Künstliche Intelligenz
Xiaomi Redmi Pad 2 im Test: Günstiges Tablet als Preis-Tipp
Ausdauernder Akku trifft auf Alu-Gehäuse und 90-Hz-LCD: Das Redmi Pad 2 bietet Couch-Surfen schon ab 135 Euro. Wo die Hardware Schwächen zeigt, klärt der Test.
Ein günstiges Tablet zur Unterhaltung auf der Couch muss nicht viel kosten – fürs Streamen und Surfen ist Top-Hardware nicht zwingend nötig. Mit dem Redmi Pad 2 hat Xiaomi Ende letzten Jahres ein Modell in den hart umkämpften Markt der günstigen Android-Tablets geschickt und tritt damit gegen Samsung und Lenovo an.
Im Vergleich zum Pro-Modell fällt das Redmi Pad 2 mit einer Diagonale von 11 Zoll deutlich kompakter aus. Dennoch bietet das Display eine hohe Auflösung und eine Bildwiederholrate von 90 Hz. Im Test stand uns die LTE-Version mit 8/256 GB zur Verfügung, die uns Xiaomi leihweise bereitgestellt hat. Wir zeigen, wie viel Tablet das Redmi Pad 2 für den schmalen Preis tatsächlich liefert.
Design: Hochwertig aus Metall
Mit 11 Zoll gehört das Redmi Pad 2 zu den eher kompakten Tablets und ist damit gut einen Zoll kleiner in der Diagonale als die größeren Modelle. Das Seitenverhältnis von 16:10 macht deutlich, wofür es gedacht ist: Medienkonsum im Querformat. Mit Abmessungen von 254,6 × 166,0 × 7,4 mm liegt es fast auf Augenhöhe mit dem Samsung Galaxy Tab A11+. Mit 510 g wiegt es zudem fast 30 g mehr als der Koreaner.
Optisch macht das Redmi Pad 2 einiges her: Das Unibody-Gehäuse aus Aluminium wirkt hochwertig verarbeitet, Spaltmaße sind faktisch nicht zu erkennen. Verwindungssteif ist es ebenfalls. Der Druckpunkt der Tasten könnte etwas knackiger sein, geht insgesamt aber in Ordnung und liegt auf Augenhöhe mit der Konkurrenz.
Die einzige Kameralinse sitzt in einem ovalen Element, das nur minimal aus dem Gehäuse herausragt. Der Power-Button befindet sich auf der kurzen Seite, die Lautstärkewippe auf der langen – das reduziert die Verwechslungsgefahr spürbar.
Display: 2560 × 1600 Pixel bei 90 Hz
Der Bildschirm misst exakt 11 Zoll bei einem Seitenverhältnis von 16:10 und setzt auf IPS-Technologie. Mit einer Auflösung von 2560 × 1600 Pixeln löst das Panel für die Preisklasse bemerkenswert hoch auf und sorgt für eine besonders scharfe Darstellung. Auch die Bildwiederholrate von 90 Hz wirkt sich positiv auf Animationen und Scrollen aus.
Insgesamt überzeugt die Bildqualität mit kräftigen Farben und gut abgestimmten Kontrasten. Typisch für IPS ist die hohe Blickwinkelstabilität. Lediglich Schwarz wirkt LCD-bedingt eher dunkelgrau, weshalb in dunklen Szenen von Filmen oder Serien Details nicht immer gut erkennbar sind.
Federn lassen muss das Redmi Pad 2 bei der Helligkeit: In unserer Messung erreichte das Display knapp 400 cd/m² – für den Außeneinsatz zu wenig. In der Sonne ist das Tablet nur bedingt ablesbar, zusätzlich erschweren starke Reflexionen die Sicht. Damit ist das Redmi Pad 2 primär ein Gerät für drinnen – Couch oder Bett statt Balkon oder Park.
Kamera: Nur das Nötigste
Typisch für ein günstiges Tablet bietet die Kameraausstattung nur das Nötigste: hinten 8 Megapixel, vorn sogar nur 5. Entsprechend mittelmäßig fallen die Bilder aus – wenig Details, mäßige Schärfe und ein geringer Dynamikumfang. Immerhin gibt es einen brauchbaren Dokumentenmodus, der ein abfotografiertes Blatt Papier sauber freistellt. Videos sind mit beiden Linsen maximal in Full-HD bei 30 fps möglich – für einen kurzen Videochat reicht das, mehr aber auch nicht.
Ausstattung: Einfache Hardware
Für ein günstiges Tablet fällt die Ausstattung gewohnt einfach aus. Als Antrieb dient ein MediaTek Helio G100-Ultra. Der Mittelklasse-Chip ist rund zwei Jahre alt und liefert nur das Nötigste, um Webseiten anzuzeigen, Videos abzuspielen oder einfache Apps auszuführen. Für die alltägliche Unterhaltung ist die Leistung ausreichend – man muss aber mit gelegentlichen Denkpausen leben.
Im PCMark erreicht das Redmi Pad 2 nur rund 9500 Punkte und liegt damit deutlich hinter Samsung Galaxy Tab A11+, Lenovo Idea Tab und dem Redmi Pad 2 Pro. Die Grafikleistung wirkt fast wie eine Reise in die Vergangenheit: Bei 3DMark Wild Life sind es gerade einmal 1200 Punkte, bei Wild Life Extreme nur 375 Punkte. Für mehr als Casual Games fehlt dem Gerät schlicht die Power.
Erhältlich ist das Tablet in zwei Speichervarianten: mit 4 GB RAM und 128 GB sowie mit 8 GB RAM und 256 GB. Wir raten dringend zur größeren Variante – sonst wird es mit Android und Multitasking schnell zäh.
Bei den kabellosen Schnittstellen ist das Tablet nicht auf der Höhe der Zeit: Wi-Fi 5 und Bluetooth 5.3 müssen reichen. Eine Variante mit Mobilfunkmodem gibt es zwar, allerdings nur mit LTE (4G). GPS bietet nur das 4G-Modell. Im GPS-Test erreichte es nur eine mäßige Genauigkeit von rund 10 Metern.
Der USB-Anschluss arbeitet ebenfalls gemächlich nach USB-2.0-Standard. Immerhin: Eine Klinkenbuchse ist noch an Bord – echtes Oldschool-Feeling. Der Klang der vier Lautsprecher ist aber mehr als ordentlich.
Ein echtes Highlight ist die Unterstützung für den Redmi Smart Pen, der auch am Redmi Pad 2 Pro funktioniert. In dieser Preisklasse ist eine aktive Stifteingabe alles andere als selbstverständlich.
Software: Security-Patches für 7 Jahre
Ausgeliefert wird das Redmi Pad 2 mit HyperOS 2 auf Basis von Android 15. Mittlerweile steht ein Update auf HyperOS 3 mit Android 16 bereit. Der Sicherheits-Patch stammt zum Testzeitpunkt im April 2026 aus dem März 2026 – damit ist das Tablet hinreichend aktuell.
Deutlich nachgebessert hat Xiaomi bei der Update-Versorgung: Das Pad 2 erhält Sicherheits-Patches bis 2032. Hinzu kommen drei Android-Upgrades, voraussichtlich also bis einschließlich Android 18.
Wie üblich findet sich etwas Bloatware auf dem Tablet – allerdings nicht mehr so ausufernd wie bei früheren Modellen. Wer die Apps nicht braucht, kann sie deinstallieren. Mit HyperOS 3 lassen sich nun auch zwei Apps im Splitscreen darstellen – auf einem Tablet eine sinnvolle Ergänzung.
Akku: Lange Laufzeit
Mit 9000 mAh bringt das Redmi Pad 2 eine üppige Kapazität mit. In Kombination mit dem genügsamen Prozessor ergibt sich eine solide Ausdauer: Im PCMark Battery Test erreichte das Tablet bei 200 cd/m² eine simulierte Laufzeit von 10,5 Stunden. Damit liegt es im oberen Mittelfeld unseres Testfelds und übertrifft in dieser Disziplin das Redmi Pad 2 Pro deutlich. Vor dem Samsung Galaxy Tab A11+ hat es knapp die Nase vorn. Beim reinen Videokonsum dürfte die Laufzeit noch deutlich höher ausfallen.
Geladen wird hingegen gemächlich: Mit maximal 18 Watt dauert ein vollständiger Ladevorgang fast dreieinhalb Stunden. Kabelloses Laden bietet das Tablet nicht.
Preis
Die UVP startet bei 200 Euro für die Variante mit 4/128 GB (WLAN) und reicht bis 300 Euro für das Modell mit 8/256 GB und LTE. Die Straßenpreise liegen mittlerweile deutlich darunter: Die kleine WLAN-Version gibt es bereits ab 135 Euro auf Ebay, mit LTE ab rund 154 Euro (Galaxus). Das Modell mit 8/256 GB ist ab 160 Euro auf Ebay zu haben – unsere Empfehlung. Die LTE-Variante kostet 179 Euro (Ebay). Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist damit ziemlich gut. Zur Auswahl stehen die Farben Dunkelgrau und ein metallisches Mintgrün.
Fazit
Das Redmi Pad 2 bietet ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis und überrascht mit einem hochwertigen Aluminium-Gehäuse. Das Display löst für die Preisklasse hoch auf, liefert eine gute Bildqualität und unterstützt bis zu 90 Hz Bildwiederholrate. Auch der Sound überzeugt. Hinzu kommt eine mehr als ordentliche Akkulaufzeit, mit der man problemlos einen ganzen Tag auskommt.
Abstriche muss man bei der Display-Helligkeit machen – für den Einsatz im Freien reicht sie nicht aus. Die technische Ausstattung bei Schnittstellen, Kamera und CPU wirkt etwas wie ein Relikt aus der Vergangenheit und kann mit vielen aktuellen Geräten nicht mithalten.
Für Websurfen, Streaming und gelegentliches Binge-Watching reicht die Hardware des Redmi Pad 2 aber locker aus. Wer ein möglichst günstiges Android-Tablet im halbwegs kompakten Format sucht, bekommt hier eine preiswerte und solide Lösung.
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Wie Japan zur Kamera-Weltmacht wurde: Der Aufstieg von Nikon, Canon und Co.
Canon, Sony, Nikon, Fujifilm, Panasonic, OM Digital, Ricoh: Eine Handvoll Firmen aus Japan teilt den Foto-Weltmarkt praktisch komplett unter sich auf. Bildete man den Marktanteil japanischer Kamerahersteller als rotes Tortendiagramm auf weißem Grund ab, sähe das Ergebnis der japanischen Flagge verdächtig ähnlich. Aber warum ist das eigentlich so? Und seit wann? Und: Warum ausgerechnet Japan? Schließlich ist die Fotografie eine europäische Erfindung, und lange Zeit galten insbesondere die deutschen Kamera- und Objektivhersteller als weltweit führend in Sachen Technologie und Qualität.
Japans Weg zur Kamera-Weltmacht beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts, als sich das Land unter dem Druck westlicher Großmächte öffnet und innerhalb weniger Jahrzehnte eine eigene optische Industrie aufbaut – zunächst mit europäischem Know-how. In den 1920er- und 30er-Jahren holen die Hersteller deutsche Ingenieure ins Land und nehmen sich Leica und Contax zum Vorbild. Doch der eigentliche Umbruch beginnt nach dem Zweiten Weltkrieg: US-Militärstützpunkte werden zu den ersten Vertriebskanälen, ein staatlich organisiertes Qualitätssystem poliert den schlechten Ruf japanischer Produkte, und die deutsche Fotoindustrie unterschätzt die Konkurrenz aus Fernost, bis es zu spät ist.
Es ist eine Geschichte voller Wendepunkte: Ein Ingenieur zerlegt eine Leica, empört sich über den Preis „billiger Materialien“ – und gründet Canon. Ein Kriegsfotograf entdeckt in Tokio Nikkor-Objektive und macht sie über Nacht in den USA berühmt. Ein goldener Aufkleber mit der Aufschrift „PASSED“ wird zum Symbol einer beispiellosen Qualitätsoffensive. Und im Hintergrund verschieben geostrategische Interessen, Industriepolitik und die Selbstüberschätzung der deutschen Konkurrenz die Machtverhältnisse auf dem Kameramarkt grundlegend.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Wie Japan zur Kamera-Weltmacht wurde: Der Aufstieg von Nikon, Canon und Co. „.
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Smart Glasses: In der EU formiert sich Widerstand
Im EU-Parlament regt sich politischer Widerstand gegen die Datenschutzrisiken von Kamerabrillen. Die liberale Fraktion Renew Europe fordert von der EU-Kommission eine Klärung, wie bestehende Regeln wie DSGVO und AI Act auf KI-fähige Smart Glasses und andere tragbare Aufnahmegeräte anzuwenden sind. Anlass sind unter anderem Berichte, wonach Frauen mit solchen Brillen heimlich gefilmt und die Aufnahmen online verbreitet werden.
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Schon im März hatte sich eine fraktionsübergreifende Gruppe von EU-Abgeordneten an die Kommission gewandt, um mögliche DSGVO-Verstöße im Zusammenhang mit Metas Smart Glasses und KI-Training prüfen zu lassen. Hintergrund waren Berichte, wonach externe Dienstleister in Kenia private Aufnahmen aus Smart Glasses gesichtet haben sollen.
EU-Justizkommissar Michael McGrath verwies damals auf die Zuständigkeit nationaler Datenschutzbehörden und Gerichte für die Durchsetzung der DSGVO. Doch gerade dort zeigen sich praktische Schutzlücken: Heimliche Aufnahmen mit Smart Glasses im öffentlichen Raum können für Betroffene massive Folgen haben, sind in Deutschland strafrechtlich aber oft schwer zu verfolgen.
Datenschützer prüfen Smart Glasses
Der Europäische Datenschutzausschuss (EDPB) befasst sich inzwischen ebenfalls mit Smart Glasses. Laut einem Bericht von Politico hat das Gremium der nationalen Datenschutzaufsichtsbehörden einen Bericht zur „gesellschaftlichen Akzeptanz“ der Geräte in Auftrag gegeben, der im Sommer vorliegen soll. Auf dieser Grundlage werde der Ausschuss mögliche weitere Schritte prüfen. Smart Glasses würden das Filmen und Sammeln von Informationen im Vergleich zu Smartphones auf eine neue Stufe heben, sagte EDPB-Chefin Anu Talus.
Auch in den USA wächst die Sorge: Ein Bündnis von Bürgerrechtsorganisationen warnte in einem offenen Brief an Mark Zuckerberg vor der Einführung von Gesichtserkennung für Metas Smart Glasses. Zugleich sieht sich Meta dort bereits mit einer Sammelklage wegen seiner Smart Glasses konfrontiert. Sie wirft dem Konzern vor, die Geräte mit irreführenden Datenschutzversprechen beworben zu haben. Politico zufolge prüft die verantwortliche Kanzlei, EU-Käufer einzubeziehen, und steht bereits mit europäischen Anwälten in Kontakt.
Meta verweist bei Datenschutzbedenken stets auf das LED-Licht an der Vorderseite der Kamerabrillen, das Anwesende auf laufende Aufnahmen hinweisen soll. Ein Manipulationsschutz verhindert zwar, dass Nutzer das Licht einfach verdecken. Der Mechanismus lässt sich aber offenbar mit anderen Mitteln umgehen: Einem aktuellen Bericht zufolge bieten in den USA zweifelhafte Dienstleister an, die Aufnahme-LED gegen Geld professionell zu deaktivieren.
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Meta spielt mit Gesichtserkennung
Das US-Techmagazin Wired hatte in der vergangenen Woche berichtet, dass in der Smartphone-App „Meta AI“ für die Meta-Brillen vorbereiteter Code für Gesichtserkennung gefunden wurde. Nun heißt es, Meta habe mit einem Firmware-Update nahezu alle Spuren des Codes wieder aus der App entfernt. Eine unabhängige Analyse des verschwundenen Codes ist weiterhin im Netz zugänglich.
Metas Kommunikationschef Andy Stone betonte gegenüber Wired, die Funktion sei „rein explorativ“. Es sei noch keine Entscheidung darüber gefallen, ob und wie Gesichtserkennung in den Smart Glasses zum Einsatz kommen werde. Bereits vor dem Wired-Bericht hatten The Information und die New York Times berichtet, dass Meta die Einführung einer solchen Funktion zumindest erwäge.
Neben Marktführer Meta drängen weitere Anbieter in den Markt für Kamerabrillen. Google arbeitet mit Samsung an Smart Glasses, die im Herbst erscheinen sollen. Auch Apple entwickelt Medienberichten zufolge eigene Smart Glasses, die im kommenden Jahr auf den Markt kommen könnten.
(tobe)
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Frust bei E-Auto-Fahrern: Schnittstelle für Drittanbieter weg – VW arbeitet dran
Vor einigen Tagen entbrannte eine Welle des Frusts gegen Volkswagen: Der Konzern hat aus Nutzersicht von heute auf morgen eine Programmierschnittstelle gekappt, die unter anderem die Fremdanbieter-Dienste „Home Assistant Volkswagen Carnet“ und die Steuerungssoftware EVCC verwenden. Damit ermöglichen sie etwa das Abfragen des Ladezustands des Akkus oder die optimierte Steuerung der Ladevorgänge der Wallbox in ihren Apps. Selbst netzdienliches Laden bei Solarstrom-Überschuss in den Mittagsstunden lasse sich über die Fremdanbieter-Apps steuern. Diese Anwendungen wurden von Elektroautobesitzern der Marken VW, Audi, Cupra, Skoda und weiteren genutzt.
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Neue Schnittstelle
Kurzum: Die Anwendungen der Drittanbieter waren nach der erfolgten Abstellung der Schnittstelle nutzlos und Anwenderinnen und Anwender hilflos. Volkswagen hatte die Abschaltung der Schnittstelle bereits am 2. April angekündigt. In einer Stellungnahme von Volkswagen heißt es, zehn Anbieter hätten die neue Schnittstelle integriert.
Auf Nachfrage von heise online für den Grund der Abschaltung erklärte man uns, dass die bisherige API ursprünglich nur für die eigene Fahrzeug-App-Infrastruktur genutzt werden sollte. Durch Reverse Engineering verschafften sich Drittanbieter wie die beiden genannten auch Zugriff. Das war Volkswagen bekannt und wurde geduldet.
Das Problem war jedoch, dass die Schnittstelle nicht für den dadurch erfolgten hohen Datenabruf konzipiert sei und daher zu Fehlern führte. „Vor dem Hintergrund steigender technischer Anforderungen und einer hohen Auslastung der bisherigen Architektur haben wir den Übergang auf dokumentierte und standardisierte Schnittstellen vollzogen“, erklärt VW.
Der Autokonzern habe bereits vor der Schließung der API „mit zahlreichen Unternehmen Kontakt aufgenommen, über die geplanten Änderungen informiert und die Migration auf die offiziellen APIs begleitet“. Einige dieser Vertragspartner agieren Volkswagen zufolge „ihrerseits als Datenprovider für weitere Dritte, sodass auch kleinere Unternehmen sowohl technisch auf die Umstellung vorbereitet als auch frühzeitig über die Schließung der Schnittstelle informiert wurden“, heißt es weiter.
Laut Volkswagen gehört unter anderem Tibber zu den Partnern, die die neue Schnittstelle nicht kostenlos nutzen. Zu weiteren Partnern, die schon auf die neue API setzen, gehören Volkswagen zufolge Enode, Kraken, Ohme, Tronity und EEVEE. Tibber setzt dabei auf Enode als Partner.
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Tibber: VWs API erst der Anfang
Die für die Schnittstelle anfallenden Kosten gibt der Anbieter dynamischer Stromtarife Tibber einer uns vorliegenden Stellungnahme zufolge nicht an seine Kundinnen und Kunden weiter. Das Unternehmen sagt, dass Angebote wie Smart Charging ein elementarer Teil der Energiewende seien, da sie „gleichzeitig das E-Auto-Fahren deutlich günstiger machen und zur Stabilisierung unserer Stromnetze beitragen“. Tibber plädiert daher für eine dauerhafte Lösung ohne Bezahlschranke. Diese wäre „nicht nur für die betroffenen Fahrerinnen und Fahrer wichtig, sondern auch für die Energiewende“.
Weiter sagt das Unternehmen: „Setzen Hersteller dennoch eine Bezahlschranke ein, muss sie durch hochwertige, verlässliche Integrationen, eine gute Nutzererfahrung und wirtschaftlich vertretbare Preise gerechtfertigt sein – während der reine Lesezugriff auf die eigenen Fahrzeugdaten einfach und frei von Extrakosten bleiben sollte.“ Daniel Mata Renteria, Head of Virtual Power Plants (VPP), ist zudem überzeugt, dass die Entscheidung von Volkswagen nur der Beginn eines größeren Trends sei, „der die Elektrifizierung der Mobilität in Deutschland in der Breite beeinflussen könnte“.
Verhandlungen mit Open-Source-Anbietern
Hinsichtlich der Nutzung der Schnittstelle für Anwendungen aus der Open-Source-Community, wie die bereits erwähnten, stehe Volkswagen seit Herbst 2025 im Austausch. Man arbeite daran, eine gemeinsame Lösung zu entwickeln.
Zudem bekenne Volkswagen sich „ausdrücklich zu den Zielen des EU Data Act: Fahrzeugnutzerinnen und -nutzer sollen einen verlässlichen, sicheren und regulatorisch konformen Zugang zu ihren Daten erhalten“. Die Informationsseite von VW zum EU-Data-Act stellt die Möglichkeiten für Nutzer und Drittanbieter dar, mit denen Autobesitzer ihre Daten teilen können. Dies beschreiben letztlich nur Leserechte, nicht aber Steuerungsmöglichkeiten. Volkswagen arbeitet „mit Nachdruck weiter daran und prüft ergänzend zusätzliche Zugangswege, um auch künftig unterschiedliche Anwendungsfälle angemessen zu unterstützen“, konkrete Lösungen für die Open-Source-Lösungen nennt der Autohersteller noch nicht.
(afl)
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