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Künstliche Intelligenz

ProtectEU: Brüssels digitale Aufrüstung gegen den Terrorismus


Die EU-Kommission hat am Donnerstag mit der Agenda ProtectEU ein Maßnahmenpaket vorgelegt, das die europäische Sicherheitsarchitektur grundlegend modernisieren soll. Im Zentrum steht die Erkenntnis, dass die Grenze zwischen physischer und digitaler Welt bei terroristischen Aktivitäten zunehmend verschwimmt. Die Zahl klassischer Großanschläge ist zwar zurückgegangen. Parallel sieht sich die EU laut der Kommission mit einer neuen Qualität der Bedrohung konfrontiert, bei der Kleinstgruppen und Einzeltäter sich in geschlossenen Foren radikalisieren, Künstliche Intelligenz (KI) zur Planung nutzen und sich über anonyme digitale Kanäle finanzieren.

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Ein Schwerpunkt der neuen Strategie liegt daher auf der Überwachung und Bekämpfung illegaler Inhalte im Netz. Dabei setzt die Kommission auf eine Verzahnung des Digital Services Act (DSA) mit der Verordnung über terroristische Online-Inhalte.

Ziel ist es, die Verbreitung von Propaganda und Rekrutierungsvideos durch automatisierte Verfahren drastisch zu erschweren. Dafür ist etwa eine verstärkte Kooperation mit Online-Dienstleistern im Rahmen des EU-Internetforums vorgesehen. Das bisherige Krisenprotokoll soll ferner in einen umfassenden Online-Reaktionsrahmen überführt werden, um bei akuten Bedrohungen schneller und koordinierter zwischen Behörden und Plattformen zu kommunizieren.

Besorgnis bereitet Sicherheitsbehörden seit Längerem die technische Aufrüstung auf der Täterseite. Die Agenda nennt hier den Missbrauch von 3D-Drucktechnologie zur Herstellung von Schusswaffen sowie den Einsatz von Drohnen. Um einen Vorsprung für staatliche Dienste zu wahren, soll die Sicherheitsforschung im Rahmen von Programmen wie Horizont Europa ausgebaut werden. Dabei legt die Kommission den Fokus auf Früherkennung und Abwehr solcher technologischen Bedrohungen.

Die Rolle von KI erachten die Autoren als zwiespältig: Sie dient ihnen zufolge einerseits als Werkzeug für terroristische Akteure, soll aber andererseits durch verstärkte Investitionen in die europäische Analysekapazität zur Mustererkennung und Bedrohungsanalyse eingesetzt werden.

Ein weiteres Feld ist die Radikalisierung von Minderjährigen über soziale Medien und Gaming-Plattformen. Die EU-Kommission reagiert darauf mit einem neuen Programm zur digitalen Resilienz und der Einrichtung von Zentren zum Wissensaustausch (Knowledge Hubs), um der gezielten Manipulation junger Menschen im Netz entgegenzuwirken. Dabei geht es etwa um das Löschen von Inhalten, aber auch um die Stärkung der kritischen Medienkompetenz und die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in digitalen Räumen. Dafür will die Kommission Millionenbeträge bereitstellen.

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Um die logistische Basis des Terrors zu treffen, rücken die Finanzströme stärker in den Fokus der Ermittler. Diese werden laut der Agenda vermehrt über Kryptowährungen und moderne Online-Zahlungssysteme abgewickelt. Ein geplantes, europäisches System zum Abruf von Finanzdaten soll künftig sicherstellen, dass Geldflüsse schneller nachverfolgt und die Finanzierung extremistischer Zellen im Keim erstickt werden können. Parallel dazu sollen die Mandate von Europol und Eurojust gestärkt werden, um die Mitgliedstaaten bei der Analyse von Massendaten und der grenzüberschreitenden digitalen Spurensicherung effektiver zu unterstützen.

Auch an den Grenzen setzt die EU verstärkt auf digitale Lösungen und die Ausweitung der Datenerfassung. So erwägt die Kommission, das System zum Austausch von Fluggastdaten auf private Flüge sowie auf den See- und Landverkehr auszuweiten. Gleichzeitig soll der Informationsaustausch über Treffer im Schengener Informationssystem automatisiert und intensiviert werden. Durch die Umsetzung eines Fahrplans für den heftig umstrittenen „rechtmäßigen Zugriff auf Daten“ im Klartext will die Kommission sicherstellen, dass Strafverfolger trotz Verschlüsselung und komplexer Netzstrukturen notwendige Informationen zeitnah erhalten.

Da digitale Bedrohungen nicht an den Außengrenzen der EU haltmachen, sieht die Agenda eine Ausweitung der internationalen Zusammenarbeit mit strategischen Partnern vor. Diese umfasst den verbesserten Datenaustausch von Europol mit Drittstaaten sowie die engere Anbindung von Partnerregionen wie dem Westbalkan und dem Mittelmeerraum an europäische Frühwarnsysteme. Nur durch eine global vernetzte Sicherheitsstruktur, die technologisch auf Augenhöhe mit den Akteuren agiert, lässt sich laut der Kommission die Resilienz gegenüber den sich ständig wandelnden Methoden des modernen Extremismus nachhaltig steigern.

ProtectEU markiert so den Versuch, die europäische Sicherheitspolitik durch den Einsatz moderner Technologien weiter aufzurüsten. Besonders herausfordernd wird es sein, diesen Ansatz mit den europäischen Grundrechten und dem Datenschutz in Einklang zu bringen.


(wpl)



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Blackmagic Design erweitert immersive 3D-Kamera um Live-Streaming


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Rund ein Jahr nach der Markteinführung der Blackmagic URSA Cine Immersive kündigt das Unternehmen eine neue Version der Stereokamera an. Die URSA Cine Immersive 100G ist kein komplett neues Modell, sondern eine Weiterentwicklung mit Fokus auf die Live-Übertragung hochauflösender 180-Grad-3D-Videos.

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Die in der Ankündigung hervorgehobenen Sensoreigenschaften sind im Kern bereits Teil der ursprünglichen URSA Cine Immersive, die Aufnahmen mit 8160 × 7200 Pixeln pro Auge bei bis zu 90 Bildern pro Sekunde und 16 Blendenstufen Dynamikumfang ermöglicht.

Neu an der URSA Cine Immersive 100G ist die optimierte Live-Infrastruktur: 100G-Ethernet statt 10G-Ethernet sowie der separat erhältliche Blackmagic URSA Live Encoder, ein Prozessormodul, das immersives Live-Video in Apple ProRes komprimiert und als SMPTE-2110-22 IP ausgibt. Dadurch lassen sich die stereoskopischen Bildströme mit hohen Bildraten über eine einzige 100G-Ethernet-Verbindung übertragen, schreibt Blackmagic Design.

Der Hersteller bezeichnet URSA Cine Immersive 100G als erste Kinokamera, die für Live-Produktionen auf Basis von Apple Immersive Video ausgelegt ist, einem immersiven 180-Grad-Videoformat, das eigens für Apple Vision Pro entwickelt wurde. Wie schon das Standardmodell dürfte sich das neue Modell trotz Apple-Fokus auch für die Ausgabe an andere Endgeräte eignen.

Apple und Blackmagic arbeiten im Bereich immersiver Video eng zusammen: Blackmagic liefert die Kamerahardware und Bearbeitungssoftware, Apple stellt mit der Vision Pro die Plattform und Inhalte bereit. Zu den Apple-Produktionen gehören etwa der U-Boot-Kurzfilm „Submerged“ sowie immersive Dokumentationen wie „Wild Life“ und „Elevated“.

Was das neue Modell im Bereich Live-Streaming leistet, demonstrierte Apple Anfang des Jahres mit Live-Übertragungen von Spielen der LA Lakers auf der Apple Vision Pro. Zuschauer konnten die Partien in ausgewählten Regionen als immersives 180-Grad-Erlebnis mit mehreren Perspektiven verfolgen, das sie virtuell direkt ans Spielfeld versetzt.

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Ab Herbst könnten andere Produzenten das Angebot an immersiven Livestreams erweitern: Das 100G-Modell soll im dritten Quartal 2026 erscheinen. Der Preis liegt laut Ankündigung bei 26.495 US-Dollar zuzüglich lokaler Steuern und Abgaben. Das Standardmodell ist im Preis gefallen und kostet nun 24.995 US-Dollar, also 5.000 US-Dollar weniger als zur Markteinführung. Im Webshop werden allerdings abweichende Dollar-Preise für beide Modelle genannt. Der separat erhältliche Blackmagic URSA Live Encoder erscheint im Laufe des Jahres, einen genauen Termin nennt Blackmagic Design nicht. Im Webshop steht ein Preis von 1645 US-Dollar.

Das Unternehmen stellte gleichzeitig auch eine neue Version seiner Videosoftware DaVinci Resolve 21 vor.


(tobe)



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Nutzer können KI-Anfragen bald in Chrome speichern für schnelle erneute Nutzung


Google führt mit „Skills“ eine neue Browser-Funktion für KI-Nutzer in Chrome ein. Anwender können damit oft genutzte KI-Anfragen direkt im Browser speichern, um diese schnell und einfach erneut abzurufen, statt diese nochmals eintippen zu müssen. Damit werden nützliche KI-Befehle in Chrome zu 1-Klick-Tools, wie Google es nennt. Zunächst wird diese Funktion im englischsprachigen Chrome eingeführt, weitere Sprachen dürften folgen.

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Letzten Herbst hatte Google sein KI-Modell Gemini in Chrome integriert, wodurch dieser zum KI-Browser wurde. Auch dies war zunächst auf die USA und englischsprachige Anfragen beschränkt. Damit bekommt Chrome eine Seitenleiste, in der Gemini etwa angewiesen werden kann, Texte zusammenzufassen oder Daten zu vergleichen. Das ist sogar über mehrere Tabs hinweg möglich, denn Gemini weiß, welche Tabs geöffnet sind und hat Zugriff auf diese Inhalte.

Diese Fähigkeit macht sich auch die neue KI-Funktion zunutze, denn eines der von Google genannten Beispiele für Skills ist der Vergleich von Produktdaten beim Shopping in mehreren Tabs. Zudem hätten Tester der Funktion oft nachgefragte KI-Prompts zur Berechnung von Protein-Makronährstoffen in Rezepten und die Suche nach wichtigen Informationen in längeren Dokumenten als Skills abgespeichert, weil sie diese Anfragen oft verwenden würden.

„Bisher bedeutete das Wiederholen einer KI-Aufgabe, etwa die Abfrage von Zutatenaustausch für ein veganes Rezept, dass man dieselbe Eingabeaufforderung auf jeder neuen Seite erneut eingeben musste“, schreibt Chrome-Produktmanagerin Hafsah Ismail im Google-Blogbeitrag. „Um dies zu vereinfachen, führen wir die Funktion Skills in Chrome ein. Damit können Sie Ihre hilfreichsten KI-Abfragen speichern, wiederverwenden und mit einem einzigen Klick ausführen.“

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Die Speicherung von KI-Prompts erfolgt direkt im Chat-Fenster, sodass auch vergangene KI-Anfragen aus dem Verlauf noch zur schnellen Wiederverwendung gespeichert werden können. Um gespeicherte KI-Befehle erneut abzurufen, genügt ein Schrägstrich (/) oder ein Klick auf das Plus-Symbol, so Google. Gespeicherte Skills sollen jederzeit geändert werden können. Wenn Nutzer ihr Google-Konto in Chrome verwenden, werden die gespeicherten KI-Prompts auch auf anderen Systemen abrufbar sein.


Google-Demo von Skills für Gemini in Chrome

Google-Demo von Skills für Gemini in Chrome

(Bild: Google)

Google stellt bereits eine Reihe von Skills zur Verfügung, die Nutzer ausprobieren und auch für eigene Zwecke anpassen können. Dazu gehören KI-Befehle zur Modifizierung von Rezepten durch Vorschläge für proteinreiche Alternativen, zur Hilfe bei der Auswahl von Geschenken, zur Anpassung von Texten auf das Vokabular und Sprachmuster einer Figur oder zur Dramatisierung einer Geschichte, etwa im Stil einer Filmvorschau.

Google verspricht, die für Gemini in Chrome verwendeten Schutzmaßnahmen hinsichtlich Sicherheit und Datenschutz auch für Skills zu nutzen. KI-Anfragen, die zu Aktionen wie einem neuen Kalendereintrag oder dem Versand einer E-Mail führen, lässt sich der Browser deshalb vom Anwender explizit bestätigen.

Skills für Gemini in Chrome wird derzeit in den USA für Nutzer von Windows, Mac und ChromeOS ausgerollt, die als Browser-Sprache US-Englisch eingestellt haben. Zu weiteren Sprachversionen und Ländern macht Google bislang keine Angaben.

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(fds)



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Blue Origin baut System zur Gewinnung von Sauerstoff aus Regolith


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Sauerstoff aus Mondstaub: Das US-Raumfahrtunternehmen Blue Origin hat nach eigenen Angaben eine Technik entwickelt, um aus dem Regolith Sauerstoff zu gewinnen. Damit könnten künftig Mondbewohner Atemluft oder Raketentreibstoff herstellen.

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Air Pioneer heißt das Gerät, das das von Amazon-Gründer Jeff Bezos gegründete Blue Origin entwickelt hat. Es ist modular aufgebaut und besteht aus zwei Komponenten: einem Reaktor und einem Reinigungssystem. Das System arbeitet mit Elektrolyse. Das bedeutet, es spaltet das Material mithilfe von elektrischem Strom in seine Bestandteile. Zum Betrieb benötigt es etwa ein Megawatt.

Im ersten Schritt wird der Sand im Reaktor bei einer Temperatur von etwa 1600 Grad Celsius geschmolzen. Der Strom wird dann durch die Schmelze geleitet, wodurch Sauerstoff sowie weitere Gase freigesetzt werden. Die Gase werden durch das Reinigungssystem geleitet und in medizinischen Sauerstoff und Treibstoffsauerstoff gewandelt, teilte Blue Origin über den Kurznachrichtendienst X mit. So werde aus Mondstaub Atemluft.

Regolith ist ein sehr feiner, scharfkantiger Sand, der der Raumfahrtindustrie Kopfzerbrechen bereitet: Er ist elektrostatisch und haftet an allem, was eine elektrische Ladung hat. Zudem ist er sehr abrasiv und beschädigt alles, womit er in Kontakt kommt.

Der Sand besteht zu einem großen Anteil aus Oxiden, vor allem Silizium- und Aluminiumoxid. Sauerstoff macht dabei knapp die Hälfte des Regoliths aus. Daneben enthält er auch weitere Stoffe wie Eisen.

Bei der Elektrolyse wandert der negativ geladene Sauerstoff zu der einen, die die positiv geladenen Teilchen wie Metalle oder Silizium zu der anderen Elektrode. Letztere lassen sich mit dem Air Pioneer ebenfalls gewinnen, etwa um aus dem Silizium Solarzellen herzustellen. Die Idee, Sauerstoff aus Regolith zu gewinnen, ist schon einige Jahre alt: Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus etwa versuchte sich daran.

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„Weniger Masse von der Erde zu transportieren, senkt die Kosten für eine Mondbasis“, schreibt Blue Origin in einem weiteren X-Posting. „Um eine kostengünstige und nachhaltige Präsenz auf dem Mond zu errichten, müssen wir lernen, Vorhandenes zu nutzen.“


(wpl)



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