Künstliche Intelligenz
Intel-Prozessor mit zwölf Performance-Kernen startet als „Core 2 with P-Cores“
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Intel bringt einen nagelneuen Prozessor für die mehr als vier Jahre alte Fassung LGA1700: den „Core 2 Series 200 with P-Cores“ alias Bartlett Lake. Die Besonderheit dieser CPU-Baureihe ist, dass sie acht, zehn oder zwölf Performance-Kerne (P-Cores) hat, aber keine Effizienzkerne. Es gibt zwar längst schon LGA1700-Prozessoren mit viel mehr CPU-Kernen, davon waren bisher aber maximal acht P-Kerne.
Die Baureihe Core 2 200PE ist nicht für gängige Desktop-PCs gedacht, sondern vor allem für Industriecomputer und Embedded Systems – daher auch der Buchstabe „E“ in den Typenbezeichungen. Auf den meisten LGA1700-Mainboards funktioniert ein Core 2 200PE erst gar nicht. Doch es gibt bereits eine große Auswahl an kompatiblen LGA1700-Boards mit den Chipsätzen R680E, Q670E oder H610E. Mehrere Hersteller stellen schon die nötigen BIOS-Updates für Bartlett Lake bereit.
Reife Technik
Die Fassung LGA1700 debütierte Ende 2021 gemeinsam mit dem Core i-12000 Alder Lake, also dem Core i der 12. Generation aus der Fertigungstechnik „Intel 7“, die Intel davor noch 10-Nanometer-Technik nannte. Der entstammen auch die nachfolgenden (und letzten), bis heute gefertigten Core-i-Generationen 13 (Raptor Lake) und 14 (Raptor Lake Refresh).
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Schon seit Anfang 2025 liefert Intel Embedded-Versionen der Raptor-Lake-CPUs für LGA1700-Boards wie Core 3 201E, Core 5 211E und Core 7 251E, die den Codenamen Bartlett Lake tragen. Einige enthalten aber auch E-Cores, zusätzlich zu P-Cores. Diese hybride Mischung eignet sich für manche Anwendungen schlecht, wenn es dabei auf vorhersagbare Latenzen ankommt. In Serverprozessoren (Xeons) kommen daher stets nur Kerne gleicher Bauart zum Einsatz, übrigens auch bei AMD (Epyc) und bei ARM-Serverprozessoren.
Auf Mainboards mit dem Chipsatz R680E steuern die neuen Bartlett-Lake-Prozessoren auch ungepufferte DDR5-Speichermodule mit zusätzlichen DRAM-Chips für Error Correction Code (ECC) an.
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Klarer Gegener: AMD Ryzen Embedded
Viele Embedded Systems mit x86-Technik nutzen Embedded-Versionen von sparsameren und kompakteren Mobilprozessoren. Dafür bieten sowohl AMD als auch Intel jeweils mehrere Serien von lange lieferbaren Chips an.
Die gesockelten Embedded-Prozessoren bieten höhere Rechenleistungen und mehr PCIe-5.0-Lanes für Erweiterungskarten. Sie kommen beispielsweise in Industrierobotern, bildgebenden Medizingeräten, Netzwerkkomponenten wie Firewalls und auch in manchen kompakten (Storage-)Servern zum Einsatz.
AMD verkauft schon länger Ryzen-Embedded-Versionen mit deutlich mehr starken Kernen als Intel, etwa den Ryzen Embedded 7000 mit bis zu 12 Zen-4-Kernen und den Ryzen Embedded 9000 mit bis zu 16 Zen-5-Kernen. Eng verwandt sind die Serverversionen Epyc 4004 (Zen 4/AM4/DDR4-RAM) und Epyc 4005 (Zen 5/AM5/DDR5-RAM) mit jeweils bis zu 16 CPU-Kernen.
Intel kann nun immerhin bei der Anzahl der P-Kerne dichter an die AMD-Konkurrenz für diese Geräte- und Preisklassen mit zwei DDR5-RAM-Kanälen heranrücken. Als Vorteile im Vergleich zum AMD Ryzen Embedded 9700X verspricht Intel für den Core 9 273PE eine niedrigere PCIe-Latenz. Außerdem erwähnt Intel Time Coordinated Computing (TCC) und Ethernet-Adapter mit Time-Sensitive Networking (TSN). Die Bartlett-Lake-Chips will Intel zehn Jahre lang liefern.
Embedded-Versionen von Panther Lake
Auf der Fachmesse Embedded World in Nürnberg will Intel auch Embedded-Versionen der zu Jahresbeginn vorgestellten Mobilprozessorfamilie Core Ultra 300 (Panther Lake) zeigen. Sie findet vom 10. bis 12. März statt.

Congatec conga-HPC/cPTL: Rechenmodul in der Bauform COM-HPC mit Intel Core Ultra 300 und LPCAMM2-Speichermodul.
(Bild: Congatec)
Unter anderem Congatec hat bereits ein Modul in der Bauform COM-HPC Client Size A angekündigt, das conga-HPC/cPTL. Es bietet eine LPCAMM2-Fassung für ein LPDDR5X-Speichermodul mit bis zu 32 GByte Kapazität.
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Embedded-Prozessoren Intel Core 2 with P-Cores (Bartlett Lake, Intel 7, LGA1700) |
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| Prozessor | P-Kerne |
Takt (Basis / Turbo) |
Cache | TDP |
| Core 9 273PQE | 12 | 3,4 / 5,9 GHz | 36 MByte | 125 W |
| Core 9 273PE | 12 | 2,3 / 5,7 GHz | 36 MByte | 65 W |
| Core 9 273PTE | 12 | 1,4 / 5,5 GHz | 36 MByte | 45 W |
| Core 7 253PQE | 10 | 3,5 / 5,7 GHz | 33 MByte | 125 W |
| Core 7 253PE | 10 | 2,5 / 5,5 GHz | 33 MByte | 65 W |
| Core 7 253PTE | 10 | 1,8 / 5,4 GHz | 33 MByte | 45 W |
| Core 5 223PQE | 8 | 4,0 / 5,5 GHz | 24 MByte | 125 W |
| Core 5 223PE | 8 | 2,9 / 5,4 GHz | 24 MByte | 65 W |
| Core 5 223PTE | 8 | 2,3 / 5,4 GHz | 24 MByte | 45 W |
| Core 5 213PE | 8 | 2,7 / 5,2 GHz | 24 MByte | 65 W |
| Core 5 213PTE | 8 | 2,1 / 5,2 GHz | 24 MByte | 45 W |
| ebenfalls verfügbar | ||||
| Core 3 201E | 4 | 3,6 / 4,8 GHz | 12 MByte | 60 W |
| Core 3 201TE | 4 | 2,9 / 4,6 GHz | 12 MByte | 45 W |
(ciw)
Künstliche Intelligenz
KI-Zusammenarbeit: Oh, wie schön ist es mit Kanada
„Kanada ist mehr als ein Partner, Kanada ist ein Freund“, sagt Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) und freut sich offenkundig, dass er an diesem Freitagmorgen großes Verkünden darf: Der kanadische KI-Anbieter Cohere und die einstige deutsche KI-Großhoffnung Aleph Alpha arbeiten nicht nur eng zusammen, sie werden zu einem Unternehmen.
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Im Zuge der bereits erwarteten Transaktion wird Aleph Alpha ein Teil von Cohere. „Es wird ein globaler KI-Champion entstehen, der exzellente Forschung und Entwicklung aus Heidelberg und Toronto gemeinsam wettbewerbsfähig und global skalierbar macht“, sagt der deutsche Digitalminister.
Strategisches Gegengewicht
Die gemeinsame Firma soll als strategisches Gegengewicht zu anderen Anbietern insbesondere für Regierungen, kritische Infrastrukturen und Unternehmen die politisch gewünschte, technologisch aber bislang selten mögliche Unabhängigkeit bei der KI-Nutzung ermöglichen.
In die Hoffnung auf den „riesigen Markt für vertrauenswürdige KI-Anwendungen“ stimmt auch Wildbergers kanadischer Amtskollege Evan Solomon ein. Kanada, das traditionell besonders eng mit dem großen Nachbarn USA verbunden ist, sucht nach neuen Verbündeten in der Welt – und zwar echten, betont Solomon: „Wir wollen Zugang zu Märkten, in denen unsere Werte geteilt werden.“
Ende Mai will die EU eine Gesetzesinitiative für europäische Cloud- und KI-Fähigkeiten auf den Weg bringen: den Cloud and AI Development Act (CADA). Darin könnten auch Vorgaben enthalten sein, welche Kriterien Cloud- und KI-Anbieter erfüllen müssen, um bei kritischen Dienstleistungen oder in der europäischen Verwaltung mitspielen zu dürfen.
Kanada macht das schon vor: „Wir kümmern uns um unsere Champions“, sagt der kanadische Digitalminister – etwa mit Aufträgen von staatlichen Stellen. Nur ist der EU-Markt ungleich größer als der kanadische. Für Cohere öffnet sich mit Aleph Alpha der Zugang zu einem attraktiven Markt.
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Cohere-Chef Aidan Gomez sieht auch darüber hinaus Vorteile in der Fusion: Aleph Alpha bringe viel Erfahrung mit Small Language Models (SLMs) mit, habe viel mehr Erfahrung mit europäischen natürlichen Sprachen. Und auch der Zugang zu europäischen Behörden spiele eine Rolle, erklärt Gomez.
Schwarz-Gruppe mittendrin statt nur dabei
Ohne Schwarz Digits, der zur Lidl-Kaufland-Gruppe gehörenden IT-Souveränitätshoffnung der Bundesrepublik und Anteilseigner von Aleph Alpha, wäre dieser Deal wohl nicht zustandegekommen. Schwarz bringe sich mit Rechenkapazitäten und den Diensten der hauseigenen Cloud Stackit sowie im Forschungsbereich ein, erklärt Geschäftsführer Rolf Schumann – und investiere eine halbe Milliarde Euro.
Nicht ohne Eigeninteresse: je unabhängiger von den großen chinesischen und US-Hyperscalern und KI-Anbietern, umso besser für das Geschäft. Schwarz verspricht souveräne Lösungen für europäische Unternehmen und stellt diese auch für den eigenen Handelskonzern bereit.
„Spezialisierte Modelle für das Domänenwissen“, etwa in der deutschen Industrie, gibt Schumann als Ziel aus. Sprich: Der deutsche Maschinenbauer soll seine Daten und Prozesse lieber mit Cohere als mit OpenAI analysieren lassen.
Aleph Alpha soll trotzdem wachsen
„Um KI auch im industriellen Bereich zum Erfolg zu führen, brauchen sie Domänenwissen, brauchen Sie Champions“, sekundiert Wildberger. Und so ein Champion soll nach der Übernahme der Heidelberger Hoffnung auch das gemeinsame Unternehmen werden – ein Unternehmen, in dem die Kanadier klar das Sagen haben werden. Doch Aleph Alpha solle als Teil von Cohere personell wachsen, verspricht Gomez.
Der Hauptsitz des Unternehmens bleibt in Toronto. Dennoch sei sichergestellt, dass die europäischen Souveränitätswünsche auch in Zukunft berücksichtigt würden, versichern die Beteiligten. Bisher gibt es dafür aber noch keine standardisierten Regeln.
Eine „deutsch-kanadische Staatsbürgerschaft“ habe das Unternehmen, schmunzelt Digitalminister Karsten Wildberger in die Mikrofone in Berlin. Für Kanada geht es dabei um einen der wichtigsten Märkte für seine Unternehmen – für die EU-Staaten darum, überhaupt gleichgesinnte und vergleichbar fähige Staaten auf der Welt von einer Kooperation zu überzeugen.
(vbr)
Künstliche Intelligenz
Vier WordPress-Alternativen, die wirklich überzeugen | c’t 3003
WordPress hat mehr als 20 Jahre Jahre lang treue Dienste geleistet, aber für viele Projekte ist es heute schlicht überdimensioniert. c’t 3003 zeigt vier moderne Alternativen – von professionellem Newsletter-Publishing über statische Hochleistungs-Sites bis hin zu Webseiten, die komplett per KI entstehen und gratis gehostet werden.
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Transkript des Videos
(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)
Guck mal hier, das Backend meiner alten Webseite. Eigentlich wollte ich nur kurz einen Satz ändern, aber stattdessen begrüßen mich fünf kritische Plugin-Updates, eine Datenbank-Fehlermeldung und das System sagt mir, meine PHP-Version sei veraltet. Das ist WordPress im Jahr 2026. Versteht mich nicht falsch, gerade ist ja WordPress 7.0 rausgekommen und die bringt endlich Echtzeit-Kollaboration. Also wie in Google Docs, dass man gleichzeitig mit Kollegen im selben Block schreiben kann. Mega cool für Teams, gar keine Frage, aber für mich alleine, für ein einfaches Portfolio, einen Blog oder eine Projektseite, da ist WordPress mittlerweile wie mit dem 40-Tonner zum Brötchenholen fahren. Und das ist wirklich nicht mehr nötig. Es kann wirklich jeder super schnell und super einfach ein „eigenes Stückchen Internet“ besitzen.
Ich habe in den letzten Wochen mal alles über Bord geworfen und geschaut, wie baut man heute eigentlich Webseiten, wenn man keine Lust auf die „Plugin-Hölle“ WordPress hat, keine Datenbanken warten will und trotzdem maximale Kontrolle und Speed sucht. Und ich sage euch: Die Alternativen haben WordPress für mich komplett ersetzt. Ob es das „Apple-Feeling“ von Ghost ist, die unkaputtbare Performance von Hugo, der Minimalismus von WriteFreely oder der absolute Game-Changer: Vibecoding. Also Webseiten bauen, rein durch Sprechen mit einer KI und Hosting in 30 Sekunden.
In diesem Video zeige ich euch, wie ihr eure Web-Präsenz aufs nächste Level hebt – von Profi-Publishing bis hin zum Hosting, das euch keinen Cent kostet. Bleibt dran!
Liebe Hackerinnen, liebe Internet-Surfer, herzlich willkommen hier bei …
Auch wenn es gleich um Alternativen geht, ein paar Worte zu WordPress möchte ich trotzdem sagen. Immerhin begleitet mich das schon seit 16 Jahren, also mehr als die Hälfte meines Lebens. Und ja, diese neue Funktion, bei der mehrere User gleichzeitig Seiten editieren können, ist schon nice. Also ich hab mich so daran gewöhnt, dass wir im Team gleichzeitig an Textdokumenten arbeiten können und dass Google das damals mit Wave eingeführt hat, ist ja jetzt auch schon ein bisschen her. Und ja gut, dass WordPress das jetzt auch endlich kann, aber das allein hält mich persönlich halt nicht bei WordPress. Deswegen jetzt zu den versprochenen Alternativen.
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Wenn ihr ein wirklich dickeres Projekt habt, dann ist Ghost für euch wahrscheinlich interessant. Das ist irgendwie so das Apple unter den Publishing Tools, finde ich. Also Newsletter, Membership, Blog, da ist alles direkt eingebaut. Ihr braucht keine extra Plugins, kein Mailchimp, kein Steady. Und das Ganze lässt sich direkt mit dem Zahlungsdienst Stripe verbinden. Also ihr habt da wirklich eine 3-in-1-Lösung: Publishing, Membership und Monetarisierung – out of the box. Und das ohne ein einziges Plugin zu installieren.
Und für wen ist das jetzt konkret interessant? Also Ghost ist ehrlich gesagt wirklich was für Leute, die halt ernsthaft publizieren wollen. Creator, Journalisten, Newsletter-Autorinnen oder kleine Medienteams. Wenn ihr Inhalte nicht nur teilen, sondern damit halt auch Geld verdienen wollt, sei es jetzt über bezahlte Mitgliedschaften oder exklusive Newsletter, dann ist Ghost eigentlich die logische Alternative zu WordPress. Für ein schnelles Portfolio oder eine digitale Visitenkarte ist es aber ehrlich gesagt oversized. Da gibt es bessere Optionen und die zeige ich euch gleich.
Jetzt aber erstmal kurz rein ins Ghost-Backend. Wie sieht das eigentlich aus? Also ihr landet nach dem Login auf diesem Dashboard und das ist wirklich bemerkenswert aufgeräumt. Ihr seht auf einen Blick eure Posts, eure Member-Zahlen und eure Newsletter-Performance. Keine überladene Seitenleiste, keine zehn Menü-Ebenen.
Und wenn ihr einen neuen Artikel anlegt, öffnet sich der Editor und der fühlt sich wirklich anders an als bei WordPress oder irgendein klassischer Backend-Editor. Es ist sehr minimalistisch, fast wie ein leeres Blatt, aber das täuscht. Mit einem Slash-Command öffnet ihr, ähnlich wie bei Notion oder AnyType, eine komplette Auswahl an Content-Blöcken. Also Bilder, Videos, Code-Snippets, Call-to-Actions, Toggles, Produkt-Karten. Alles da, aber es liegt nicht ständig rum und lenkt ab. Das Beste: Die Vorschau ist quasi live. Man hat wirklich das Gefühl, man schreibt direkt auf der fertigen Seite, nicht irgendwo im Hintergrund. Und wenn es mal schnell gehen soll bei den Artikelbildern, gibt’s da auch direkt die Möglichkeit, einfach eines von Unsplash einzubinden.
Für eure Member könnt ihr dann direkt steuern, welcher Content ist frei zugänglich, was ist nur für zahlende Mitglieder. Das stellt ihr einfach für jeden Post ein: public, members only oder paid. Und die Stripe-Anbindung ist wirklich straightforward. Das ist kein großes technisches Ding.
Übrigens ist Ghost auch direkt über ActivityPub ans Social Web angebunden. Also eure Inhalte können direkt im Fediverse auftauchen, bei Mastodon und Co. Das haben wir auch gleich nochmal bei dem Microblogging-Dienst WriteFreely.
Ja, und technisch: Ghost läuft auf Node.js und das rennt halt einfach Kreise um das alte PHP-WordPress. Es ist schneller, moderner, sauberer.
Und klar, ihr könnt Ghost für relativ teures Geld bei denen hosten lassen, das geht ab 15 Dollar im Monat los, aber wir können das halt auch selbst machen, einfach über unseren eigenen Webserver. Die Installation auf einem Ubuntu-Server geht wirklich ziemlich schnell und die Dokumentation ist auch ziemlich gut. Also bei mir hat das beim ersten Anlauf direkt geklappt. Ihr könnt dann einfach eure eigene Domain verknüpfen, die braucht ihr auch schon beim Installationsprozess. Ich habe zum Beispiel einfach eine Subdomain genommen: blog.ct6006.de. Die ausführliche Installationsanleitung verlinke ich euch unten in der Videobeschreibung und dann konnte ich schon nach der Installation direkt ins Backend der Seite gehen und dann hier ein neues Theme auswählen und direkt noch Farben und Icons austauschen.
Zu den Themes: Ghost bringt einige kostenlose Themes direkt mit, wer aber was Individuelleres will, da kosten die meisten Themes von unabhängigen Entwicklern zwischen 79 und 150 Dollar. Also kein Riesending, aber das solltet ihr halt einkalkulieren, falls euch die Gratis-Themes von Ghost nicht reichen.
Wenn ihr aber nur eine kleine Webseite haben wollt, so ein Portfolio, einen kleinen Blog oder eine digitale Visitenkarte, dann ist Hugo eure WordPress-Alternative. Da habt ihr nämlich gar kein System auf einem Server laufen, sondern Hugo ist ein Static Site Generator. Heißt: Ihr schreibt eure Texte lokal in Markdown, also ganz einfacher Text, und Hugo baut daraus in Millisekunden eine fertige Webseite aus purem HTML.
Das Ganze funktioniert einfach über euer Terminal. Also ich habe mir das auf meinem Mac über Homebrew installiert, Install Hugo eingegeben und dann ein neues Projekt angelegt. Das erstellt Hugo dann in einem eigenen Ordner. Dann sucht ihr euch noch ein Theme aus, da gibt es wirklich viele und die sind alle kostenlos. Das installiert ihr euch dann auch direkt im Terminal über GitHub. Ich habe hier mal das simple Bearcub genommen.
Und dann könnt ihr einfach in dieser Ordnerstruktur arbeiten. Damit das ein bisschen übersichtlicher ist, habe ich das in Visual Studio gemacht und da dann meine Startseite angelegt und einen Beitrag. Beides einfach in Markdown.
Wenn ihr mit dem Gerüst fertig seid, könnt ihr euch das Ergebnis lokal anzeigen lassen. Dazu geht ihr wieder ins Terminal, gebt Hugo Server -D ein und geht dann in den Browser unter localhost:1313. Da läuft jetzt eure fertige Seite.
Zufrieden? Dann kann die direkt zu GitHub geladen werden. Einfach ein neues Repository anlegen und dann im Terminal hochladen. Ich habe das Ganze dann über Vercel gehostet, das ist für Projekte in der Größe kostenfrei und lässt sich auch auf Wunsch mit einer eigenen Domain verbinden. Ja, und wenn ihr jetzt Änderungen an eurer Seite machen wollt oder einen neuen Blogpost veröffentlichen, dann ändert ihr einfach eure Markdown-Dateien, geht dann wieder ins Terminal, gebt git add oder git commit ein und Hugo erstellt euch ein neues HTML-File, das direkt hochgeladen wird.
So, und jetzt kommen wir zu dem Part, der mir persönlich am meisten Spaß gemacht hat. Ich habe mir eine Webseite gevibecoded. Zum Thema Vibecoding hat Keno ja schon ein langes Video gemacht, verlinke ich euch unten. Und ja, ich habe dazu einfach Claude Code genommen und dem eben gesagt, was ich mir bei meiner Webseite so wünsche. Also ganz konkret: Wie soll die aussehen? Ich wollte so einen Cyberpunk-Look, was soll die können und so weiter. Und dann ist relativ schnell das hier rausgekommen. Gut, die sieht auf jeden Fall nice aus, aber mein Kollege Jonathan hat mich dann netterweise darauf hingewiesen, dass die halt so aussieht wie die vom Journalisten Casey Newton. Und ja, das stimmt. Und deswegen habe ich dann im zweiten Anlauf den Claude Frontend Design Skill benutzt. Der soll dafür sorgen, dass die Ergebnisse nicht so generisch und halt auch nicht wie eine dreiste 1:1 Kopie aussehen. Und ja, hat geklappt – also dieses gelbe Design finde ich deutlich besser.
Und auch so Spielereien gehen da relativ einfach. Ich wollte mein Bild mit so einem Morph-Effekt zu einem Comic-Stil verwandeln. Dazu habe ich das einmal durch Nano Banana von Google laufen lassen und dann die beiden Bilder Claude gegeben und schon war dieser Effekt eingebaut.
Und jetzt kann ich eben ans Finetuning gehen. Also ich wollte hier, dass der lange Text aufklappbar ist und er statt einem Video vier in einer Grid anzeigt. Und das baut er dann ein. Oder hier wollte ich, dass die aktuelle Station in meinem Lebenslauf nicht doppelt angezeigt wird. Zack, umprogrammiert.
Am Ende bekommt man von Claude da einfach eine HTML-Datei, die ist super klein, aber kann halt alles. Also CSS ist mittlerweile so mächtig, da lief ja neulich sogar Doom drin. Damit lassen sich halt so viele Dinge machen.
Ja, und diese Datei lade ich dann zusammen mit den Bildern im Ordner einfach bei Cloudflare, TinyHost oder GitHub hoch und fertig ist meine gratis gehostete Webseite. Bei Cloudflare kann ich das noch ziemlich einfach mit meinen Domains verbinden, die ich da eh schon registriert habe. Und wenn ich was aktualisieren möchte, gebe ich Claude Code einfach nochmal die HTML-Datei, sag ihm meine Wünsche und lade die aktualisierte Datei hoch. Klar, für Blogs ist das nicht geeignet, aber für so Visitenkarten oder Portfolioseiten eine super schnelle und einfache Lösung.
Noch eine Stufe kleiner geht es mit Micro-Blogging-Tools. Also write.as kennt ihr vielleicht, da könnt ihr super simpel einen kleinen Blog führen. Früher ging das mal kostenlos, mittlerweile braucht man da aber ein Abo für 9 Dollar im Monat. Aber die dahinterliegende Software WriteFreely könnt ihr selbst hosten. Dann habt ihr diesen super cleanen Look auf eurem eigenen Server. Für eine kleine Installation braucht ihr nur einen kleinen Webserver mit 1 GB RAM und 1 vCPU. Die Software ist komplett Open Source und in Go geschrieben, also keine PHP-Abhängigkeit, und bei kleinen Instanzen reicht die integrierte SQLite-Datenbank auch völlig aus. Das Ganze zieht ihr euch bei GitHub und ladet es auf euren Server. Nachdem ihr das dann installiert habt, sieht das so aus und ist eigentlich relativ selbsterklärend. Und das Beste: WriteFreely unterstützt das Fediverse. Also ihr könnt euren kleinen Blog da über ActivityPub mit anderen teilen, die Mastodon oder so verwenden.
Mein Fazit: WordPress hat nach wie vor seine Daseinsberechtigung, gar keine Frage, aber man muss es schon brauchen, damit es Sinn macht. Also ich würde sagen, für die meisten, die nur eine kleine Portfolioseite haben wollen, gibt es Alternativen. Ghost hat richtig Power, Hugo ist super schnell und wenn man es einmal raus hat, kann man da mit Markdown einen kleinen Blog führen und zum Beispiel seine Obsidian-Datenbank mit verknüpfen. Und ja, mein persönlicher Favorit ist Vibecoden. Klar, es macht da schon Sinn, wenn man grundsätzlich versteht, wie Webdesign, HTML, CSS und so funktioniert, aber man kriegt da in kurzer Zeit echt gute Ergebnisse und vor allem kann man die immer nachkorrigieren und quasi endlos Feedback-Schleifen machen.
Ja, wie ist das bei euch? Worauf läuft eure Webseite? Seid ihr noch Team WordPress oder habt ihr vielleicht was ganz anderes in Benutzung? Schreibt’s gerne mal in die Kommentare, würde mich voll interessieren. Und natürlich gerne den Kanal abonnieren. Newsletter und Podcast haben wir auch. Tschüss.
c’t 3003 ist der YouTube-Channel von c’t. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.
(rum)
Künstliche Intelligenz
Überblick über die Architekturen von Web-Apps
Anno 1989, zur Geburtsstunde des World Wide Web, war die Welt noch übersichtlich: Ein Browser stellt eine HTTP-Anfrage, ein Server liefert ein statisches Dokument. Dieses schlichte Request-Response-Modell hat die Webentwicklung über Jahrzehnte geprägt – und kommt auch heute noch zum Einsatz.
Frontend-Entwickler haben über die Jahre viele neue Konzepte darauf aufgesetzt, um Webanwendungen immer individueller, dynamischer und schicker zu machen. Jede Generation von Entwicklern erbte die Entscheidungen der vorherigen, auch die fragwürdigen. So wurde zum Beispiel ausgerechnet die in zehn Tagen zusammengehackte Programmiersprache JavaScript zu einem Kernelement des gesamten Web-Stacks.
- Jede Web-App existiert gleichzeitig auf dem Server und im Browser – die jeweils grundlegend verschiedene Möglichkeiten bieten.
- Von der statischen HTML-Seite bis zu modernem Server-Side Rendering hat die Entwicklergemeinde verschiedene Architekturen hervorgebracht, um dieses Problem in den Griff zu bekommen.
- In vielen Anwendungsfällen fährt man mit althergebrachter Technik einfacher, wartbarer und ökonomischer als mit modernen Full-Stack-Frameworks.
Wer heute eine neue Webanwendung konzipiert, solle die Vorteile und die Probleme kennen, die die entstandenen Bauformen mit sich bringen. Denn keine der Architekturen wurde von den ihr nachfolgenden komplett verdrängt oder vollständig ersetzt, im Gegenteil: Entwicklern steht heute das gesamte Repertoire an Architekturen aus knapp 40 Jahren Web-Geschichte zur Auswahl.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Überblick über die Architekturen von Web-Apps“.
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