Künstliche Intelligenz
CDU-Vorstoß für Social-Media-Verbot unter 16 Jahren
Der CDU wagt einen Vorstoß für ein gesetzliches Mindestalter für Soziale Netze. Das fordert der Landesverband Schleswig-Holsteins übereinstimmenden Medienberichten zufolge in einem Antrag für den CDU-Bundesparteitag am 20. und 21. Februar in Stuttgart.
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Demnach fordert Schleswig-Holsteins CDU „ein gesetzliches Mindestalter von 16 Jahren für offene Plattformen, flankiert durch verpflichtende Altersverifikation”. Ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 16 trage „den besonderen Entwicklungsbedarfen junger Menschen Rechnung“, heißt es in dem Antrag, der unter anderem der dpa vorliegt. Vorbild könne das „australische Modell“ sein.
„Australisches Modell“
In Australien ist im Dezember 2025 ein Gesetz in Kraft getreten, das Jugendlichen unter 16 Jahren die Nutzung bestimmter Social-Media-Plattformen untersagt. Die zehn betroffenen Plattformen – darunter Facebook, Instagram, Spanchat, TikTok, YouTube, und X – haben daraufhin die Konten von Millionen Kindern gesperrt.
Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich zuletzt für ein Social-Media-Verbot für Jugendliche sowie mehr Kontrolle alternativer Nachrichtenplattformen starkgemacht. Ob der Antrag in der CDU mehrheitsfähig ist, wird sich zeigen.
Rasche Konsequenzen dürfte der Antrag der Nord-CDU jedoch nicht haben. Die Antragskommission für den Bundesparteitag empfiehlt laut dpa-Informationen, ihn unter anderem an den Bundesfachausschuss für Digitales und den Bundesarbeitskreis Christlich-Demokratischer Juristen sowie die CDU/CSU-Bundestagsfraktion zu überweisen.
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann unterstützt den Vorstoß. „Ich bin für Social Media ab 16”, sagte er der Bild-Zeitung. „Wir müssen Kinder auch in der digitalen Welt vor Hass, Gewalt, Verbrechen und manipulativer Desinformation schützen.“
Sozialdemokraten skeptisch
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Dafür müsste Linnemann noch den Koalitionspartner überzeugen. Während sich Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) ein solches Verbot grundsätzlich vorstellen kann, sind andere Sozialdemokraten strikt dagegen.
Kritiker wenden ein, dass ein Socia-Media-Verbot, wie im Antrag der Nord-CDU auch vorgesehen, mit verpflichtender Altersverifikation einhergeht. Das dürfte dann auf einen Zwang zum Identitätsnachweis auch für Erwachsene und das Ende anonymer Internetnutzung hinauslaufen, so die Befürchtungen.
Die Bundesregierung hat eine Expertenkommission für „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ eingesetzt. Das Gremium aus Wissenschaftlern und Praktikern etwa aus Medizin und Jugendschutz hat im vergangenen Herbst seine Arbeit aufgenommen. Es soll bis zum Sommer Empfehlungen erarbeiten.
EU-Kommission warnt
Ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche wird derzeit auch in anderen europäischen Ländern diskutiert, darunter Spanien und Frankreich. Auch im Europäischen Parlament gibt es Befürworter eines solchen Verbots. Experten gehen jedoch davon aus, dass individuelle Verbote in den Ländern in Konflikt zu EU-Recht geraten können.
Davor warnt auch die EU-Kommission, die im europäischen Digital Services Act das maßgebliche Regelwerk sieht. Maßnahmen, die darüber hinausgehen und den Plattformen zusätzliche Auflagen machen, seien ein „klares No-Go“, sagt ein Kommissionssprecher mit Blick auf die Pläne der Spanier. „Das regelt der DSA.”
(vbr)
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Raspberry Pi 4 kommt jetzt mit zwei Speicherchips
Die Raspberry Pi Plc. legt zum ersten Mal einen Einplatinencomputer mit zwei Speicherchips auf der Platine auf. Der Raspberry Pi 4 gelangt jetzt in einer Version in den Handel, auf der je ein DRAM-Baustein vorn und hinten auf der Platine sitzt.
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Der Hersteller erhöht damit die Flexibilität bei der Speicherbeschaffung. Während der aktuellen Speicherkrise könnten zum Beispiel zwei 2-GByte-Chips günstiger erhältlich sein als ein einzelner mit 4 GByte. Firmen reißen den DRAM-Riesen Samsung, SK Hynix und Micron derzeit alles aus den Fingern, was sie bekommen können.
In einer
Produktänderungsmitteilung
(PDF) erklärt die Raspberry Pi Plc., dass sie künftig alle Varianten des Raspi 4 auch mit dem angepassten Design herstellt. Ob Kunden eine Version mit einem oder zwei Speicherchips erhalten, ist dann zufällig. Außer an der Rückseite mit dem zusätzlichen Baustein ist die neue Version auch an der 2025er-Aufschrift auf der Vorderseite erkennbar. Die Ausführungen sollen sich identisch verhalten; mit Leistungsunterschieden ist nicht zu rechnen.
Teureres PCB ist es jetzt wert
Bisher vermied der Raspi-Hersteller Platinenlayouts mit zwei Speicherchips, um das PCB möglichst günstig zu halten. Die Platine ist klein und hat nur wenige Lagen, was die Signalführung eines zweiten Speicherchips erschwert.
Erst wegen der rasant steigenden DRAM-Preise lohnt sich das Umdenken. Durch die größere Auswahl kann der Raspi-Hersteller hier und da einige US-Dollar sparen, sodass ein teureres PCB in den Hintergrund rückt.
Auch chinesischer Speicher an Bord
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Parallel stellte sich die Raspberry Pi Plc. schon im Sommer 2025 zumindest beim Raspi 4 mit einem GByte DRAM breiter auf. Damals holte die Firma
Rayson aus China ins Boot
(PDF), ein sogenannter Third-Party-Speicherzulieferer, der sein DRAM von diversen Herstellern bezieht: Neben Samsung und Micron auch von den chinesischen Anbietern CXMT und Yangtze Memory. Rayson kauft die nackten Speicherchips und packt sie in standardisierte Gehäuse, die die Raspberry Pi Plc. wiederum weiterverarbeiten kann.
Zuvor kamen die 1-GByte-Bausteine ausschließlich von Samsung. Varianten mit 2 und 4 GByte liefert häufig Micron, 8-GByte-Bausteine SK Hynix.
(mma)
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Unterseekabel: EU investiert 347 Millionen Euro in Sicherheit
Nach neuen, offenbar bewusst herbeigeführten Schäden an Unterseekabeln in der Ostsee hat die EU-Kommission am Donnerstag eine umfassende Sicherheitsoffensive gestartet. Ziel ist es, die digitale Infrastruktur am Meeresgrund vor zunehmenden Risiken und vorsätzlicher Sabotage zu schützen. Da rund 99 Prozent des interkontinentalen Internetverkehrs über Seekabel abgewickelt werden, stuft die EU diese Verbindungen als essenziell für die moderne Wirtschaft und das tägliche Leben ein.
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Angesichts der instabilen geopolitischen Lage reagiert die Brüsseler Regierungsinstitution mit einem Bündel aus finanziellen Sofortmaßnahmen und neuen strategischen Richtlinien. Sie will so die Widerstandsfähigkeit des europäischen „Nervensystems“ für Daten und Energie stärken.
Im Zentrum der auf einem früheren Aktionsplan aufbauenden Initiative steht die Anpassung des Fördertopfs Connecting Europe im Bereich Digitales. Dadurch sollen insgesamt 347 Millionen Euro für strategische Seekabelprojekte bereitgestellt werden. Die Mittel werden dem Vorhaben nach dazu dienen, die Netze krisenfest zu machen und technologisch aufzurüsten. Ein Teil der Gelder, etwa 20 Millionen Euro, ist für die Ausstattung von Kabeln mit intelligenten Funktionen vorgesehen. Dabei handelt es sich um integrierte Sensoren, die in Echtzeit seismische Aktivitäten und ozeanische Daten erfassen. So soll die Infrastruktur gleichzeitig als Überwachungssystem für den Meeresboden fungieren können.
Schnelle Hilfe bei Sabotage: Reparaturmodule für die Meere
Parallel investiert die EU in die Wiederherstellungsfähigkeit nach physischen Schäden. Ein neu veröffentlichter Aufruf über 20 Millionen Euro finanziert die Entwicklung anpassungsfähiger Reparaturmodule, die strategisch in Häfen oder Werften stationiert werden können. Damit sollen die Ausfallzeiten nach Beschädigungen drastisch verkürzt werden können, um die digitale Souveränität zu wahren.
Ein Pilotprojekt für diese Reparatureinheiten startet in der Ostsee. Diese Region wurde aufgrund der gehäuften Kabelzerstörungen in den vergangenen Jahren priorisiert, bei denen der Verdacht auf gezielte feindselige Akte besteht. Dieser Förderzweig ist explizit öffentlichen Stellen mit einem Mandat zur Notfallreaktion vorbehalten, wie etwa dem Zivilschutz, nationalen Krisenagenturen, der Küstenwache oder der Marine. Damit unterstreicht die Kommission den sicherheitspolitischen Charakter der Maßnahme, die weit über eine rein wirtschaftliche Förderung hinausgeht.
Werkzeugkasten für Kabelsicherheit
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Flankiert werden die Investitionen durch einen neuen Werkzeugkasten für Kabelsicherheit. Diese Toolbox enthält sechs strategische sowie vier technische Unterstützungsmaßnahmen, auf die sich die Kommission und die Mitgliedstaaten verständigt haben. Sie basieren auf einer Risikoanalyse aus dem Herbst 2025, die verschiedene Bedrohungsszenarien, Schwachstellen und Abhängigkeiten der europäischen Infrastruktur identifiziert hat. Die enthaltenen Instrumente zielen darauf ab, die identifizierten Gefahren durch koordinierte Abwehrmechanismen zu minimieren.
Der strategische Teil konzentriert sich auf die länderübergreifende Zusammenarbeit. So sollen etwa harmonisierte Sicherheitsstandards für die Genehmigung und Wartung von Kabeln geschaffen sowie der Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten gestärkt werden. Vorgesehen ist, einheitliche Kriterien für die Zuverlässigkeit von Anbietern festzulegen und die Abhängigkeit von Drittstaaten bei kritischen Komponenten zu verringern. Auch die Koordination der nationalen Behörden bei der Überwachung des Seegebiets ist Bestandteil dieser Ebene.
Im Bereich Technik umfasst der Werkzeugkasten Aktionen wie die Implementierung fortschrittlicher Verschlüsselungstechnologien direkt an den Kabelanlandestationen und die Förderung von Systemen zur frühzeitigen Erkennung physischer Manipulationen. Zudem sollen die EU-Länder befähigt werden, ihre nationalen Überwachungskapazitäten zu modernisieren. Im Vordergrund steht hier, neben der physischen Integrität auch die Vertraulichkeit der übermittelten Datenströme zu wahren.
Langfristiger Plan bis 2040
Zusätzlich hat die Kommission eine Liste von 13 prioritären Projektgebieten von europäischem Interesse festgelegt. Die Förderung dieser strategischen Areale ist in drei Etappen bis 2040 vorgesehen, um langfristige Planungssicherheit zu gewährleisten. Diese Gebiete werden bei künftigen Förderaufrufen vorrangig behandelt, um die Resilienz der Seekabel gezielt dort zu stärken, wo die Verwundbarkeit am größten ist.
Mit dem Vorstoß verfüge die EU nun über einen gemeinsamen Ansatz, um Risiken für Seekabel proaktiv zu begegnen und die Widerstandsfähigkeit der vernetzten Gesellschaft dauerhaft zu sichern, unterstrich Henna Virkkunen, Kommissionsvizepräsidentin für technologische Souveränität. Es gehe um mehr als das Absichern schneller Internetverbindungen.
(mho)
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RISC-V-Einplatinencomputer mit RVA23-Chip für neue Linux-Distributionen
Grundsätzlich läuft Linux längst auch auf Prozessoren mit RISC-V-Prozessorkernen. Aber neue Linux-Distributionen und insbesondere Ubuntu 25.10 verlangen RISC-V-Chips mit Vektor-Rechenwerken und Virtualisierungsfunktionen, die die Spezifikation RVA23 erfüllen. Der SpacemiT K3 ist einer der ersten lieferbaren Chips damit.
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SpacemiT hatte die RVA23-tauglichen CPU-Kerne namens X100 bereits Anfang 2025 angekündigt, aber für einen deutlich teureren Prozessor namens VitalStone V100 mit 64 Kernen.
Nun liefert SpacemiT erste Muster des Achtkerners K3, der zusätzlich einen KI-Beschleuniger mit acht A100-Einheiten enthält, die bis zu 60 Tops leisten sollen.
Auch ein von SpacemiT nicht genauer beschriebener 3D-Grafikkern ist eingebaut, der OpenGL ES, Vulkan und OpenCL unterstützt. Laut Milk-V (siehe unten) soll es sich um einen Imagination Technology IMG BXM-4-64-MC1 handeln.
Als I/O-Schnittstellen stehen acht PCIe-3.0-Lanes, USB 3.0, 1-Gbit/s-Ethernet sowie eMMC 5.1, UFS 2.2, SDIO, I2C, SPI, I2S und bis zu 132 GPIOs bereit.
Die CPU-Kerne takten mit bis zu 2,4 GHz, haben jeweils 64 KByte L1-Caches für Befehle und Daten und insgesamt 8 MByte L2-Cache. Je vier der RISC-V-Kerne teilen sich 4 MByte L2-Cache. Als Thermal Design Power (TDP) nennt SpacemiT 15 bis 25 Watt, weshalb der K3 einen Lüfterkühler benötigt.
Canonical verkündet im eigenen Blog, dass das für April 2026 geplante Ubuntu 26.04 LTS (Resolute Raccoon) auf dem Spacemit K3 laufen soll.
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Dabei bestätigen die Ubuntu-Macher abermals, dass es für den SpacemiT K1, der unter der Bezeichnung Ky K1 etwa auf dem Orange Pi RV2 sitzt, bei Ubuntu 24.04 LTS bleiben soll. Der K1 rechnet auch auf dem Banana Pi BPI-F3.

Blockdiagram SpacemiT K3 mit acht RISC-V-Kernen vom Typ X100.
(Bild: SpacemiT)
Vergleich mit ARM Cortex-A76
Die Performance der X100-Kerne vergleicht SpacemiT mit dem 2018 angekündigten ARM-Kern Cortex-A76, der beispielsweise im Broadcom BCM2712 des Raspberry Pi 5 rechnet.
Der SpacemiT K3 hat einen Speicher-Controller mit zwei 32-Bit-Kanälen für LPDDR4X-4266 oder LPDDR5-6400, der bis zu 51 GByte/s übertragen soll. Maximal sind 32 GByte des zurzeit leider sehr teuren RAM möglich.
Entwicklerboards im Anmarsch
SpacemiT bestückt das „Core Module“ (CoM) K3 CoM260 mit dem K3 sowie 8, 16 oder 32 GByte LPDDR5-6400. Der Preis ist bisher nicht bekannt.
Die Marken Banana Pi und Milk-V wiederum bieten Entwicklerboards mit dem SpacemiT K3 CoM260 an. Diese führen die Anschlüsse des CoM auf Buchsen und Fassungen heraus und versorgen es mit Strom.
Das Carrier Board Banana Pi BPI-SM10 bietet zwei M.2-Fassungen, einen GPIO-Pfostenstecker, diverse MIPI-Anschlüsse, viermal USB-A 3.0, DIsplayPort 1.2, RJ45 für Ethernet mit 1 Gbit/s und USB-C.

Banana Pi bildet das BPI-SM10 mit SpacemiT K3-CoM260 inklusive einem recht großen Lüfterkühler ab.
(Bild: Banana Pi)
Milk-V hat das Jupiter 2 für das SpacemiT K3 CoM260 ausgelegt. Die Ausstattung ähnelt dem Banana Pi BPI-SM10.
Milk-V vertreibt das Jupiter 2 Dev Kit über die Handelsplattform Arace in Hongkong. Dort soll die Version mit 8 GByte RAM (DK041-D8) 251 Euro kosten, zuzüglich Versand, Einfuhrumsatzsteuer und Verzollungsgebühren. Allerdings sind sämtliche Varianten ausverkauft. Außerdem gibt es verwirrenderweise mehrere Varianten des Jupiter-2-Boards, darunter etwa auch eine mit dem Modul Radxa C200, auf dem ein Nvidia Jetson Orin sitzt.
(ciw)
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