Künstliche Intelligenz
Russland: Immer mehr Kritik an den Interneteinschränkungen, Aufruf zu Protesten
In Russland nimmt die Kritik an den zunehmenden Einschränkungen des Internets zu, jetzt hat sich auch der Industriellenverband bei Präsident Wladimir Putin über die zunehmenden staatlich verhängten Sperren beschwert. Das berichtet die dpa unter Berufung auf die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Derweil hat das russische Innenministerium vor der Teilnahme an ungenehmigten Demonstrationen gegen die Internetsperren gewarnt, zu denen in kryptischen Onlinevideos für das Wochenende aufgerufen worden sei. Die Proteste sollen demnach vor allem am Sonntag stattfinden, die Aufrufe würden teilweise mit Codewörtern über TikTok verbreitet. Wer daran teilnehme oder andere dazu aufrufe, müsse mit rechtlichen Konsequenzen rechnen, so die Warnung.
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Vorsichtige Kritik im Beisein Putins
„Die Einschränkungen des mobilen Internets macht der Wirtschaft wie den Bürgern das Leben schwer“, zitiert die dpa Alexander Schochin, den Chef des Industriellenverbands. Auf dessen Jahrestagung im Beisein Putins habe der versichert, dass man sich bewusst sei, dass die Interneteinschränkungen mit Fragen der Sicherheit zusammenhingen: „Doch wegen der hohen Verbreitung mobiler Technologien in unserem Alltag hoffen wir, dass eine systematische und ausgewogene Lösung gefunden wird, auch wenn wir wissen, dass dies keine leichte Aufgabe ist.“ Der Kremlchef ist demnach nicht auf die zurückhaltend formulierte Kritik eingegangen.
Hinter den indirekten Protestaufrufen steckt laut der Moscow Times eine Aktivistengruppe, die erfolglos versucht hat, Demonstrationen anzumelden. In den Clips ohne Quellenangabe werde jetzt etwa gebeten, beim Suchen nach einer Katze zu helfen – inklusive genauer Orts- und Zeitangabe. Auch der Oppositionspolitiker Boris Nadeschdin habe versucht, Proteste gegen die Restriktionen anzumelden. Die seien aber ebenfalls abgewiesen worden. Die ansonsten kremltreue Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ warnte laut der dpa zuletzt noch, dass Russland sich von der Entwicklung der Internet-Ökonomie abzukoppeln drohe: „Man darf nicht den Sicherheitskräften das exklusive Recht einräumen, die Arbeit in einer für die Zukunft Russlands entscheidenden Technologie zu verbieten.“
Russlands Behörden haben das Internet zuletzt immer wieder eingeschränkt, mobile Verbindungen werden häufig gedrosselt. Angeblich geschieht das aus Sicherheitsgründen, der Kreml hat aber schon seit Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine versucht, die Onlinekommunikation strikter zu kontrollieren. Digitale Dienste wie bargeldloses Bezahlen, Überweisungen, Taxiruf oder Bestellungen funktionieren mobil nicht oder nur sehr unzuverlässig. YouTube-Videos sind praktisch nicht mehr aufrufbar, Anrufe per WhatsApp oder Telegram nur noch per VPN möglich. Der Geheimdienst FSB hat zudem das Recht erhalten, das Internet nach eigenem Gutdünken in bestimmten Regionen auch vollständig abzuschalten. Wie groß der Unmut darüber ist, lässt sich aber höchstens vermuten.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Saugroboter Ecovacs X12 Omni Cyclone im Test: Flecken lösen mit Wassersprüher
Der Ecovacs X12 Omni Cyclone bringt eine neue Wassersprühfunktion und eine breitere Wischwalze mit. Im Test überzeugt das Gesamtpaket aber nur bedingt.
Mit dem X12 Omni Cyclone schickt Ecovacs die zweite Generation seines beutellosen Saug- und Wischroboters ins Rennen. Statt Staubbeutel sitzt an der Front der Station ein großer Schmutzbehälter, den man wie bei einem Handstaubsauger entleert. Das spart langfristig Geld, vermeidet Müll und schont die Umwelt.
Die spannendste Neuerung beim X12 ist die Focus-Jet-Wassersprühfunktion: Zwei Düsen an der Front sprühen Wasser auf erkannte Flecken, um diese vor dem Wischen einzuweichen. Hinzu kommen eine deutlich breitere Wischwalze mit 27 cm, eine überarbeitete Reinigungswanne und ein Akku, der in nur drei Minuten spürbar Energie nachlädt. Ecovacs ruft dafür 1300 Euro auf und positioniert den X12 damit klar im Premiumsegment, wo Dreame und Roborock starke Konkurrenz bieten. Ob die neuen Funktionen den hohen Preis rechtfertigen und wie sich der Roboter im Alltag schlägt, klärt unser Test.
Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Ecovacs X12 Omni Cyclone?
Optisch knüpft der X12 nahtlos an seinen Vorgänger X11 an. Der Roboter selbst kommt in mattem Schwarz, misst 353 mm im Durchmesser und ist 98 mm hoch. Die Verarbeitung ist tadellos, die Spaltmaße sind gleichmäßig. An der Front sitzen zwei Düsen für die neue Focus-Jet-Sprühfunktion, oben thront der Lidar-Turm zur Navigation.
Ecovacs X12 Omni Cyclone – Bilderstrecke
Die Station erinnert weiterhin an einen Kaffeevollautomaten und gehört zu den größeren Vertretern. Auffällig bleibt die seit dem X11 eingeführte, umgekehrte Anordnung der Wasserbehälter: Schmutzwasser rechts (2,7 l), Frischwasser links (3,5 l). Bei den meisten Konkurrenzmodellen und auch bei den Ecovacs-Modellen vor dem X11 ist es genau andersherum – links Schmutz, rechts Frischwasser. Warum Ecovacs vom etablierten Standard abgewichen ist, erschließt sich uns nicht. Vorher war alles in Ordnung, ein technischer Grund ist nicht ersichtlich. Wer wie wir regelmäßig verschiedene Modelle testet, greift hier intuitiv zum falschen Tank. Doch auch im normalen Haushalt dürften viele Nutzer beim Wechsel von einem anderen Hersteller stolpern. Aufgedruckte Piktogramme helfen, sind aber kein vollständiger Ersatz bei Änderung der Anordnungslogik.
Den Schmutzbehälter mit 1,6 l Volumen entnimmt man frontal und entleert ihn manuell. Die Reinigungswanne, in der die Wischwalze gesäubert wird, hat Ecovacs überarbeitet – erkennbar an der helleren Farbe. Innen sorgt ein Hochgeschwindigkeitspropeller mit bis zu 5000 U/min für die Selbstreinigung. Im Alltag funktioniert das gut, die Wanne bleibt sauber.
Einrichtung: Wie schnell ist der Ecovacs X12 Omni Cyclone betriebsbereit?
Die Einrichtung erfolgt über die Ecovacs-Home-App. Nach der Account-Erstellung scannt man den QR-Code unter dem Deckel auf der Roboter-Oberseite, verbindet das Gerät mit dem WLAN und wartet die Updates ab. Der Roboter akzeptiert reine 2,4-GHz-Netze sowie kombinierte 2,4-/5-GHz-Netze, mit reinem 5-GHz-WLAN funktioniert er nicht. Das ist 2026 schon schade. Insgesamt dauert die Ersteinrichtung mit Updates und anschließender Kartierung der Räumlichkeiten etwa 30 Minuten.
Die App ist Ecovacs-typisch übersichtlich, aber nicht immer ideal übersetzt und reagiert mitunter träge. Sie zählt trotzdem zu den Besseren am Markt. Die Hauptansicht zeigt den Roboter und ermöglicht den Zugriff auf alle Reinigungsmodi. Kartenverwaltung, Raumaufteilung, virtuelle Wände und No-Go-Zonen sind vorhanden. Die Wischwassermenge regelt man zwischen 0 und 50, die Saugkraft in vier Stufen (Leise, Standard, Hoch, Max). Auch ein Live-Videostream der eingebauten Kamera ist integriert.
Ecovacs X12 Omni Cyclone – App & Einrichtung
Eigenwillig ist der nach wie vor vorhandene Bedienfehler, dass man Kartenänderungen speichert, indem man über „Abbrechen“ statt „Bestätigen“. Das ist kontraintuitiv und längst überfällig zu beheben. Die Sprachansagen des Roboters sind sehr ausführlich, ein Button verkürzt sie auf das Wesentliche, alternativ lassen sie sich komplett deaktivieren. Der Sprachassistent Yiko hört auf „OK Yiko“ und Befehle wie „Reinige die Küche“. Amazon Alexa, Google Assistant und Matter sind ebenfalls an Bord.
Navigation: Wie gut erkennt der Ecovacs X12 Omni Cyclone Hindernisse?
Hier liegt eine der größten Schwächen. Trotz Lidar, Ultraschall und AIVI-3D-4.0-Kamera stößt der X12 häufig mit dem Frontschild gegen Stuhlbeine, weicht rückwärts gegen den nächsten Stuhl aus und schiebt diesen durch den Raum. Steckt er zwischen zwei Stuhlbeinen fest, gibt er Gas und schiebt sich frei – elegant ist anders. Auch die ausgefahrene Wischwalze rammt regelmäßig Möbelfüße, als kenne der Roboter seinen eigenen Wenderadius nicht.
Bei der Wegfindung wählt der X12 zudem ungewöhnlich umständliche Routen zur Station, fährt Bögen durch die Küche oder verirrt sich in angrenzende Räume. Schwellen bis 2,4 cm überwindet er problemlos, durchgehende Doppelstufen bis 4 cm ebenfalls. Auf Teppich kommt er meist sauber hinauf.
Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Ecovacs X12 Omni Cyclone?
Beim Saugen liefert der X12 solide, aber keine Spitzenwerte. Auf Hartboden nimmt er rund 90 % feiner und 85 % grober Partikel auf. Der etwas niedrigere Wert bei groben Partikeln kommt von der einarmigen Seitenbürste, die durch ihre Drehbewegung viele Krümel im Raum verteilt, statt sie aufzunehmen. Auf Teppich erwischt er gut zwei Drittel der feinen und etwa 70 % der groben Partikel. Das geht besser, aber auch schlechter. Die angegebene Saugkraft beträgt 22.000 Pa oder 0,22 bar bei einem Luftdurchsatz von 22 l/s.
Spannender ist die neue Focus-Jet-Wassersprühfunktion. Zwei Düsen an der Front sprühen Wasser auf erkannte Schmutzflecken, um diese vor dem Wischen einzuweichen. Die Idee zielt auf klebrige oder eingetrocknete Flecken. In der Praxis erkennt der Roboter unsere präparierten Stellen mit eingetrocknetem Mehl jedoch gar nicht erst. Über die App lässt sich die Funktion manuell für eine Zone starten – wichtig: Eine normale Zonenreinigung nutzt im Gegensatz zur Gesamt- oder Raumreinigung den Sprüher nie, dafür gibt es einen separaten Button mit eigenem Auswahlfeld, der aber nur eine einzige Zone akzeptiert.
Ecovacs X12 Omni Cyclone – Reinigung
Mit Standardspurbreite trifft der Sprüher die Stelle nur punktuell und weicht den Schmutz kaum ein. Engere Bahnen helfen, die anschließende Wischwalze entfernt aber nur sporadisch Schmutz, viel bleibt zurück. Auch nach vier Wiederholungen bleiben Reste. Bei Ketchup verteilt der Sprüher den Fleck zunächst sogar großflächig – am Ende klebt er an Rädern, Walze, Absaugung und Sensoren. Die Idee hat Potenzial, die Umsetzung enttäuscht. Eine Heißwasserfunktion im Sprüher würde die Funktion sicher noch aufwerten.
Die zweite große Neuerung ist die breitere Wischwalze: 27 cm beim X12 statt 19 cm beim X11. Das spart Bahnen und beschleunigt die Reinigung. Die Walze wird in der Station mit 75 °C heißem Wasser gewaschen und anschließend mit 63 °C warmer Heißluft getrocknet – wahlweise 2, 3 (Standard) oder 4 Stunden lang. Damit bleibt Ecovacs allerdings hinter der direkten Konkurrenz zurück: Dreame Aqua 10 Ultra Roller (Testbericht) und Roborock Saros 20 (Testbericht) waschen die Walze mit bis zu 100 °C heißem Wasser, was hartnäckige Verschmutzungen und Fett deutlich besser löst.
Beim eigentlichen Reinigen wirkt der Roboter wenig zielstrebig: Er dreht sich oft, bricht ohne erkennbaren Grund ab, fährt mitten durch den ausgebrachten Schmutz und macht an anderer Stelle weiter. Logisch nachvollziehbar ist das selten.
Eine Anti-Tangle-Bürste soll das Verheddern langer Haare verhindern, wobei sich im Test selbst Staubflocken nur schwer abwickeln. Der X12 nutzt hier wie seine Vorgänger eine Bürste, die auf einer Seite einen Spalt lässt. Wirklich hilfreich finden wir den häufig von Roborock gewählten Aufbau, wo dieser Spalt in der Mitte liegt und die Bürstenrolle in zwei kleine Bürsten unterteilt ist.
Der Schmutzwasserbehälter wird in der Station automatisch über einen Hochgeschwindigkeitspropeller mit bis zu 5000 U/min gereinigt, Sedimente fließen über einen senkrechten Ablauf ab. Auf Teppich hebt der Roboter die Walze um bis zu 15 mm an.
Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Ecovacs X12 Omni Cyclone?
Laut Hersteller hält der 4,0-Ah-Akku bis zu fünf Stunden. In unserem rund 60 m² großen Testbereich verbraucht der X12 etwa 80 % seiner Ladung und benötigt 94 Minuten – das ist viel und liegt mit an den umständlichen Wegen, die er wählt. Für Wohnungen über 100 m² ist eine Zwischenladung daher Pflicht. Hier zeigt sich eine Stärke: Der Akku lädt vergleichsweise zügig nach, laut Ecovacs sind bis zu 13 % in nur drei Minuten möglich. Eine vollständige Ladung dauert 145 Minuten.
Beim Geräuschpegel hat Ecovacs nachgebessert: Das reine Fahrgeräusch fällt leiser aus als beim X11, mit 64,4 dB(A) im Saugbetrieb gehört der X12 aber nicht zu den leisen Modellen. Dreame setzt hier mit kaum hörbaren Fahrmotoren den Maßstab – beim X12 klingt das Geräusch der Antriebe weiterhin nach Spielzeugauto. Das passt nicht zum Premiumanspruch.
Preis
Die UVP des Ecovacs X12 Omni Cyclone beträgt 1399 Euro, der aktuelle Straßenpreis liegt bei 1300 Euro.
Für diesen Kurs sind in unseren Augen erheblich bessere Alternativen erhältlich, etwa der Dreame Aqua10 Ultra Roller oder Roborock Saros 20. Beide bieten 100 °C Heißwasserwäsche und eine deutlich präzisere Navigation. Auch viele günstigere Modelle navigieren souveräner.
Fazit
Der Ecovacs X12 Omni Cyclone ist ein gemischtes Vergnügen. Die beutellose Station, die breite 27-cm-Wischwalze und die schnelle Akkunachladung sind echte Argumente. Auch die Saugleistung auf Hartboden ist gut, und die App bietet alle erwarteten Funktionen samt Matter-Anbindung.
Auf der anderen Seite stehen klare Schwächen: Der Roboter rempelt durch die schwache Navigation häufig gegen Möbel, wählt unlogische Wege und benötigt für unsere Standardrunde überdurchschnittlich lange. Die viel beworbene Focus-Jet-Sprühfunktion erkennt Flecken kaum und löst das Problem in der Praxis nicht – im Ketchup-Test verschlimmert sie es sogar. Bei den harten Datenblattwerten zieht die Konkurrenz vorbei: 100 °C Heißwasserwäsche und höhere Saugwerte gibt es bei Dreame, Roborock und sogar bei Mittelklasse-Modellen wie dem Mova P70 Pro Ultra für deutlich weniger Geld. Die 75 °C des X12 sind 2026 hingegen bis in die 500-Euro-Klasse Standard. Auch die Lautstärke der Fahrmotoren wirkt für ein Premiumgerät überholt.
Für 1300 Euro ist der X12 daher schwer zu empfehlen. Wer das gleiche Geld in einen Dreame Aqua10 Ultra Roller oder Roborock Saros 20 investiert, bekommt mehr Reinigungsleistung und eine deutlich bessere Navigation. Wer gezielt nach einem beutellosen Premiumroboter sucht, sollte zumindest auf deutliche Rabatte warten oder den Vorgänger kaufen. Erst deutlich unterhalb der 900-Euro-Marke wird der X12 attraktiver.
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Apple‑Chef Cook Teil von Trumps Wirtschaftsdelegation in China
Apple‑CEO Tim Cook ist wie erwartet Teil der hochrangigen Wirtschaftsdelegation, die US‑Präsident Donald Trump in dieser Woche nach China mitgenommen hat. Neben Cook gehören auch Elon Musk und Jensen Huang der Delegation an, sowie weitere US‑Topmanager aus Tech‑, Finanz‑ und Industriekonzernen.
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Trump und Cook sind in den vergangenen Jahren bereits mehrfach aufeinandergetroffen. Bei einem Treffen im Jahr 2019 während Trumps erster Amtszeit bezeichnete dieser den Apple‑Chef gar als „Tim Apple“ und griff den Namen jüngst noch einmal auf. Dem scheidenden Konzernchef dürfte das gefallen. Für Cook, der das Unternehmen im Laufe des Jahres an Hardware‑Chef John Ternus übergeben wird, zählt die Reise zu seinen letzten großen internationalen Terminen als Apple‑Chef.
Welche konkreten Gesprächspartner Cook in China trifft, wurde im Vorfeld nicht bekannt. Erwartet werden Treffen mit Wirtschaftsvertretern zu Handel, Investitionen und Lieferketten.
Die Teilnahme an der Delegation unterstreicht, welche Bedeutung der chinesische Markt und die dortigen Produktionsstrukturen weiterhin für Apple haben – trotz politischer Spannungen und wachsender Konkurrenz durch lokale Anbieter.
(ims)
Künstliche Intelligenz
„Forza Horizon 6“: Big in Japan
Wer Arcade-Racer liebt, kommt nicht an „Forza Horizon“ vorbei. Der Ableger der beliebten „Forza Motorsport“-Reihe setzt eher auf Spaß und Action als auf Simulation. Im mittlerweile sechsten Teil machen die Spieler Japan unsicher und behaupten sich in zahlreichen Rennevents gegen KI-Fahrer und andere Spieler.
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Der pure Renn-Wahnsinn
Wir sind rund 100 Rennen gefahren, sind mit unserem hochgetunten Offroad-Truck vom eisigen Berg ins Tal gebrettert und haben uns ein Rennen mit einem riesigen Mech-Roboter geliefert – kurz, es ist mächtig was los in „Forza Horizon 6“. Als ob den Entwicklern das Chaos und das Spektakel des Vorgängers nicht genug gewesen wären, haben sie an allen Reglern gedreht und ein noch größeres Rennspektakel geliefert. Immer ist irgendwo etwas los, immer gibt es etwas zu tun – Leerlauf bleibt Fehlanzeige.

Das kann auch übersättigen. Schon nach kurzer Zeit tauchen überall Aktivitätsmarkierungen auf, die ein „Assassin’s Creed“ vor Neid erblassen lassen. Nicht immer sind es Rennen, manchmal ist es auch eine Sprungchance oder kleine Maskottchen zum Sammeln, die japanische Kultur symbolisieren. Irgendwie zumindest.
Man merkt schon – „Forza Horizon“ ist auch im sechsten Anlauf ein riesiger Spielplatz – jetzt sogar viermal so groß wie der Vorgänger, der in Mexiko spielte. Jetzt ist es Japan, das zum Schauplatz des fiktiven Horizon-Festivals wird, einer Art Coachella des Rennsports. Trucks, Rennsportwagen oder einfach klassische Stadtflitzer dienen als Fahrzeug oder einfach nur als Sammelobjekt, das es zu finden, kaufen oder gewinnen gibt.
Individueller Schwierigkeitsgrad
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Spieler müssen bei Rennen und Stunts „Horizon“-Punkte sammeln, um sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Die Anforderungen sind unterschiedlich, kein Fahrzeug steuert sich gleich. Bei Straßenrennen durch Tokio zählt im Cockpit eines AMG One Geschwindigkeit, bei der Rallye mit einem Ford Fiesta Grip und Kurvenlage. Es gibt gerade Strecken, auf denen Spieler einfach herzhaft Gas geben können, oder kurvenreiche Serpentinen. Die Vielfalt ist enorm und spektakulär anzuschauen.
Für jedes Rennen gibt es unterschiedliche Herausforderungen an das Fahrzeug. Trucks sind für Offroad-Rennen zugelassen, Muscle Cars wie Mustang GT für Straßenrennen oder Drift-Herausforderungen. Jedes Rennen besitzt eine gewisse Zulassungsklasse, um zu verhindern, dass hochgetunte Spezialautos der Konkurrenz davonfahren. Da die Ausgangslage gleich ist, zählt im Rennen meist das Können des Fahrers. Geht mal etwas schief, kann er das Rennen auch einfach ein paar Sekunden zurückspulen.
Der Realismus beschränkt sich zunächst auf die detailgetreue Nachbildung der Autos und der Landschaft. In der Standardeinstellung erleiden die Fahrzeuge keinen Schaden. Ein paar Kratzer auf dem Lack, nur kosmetisch, ohne Auswirkung auf das Fahrverhalten. Das führt zu absurden Situationen. So können die Spieler auch mal minutenlang in den Wäldern die Bäume niedermähen, ohne sich Gedanken über den Zustand des Wagens zu machen.
Das sollte man als Spieler akzeptieren und lieben. In solchen Momenten ist das Spiel Wahnwitz pur. Optional kann man auch die Schwierigkeit erhöhen. Um das Letzte aus sich und dem Fahrzeug herauszukitzeln, können die Spieler etwa sämtliche Hilfsmittel ausschalten. Zu viele Unfälle und Dellen machen aus dem Auto dann eine Schrottkarre und beim Bremsen muss man aufpassen, um nicht aus der Kurve zu fliegen.
Das Tuning der Wagen lässt sich auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad fast vernachlässigen. Spieler fahren in eine ihrer Garagen, drücken auf Auto-Tuning, bezahlen die Credits und fertig ist das Auto. Wer aber so richtig in das Thema einsteigen will, kann mit unterschiedlichen Reifenbelägen oder Antrieben experimentieren und die Fahreinstellungen feinjustieren. Hier trennt sich der Arcade-Racer von Renn-Profi. Der eine gibt Gas und will Spaß, der andere die Herausforderung.
Dadurch ergaben sich in unseren Spielstunden unterschiedliche Rennerlebnisse. Als Fun Racer rempeln wir uns rücksichtslos durch die Konkurrenz oder werfen ein anderes Auto einfach aus der Kurve. Dadurch wird das Spiel nicht zum Kinderspiel, aber ganz anders als im „Sim“-Modus, wo jeder Tritt auf die Bremse perfekt ausgeführt wird und jede Kurve eine Herausforderung ist.
Größer, aber nicht anders
So driften die Spieler durch die Kurven oder beteiligen sich an einer Art Wimmelbild-Spiel, während sie die Landschaft, gern mit Hilfe einer Drohne, nach seltenen Autos an versteckten Ecken oder Scheunen absuchen. Das alles kennt man schon aus den Vorgängern. Wer möchte, kann in der Stadt auch Essen ausfahren oder sich an die langatmigen Story-Episoden halten. Hier begleiten wir eine Art Touristenführerin durch die schönsten Ecken Japans. Eine Beschäftigungstherapie, mehr nicht.
Überhaupt fragen wir uns nach den zahlreichen Spielrunden, ob die Qualität nicht unter der Masse an Aufgaben leidet. Ein Sprung hinein ins Tal oder ein Blitzerfoto bei 300 Km/h ist mal ganz witzig, aber müssen es gleich Dutzende dieser Herausforderungen sein? Der Schauplatz Japan bietet zwar ein umfangreicheres Spielerlebnis als der Vorgänger, sieht sagenhaft aus, macht aber schnell satt.
Fazit
„Forza Horizon 6“ ist vieles, aber keine Genre-Revolution. Es setzt auf das bewährte Rennspektakel vor einer beeindruckenden Naturkulisse, lässt aber spielerisch fast alles beim Alten und kann mit der Masse an Aufgaben überfordern. Das soll nicht heißen, dass Playground einfach ein altes Gericht nur lieblos aufwärmt. Überall spürten wir die Detailverliebtheit der Entwickler. Besonders der anpassbare Schwierigkeitsgrad und die zahlreichen Tuning-Möglichkeiten machen das Spiel zu einem Fest für Motorsport-Fans. Nur hätten wir nach fünf Jahren Entwicklungszeit etwas mehr an neuen Ideen erwartet. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Wer schon den Vorgänger liebte, darf sich bei „Forza Horizon 6“ auf den gleichen Mix aus Spektakel, Chaos und herausragender Grafik freuen.
„Forza Horizon 6“ erscheint am 19. Mai für Windows und Xbox Series. Es ist im Game Pass enthalten. Ein Release für die PS5 ist geplant. USK ab 6. Es kostet zwischen ca. 70 € für die Standardversion bis zu ca. 120 € für die Premium-Edition mit Vorabzugang ab dem 15. Mai. Für unser Angespielt haben wir die Windows-Version gespielt. Online-Rennen konnten wir während der Testphase nicht spielen.
(dahe)
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