Künstliche Intelligenz
Spekulationen über KI-Anwendung: Rasanter Kursanstieg von Raspberry Pi
Kursrallye des britischen Computerhardware-Herstellers Raspberry Pi. Die Aktien des Entwicklers von Einplatinencomputern legten am Dienstag an der Londoner Börse um bis zu 42 Prozent zu und verzeichneten damit seit Wochenbeginn einen Rekordanstieg.
Weiterlesen nach der Anzeige
Laut der Nachrichtenagentur Reuters wurde der Aufschwung befeuert durch Spekulationen in den sozialen Medien, wonach die Nachfrage nach den Geräten von Raspberry Pi steigen könnte, da sie zur Steuerung des beliebten KI-Chatbots OpenClaw verwendet werden können. Demnach haben Programmierer OpenClaw so angepasst, dass es effizient auf einem kleinen Cluster von Raspberry Pi-Minicomputern läuft.
KI-Assistent auf kostengünstiger Hardware
Reuters verweist auf den X-Nutzer @aleabitoreddit (Serenity), selbst ernannter „Analyst für Materialien und Semi/AI/Fintech“, mit mehr als 58.000 Followern. Dieser behauptete am Montag in einem Post, dass Käufer seit Kurzem damit begonnen hätten, die Raspberry-Pi-Geräte zu horten, da sie weitaus günstiger seien als Apple-Produkte für über 500 US-Dollar. „Sie haben auch ihr eigenes Mini-NVDA-CUDA-Light-Utility-Ökosystem, das die Leute nutzen“, schrieb Serenity. Es stelle sich demnach heraus, dass diese extrem günstigen Geräte für 20 oder 200 US-Dollar perfekt für den massenhaften Einsatz isolierter Instanzen geeignet sind.
Früher hätten die Leute nur ein oder zwei Geräte für Hobby- oder Bildungszwecke gekauft, „(a)ber jetzt scheinen Start-ups und Einzelpersonen aus dem Silicon Valley anekdotisch Dutzende oder Hunderte dieser Geräte zu kaufen, um gleichzeitig OpenClaw-Agentenschwärme zu betreiben oder Dinge wie agentenbasiertes Marketing auf Reddit und anderen Plattformen zu betreiben“.
Damindu Jayaweera, Analyst bei der britischen Investmentbank Peel Hunt, sagte gegenüber der britischen Tageszeitung The Telegraph, dass Technikfans an der Idee interessiert seien, einen „radikal leichtgewichtigen“ KI-Assistenten auf „sehr kostengünstiger Hardware“ zu betreiben „Anstatt einen modernen Computer zu benötigen, kann er auf Geräten wie älteren Raspberry Pi-Boards mit einem Bruchteil des Speichers und der Leistung betrieben werden.“
CEO kauft Aktien des eigenen Unternehmens
Weiterlesen nach der Anzeige
Zuvor hatte es zudem Meldungen gegeben, wonach der CEO von Raspberry Pi, Eben Upton, knapp 5.000 Aktien des angeschlagenen Unternehmens gekauft habe. Das stoppte den monatelangen Kursrutsch. Eine Sprecherin des Unternehmens erklärte gegenüber dem Online-Portal Sharecast, dass dies ihrer Meinung nach „möglicherweise zur Stimmung beiträgt“. Der Kurs der Aktie liegt aber immer noch etwa 50 Prozent unter ihrem Rekordhoch von vor einem Jahr. Seit letztem Sommer ist die Aktie aufgrund sinkender Gewinne und eines starken Anstiegs der Kosten für Speicherchips, die in vielen seiner Produkte verwendet werden, rückläufig.
Raspberry Pi stellt hauptsächlich leistungsstarke, kostengünstige Einplatinencomputer her. Anfang des Jahres erklärte das britische Unternehmen, dass seine Kerngewinne für 2025 über den Erwartungen liegen würden, und warnte, dass der Ausblick für 2026 durch die Ungewissheit bei der Versorgung und Preisgestaltung von Speicherchips getrübt werde.
(akn)
Künstliche Intelligenz
Digitale Vorreiter in Deutschland: Universitätsstädte schlagen Metropolen
Universitätsstädte und Metropolen wie München und Frankfurt sind in Deutschland die größten Sammelbecken für die digital avancierten Unternehmen. Das geht aus dem Digitale-Vorreiter-Index hervor, den der Consulting-Arm des wirtschaftsnahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) erstellt hat. Demnach steht Heidelberg mit 8,1 Prozent Anteil digitaler Vorreiter bei den dort heimischen Unternehmen vorn. Darauf folgen der Landkreis München mit 8 Prozent, Frankfurt auf Rang drei mit 7,8 Prozent und die Stadt München mit 7,6 Prozent.
Weiterlesen nach der Anzeige

Der Süden und Westen dominieren als Heimat digitaler Vorreiter in Deutschland
(Bild: IW)
Großstädte und deren benachbarte Landkreise bringen demnach vor allem den Vorteil mit, Anziehungspunkt für Startups im Digitalbereich zu sein. In Städten wie München oder Berlin kommen diese Jungfirmen laut den IW-Forschern mehr als viermal so häufig vor wie im Bundesschnitt. Zuletzt hatte Berlin allerdings seine Rolle als deutscher Spitzenreiter bei den Startups eingebüßt.
Universitäten als Impulsgeber
Besonders schneiden aber Universitätsstädte wie Karlsruhe (7,1 Prozent), Darmstadt (7 Prozent) und Bonn (6,4 Prozent) stark in dem Ranking ab und liegen deutlich vor den Millionenstädten Berlin (5,8 Prozent), Hamburg (5,7 Prozent) und Köln (5,5 Prozent). Die Dichte digitaler Vorreiter sei laut IW eben nicht allein auf einzelne Unternehmen zurückzuführen, sondern werde auch entscheidend von Institutionen geprägt, die Wissen, Infrastruktur und Netzwerke bereitstellen. Hochschulen und Forschungseinrichtungen seien hier wichtiger Impulsgeber.
Im Bundesschnitt hat das IW einen DVI-Wert von 3,8 Prozent ermittelt. Gerade gering verdichtete, ländliche Gegenden liegen mit 2,4 Prozent deutlich darunter. Besonders ausgeprägt sind die geringen Werte in den ländlichen Regionen Ostdeutschlands mit im Schnitt 2 Prozent. Landkreise wie Vorpommern-Rügen oder Spree-Neiße markieren mit einem Wert von 1,3 Prozent das untere Ende.
Methodisch haben die Forscher für ihren Index die Webpräsenzen von rund 2,5 Millionen Unternehmen herangezogen – den Angaben nach wurden damit alle deutschen Firmen mit einer Website erfasst. Mithilfe eines semantischen Modells wurden die Websites nach Wortwolken mit über 200 eindeutigen Begriffen durchsucht, die auf die Nutzung fortgeschrittener digitaler Technologien hindeuten. Werden dabei Begriffe aus mindestens zwei Wortwolken getroffen, reicht das für die Klassifizierung als digitales Vorreiter-Unternehmen, bei dem Technologien einen integralen Bestandteil der Produkte beziehungsweise des Geschäftsmodells darstellen. Der Index sei statistisch hoch signifikant korreliert mit Befragungsergebnissen zur Digitalisierung von Unternehmen sowie mit regionalen Digitalisierungsindikatoren, etwa der digitalen Start-up- oder Patentdichte, dem KI-Automatisierungspotenzial oder der Breitbandverfügbarkeit.
(axk)
Künstliche Intelligenz
Podcast They Talk Tech: „Frauen werden aus der Öffentlichkeit gedrängt“
„Es war nicht die Frage, ob ein solcher Fall kommt, sondern wann“, sagt die Autorin Ingrid Brodnig im c’t-Podcast They Talk Tech über die Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandez gegen ihren Ex-Ehemann Christian Ulmen. Dieser soll über viele Jahre hinweg Fakeprofile seiner Frau im Internet erstellt und darüber unter anderem Nacktfotos und Sexvideos an andere Männer verschickt haben, die Fernandez zeigen sollten. Derzeit prüft ein spanisches Gericht, ob das Verfahren gegen Ulmen dort oder in Deutschland eröffnet wird.
Weiterlesen nach der Anzeige
Und auch wenn bis zum Abschluss des Verfahrens die Unschuldsvermutung für Ulmen gilt, sorgt der Fall dafür, dass sogenannte Deepfakes, Deepnudes und Revenge Porn stärker öffentlich diskutiert werden – und vor allem die Frage, wie Frauen besser davor geschützt werden können.

Ingrid Brodnig
(Bild: Gianmaria Gava)
Dabei sei das Phänomen an sich keineswegs neu, betont Brodnig. Ähnliche Formen digitaler Gewalt habe es schon lange gegeben. Doch durch neue technische Möglichkeiten sei es heute deutlich einfacher geworden, Bilder zu manipulieren oder falsche Inhalte zu erzeugen. „Niemand muss mehr Photoshop beherrschen, um Bilder von Frauen zu manipulieren“, sagt sie.
Fachleute hätten daher schon seit Jahren davor gewarnt, dass sich solche Fälle häufen würden. Und sie betreffen längst nicht nur Prominente. „Es kann jede treffen“, sagt Brodnig. „Jede Frau muss befürchten, dass ihr Foto genutzt wird, um sie zu erniedrigen.“ Häufig würden solche Manipulationen auch gezielt eingesetzt, um Frauen aus dem Netz zu vertreiben oder mundtot zu machen.
Mit digitaler Gewalt gegen Frauen beschäftigt sich Brodnig auch in ihrem kürzlich erschienenen Buch „Feinbild Frau“. Darin untersucht sie unter anderem Fälle von Politikerinnen und klassifiziert verschiedene Formen digitaler Angriffe. Bildbasierte digitale Gewalt sei dabei nur eine von mehreren Strategien, mit denen Frauen herabgewürdigt werden, wenn sie sich öffentlich engagieren.
Dabei beobachtet sie einen beunruhigenden Trend: „Frauen ziehen sich aus der Öffentlichkeit zurück.“ Brodnig berichtet im Podcast etwa von einer Politikerin, die eine Rede absagte, weil sie befürchtete, dass Bilder daraus manipuliert oder Zitate aus dem Zusammenhang gerissen werden könnten, um sie zu erniedrigen. „Wir machen gesellschaftliche Rückschritte“, warnt die Autorin, „Frauen werden aus der Öffentlichkeit gedrängt.“
Solche Angriffe seien häufig nicht nur persönlich motiviert, sondern auch politisch. Bildmanipulationen oder sexualisierte Diffamierungen würden etwa gezielt eingesetzt, um Aktivistinnen oder Demonstrantinnen zu diskreditieren. Schon in früheren Fällen seien etwa Teilnehmerinnen von Protesten gegen Donald Trump in manipulierten Bildern sexualisiert oder entkleidet dargestellt worden.
Weiterlesen nach der Anzeige
Dass die öffentliche Debatte über digitale Gewalt oft erst spät beginne, hält Brodnig für ein strukturelles Problem. „Wir als Gesellschaft führen solche Debatten zu spät“, sagt sie. Häufig werde erst reagiert, wenn Fälle so drastisch seien, dass man nicht mehr wegschauen könne.
Dabei zeige sich auch, welche Formen von Gewalt gesellschaftlich ernst genommen würden. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen werde oft verdrängt, weil sie unangenehme Fragen nach Machtstrukturen, patriarchalen Mustern und gesellschaftlicher Verantwortung aufwerfe. „Die Empörung ist oft kurz. Aber jetzt braucht es langen Atem.“
Dazu gehörten nicht nur neue Gesetze, sondern auch Ressourcen, um sie tatsächlich umzusetzen und ihre Wirkung zu evaluieren. Zwar sei die Justiz vielerorts überlastet, „aber es kann nicht sein, dass die Betroffenen das ausbaden.“
Gleichzeitig brauche es gesellschaftliche Unterstützung für Frauen, die solche Erfahrungen öffentlich machen. Wer täglich digitale Hasskommentare lese, dessen Wahrnehmung der Welt verändere sich, sagt Brodnig. Betroffene fühlten sich schnell isoliert. „Man geht zum Bäcker und fragt sich plötzlich: Ist das vielleicht auch so einer?“
Deshalb sei es wichtig, Betroffenen deutlich zu machen, dass sie nicht allein sind – und solche Angriffe nicht normal sind. „Unsere Gesellschaft verhandelt jeden Tag neu, was als normal gilt“, sagt Brodnig. Gerade drastische Fälle wie die Vorwürfe von Fernandez gegen Ulmen könnten helfen, klare rote Linien zu ziehen.
Zugleich warnt sie davor, aus einzelnen Fällen ein allgemeines Bild zu formen. Der sogenannte „Negativity Bias“ – also die menschliche Tendenz, negative Ereignisse stärker wahrzunehmen – könne leicht dazu führen, dass man überall entsprechend schlimme Vorgänge und Haltungen vermute. „Sexismus ist der Normalfall in unserer Gesellschaft“, sagt Brodnig. „Aber das bedeutet nicht, dass solche extremen Formen von Gewalt der Normalfall in Beziehungen sind.“
Ein positives Zeichen sieht sie darin, dass immer mehr Frauen sich wehren und öffentlich machen, was ihnen geschehen ist. Wenn Betroffene öffentlich sagen: „Ich lasse mich nicht beschämen“, könne das ein wichtiges Signal sein und anderen Mut machen.
„They Talk Tech“ erscheint jeden Mittwoch überall, wo es Podcasts gibt. Svea Eckert und Eva Wolfangel diskutieren ein Tech-Thema oder treffen inspirierende Frauen aus und rund um die Tech-Welt.
(mond)
Künstliche Intelligenz
Brüllwürfel: Ikeas Kallsup ausprobiert | heise online
Ikea hat den kleinen Bluetooth-Lautsprecher Kallsup im Januar auf der CES noch für rund 10 Euro angekündigt. Seit Anfang März waren die Geräte früher als zunächst geplant verfügbar. Für nur 5 Euro glatt können Interessierte den „Brüllwürfel“ (die kleine Quaderform verlangt regelrecht nach dem Begriff) einpacken – das haben wir nun auch getan.
Weiterlesen nach der Anzeige
Er ist 185 Gramm leicht und mit 7 cm Kantenlänge eher unscheinbar. Eine beiliegende Anleitung zeigt Piktogramme zur Bedienungserklärung, die jedoch etwas kryptisch wirken können. In der vollständigen Anleitung (PDF) gibt es die konkrete Bedienungserklärung. An- und Ausschalten lässt sich Kallsup durch einen kurzen Klick, kürzer als 1,5 Sekunden, auf die Taste mit dem Bluetooth-Symbol. Die Taste dient auch zum Koppeln von Geräten und muss dazu lange gedrückt bleiben, bis die LED weiß blinkt. Die Play-Taste startet die Wiedergabe oder pausiert sie. Zweimaliges Drücken springt einen Titel vor, dreimaliges hingegen zurück. Nach 20 Minuten ohne Anschluss an eine Stromquelle und ohne Musikwiedergabe schaltet sich das Gerät ab. Bei 50 Prozent Lautstärke beträgt die Akkulaufzeit laut Ikea neun Stunden.
Kallsup ist ein verspielter Bluetooth-Lautsprecher. Für den Start und das Ausschalten hat Ikea ungewöhnliche Geräusche hinterlegt, etwa mit Gesang, was das Gerät sympathischer macht. Das Anstöpseln des USB-C-Ladekabels versüßt ein erleichterter Stoßseufzer „Haaaaach“ von Kallsup.
Kallsup: Kein Klangwunder
Kallsup ist in dem kleinen Gehäuse beileibe kein Klangwunder. Musik setzt er mittenbetont um und liefert eine gewisse Fülle, auch in den Tiefen. Es handelt sich jedoch nicht um richtigen Bass, etwa Kickdrums bleiben eher flach und dünn. Im Vergleich mit den Lautsprechern eines Smartphones wie denen des Samsung Galaxy S24 ist jedoch das Volumen und auch der tiefe Bereich deutlich präsenter.
Die Kallsup-Lautsprecher sind einfachen, günstigen Bluetooth-Lautsprechern aus POS-Aufstellern im Discounter oder Baumarkt jedoch zumindest ebenbürtig. Mehr Lautstärke lässt sich durch die Kopplung weiterer Lautsprecher erreichen. Ikea verneint in den technischen Informationen auf der Produktseite, dass das einen TWS-Betrieb ermöglicht (True Wireless Stereo), es bleibt daher bei der Mono-Ausgabe und der simplen Weiterleitung auf mehrere Geräte – das haben wir jedoch mangels weiterer Kallsups nicht ausprobiert.
Für unterwegs oder wenn es etwas robuster zugehen könnte, ist Kallsup ein durchaus brauchbarer Bluetooth-Lautsprecher – aufgrund des Preises bereitet ein potenzieller Verlust keine Schmerzen. In Weiß überzeugt das Gerät durch unauffällige Schlichtheit. Hifi-Enthusiasten oder Bass-Liebhaber werden damit jedoch nicht glücklich.
Weiterlesen nach der Anzeige
Update
02.04.2026,
08:41
Uhr
Information zum nicht vorhandenen Stereo-Modus im Text ergänzt.
(dmk)
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Monaten
Top 10: Die beste kabellose Überwachungskamera im Test – Akku, WLAN, LTE & Solar
-
Social Mediavor 1 MonatCommunity Management und Zielgruppen-Analyse: Die besten Insights aus Blog und Podcast
-
Social Mediavor 2 MonatenCommunity Management zwischen Reichweite und Verantwortung
-
UX/UI & Webdesignvor 2 MonatenEindrucksvolle neue Identity für White Ribbon › PAGE online
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenAumovio: neue Displaykonzepte und Zentralrechner mit NXP‑Prozessor
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonateneHealth: iOS‑App zeigt Störungen in der Telematikinfrastruktur
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 3 MonatenX3D² bestätigt: Der AMD Ryzen 9 9950X3D2 mit doppeltem 3D V-Cache kommt!
-
Entwicklung & Codevor 4 WochenCommunity-Protest erfolgreich: Galera bleibt Open Source in MariaDB
