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Künstliche Intelligenz

Vier WordPress-Alternativen, die wirklich überzeugen | c’t 3003


WordPress hat mehr als 20 Jahre Jahre lang treue Dienste geleistet, aber für viele Projekte ist es heute schlicht überdimensioniert. c’t 3003 zeigt vier moderne Alternativen – von professionellem Newsletter-Publishing über statische Hochleistungs-Sites bis hin zu Webseiten, die komplett per KI entstehen und gratis gehostet werden.

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(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guck mal hier, das Backend meiner alten Webseite. Eigentlich wollte ich nur kurz einen Satz ändern, aber stattdessen begrüßen mich fünf kritische Plugin-Updates, eine Datenbank-Fehlermeldung und das System sagt mir, meine PHP-Version sei veraltet. Das ist WordPress im Jahr 2026. Versteht mich nicht falsch, gerade ist ja WordPress 7.0 rausgekommen und die bringt endlich Echtzeit-Kollaboration. Also wie in Google Docs, dass man gleichzeitig mit Kollegen im selben Block schreiben kann. Mega cool für Teams, gar keine Frage, aber für mich alleine, für ein einfaches Portfolio, einen Blog oder eine Projektseite, da ist WordPress mittlerweile wie mit dem 40-Tonner zum Brötchenholen fahren. Und das ist wirklich nicht mehr nötig. Es kann wirklich jeder super schnell und super einfach ein „eigenes Stückchen Internet“ besitzen.

Ich habe in den letzten Wochen mal alles über Bord geworfen und geschaut, wie baut man heute eigentlich Webseiten, wenn man keine Lust auf die „Plugin-Hölle“ WordPress hat, keine Datenbanken warten will und trotzdem maximale Kontrolle und Speed sucht. Und ich sage euch: Die Alternativen haben WordPress für mich komplett ersetzt. Ob es das „Apple-Feeling“ von Ghost ist, die unkaputtbare Performance von Hugo, der Minimalismus von WriteFreely oder der absolute Game-Changer: Vibecoding. Also Webseiten bauen, rein durch Sprechen mit einer KI und Hosting in 30 Sekunden.

In diesem Video zeige ich euch, wie ihr eure Web-Präsenz aufs nächste Level hebt – von Profi-Publishing bis hin zum Hosting, das euch keinen Cent kostet. Bleibt dran!

Liebe Hackerinnen, liebe Internet-Surfer, herzlich willkommen hier bei …

Auch wenn es gleich um Alternativen geht, ein paar Worte zu WordPress möchte ich trotzdem sagen. Immerhin begleitet mich das schon seit 16 Jahren, also mehr als die Hälfte meines Lebens. Und ja, diese neue Funktion, bei der mehrere User gleichzeitig Seiten editieren können, ist schon nice. Also ich hab mich so daran gewöhnt, dass wir im Team gleichzeitig an Textdokumenten arbeiten können und dass Google das damals mit Wave eingeführt hat, ist ja jetzt auch schon ein bisschen her. Und ja gut, dass WordPress das jetzt auch endlich kann, aber das allein hält mich persönlich halt nicht bei WordPress. Deswegen jetzt zu den versprochenen Alternativen.

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Wenn ihr ein wirklich dickeres Projekt habt, dann ist Ghost für euch wahrscheinlich interessant. Das ist irgendwie so das Apple unter den Publishing Tools, finde ich. Also Newsletter, Membership, Blog, da ist alles direkt eingebaut. Ihr braucht keine extra Plugins, kein Mailchimp, kein Steady. Und das Ganze lässt sich direkt mit dem Zahlungsdienst Stripe verbinden. Also ihr habt da wirklich eine 3-in-1-Lösung: Publishing, Membership und Monetarisierung – out of the box. Und das ohne ein einziges Plugin zu installieren.

Und für wen ist das jetzt konkret interessant? Also Ghost ist ehrlich gesagt wirklich was für Leute, die halt ernsthaft publizieren wollen. Creator, Journalisten, Newsletter-Autorinnen oder kleine Medienteams. Wenn ihr Inhalte nicht nur teilen, sondern damit halt auch Geld verdienen wollt, sei es jetzt über bezahlte Mitgliedschaften oder exklusive Newsletter, dann ist Ghost eigentlich die logische Alternative zu WordPress. Für ein schnelles Portfolio oder eine digitale Visitenkarte ist es aber ehrlich gesagt oversized. Da gibt es bessere Optionen und die zeige ich euch gleich.

Jetzt aber erstmal kurz rein ins Ghost-Backend. Wie sieht das eigentlich aus? Also ihr landet nach dem Login auf diesem Dashboard und das ist wirklich bemerkenswert aufgeräumt. Ihr seht auf einen Blick eure Posts, eure Member-Zahlen und eure Newsletter-Performance. Keine überladene Seitenleiste, keine zehn Menü-Ebenen.

Und wenn ihr einen neuen Artikel anlegt, öffnet sich der Editor und der fühlt sich wirklich anders an als bei WordPress oder irgendein klassischer Backend-Editor. Es ist sehr minimalistisch, fast wie ein leeres Blatt, aber das täuscht. Mit einem Slash-Command öffnet ihr, ähnlich wie bei Notion oder AnyType, eine komplette Auswahl an Content-Blöcken. Also Bilder, Videos, Code-Snippets, Call-to-Actions, Toggles, Produkt-Karten. Alles da, aber es liegt nicht ständig rum und lenkt ab. Das Beste: Die Vorschau ist quasi live. Man hat wirklich das Gefühl, man schreibt direkt auf der fertigen Seite, nicht irgendwo im Hintergrund. Und wenn es mal schnell gehen soll bei den Artikelbildern, gibt’s da auch direkt die Möglichkeit, einfach eines von Unsplash einzubinden.

Für eure Member könnt ihr dann direkt steuern, welcher Content ist frei zugänglich, was ist nur für zahlende Mitglieder. Das stellt ihr einfach für jeden Post ein: public, members only oder paid. Und die Stripe-Anbindung ist wirklich straightforward. Das ist kein großes technisches Ding.

Übrigens ist Ghost auch direkt über ActivityPub ans Social Web angebunden. Also eure Inhalte können direkt im Fediverse auftauchen, bei Mastodon und Co. Das haben wir auch gleich nochmal bei dem Microblogging-Dienst WriteFreely.

Ja, und technisch: Ghost läuft auf Node.js und das rennt halt einfach Kreise um das alte PHP-WordPress. Es ist schneller, moderner, sauberer.

Und klar, ihr könnt Ghost für relativ teures Geld bei denen hosten lassen, das geht ab 15 Dollar im Monat los, aber wir können das halt auch selbst machen, einfach über unseren eigenen Webserver. Die Installation auf einem Ubuntu-Server geht wirklich ziemlich schnell und die Dokumentation ist auch ziemlich gut. Also bei mir hat das beim ersten Anlauf direkt geklappt. Ihr könnt dann einfach eure eigene Domain verknüpfen, die braucht ihr auch schon beim Installationsprozess. Ich habe zum Beispiel einfach eine Subdomain genommen: blog.ct6006.de. Die ausführliche Installationsanleitung verlinke ich euch unten in der Videobeschreibung und dann konnte ich schon nach der Installation direkt ins Backend der Seite gehen und dann hier ein neues Theme auswählen und direkt noch Farben und Icons austauschen.

Zu den Themes: Ghost bringt einige kostenlose Themes direkt mit, wer aber was Individuelleres will, da kosten die meisten Themes von unabhängigen Entwicklern zwischen 79 und 150 Dollar. Also kein Riesending, aber das solltet ihr halt einkalkulieren, falls euch die Gratis-Themes von Ghost nicht reichen.

Wenn ihr aber nur eine kleine Webseite haben wollt, so ein Portfolio, einen kleinen Blog oder eine digitale Visitenkarte, dann ist Hugo eure WordPress-Alternative. Da habt ihr nämlich gar kein System auf einem Server laufen, sondern Hugo ist ein Static Site Generator. Heißt: Ihr schreibt eure Texte lokal in Markdown, also ganz einfacher Text, und Hugo baut daraus in Millisekunden eine fertige Webseite aus purem HTML.

Das Ganze funktioniert einfach über euer Terminal. Also ich habe mir das auf meinem Mac über Homebrew installiert, Install Hugo eingegeben und dann ein neues Projekt angelegt. Das erstellt Hugo dann in einem eigenen Ordner. Dann sucht ihr euch noch ein Theme aus, da gibt es wirklich viele und die sind alle kostenlos. Das installiert ihr euch dann auch direkt im Terminal über GitHub. Ich habe hier mal das simple Bearcub genommen.

Und dann könnt ihr einfach in dieser Ordnerstruktur arbeiten. Damit das ein bisschen übersichtlicher ist, habe ich das in Visual Studio gemacht und da dann meine Startseite angelegt und einen Beitrag. Beides einfach in Markdown.

Wenn ihr mit dem Gerüst fertig seid, könnt ihr euch das Ergebnis lokal anzeigen lassen. Dazu geht ihr wieder ins Terminal, gebt Hugo Server -D ein und geht dann in den Browser unter localhost:1313. Da läuft jetzt eure fertige Seite.

Zufrieden? Dann kann die direkt zu GitHub geladen werden. Einfach ein neues Repository anlegen und dann im Terminal hochladen. Ich habe das Ganze dann über Vercel gehostet, das ist für Projekte in der Größe kostenfrei und lässt sich auch auf Wunsch mit einer eigenen Domain verbinden. Ja, und wenn ihr jetzt Änderungen an eurer Seite machen wollt oder einen neuen Blogpost veröffentlichen, dann ändert ihr einfach eure Markdown-Dateien, geht dann wieder ins Terminal, gebt git add oder git commit ein und Hugo erstellt euch ein neues HTML-File, das direkt hochgeladen wird.

So, und jetzt kommen wir zu dem Part, der mir persönlich am meisten Spaß gemacht hat. Ich habe mir eine Webseite gevibecoded. Zum Thema Vibecoding hat Keno ja schon ein langes Video gemacht, verlinke ich euch unten. Und ja, ich habe dazu einfach Claude Code genommen und dem eben gesagt, was ich mir bei meiner Webseite so wünsche. Also ganz konkret: Wie soll die aussehen? Ich wollte so einen Cyberpunk-Look, was soll die können und so weiter. Und dann ist relativ schnell das hier rausgekommen. Gut, die sieht auf jeden Fall nice aus, aber mein Kollege Jonathan hat mich dann netterweise darauf hingewiesen, dass die halt so aussieht wie die vom Journalisten Casey Newton. Und ja, das stimmt. Und deswegen habe ich dann im zweiten Anlauf den Claude Frontend Design Skill benutzt. Der soll dafür sorgen, dass die Ergebnisse nicht so generisch und halt auch nicht wie eine dreiste 1:1 Kopie aussehen. Und ja, hat geklappt – also dieses gelbe Design finde ich deutlich besser.

Und auch so Spielereien gehen da relativ einfach. Ich wollte mein Bild mit so einem Morph-Effekt zu einem Comic-Stil verwandeln. Dazu habe ich das einmal durch Nano Banana von Google laufen lassen und dann die beiden Bilder Claude gegeben und schon war dieser Effekt eingebaut.

Und jetzt kann ich eben ans Finetuning gehen. Also ich wollte hier, dass der lange Text aufklappbar ist und er statt einem Video vier in einer Grid anzeigt. Und das baut er dann ein. Oder hier wollte ich, dass die aktuelle Station in meinem Lebenslauf nicht doppelt angezeigt wird. Zack, umprogrammiert.

Am Ende bekommt man von Claude da einfach eine HTML-Datei, die ist super klein, aber kann halt alles. Also CSS ist mittlerweile so mächtig, da lief ja neulich sogar Doom drin. Damit lassen sich halt so viele Dinge machen.

Ja, und diese Datei lade ich dann zusammen mit den Bildern im Ordner einfach bei Cloudflare, TinyHost oder GitHub hoch und fertig ist meine gratis gehostete Webseite. Bei Cloudflare kann ich das noch ziemlich einfach mit meinen Domains verbinden, die ich da eh schon registriert habe. Und wenn ich was aktualisieren möchte, gebe ich Claude Code einfach nochmal die HTML-Datei, sag ihm meine Wünsche und lade die aktualisierte Datei hoch. Klar, für Blogs ist das nicht geeignet, aber für so Visitenkarten oder Portfolioseiten eine super schnelle und einfache Lösung.

Noch eine Stufe kleiner geht es mit Micro-Blogging-Tools. Also write.as kennt ihr vielleicht, da könnt ihr super simpel einen kleinen Blog führen. Früher ging das mal kostenlos, mittlerweile braucht man da aber ein Abo für 9 Dollar im Monat. Aber die dahinterliegende Software WriteFreely könnt ihr selbst hosten. Dann habt ihr diesen super cleanen Look auf eurem eigenen Server. Für eine kleine Installation braucht ihr nur einen kleinen Webserver mit 1 GB RAM und 1 vCPU. Die Software ist komplett Open Source und in Go geschrieben, also keine PHP-Abhängigkeit, und bei kleinen Instanzen reicht die integrierte SQLite-Datenbank auch völlig aus. Das Ganze zieht ihr euch bei GitHub und ladet es auf euren Server. Nachdem ihr das dann installiert habt, sieht das so aus und ist eigentlich relativ selbsterklärend. Und das Beste: WriteFreely unterstützt das Fediverse. Also ihr könnt euren kleinen Blog da über ActivityPub mit anderen teilen, die Mastodon oder so verwenden.

Mein Fazit: WordPress hat nach wie vor seine Daseinsberechtigung, gar keine Frage, aber man muss es schon brauchen, damit es Sinn macht. Also ich würde sagen, für die meisten, die nur eine kleine Portfolioseite haben wollen, gibt es Alternativen. Ghost hat richtig Power, Hugo ist super schnell und wenn man es einmal raus hat, kann man da mit Markdown einen kleinen Blog führen und zum Beispiel seine Obsidian-Datenbank mit verknüpfen. Und ja, mein persönlicher Favorit ist Vibecoden. Klar, es macht da schon Sinn, wenn man grundsätzlich versteht, wie Webdesign, HTML, CSS und so funktioniert, aber man kriegt da in kurzer Zeit echt gute Ergebnisse und vor allem kann man die immer nachkorrigieren und quasi endlos Feedback-Schleifen machen.

Ja, wie ist das bei euch? Worauf läuft eure Webseite? Seid ihr noch Team WordPress oder habt ihr vielleicht was ganz anderes in Benutzung? Schreibt’s gerne mal in die Kommentare, würde mich voll interessieren. Und natürlich gerne den Kanal abonnieren. Newsletter und Podcast haben wir auch. Tschüss.

c’t 3003 ist der YouTube-Channel von c’t. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.


(rum)



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Secure Boot: UEFI-Bootmanager unter Windows prüfen


Ob Windows oder Linux: Die UEFI-Firmware Ihres Computers erlaubt bei aktivem Secure Boot nur Bootmanager, die einem gültigen Zertifikat signiert wurden. Die für den Abgleich nötigen Zertifikate im UEFI-Speicher stammen meist von Microsoft, laufen allerdings bald ab. Zudem wurden in sehr vielen Bootmanagern ausnutzbare Schwachstellen gefunden, weshalb sie gesperrt werden müssen. Die nötigen Updates können schlimmstenfalls dazu führen, dass Ihr Betriebssystem von der eingebauten SSD nicht mehr bootet, obwohl es das am Tag davor noch tat. Dasselbe kann für bootfähige USB-Laufwerke gelten. Doch welche Bootmanager genau sind von den Problemen betroffen?

Unter Linux ist es kein großes Problem, mal eben das Zertifikat auszulesen, mit dem ein Bootmanager signiert wurde; der Befehl lautet # sudo sbverify –list /boot/efi/boot/bootx64.efi. Doch unter Windows ist es komplizierter.

  • Secure Boot blockiert Bootmanager, deren Signatur-Zertifikate gesperrt oder abgelaufen sind.
  • Unser PowerShell-Skript listet alle relevanten Bootmanager-Dateien auf internem Datenträger und USB-Laufwerken auf.
  • Farbige Markierungen zeigen, welche Bootmanager nach den anstehenden Secure-Boot-Updates noch starten werden.

Also haben wir mit KI-Unterstützung ein weiteres PowerShell-Skript geschrieben. Es zeigt in einer übersichtlichen Tabelle alle für Secure Boot relevanten Dateien auf dem internen Datenträger sowie auf allen gerade angeschlossenen USB-Laufwerken. Die Liste ist in den meisten Fällen sehr kurz, denn auf einem reinen Windows-Rechner kommt es gerade mal auf zwei Dateien an, weil nur diese beiden von der UEFI-Firmware per Secure Boot geprüft werden. Länger wird die Liste, wenn Sie bootfähige USB-Laufwerke anstöpseln, denn die darauf enthaltenen Bootmanager untersucht das Skript ebenfalls. Farbige Markierungen helfen beim Einordnen der ausgelesenen Informationen.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Secure Boot: UEFI-Bootmanager unter Windows prüfen“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.



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Dienstag: KI-Neustart für Apple Intelligence, aber kein Siri AI für EU-iPhones


Der Montagabend stand ganz im Zeichen von Apples Keynote zur Entwicklerkonferenz WWDC. Ein besonderer Fokus lag in diesem Jahr auf dem Thema Künstliche Intelligenz, bei dem Apple bekanntermaßen Nachholbedarf hat. Mithilfe von Google Gemini nimmt Apple Intelligence nun einen neuen Anlauf. Bei den Betriebssystemen iOS 27 und macOS 27 wiederum bessert der Apfel-Konzern in mehreren Bereichen nach. Viele der am Montagabend angekündigten KI-Funktionen werden in Deutschland allerdings fehlen. Schuld daran sind laut Apple die EU-Wettbewerbsregeln. Und Meta wirft dem Pegasus-Hersteller NSO Group vor, einen Gerichtsbeschluss zu missachten – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Eine große Neuauflage von Apple Intelligence mitsamt „Siri AI“ hat Apple am Montagabend auf der WWDC-Keynote in Aussicht gestellt. Siri und Apple Intelligence sollen endlich smarter und kontextsensitiver werden – nicht zuletzt mithilfe von Google Gemini. Apple kündigte bereits eine Reihe von Features an. Siri soll demnach den persönlichen Kontext des Nutzers einbeziehen können, Bildschirminhalte verstehen sowie Aktionen über App-Grenzen hinweg ausführen. „Siri AI“: Apple verspricht umfassenden KI-Neustart für Apple Intelligence

Wenn iOS 27 im Herbst erscheint, wird die Neuauflage von Siri AI in Deutschland und den anderen 26 EU-Mitgliedsstaaten aber vorerst fehlen. Dabei hat Apple für das neue iPhone-Betriebssystem angekündigt: Mehr Tempo, besserer Kinderschutz, neue Siri für iPhone & iPad. EU-Regulierer hätten keinen der Vorschläge akzeptiert, wie Apple Siri AI in die EU bringen und zugleich andere virtuelle Assistenten sicher unterstützen könne. Im Unterschied zu macOS, das mit Liquid-Glass-Feinschliff und besserer Performance aufwartet, wurden iOS und iPadOS von der EU-Kommission als Gatekeeper-Dienste eingestuft und fallen deshalb unter striktere Wettbewerbsregeln. Wegen DMA-Wettbewerbsregeln: Keine KI-Siri für EU-iPhones

Der jahrelange Rechtsstreit zwischen dem WhatsApp-Mutterkonzern Meta und dem israelischen Spionagesoftware-Unternehmen NSO Group erhält ein neues Kapitel. In einer Ende 2019 eingereichten Klage warf Meta NSO vor, mit seiner Spyware Pegasus unrechtmäßig auf WhatsApp-Server zugegriffen und damit gegen verschiedene Gesetze verstoßen zu haben. Im vergangenen Jahr sprach eine Geschworenenjury Meta 167 Millionen US-Dollar Schadenersatz zu. Ein Bezirksgericht in Kalifornien Ende reduzierte den zu zahlenden Schadenersatz schließlich auf vier Millionen US-Dollar; untersagte NSO Group aber zugleich das gezielte Ausspähen von WhatsApp. Nach vereitelten Phishing-Angriffen wirft Meta nun NSO vor, gegen die vom Gericht verhängte dauerhafte Unterlassungsverfügung verstoßen zu haben. Gerichtsbeschluss missachtet: Meta geht gegen Pegasus-Hersteller NSO Group vor

Der Webhoster Flokinet erhielt eine dringliche Mitteilung des Bundeskriminalamts (BKA), verknüpft war die Aufforderung, kriminelle Inhalte auf seinen Systemen unverzüglich zu löschen. Der schwerwiegende Verdacht: Verbreitung illegalen Materials, das den sexuellen Missbrauch von Kindern abbildet. Doch hinter den beanstandeten Web-Adressen verbargen sich ein harmloser dokumentarischer Ausschnitt und eine Musikaufnahme. Von Strafbarkeit keine Spur. Der Fehler des Bundeskriminalamts im Kampf gegen Kindesmissbrauch aber offenbart die Probleme ungeprüfter Massenmeldungen und die Belastung kleinerer IT-Dienstleister. Automatisierter Missbrauchsverdacht: BKA geht gegen harmlose Videos vor

Allein in diesem Jahr sollen 8,5 Milliarden Euro in den Ausbau von Glasfasernetzen fließen. Das steht in einem Papier, auf das sich Bund, Länder und Kommunen mit der Telekommunikationsbranche verständigt haben, um den Ausbau von Glasfasernetzen voranzutreiben. Am Montag haben dazu Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU), die zuständigen Landesminister und Vertreter der Telekommunikationsbranche in Berlin eine Absichtserklärung mit dem Titel „Bestes Netz für Deutschland“ unterzeichnet. Das darin formulierte gemeinsame Ziel: „Den Ausbau der öffentlichen Fest- und Mobilfunknetze in Deutschland zu beschleunigen“. Für einen schnelleren Ausbau aber müssen alle liefern. Milliarden-Pakt: Netzbetreiber und Staat wollen Glasfaserausbau beschleunigen

Auch noch wichtig:

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(akn)



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AOL + Vimeo: Italienische Bending Spoons geht an US-Börse


Bending Spoons hat sich vor allem durch andere Namen einen solchen gemacht: AOL, Brightcove, Eventbrite, Evernote, Harvest, Issuu, Komoot, Meetup, MileIQ, Mosaic, Remini, Splice, Streamyard, Vimeo und Wetransfer zählen inzwischen zu den Marken des italienischen Aufkäufers. Jetzt strebt er an die US-Börse NASDAQ.

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Den entsprechenden Antrag auf einen Börsengang hat Bending Spoons am Montag eingebracht. Im Unterschied zu diversen anderen Börsengängern, die derzeit für Schlagzeilen sorgen, verdient Bending Spoons Geld – und das kaum mit Werbung, sondern weitaus überwiegend durch Abonnements. 2025 hat das Unternehmen 1,3 Milliarden US-Dollar umgesetzt und daraus 291 Millionen US-Dollar Cashflow lukriert.

Der Betriebsgewinn belief sich auf 278 Millionen US-Dollar, doch die vielen kreditfinanzierten Übernahmen sorgten für nicht weniger als 143 Millionen US-Dollar Zinsen. Das hat den Reingewinn auf 111 Millionen US-Dollar schrumpfen lassen. Nach Abzug von Steuern blieb als Nettoergebnis eine rote Null.

Im März hat Bending Spoons laut Börsenprospekt 500 Millionen Nutzer gezählt, von denen aber nur neun Millionen etwas bezahlt haben. Im ersten Quartal 2026 kamen 83 Prozent des Umsatzes aus Abogebühren und nur zehn Prozent aus Reklame. Knapp die Hälfte des Aboumsatzes stamme von Nutzern, die schon mindestens fünf Jahre bei der Stange seien, sagt der Prospekt.

Allerdings sind die Nutzer gar nicht Teil des Marktes, den Bending Spoon im Visier hat. Als Total Adressable Market (theoretisch möglicher Markt) hat es vielmehr 1.000 weitere Unternehmen ausgemacht, die vielleicht zu kaufen wären, und die 2025 insgesamt 400 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht haben (zum Teil auch mit einander, versteht sich). Ein Bilderbuchbeispiel von Börsenphantasie.

Diese wird, so hofft das Management laut Reuters, Bending Spoons mit mindestens 20 Milliarden US-Dollar bewerten. Stand Ende März hatte die Firma fast sechs Milliarden US-Dollar Schulden. Beim Börsengang wird das Unternehmen eigene Aktien neu ausgeben. Zusätzlich werden bestehende Aktionäre Anteile feilbieten. Dividenden wird es keine geben. Wie hoch der Streubesitz ausfallen wird, ist offen, aber unbedeutend: Die Gründer behalten sich eine nicht gehandelte Aktiengattung mit fünffachem Stimmgewicht.

Der Schuldenberg soll weiter wachsen. Denn Beding Spoons‘ Strategie besteht im Aufkaufen von Unternehmen, deren Belegschaft dann zu großen Teilen oder, wie beim App-Betreiber Mosaic, sogar zur Gänze gefeuert wird. Anschließend soll das übernommene Projekt möglichst viel Geld einbringen.

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Jüngste Übernahme ist die oberösterreichische Firma Tractive. Sie bietet GPS-Halsbänder mit Mobilfunkmodul für Hunde und Katzen an, selbstredend mit Abonnement. Der im Mai übernommene Geschäftsbetrieb Tractives ist in den veröffentlichten Finanzzahlen noch nicht enthalten, weil diese nur bis Ende März gehen.

2026 darf Künstliche Intelligenz in einem Börsenprospekt natürlich nicht fehlen. „Viele unserer Produkte und proprietären Techniken beinhalten KI”, schreibt Bending Spoons, „und wir setzen KI umfassend in unserem Betrieb ein.” Das ist nicht ohne Risiko: „Unser Geschäft ist teilweise von KI und unserer Fähigkeit, KI zu entwickeln und wirksam einzusetzen, abhängig. KI kann uns Risiken aussetzen.”

Dazu passt der neue Vertriebskanal: KI-Agenten sollen gebracht werden, Abonnements aus dem Bending-Spoons-Portfolio zu empfehlen: „Wir haben in die Optimierung unserer Kundenakquise mittels Empfehlungen durch KI-Agenten investiert.” Ausgezahlt hat sich das bislang nicht: „Obwohl dieser Kanal bislang nur marginal beigetragen hat, erwarten wir, dass dieser Beitrag mit der Zeit wachsen wird.”


(ds)



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