Künstliche Intelligenz
OpenAI verdreifacht Rechenleistung und Umsatz
Der ChatGPT-Entwickler OpenAI hat im vergangenen Jahr seinen Jahresumsatz mehr als verdreifacht und dabei die 20-Milliarden-Dollar-Marke geknackt. Im Jahr 2024 lag der Umsatz des Unternehmens noch bei sechs Milliarden US-Dollar. Diese Zahlen nannte Sarah Friar, Finanzchefin von OpenAI, am Sonntag in einem Blogbeitrag.
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Vor allem die Erweiterung der Rechenkapazitäten befeuerte das Umsatzwachstum. So stieg auch die verfügbare Rechenleistung von OpenAI im Jahresvergleich um das Dreifache bzw. von 2023 bis 2025 um das 9,5-Fache: von 0,2 Gigawatt (GW) im Jahr 2023 über 0,6 GW im Jahr 2024 auf rund 1,9 GW im abgelaufenen Jahr. Sowohl die Zahlen für die wöchentlich aktiven Nutzer als auch für die täglich aktiven Nutzer erreichten weiterhin Rekordhöhen, so Friar.
„Investitionen in Rechenleistung ermöglichen Spitzenforschung und bahnbrechende Fortschritte bei der Modellkapazität. Leistungsfähigere Modelle ermöglichen bessere Produkte und eine breitere Akzeptanz der OpenAI-Plattform. Die Akzeptanz treibt den Umsatz an, und der Umsatz finanziert die nächste Welle von Rechenleistung und Innovation. Der Zyklus verstärkt sich“, umriss Friar die Erfolgsformel.
ChatGPT mit Werbung
Doch was nach einer uneingeschränkten Erfolgsgeschichte klingt, offenbart bei genauerem Hinsehen einige Fallstricke. So kündigte OpenAI Ende vergangener Woche an, ab dieser Woche Werbung in seinem KI-Chatbot ChatGPT testen zu wollen, um mehr Einnahmen aus ChatGPT zu generieren und auf diese Weise die hohen Kosten für die KI-Entwicklung zu stemmen. Erste Experimente mit diesem neuen Finanzierungsmodell sollen zunächst auf die Vereinigten Staaten beschränkt bleiben.
Die Finanzierung durch Werbung stellt eine deutliche Kursänderung durch OpenAI dar. Noch im Oktober 2024 hatte OpenAI CEO Sam Altman seine persönliche Ablehnung von Werbung bekräftigt. Aber Hinweise auf ein Umdenken gab es schon länger. Anfang Dezember 2025 rief Altman bei OpenAI aufgrund des wachsenden Konkurrenzdrucks „Alarmstufe Rot“ aus. Seitenprojekte wie die Arbeit an Werbung sollten demnach erst einmal verschoben werden. Doch angesichts der Milliardenverluste des Unternehmens kam es wohl zu dem erneuten Schwenk.
Zugang zu Rechenleistung
Die nächste Entwicklungsstufe werde über Abonnements und Werbung hinausgehen, kündigte Friar an. Mit dem Einzug von KI in die wissenschaftliche Forschung, die Arzneimittelentwicklung, Energiesysteme und Finanzmodellierung entstünden neue Wirtschaftsmodelle. „Lizenzierung, IP-basierte Vereinbarungen und ergebnisorientierte Preisgestaltung werden sich die geschaffene Wertschöpfung teilen“, so die OpenAI-Finanzchefin.
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Entscheidend für die künftige Entwicklung sei der Zugang zu Rechenleistung. „Rechenleistung ist die knappste Ressource in der KI“, so Friar. „Der Zugang zu Rechenleistung entscheidet darüber, wer skalieren kann.“ OpenAI bewältige dies, indem es die Bilanz „schlank“ hält, Partnerschaften eingeht, anstatt zu kaufen, und Verträge mit Flexibilität über Anbieter und Hardwaretypen hinweg strukturiert.
Fokus auf praktischer Umsetzung
Die Produktplattform von OpenAI umfasst derzeit Text, Bilder, Sprache, Code und APIs. „Die nächste Phase sind Agenten und Workflow-Automatisierung, die kontinuierlich laufen, den Kontext über einen längeren Zeitraum hinweg übertragen und toolübergreifend Maßnahmen ergreifen“, wagte Friar einen Blick voraus. Für Einzelpersonen bedeute dies KI, die Projekte verwaltet, Pläne koordiniert und Aufgaben ausführt; für Organisationen werde sie zu einer Betriebsebene für Wissensarbeit.
Für das laufende Jahr 2026 werde OpenAI den Fokus auf „die praktische Umsetzung“ legen, kündigte Friar an. Große und unmittelbare Chancen liägen demnach insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Wissenschaft und Wirtschaft. „Die Infrastruktur erweitert das, was wir leisten können. Innovation erweitert das, was [künstliche] Intelligenz leisten kann. Die Einführung erweitert den Kreis derjenigen, die sie nutzen können. Die Einnahmen finanzieren den nächsten Sprung. Auf diese Weise skaliert [künstliche] Intelligenz und wird zur Grundlage der Weltwirtschaft.“
(akn)
Künstliche Intelligenz
Via CarPlay: Blitzer.de-App kommt ins Auto
Mit dem jüngsten Update der Blitzer.de-App in der Pro-Variante ergänzt der Anbieter ein lange erhofftes Feature: iOS-Nutzer können den Dienst erstmals auch direkt auf dem Hauptdisplay des Autos via CarPlay anzeigen lassen. Die Fahrzeugintegration, die es schon länger für Android gibt (dort dann mit Support für Android Auto), kommt ab Version 4.3.0 auf die Apple-Geräte. Die Standardvariante von Blitzer.de ist Version 2.1.1; sie erschien bereits im Sommer 2024 und hat kein CarPlay.
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Zuvor nur Töne
Zuvor gab es auch in der Pro-Variante noch keinen vollwertigen CarPlay-Support. Stattdessen wurden die optischen Warnungen auf dem iPhone gezeigt. War das iPhone mit dem Fahrzeug verbunden, konnte man akustische Warnungen aber über dieses wiedergeben lassen. Gegebenenfalls musste man dazu in CarPlay unter Einstellungen und Audio das Fahrzeug als Audioausgang wählen. Der „Kanal“ sei so programmiert wie von Apple empfohlen, so der Anbieter.
Blitzer.de stammt von der Hamburger Eifrig Media, die die App als Einmalkauf offeriert. Für 49 Euro-Cent lässt sie sich für 14 Tage freischalten, zeitlich unbegrenzt kostet dies 9,99 Euro. „Es handelt sich bei beiden Käufen um Einmalzahlungen, nicht um Abonnements.“
Radarwarner sind verboten
Die App zeigt unter anderem Gefahrenzonen, Staus, Baustellen sowie feste und mobile Blitzer an. Dabei kann man letztere auch direkt der Community melden. Warnungen erfolgen „in Echtzeit”, so der Anbieter. So werden 100.000 feste Blitzer erfasst. Integriert ist zudem eine Navigationsfunktion, die über vorhandene Daten um Probleme herumleiten soll. Durch die CarPlay-Einbindung ist kein Blick aufs Handy mehr notwendig, es muss also nicht im Auto montiert sein.
Bei Apps wie Blitzer.de gilt, dass diese in Deutschland als Radarwarner gesetzlich nicht erlaubt sind. Wer sie verwendet, riskiert also ein Bußgeld. Das gilt auch für Navigations-Apps, die Blitzerwarnungen integrieren. Reine Radarwarner technischer Art dürfen zudem nicht betriebsbereit im Auto mitgeführt werden. Es droht ein Bußgeld von 75 Euro sowie ein Punkt im Fahreignungsregister, so der ADAC. Innerhalb der EU gibt es keine einheitlichen Regelungen.
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(bsc)
Künstliche Intelligenz
Kospet Tank T4 im Test: Robuste und günstige Alternative zur Garmin-Smartwatch
Mit der Tank T4 positioniert sich Kospet als Anbieter einer günstigen Smartwatch, die mit hochpreisigen Sportuhren von Garmin und anderen konkurrieren will. Ob das gelingt?
Das chinesische Unternehmen Kospet hat sich die Entwicklung preisgünstiger, aber trotzdem hochwertiger Smartwatches auf die Fahnen geschrieben. Mit der Tank T4 bietet der Hersteller jetzt eine Sportuhr, die mit umfangreichen Trainings-Features, Tauch-Modi und GPS-Modul zu einem Preis ab 185 Euro ein verlockendes Gesamtpaket für preisbewusste (Hobby-)Athleten verspricht.
Die Sportuhr hat uns Kospet zur Verfügung gestellt. Wir haben die Uhr im Alltag und beim Training getestet und fassen ihre Stärken und Schwächen zusammen.
Design & Tragekomfort
Optisch orientiert sich die Kospet Tank T4 an der Garmin-Fenix-Serie und fällt mit einem Durchmesser von 46,8 mm ähnlich groß aus wie die Fenix 7. Mit 77 g ohne Armband bringt die Uhr allerdings vergleichsweise viel Gewicht auf die Waage, was bei schmalen Handgelenken auf Dauer störend sein kann. Im Praxistest wirkte sich das Gewicht jedoch nicht negativ aus, sondern trägt vielmehr zu einem insgesamt wertigen Eindruck bei.
Das Gehäuse der Tank T4 besteht aus Stahl, beim Armband setzt Kospet auf Kunststoff mit Metallschließe. Die Uhr ist nach IP69K zertifiziert und damit nicht nur wasser- und staubdicht, sondern auch gegen heiße Hochdruckwasserstrahlen geschützt. Zusätzlich ist sie bis 10 ATM wasserdicht und eignet sich damit zum Schwimmen sowie für Tauchgänge. Laut Hersteller ist zudem Freediving und Gerätetauchen bis zu einer Tiefe von 45 Metern möglich.
Das Tragegefühl der Tank T4 überrascht uns im Test trotz des hohen Gewichts der Smartwatch positiv. Die Uhr liegt angenehm am Handgelenk auf und die seitlichen Bedientasten sind so in das Gehäuse eingebettet, dass sie nicht stören oder unnötig drücken. Auch während der Nacht konnten wir keine Probleme beim Tragekomfort der Tank T4 feststellen.
Display
Kospet hat die Tank T4 mit einem 1,43-Zoll-großen AMOLED-Display ausgestattet, das automatisch die Helligkeit an das Umgebungslicht anpasst. Das funktioniert in der Praxis gut, aber wer möchte, kann die Helligkeit auch manuell anpassen. Dazu verfügt die Smartwatch über einen stufenlosen Slider, den wir über das Optionsmenü der Uhr aufrufen können.
Generell ist die Ablesbarkeit hervorragend, auch bei direkter Sonneneinstrahlung. Die automatische Helligkeitserkennung funktioniert zügig und fast ohne Verzögerung.
Einrichtung & Bedienung
Wie bei gängigen Smartwatches gewohnt, gibt es auch bei der Kospet Tank T4 eine passende App, über die wir die Uhr mit unserem Smartphone koppeln können. Kospet nutzt dazu eine Anwendung namens Apexmove. Sobald wir die Tank T4 zum ersten Mal hochfahren, erscheint auf dem Bildschirm ein QR-Code, über den wir den Download starten können. Die App ist sowohl im Google Play Store als auch im App Store von Apple verfügbar.
Beim erstmaligen Start der App werden wir nach einem Account gefragt, wir müssen aber kein Konto anlegen, um die Software nutzen zu können. Allerdings gilt: Deinstallieren wir die App zwischenzeitlich, gehen die auf der Uhr gespeicherten Daten verloren, wenn wir sie anschließend erneut mit der App koppeln.
Die Kopplung der Tank T4 via Bluetooth über das Gerätemenü der Uhr funktionierte in unserem Test absolut problemlos und dauerte nur wenige Minuten. Die App selbst ist nach üblichem Standard vergleichbarer Software wie Mi Fitness aufgebaut und zeigt wichtige Daten auf der Startseite in Kacheln angeordnet an. Wer möchte, kann die Reihenfolge der Kacheln und die Art der angezeigten Kacheln, in der App Karten genannt, individuell anpassen.
Im Trainingsmenü sehen wir bereits absolvierte Sporteinheiten und können neue Einheiten auch direkt starten. Außerdem gibt es in der App die Möglichkeit, das Watchface der Tank T4 anzupassen. Insgesamt macht die App einen guten Eindruck, allerdings sind uns im Test ein paar wenige Übersetzungsfehler aufgefallen, die das positive Gesamtbild minimal eintrüben.
Bei der Smartwatch selbst setzt Kospet auf das eigene Apexmove OS, das praktisch wie Wear OS von Google funktioniert. Das sorgt zwar für eine intuitive Bedienbarkeit, hat aber den Nachteil, dass wir keine Drittanbieter-Apps auf der Uhr installieren können. Immerhin klappt die Steuerung der Uhr über das Touch-Display und die vier Bedientasten an den Gehäuseseiten absolut problemlos. Dank der Wet-Touch- und Anti-Fingerabdruck-Beschichtung erkennt der Bildschirm problemlos auch Eingaben, die wir mit schmutzigen oder feuchten Fingern tätigen.
Training & Fitness
Weil es sich bei der Tank T4 um eine smarte Outdoor-Sportuhr handelt, bietet das Modell einen großen Umfang an Trainingsfunktionen. Insgesamt bietet die Tank T4 für 160 Sportarten eigene Profile, für 23 davon gibt es zudem den sogenannten Apex-Motion-Modus, über den zusätzliche Daten und eine Post-Workout-Auswertung verfügbar sind. Apex Motion unterstützt Ausdauersportarten wie Laufen, Wandern und Radfahren und bietet dabei zusätzliche Daten wie Pace und Schrittlänge, VO2-Max und Erholungsdauer.
Positiv fällt auf, dass die Tank T4 auch bei weniger verbreiteten Sportarten zusätzliche Messwerte erfasst und sich nicht auf Trainingsdauer und Kalorienverbrauch beschränkt. Beim Rudertraining zeigt die Uhr Paddelschläge und Schlagfrequenz an, beim Seilspringen werden die Anzahl der Sprünge sowie das durchschnittliche Sprungtempo erfasst. Damit bieten auch Trainingsprofile jenseits von Laufen, Schwimmen und Radfahren einen tatsächlichen Mehrwert und dienen nicht nur der reinen Funktionsvielfalt.
Aber nicht nur bei der Profilauswahl und Gestaltung, sondern auch bei der Messung der Pulsfrequenz, gewissermaßen dem Herzstück jeder Sportuhr, macht die Tank T4 eine überraschend gute Figur. Kospet hat bei der Smartwatch einen optischen 4PD-Sensor verbaut, über den die Uhr unsere Herzfrequenz misst. Das funktioniert sowohl im Ruhezustand als auch beim Training hervorragend.
Obwohl die Genauigkeit des Sensors nicht ganz mit der eines Brustgurts mithalten kann (im Test zeigen sich Abweichungen im niedrigen einstelligen Bereich), liefert die Tank T4 durchweg gute Messergebnisse. Auch bei stark schwankendem Puls, etwa während einer Kraft- oder HIIT-Einheit, kommt die Uhr gut mit, auch wenn die Abweichungen hier etwas größer ausfallen (bis 10 BPM) – das ist gerade bei Smartwatches dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich.
Neben der Herzfrequenzmessung gehört das GPS-Modul zu den wichtigsten Features der Tank T4 und auch hier können wir der Uhr ein gutes Zeugnis ausstellen. Laut Herstellerangaben unterstützt die Tank T4 neben GPS auch Galileo, Glonass, Beidou, QZSS und Navic (IRNSS). Support für eine derartig große Bandbreite an Satellitensystemen bieten nur wenige Smartwatches auf dem Markt, und das macht sich auch bei der Genauigkeit des Trackings bemerkbar.
Wir haben die Uhr auf mehreren Laufrunden in ländlicher Gegend (Wald und Feld) verwendet. Die Tank T4 macht dabei einen einwandfreien Job und überzeugt mit einer hohen Präzision. Starten wir eine Laufeinheit, erkennt die Uhr auch ziemlich schnell unseren Standort. Nur bei stark bewölktem Himmel kann es bis zu einer halben Minute dauern, bis das GPS-Modul unsere Position bestimmt hat.
Schlaf & Gesundheit
Die Tank T4 bietet eine umfassende Auswahl an Gesundheitsfunktionen. Auf ein EKG-Feature müssen wir zwar verzichten (was angesichts des Preises auch absolut in Ordnung geht), aber dafür überwacht die Uhr neben unserer Herzfrequenz auch unseren Blutsauerstoff und informiert uns bei abnormen Werten. Zudem registriert die Smartwatch basierend auf gemessenen Daten unseren Stresslevel und erlaubt, eigene Angaben zur aktuellen Stimmung zu machen. Optionale Atemübungen gibt es ebenfalls.
Etwas enttäuschend ist hingegen die Möglichkeit für Frauen, den eigenen Zyklus zu tracken. Hier können wir in der App die Länge der Menstruationsperiode und die Dauer unseres Zyklus angeben, um den Algorithmus den Beginn der nächsten Periode und des Eisprungs berechnen zu lassen. Zusätzliche Funktionen wie die Möglichkeit, spezifische Symptome oder die eigene Körpertemperatur zu notieren, fehlen allerdings komplett, weshalb dieses Feature eigentlich keinen echten Nutzen hat.
Das Schlaf-Tracking hinterlässt im Test einen soliden Eindruck. Die Tank T4 erkennt Einschlaf- und Aufwachzeitpunkte zuverlässig und erfasst die Dauer der einzelnen Schlafphasen. Wie präzise die Daten im Detail sind, lässt sich ohne Vergleichsmessung im Schlaflabor nicht beurteilen, sie decken sich jedoch grob mit unserem subjektiven Empfinden. Schwächen zeigt die Uhr bei der Erkennung kurzer Wachphasen im Bett, die nicht immer zuverlässig erfasst werden – in einem Fall verzeichnete sie trotz mehrmaligen Aufwachens keine Wachzeit.
Weitere Features
Erfreulicherweise hat Kospet die Tank T4 mit einer ganzen Reihe nützlicher Zusatzfunktionen ausgestattet, die für eine Uhr in dieser Preiskategorie nicht selbstverständlich sind. Ein großer Pluspunkt ist der integrierte Speicher mit einer Größe von 32 GB. Dabei können wir sowohl Kartenmaterial für die Offline-Navigation als auch Musik in diesen Speicher herunterladen. Allerdings ist die Übertragung von Musik und Kartenmaterial etwas umständlich.
Die Tank T4 unterstützt nämlich weder Spotify noch Deezer oder irgendwelche anderen Drittanbieter-Apps. Wir müssen die Musik also als Audiodatei auf unserem Smartphone speichern, um sie dann über die Apexmove-App auf die Uhr übertragen zu können. Das funktioniert dann aber ohne Probleme.
Beim Kartenmaterial ist es noch etwas komplizierter: Hier müssen wir auf einem Desktop-PC einen Link öffnen, uns per QR-Code-Scan über die Smartphone-App anmelden und dann aus einer Liste einzeln das Kartenmaterial für die gewünschte Region herunterladen (zum Beispiel Berlin oder Nordrheinwestfalen). Anschließend müssen wir sie über USB-Kabel auf die Uhr übertragen. Der Prozess ist recht langwierig, aber immerhin funktioniert die Routennavigation mit dem Offline-Kartenmaterial gut. Wer möchte, kann außerdem auch GPX-Tracks auf die Uhr importieren.
Daneben verfügt die Tank T4 auch über ein integriertes Mikrofon. Dementsprechend unterstützt die Uhr sowohl die Sprachsteuerung unseres Smartphones als auch die Telefonie, sofern das Smartphone in Reichweite ist. Einen E-SIM-Slot gibt es allerdings nicht. Was ebenso fehlt, ist eine Bezahlfunktion, aber die wäre vermutlich ohnehin nur eingeschränkt nutzbar, weil das Betriebssystem der Smartwatch keine externen Drittanbieter-Apps unterstützt.
Eine Besonderheit der Tank T4 ist das integrierte Walkie-Talkie. Laut Hersteller ermöglicht es die Kommunikation per Push-to-Talk innerhalb eines Radius von bis zu 40 Metern, ohne Internetverbindung. Derzeit funktioniert die Funktion ausschließlich zwischen den Modellen Tank T4 und Tank M4. Dazu wird ein Team direkt über das Menü der Uhr erstellt, dem andere Nutzer per Zifferncode beitreten können. Sinnvoll ist das Feature vorwiegend in abgelegenen Gebieten mit schlechtem Mobilfunkempfang. Kospet zufolge soll die Walkie-Talkie-Funktion künftig auch von weiteren Smartwatches des Herstellers unterstützt werden.
Akku
Kospet gibt die Akkulaufzeit der Tank T4 mit bis zu 15 Tagen bei typischer und bis zu 10 Tagen bei intensiver Nutzung an. Bei dauerhaft aktiviertem GPS soll die Uhr 21 bis 22 Stunden durchhalten. Im Praxistest bestätigen unsere Erfahrungen größtenteils diese Angaben. Wir haben die Tank T4 bei drei anderthalbstündigen Sporteinheiten pro Woche mit aktiviertem GPS, Benachrichtigungen und Schlaf-Tracking genutzt und mussten den Akku nach 12 Tagen wieder aufladen. Die Akkulaufzeit bewegt sich damit in einem ausgezeichneten Bereich und geht für diese Preisklasse absolut in Ordnung.
Preis
Die Kospet Tank T4 ist mit schwarzem und silbernem Gehäuse verfügbar. Beide Varianten kosten laut unverbindlicher Preisempfehlung 210 Euro, allerdings sind die Uhren zum Testzeitpunkt schon für etwa 185 Euro erhältlich.
Fazit
Zunächst begegneten wir der Kospet Tank T4 mit einer gewissen Skepsis: Kann eine Outdoor-Smartwatch für unter 200 Euro tatsächlich eine echte Alternative zu den deutlich teureren Modellen von Polar oder Garmin sein? Im Praxistest konnte die Uhr diese Zweifel jedoch weitgehend ausräumen.
Die Tank T4 bietet eine umfangreiche Auswahl an Trainingsprofilen. GPS-Tracking und Pulsmessung arbeiten zuverlässig, auch die Akkulaufzeit fällt im Test überzeugend aus. Die etwas umständliche Übertragung von Musik- und Kartendaten ist angesichts des niedrigen Preises verschmerzbar. Positiv überrascht zudem die integrierte Walkie-Talkie-Funktion, die über ein reines Gimmick hinausgeht und im Outdoor-Einsatz einen praktischen Mehrwert bieten kann.
Einschränkungen gibt es bei der Auswahl zusätzlicher Apps, was dem vergleichsweise einfachen Betriebssystem geschuldet ist. Da sich sowohl die Menüs der Uhr als auch die Begleit-App flexibel anpassen lassen, fällt dieser Nachteil im Alltag jedoch weniger ins Gewicht. Wer eine preisgünstige Smartwatch mit GPS, Musikspeicher und umfangreichen Sportfunktionen sucht, findet in der Kospet Tank T4 ein insgesamt stimmiges Gesamtpaket.
Künstliche Intelligenz
Speicherkrise: Microns Kapazitätserweiterungen greifen frühestens in 1,5 Jahren
Der US-Hersteller Micron und die Powerchip Semiconductor Manufacturing Corporation (PSMC) aus Taiwan wollen eine Partnerschaft eingehen. In einer Absichtserklärung stellen beide Firmen Rahmenbedingungen auf. Der größte Punkt: Micron will für 1,8 Milliarden US-Dollar das sogenannte Halbleiterwerk P5 von PSMC im Nordwesten Taiwans übernehmen.
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Auf knapp 280.000 Quadratmetern Reinraumfläche stellt Micron neue Produktionslinien auf und setzt eigene Mitarbeiter ein, wenn alles nach Plan verläuft. Obwohl die Wartezeit für einen kompletten Neubau entfällt, braucht die Serienproduktion aber noch mehr als ein Jahr. So viel Zeit benötigt Micron, um die notwendigen Maschinen zu beschaffen und die Herstellung nach eigener Spezifikation hochzufahren.
Vom Produktionsbeginn bis zur Fertigstellung benötigt ein Silizium-Wafer dann typischerweise noch mehrere Monate. Im zweiten Halbjahr 2027 solle das Halbleiterwerk zu einer „bedeutenden Steigerung der DRAM-Wafer-Produktion beitragen“, schreibt Micron in der eigenen Mitteilung. Im nahegelegenen Taichung betreibt Micron bereits ein Halbleiterwerk.
Parallel baut Micron ein neues Halbleiterwerk in Onondaga, New York, wo Mitte Januar der Spatenstich erfolgte. Der Hersteller vermarktet den Standort als „historische Megafab“ mit möglichen Gesamtinvestitionen von 100 Milliarden US-Dollar. Allerdings ist diese Summe bislang nur theoretischer Natur – sie beinhaltet mögliche Erweiterungen über die nächsten 20 Jahre oder mehr. Der Standort ist groß genug für vier Halbleiterwerke, zunächst entsteht aber nur eins. Bis dort die Serienproduktion anläuft, dürften mehrere Jahre vergehen.
Neues Lizenzabkommen
PSMC will derweil die Maschinen und Mitarbeiter des P5-Werks in das 51 km entfernte P3-Werk in Hsinchu überführen. Massenkündigungen sind laut Mitteilung nicht geplant. Im Rahmen eines Lizenzabkommens will PSMC seine Fertigung insgesamt modernisieren und auf KI-Produkte auslegen. Neben DRAM beinhaltet das etwa Interposer und Stapeltechnik. Teilweise soll PSMC auch das sogenannte Packaging für Micron-Speicher übernehmen, also dessen Speicherchips in Kunststoffgehäuse verpacken.
DRAM stellt PSMC bisher mit Strukturbreiten der 20-Nanometer-Klasse her, was alles zwischen 20 und 29 nm beinhaltet. Micron und die Konkurrenten Samsung sowie SK Hynix haben bereits mehrere Generationen in der 10-nm-Klasse aufgelegt. PSMC fungiert gleichzeitig als Chipauftragsfertiger, bietet für Logikchips allerdings nur Prozesse bis 40 nm an.
Lizenzabkommen zwischen kleinen und großen Speicherherstellern sind schon lange üblich. Bisherige DRAM-Patente hat PSMC bereits von der jetzigen Micron-Tochter Elpida lizenziert. Eigenentwicklungen lohnen sich für die kleinen Firmen nicht, während die drei Weltmarktführer mit einem gemeinsamen Marktanteil von über 90 Prozent keine ernst zu nehmende Konkurrenz zu befürchten haben.
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Jahrelanges Minus
Kurzfristig dürfte für PSMC die Finanzspritze von 1,8 Milliarden US-Dollar am wichtigsten sein. Seit 2023 macht der Hersteller Minus; im zuletzt berichteten dritten Quartal 2025 waren es gut 2,7 Milliarden Taiwan-Dollar, nach aktuellem Umrechnungskurs etwa 86 Millionen US-Dollar.
Der Marktbeobachter Trendforce sieht PSMC mit großem Abstand auf Platz 6 der weltweit größten DRAM-Hersteller, mit einem Marktanteil von verschwindend geringen 0,1 Prozent.
(mma)
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