhalten sich kontextsensitiver und zeigen ausgewählte Einträge oben an. Neue Ladezustände sorgen für flüssigere Übergänge, überarbeitete Themes und Editor-Farben für mehr visuelle Konsistenz.
Attachments akzeptieren jetzt auch Markdown-Dateien. Eine Zeitzonen-Einstellung auf Workspace-Ebene sorgt dafür, dass neue Projekte automatisch die richtige Zeitzone übernehmen. Die Mention-Suche nutzt jetzt Debouncing und löst damit bei schneller Eingabe weniger API-Anfragen aus. Die Navigation zeigt eingehende Aufgaben (Intake) direkt als Zähler an.
Weiterlesen nach der Anzeige
Sicherheit: Mehrere Angriffsvektoren geschlossen
Im Bereich Sicherheit verhindert eine serverseitige Absicherung nun, dass Angreifer Rate-Limits von API-Tokens manipulieren. Webhook-URLs durchlaufen eine strengere Validierung, um Server-Side Request Forgery (SSRF) zu unterbinden – also Angriffe, bei denen ein Server dazu gebracht wird, interne Ressourcen anzusprechen.
Beim CSV-Export bereinigt Version 1.3.0 eingebettete Formeln, die Tabellenprogramme wie Excel sonst ungefragt ausführen könnten. Zusätzlich blockiert eine neue Upload-Validierung potenziell schädliche Dateien, und der HTTP-Header X-Frame-Options schützt vor Clickjacking.
Bei der Internationalisierung kommt Ukrainisch als neue Sprache hinzu, die russische Übersetzung wurde erweitert. Zahlreiche Bugfixes betreffen den Editor, die Navigation, API-Endpunkte und E-Mail-Templates.
Alle Informationen zum Update finden sich in den Release Notes auf der Projektseite von Plane auf GitHub.
Lesen Sie auch
(fo)
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Monaten
Top 10: Die beste kabellose Überwachungskamera im Test – Akku, WLAN, LTE & Solar
-
Social Mediavor 1 MonatCommunity Management und Zielgruppen-Analyse: Die besten Insights aus Blog und Podcast
-
Social Mediavor 2 MonatenCommunity Management zwischen Reichweite und Verantwortung
-
UX/UI & Webdesignvor 2 MonatenEindrucksvolle neue Identity für White Ribbon › PAGE online
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonateneHealth: iOS‑App zeigt Störungen in der Telematikinfrastruktur
-
Entwicklung & Codevor 1 MonatCommunity-Protest erfolgreich: Galera bleibt Open Source in MariaDB
-
Entwicklung & Codevor 3 MonatenKommentar: Entwickler, wacht auf – oder verliert euren Job
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenSmartphone‑Teleaufsätze im Praxistest: Was die Technik kann – und was nicht
