Künstliche Intelligenz
Feststoffzelle: Hartnäckiges Problem enträtselt | heise autos
Eine große Hoffnung auf dem Gebiet der Akku-Entwicklung für Elektroautos sind seit Jahren Zellen mit festem Elektrolyt. Robustes Material an dieser Stelle ist nicht nur entflamm- und auslaufsicher, es soll zudem höhere Ladeströme, einen weiteren Temperaturbereich und mehr Zyklen verkraften. Wenn dadurch die Vorkonditionierung fürs Laden und die Kühlung bei Stromentnahme entfallen, sinken Aufwand und Kosten, aber auch der Platzbedarf. Nicht nur die volumetrische Kapazität soll sich deutlich verbessern: Selbst konservative Entwickler erwarten dank Materialien mit höheren elektrochemischen Potenzialen eine gravimetrische Energiedichte von 400 bis 500 Wattstunden pro Kilogramm.
Das wäre eine Steigerung auf den doppelten Energiegehalt bei gleichem Gewicht heutiger NMC-Zellen von 200 bis 250 Wh/kg, was einem Elektroauto entweder eine deutlich höhere Reichweite oder eine kleinere, leichtere Batterie bringen würde. Nach einem ziemlichen Wirbel vor rund fünf Jahren ist es allerdings erstaunlich ruhig um die Feststoffzelle geworden. Nicht nur haben andere Technologien Boden gutgemacht, auch sind bei der Solid-State-Battery Probleme bis heute ungelöst geblieben.
„Gamechanger“ mit grundsätzlichem Problem
Für Thomas Schmall, Konzernvorstand Technik bei Volkswagen, hat die Feststoffzelle daher das „Potenzial, zu einem Gamechanger in der E-Mobilität zu werden.“ Vorserientests schienen das belegen zu können. Die Ankündigungen aller großen Hersteller waren in den vergangenen Jahren von ähnlich großem Optimismus getragen. So kündigte BMW 2021 etwa Feststoffspeicher „deutlich vor 2025“ an. Daimler und Stellantis verkündeten im selben Jahr ihre Kooperation. Daran, dass bis heute noch keine von ihnen in Großserie eingelöst wurde, zeichnet sich indes ab, dass es noch etwas länger dauern könnte, als in den Führungsetagen der Autoindustrie erhofft. Tatsächlich haben Feststoffzellen noch mindestens ein ungelöstes Problem.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Feststoffzelle: Hartnäckiges Problem enträtselt“.
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Künstliche Intelligenz
Drei Fragen und Antworten: Wann sich KI-Coding wirklich rechnet
Beim Vibe Coding delegieren Entwickler die technische Umsetzung – Syntax, Boilerplate, Logikstrukturen – fast vollständig an ein Large Language Model. Menschen agieren nicht mehr als Autoren einzelner Codezeilen, sondern geben nur noch das gewünschte Verhalten und die Architektur der Anwendung vor. Doch wie sieht es in der Praxis mit den Kosten für ein solches Projekt aus? Stefan Müller, Titelautor der neuen iX 6/2026, erklärt, worauf man achten muss.
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Stefan Müller berät mit StefanAI Solutions Mittelstand und Verwaltung bei KI-Projekten und schult jährlich bis zu tausend Fachkräfte.
Wie kann man grob gesagt Tokenbudget und Kosten für ein Projekt mit Vibe Coding überschlagen?
Ein Token-Budget-Modell, kurz TBM, stützt sich auf viele verschiedene Faktoren. Daher ist ein pauschaler Überschlag naturgemäß etwas schwierig, zumal Softwareprojekte sehr unterschiedlich ausfallen können. Mit einem Topmodell wie Opus 4.6 oder 4.7 liegen wir bei professionellen Projekten eigentlich immer in einem Größenrahmen von 3.000 bis 15.000 Euro – oft auch deutlich darunter, je ausgebuffter die Softwareentwickler sind, die das Modell mit konkreten Vorgaben steuern. Ein Projekt, das über diese Schwelle hinausgegangen wäre, habe ich bisher nicht erlebt. Das TBM habe ich auch als Internetrechner veröffentlicht.
Was sind die größten Kostentreiber beim Vibe Coding?
Das ist einerseits die menschliche Vorarbeit bei der Spezifikation des Projektes. Je durchdachter ein Pflichtenheft ist, desto besser können sich KI-Agenten daran entlanghangeln. Wenn Anforderungen und ihre Umsetzung vage bleiben, kann es schnell teuer werden.
Andererseits entscheidet die Modellqualität: Wenn wir auf den Open-Source-Bereich festgelegt sind, explodieren die Token-Budgets schnell. Das hat nicht zwangsläufig hohe Kosten zur Folge, weil der Tokenpreis pro Million mit der geringeren Modellqualität ja ebenfalls sinkt (wobei Modelle wie DeepSeek V4 selbst diese Logik gerade durchbrechen). Dafür gehen die Personalkosten hoch – wegen des permanenten Nachbesserns und „Reparierens“ des entstandenen Codes. Das ist auch ein versteckter Kostentreiber: Wenn die Softwareentwickler dabei frustriert werden, finden weitere Einsätze dieses Ansatzes zukünftig weniger Akzeptanz.
Im Fall von Open-Source-Modellen würde ich den KI-Einsatz stark limitieren und nur punktuell im Entwicklungsprozess unterstützen lassen – zum Beispiel für einfache Tests oder das Schreiben von Boilerplate anhand konkreter Beispiele und Referenzen.
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Wann ist der maschinell generierte Code wirtschaftlich besonders sinnvoll?
Ich finde maschinell generierten Code besonders sinnvoll, wenn schnell Ergebnisse benötigt werden – wenn die Frage nach dem „Wie“ gar nicht so relevant ist, sondern das Resultat im Vordergrund steht. Vibe Coding wird Unternehmen darüber hinaus auch in Zukunft in die Lage versetzen, eigene Softwarekomponenten zu erstellen, ohne auf große Lösungen mit unzähligen Funktionen zurückgreifen zu müssen. Der Vendor-Lock-in bricht langsam, aber sicher auf. Parallel dazu können Software-Manufakturen mit Vibe Coding Kundenbedürfnisse abseits ihres Tagesgeschäfts erfüllen und so neue Zielgruppen erschließen.
Stefan, vielen Dank für die Antworten! Einen Überblick, wie man Tokenbudget und Kosten für Vibe Coding schätzt, gibt es in der neuen iX. Außerdem zeigen wir, was die KI-gestützte Entwicklung in IT-Beratungen und Softwarehäusern kostet – und befassen uns damit, was KI-Gateways als Tools für Kostenkontrolle leisten können. All das und viele weitere Themen finden Leser im Juni-Heft, das ab sofort im heise Shop oder am Kiosk erhältlich ist.
In der Serie „Drei Fragen und Antworten“ will die iX die heutigen Herausforderungen der IT auf den Punkt bringen – egal ob es sich um den Blick des Anwenders vorm PC, die Sicht des Managers oder den Alltag eines Administrators handelt. Haben Sie Anregungen aus Ihrer tagtäglichen Praxis oder der Ihrer Nutzer? Wessen Tipps zu welchem Thema würden Sie gerne kurz und knackig lesen? Dann schreiben Sie uns gerne oder hinterlassen Sie einen Kommentar im Forum.
(axk)
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SADAS: Neue Software warnt Fahrer vor Gefahrenzonen im Straßenraum
Was haben dicke, gelbe Bücher mit autonomem Fahren zu tun? Mehr als man denkt, wenn es nach dem Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und der pdm solutions GmbH geht. In einem sechsmonatigen Forschungsprojekt haben die beiden Partner nach eigenen Angaben einen Proof of Concept abgeschlossen, der kuratierte Standortdaten aus dem Verzeichnis „Das Telefonbuch“ für moderne Fahrerassistenzsysteme (ADAS) nutzbar machen soll. Der Prototyp wurde auf dem Branchentreff des Verbands Deutscher Auskunfts- und Verzeichnismedien (VDAV) in Berlin präsentiert.
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Im Zentrum steht die am Fraunhofer FOKUS entwickelte Software SADAS (Support for Advanced Driver Assistance Systems). Sie soll die Verzeichnisdaten in den sogenannten „Digitalen Stadtzwilling“ integrieren – ein virtuelles Abbild des Straßenraums. Konkret identifiziere das System laut Fraunhofer Orte mit besonders schutzbedürftigen Verkehrsteilnehmenden, etwa Kindergärten, Spielplätze oder Schulen, und gleiche diese Informationen in Echtzeit mit Fahrtroute und Fahrzeugposition ab.
Erkenne das System eine potenzielle Gefahrenzone, soll der Fahrer optische oder akustische Signale über das Dashboard erhalten – und zwar, bevor die Situation im Sichtfeld auftaucht. Künftig sollen diese Warnungen nach Darstellung der Partner auch direkt an Bremsassistenten oder automatisierte Fahrfunktionen weitergereicht werden können. Wie KI-gestützte Assistenzsysteme im Fahrzeug funktionieren und welche Infrastruktur dahintersteckt, zeigt etwa das Forschungsprojekt Central Car Server der TU München, bei dem ein Zentralrechner alle elektronischen Komponenten steuert und neue Funktionen selbst programmiert.
Alternative zu Datensilos großer Plattformen
Standortdaten von Schulen oder Kitas finden sich grundsätzlich auch in den Kartendiensten globaler Tech-Konzerne. Das Fraunhofer-Projekt zielt jedoch ausdrücklich auf eine souveräne Dateninfrastruktur. „Ein zentrales Ziel ist es, bestehende Datensilos aufzubrechen. Das unterstützt auch digital souveräne Systeme“, erklärt Dr.-Ing. Ilja Radusch, Leiter des Geschäftsbereichs Smart Mobility bei Fraunhofer FOKUS und Leiter des Daimler Center for Automotive IT Innovations (DCAITI) an der TU Berlin. Das Ziel digitaler Souveränität steht dabei im Mittelpunkt des Projekts.
Über offene, standardbasierte Schnittstellen sollen Städte und Mobilitätsdienstleister auf den Digitalen Stadtzwilling zugreifen können, ohne sich an die geschlossenen Ökosysteme einzelner Plattformanbieter zu binden. Das soll es zudem ermöglichen, dass nicht jeder Datenanbieter von vornherein sämtliche Qualitätsanforderungen aller – oft noch unbekannten – Datennutzenden erfüllen muss.
Vom Telefonbucheintrag zur Geokoordinate
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Eine Herausforderung dürfte die Datenqualität sein. Während für Verzeichnisdienste eine korrekte Postadresse genügt, benötigen Fahrzeuge hochpräzise Geokoordinaten. Radusch nennt ein anschauliches Beispiel: Schulen oder Spielplätze erstreckten sich häufig über ganze Straßenblöcke und grenzten an mehrere Straßen. Würde ein Assistenzsystem pauschal an allen angrenzenden Straßen warnen, käme es schnell zum Gewöhnungseffekt – mit negativen Folgen für die Verkehrssicherheit.
Um die Daten für den Einsatz im Fahrzeug zu veredeln, will Fraunhofer FOKUS mehrere Quellen kombinieren: Informationen aus Verkehrsmanagementzentralen, stationäre Sensoren in Ampelanlagen sowie Sensordaten aus Fahrzeugflotten. Hinzu kommen soll Crowdsourcing über die KI-basierte App Eidos Road Glancr (PDF): Ein handelsübliches Smartphone an der Windschutzscheibe – beispielsweise in Bussen oder Taxis – soll datenschutzkonform Veränderungen im Straßenraum wie Baustellen, neue Verkehrszeichen, Straßenschäden oder verfügbare Parkflächen erfassen. Für seltene oder sicherheitskritische Ereignisse will das Team die Realdaten zusätzlich durch Simulationen in der Open-Source-Umgebung Eclipse MOSAIC ergänzen.
Nach dem nach eigenen Angaben erfolgreichen Proof of Concept wollen pdm solutions und Fraunhofer FOKUS die Zusammenarbeit fortsetzen. Perspektivisch sollen die datenbasierten Digitalen Stadtzwillinge nicht nur Assistenzsysteme ergänzen, sondern auch für automatisiertes und autonomes Fahren nutzbar werden. Andere Hersteller setzen bei der Integration von Fahrerassistenz auf KI-Plattformen wie etwa Google Gemini in Volvo-Fahrzeugen, wo die KI über Fahrzeugkameras Verkehrszeichen und die Umgebung in Echtzeit analysiert. Denkbar seien laut Radusch zudem klassische Telematik-Services wie barrierearme Routen zur nächsten Apotheke oder thematische Stadttouren.
Transparenzhinweis: Heise & Dumrath Medien ist am Herausgeber von „Das Telefonbuch“ beteiligt.
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(vza)
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Großstadt blockiert Überwachungssoftware Palantir | heise online
Londons Bürgermeister Sadiq Khan (Labour) stoppt einen geplanten Vertrag zwischen der Londoner Metropolitan Police und dem US-Softwareunternehmen Palantir. Der Grund für das Veto gegen den 50 Millionen Pfund schweren Auftrag ist nach Angaben des Bürgermeisterbüros für Polizei und Kriminalität (MOPAC), dass die Metropolitan Police Palantir als einzigen ernsthaften Anbieter betrachtet hat. Die Behörde habe keine vollständige Beschaffungsstrategie zur Genehmigung vorgelegt. Dies stelle einen „klaren und schwerwiegenden Verstoß“ gegen die geltenden Verfahrensregeln dar, so das Büro.
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Berichten zufolge könnten auch ethische Bedenken des Bürgermeisters eine Rolle gespielt haben. Khan hatte in der Vergangenheit betont, dass öffentliche Gelder nur an Unternehmen fließen sollten, „die die Werte der Stadt teilen“. Das derzeitige britische Vergaberecht lässt ethische Bedenken bei der Ablehnung eines potenziellen öffentlichen Auftragnehmers allerdings nicht zu.
Sowohl Palantir als auch die Metropolitan Police kritisierten das Veto des Bürgermeisters. Ein Sprecher der Polizei erklärte laut BBC, die Behörde müsse sich modernisieren und dafür auf die bestmögliche Technologie zurückgreifen.
Abwägung zwischen Leistung und Sicherheit
Palantir ist auf die Analyse großer Datenmengen spezialisiert und entwickelt unter anderem Software für Sicherheitsbehörden, Geheimdienste und militärische Anwendungen. Sie gilt als sehr effektiv, steht aber aus mehreren Gründen in der Kritik. Vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im transatlantischen Verhältnis wächst die Sorge vor einer starken Abhängigkeit von US-Softwareanbietern. Auch die Nähe des Unternehmens zur US-Regierung von Donald Trump sorgt diesseits des Atlantiks für Besorgnis.
Datenschützer haben große Bedenken, wenn massenhaft persönliche Daten aus verschiedenen Quellen kombiniert und ausgewertet werden – sie befürchten gläserne Bürger. In Großbritannien war Palantir in den vergangenen Monaten unter anderem wegen seines Einsatzes beim englischen Gesundheitsdienst in die Kritik geraten.
In Deutschland kein einheitliches Vorgehen
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In Deutschland setzen mehrere Polizeibehörden auf die Analyseplattform „Gotham“, auch bekannt als „VeRa“ oder in Hessen „HessenData“, darunter Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Laut Recherchen von NDR, WDR und SZ kommt sie hier bei diversen Ermittlungen zum Einsatz, nicht nur für große Gefährdungslagen wie Terroranschläge. Andere Länder wie Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sprachen sich im Bundesrat für eine Lösung aus Europa aus.
Auch bei den Sicherheitsbehörden ist die Debatte in Deutschland gespalten. Die Bundeswehr hat sich aus Sicherheitsgründen vorerst gegen Palantir ausgesprochen. Beim BKA lässt man zukünftige Software-Lösungen aktuell offen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz macht nun aber ernst mit digitaler Souveränität: Es hat sich gerade für den französischen Anbieter ChapsVision entschieden.
(rie)
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