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TRYX Turris 620 CPU-Kühler mit Display im Test
Newcomer TRYX hat zuletzt mit All-in-One-Wasserkühlern mit großen, teils gebogenen LC-Displays für Aufmerksamkeit gesorgt. Es folgte der Gehäuse-Markt, jetzt stehen CPU-Luftkühler an. Auch der TRYX Turris 620 bietet ein Display für die Individualisierung und wirbt mit einer Kühlleistung auf NH-D15-Niveau. Die Premiere im Test.
Der TRYX Turris 620 im Überblick
Der TRYX Turris 620 ist ein Dual-Tower-Kühler mit vernickelter Kupferbodenplatte und sechs 6-mm-Heatpipes, dessen zwei 120-mm-Lüfter in auf den Kühler abgestimmten Rahmen mit Schienensystem stecken. Damit lässt sich der Lüfter über den RAM-Slots auf Wunsch um 10 mm anheben und der mittlere Lüfter für die Montage des Kühlers einfach entfernen.
Auf dem Kühler sitzt ein magnetisch befestigter Deckel mit Spiegel und 5-Zoll-IPS-Display, das beliebige Bilder und bis zu 500 MB große Videos einzeln, in zufälliger Reihenfolge oder in Schleife abspielen kann.
Das Display ist das Aushängeschild
Die Kombination von Kühler und Display gehört zum Markenkern von TRYX und soll Kunden, vorrangig Gamer, dazu befähigen, ihre Einzigartigkeit auch über die Individualisierung am Gaming-PC Ausdruck zu verleihen. Wer kein Display auf dem Kühler haben mag, ist hier definitiv raus.
TRYX’s mission is to empower individuals and allow gamers to define their uniqueness. „Empower Your Possibilities“ is the value we aspire to offer our users through our products.
TRYX ist dabei bei Weitem nicht der erste Hersteller, der einen Luftkühler mit einem Display ausstattet. Der Preisvergleich kennt zahlreiche „Alternativen“. Spielt allerdings auch die Größe des Displays eine Rolle, bleibt nur der Thermalright Peerless Assassin 120 Vision MAX übrig, den es schon ab unter 60 Euro gibt. Sein Display ist ebenfalls fünf Zoll groß, nutzt aber nicht das 16:9-Format (480 × 854 Pixel) und kann nicht mit beliebigem Material bespielt werden. Das ist das Alleinstellungsmerkmal des TRYX Turris 620.
Auch kühlen soll der Kühler gut
Der Turris 620 soll aber nicht nur gut aussehen und sich an verschiedene Vorlieben anpassen lassen, er soll auch extrem leise sein und eine Kühlleistung zwischen Noctua NH-D15 G1 und NH-D15 G2 aufweisen.
Der UVP spiegelt diesen Anspruch wider: 139,90 Euro verlangt TRYX sowohl in schwarzer als auch in weißer Variante, was Mitte März 2026 dem Marktpreis des NH-D15 G2 entspricht. TRYX gewährt auf den Kühler selbst sechs Jahre Garantie und auf das Display drei Jahre.
Weitere Details zum TRYX Turris 620 halten die News zur Ankündigung und die nachfolgenden technischen Eckdaten bereit:
- Turris 620: Tryx‘ erster CPU-Luftkühler hat zwei Türme und ein 5″-Display
Technische Daten
Testergebnisse
Testsystem und Testmethodik
Getestet hat ComputerBase den Turris 620 wie zuletzt auch die Luftkühler be quiet! Pure Rock Pro 3, Arctic Freezer 36 A-RGB Black, Noctua NH-D15 G2 und Noctua NH-D15S (Test) auf einem Core i9-13900K im Sockel LGA 1700.
Der Testparcours beinhaltet Messungen bei 150 und 253 Watt TDP unter konstanter Last in einem vollautomatisierten (!) Verfahren über den gesamten Drehzahl- und Lautstärke-Bereich eines Kühlers von 31 dB (an der Grenze zu unhörbar) bis zur maximalen Lautstärke in 1-dB-Schritten.
Dazu wird im ersten Schritt ermittelt, bei welcher Drehzahl die Kühler welche Lautstärke erreichen. Gemessen wird aus 15 cm Abstand im 45-Grad-Winkel zur Kühleroberfläche („von schräg oben“).
Im Anschluss wird die Lüfterdrehzahl auf beiden TDP-Profilen alle 10 Minuten von 31 dB ausgehend bis zum Maximum erhöht und dabei die Telemetrie mitgeschnitten. Das Ergebnis wird im Anschluss als Delta zur ebenfalls kontinuierlich ermittelten Raumtemperatur abgebildet. Als Wärmeleitpaste kommt bei jedem Kühler die gleiche Menge Thermal Grizzly Kryonaut zum Einsatz.
Installation und Konfiguration
Der Turris 620 kann auf AMD Sockel AM4 und AM5 sowie auf Intel Sockel LGA 1700 und LGA 1851 (in Zukunft auf Sockel LGA 1954) installiert werden. Auf AMD-Plattformen nutzt er das Retention-Modul des Sockels, auf Intel-Sockeln ohne Standard-Mounting-Kit wird eine eigene Halterung mit Backplate installiert.
Wie das gelingt, geht aus dem auch in Papierform beiliegenden Handbuch eindeutig hervor. Etwas fummelig kann das Verschrauben der vier Buchsen unter den Bügeln auf der Backplate sein, weil sie keine Fassung für Schraubendreher haben – die Muttern zum Befestigen der Bügel auf diesen Buchsen hingegen schon. Ein Schraubendreher liegt bei.
Der Kühler selbst wird, nachdem der magnetisch befestigte Display-Spiegel-Deckel und der zentrale Lüfter über sein Schienensystem entfernt wurden, auf diese Halterung geschraubt.
Dabei kann über die Kühler-Halterung der Offset zum Retention-Modul eingestellt werden, je nachdem, welcher Sockel verwendet wird. Ab Werk ist LGA 1700/AM4 konfiguriert, für LGA 1851 wird auf „U“ (Core Ultra) und für Sockel AM5 auf „A“ (AMD) umgestellt.
- Standard: Intel LGA 1700 / AMD AM4
- U: Intel LGA 1851
- A: AMD AM5
Warum der Display-Deckel nicht den ganzen Kühler überspannt, wird klar, sobald der Kühler beziehungsweise der Lüfter mit zu hohen RAM-Modulen ins Gehege kommt: Dann kann der äußere Lüfter über sein Schienensystem um 10 mm angehoben werden (55 mm statt 45 mm Platz für RAM). Für den zentralen Lüfter gilt das logischerweise nicht, was dem so angepassten Kühler eine sehr asymmetrische Statur verleiht.
Zum Abschluss werden beide Lüfter separat oder über die beiliegende Kabelpeitsche mit einem 4-Pin-PWM-Anschluss und das Display mit einem internen USB-Anschluss verbunden. Auch an der Peitsche laufen die Lüfter mit einem 50-U/min-Offset um Vibrationen infolge von Resonanzen zu verhindern.
Das Display und die Software
Das 5-Zoll-IPS-Display (1.280 × 720, 500 Nits, 60 Hz, hohe Blickwinkel) ist das Herzstück des Kühlers. Wie die AiO-Kühler der Panorama- und der Stage-Serie werden auch der Turris 620 und damit dessen Display über TRYX‘ Kanali Software konfiguriert und mit Firmware-Updates versorgt.
Neben vordefinierten, auf Wunsch zufällig oder in Schleife laufenden Videos können Nutzer auch eigene Bilder und Videos auf dem Display ablegen. Unterstützt werden Dateien mit bis zu 500 MB Größe in den Formaten:
Videos, die der App hinzugefügt wurden, können in der App selbst noch zugeschnitten werden (Crop). Das funktionierte einwandfrei. Es gibt auch eine Funktion, um direkt aus der App Videos auf dem Desktop an frei definierbarer Stelle aufzunehmen. An anderer Stelle hakt es in der aktuellen Software-Version 2.1.0 allerdings noch.
So wurde ein fehlerfreies Video (H.265, MP4, < 500 MB) nach dem Zuschnitt in der App sowohl in der App als auch auf dem Kühler falsch dargestellt – der Encoding-Prozess lief reproduzierbar fehlerhaft ab. Andere Videos funktionierten hingegen einwandfrei.
Ein weiteres Problem auf dem Testsystem betraf die Möglichkeit, bis zu drei Telemetriedaten über dem Video am rechten Rand, zentral oder am linken Rand einblenden zu lassen. Zwar ließen sich die drei gewünschten Kennzahlen auswählen, mehr als eine „0“ gab es aber nicht zu sehen. Das Problem soll in Spracheinstellung beziehungsweise dem dazu passenden Zahlenformat in Windows liegen, hier gilt es offensichtlich noch einmal an der Lokalisierung der App zu arbeiten.
Alles in allem liefert die App das, was sie verspricht, und mit der Möglichkeit zur Individualisierung inklusive Bildschirmaufnahme und Zuschnitt von Videos potenziell einen echten Mehrwert, aktuell hakt es aber noch. Aber wie sieht es jetzt mit der Kühlleistung aus?
Lautstärke über PWM/Drehzahl
Der Turris dreht laut Datenblatt mit maximal 1.850 U/min, im Test erzielt wurden bei 100 Prozent PWM allerdings nur 1.700 U/min. Für 120-mm-Lüfter ist das vergleichsweise niedrig. Die Anlaufdrehzahl liegt bei circa 340 U/min (19 % PWM und niedriger). 31 dB(A) liegen bei 850 U/min (50 % PWM) an.
Drehzahl über PWM (31 bis max. dB(A))
In der Disziplin Lautstärke über PWM (und damit Drehzahl) liegt der Turris 620 mit den beiden anderen 120-mm-Lüftern im Testfeld, be quiet! Pure Rock Pro 3 und Arctic Freezer 36 A-RGB, ab circa 70 Prozent PWM quasi gleich auf. Maximal werden 48 dB(A) erreicht, was weniger als beim NH-D15 G2 ist, der bei 100 Prozent PWM auf 54 dB(A) kommt. Aber das lässt die Kühlleistung außen vor.
Lautstärke über PWM (31 bis max. dB(A))
Kühlleistung bei 150 Watt TDP
Laut TRYX wurde der Turris für aktuelle Sockel von AMD (AM5) und Intel (LGA 1851) optimiert, getestet wurde er allerdings auf LGA 1700 – und mit der dafür passenden Offset-Einstellung (LGA1700/AM4) wird der Turris auch geliefert.
Den 150-Watt-Testlauf erledigt der Turris auch bei 50 % PWM (850 U/min, 31 dB(A)) weit unterhalb der kritischen Temperatur des Core i9-13900K (Achtung, im Diagramm findet sich die Temperatur-Differenz zwischen CPU-Temperatur und Umgebungstemperatur).
Der Kühler liegt dabei lautstärkenormiert mit dem NH-D15S mit einem Lüfter und dem be quiet! Pure Rock Pro 3 in etwa gleich auf, Noctua NH-D15G2 und Arctic Freezer 36 A-RGB liegen in Front.
Kühlleistung über Lautstärke (ΔT, 150 Watt TDP)
150 Watt TDP lassen sich mit dem TRYX Turris 620 also leise bis flüsterleise problemlos kühlen. Zur thermischen Drosselung kommt es im (offenen) Testaufbau auch bei gemessenen 31 dB(A) nicht.
Kühlleistung 253 Watt TDP
Wird die TDP auf 253 Watt erhöht, wird der Abstand zum NH-D15 G2 größer, der Turris 620 schwimmt dahinter im Feld der restlichen Testteilnehmer. Absetzen kann er sich auch von den kleineren Modellen in der Konkurrenz nicht.
Bei 31 bis 35 dB(A) reicht die Kühlleistung nicht, um die CPU vom thermischen Drosseln zu bewahren, das ist bei NH-D15S und Arctic Freezer 36 A-RGB aber ebenfalls der Fall. Der be quiet! Pure Rock 3 Pro benötigt sogar noch 1 dB(A) mehr Lautstärke um die CPU vom Heruntertakten abzuhalten.
Kühlleistung über Lautstärke (ΔT, 253 Watt TDP)
Der NH-D15 G2 zeigt in diesem Testlauf seine Stärke. Kommt es darauf an, kühlt er deutlich besser als der Turris 620.
So hört sich der Kühler an
Zur Einordnung von Kühlleistung und Lautstärke fehlt allerdings noch die Charakteristik der Geräuschemissionen. Die nachfolgende Aufnahme zeigt den Verlauf über folgende Betriebsmodi:
- 00:00 – 00:10: < 30 dB(A), min. U/min
- 00:10 – 00:20: 31 dB(A)
- 00:20 – 00:30: 35 dB(A)
- 00:30 – 00:40: 40 dB(A)
- 00:40 – 00:50: 45 dB(A)
- 00:50 – 00:60: 48 dB(A), max. U/min
Der Turris 620 zeichnet sich durch eine hohe Laufruhe aus: Bei einer festgelegten Drehzahl bleibt die Geräuschcharakteristik unverändert. Ein von anderen Kühlern bekanntes „Pumpen“ gibt es nicht.
Dabei stechen beim Turris 620 früh die Motoren der Lüfter aus dem Betriebsgeräusch heraus, während das Luftrauschen weniger stark ausgeprägt ist.
Fazit
Benötigt ein CPU-Kühler um die Funktion „Kühlen“ zu erfüllen ein konfigurierbares 5-Zoll-IPS-Display auf dem Deckel? Nein, natürlich nicht. Doch wer seinen PC auch über ein Display beziehungsweise dessen Inhalt auf dem CPU-Kühler individualisieren will, der findet im Turris jetzt ein weiteres, umfassend anpassbares Angebot. Wer hingegen kein Display will, ist hier fehl am Platz – so wie viele Nutzer, die kein Braun mögen, bei den braunen Produkten des großen Konkurrenten.
Dessen NH-D15 G2 stellt in Sachen Kühlleistung definitiv die stärkere Alternative dar. Turris liegt zwar nicht falsch, wenn der Abstand zum G2 mit „nur ca. 3 °C“ beziffert wird (im Test der Redaktion sind es eher 4 °C). Aber genau genommen sind das Welten in diesem Segment. Es gibt am Markt unzählige Kühler, die gleich gut kühlen und ein Bruchteil kosten – wie zum Beispiel der ebenfalls im Test enthaltene Arctic Freezer 36 A-RGB (ab 33 Euro).
Auch der Turris 620 kühlt unterm Strich ausreichend gut, der Geräuschpegel ist der Kühlleistung angemessen und die Charakteristik mit Fokus auf die Lüfter-Motoren, aber sehr gleichmäßigem Lauf angenehm. Kühlleistung ist dennoch nicht das Argument für den Turris 620. Es ist in Zeiten, in denen X3D-Gaming-Prozessoren keine 100 Watt im CPU-Limit verbrauchen, aber vielleicht auch nicht mehr so relevant. Viel eher soll der Turris 620 die Luft-Kühler-Alternative zu den ganzen Display-Deckel-AIOs sein.
Gerade deshalb gilt es für TRYX die aktuell noch vorhandenen Probleme mit der Software (2.1.0) schnellstmöglich aus der Welt zu räumen. Das Display ist nicht nur Kern der Marke, sondern auch das entscheidende Merkmal des Turris 620, über dessen Einzigartigkeit der hohe Preis von 139,90 Euro gerechtfertigt werden muss. Wer mit Premium wirbt und Premium verlangt, muss auch Premium liefern.
Nutzen kann man den Turris 620 jetzt schon, aber Telemetriedaten eventuell erst nach Umstellungen des Zahlenformats in Windows ausgeben zu können, was an anderer Stelle im Alltag zu großen Problemen führt, darf nicht sein. Auch das In-App-Encoding muss sich TRYX noch einmal ansehen, damit ein Video, das die App akzeptiert, nach dem In-App-Zuschnitt im In-App-Encoding nicht zerlegt wird.
Ob das Gesamtpaket auf dieser Basis knapp 140 Euro wert ist, liegt dann immer noch – und dieses Mal im wahrsten Sinne des Wortes – im Auge des Betrachters. Aktuell ist der TRYX Turris 620 exklusiv bei Caseking verfügbar:
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- Kühlleistung/Lautstärke ausgewogen
- Verarbeitungsqualität
- Display (Auflösung, Helligkeit, Blickwinkel)
- Lieferumfang und Anleitung
- 6 Jahre Garantie (3 Jahre Display)
- Kanali-Software noch nicht fehlerfrei
- Keine Web-App
- Lüfter proprietär, kein Ersatz außerhalb Garantie
(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.
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Rechenzentren in Deutschland: Ausgebremst durch Strommangel, Energiepreise und komplexe Regulierung
Mehr KI, mehr Rechenzentren – die Formel ist einfach. Obwohl der Ausbau sich in Deutschland beschleunigt, reicht es nicht, um die Nachfrage zu decken. Stromknappheit und hohe Preise sowie die komplexe und teils widersprüchliche Regulierung sind zentrale Hürden.
Die Probleme schildert Alexander Rabe, Geschäftsführer des Internetwirtschaftsverbands Eco, auf der Glasfasermesse Fiberdays 26, die der Breko derzeit in Frankfurt am Main veranstaltet. Rechenzentren sind einer der Themenschwerpunkte auf der Messe.
In Frankfurt wird es eng
Selbst wenn man in Europa nicht der Gigantomanie amerikanischer Big-Tech-Konzerne folgt, sind die Ausbaupläne ambitioniert. Allein die IT-Leistung der Colocation-Rechenzentren soll laut Angaben der German Datacenter Association (GDA) bis zum Jahr 2030 von 2,4 GW auf 4,6 GW steigen. Investitionen sollen dafür bei 49 Milliarden US-Dollar liegen.
Speziell in Frankfurt, dem größten Rechenzentrumsstandort in Europa, wird es aber allmählich eng. „Aktuell ist davon auszugehen, dass insbesondere große, leistungsstarke Neuanschlüsse erst ab Mitte der 2030er Jahre erneut bereitgestellt werden können“, erklärte der lokale Energieversorger Mainova laut einem Bericht der Frankfurter Rundschau vor rund einer Woche. Eine Entwicklung, die die Pläne der Branche ausbremst.
Die Nachfrage entwickelt sich dreimal schneller als das Angebot
„Wir haben eine massive Ausbaulücke“, sagt Eco-Geschäftsführer Rabe bei dem Vortrag auf den Fiberdays. Die Ausbaupläne bis 2030 reichen derzeit nicht aus, um Kapazitäten zu decken. Vor allem mit Blick auf die lokale IT-Wirtschaft beschreibt Rabe die Rechenzentren aber als zentrale Infrastruktur für den digitalen Wandel. „Ohne Rechenzentren gibt es keine Künstliche Intelligenz“ – zumindest keine, die von deutschen Anbietern betrieben wird. Sowohl amerikanische als auch chinesische Anbieter präsentieren sich gerne als Alternative, passen aber nur bedingt zu einer Strategie, die auf mehr digitale Souveränität setzen will.
Konkret nennt Rabe vier Punkte, an denen man in Deutschland und der EU ansetzen müsse:
- Regeln für Datenverarbeitung: Der regulatorische Rahmen müsse so gestaltet sein, dass Unternehmen KI-Anwendungen nutzen und entwickeln können.
- Physische Rechenzentren-Kapazitäten erhöhen
- Glasfaser-Anbindungen mit niedrigen Latenzen müssen ausgebaut werden.
- Mehr Energie wird benötigt und die Strompreise müssen sinken.
Energie „ist der Treiber unserer Branche“, so Rabe. Strom macht daher aber auch einen Großteil der Kosten aus. Laut den Zahlen der German Datacenter Association machen Stromkosten rund 50 Prozent der Betriebskosten bei Rechenzentren aus.
Nun ist in Deutschland der Strom nicht nur teuer, sondern auch Mangelware, wie die Einschätzung der Mainova zeigt. Laut Eco sei es daher wichtig, dass Rechenzentren ebenfalls eine Strompreisreduzierung erhalten. Zufrieden ist man daher mit der Rechenzentrum-Strategie, die die Bundesregierung am 18. März vorgestellt hat. Diese sieht unter anderem vor, dass die Betreiber bezahlbare und erneuerbare Energie erhalten. Erleichtert werden soll auch die Standortsuche.
Der Haken an solchen Strategien: Papier ist geduldig. Wie Rabe skizziert, nützt es nichts, das ideale Konzept in der Schublade zu haben. Entscheidend sei vielmehr, was regulatorisch umgesetzt werde. „Wir messen den Erfolg dieser Strategie nicht an Ankündigungen, sondern an dem, was in zwölf Monaten im Bundesgesetzblatt steht“, sagte auch der stellvertretende GDA-Vorsitzende Peter Pohlschröder bei der Vorstellung der Strategie.
Komplexe Regulierung erschwert Standortsuche
Für die Branche relevant sind daher die Reformen beim Energieeffizienzgesetz oder der Digital Network Act (DNA) auf EU-Ebene. Die Gesetze müssten laut Rabe so gestaltet sein, dass sich die Komplexität in der Praxis nicht erhöht.
Schon jetzt sind Vorgaben teilweise widersprüchlich. So müssen Rechenzentren mit erneuerbaren Energien betrieben werden – derzeit sind es 50 Prozent, ab 2027 muss die Ökostrom-Quote bei 100 Prozent liegen. Vorgaben gibt es auch bei der Nutzung der Abwärme. Rechenzentren, die ab dem 1. Juli 2026 ans Netz gehen, müssen 10 Prozent der Abwärme wiederverwenden. Im Juli 2027 steigt der Anteil auf 15 Prozent, 2028 dann auf 20 Prozent. Ebenso benötigen Rechenzentren noch ausreichend Flächen.
In einer Stadt wie Frankfurt am Main, die aufgrund des Internetknotens DE-CIX der größte Rechenzentrenstandort ist, sind jedoch sowohl Flächen als auch Strom äußerst begrenzt. Denkbar wäre also, auf Standorte wie Brandenburg auszuweichen, wo es ausreichend Energie gibt. Der Haken an solchen Orten ist aber: Man wird die Abwärme nicht los.
Konsequenz aus den Hürden ist, dass der Ausbau länger dauert. Rechenzentren benötigen in Deutschland im Schnitt zwischen sieben und zehn Jahren, bis sie in Betrieb gehen. In Großbritannien geht es schneller, dort hat der Ausbau aber auch öffentliches Interesse. An die 1 bis 3 Jahre, die es teils nur in den USA dauert, kommt man in Europa aber nicht heran.
Um die Akzeptanz vor Ort werben
Rechenzentren haben aber auch weitere Herausforderungen. Lokal sind entsprechende Ausbauvorhaben in vielen Fällen äußerst unbeliebt. Das kann laut Rabe dann dazu führen, dass Milliarden-Projekte an Stadtrat-Abstimmungen scheitern können. In der Stadt Maintal, zwölf Kilometer östlich von Frankfurt, wird derzeit um den Bau von zwei Rechenzentren gestritten. Weil der Betreiber Edgeconnex ein Gaskraftwerk für den Betrieb bauen will, steht das Vorhaben auf der Kippe, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Edgeconnex erklärt zwar, Umweltbelastungen wären wesentlich geringer als befürchtet. Kritiker beruhigen kann man bislang aber nicht.
Wie Eco-Präsident Rabe auf den Fiberdays erklärt, müsse die Branche generell besser aufklären, was ein Rechenzentrum vor Ort bedeutet. Ängste, die etwa Umweltverschmutzung oder den Wasserverbrauch betreffen, müssten Betreiber direkt adressieren. Zusätzlich schlägt Rabe mehr finanzielle Anreize vor, um Kommunen zu überzeugen. Denkbar hält er etwa einen neuen Schlüssel bei der Verteilung der Gewerbesteuereinnahmen, sodass Kommunen mehr Geld erhalten, wenn Unternehmen sich in einem Ort ansiedeln.
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T-Create Classic H514: PCIe-5.0-SSD mit hoher Leistung und Kühleroption

Für Kreativschaffende, die auch durch den Einsatz von generativer KI höhere Anforderungen an die SSD-Leistung stellen, hat Team Group eine neue Serie vorgestellt. Die T-Create Classic H514 nutzt den schnellen SM2508-Controller mit PCIe 5.0 für hohen Durchsatz und geringe Latenzen. Optional gibt es einen Kühlkörper.
Das ist die T-Create Classic H514
Laut Team Group wurde die T-Create Classic H514 entwickelt, „um dem steigenden Bedarf an leistungsstarker Datenspeicherung im Zeitalter der generativen KI gerecht zu werden“. Auch wenn der Hersteller den „fortschrittlichen 6-nm-Controller“ nicht beim Namen nennt, verraten Abbildungen, dass es sich um ein Modell von Silicon Motion handelt. Angesichts der Leistungswerte von bis zu 14.200 MB/s lesend und 13.300 MB/s schreibend, sowie der Adressierung von Endkunden kann es sich nur um den SM2508 handeln. Dieser bildet gemeinsam mit dem Phison E28 die derzeit schnellste SSD-Plattform mit PCIe 5.0 im Client-Segment.
Team Group nennt niedrige Latenzen von 0,05 ms beim Lesen und 0,015 ms beim Schreiben. Die drei Modelle der Serie sollen folgende sequenzielle Transferraten erreichen, die der Hersteller mit dem CrystalDiskMark ermittelt hat:
- 1 TB: Bis zu 14.000 MB/s lesend; bis zu 11.000 MB/s schreibend
- 2 TB: Bis zu 14.200 MB/s lesend; bis zu 13.300 MB/s schreibend
- 4 TB: Bis zu 14.200 MB/s lesend; bis zu 13.300 MB/s schreibend
Zum NAND-Flash werden keine konkreten Angaben gemacht, es sollte sich aber um 3D-TLC-NAND der jüngeren Generation handeln, um diese Leistung zu erreichen. Die Total Bytes Written liegen mit 600 TB, 1.200 TB und 2.400 TB auf dem üblichen Niveau von SSDs mit TLC-Speicher.
Optional mit Aluminium-Kühler
Wie bei so vielen SSD-Serien von Team Group wird die T-Create Classic H514 in der Standardausführung mit einem dünnen Graphen-Pad im Typenaufkleber angeboten. Dieses begünstigt die Wärmeabfuhr, besitzt aber nur ein geringes Kühlpotenzial.
Eine bessere Kühlung ist mit dem optionalen Kühlkörper aus Aluminium zu erwarten. Dieser sieht zudem schick aus und lehnt sich an das Design anderer Produkte der T-Create-Serie an. Mit dem Kühler steigt die Bauhöhe der SSD von 3,7 mm auf 11,7 mm an.
Preise und Verfügbarkeit
Team Group hat noch keine Angaben zu Preisen und Verfügbarkeit gemacht.
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SwitchBot revolutioniert das Smart Home mit diesem Gadget
Sci-Fi wird jetzt Realität: Der SwitchBot KI Hub könnte den Smart-Home-Markt aufrütteln. Das neue Gadget ermöglicht nämlich dank OpenClaw-Unterstützung eine ganzheitliche Lösung für Euer intelligentes Zuhause – und das zu einem richtig spannenden Preis.
KI-basierte Lösungen für das Smart Home gibt es zahlreich. Allerdings unterliegen diese häufig einigen Restriktionen oder sind so umständlich einzurichten, dass Ihr besser einen Informatik-Abschluss an einer Hochschule Eurer Wahl vorweisen solltet. Das Ganze soll sich mit dem SwitchBot KI Hub ändern. Dank nahtloser OpenClaw-Unterstützung kann das Gerät nicht nur unzählige Automatisierungen vornehmen, sondern bietet auch Zugang zu Edge-AI-Computing und Vision-Language-Modellen. Warum OpenClaw eine wichtige Neuerung darstellt und was Euch der ganze Spaß kosten soll, erfahrt Ihr in diesem Artikel.
SwitchBot und OpenClaw: Die perfekte Symbiose?
Falls Euch OpenClaw (noch) nichts sagt, ändern wir das jetzt: Hierbei handelt es sich um ein Open-Source-Framework für autonome KI-Agenten. Der SwitchBot KI Hub unterstützt also eine offene Softwareplattform, die nicht nur frei zugänglich ist, sondern stetig von zahlreichen Entwicklern verbessert wird. Die Symbiose der beiden bedeutet, dass Ihr ein flexibles Framework in Verbindung mit einem KI Hub erhaltet, der Euer Smart Home steuert.

In der Praxis könnt Ihr somit auf verschiedene Large-Language-Modelle zugreifen, welche direkt über beliebte Chat-Apps, wie etwa WhatsApp, bedient werden können. Schreibt Ihr beispielsweise, dass Ihr jetzt einen Film schauen möchtet, werden die Vorhänge zugezogen, das Licht gedimmt und gleichzeitig der Fernseher angeschaltet – alles mit einer einzigen Automatisierung. Als Schaltzentrale ermöglicht das Gadget zusätzlich die Anbindung zahlreicher smarter Geräte. So habt Ihr etwa die Möglichkeit, Eure SwitchBot-Videotürklingel zu verbinden, wodurch Personen direkt erkannt werden. Daraufhin erhaltet Ihr eine Chat-Nachricht und könnt dann entscheiden, ob Ihr die Tür öffnen möchtet. Das lokale NVR-System unterstützt bis zu acht Kameras, eine geräteinterne Gesichtserkennung, kostenlose lokale Videoaufzeichnung auf bis zu 16 TB und eine hausweite Überwachung.

Die Möglichkeiten des KI Hub sind enorm und dank Matter-Kompatibilität auch mit externen Geräten kombinierbar. Mit der dialogbasierten Steuerung könnt Ihr das Gadget zudem ohne besondere Befehle bedienen: Ihr möchtet zocken? Dann schreibt es im Chat und das Gerät versteht, welche Automatisierung jetzt greifen sollte. Da es sich zudem um eine lernfähige KI handelt, kann das Gerät auch proaktiv unterstützen, bisherige Verhaltensmuster analysieren und somit Vorschläge ableiten.
Kosten und Verfügbarkeit des SwitchBot KI Hubs
Was klingt, wie aus einem Sci-Fi-Film, wird dank dem SwitchBot KI Hub jetzt zur Realität. Das Gerät ist bereits seit einigen Wochen erhältlich, konnte zum Release jedoch nicht auf alle Funktionen zugreifen. Das ändert sich nun: SwitchBot hat sowohl die OpenClaw-Integration als auch die Unterstützung von SwitchBot-Skills mittlerweile erfolgreich implementiert. Wer nun denkt, dass eine solche KI-Lösung gleich eine halbe Niere kostet, liegt völlig daneben. Der Hersteller ist bekannt für sein äußerst gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und beweist dies mit dem KI Hub erneut.
Nur 259,99 Euro verlangt der Hersteller für die ganzheitliche Smart-Home-Lösung. Erhältlich ist das Gerät im offiziellen SwitchBot-Shop und mit dem Code MKMK15 spart Ihr für kurze Zeit zusätzlich 15 Prozent, wodurch der Preis auf 221 Euro purzelt.
Könnt Ihr mit einem solchen Gerät etwas anfangen? Welche Automatisierung würdet Ihr Euch zuerst einrichten? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!
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Dieser Artikel ist Teil einer Kooperation mit SwitchBot.
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