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Künstliche Intelligenz

Airseekers Tron im Test: Leistungsstarker Mähroboter mit speziellem Mulchsystem


Der Airseekers Tron mäht ohne Kabel, mit RTK, fünf Kameras und Flowcut. Ob er damit im Alltag überzeugt, zeigt der Test.

Der Airseekers Tron ist ein auffälliger Mähroboter, der je nach Modell für größere Rasenflächen von 1800 m², 2400 m² und 4000 m² vorgesehen ist. Er arbeitet ohne Begrenzungskabel, nutzt (N)RTK und setzt zusätzlich auf mehrere Kameras. Das Flowcut-System soll Schnittgut ansaugen und besonders fein zerkleinern. Hinzu kommen ein interessantes Design und ein starker Akku. Ob das im Alltag überzeugt, zeigt der Test.

Design und Verarbeitung

Der Airseekers Tron wirkt nicht wie ein dezenter Gartenroboter, sondern auf den ersten Blick wie ein zu klein geratenes Offroad-Quad mit seltsamen Vorderrädern. Während die Hinterräder groß und grob profiliert sind, stehen die Vorderräder schräg und jeweils im 45-Grad-Winkel nach innen eingeschlagen. Dabei handelt es sich um omnidirektionale Räder, die Bewegung nicht nur in eine, sondern in mehrere Richtungen erlauben – obwohl sie starr montiert sind. Das Gehäuse ist groß, kantig und bietet optisch eine Art externen Rahmen oder Gitterstruktur, was robust und modern wirkt.

Mit rund 35 cm Bauhöhe gelangt der Tron nicht unter niedrige Gartenmöbel oder flache Überhänge. Für verwinkelte Gärten mit vielen Engstellen ist das ungünstig, auf offenen Flächen stört die Größe weniger. Der Materialeindruck ist solide, das Gehäuse wirkt stabil und nicht zu filigran. Der Lieferumfang ist ausreichend umfangreich, sofern die RTK-Antenne direkt an der Ladestation aufgestellt werden kann. Ansonsten fehlt ein Verlängerungskabel, das separat erworben werden muss. Alternativ hat eines der letzten Updates vor dem Test die Net-RTK-Funktionalität freigeschaltet. Dann ist keine zusätzliche Antenne mehr nötig, sondern eine Datenverbindung. Diese ist nach Angaben des Herstellers kostenfrei – allerdings nur für zwei Monate.

Eine Garage gehört nicht zur Grundausstattung, dabei hätte sie womöglich ein Problem verhindern können, das bei dem ersten Testgerät zum Austausch führte. Denn an den Ladekontakten von Roboter und Station bildeten sich Verbrennungen wie durch einen Lichtbogen, wodurch der Roboter nicht mehr laden konnte. Grund könnten die komplett ungeschützten Ladekontakte sein – Strom und Regenwasser sind eine schlechte Kombination. Dabei ist der Wetterschutz für Roboter und Station grundsätzlich mit IPX6 angegeben, beides also auch gegen Strahlwasser resistent. Dank Regensensor fährt der Mäher bei einem Schauer auf Wunsch zurück in die Station. Ein Display gibt es am Mäher nicht, wohl aber drei Tasten zur grundlegenden Steuerung.

Die Standard-Schnittbreite beträgt 22 cm. Mit der größeren Scheibe, die im Shop erhältlich ist und aktuellen Modellen kostenfrei beiliegt, beträgt sie etwa 27 cm. Einen separaten Kantentrimmer gibt es nicht. Dadurch bleibt an Mauern, Beeten und festen Begrenzungen ein ungemähter Rand von etwa 12 cm stehen, mit der größeren Scheibe rund 7 cm.

Das Schneidwerk sitzt mittig unter dem Roboter. Die Standard-Schnittbreite beträgt 22 cm. Mit der größeren Scheibe, die im Shop erhältlich ist und aktuellen Modellen kostenfrei beiliegt, beträgt sie etwa 27 cm. Einen separaten Kantentrimmer gibt es nicht. Dadurch bleibt an Mauern, Beeten und festen Begrenzungen ein ungemähter Rand von etwa 12 cm stehen, mit der größeren Scheibe rund 7 cm.

Eine Besonderheit ist das Flowcut-System. Airseekers verwendet drei übereinanderliegende Klingenpaare sowie eine Art Rotor über dem Mähwerk, mit dem ein Sog erzeugt wird. Schnittgut soll dadurch aufgerichtet, aufgewirbelt und mehrfach geschnitten werden. Das sollte sich zumindest bei höherem Gras positiv bemerkbar machen, da kleine Grasstückchen besser zwischen den Halmen auf den Erdboden rieseln und ihm so wieder Nährstoffe zuführen können. Ein weiterer Pluspunkt ist der wechselbare Akku. Bei besonders großen Flächen kann so theoretisch die Ladezeit umgangen werden. Externer Akku und das passende Ladegerät müssen separat erworben werden.

Inbetriebnahme und App

Da kein Begrenzungsdraht verlegt werden muss, ist die grundsätzliche Installation des Airseekers Tron schnell erledigt. Neben dem Aufbau von Ladestation und gegebenenfalls RTK-Antenne erfolgt nur noch die Einbindung in die Airseekers-App. Am einfachsten gelingt das über das Einscannen des QR-Codes, der sich hinter einer Klappe auf der Rückseite des Roboters verbirgt. Wer Net-RTK nutzen möchte, braucht die RTK-Antenne nicht. Ein Wechsel zwischen RTK und Netzwerk-RTK lässt sich später über die App vornehmen, allerdings ist dann eine neue Kartierung nötig – was unpraktisch ist.

Die App bietet trotzdem die meisten wichtigen Grundfunktionen. Dazu gehören Kartenverwaltung, Zonen, Sperrbereiche, Verbindungspfade, Zeitpläne, Randmähen, Zonenmähen und globales Mähen.

Die Kartierung erfolgt wie gewohnt per Fernsteuerung in der App. Der Nutzer fährt dabei den Roboter wie ein ferngesteuertes Auto entlang von Rasengrenzen, internen Ausgrenzungen wie Beeten und Verbindungswegen zwischen Mähzonen, von denen der Tron bis zu 80 speichert. Das ist bei kabellosen Mährobotern üblich, verlangt aber Sorgfalt. Erschwert wird dies durch die vorderen, starren omnidirektionalen Räder, wodurch der Roboter bei jeder Unebenheit vorn etwas aus der geplanten Bahn geschubst wird. Das Fahrverhalten bei der Kartierung ist dadurch teils recht nervös, besonders an langen Geraden, auch wenn der Roboter dies durch schnelles Gegensteuern selbstständig wieder ausgleicht. Da die Pendelbewegungen durchaus einige Zentimeter betragen können, ist besonders genaues Fahren damit kaum möglich.

Eine automatische KI-Kartierung wurde vom Hersteller angekündigt, war zum Testzeitpunkt aber noch nicht verfügbar. Die App bietet trotzdem die meisten wichtigen Grundfunktionen. Dazu gehören Kartenverwaltung, Zonen, Sperrbereiche, Verbindungspfade, Zeitpläne, Randmähen, Zonenmähen und globales Mähen. Auch die Schnitthöhe lässt sich elektrisch einstellen, der Bereich reicht von 30 bis 90 mm. Die hohe Maximalschnitthöhe ist praktisch, wenn der Rasen nach einer längeren Pause nicht sofort zu stark gekürzt werden soll.

Die Airseekers-App bietet Zugriff auf die wichtigsten Einstellungen des Roboters. Allerdings könnte sie etwas intuitiver sein.

Die App zeigt Statusinformationen zu Akku, Verbindung und Positionierung. Außerdem gibt es Einstellungen für Licht, Stimme, Nachtmodus und Firmware-Aktualisierungen. Die LED-Beleuchtung an Roboter und Station ist auffällig und stylish, kann aber leider nur ganz oder gar nicht abgeschaltet werden – trotz Nachtmodus. Mit diesem werden die Helligkeit zwar automatisch deutlich gedimmt und Tonsignale abgeschaltet, weiteren Einfluss darauf hat der Nutzer jedoch nicht. Früher offenbar vorhandene Probleme mit der deutschen Lokalisierung der App sind inzwischen weitgehend behoben. Was fehlt, sind feinere Einstellungen für schwierige Bereiche und die Hinderniserkennung. Im Fernsteuermodus, in dem man durch die einzelnen Kameras schauen kann, waren bei dem Testgerät die seitlichen Kameras extrem überbelichtet und die hintere blieb schwarz.

Ein Hauptkritikpunkt: Ein Bearbeiten von bestehenden Zonen ist nicht möglich, und das Zusammenführen zweier direkt nebeneinanderliegender Zonen mit teilweiser Überlappung funktionierte im Test trotz entsprechender Option in der App ebenfalls nicht. Das ist für einen Hersteller, der von Beginn an Automapping und einige andere Dinge, wie mähbare Muster verspricht, ein erheblicher Mangel. Auch eine Einbindung ins Smart Home ist derzeit nicht möglich.

Der Airseekers Tron ist geländegängig, bietet einen großen und austauschbaren Akku, ist im Mähbetrieb aber relativ laut.

Navigation und Hindernisvermeidung

Der Tron nutzt RTK oder wahlweise Netzwerk-RTK, VSLAM und ein Kamerasystem mit fünf Kameras. Im klassischen RTK-Betrieb wird die beiliegende GPS-Antenne aufgestellt, die wie immer freie Sicht nach oben haben muss. N-RTK kommt ohne diese zusätzliche Hardware im Garten aus, setzt aber eine stabile Datenverbindung voraus. Dafür kommen WLAN oder 4G infrage. Der Hersteller spricht dank der Kameras von 300-Grad-Sicht. Der große Tron besitzt Frontkameras, Seitenkameras und eine einzelne Heckkamera. Damit soll er Grenzen erkennen, Hindernissen ausweichen und ohne Begrenzungskabel sauber arbeiten.

Im Alltag zeigt sich ein typisches Problem von GPS-basierten Mährobotern, auch wenn es beim Airseekers-Modell nur moderat ausfällt: RTK-Systeme funktionieren auf offenen Flächen am besten, Bereiche unter Bäumen, an Hauswänden, neben hohen Hecken oder in Schattenlagen erschweren die genaue Ortung. Entsprechend bleibt die Navigation des Tron lange ausreichend stabil, wirkt aber in Bereichen mit schwachem GPS-Empfang zunehmend weniger souverän. Dann stoppt der Mäher häufiger und arbeitet weniger effizient. Einmal kam es im Test an einer schwierigen Stelle sogar zum Stillstand, bis das Modell manuell in einen Bereich mit freiem Blick in den Himmel gefahren wurde. Generell wirkt der Roboter auch etwas konfus und mäht bisweilen unvermittelt an einer anderen Stelle im Garten, um später seine Arbeit an der kürzlich zurückgelassenen Stelle zu beenden.

Die Spurführung ist ein weiterer Kritikpunkt. Die schräg stehenden Vorderräder führen auf unebenem Rasen zu einem unruhigen Lauf, wodurch keine geraden Linien, sondern immer leichte Schlangenlinien entstehen. Diese sind zwar auf lange Sicht ebenfalls schnurgerade, wirken in der Nahbetrachtung jedoch immer etwas wackelig. Die Hinderniserkennung ist brauchbar, aber nicht fehlerfrei. Große, gut sichtbare Objekte wurden im Test meist erkannt. Kleinere oder ungünstig liegende Hindernisse schräg versetzt zur Fahrtrichtung machten mehr Schwierigkeiten. Ein Tennisball wurde nicht zuverlässig erkannt, und ein Gartenschlauch wurde meist, aber nicht immer souverän umfahren. Auch beim Rangieren kann der Roboter trotz seitlicher Kameras Objekte berühren oder verschieben, dabei sollen die genau das verhindern.

Bei der Geländegängigkeit ist der Tron gut aufgestellt. Airseekers nennt eine Hindernisüberwindung von 5 bis 6,5 cm, eine Dachlatte mit 3,7 cm überwand er im Test problemlos. Die Steigfähigkeit liegt laut Hersteller bei 65 Prozent respektive 33 Grad. Trotzdem drehen die angetriebenen Hinterräder selbst auf trockenem Rasen meist kurz durch, bevor sie Grip finden und das lange Chassis herumwuchten können. Auf feuchtem oder weichem Untergrund kommt es noch deutlich mehr zu durchdrehenden Rädern, und einmal hat sich der Tron im Test sogar auf sandiger Erde festgefahren. Für schmale, verwinkelte Gärten ist er deshalb nur eingeschränkt geeignet, zumal er im Test Durchfahrtsbreiten von 80 cm noch ordentlich bewältigte, die Durchfahrtswahrscheinlichkeit bei 70 cm aber schon deutlich sank. Zur tatsächlichen Mindestdurchfahrtsbreite macht der Hersteller keine klaren Angaben. Der Randschnitt ist ebenfalls ein Problem, darauf wird im nächsten Kapitel eingegangen.

Bei der Geländegängigkeit ist der Tron gut aufgestellt. Airseekers nennt eine Hindernisüberwindung von 5 bis 6,5 cm, eine Dachlatte mit 3,7 cm überwand er im Test problemlos. Die Steigfähigkeit liegt laut Hersteller bei 65 Prozent beziehungsweise 33 Grad.

Mähleistung im Alltag

Beim Mähen hat der Airseekers Tron viel Kraft. Der Hersteller nennt für das Mähwerk 300 W Nennleistung und eine deutlich höhere Spitzenleistung. Damit erreicht die Drehscheibe bis zu 6000 Umdrehungen pro Minute und soll so für einen sauberen Schnitt sorgen. Im Test kam der Roboter auch mit höherem Gras grundsätzlich zurecht, auch wenn er dafür nicht ausgelegt ist. Das Flowcut-System ist interessant, hat im Test jedoch nicht überzeugt. Bei regelmäßig gepflegtem Rasen soll es helfen, Schnittgut feiner zu verteilen. Bei manuell vorgeworfenen längeren Halmen blieben im Test jedoch sichtbare Reste liegen – ähnlich wie bei anderen Mährobotern.

Die empfohlene Fläche liegt beim großen Tron bei 2400 Quadratmetern. Solche Angaben hängen aber stark von der Beschaffenheit des Gartens ab. Im Test in einem teils recht verwinkelten Garten mähte der Tron mit einer Akkuladung problemlos rund 350 Quadratmeter und hatte danach noch Reserven. Das ist eine starke Leistung.

Die größte Schwäche ist der Randschnitt. Da das Mähwerk mittig sitzt, bleibt an festen Begrenzungen ein Streifen stehen, was an Mauern, Zäunen oder Hochbeeten Nacharbeit nötig macht. Bei aktivierter Hinderniserkennung befährt der Tron die angelernten Grenzen nicht, wenn Zweige in die Mähfläche ragen. Er weicht ihnen aus und lässt das Gras darunter ungemäht. Dieses Verhalten zeigen grundsätzlich alle Mähroboter mit aktivierter Hinderniserkennung. Allerdings lässt sich diese pro Zone abschalten, sodass zumindest unter Büschen gemäht wird. Vorteilhafter wäre eine Lösung wie bei Sunseeker, bei der bestimmte Bereiche markiert werden können – etwa bei in der Rasenfläche stehenden Bäumen und Büschen – in denen die Hinderniserkennung deaktiviert wird. Dann müsste sie nicht für die gesamte Zone ausgeschaltet werden, sondern nur für einzelne Flächen.

Und eine weitere Problematik ist aufgefallen: die Lautstärke. Gemeint ist damit nicht nur das Fahr- und Mähgeräusch, das mit über 60 dB und beim Mähen nahe 70 dB aus einem Meter Entfernung gemessen wurde. Das ist für einen Mähroboter deutlich zu laut. Hinzu kommen zudem diverse Piepgeräusche, deren Lautstärke sich nicht einstellen lässt. Diese sind mitunter drei Gärten weiter zu hören. Nur die Sprachausgabe lässt sich in der Lautstärke regeln.

Akku

Der Akku mit seinen 15 Ah ist eine klare Stärke des Airseekers Tron. Wer möchte, kann dank Wechselmöglichkeit einen zweiten Akku samt externem Ladegerät hinzukaufen und dann ohne Ladezeit weitermähen. Außerdem wird so ein einfacher Wechsel bei Verschleiß oder Defekt des Akkus möglich – das bieten nicht viele Konkurrenten. Die Laufzeit liegt bei rund drei Stunden am Stück, danach geht es zum Zwischenladen. Die Ladezeit beträgt etwa zweieinhalb Stunden.

Preis

Den Airseekers Tron gibt es in drei Varianten. Der SE mit einem 10-Ah-Akku unterstützt Rasenflächen bis 1800 m² und kostet regulär 1399 Euro und war auch schon für 1199 Euro im Angebot. Der Tron 2400 mit 15-Ah-Akku für 1999 Euro ist für Rasenflächen bis 2400 m² ausgelegt, während der Tron Plus, ebenfalls mit 15 Ah-Akku, für 2299 Euro Rasengrößen bis 4000 m² mäht.

Fazit

Der Airseekers Tron ist kein schlechter Roboter, aber er wirkt insgesamt wie von der Zeit überholt. So verlässt er sich auf GPS-Empfang zur Navigation satt Lidar, setzt auf die starr montierten Vorderräder, die schon beim Ecoflow Blade (Testbericht) keine gute Idee waren und hat auch bei der App immer noch Aufholbedarf zu den Versprechungen des Herstellers. Deren Umfang ist außerdem noch zu gering, vor allem fehlt eine Editierfunktion für bestehende Mähzonen. Dabei ist längst nicht alles negativ. Positiv sind der große wechselbare Akku, die kräftige Antriebstechnik, die hohe Steigfähigkeit und das grundsätzlich vor allem auf offenen Flächen gut funktionierende kabellose Navigationskonzept. Auch das Flowcut-System ist ein interessanter Ansatz, auch wenn es nicht restlos überzeugt hat.

Im Alltag überwiegen leider die Probleme. Die Navigation wirkt in schwierigen Bereichen nicht immer sicher und an festen Grenzen mäht er nicht randlos. Die Hinderniserkennung ist hilfreich, aber nicht verlässlich. Hinzu kommt eine zu hohe Lautstärke von Motor, Mähscheibe und akustischen Warnsignalen. Vieles davon könnte per Software behoben oder verbessert werden, allerdings hatte der Hersteller dafür bereits mehr als genug Zeit. So wird es schwierig, eine Empfehlung auszusprechen.



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E-Auto-Prämie: Endgültig verabschiedet, auch Bundesrat hat zugestimmt


Das neue Förderprogramm für Elektroautos kann wie geplant rückwirkend für Zulassungen seit Jahresanfang genutzt werden. Dem hat nach dem Bundestag auch der Bundesrat in Berlin zugestimmt. Vorgesehen ist, dass die staatliche Förderung von Privatkunden beim Kauf von batterieelektrische Autos, Plug-in-Hybriden und Elektroautos mit Range Extender beantragt werden kann.

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Shenxing Akku CATL

Shenxing Akku CATL

(Bild: 

Florian Pillau

)

Je nach Fahrzeugart und persönlichen Umständen liegt die Förderung zwischen 500 und 6000 Euro. Allerdings gibt es Einkommensobergrenzen, bis zu denen sie ausgezahlt wird. Diese liegen bei 80.000 Euro Haushaltseinkommen im Jahr, mit zwei Kindern bei 90.000 Euro.

Die Basisförderung beträgt für batterieelektrische Autos 3000 Euro. Für Haushalte mit einem Einkommen von maximal 60.000 Euro gibt es 4000 Euro, für Haushalte mit einem Maximal-Einkommen von 45.000 Euro sind 5000 Euro vorgesehen. Pro Kind steigt die Förderung um 500 Euro, insgesamt um höchstens 1000 Euro.

Die Regelung für den Zeitpunkt 1. Januar, ab dem die Förderung frühestens in Anspruch genommen werden kann, war angehängt an das Gesetz zur Verbesserung des Verbraucherschutzes beim Abschluss von Kreditverträgen. Der Bundesrat stimmte also nicht getrennt über die E-Auto-Förderung ab. Den inhaltlichen Details der neuen Kaufprämie mussten Bundestag und Bundesrat nicht zustimmen.


(fpi)



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Deutsche Bahn: Langjähriger Abwärtstrend der Infrastruktur gestoppt


Die Deutsche-Bahn-Tochter InfraGO, zuständig für die Infrastruktur des deutschen Schienennetzes und der Bahnhöfe, hat ihren jährlichen Zustandsbericht vorgelegt. Nach dieser Selbstbenotung bleibt es bei einer glatten 3, so wie schon im Vorjahr. Mehr als 380.000 Anlagen wurden hierfür nach Schulnotenlogik bewertet. Die DB-Konzernchefin Evelyn Palla appelliert an den Bund, weitere Milliarden Euro bereitzustellen, um den Investitionsstau der vergangenen Jahrzehnte abzubauen. Palla hatte bereits im November angekündigt, dass sich Fahrgäste 2026 auf mehr als 28.000 Baustellen und dadurch verursachte Verspätungen einstellen müssen.

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Am schlechtesten steht es um die Stellwerke in Deutschland. Sie werden mit 4,02 bewertet – neuwertige oder Anlagen in gutem Zustand wurden hier kaum festgestellt. Am besten steht es um die Lärmschutzbauwerke: Note 1,90. Auf den Plätzen 2 und 3 stehen Tunnel und Stützbauwerke (beide 2,17). Zu den Gewerken mit dem größten Handlungsbedarf zählen neben Stellwerken auch die Bahnübergänge (3,65, 2024 noch 3,58) und die Weichen (3,06). Der Anteil aller Anlagen im Schienennetz, die aufgrund ihres Zustands erneuert werden müssen (Note 4 und schlechter), liegt aktuell bei 16,1 Prozent. 2024 lag dieser Anteil mit 16,8 Prozent etwas höher.

Die Bahn spricht insgesamt von einer Stabilisierung des Zustands. Der langjährige Abwärtstrend sei gestoppt. Zur Stabilisierung haben unter anderem die Bahnhöfe beigetragen, deren Zustand sich mit einer Bewertung von 2,96 (2024: 3,03) leicht verbesserte. Im Jahr 2025 wurden 124 Bahnhöfe komplett erneuert. Insgesamt flossen in dem Jahr rund 19,9 Milliarden Euro in die Instandhaltung und in Ersatzinvestitionen. Für 2026 plant die Bahn, die Investitionen auf mehr als 23 Milliarden Euro ins Schienennetz zu erhöhen.

Beim Blick auf die Bundesländerkarte ergibt sich ein interessanter Kontrast zwischen Ost und West. Bei den Zustandsnoten für den Fahrweg liegen ostdeutsche Bundesländer wie Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg mit Noten von 2,65 bis 2,89 vorn, während Nordrhein-Westfalen mit 3,26 das Schlusslicht bildet. Weitere Bundesländer im Westen und Nordwesten liegen mit Noten im Dreier-Bereich nur knapp davor. Diese Verteilung ergibt sich durch die umfassenden Investitionen in das Schienennetz seit der Wiedervereinigung. Der marode Zustand betrifft dabei nicht nur das Schienennetz: Auch rund 25.000 Kilometer deutscher Fernstraßen gelten als sanierungsbedürftig. Anders bei den Bahnhöfen: Hier liegt Schleswig-Holstein mit 2,47 vorn, vor Bremen (2,66) und Hamburg (2,75). Schlusslicht ist hier Berlin mit Note 3,40 hinter Thüringen (3,27) und Sachsen (3,12).


(mki)



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Google Fotos ade: Open-Source-Alternative Immich im Praxistest


Lange waren selbst gehostete Fotogalerien hässlich, langsam und unbedienbar. Doch das hat sich geändert: Mit Immich gibt es eine Open-Source-Alternative, die optisch und funktional auf Augenhöhe mit Google Fotos liegt – inklusive KI-Suche, Gesichtserkennung und smarter Alben. c’t 3003 hat eine 700 GByte große Fotobibliothek komplett von iCloud und Google Fotos auf den eigenen Server umgezogen und zeigt Schritt für Schritt, wie das geht – und welche Stolperfallen unterwegs lauern.

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(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guckt mal hier, das ist nicht Google Fotos, sondern das ist die Open-Source-Fotoverwaltung Immich, die komplett auf meiner eigenen Hardware läuft. Sieht super aus, oder? Ja, tatsächlich hat die Software bei mir komplett Google Fotos und iCloud ersetzt. Beides habe ich gelöscht bzw. das teure Abo gekündigt. Und das, obwohl ich gut 700 GByte Daten habe, über 23.000 Fotos und 4000 Videos. Das spart mir nicht nur die monatlichen Abogebühren an Apple und Google, sondern die KI läuft auch lokal und nicht irgendwie in den USA. Und wenn das Internet mal ausfällt, habe ich trotzdem alle Fotos, sofort und ohne Ladebalken.

Ich wollte das eigentlich schon ewig machen, aber lange Zeit war das Problem: Selbst gehostete Fotogalerien sahen aus wie Websites aus dem Jahr 2003. Furchtbar zu bedienen und furchtbar anzuschauen. Das hat sich aber zum Glück geändert. Und ich finde, inzwischen ist diese Software sogar besser als die US-Cloud-Anbieter. Und dann gibt es auch noch PhotoPrism für Profis oder ihr verwendet Nextcloud für eure Fotos. Alles eine gute Alternative zu den kommerziellen Cloud-Diensten. Also bleibt dran.

Liebe Hackerinnen, liebe Internet-Surfer, herzlich willkommen hier bei …

So, fangen wir mit der Lösung an, die für die meisten wahrscheinlich am interessantesten ist: Immich. Relativ neu, Open Source und in erstaunlich kurzer Zeit zu einem echten Phänomen in der Self-Hosting-Community geworden. Warum? Weil das einfach aussieht und sich auch anfühlt wie ein modernes Premium-Produkt, also wie Google Fotos oder Apple Fotos. Ich meine, ich kann hier butterweich durch die letzten Jahre meiner Fotobibliothek scrollen, ich kann einfach in natürlicher Sprache suchen und ich muss mich null um irgendwelche Ordnerstrukturen kümmern. Ich meine, ich hätte darauf vielleicht noch Bock, aber da ich hier Accounts für die ganze Familie anlegen kann, ist das schon nice, wenn die Oberfläche so simpel wie möglich gehalten wird. Und Alben sind ja auch irgendwie die besseren Ordner, wenn man so Fotos verwaltet.

Ansonsten hat Immich so ziemlich alles, was ihr vielleicht bei Apple oder Google Fotos gut findet. Also so einen Rückblick: Heute vor X Jahren, eine ziemlich umfangreiche Suchfunktion und die Geschwindigkeit ist in meinen Tests deutlich vor Google und Apple Fotos. Also wenn ich da zufällig auf ein bestimmtes Datum zurückscrolle, sind da die Preview-Thumbnails direkt da und auch das große Bild lädt direkt. Bei Apple und bei Google hat das immer so ein bisschen Bedenkzeit gebraucht. Also Immich hat bei mir in den paar Wochen, in denen ich das jetzt produktiv verwende, echt ziemlich problemlos funktioniert.

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Um Immich zu verwenden, habt ihr drei Möglichkeiten: Ihr packt das per Docker auf euren Heimserver, ihr installiert das auf einem gemieteten VPS, oder ihr holt euch das schon fertig gehostet bei Anbietern wie pixelunion.eu. Da bekommt ihr 16 GByte kostenlos und zahlt dann für größere Speichermengen. Also ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, das mal auszuprobieren oder wenn man wirklich gar keinen Bock auf selbst hosten hat.

Aber der eigentliche Reiz liegt ja darin, dass ich eben nicht mehr auf teure Monats-Abos angewiesen bin und die volle Kontrolle habe. Ich habe Immich deswegen auf meinem NAS installiert. Das hat ordentlich Power, also darin steckt ein Intel Pentium Gold 8505 mit 5 Kernen und 6 Threads und 8 GByte DDR5-RAM. Das schafft auch das ganze Machine Learning ohne Probleme.

Ihr könnt Immich theoretisch auch auf einem Raspi betreiben. Ich habe das auf meinem Raspi 4B mit 8 GByte RAM und einer per USB angeschlossenen SSD getestet, installiert über CasaOS. Das geht, wirklich einfach sogar. Aber – und da kommt der Haken – die KI-Features bringen den kleinen Raspi schon ins Schwitzen. Gesichtserkennung, smarte Bildsuche, das läuft da nicht wirklich rund, weil das ewig braucht, um die ganzen Bilder zu verarbeiten.

Ihr habt zwei Optionen: Entweder ihr schaltet Machine Learning in den Einstellungen einfach ab oder ihr nutzt Remote Machine Learning. Ihr sagt Immich also: Bitte rechne das Zeug nicht selbst aus, sondern schick die Aufgabe übers Netzwerk an meinen Desktop-Rechner oder Mac. Der hat die Power und der Raspi hat dann Ruhe. Dazu setzt ihr einfach auf eurem Rechner einen kleinen Server über Docker auf, die genaue Anleitung dafür und natürlich zu allem anderen aus dem Video verlinke ich euch unten in der Videobeschreibung. Und ja, dann passiert dieses rechenintensive Machine Learning eben auf eurem großen PC und euer Raspi mit der SSD ist einfach eure Fotodatenbank.

So, jetzt aber zu dem Grundlegenden: der Installation. Egal, ob Raspi, NAS oder VPS, die Installation von Immich geht einfach per Docker. Ihr geht ins Terminal, legt euch einen Ordner an, auf dem die Fotos gespeichert werden sollen, ladet das Ganze per wget direkt von GitHub und öffnet dann noch die env-Datei. Hier passt ihr die Upload-Location an und vergebt ein Datenbank-Passwort. Dann startet ihr den Docker-Container und könnt im Browser direkt auf Immich zugreifen. Der Link wird euch nach der Installation direkt angezeigt, also die IP von eurem Homeserver Doppelpunkt 2283 ist das standardmäßig.

Um das Ganze auch von außerhalb zugänglich zu machen, habe ich das noch per Cloudflare getunnelt und direkt mit meiner Domain foto.domain.de verbunden. Und jetzt kann ich Links zu meinen Fotos inklusive Passwortschutz und Ablaufdatum direkt an Freunde und Familie schicken. Alternativ könnt ihr das natürlich auch über einen Reverse Proxy oder Tailscale machen. Immich ist allerdings nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt, einfach weil das maschinelle Lernen und die intelligente Suche das nicht erlauben. Heißt: Wenn ihr da von außen drauf zugreift, achtet auf eine Transportverschlüsselung, also HTTPS.

Okay, also wir haben Immich jetzt installiert, können davon überall aus drauf zugreifen und haben die App auf unserem Smartphone. Aber unsere gesamte Fotobibliothek liegt ja noch bei Apple oder bei Google und so eine schöne Ein-Klick-Export-Lösung gibt es da leider nicht. Allerdings könnt ihr den Google Takeout benutzen, dazu klickt ihr euch einfach durch dieses Formular und wählt aus, welche Daten ihr haben möchtet. Ich habe hier mal alle Fotos und Videos ausgewählt. Ja und dann dauert das einige Tage, bis ihr eine Mail mit einem Download-Link bekommt. Bei mir waren das dann insgesamt 8 einzelne Ordner, die ich jeweils runtergeladen habe. Bei Apple Fotos habe ich einfach alle Bilder und Videos markiert und dann auf eine externe SSD gezogen.

Um eure Bilder jetzt in Immich zu bekommen, habt ihr mehrere Möglichkeiten. Entweder ihr ladet das direkt über den Browser hoch, macht bei großen Datenmengen aber wirklich keinen Spaß. Speziell für so größere Uploads gibt es bei Immich ein CLI-Tool. Dazu geht ihr ins Terminal, gebt diesen Befehl hier ein. Dazu braucht ihr einen Immich-API-Key, den könnt ihr euch in den Einstellungen generieren lassen. Dann sagt ihr genau, von wo die Fotos importiert werden sollen. Bei mir war das ein Ordner auf meiner SSD. Und dann geht er alle Dateien durch, sucht nach Duplikaten und lädt dann alles in den Zielordner. Bei meinen 514 GByte hier hat das einige Stunden gedauert.

Immich legt die Bilder, wenn ihr wollt, auch gleich nach einem festen Schema ab. Und das könnt ihr hier über das Storage Template anpassen. Ihr sagt dem System einfach: Leg die Dateien in einem Ordner für das Jahr ab und darin einen für den Monat. Und dann räumt Immich im Hintergrund einmal komplett auf. Danach habt ihr eine saubere, menschenlesbare Ordnerstruktur auf dem NAS, die auch dann noch funktioniert, wenn Immich mal nicht läuft. Und ihr könnt auch einfach Fotos direkt da rauskopieren, so als zusätzliches Backup. Das empfiehlt Immich übrigens auch direkt bei der Einrichtung. Also die 3-2-1-Backup-Regel: drei Kopien der Daten, zwei zu Hause und eine an einem anderen Ort. Ich habe dafür mein RAID-5-NAS, das sichert sich an eine externe Festplatte und den ganzen Immich-Ordner kopiert es mir nochmal auf einen extra Webserver.

Ja, und jetzt zu dem Teil, der Immich wirklich interessant macht. Weil natürlich will niemand Tausende Ordner per Hand durchsuchen. Das NAS wird nämlich nicht nur ein Datengrab. Mit Immich wird es eure ganz private Fotozentrale. Also ihr bekommt die Bilder hier so chronologisch sortiert, könnt aber auch nach den Geodaten direkt auf einer Karte schauen und habt über die Suche auch die Möglichkeit, nach bestimmten Dingen wie „Schnee“ zu suchen. Das funktioniert, weil Immich alle Fotos, die ihr da reinladet, maschinell einliest und generiert dabei auch noch Miniaturansichten und Erkenntnisse. Ihr könnt das auch hier in der Auftragswarteschlange sehen, wie viele Bilder noch durch die Gesichtserkennung und das OCR laufen, und gegebenenfalls die gleichzeitige Verarbeitung hochschalten, falls eure Rechenpower das hergibt.

Und diese ganzen Tools sind wirklich auf Google-Fotos-Niveau. Also hier mal der direkte Vergleich: Ich gebe bei beiden Diensten „Schnee“ ein und kriege so ziemlich alle Fotos, die ich jemals gemacht habe, als Schnee lag. Der Fairness halber: Beide machen da auch Fehler. Auf diesem Bild hier mit der Apple Vision Pro war es kalt, aber da lag ziemlich sicher kein Schnee. Und was dieser Screenshot von Volker aus der heise show mit Schnee zu tun haben könnte – keine Ahnung. Bei dem Suchbefehl „Sonnenaufgang am Strand“ hat mir Google aber nur ein Foto gezeigt und Immich ganz viele. Aber halt auch ganz viele, die ich da jetzt nicht so zugeordnet hätte. Also hier stehe ich im Schnee. Aber es sind halt trotzdem mehr richtige Bilder dabei als bei Google Fotos. Apple ist da meiner Erfahrung nach noch etwas hintendran und hat immer weniger Ergebnisse angezeigt als die beiden anderen Dienste. Sorry übrigens an der Stelle mal für das ganze Gepixle hier, aber ich habe das halt wirklich produktiv mit meinen ganzen privaten Fotos ausprobiert.

Ja, und wenn dann alle Fotos verarbeitet sind, lohnt es sich auf jeden Fall einmal die Immich-Duplikatsverwaltung anzuschmeißen. Die ist bei Immich – ähnlich wie bei Apple Fotos – direkt eingebaut. Not so fun fact: Google hat das nach wie vor nicht in seiner Fotos-App integriert. Da braucht ihr Drittanbieterlösungen. Hier bei Immich gehe ich unter Werkzeuge auf „Duplikate überprüfen“. Da wird jedes Bild, das doppelt in eurer Mediathek ist, erkannt und ihr könnt automatisch bei allen auswählen, dass es nur die bessere Qualität behält. Ihr könnt in den Einstellungen auch genau einstellen, wie genau die Duplikatserkennung arbeiten soll. Also hier in einem Bereich zwischen 0,001 und 0,1.

In den Einstellungen könnt ihr auch alles Mögliche zu eurer Datenbank, der Bildqualität für Vorschaubilder und so weiter einstellen. Außerdem könnt ihr da unter Benutzer weitere Accounts für Freunde und Familie anlegen, die ihre Bilder auch auf eurem Immich-Server parken wollen. Ihr könnt dann auch eine gemeinsame Mediathek haben, also so wie bei Apple Fotos.

Richtiger Flex ist es auf jeden Fall, wenn ihr eure eigene Domain damit verbindet und dann Bilder in der WhatsApp- oder Signal-Gruppe nicht mehr einfach reinkopiert, sondern direkt als foto.domain.de-Link sendet. So geteilte Alben können dann auch direkt heruntergeladen werden.

Immich ist komplett kostenfrei nutzbar, bietet aber einen Einmalkauf an, um die Entwicklungskosten zu stemmen. Ihr könnt da zwischen 100 Dollar für Server und 25 Dollar für Einzelpersonen auswählen. Zusätzliche Funktionen gibt es dafür aber nicht. Die sind alle schon vor der Bezahlschranke. Ihr könnt das also erstmal richtig intensiv ausprobieren und wenn ihr dann merkt: Ja, benutze ich irgendwie schon jeden Tag, dann dafür bezahlen.

Gut. Aber was ist, wenn ihr gar nicht diesen Smartphone-Vibe wollt, wenn ihr eher so Leute seid, die seit Jahren eine eigene Ordnerstruktur auf externen Festplatten gepflegt haben – Spiegelreflexkamera, RAW-Dateien, alles säuberlich sortiert – und ihr halt nicht wollt, dass irgendein Programm jetzt kommt und alles durcheinander wirft? Ja, dann ist PhotoPrism für euch wahrscheinlich interessant.

PhotoPrism ist, wenn man so eine Analogie bemühen will, so ein bisschen das Adobe Lightroom unter den selbst gehosteten Fotolösungen. Der Fokus liegt auf Metadaten und Kuration. Ihr öffnet ein Bild und kriegt rechts direkt alles angezeigt: Kameramodell, Blende, ISO, Belichtungszeit, verwendetes Objektiv. Kein Rumgeklicke durch Untermenüs.

Ihr fragt euch, welches euer Lieblingsobjektiv im letzten Urlaub war? Ein Klick, und PhotoPrism filtert sofort alle Bilder raus, die 2024 mit einer Sony Alpha und dem 50-mm-Objektiv aufgenommen wurden. Das macht schon ein bisschen Spaß.

RAW-Dateien versteht PhotoPrism nativ und es erkennt zusammengehörige Dateien. Also wenn ihr von einem Motiv eine RAW, ein bearbeitetes JPEG und noch ein kurzes Video habt, quasi ein Live-Foto, stapelt PhotoPrism das automatisch übereinander. Nennt sich „Stacking“. Ihr seht in der Galerie ein Motiv, habt aber alle Formate dahinter griffbereit. Die Galerie bleibt also aufgeräumt.

Und das Wichtigste für alle, die ihre Ordnerstruktur mit dem eigenen Blut verteidigen würden: PhotoPrism hat einen Read-Only-Modus. Das Tool bindet eure Festplatte ein, baut seinen Suchindex auf, aber fasst eure Originale kein einziges Mal an. Nichts wird verschoben, nichts umbenannt. Es liest nur.

Die Installation läuft vom Prinzip her wie bei Immich über Docker. Es gibt hier aber einen kleinen Twist: Da gibt es keinen schicken Browser-Setup-Assistenten. Ihr müsst euer Admin-Passwort vorher zwingend als Klartext in der compose.yaml festlegen, bevor ihr den Server überhaupt startet. Außerdem müsst ihr bei den Speicherpfaden sehr penibel sein. PhotoPrism braucht einen Ordner für die „Originals“, also eure echten Fotodateien, und strikt getrennt davon einen Ordner für den „Storage“, wo Datenbank und Thumbnails landen. Ein Tipp dazu: Legt den Storage-Ordner auf eine schnelle SSD und die fetten Originals auf die langsameren, aber großen HDDs. Das macht eure Timeline später beim Scrollen deutlich schwupsiger. Ja und dann: docker compose up -d, fertig.

Und dann kommt der eigentliche Trick: der Importprozess. Wenn ihr eure Daten bei Google per Google Takeout anfordert, bekommt ihr ja riesige ZIP-Dateien. Die jetzt übers LAN aufs NAS zu laden, wäre mühsam. Stattdessen schließen wir einfach eine externe SSD per USB hinten ans NAS an, geben den Pfad in der Docker-Konfiguration als Importordner ein. Und dann kopiert PhotoPrism die ganzen Bilder von der SSD direkt auf euren Zielort, berechnet dann für jedes Bild einen kryptografischen Fingerabdruck, prüft, ob das Bild schon in eurer Bibliothek ist, überspringt Duplikate und sortiert den Rest sauber ein. Das hat bei meinen 380 GByte Google-Takeout-Daten wirklich viel Zeit gespart.

Das haben wir im c’t-3003-Team ja eh im Einsatz. Dazu gibt es auch schon ein Video, das findet ihr hier.

Ja, und Nextcloud hat neben Text-, Kalender- und Talk-Funktion auch eine eingebaute Fotogalerie, die ist ja ganz vernünftig, aber out of the box nicht wirklich schnell bei großen Bibliotheken. Der Fix kommt aus dem Nextcloud-eigenen App Store: Die App Memories baut eine eigene Thumbnail-Datenbank auf. Damit habt ihr eine deutlich flüssigere Timeline, weil die App nicht jedes Mal die vollen Bilder lädt. Und wenn ihr noch die App Recognize dazuschaltet, bekommt ihr Gesichtserkennung und Objekt-Tagging direkt in Nextcloud. Wer also eh schon sein ganzes digitales Leben in Nextcloud hat, Dokumente, Kalender, Kontakte und so weiter, der kriegt damit eine vollwertige Foto-Alternative, ohne ein komplett neues System aufsetzen zu müssen. Externe Festplatten oder bestehende Ordner auf dem NAS bindet ihr über die App External Storage Support ein, dann muss Nextcloud die Daten nicht mehr erst nochmal kopieren.

Wer einen modernen Google-Fotos-Klon will, bei dem das Handy-Backup im Hintergrund einfach so funktioniert, der sollte Immich ausprobieren. Wer Metadaten liebt, mit RAW-Dateien arbeitet und riesige Festplattenarchive verwaltet, ist vermutlich mit PhotoPrism am besten aufgestellt. Und wer eh schon alles in Nextcloud hat: Memories plus Recognize draufklatschen, fertig.

Noch ein kleiner Hinweis, den ich jetzt auch nicht weglassen will: Ein NAS mit RAID schützt euch davor, wenn eine Festplatte stirbt. Es schützt euch aber nicht davor, wenn ihr versehentlich einen Ordner löscht, der Blitz einschlägt oder ihr euch ein Virus einfangt. Sorgt also unbedingt für ein echtes externes Backup von euren Bildern auf einer Festplatte im Schrank oder verschlüsselt bei einem externen Anbieter. RAID ist kein Backup. Und wenn ihr eure Fotos wirklich nur so sichert, also kein Google Fotos und kein Apple Fotos mehr verwendet, dann solltet ihr das möglichst sicher machen.

Ja, und jetzt würde mich wirklich interessieren: Zahlt ihr noch jeden Monat eure 3 oder 10 oder mehr Euro für iCloud oder Google One, oder habt ihr eure Bilder schon auf eigenem Platz? Schreibt es gerne mal in die Kommentare, abonniert den Kanal, hört mal bei unserem Podcast rein und tschüss!

c’t 3003 ist der YouTube-Channel von c’t. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.


(rum)



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