Connect with us

Künstliche Intelligenz

Nikon gegen die Welt – Fujifilm fragt nach: Die Fotonews der Woche 10/26


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Manchmal fühlt es sich an, als würde die Fotowelt in zwei parallelen Universen existieren: In dem einen herrscht juristische Eiszeit, in dem anderen darf man dagegen Wunschzettel schreiben. Diese Woche lieferte gleich beide Extreme – und das fast gleichzeitig. Während Nikon in China die Rechtsabteilung aktiviert und Objektivhersteller in Deckung gehen, fragt Fujifilm seine Community ganz entspannt: „Was für Objektive hättet ihr denn gerne?“ Man könnte meinen, die einen spielen Schach, die anderen Monopoly – nur dass bei Nikon gerade alle Straßen gesperrt sind.

Weiterlesen nach der Anzeige


Das Titelbild der Ausgabe 01 2026 des Foto-Magazins c't Fotografie

Das Titelbild der Ausgabe 01 2026 des Foto-Magazins c't Fotografie

(Bild: 

heise

)

Am 2. März 2026 begann offiziell der Gerichtsprozess zwischen Nikon und dem chinesischen Objektivhersteller Viltrox. Der Vorwurf: Patentverletzung im Zusammenhang mit dem Z-Bajonett. Was zunächst wie ein isolierter Rechtsstreit aussah, entwickelte sich schnell zu einem Flächenbrand. Denn just an jenem Tag verschwanden auch die Z-Mount-Objektive von Sirui aus chinesischen Online-Shops – allen voran von Taobao, Chinas größter E-Commerce-Plattform. Zufall? Wohl kaum.

Kurz darauf folgte Meike, ein in Hongkong ansässiger Hersteller, und nahm seine Z-Mount-Objektive ebenfalls aus dem Sortiment. Allerdings mit einer offiziellen Erklärung, die so diplomatisch formuliert war, dass man sie auch in einem Firmenjahresbericht hätte abdrucken können: Man optimiere lediglich die Lagerbestände und führe Qualitätskontrollen durch. Die Objektive würden Ende März wieder verfügbar sein. Dass ausgerechnet nur Z-Mount-Objektive betroffen sind, während andere Bajonette munter weiterverkauft werden, erwähnte man nicht.

Berichte aus China legen nahe, dass Nikon nicht nur Viltrox, sondern auch andere chinesische Hersteller mit Warnschreiben bedacht hat. Verhandlungen über mögliche Kompensationen sollen bereits laufen. Offiziell bestätigt wurde das von keinem der Beteiligten – aber wenn drei Hersteller gleichzeitig ihre Produkte vom Markt nehmen, riecht das verdächtig nach vorauseilendem Gehorsam.

Nikon selbst äußerte sich auf Nachfrage von PetaPixel erneut diplomatisch: Man arbeite stets mit offiziell lizenzierten Partnern zusammen und fördere den technologischen Fortschritt durch gesunden Wettbewerb. Drittanbieter-Objektive von lizenzierten Herstellern seien willkommen. Was Nikon nicht sagte: Wer keine Lizenz hat, sollte sich besser warm anziehen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Panik ist unangebracht. In Deutschland und den USA sind Viltrox-, Sirui- und Meike-Objektive nach wie vor erhältlich. Auch auf den offiziellen Websites der Hersteller sind die Objektive noch gelistet. Es sieht also eher nach einer vorsorglichen Maßnahme aus – möglicherweise, um während laufender Verhandlungen keine weiteren rechtlichen Risiken einzugehen.

Dennoch bleibt die Situation angespannt. Sollte Nikon vor Gericht einen klaren Sieg erringen, könnte das Signal an andere Hersteller verheerend sein: Entweder Lizenzgebühren zahlen oder vom Markt verschwinden. Das würde die Auswahl für Fotografen drastisch reduzieren und auch die Preise in die Höhe treiben. Sollte es hingegen zu einer Einigung kommen, könnte ein offizielles Lizenzmodell entstehen – mit klaren Regeln, aber auch höheren Kosten für die Endkunden.

Interessant ist, dass Samyang, ein südkoreanischer Hersteller, bereits auf der CP+ 2026 bestätigte, auf eine offizielle Lizenz von Nikon zu warten, bevor man Z-Mount-Objektive mit Autofokus auf den Markt bringt. Samyang hatte bereits F-Mount-Objektive im Programm und bietet sogar zwei manuelle Z-Mount-Objektive an – aber bei Autofokus-Objektiven scheint die rechtliche Lage komplizierter zu sein.

Trotz der juristischen Turbulenzen war die CP+ 2026 in Yokohama voll mit neuen Z-Mount-Objektiven von Drittanbietern. 7Artisans kündigte ein AF 135mm f/1.8 für Ende 2026 an, Viltrox zeigte Prototypen eines 35mm f/1.8 und 55mm f/1.8 EVO in APO-Bauweise, und Songraw stellte ein AF 50mm f/1.2 sowie ein 85mm f/1.2 vor. Auch Kase präsentierte ein ungewöhnliches 150mm f/5.6 Reflex-Autofokus-Objektiv, und TTArtisan zeigte einen Prototyp eines 24mm f/3.8.

Ob all diese Objektive tatsächlich auf den Markt kommen, hängt wohl stark davon ab, wie der Rechtsstreit zwischen Nikon und Viltrox ausgeht. Fest steht: Die Drittanbieter-Szene für Z-Mount-Objektiveist lebendig – aber auch in einer rechtlichen Grauzone, die sich gerade klärt.

c’t Fotografie Zoom In abonnieren

Ihr Newsletter mit exklusiven Foto-Tipps, spannenden News, Profi-Einblicken und Inspirationen – jeden Samstag neu.

E-Mail-Adresse

Ausführliche Informationen zum Versandverfahren und zu Ihren Widerrufsmöglichkeiten erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Während Nikon also die Rechtsabteilung bemüht, geht Fujifilm einen gänzlich anderen Weg. Bei der Veranstaltung „Focus on Glass: Untold Stories“ – wir berichteten Anfang des Jahres – stellte das Unternehmen 14 Objektivkonzepte vor und lässt die Community abstimmen, welche davon tatsächlich gebaut werden sollen. Keine dieser Ideen ist aktuell in Entwicklung, aber Fujifilm nimmt die Umfrage ernst. Jeder Nutzer darf für drei Objektive stimmen, und die Ergebnisse sollen die Zukunft des X-Mount-Systems mitgestalten.

Einige der Ideen sind geradezu verrückt: ein Objektiv mit poröser Blende, das bewusst weichzeichnet? Ein Zoom mit f/1.4? Ein manuelles Fokus-Objektiv mit Messinggehäuse? Andere wiederum klingen wie längst überfällige Ergänzungen, etwa ein XF 35mm f/1.4 Mark II oder ein XF 16-80mm f/2.8.

Besonders interessant: Fujifilm präsentiert für das potenzielle XF 35mm f/1.4 Mark II gleich drei verschiedene Ansätze – und will wissen, was den Nutzern wichtiger ist: Bildqualität, Größe und Gewicht oder Autofokus-Geschwindigkeit. Alles gleichzeitig geht nicht, also muss man Prioritäten setzen.

Zum Zeitpunkt der Abstimmung führt das XF 18-50mm f/1.4 – ein 24-75mm-Äquivalent mit Offenblende f/1.4 – die Umfrage an, dicht gefolgt vom XF 16-80mm f/2.8. Beide wären absolute Traumobjektive, die es so bisher nicht gibt.

Nikons Vorgehen zeigt, wie ernst es dem Unternehmen mit dem Schutz seiner Technologie ist. Ob das langfristig klug ist, bleibt abzuwarten. Ein zu restriktives Lizenzmodell könnte Drittanbieter abschrecken und das Z-System weniger attraktiv machen. Andererseits: Wer Patente hält, hat das Recht, sie zu verteidigen.

Fujifilms Ansatz hingegen ist erfrischend offen. Statt Anwälte zu schicken, fragt man einfach die Nutzer, was sie wollen. Das schafft Nähe, Vertrauen – und vielleicht auch bessere Produkte. Ob am Ende tatsächlich ein Objektiv mit Messinggehäuse dabei herauskommt, bleibt abzuwarten. Aber allein die Tatsache, dass Fujifilm solche Ideen überhaupt öffentlich diskutiert, ist bemerkenswert.

Wer sich für die Zukunft von Objektiven interessiert, sollte unbedingt bei Fujifilms Abstimmung mitmachen. Und wer sich fragt, wie es mit Nikon und den Drittanbietern weitergeht: Abwarten, Tee trinken – und vielleicht schon mal ein paar Z-Mount-Objektive kaufen, solange sie noch verfügbar sind.

Lesen Sie auch


(tho)



Source link

Künstliche Intelligenz

Megadeal in Hollywood: US-Bundesstaaten planen Kartellklage gegen Paramount


In der US-Unterhaltungsindustrie droht ein juristischer Showdown, der die Machtverhältnisse in Hollywood erschüttern könnte. Auf der föderalen Ebene formiert sich Widerstand gegen die geplante Megafusion der Medienriesen Paramount Skydance und Warner Bros. Insidern zufolge bereiten mehrere US-Bundesstaaten eine gemeinsame Kartellklage vor, um die rund 110 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme in letzter Sekunde zu stoppen. Der offizielle juristische Vorstoß wird bereits für die kommenden Wochen erwartet, wie die Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg melden.

Weiterlesen nach der Anzeige

An der Spitze der Allianz gegen den entstehenden Unterhaltungsgiganten stehen demnach mit Kalifornien und New York die beiden wichtigsten wirtschaftlichen und kulturellen Zentren der USA. Das Büro des kalifornischen Generalstaatsanwalts Rob Bonta betonte zwar, dass die laufenden Untersuchungen andauerten und eine endgültige Entscheidung über eine Klage noch nicht gefallen sei. Doch die Zeichen stehen auf eine neue Konfrontation vor allem zwischen Staaten, die von den oppositionellen Demokraten regiert werden, und der republikanischen Administration unter Donald Trump im Bund.

An den Finanzmärkten sorgte die Nachricht für Nervosität. Die drohende Klage schickte die Aktienkurse beider Konzerne auf Talfahrt: Die Papiere von Warner Bros. gaben um 3,6 Prozent nach. Paramount-Aktien mussten sogar einen Einbruch von 6,7 Prozent verkraften.

Die betroffenen Unternehmen reagierten scharf auf die sich abzeichnende Blockade. Paramount führte ins Feld, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb auf dem hart umkämpften Streaming-Markt nicht schwächen, sondern stärken werde. Ein staatliches Einschreiten gegen die Fusion würde etablierten Plattformen wie dem Marktführer Netflix einen ungerechtfertigten Vorteil verschaffen, hieß es. Dazu kam die Ankündigung, sich mit allen rechtlichen Mitteln gegen jeden Versuch zu wehren, das Vorhaben zu Fall zu bringen. Der Deal komme am Ende den Verbrauchern, den Kulturschaffenden und der ganzen Branche zugute.

An dieser Darstellung gibt es an der Westküste erhebliche Zweifel. In Hollywood stößt die Elefantenhochzeit der zwei Traditionsstudios auf erbitterten Widerstand der Kreativbranche. Schauspiel- und Autorengewerkschaften äußern seit Wochen laut Kritik und sorgen sich um die Zukunft von Arbeitsplätzen. Die Angst geht um, dass durch die Konsolidierung der Produktionslandschaft der Rotstift angesetzt wird, Formate gestrichen werden und die Verhandlungsmacht der Filmschaffenden schwindet.

Weiterlesen nach der Anzeige

Mit der potenziellen Klage wählen die Bundesstaaten einen politisch heiklen Weg. Es ist der bislang weitreichendste Schritt von Regionalregierungen, eine Vorreiterrolle bei der Durchsetzung des US-Kartellrechts einzunehmen und ein Vakuum zu füllen, das die Politik in Washington hinterlässt. Unter der Trump-Regierung gilt eine Intervention der Wettbewerbshüter des Bundes gegen solche Fusionen als äußerst unwahrscheinlich.

Analysten weisen auch auf das Geflecht politischer Verbindungen hin: Der Vater von Paramount-Chef David Ellison, der Oracle-Mitgründer und Milliardär Larry Ellison, gilt als Großspender und pflegt exzellente Beziehungen zu Trump. Der Widerstand und der damit verknüpfte Wirtschaftskrimi haben so auch eine kräftige parteipolitische Note.

Lesen Sie auch


(nie)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

EU-Ombudsfrau rügt Brüssel: Von der Leyen darf Chats nicht automatisch löschen


Nach der Pfizergate-Affäre um geheime Impfstoffdeals per SMS sieht sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erneut scharfer Kritik wegen ihres Umgangs mit digitaler Kommunikation ausgesetzt. Die Europäische Bürgerbeauftragte Teresa Anjinho hat eine offizielle Rüge gegen die Brüsseler Regierungsinstitution ausgesprochen und einen gravierenden „Missstand in der Verwaltungstätigkeit“ festgestellt. Grund: Von der Leyen und weitere hochrangige Kommissionsmitglieder nutzen systematisch Funktionen zur automatischen Löschung von Nachrichten auf verschlüsselten Messengern wie Signal. Politisch brisante Absprachen verschwinden so – offenbar bewusst – im digitalen Nirwana.

Weiterlesen nach der Anzeige

Auslöser der Untersuchung war der Antrag eines Journalisten Anfang 2024, der Einsicht in eine Handy-Nachricht verlangte. Es drehte sich um eine Mitteilung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron an von der Leyen, in der es um das umstrittene Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten ging. Als die Kommission mit Verzögerung endlich antwortete, lautete die lapidare Begründung für die Verweigerung: Die Message existiere nicht mehr, da auf dem Smartphone der Präsidentin Auto-Delete („Disappearing Messages“) standardmäßig aktiviert sei. Das automatische Löschen erfolge, um Speicherplatz auf dem Gerät zu sparen.

Für Anjinho ist dieses Vorgehen inakzeptabel und demokratiefeindlich. Ihre Prüfung förderte ein bürokratisches Chaos und mutmaßliche Verschleppungstaktiken zutage. Ihr Team konnte nicht einmal feststellen, ob Macrons Nachricht vor oder nach dem offiziellen Antrag auf Akteneinsicht gelöscht wurde. Ebenso blieb im Dunkeln, ob die Kommission nach Eingang der Anfrage sofort nach der Message suchte oder dies erst über ein Jahr später tat, als sie die Antwort formulierte. Dass solche elementaren zeitlichen Abläufe nicht mehr rekonstruiert werden könnten, sei an sich schon ein schwerwiegendes Problem, moniert die Ombudsfrau.

Schwer wiegt ihr Vorwurf der bewussten Verzögerung: Ganze 15 Monate lang lag der Antrag unberührt im Kabinett von der Leyens. Das Generalsekretariat der Kommission unternahm in dieser Zeit nichts, um die Bearbeitung anzumahnen oder zu überwachen. Erst als der Beschwerdeführer im Juli 2025 formell nachhakte, kam Bewegung in die Sache. Die Argumentation der Kommission, sie habe das Verfahren als „ruhend“ betrachten dürfen, weil der Journalist nach Ablauf der ersten Frist nicht sofort noch einmal auf der Matte gestanden habe, wies Anjinho unter Berufung auf die europäische Rechtsprechung und die EU-Transparenzverordnung zurück.

Die Bürgerbeauftragte fordert Reformen in der Brüsseler Verwaltung. In ihren Empfehlungen verlangt sie, dass alle Textnachrichten zwischen Staats- und Regierungschefs sowie Kommissionsmitgliedern für einen angemessenen Zeitraum verpflichtend aufbewahrt werden, um eine öffentliche Kontrolle zu ermöglichen. Sobald ein Informationsfreiheitsersuchen eingehe, müssten die betroffenen Dokumente so lange gesperrt und gesichert werden, bis das Verfahren vollständig abgeschlossen ist. Nur so können unabhängige Kontrollinstanzen wie die Bürgerbeauftragte oder der Europäische Gerichtshof prüfen, ob eine Geheimhaltung rechtmäßig ist. Kurzlebige Chats dürften im Zentrum der europäischen Macht kein Schlupfloch sein, um sich der Rechenschaftspflicht zu entziehen.


(jow)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Günstiger Saugroboter Bosch Spotless+ im Test: Starkes Saugen, schwaches Wischen


Der Saugroboter Bosch Spotless+ saugt stark, navigiert ordentlich und leert Staub automatisch. Beim Wischen bleibt er aber klar limitiert.

Der Bosch Spotless+ ist ein Saugroboter mit einfacher Wischfunktion und beutelloser Absaugstation. Er setzt auf Lidar und Infrarotsensoren zur Navigation, die Saugleistung gibt Bosch allerdings nur mit 11.000 Pa an. Das Wischen übernimmt kein rotierender oder vibrierender Mopp, sondern eine starre Wischplatte. Damit ist klar: Der Spotless+ soll vor allem günstig und wartungsarm sein – und beim Saugen überzeugen. Tut er das? Wir haben ihn getestet.

Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Bosch Spotless+?

Der Bosch Spotless+ ist ein runder, weißer Saugroboter mit klassischem Laserturm auf der Oberseite. Mit 9,6 cm Höhe ist er nicht ultraflach, passt aber noch unter viele Möbel. Außer dem feststehenden Laserturm gibt es auf der Oberseite drei Tasten für Start, Rückkehr zur Station und punktuelle Reinigung.

Die Verarbeitung ist trotz der ausschließlichen Verwendung von Kunststoff solide. Unter dem nur aufgelegten Deckel sitzt der interne Staubbehälter des Roboters. Er fasst 400 ml Staub, der entnehmbare Wassertank 220 ml. Die Hauptbürste mit ihren Borstenreihen lässt sich mit wenigen Handgriffen entnehmen. Die starre Wischplatte unter dem Sauger kann nicht angehoben oder zum Rand ausgefahren werden und muss vom Nutzer manuell an- oder abgebaut werden.

Die Station ist ausschließlich zum Laden und Absaugen des Schmutzes aus dem Behälter des Roboters zuständig. Der Staubbehälter in der Station fasst 1,5 l und kommt ohne Staubbeutel aus. Stattdessen arbeitet er mit Zyklontechnologie, ähnlich wie ein Akkusauger. Das spart Folgekosten, im Gegenzug kommt man beim Leeren aber auch eher mit dem Staub in Berührung als bei einem geschlossenen Beutelsystem. Moppwäsche, Wassertankbefüllung oder Heißlufttrocknung bietet diese Station nicht.

Einrichtung: Wie schnell ist der Bosch Spotless+ betriebsbereit?

Die Steuerung erfolgt am Gerät oder über die Home-Connect-App. Darin lassen sich nach der ersten automatischen Kartenerstellung etwa Räume trennen, zusammenfügen und benennen. Reinigungen lassen sich für die ganze Wohnung, einzelne Räume oder Zonen starten.

Hinzu kommen Anpassungsmöglichkeiten für Saugleistung, Wassermenge und Reinigungszyklen, außerdem gibt es Teppich-Boost, Kindersicherung, Ruhezeiten und Energieeinstellungen. Der Funktionsumfang reicht für eine bequeme Grundsteuerung aus, ist aber klar weniger umfänglich als bei vielen höherpreisigen Modellen. So werden Teppiche nicht automatisch in die Karten eingezeichnet und manuell gibt es dafür auch keine Möglichkeit. Das ist ärgerlich, weil gerade bei Saugrobotern mit Wischplatte eine präzise Teppichverwaltung nützlich wäre.

Positiv: Bosch dokumentiert, dass Sicherheitsupdates mindestens bis September 2030 angeboten werden. Außerdem sind mehrere Karten speicherbar, etwa für verschiedene Etagen.

Navigation: Wie gut erkennt der Bosch Spotless+ Hindernisse?

Für die Navigation nutzt der Bosch Spotless+ einen 360-Grad-Lidar oben, Infrarot vorn, einen Stoßfänger, Teppicherkennung und einen Wand-Sensor. Im Alltag fährt er Räume damit logisch ab, arbeitet in Randbereichen sauber und findet sich zuverlässig zurecht. Auch unter ausreichend hohen Möbeln behält er den Überblick. Für einen günstigen Saugroboter ist das ein solider Eindruck.

Bei Teppichen verhält sich der Bosch sinnvoll, bietet dem Nutzer allerdings keinerlei Optionen. Mit montierter Wischplatte meidet er Teppiche, ohne Wischplatte wechselt er in den reinen Saugmodus und erhöht auf Teppich automatisch die Saugkraft – das war’s. Auf hochflorigen Teppichen fährt sich der Bosch-Roboter schnell fest, denn Technik zum Anheben des Chassis gibt es nicht. Entsprechend erklimmt der Spotless+ auch keine Hindernisse über 2 cm Höhe.

Auch bei der Hindernisvermeidung sollten Interessenten nicht zu viel erwarten. Bosch spricht dabei von Smart-Vision mit Infrarotlicht, in der Praxis ersetzt das aber keine echte Objekterkennung per Kamera und KI. Die meisten kleinen Gegenstände unterhalb der Rumpfhöhe des Roboters werden nicht zuverlässig erkannt. Entsprechend fuhr sich der Saugroboter im Test auch immer wieder an Kabeln fest.

Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Bosch Spotless+?

Beim Saugen überzeugt der Bosch Spotless+ mehr, als seine Ausstattung vermuten lässt – dabei gibt Bosch die Saugleistung mit nur 11.000 Pa an. Auf Hartboden nimmt der Roboter im Test fast alles an Schmutz auf, nur in Ecken hat er mangels ausfahrbarer Seitenbürste Probleme. Selbst auf kurzflorigem Teppich erreicht er ordentliche Ergebnisse. Erst auf höherer Auslegeware macht sich die vergleichsweise schwache Saugkraft zunehmend bemerkbar und selbst Haare erwischt er meist erstaunlich gut. Auf Teppich wickeln sich jedoch einzelne Haare um die Bürste und haften vermehrt an den Borstenreihen. Insgesamt ist das Saugergebnis für diese Preisklasse aber ordentlich.

Die Wischfunktion ist bestenfalls zum Staubwischen geeignet und entfernt Flecken kaum. Wer eine ordentliche Wischfunktion sucht, sollte zu einem anderen Modell mit aktiver Wischfunktion greifen.

Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Bosch Spotless+?

Die maximale Laufzeit liegt im Alltag mit gelegentlichem Teppich-Boost etwa bei 2 Stunden, die Ladezeit liegt in etwa bei langen 6 Stunden. Im Test schaffte er je nach Einstellung rund 80 bis 100 m² am Stück, bevor er zum Zwischenladen wieder zurück zur Station musste. Das reicht für mittelgroße Wohnungen.

Preis

Die UVP für Deutschland liegt bei 629 Euro. Das wäre für das Einstiegsgerät viel zu hoch; Konkurrenten bieten hier bereits auf dem Datenblatt erheblich mehr. Der Straßenpreis allerdings liegt mit aktuell 259 Euro (Amazon) aktuell deutlich geringer und darf für das Gesamtpaket als fair betrachtet werden.

Fazit

Der Bosch Spotless+ ist kein Alleskönner. Seine Stärken liegen klar beim Saugen, der ordentlichen Lidar-Navigation und bei der beutellosen Absaugstation. Auf Hartboden und nicht zu hohem Teppich liefert er für seine Preisklasse gute Ergebnisse. Die App bietet die wichtigsten Funktionen, ist aber eher aufs Wesentliche beschränkt.

Echte Hinderniserkennung gibt es hier im Gegenzug nur in eingeschränkter Form und die Wischfunktion ist eher feuchtes Staubwischen als echte Bodenreinigung. Dank des inzwischen recht niedrigen Straßenpreises ist der Bosch Spotless+ dennoch für Sparfüchse interessant, sofern er zum geplanten Einsatzort passt und man die Abstriche bei der Ausstattung hinnehmen kann. Fürs Geld ein faires Gesamtpaket, gemessen an Fähigkeiten aktueller Topmodelle aber klar ein Einstiegsmodell, das rein aufs Saugen reduziert ist.



Source link

Weiterlesen

Beliebt