Künstliche Intelligenz
Perplexity Personal Computer für den Mac nun testbar
Das im März präsentierte lokale agentische KI-System Perplexity Personal Computer steht seit einigen Tagen bestimmten Nutzergruppen zur Verfügung. Das schreibt Perplexity in seinem offiziellen Team-Blog. Die Software erlaubt es, einen macOS-Rechner – gedacht wird hierbei insbesondere an den Mac mini – vollständig zu steuern, wie man das von OpenClaw und Co. kennt. Dabei wird auch die GUI des Rechners übernommen. Die Idee dabei ist es, ein stets verfügbares lokales KI-System auch aus der Cloud ansprechen zu können. Wobei lokal hier relativ ist: Zur Erledigung der meisten komplexeren Aufgaben dürfte Personal Computer schlicht Server-Hilfe in Anspruch nehmen.
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Pro-Abo ist Mindestvoraussetzung
Perplexity hat das KI-System in Form einer Mac-App implementiert. Diese lässt sich derzeit nur bei Perplexity selbst herunterladen, nicht jedoch im Mac App Store. Offenbar wird außerdem der nur mittelmäßig beliebte Perplexity-Browser Comet benötigt: „Nutzen Sie Comet mit Personal Computer, um Surfen, Recherche und Web-Automatisierung direkt von Ihrem Desktop aus freizuschalten“, schreibt Perplexity dazu.
Grundvoraussetzung für die Nutzung von Personal Computer ist, dass man ein Abo bei Perplexity hat. Dies ist lobenswerterweise nicht auf das Max-Tier beschränkt – auch Pro- und Enterprise-Abonnenten dürfen mitspielen (ab 17 US-Dollar im Monat bei jährlicher Abrechnung). Zunächst blieb unklar, ob es Ländersperren gibt; die Perplexity-Website machte in deutscher Sprache aber nicht den Eindruck, dass der Dienst im EU-Raum geblockt ist.
Der „persönliche Orchestrator“
Personal Computer soll eine Art „persönlicher Orchestrator“ sein, heißt es von Perplexity weiter, der vollständige Workflows auf dem Mac durchführen kann. Via Comet gibt es auch Web-Zugriff ohne direkte Konnektoren, also Anpassungen an den Agenten. Das System sieht alle auf dem Mac vorhandene Apps und soll mit diesen interagieren. Perplexity betont, was Personal Computer treibt, sei überprüfbar und könne rückgängig gemacht werden. Wie das in der Praxis abläuft, müssen erste Tests zeigen.
Beispiele für die Personal-Computer-Nutzung, die Perplexity genannt hatte, ist das Reagieren auf eingehende Nachrichten und E-Mails, das Führen und Abarbeiten von To-Do-Listen oder das Sortieren von Dateiordnern. Zudem soll das System einen Datenabgleich mit dem Web vornehmen können – man kann also ein lokales Dokument mit Informationen aus dem Internet absichern. Angaben zur Einrichtung von Personal Computer macht Perplexity auf einer eigenen Website. Darin wird unter anderem aufgefordert, dem System Berechtigungen für die Bedienungshilfen zu erteilen, über die der Mac dann gesteuert wird. Auch soll man sich Ordner aussuchen können, mit denen Personal Computer dann agieren darf. Schließlich, und das dürfte der gefährlichste Schritt sein, möchte Perplexity auch Zugriff auf ein angebundenes Smartphone, um etwa 2FA-Abfragen bestätigen zu können. Darüber soll man auch Aufgaben starten können, wenn man nicht am Mac ist.
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(bsc)
Künstliche Intelligenz
Hollywood-Stars wollen mit neuem Standard KI-Klone ausbremsen
Die Schauspielerin Cate Blanchett hat die Non-Profit-Organisation RSL Media ins Leben gerufen, die einen Einwilligungsstandard für KI-Nutzung etablieren will. Er soll KI-Systemen in maschinenlesbarer Form mitteilen, ob und unter welchen Bedingungen geschützte Werke, persönliche Merkmale und andere Rechte genutzt werden dürfen.
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RSL Media beschreibt die Funktionsweise als eine Art Ampelsystem: Die Nutzung durch KI-Systeme, etwa durch Training, Generierung oder Nachahmung, kann erlaubt, nur unter Bedingungen erlaubt oder untersagt werden. Die Spezifikationen des sogenannten „RSL Human Consent Standard“ sind bereits öffentlich einsehbar, wurden jedoch noch nicht finalisiert.
Ergänzend dazu plant RSL Media ein öffentlich zugängliches Register. Dort sollen nicht nur Kreative und Künstler, sondern grundsätzlich alle Menschen ihre Identität verifizieren und für die vier Rechtebereiche Werke, Identität, Charaktere und Marken festlegen können, ob und unter welchen Bedingungen KI-Systeme diese nutzen dürfen.
Der Ansatz ist bewusst sehr breit gefasst und umfasst Songs, Filme, Bücher, Kunst und Fotos ebenso wie Namen, Abbilder, Stimmen, Bewegungen, geschützte fiktionale Charaktere sowie Logos, Markenzeichen und Designmerkmale. Die Angaben werden automatisch in maschinenlesbare Signale übersetzt. Das Register soll im Juni online gehen, Interessierte können jedoch bereits eine Einwilligungs-ID reservieren.
Vom Webstandard zum KI-Rechterahmen
„KI kann keine Rechte respektieren, die sie nicht sehen kann, menschliche Einwilligung ist in dieser neuen digitalen Ära daher praktisch unsichtbar“, sagt Nikki Hexum, Mitgründerin und CEO von RSL Media. Genau hier setzt die Initiative an. Der Mitautor des Standards, James Everingham, beschreibt das Projekt als eine Infrastruktur, die Einwilligungen und Nutzungsrechte in ein systemübergreifend nutzbares Format übersetzen soll, das von unterschiedlichen Plattformen und KI-Systemen verarbeitet werden kann.
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Unterstützt wird die Initiative unter anderem von Javier Bardem, George Clooney, Viola Davis, Tom Hanks, Helen Mirren, Steven Soderbergh, Kristen Stewart, Meryl Streep und Emma Thompson sowie von der Creative Artists Agency und der Music Artists Coalition.
RSL Media baut auf dem älteren Standard RSL 1.0 des RSL Collective auf, ist aber eine eigenständige Non-Profit-Organisation mit anderem Schwerpunkt und deutlich erweitertem Ansatz. RSL 1.0 sollte über die bisherige robots.txt hinausgehen: Während diese Crawlern vor allem signalisiert, ob sie bestimmte Inhalte abrufen dürfen, können Rechteinhaber über RSL 1.0 zusätzlich maschinenlesbare Nutzungs- und Lizenzbedingungen für Webinhalte hinterlegen, etwa für KI-Training oder vergütungspflichtige Nutzung. Mit dem „RSL Human Consent Standard“ überträgt RSL Media dieses Prinzip nun auf zugrunde liegende Rechteobjekte wie Werke, Identitäten, Figuren und Marken, ohne sie an eine bestimmte Datei, Webseite oder Plattform zu binden.
Die Initiative ist zunächst ein technischer Standardisierungsversuch, keine rechtlich bindende Vorgabe. Wie wirksam der Standard in der Praxis wird, hängt davon ab, ob KI-Anbieter, Plattformen und Infrastrukturunternehmen die Signale tatsächlich auslesen, respektieren und technisch durchsetzen.
(tobe)
Künstliche Intelligenz
Reddit nervt Nutzer mit App-Zwang unter iOS
iOS bietet seit langem die Möglichkeit, bei Besuch von Websites einen Hinweis auf eine eventuell vorhandene App des Anbieters ganz oben zu platzieren. Dieser lässt sich durch den Nutzer aber wegklicken oder zumindest ignorieren. Anders nun beim sozialen Netzwerk Reddit: Dort versucht man zumindest bei einer Teilgruppe von Nutzern, die Verwendung der App zu erzwingen. Das berichtet unter anderem das IT-Blog Ars Technica. Es scheint dabei keinerlei Möglichkeit zu geben, dies mit einem „Nein danke“ zu quittieren.
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Bestimmte Zielgruppe abgepasst
Reddit detektiert die Smartphone-Nutzung über die Abfrage des Browsers. Nutzt man eine Mobilversion, kann das entsprechende Overlay auftauchen. Darin heißt es schlicht: „Holen Sie sich die App, um Reddit weiterzuverwenden.“ Es ist nicht möglich, das Pop-over zu überspringen, zu umgehen oder zu schließen. Stattdessen gibt es nur einen großen Knopf, um in den App-Store zu wechseln. „Suchen Sie besser, personalisieren Sie Ihren Feed und verpassen Sie nie ein Update aus Ihren beliebtesten Gemeinschaften“, wirbt das Unternehmen. Dazu wird auch noch die aktuelle Bewertung (4,5 von 5 Sternen) eingeblendet.
Neu ist die Herangehensweise bei US-Internetgrößen eigentlich nicht, so versuchen auch Anbieter wie Meta (Instagram) oder X (ehemals Twitter), Nutzer mit großen Hinweisschildern zum App-Umstieg zu bewegen, sofern sie mobil unterwegs sind. Allerdings gab und gibt es hier noch Umgehungsmöglichkeiten. Reddit bietet diese Betroffenen nicht an. Hinzu kommt, dass das „Angebot“ eine spezifische „Zielgruppe“ trifft: User, die bei Reddit nicht eingeloggt sind, also datenschutzfreundlich unterwegs sein wollen.
Derzeit noch „ein Test“
Reddit bestätigte dies gegenüber Ars Technica auch: „Wir haben vor Kurzem einen Test für eine kleine Gruppe von mobilen Usern gestartet, die [das Angebot] häufig abgemeldet nutzen; diese werden nach dem Besuch der Website dazu aufgefordert, die App herunterzuladen.“ Der Sprecher teilte weiterhin mit, die Nutzer seien ja bereits mit Reddit bekannt und man glaube, dass diese „in der App eine viel bessere Erfahrung“ hätten. Dass damit Reddit auch mehr und genauere Daten bekommt – etwa durch die Tatsache, dass der User eingeloggt sein muss –, wurde nicht erwähnt.
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Kritiker meinen, dass Reddit mit dem Vorgehen das mobile Web kaputt mache. Auf Reddit selbst wurde die Maßnahme als Fehler gemeldet. „Reddit ist eine Website. Warum werde ich zur App gezwungen?“
Update
13.05.2026,
11:12
Uhr
Gegen derartige Pop-overs helfen verschiedene Apps beziehungsweise Safari-Add-ons. Dazu gehört etwa das standardmäßig kostenlose Sink It oder, allerdings via Sideloading, der Alternativ-Client Apollo.
(bsc)
Künstliche Intelligenz
xAI betreibt Gasturbinen für KI-Rechenzentrum ohne Genehmigung
Elon Musks KI-Unternehmen xAI hat auf seinem Gelände im US-Bundesstaat Mississippi Gasturbinen aufgestellt, um ein Rechenzentrum mit Strom zu versorgen. In den vergangenen Wochen sind 19 Turbinen hinzugekommen. Anwohner klagen dagegen.
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Die 19 Turbinen seien zwischen Ende März und Anfang Mai installiert worden, berichtet das Non-Profit-Onlinenachrichtenangebot Mississippi Today. Es sind mobile Turbinen, die auf Tiefladern montiert sind.
Damit stehen auf dem Gelände von xAI in Southaven im Norden des Bundesstaates Mississippi, an der Grenze zu Tennessee, 46 Turbinen. Damit hat sich die Zahl der Turbinen seit der Ankunft des Unternehmens im vergangenen Jahr in Mississippi mehr als verdoppelt: xAI startete mit 18 Gasturbinen.
Emissionen und Lärm
Die Bürgerrechtsorganisation NAACP hat in der vergangenen Woche Klage eingereicht, weil xAI die Turbinen ohne Genehmigung betreibe und weil die Abgase die Umwelt belasteten. Diese emittierten Stickoxide, Feinstaub sowie gefährliche Chemikalien wie Formaldehyd. Eine weitere Klage läuft seit April. Daneben haben sich Anwohner über den Lärm der Turbinen beschwert.
Die Umweltbehörde Mississippi Department of Environmental Quality (MDEQ) teilte Mississippi Today mit, sie beobachte die Situation. Nach Angaben der Behörde dürfen mobile Turbinen bis zu einem Jahr ohne eine sogenannte Air Permit betrieben werden. Ohne Air Permit hat das MDEQ keine Möglichkeit, die Emissionen auf dem Gelände zu messen.
Die Anwälte der NAACP argumentierten hingegen, das MDEQ lege die Definition mobil falsch aus. Nach ihrer Auslegung des entsprechenden Gesetzestextes müssten die Turbinen ihrem Einsatz nach als stationär angesehen werden, auch wenn sie auf einem Fahrzeug montiert seien.
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(wpl)
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