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Wie bei Star Wars: Startup testet Robotersoldaten im Ukraine-Krieg
Humanoide Roboter könnten eines Tages anstelle von Soldaten aus Fleisch und Blut einige der gefährlichsten Aufgaben im Krieg übernehmen – und ein Startup testet diese Idee bereits in der Ukraine.
Sankaet Pathak, Mitbegründer und CEO von Foundation, sagte, es gebe eine „moralische Verpflichtung“, humanoide Roboter an die Front zu schicken, anstatt sie „in Küchen“ zu stellen.
„Ich fand all diesen Kram rund um den Heimgebrauch irgendwie dumm“, sagte Pathak gegenüber Gründerszene. „Ich finde, die Leute können ihren Kaffee selbst kochen und ihre Wäsche zusammenlegen. Ich dachte mir: ‚Wir müssen etwas anderes machen.‘“
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Fortschritte in der Drohnentechnologie und Robotik sind mittlerweile zentraler Bestandteil des Arsenals der modernen Kriegsführung und ermöglichen präzise Angriffe in großem Umfang und zu geringeren Kosten; diese Fähigkeit hat jedoch nicht immer zu sauberen, risikofreien Operationen geführt.
Im Zeitalter intelligenter Waffen und KI-gestützter, autonomer Systeme birgt die moderne Kriegsführung nach wie vor ein hohes Risiko für zivile Opfer, insbesondere in dicht besiedelten städtischen Gebieten.
Pathak sagte, der derzeitige Ansatz in der Kriegsführung sei oft „rohe Gewalt“, bei der entweder das Leben von Soldaten riskiert oder ein Gebäude zerstört werde, um ein einzelnes Ziel zu eliminieren.
Er glaubt, dass Humanoide in Zukunft „präzise“ Operationen durchführen könnten, wie zum Beispiel die Entführung eines Ziels. Kurzfristig könnten sie militärische Operationen wie Aufklärung und Logistik unterstützen.
Foundation gab bekannt, kürzlich einen Test durchgeführt zu haben, der den Weg für solche Missionen ebnen könnte.
Im Februar schickte das Startup zwei seiner Phantom-Roboter an einen nicht genannten Ort in der Ukraine für eine geschlossene Pilotdemonstration.
„Man hört Bomben explodieren. Man hört, wie der Strom ausfällt. Man befindet sich mitten in einem Kriegsgebiet“, sagte Pathak über den Besuch von Foundation in dem Land, das seit Jahren gegen eine russische Invasion kämpft. „Sobald man Kiew verlässt, sind die meisten Orte ein Schlachtfeld.“
Der CEO erklärte, der Phantom-Test habe sich ausschließlich auf die „Abholung von Nachschub“ konzentriert, um zu demonstrieren, dass zweibeinige Roboter effektiv „Nachschub von außen nach innen transportieren und verhindern können, dass ein Soldat beschossen wird“.
Es habe „großes Interesse an dem gegeben, was dem Unternehmen mitgeteilt wurde“, sagte Pathak. Ein Sprecher von Foundation erklärte, das Startup habe zudem einen Vertrag über 24 Millionen Dollar mit dem Pentagon abgeschlossen. Eric Trump, der Sohn des Präsidenten, wurde im März zum Chefstrategen ernannt.
Humanoide Truppen sind noch nicht einsatzbereit
Pathak sagte, er wolle das Pilotprojekt in der Ukraine nicht „überbewerten“. Es bestehe nach wie vor eine große Lücke zwischen einem Humanoiden, der langsam eine Testküche reinigen kann, und einem, der auf dem Schlachtfeld im Feuergefecht einen M4-Karabiner einsetzen kann.
Die Batterielaufzeit und die Haltbarkeit gehören zu den Einschränkungen. Pathak sagte, Robotersoldaten bräuchten eine längere Batterielaufzeit und müssten Wasser, Staub und Stößen standhalten.
Zuverlässige Manipulation – die Fähigkeit eines Roboters, einen Gegenstand aufzunehmen und etwas damit zu tun, wie zum Beispiel den Abzug eines Gewehrs zu betätigen – bleibt ebenfalls ein großes technologisches Hindernis.
„Derzeit besteht die große technische Hürde darin, eine hochgeschickte Hand zu bauen, die zuverlässig und einfacher herzustellen ist, nicht zu massiv und nicht zu teuer“, sagte Pathak.
Der CEO gab ehrgeizige Prognosen zur Bewältigung dieser Herausforderungen ab und erklärte, dass die wichtigsten technischen Hürden innerhalb weniger Jahre überwunden werden könnten und dass humanoide Roboter innerhalb von fünf bis zehn Jahren komplexe Missionen wie die Zielerfassung durchführen könnten.
Roboter sollen Erlaubnis von Menschen bekommen, bevor sie andere Menschen töten
Über die technischen Fragen hinaus sind auch ethische Dilemmata im Zusammenhang mit autonomen Waffen zu berücksichtigen, darunter Bedenken hinsichtlich der Verantwortlichkeit, wenn Menschen nicht mehr in den Entscheidungsprozess eingebunden sind.
Pathak sagte, dass es zwar keine einfache Grenze gebe, die man um Autonomie ziehen könne, man aber unter normalen Umständen „wahrscheinlich einen Menschen im Regelkreis haben wolle, bevor irgendeine Art von Tötungsaktion ausgelöst wird“. Viele westliche Streitkräfte haben dies angesichts der rasanten technologischen Fortschritte bei künstlicher Intelligenz und autonomen Systemen zu einer Priorität gemacht, auch wenn das Ausmaß weiterhin aktiv diskutiert wird.
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„Wenn man also tatsächlich eine Waffe abfeuern muss, braucht man einen Menschen, der das wirklich genehmigt, was heute auch bei Drohnen der Fall ist“, sagte er. „Aber auch in diesen Fällen gibt es Ausnahmen, wie zum Beispiel eine Anti-Drohnen-Kanone oder das Iron Dome-System. Bei diesen kann man nicht auf menschliche Reaktionszeiten warten, da die Alternative eine 100-prozentige Gewissheit des Todes ist.“
Wettrennen um KI-Waffen
Die Verteidigungsindustrie insgesamt treibt Robotik und autonome Waffen als eine Frage der nationalen Sicherheit voran. Palmer Luckey, Mitbegründer von Anduril, hat wiederholt erklärt, dass die Vereinigten Staaten China bei KI-Waffen voraus sein müssen. Der oberste US-Admiral im Pazifik sagte diese Woche, dass der Vorsprung der USA gegenüber China bei der KI-Technologie bestenfalls nur sechs Monate bis ein Jahr betrage.
Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen hat sich Foundation besonders deutlich zum Einsatz von Humanoiden auf dem Schlachtfeld geäußert.
„Mut ist ein knappes Gut“, sagte Pathak und argumentierte, dass in China keine vergleichbare Debatte über militärische Humanoide geführt werde und dass die USA, Europa und ihre Verbündeten wachsam sein müssten. „Wenn man eine Utopie aufbaut“, sagte er, „muss man in der Lage sein, sie zu verteidigen.“
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Was Gründer wirklich antreibt – nicht das Geld, sagt Antler
Erfolgreich gründen ist Hochleistungssport, sagt Christoph Klink, General Partner bei dem Top-VC Antler. Zwar wird Gründen mit KI einfacher, aber der Weg zum Erfolg nicht. Warum extreme Leistung und Verzicht erforderlich sind.
Christoph Klink ist Partner beim global aktiven Early-Stage VC Antler, einer der größten Frühphasen-Investoren der Welt mit mehr als 1000 Startup-Investments.
Auf jeder Konferenz, in jedem Podcast, auf jedem Panel sage ich: Gesundheit, auch mentale Gesundheit ist zentral. Bitte verschleißt euch nicht. Der Wettbewerb ist heute stärker denn je: Neue Produkte entstehen schneller, erste Umsätze werden früher generiert und die Messlatte für Wachstum liegt höher. Und wenn ich mir ansehe, wie Gründerinnen und Gründer in diesem Umfeld erfolgreich arbeiten, stechen einige Punkte heraus.
Verzicht auf Urlaub, soziale Events, Sport
Alle machen große persönliche Einschnitte: der wiederholte Verzicht auf Urlaub, weniger Zeit mit der Familie, verpasste Hochzeiten und Geburtstage. Der Unterschied liegt lediglich darin, welche für sie am schwersten wiegen. Für 43 Prozent ist es laut einer Antler-Umfrage der Verzicht auf Urlaub. Für 25 Prozent ist Zeit mit der Familie oder beim Sport.
Trotzdem sagen nahezu alle, dass sie ihren Job lieben. Und fast die Hälfte sagt nicht etwa, dass sie die Einschnitte zähneknirschend hinnimmt – sondern, dass ihr Tempo und die hohen Anforderungen sie begeistern.
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Es ist Zeit, ehrlich damit zu sein: Gründen auf dem Niveau und in der Geschwindigkeit, die heute nötig sind, ist Hochleistungssport. Niemand käme auf die Idee, dass olympische Stabhochspringer nicht unfassbar hart trainieren. Der Aufbau einer extrem schnell wachsenden Firma ist nicht das Richtige für jeden. Und ein Platz auf dem Podest kommt nicht ohne Preis.
Die Überflieger: Höchstleistung als Grundprinzip
Wir haben im ersten Quartal 2026 mehr als 120 europäische Portfoliofirmen befragt (Anm. der Redaktion: Portfoliofirmen von Antler). Der weit überwiegende Teil sticht konsequent im Leben heraus: 72 Prozent der Gründerinnen und Gründer gehörten bereits vor ihrer ersten Unternehmensgründung zur Top-1-Prozent ihrer Altersgruppe – beispielsweise im Sport, im Akademischen oder beim E-Gaming.
Der Gründer von SkoneLabs, Marc Zwiebler, war Badminton-Nationalspieler. Daria Stepanova, Gründerin von Airmo hat drei Top Master-Abschlüsse in Raumfahrtmanagement, Mathematik und Ingenieurwesen abgeschlossen. Der Gründer von Peec AI, Marius Meiners, war unter den Global Top 100 bei League-of-Legends.
Und sie sind so international erfahren wie selten zuvor. 96 Prozent haben in einem anderen Land oder einer anderen Stadt gelebt als dem, in dem sie aufgewachsen sind.
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Motivation Nummer 1: Zweifler überzeugen
Was noch mehr hervorsticht, ist das Mindset. 71 Prozent der Founder werden täglich von dem Gedanken angetrieben, ihre Zweifler zu widerlegen. 55 Prozent nennen als primäre Motivation, das Beste aus sich herausholen zu wollen.
Dies sind keine Menschen, die Unternehmertum als Karrierestation gewählt haben. Das sind Menschen, für die Höchstleistung ein Grundprinzip ist. Die dafür brennen, eine Medaille zu erringen. Wie wir aus unseren anderen Studien wissen, ist es statistisch wahrscheinlicher, eine olympische Medaille zu gewinnen als ein Unicorn aufzubauen.
Die Geschichte, die man heute gerne erzählt, lautet: KI demokratisiert das Gründen. Jeder kann jetzt bauen. Die Eintrittsbarrieren sind gefallen. Das stimmt – und es stimmt nicht.
Ja, 93 Prozent der Gründerinnen und Gründer nutzen KI für Aufgaben, für die sie früher Spezialisten gebraucht hätten. Der Full-Stack-Founder, eine Person, die domänenübergreifend auf Spitzenniveau arbeitet, ohne für jede Funktion Spezialisten einzustellen, wird zur Norm. Einer von zehn bringt heute Produktideen in Stunden bis zum ersten Live-Test.
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Aber KI hat gleichzeitig das Wettbewerbsumfeld radikalisiert. Wenn alle dieselben Werkzeuge haben, ist die entscheidende Variable für Erfolg, wer diese Werkzeuge am effektivsten und konsequentesten einsetzt. Die Technologie egalisiert den Zugang. Sie egalisiert nicht den Antrieb und die Umsetzung.
52 Prozent unserer Gründerinnen und Gründer nennen Claude oder Claude Code als das Tool, auf das sie nicht mehr verzichten können – gegenüber 16 Prozent für ChatGPT. Aber das Entscheidende ist nicht, welche Tools sie nutzen. Viel wichtiger ist, wie und mit welchem Fokus und welcher Intensität sie das tun.
Hustle Culture: Belastbarkeit wird belohnt
79 Prozent antworten wichtigen Stakeholdern innerhalb einer Stunde. Mehr als zwei Drittel überwachen Wachstumskennzahlen täglich. 14 Prozent sagen, das Tempo fühlt sich nicht mehr nachhaltig an. 2 Prozent berichten, dass es ihre Leistungsfähigkeit aktiv beeinträchtigt.
Hier ist die unbequeme Wahrheit, die ich als Investor selten laut ausspreche: Dieses System belohnt eine sehr spezifische Art von Mensch. Menschen, die unter extremem Druck nicht nur funktionieren, sondern aufblühen. Die Höchstleistung nicht als Bürde erleben.
Für alle anderen, und das ist die Mehrheit, ist das kein nachhaltiges Modell. Und die Romantisierung der Hustle Culture ist mitverantwortlich dafür, dass das nicht immer klar genug gesagt wird.
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Warum der entscheidende Faktor Verzicht ist
Kapital ist nicht mehr der entscheidende Engpass. Technologie auch nicht. Geschwindigkeit ist heute die einzige Chance, einen Burggraben um ein Unternehmen auszuheben. Hinter dieser Geschwindigkeit steht immer ein Mensch, der bereit ist, anderes zurückzustellen.
Unsere Aufgabe als Investoren ist es, diese Menschen zu erkennen, zu unterstützen – und nicht so zu tun, als wäre das, was sie leisten, für jeden von uns erreichbar, erstrebenswert oder zumutbar.
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+++ Padelsmart +++ AENU +++ Savedroid +++ Impossible Founders +++ iF Momentum +++
#StartupTicker
+++ #StartupTicker +++ Febesol-Gründer Daniel Fellhauer startet Padelsmart +++ Philip Specht wird General Partner bei AENU +++ Über die „irre Schatzsuche“ bei Savedroid +++ Impossible Founders startet iF Momentum +++ So funktioniert beglaubigt.de +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Dienstag, 28. April).
#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries
+++ Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND
#STARTUPTICKER
Padelsmart
+++ Alle schwingen das Padel! Seriengründer Daniel Fellhauer (Febesol) drängt mit Padelsmart ins angesagte Padelsegment. Das Startup aus Monheim am Rhein entwickelt „ein digitalisiertes, AI-basiertes Modell für den Aufbau und Betrieb von Padel-Anlagen“. Zunächst plant das Team „20 Standorte mit insgesamt über 100 Courts“. Fellhauer schielt aber schon ins Ausland und nimmt Frankreich, Österreich, Polen und Tschechien ins Visier. Wichtig ist ihm bei allem der komplett digitale Betrieb aller Anlagen – „von der Buchung über den Zugang bis hin zur Nutzung“. „Wir bauen keine Sportflächen, wir bauen ein Produkt. Die Integration digitaler Funktionen ist dabei kein Zusatz, sondern Grundvoraussetzung. Wer diesen Markt analog betreiben will, wird ihn nicht skalieren können“, sagt der Unternehmer. Die Trendsportart Padel, die Elemente von Tennis, Squash und Badminton vereint, ist derzeit extrem angesagt. Bereits erfolgreich im Markt unterwegs ist das Münchner Sport-Startup PadelCity. In den vergangenen Jahren flossen insgesamt rund 15 Millionen in das Unternehmen, das unter anderem Plätze vermietet sowie Ausrüstung verleiht und verkauft. Das Berliner Padel-Startup Mitte sammelte zuletzt 3,5 Millionen ein. Und auch das Wiener Startup Smash setzt voll und ganz auf den Trendsport. Mehr über SportsTech
AENU
+++ Aufstieg! Philip Specht wird General Partner beim Berliner Impact-Investor AENU. „Seven portfolio companies came into the fund through him. trawa, GALVANY, Equitable Earth, re.solution, feld.energy, Apiday, Epyr. Philip was in the room for every one of them“, teilt der Geldgeber auf Linkedin mit. Specht wechselte Anfang 2024 vom Wiener Frühphaseninvestor Speedinvest zum Impact-Investor AENU, der 2021 von den beiden Szeneköpfen Fabian und Ferry Heilemann ins Leben gerufen wurde. Der junge Berliner ClimateTech-Investor verkündete im Herst 2024 das Final Closing seines ersten Fonds (170 Millionen). Mehr über AENU
Savedroid
+++ Lesenswert! Das Manager Magazin berichtet über die „irre Schatzsuche“ der Frankfurter Kryptofirma Savedroid. Weil ein Anwalt das Masterpasswort angeblich falsch notiert habe, kämpft Gründer Yassin Hankir seit mehr als sechs Jahren „vor Gericht um den Schatz seiner Börsenfirma“. Es geht wohl um rund 29 Millionen Euro. „Der Gründer hatte einen fatalen Fehler gemacht: Er vertraute die Schlüssel zu seinen digitalen Wallets einem Treuhänder an, der die Glaubwürdigkeit des Unternehmens untermauern sollte“, heißt es weiter. Eine Belohnung soll es nun richten. (Manager Magazin) Mehr über Savedroid
Impossible Founders
+++ Ein neuer DeepTech-Brutkasten! Die Hamburger Startup Factory Impossible Founders startet das Acceleration-Programm iF Momentum. „Startups erhalten 100.000 Euro Finanzierung und werden über sechs Monate hinweg dabei unterstützt, Pilotprojekte umzusetzen, Integration in realen Umgebungen nachzuweisen und die Grundlage für die nächste Finanzierungsphase zu schaffen“, heißt es zum Konzept. Die Hanseaten positionieren iF Momentum dabei aber nicht als „klassischen Accelerator“. Es gehe vielmehr „um ein hochselektive 1:1 Setup, das gezielt den Schritt von Forschung in industrielle Nutzung beschleunigt“. Mehr über Impossible Founders
beglaubigt.de
+++ Hinter beglaubigt.de verbirgt sich ein „digitaler Notar“. Das Team aus München konnte gerade 3,3 Millionen einsammeln. „Wir haben lange gebootstrapped, bis wir eine solide Kundenbasis und echte Traction aufgebaut hatten“, sagt Gründer Felix Gerlach. Mehr über beglaubigt.de
Startup-Radar
+++ Erneut bereichern vielversprechende Neugründungen die Startup-Szene. Im Folgenden stellen wir diese junge Unternehmen vor: Fertara, NeoBid, Tutel, 3tag und pace club. Mehr im Startup-Radar
#DEALMONITOR
Investments & Exits
+++ Stuttgarter Robotik-Startups Sereact sammelt 110 Millionen ein +++ Cyber Security-Startup QuoIntelligence erhält 7,3 Millionen +++ Noreja bekommt 1,1 Millionen +++ Cohere übernimmt Aleph Alpha. Mehr im Deal-Monitor
Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3
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Israelische Ex-Soldaten verkaufen Cybersecurity-Startup für fast 8 Milliarden
Zwei Ex-Soldaten bauen mit Armis ein Milliarden-Startup – und schützen damit die Geräte, die bisher niemand auf dem Schirm hatte.
Nicht im Startup-Inkubator, sondern in einer Eliteeinheit der israelischen Armee haben sich Yevgeny Dibrov und Nadir Izrael kennengelernt. Jahre später bauen sie ein Unternehmen, das ein Problem löst, das selbst große Konzerne lange übersehen haben: die Sicherheit ihrer wichtigsten Maschinen.
Fabrikroboter, Infusionspumpen, Überwachungskameras – genau die Geräte, von denen ganze Unternehmen abhängen, sind oft kaum geschützt. Mit Armis Security wollen Dibrov und Izrael das ändern. Das läuft so erfolgreich, dass ServiceNow, eine Cloud-Plattform zur Automatisierung von Geschäfts- und IT-Abläufen, Armis Security nun für 7,75 Milliarden US-Dollar übernommen hat.
Wie aus einer Militärfreundschaft ein Milliardenunternehmen wurde
Schon während ihrer Zeit in der Armee arbeiteten die beiden Gründer an einem geheimen Projekt, das mit dem israelischen Verteidigungspreis ausgezeichnet wurde. „Das war der erste Moment, in dem wir unsere Stärken in Teamwork unter extremem Druck entdeckt haben“, meint Izrael. Nach dem Militärdienst treffen sie sich dann wieder am Technion, dem israelischen MIT, wo sie gemeinsam Informatik studieren.
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Dibrov arbeitet nach dem Studium zuerst bei Adallom, einem Cloud-Security-Unternehmen, das später an Microsoft verkauft wurde. Als er hier 2015 mit potenziellen Kunden spricht, kommt er auf die Idee: „Wir saßen stundenlang mit Chief Security Officers, IT-Managern und Fabrik-Ingenieuren aus allen Branchen zusammen – von Tech über Fertigung bis Airlines“, erinnert sich Dybrov. „Wir wollten nicht die coolste Tech erfinden, sondern das größte Problem verstehen.“
Die größte Lücke sitzt nicht im Server – sondern in der Maschine
Was ihm dabei auffiel? Laptops und Server ließen sich mit Antiviren-Software schützen. Aber alles andere – Fabrikroboter, Infusionspumpen oder Überwachungskameras – blieben ungeschützt. Dies sei vielen CEOs nicht bewusst, dabei seien besonders diese Geräte oft sehr kritisch. „Was ist in einem Krankenhaus wichtiger als eine Infusionspumpe? Oder in einer Fabrik als ein Roboterarm?“, meinen Izrael und Dibrov zu Gründerszene.
Diese Blindheit in kritischen Umgebungen sei auch Hackern bekannt. Besonders staatliche Akteure aus Russland, Iran, Nordkorea oder China würden das Ausnutzen und wichtige Infrastruktur digital angreifen. „Die Attacken auf Versorgungsbetriebe, Industrie und Flughäfen nehmen stark zu“, warnt Dibrov. „Und es lohnt sich für Hacker: Diese Umgebungen bringen Geld.“
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Aus diesen Erkenntnissen entstand dann Armis Security. Die Gründer meinen dabei, sie würden auf einen riesigen Markt mit schwieriger Technik wetten. Der Vorteil: Dieser sei weit entfernt von dem, was Konkurrenz aus dem Silicon Valley schnell kopieren könnte. „Wir lieben Herausforderungen, die nicht mit 20 Entwicklern lösbar sind“, sagt Dibrov.
Das „Shazam für Maschinen“
Armis wolle das Problem lösen, ohne Software auf jedem Gerät installieren zu müssen. Dafür müsse man erstmal die einzelnen Schwachstellen identifizieren: „Stellt euch das Shazam für Maschinen vor“, erklärt Izrael. Shazam ist dabei eine App, die Musiktitel durch Zuhören erkennt.
Das System von Armis positioniere sich als Beobachter im Netzwerk von Firmen – ähnlich wie Shazam bei Musik. Dabei würde es den Datenverkehr aus Protokollen, Verhaltensmustern und Timing analysieren. Aus diesen Signalen entstehe dann ein digitaler Abdruck jedes Geräts. Aus diesem könne man ableiten, welche Software laufe und ob diese bekannte Schwachstellen habe. Auffälligkeiten, wie Kontakte zu russischen Servern, würden dann vom System kontrolliert werden.
„Innerhalb von Minuten sehen Kunden mehr, als sie je wussten“, sagt Izrael zu Gründerszene. „Plötzlich entdecken sie Geräte, die davor niemand kannte.“
Warum die Weltlage ihr Geschäft beschleunigt
Doch Armis bleibe nicht bei der Diagnose, sondern werde auch zum Therapeuten. Das System könne die Pfade nachzeichnen, die Hacker tatsächlich nutzen würden. Statt vieler isolierter Schwachstellen priorisiere es: „So können wir zum Beispiel die drei kritischsten Lücken, die 80 Prozent der Angriffe verursachen würden, schließen.“ Die Gründer meinen: „Die besten Angriffe sind die, die nie passieren.“
Die geopolitische Situation habe ihr Geschäftsmodell dabei gestärkt: Schon 2017 traf NotPetya, eine russische Cyberwaffe aus dem Ukraine-Krieg, Mondelez – einen frühen Armis-Kunden und Süßwarenkonzern. „Damals sagten die Chief Security Officers noch: ‚Staaten interessieren sich nicht für uns.‘ Heute wissen sie aber: Jeder ist ein Ziel.“
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