Künstliche Intelligenz
Xiaomi Poco M8 Pro 5G im Test: Günstiges Smartphone mit großem Akku lädt schnell
Riesiger Akku, strahlend helles OLED, schnelles Laden und IP68: Das Poco M8 Pro 5G liefert viel für wenig Geld.
Poco bringt das M8 Pro 5G als großes, robustes Smartphone an den Start. Es kombiniert ein 6,83-Zoll-Display, einen üppigen 6500-mAh-Akku und einen aktuellen Mittelklasse-Chip. Dazu kommen Features, die man in dieser Preisklasse nicht immer sieht, etwa Gorilla Glass Victus 2 und eine Abdichtung nach IP68. Perfekt ist das Gesamtpaket aber nicht: So fehlen etwa eSIM-Support und eine Speichererweiterung. Ist das Poco dennoch empfehlenswert?
Design
Mit 163 × 78 × 8,3 mm und 206 g Gewicht ist das Poco M8 Pro 5G ein stattliches Gerät. Es liegt trotz seiner Größe gut in der Hand und wirkt optisch ansprechend, auch wenn die Rückseite aus Kunststoff weniger edel wirkt als Glas. Auffällig ist hier die mittige Spiegelnaht, die zwei unterschiedlich changierende Bereiche trennt, sowie die schwarzen Seitenstreifen. Diese bieten bei genauerem Hinsehen ein filigranes Rautenmuster und erinnern daher an Karbon.
Hinten präsent ist das große Kameramodul, das mittig am oberen Rand sitzt und mit seinen vier schwarzen, runden Elementen die Augen des Betrachters anzieht. An Farben stehen Schwarz, Silber (Testgerät) sowie Grün zur Auswahl.
Praktisch ist die Schutzklasse. Xiaomi nennt Staub- und Wasserschutz nach IP68, das ist im Alltag ein echtes Plus, wenn das Gerät durch Regen, ein unfreiwilliges Bad im Wassereimer oder staubige Umgebungen keinen Schaden nimmt. Auch bei Stürzen gibt es einen gewissen Schutz: Vorn schützt stabiles Gorilla Glass Victus 2 das Display – normalerweise kommt das eher bei Oberklasse-Smartphones zum Einsatz.
Display
Das OLED-Panel mit 6,83 Zoll bietet eine Auflösung von 2772 × 1280 Pixeln und unterstützt eine Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz. Für Filme sind HDR10+ und Dolby Vision an Bord. Als Spitzenwert nennt Poco bei der Helligkeit bis zu 3200 cd/m², im Alltag haben wir knapp 1500 Nits gemessen. Entsprechend gut ist der Bildschirm auch bei direkter Sonneneinstrahlung ablesbar.
Unter normalen Bedingungen punktet das Panel mit ausgeprägten Kontrasten, intensiven Farben und optimalem Schwarzwert. Das Display bietet außerdem eine TÜV-Zertifizierung für Flimmerfreiheit und Schutz vor blauem Licht. Für Gaming nennt Xiaomi zudem eine sehr hohe Abtastrate von stolzen 2560 Hz.
Schade: Bei Poco gibt es wieder einmal nur ein „Sometimes-On-Display“, weil Uhrzeit und Symbole nicht dauerhaft sichtbar sind, sondern nur 10 Sekunden lang bei Bewegung oder Betätigung des Powerbuttons. Das spart Strom, wirkt angesichts des großen Akkus unnötig restriktiv.
Kamera
Hinten arbeitet eine 50-Megapixel-Kamera mit dem Xiaomi-Sensor Light Fusion 800. Er bietet eine Größe von 1/1,55 Zoll, optische Bildstabilisierung (OIS) und eine Blende von f/1.6. Dazu kommt eine Kamera mit 8 Megapixeln als Weitwinkel mit f/2.2. Selfies macht eine Kamera mit 32 Megapixeln.
Im Test überzeugt die Hauptkamera vorrangig bei Tageslicht, schlägt sich für die Preisklasse aber auch nachts nicht schlecht. Bei gutem Licht fallen positiv der Dynamikumfang und die optische Stabilisierung auf. Aufnahmen wirken schön, scharf und lebendig. Der in der App vorgegebene zweifache Zoom ist unter solchen Umständen gut nutzbar, weil er ohne Interpolierung und stattdessen per Sensor-Ausschnitt auskommt. Erst bei weiterem Zoomen gehen Details mangels optischer Vergrößerung verloren. Der Weitwinkel ist im Vergleich zur Hauptkamera klar schwächer – typisch für die Mittelklasse.
Bei wenig Licht schlägt sich das Poco M8 Pro 5G respektabel, auch wenn der Abstand zur Oberklasse hier deutlicher wird. Selbst ohne Nachtmodus gelingen bei ruhiger Hand scharfe Aufnahmen mit ordentlicher Dynamik. Da die Bilder nur moderat aufgehellt werden, bleibt das Bildrauschen gering.
Selfies gelingen gut und sehen natürlich aus, sofern man die zahllosen Spielereien wie Weichzeichner oder Augenvergrößerung weglässt. Porträts gelingen ebenfalls, die Software trennt Menschen und Tiere meist sauber vom Hintergrund. Videos sind in 4K mit 30 FPS möglich.
Poco M8 Pro 5G – Originalaufnahmen
Ausstattung
Im Inneren werkelt ein Snapdragon 7s Gen 4, gefertigt im 4-Nanometer-Verfahren. Im Vergleich zum Vorgänger Poco M7 Pro 5G mit Mediatek Dimensity 7025 Ultra ergibt sich ein Leistungsplus von rund 30 Prozent – je nach Benchmark. Bei PCMark Work 3.0 kommt das Gerät auf 13.600 Punkte, bei 3DMark Wild Life Extreme auf 1100 Punkte und bei Wild Life auf rund 4250 Punkte.
In der Praxis reicht die Leistung für alle Alltagsaufgaben und sogar viele Spiele mit hohen Einstellungen. Nur bei sehr anspruchsvollen Titeln und längerer Last zeigen sich die üblichen Grenzen wie Drosselung der Leistung durch zu hohe Hitzeentwicklung. Dem kann der Nutzer dann durch Reduzierung der Grafik entgegenwirken.
Beim Speicher gibt es Varianten mit 8 GB oder 12 GB Arbeitsspeicher sowie 256 GB oder 512 GB Speicher. Beim Speicher kommt UFS-2.2-Technik zum Einsatz. Eine microSD-Erweiterung gibt es nicht und eine eSIM fehlt ebenfalls. Als Funktechnik sind 5G, Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.4, NFC und ein Infrarotsender zur Steuerung von entsprechenden Geräten wie Fernsehern oder Klimaanlagen an Bord.
Für die Navigation werden GPS, Glonass, Beidou, Galileo und QZSS genannt. Entsperrt wird über einen Fingerabdrucksensor im Display, alternativ per 2D-Gesichtserkennung. Mit dem Finger klappt das schnell und zuverlässig. Die Stereo-Lautsprecher mit Dolby Atmos und Hi-Res Audio punkten mit guter Lautstärke und Klarheit für ihre Preisklasse.
Ein ungewöhnliches Extra ist die „Xiaomi Offline Communication“, also Sprachkommunikation ohne Mobilfunknetz über eine Distanz von bis zu 2,6 km. Dabei handelt es sich um eine Funkgerät-ähnliche Sprachverbindung von Handy zu Handy, die ohne Mobilfunknetz und ohne WLAN funktioniert.
Xiaomi gibt an, dass die Funktion Bluetooth mit einem proprietären Protokoll kombiniert. Dadurch sollen Sprachanrufe über deutlich größere Distanzen möglich sein, als man es von normalem Bluetooth kennt. Beim Poco M8 Pro 5G bewirbt Xiaomi zusätzlich Hardware wie einen Xiaomi-T1S-Tuner und einen Signalverstärker, die die Funkstrecke stabilisieren sollen.
Software
Ausgeliefert wird das Poco M8 Pro 5G mit Android 15 und Hyper OS 2. Die Oberfläche ist schnell, aber auch recht vollgestopft mit vorinstallierten Apps, Hinweisen und Werbung. Wer ein möglichst aufgeräumtes System will, muss Zeit in das Aufräumen investieren oder sich mit Xiaomis Stil arrangieren. Die Update-Versorgung geht über vier Jahre bei Android-Updates und über sechs Jahre bei Sicherheitsupdates. Das ist für die Preisklasse stark.
Akku
Der Akku fällt mit 6500 mAh für ein recht flaches Smartphone ziemlich üppig aus. Bei moderater Nutzung sind zwei bis drei Tage Laufzeit möglich. Der Wert von 15,5 Stunden beim Battery Test von PCMark unterstreicht die große Ausdauer.
Ist der Akku dann doch mal leer, wird mit bis zu 100 W schnell geladen. Netzteil und Kabel liegen dem Lieferumfang bei. Eine volle Ladung von 0 bis 100 Prozent dauert damit knapp unter einer Stunde im beschleunigten Modus und etwa 1:20 Stunden im normalen Modus. Zusätzlich unterstützt das Gerät umgekehrtes Laden per Kabel mit bis zu 22,5 W.
Preis
Die UVP des Modells mit 8/256 GB liegt bei knapp 350 Euro, für die Version mit 12/512 GB ruft der Hersteller knapp 400 Euro auf. Der günstigste Straßenpreis für das Modell mit 256 GB startet bei rund 295 Euro (Code: ALZADAYS15DE). Mit 512 GB geht es schon bei knapp 337 Euro los.
Fazit
Das Poco M8 Pro 5G bietet ein großes, tolles OLED-Display, der Akku ist riesig, das Laden geht schnell und nicht zuletzt die IP68-Zertifizierung macht das Gerät alltagstauglich. Dazu kommt ein moderner Chip, der genug Leistung für die meisten Nutzer bietet und nur für Hardcore-Gamer vielleicht nicht die richtige Wahl ist.
Die Hauptkamera liefert bei Tageslicht starke Bilder und einen brauchbaren, dezenten Zoom, sogar Nachtaufnahmen sind für die Preisklasse ordentlich. Der Weitwinkel kann da nicht mithalten und ein optischer Zoom fehlt. Hyper OS liefert viele Funktionen, wirkt aber zu sehr aufgebläht – das Entschlacken kostet Zeit. Letztlich bietet das M8 Pro 5G ein richtig gutes Gesamtpaket.
Künstliche Intelligenz
Amazon will Satellitenproduktion und Startkadenz für Leo steigern
Der Aufbau von Amazons Satellitenkonstellation Leo läuft nach Plan: Mehr als 200 Satelliten sind bereits im All. Weitere stehen bereit. Aktuell ist Leo laut Amazon die drittgrößte Satellitenkonstellation im Orbit.
Weiterlesen nach der Anzeige
Für den kommenden Monat sind nach Angaben von Amazon drei weitere Satellitenstarts angesetzt. Damit sei man im Plan, im ersten Jahr des Aufbaus elf Starts durchzuführen. In Zukunft soll die Zahl auf 20 Starts pro Jahr steigen.
Derzeit stehen laut Amazon sechs vollständig bestückte Nutzlasten mit rund 200 Satelliten an der Startvorbereitungsanlage im US-Bundesstaat Florida bereit, eine weitere Nutzlast wird in Kourou im französischen Übersee-Department Französisch-Guayana vorbereitet.
Schwerlastraketen sollen Leo-Satelliten ins All bringen
Um eine möglichst große Zahl von Satelliten auf einen Schlag ins All zu bringen, setzt Amazon auf Schwerlastraketen. Der erste Transport mit einer Schwerlastrakete fand im Februar statt: Die europäische Trägerrakete Ariane 6 brachte 32 Satelliten ins All.
Neben der Ariane 6 sollen auch die Vulcan Centaur des US-Raumfahrtunternehmens United Launch Alliance (ULA) sowie die New Glenn von Jeff Bezos’ Unternehmen Blue Origin zum Einsatz kommen. Die Vulcan Centaur soll zunächst 40 Satelliten transportieren können, die New Glenn 48 Satelliten. Alle drei Raketen verfügen über genug Platz für weitere Satelliten.
Die Ariane wird laut Amazon in absehbarer Zeit mit verbesserten Boostern ausgestattet, sodass sie mehr Satelliten ins All bringen kann. Verbesserungen gibt es auch bei der Atlas V: Durch den Einsatz eines stärkeren Triebwerks wird die Rakete von ULA bei seinen kommenden Missionen 29 statt bisher 27 Satelliten transportieren. Der erste Flug mit 29 Satelliten an Bord ist für den kommenden Sonntag geplant.
Weiterlesen nach der Anzeige
Amazon baut die Leo-Satelliten in seiner Fabrik in Kirkland im US-Bundesstaat Washington. Derzeit liefen dort mehrere Satelliten pro Tag vom Band, teilte Amazon mit. Die Kapazität könne jedoch noch gesteigert werden: Möglich sei, 30 Satelliten pro Woche zu bauen. Die werde jedoch derzeit nicht ausgeschöpft, weil nicht genug Trägerraketen zur Verfügung stünden.
Kapazitäten für 800 Satelliten gebucht
Amazon hat 100 weitere Satellitenstarts gebucht, unter anderem bei Blue Origin und dessen Konkurrenten SpaceX. 80 davon sind für den Aufbau der ersten Generation gedacht, die weiteren für die Satelliten der zweiten Generation. Die reservierten Kapazitäten sollen ausreichen, um mehr als 800 Satelliten ins All zu schießen.
Um diese Startfrequenz umzusetzen, hat Amazon über 200 Millionen US-Dollar in die Modernisierung der Startanlagen von ULA auf der Cape Canaveral Space Force Station im US-Bundesstaat Florida sowie in zweites Schiff, das Booster vom ULA-Werk in Alabama nach Cape Canaveral transportiert.
Zudem hat Amazon die Startvorbereitungsanlage in Florida gebaut. Eine vergleichbare Anlage soll auch auf der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien entstehen, um künftig auch Satelliten von der Westküste aus starten zu können.
(wpl)
Künstliche Intelligenz
Apple Business vereint MDM, E-Mail und Markenmanagement ab 14. April
Apple hat mit Apple Business eine neue Plattform angekündigt, die sämtliche Unternehmensdienste des Konzerns unter einem Dach vereint. Der Dienst soll ab dem 14. April 2026 in mehr als 200 Ländern und Regionen kostenlos verfügbar sein – auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Apple Business löst die bisherigen Einzelprodukte Apple Business Essentials, Apple Business Manager und Apple Business Connect ab. Das Angebot dürfte primär kleinere Unternehmen ansprechen, die mit der gemeinsamen Plattform jetzt einen einfacheren Zugang zu den verschiedenen Diensten erhalten.
Weiterlesen nach der Anzeige
Wie Apple in der Ankündigung erläutert, umfasst die Plattform integrierte mobile Geräteverwaltung (MDM), geschäftliche E-Mail-, Kalender- und Verzeichnisdienste mit eigenen Domains sowie ein Markenmanagement für Apple Maps, Wallet und weitere Services. Verwaltete Apple Accounts sollen durch kryptografische Trennung berufliche und private Daten auf den Geräten voneinander abschotten. Administratoren können allerdings die Anmeldung privater Apple-Accounts auf Firmengeräten auch einfach komplett unterbinden.
MDM ohne Zusatzsoftware
Die integrierte Geräteverwaltung richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen, die keine separate MDM-Lösung wie Jamf Pro oder Microsoft Intune betreiben wollen. Apple Business bietet vorkonfigurierte Entwürfe für Geräteeinstellungen und Apps, Benutzergruppen-Management nach Funktion oder Team sowie benutzerdefinierte Rollen für granulare Zugriffskontrolle. Verwaltete Apple Accounts lassen sich automatisch über Identity-Provider wie Microsoft Entra ID oder Google Workspace erstellen. Für größere Unternehmen dürfte die Admin-API interessant sein, mit der sie über vorhandene Tools auf Apples neue Plattform zugreifen können. Für Unternehmen mit komplexeren Anforderungen dürften spezialisierte Lösungen wie Jamf Pro weiterhin die bessere Wahl sein – einen Überblick über MDM-Systeme im Vergleich bietet unser Ratgeber.
Die Basisplattform ist kostenlos. Apple Business Essentials wird nach dem 14. April nicht mehr verfügbar sein – bestehende Kunden zahlen dann keine monatliche Servicegebühr für die Geräteverwaltung mehr. Daten aus Apple Business Connect werden automatisch migriert. Die Apple-Business-App sowie die E-Mail-, Kalender- und Verzeichnisfunktionen erfordern iOS 26, iPadOS 26 oder macOS 26. Welche Neuerungen iOS 26 für den Unternehmenseinsatz bringt, haben wir in einem separaten Ratgeber zusammengefasst.
Markenmanagement
Neben der Geräteverwaltung bietet Apple Business ein umfassendes Markenmanagement: Unternehmen können Name, Logo und Standortdetails einheitlich in Apple Maps, Wallet und weiteren Apps pflegen, Standort-Einblicke zu Suchvorgängen und Klicks einsehen sowie ab Sommer 2026 Werbung in Apple Maps schalten. Tap to Pay auf dem iPhone lässt sich mit eigenem Markenlogo nutzen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Lesen Sie auch
Update
24.03.2026,
19:43
Uhr
Eine Passage zu zubuchbaren Ergänzungen wurde entfernt, da diese zunächst nur in den USA angeboten werden.
(mki)
Künstliche Intelligenz
EU sichert sich Rohstoffe: Freihandelsabkommen mit Australien steht
Nach jahrelangen, teils zähen Verhandlungen ist der Durchbruch geschafft: In Canberra besiegelten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der australische Premierminister Anthony Albanese am Dienstag ein Abkommen, das über den klassischen Abbau von Handelshemmnissen hinausgeht. In einer Zeit, in der globale Lieferketten als politische Druckmittel missbraucht werden, soll der Deal einen Wendepunkt für die europäische Wirtschaft markieren. Der Fokus liegt dabei auf der Sicherung kritischer Rohstoffe und der Verringerung einseitiger Abhängigkeiten, insbesondere von China.
Weiterlesen nach der Anzeige
Der wirtschaftliche Rahmen des Abkommens ist groß. Schätzungen der EU-Kommission zufolge könnten die Exporte nach Australien im nächsten Jahrzehnt um bis zu 33 Prozent steigen, was einem jährlichen Handelswert von rund 17,7 Milliarden Euro entspräche. Besonders deutsche Schlüsselbranchen wie der Automobilbau und die Chemieindustrie dürften mit deutlichen Zuwächsen rechnen.
Doch der Kern des Deals findet sich in den Zolltabellen und den Rohstoffklauseln. Mehr als 99 Prozent der Zölle auf EU-Warenexporte fallen weg, was den europäischen Unternehmen eine jährliche Ersparnis von etwa einer Milliarde Euro einbringen dürfte.
Rohstoff-Souveränität statt China-Abhängigkeit
Für die europäische Tech-Branche und den Übergang zur Green Tech ist Australien als Partner unverzichtbar. Dort werden unter anderem Lithium, Mangan und Aluminium abgebaut – Rohstoffe, die für Akkus für E-Autos und Hochleistungschips für KI-Anwendungen unverzichtbar sind. Bisher war die EU bei diesen strategisch wichtigen Ressourcen oft auf Importe aus Ländern wie China angewiesen, die den Handel zunehmend als geopolitische Waffe einsetzen. Von der Leyen betonte in ihrer Rede vor dem australischen Parlament, dass solche Abhängigkeiten abgebaut werden müssten.
Das Abkommen schafft Abhilfe, indem es den Zugang zu australischen Rohstoffen erleichtert und Investitionshürden abbaut. Erstmals gibt es dezidierte Bestimmungen, die den Markt für europäische Firmen berechenbarer machen. Gleichzeitig vereinbarten beide Seiten hohe Nachhaltigkeits- und Sicherheitsstandards, um die Rohstoffgewinnung ökologisch vertretbar zu halten. Die EU will so dafür sorgen, dass keine „schmutzigen“ Importe den eigenen Klimazielen schaden.
Geopolitische Absicherung
Weiterlesen nach der Anzeige
Die Kooperation bezieht sich auch auf eine Verteidigungspartnerschaft und die Forschung. Australien wird demnach assoziiertes Mitglied des Forschungsrahmenprogramms Horizont Europa. Das soll den Austausch von Ingenieuren und Wissenschaftlern fördern und gemeinsame Entwicklungen in den Bereichen Quantencomputing, KI und grüne Energien beschleunigen.
Hinter der Initiative steht eine geopolitische Strategie. Nach den jüngsten Abschlüssen ähnlicher Deals mit Indonesien und Indien will die EU ihre Präsenz im Indopazifik ausbauen. Ferner reagiert Brüssel damit auf die unsichere Lage im transatlantischen Verhältnis. Angesichts der Unwägbarkeiten unter US-Präsident Donald Trump und der Spannungen innerhalb der NATO sucht die EU nach verlässlichen Partnern, die ähnliche demokratische Werte und Umweltstandards teilen.
Nach der rechtlichen Prüfung müssen der Rat und das Parlament der EU dem Entwurf für das Abkommen mit Australien noch zustimmen. Da dieser auch verbindliche Verpflichtungen zum Pariser Klimaschutzabkommen und zu Arbeitsrechten enthält, gilt eine Zustimmung als wahrscheinlich. Australien muss den Vertrag ebenfalls ratifizieren.
(wpl)
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenSchnelles Boot statt Bus und Bahn: Was sich von London und New York lernen lässt
-
Social Mediavor 3 WochenCommunity Management und Zielgruppen-Analyse: Die besten Insights aus Blog und Podcast
-
Social Mediavor 1 MonatCommunity Management zwischen Reichweite und Verantwortung
-
Künstliche Intelligenzvor 1 Monat
Top 10: Die beste kabellose Überwachungskamera im Test – Akku, WLAN, LTE & Solar
-
UX/UI & Webdesignvor 2 MonatenEindrucksvolle neue Identity für White Ribbon › PAGE online
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenAumovio: neue Displaykonzepte und Zentralrechner mit NXP‑Prozessor
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenÜber 220 m³ Fläche: Neuer Satellit von AST SpaceMobile ist noch größer
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonateneHealth: iOS‑App zeigt Störungen in der Telematikinfrastruktur
