Digital Business & Startups
Darum sollten Geschäftspartner gemeinsam Urlaub machen
Die Präsidentin von Anthropic über 40 Jahre Streit mit ihrem Bruder und den Unterschied zwischen Einhörnern und Schnabeltieren.
Wenn die Beziehung zu deinem Mitgründer oder deiner Mitgründerin es nicht schaffen würde, ein geteiltes Hotelzimmer zu überstehen, ist das ein Problem – sagt eine Mitgründerin von Anthropic.
Daniela Amodei verließ OpenAI gemeinsam mit ihrem Bruder Dario, um Anthropic zu gründen. Das Duo – zusammen mit fünf weiteren Mitgründern – baute eines der wertvollsten KI‑Unternehmen auf, um das sich Investoren regelrecht reißen.
In einem Vortrag an der Stanford Graduate School of Business gab Amodei Ratschläge zur Wahl von Mitgründern. Zwischenmenschliche Beziehungsdynamiken „sind viel wichtiger, als man denkt“, sagte sie.
Streit seit 40 Jahren
„Dario und ich streiten uns seit über vierzig Jahren – und kommen immer wieder darüber hinweg“, sagte sie. „Er ist mein Bruder, und ich habe ihm früher seine Spielsachen geklaut.“
Einer von Amodeis Tipps, um einen guten Mitgründer zu finden: „Baut nicht zuerst gemeinsam ein Unternehmen auf – fahrt erst einmal zusammen in den Urlaub.“
Reisen könne Schwächen in einer Beziehung aufdecken, etwa bei der Planung von Zwischenstopps, dem Buchen von Flügen oder beim Zusammenleben. Mitgründer sollten im Urlaub sogar ein Zimmer teilen, sagte Amodei.
Nach der Reise solle man die Beziehung evaluieren. Wenn Unternehmer danach immer noch Zeit mit ihren Mitgründern verbringen wollten, sei das wahrscheinlich ein gutes Zeichen, sagte Amodei.
„Wenn du denkst: Ich brauche wirklich erst einmal Urlaub, um mich von meinem Urlaub zu erholen, dann war es vermutlich die falsche Wahl“, sagte sie.
Einhorn oder Schnabeltier?
Ebenso entscheidend sei es, mit dem Mitgründer oder der Mitgründerin auf derselben Linie zu sein. Unterschiedliche Fähigkeiten könnten hilfreich sein – man denke etwa an den Visionär Steve Jobs und den Realisten Steve Wozniak – doch unterschiedliche Prinzipien könnten ein Unternehmen zerstören.
Amodei stellte dem Publikum eine Aufgabe: Man solle sich vorstellen, man selbst und der Mitgründer würden in getrennten Räumen eingeschlossen und gebeten, ein Bild davon zu zeichnen, was das Startup macht. Wichtig sei, dass am Ende nicht völlig unterschiedliche Bilder entstünden – etwa ein Einhorn und ein Schnabeltier.
„Das ist die Art von Situation, in der man denkt, man arbeite an derselben Sache – aber ich glaube, es endet einfach nicht gut“, sagte sie.
Digital Business & Startups
Nach Sugar: Kağan Sümer setzt jetzt auf KI
Sugar ist gescheitert, doch Gorillas-Gründer Kağan Sümer arbeitet bereits am nächsten Startup. Neben einer Software für Personal Trainer arbeitet er an einer digitalen Startup-Fabrik.
Kağan Sümers Gesundheits-Startup Sugar ist in seiner bisherigen Form gescheitert, berichtet das Manager Magazin. Aber er hat bereits neue Pläne, wie er in einem Podcast verrät.
Der Gorillas-Gründer hatte nach seinem Abgang bei dem Lieferdienst die Branche wechseln und noch einmal gründen wollen. Das neue Unternehmen ging zunächst unter dem Namen Mirror Labs an den Start und sollte ursprünglich Bluttests anbieten.
Teures Team und keine weiteren Finanzierungen
Die App, die dann im Frühjahr 2025 als soziales Netzwerk für Gesundheits- und Fitnessthemen gestartet war, ist mittlerweile nicht mehr in den App-Stores verfügbar. Laut Manager Magazin-Bericht haben fast alle Mitarbeitenden das Unternehmen verlassen und Investoren ihr Engagement intern abgeschrieben.
„Wir haben viele Fehler gemacht, aber ich hatte ein super Team“, sagt Sümer im Podcast Founder Mode mit Gründer und Investor Feliks Eyser. Sein Team sei hochkarätig, aber auch sehr teuer gewesen.
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Eine App für Personaltrainer und neues KI-Projekt
Sümer bestätigt gegenüber dem Manager Magazin einen Strategiewechsel und will die bestehende Unternehmenshülle von Mirror Labs GmbH, beziehungsweise Sugar, weiter nutzen – und zwar für eine Plattform namens last-rep.app. Dahinter steckt eine Web-App für Personal Trainer, die unter anderem Terminplanung und Zahlungsabwicklung ermöglichen soll. Die Anwendung ist bereits live. Laut Angaben des Unternehmens würden über 500 Trainer diese Anwendung nutzen.
Im Podcast mit Feliks Eyser spricht Sümer außerdem über seine weiteren Pläne. Er habe in den vergangenen Monaten viel Zeit mit KI und Vibe-Coding via Lovable verbracht, zahlreiche Anwendungen gebaut und sei nach eigenen Aussagen acht Monate in „einer Falle des konstanten Bauens“ gefangen gewesen.
„Go absolutely f***ing nutss“
Sein neuestes Projekt heißt Nutz.Inc: Sümer baut eine digitale Fabrik via KI-Agenten auf, die Unternehmen automatisch produzieren soll, erklärt er im Gespräch mit Eyser. Sein Ziel ist es 100.000 Companies in den nächsten drei Jahren aufzubauen. Studenten sollen dann die Möglichkeit haben, als Solopreneure für einzelnen Companies Verantwortung zu übernehmen.
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Online zu finden ist auf der Website von Nutz.Inc bislang ein Gründer-Manifest – eine Kombination aus Humanismus, Anti-Konformismus und KI-Euphorie. Der Slogan: „Go absolutely f***ing nutss.“
Das Manifest handelt allerdings weniger von autonomen Unternehmen als eher von einer Haltung gegenüber Technologie, Kreativität und Menschlichkeit. Mit der Botschaft: Nutze KI als Werkzeug, aber gib das Menschliche nicht auf.
Digital Business & Startups
Großkonzern trotz Mega-Exit: Gero Decker verrät den Grund
Gero Decker hätte nach seinem Exit nie mehr arbeiten müssen. Trotzdem entschied er sich, bei SAP einzusteigen. Gründerszene verrät er den Grund.
Nach zehn Jahren vom Gründer zum Angestellten: Genau diesen Weg ist Gero Decker gegangen. Ein Jahrzehnt lang baute er sein Berliner Software-Startup Signavio auf. Dieses soll Unternehmen dabei helfen, die eigenen Geschäftsprozesse effizienter zu gestalten. 2021 verkaufte er Signavio dann für 950 Millionen Euro an SAP. Doch statt sich zurückzuziehen, ging er zu SAP, um dort weiter im Bereich Process Intelligence zu arbeiten.
Wie es dazu kam und was er noch bei SAP vorhat, erzählt er Gründerszene im Gespräch auf der Dachterrasse des Delta-Campus.
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Großkonzern statt Bali-Urlaub
Für Decker sei der Verkauf von Signavio an SAP nicht der Endpunkt, sondern der nächste Schritt gewesen, sagt er zu Gründerszene. „SAP hat für mich gepasst, weil der Konzern die Bausteine hatte, mit denen sich ein neues Produkt weiterentwickeln ließ“, meint Decker. SAP hätte das geliefert, was er selbst, aber auch Signavio für die nächste Produktstufe gebraucht hätten.
Timing habe für ihn hier eine große Rolle gespielt. SAP habe mit einer neuen Strategie auf Business Process Intelligence gesetzt, sagt Decker im Interview. Das Unternehmen wollte wieder stärker zum Taktgeber bei Geschäftsprozessen werden. Genau dort lag auch Signavios Fokus.
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Der Moment nach dem Exit
Nach dem Verkauf, sagt Decker, sei der nächste Schritt dann die Integration von Sagnavio in den SAP-Kosmos gewesen. Sein Anspruch dabei: „Ich habe mir vorgenommen, die beste Akquisition bei SAP jemals zu werden.“ Zwölf bis 18 Monate hätte dies gedauert, in denen viel Abstimmung nötig gewesen sei. Das sei vor allem Arbeit, weniger glamouröser Neuanfang gewesen.
Das interne Ziel dabei: Über 400 Millionen Euro Umsatz zu erwirtschaften. „Dann ist man bei SAP gerade so optional“, sagt Decker. Bedeutet: dann werde man vom SAP-Management wahrgenommen. Ab zwei Milliarden Euro werde man dann nicht nur wahr-, sondern auch ernstgenommen, so Decker.
Was ihn bei SAP reizt (und hält)
Wie ist es, vom CEO-Posten in einen Konzern zu wechseln? Decker meint, dass er sich in großen Organisationen nicht unfrei fühle. „Man ist als Gründer nie wirklich der eigene Chef, weil immer Kunden, Mitarbeitende, Investoren und Familie mitreden“. Bei SAP habe er sich deswegen sogar freier gefühlt als in der Zeit mit Finanzinvestoren.
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Genau deswegen wolle er auch bei SAP bleiben. Einen Bericht vom „Manager Magazin„, in dem es hieß, Decker werde SAP verlassen, dementierte er gegenüber Gründerszene: „Nein, ich verlasse SAP nicht. Ich werde mich auch in Zukunft intensiv für SAP Signavio und das Business Transformation Management engagieren.“ Er habe zwar seine operative Rolle als General Manager von SAP Signavio abgegeben, bleibe aber in einer strategischen Funktion aktiv. Denn: Jetzt sei der richtige Moment, um Produkte im Zeitalter von AI neu zu denken.
Digital Business & Startups
Almetra erhält 16,3 Millionen Euro – Zelara bekommt 3 Millionen – Wakeline sammelt 2,1 Millionen
#DealMonitor
+++ #DealMonitor +++ IndustrialTech Almetra erhält 16,3 Millionen Euro +++ KI-Startup Zelara bekommt 3 Millionen +++ DeepTech Wakeline sammelt 2,1 Millionen ein +++ SportsTech CoTrainer erhält 1 Million +++ Finanzspritze für GovTech lingomatch +++

Im #DealMonitor für den 26. Juni werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.
STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE

The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND
+++ Du hast unsere phänomenale dritte STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: Die nächste STARTUPLAND findet am 10. März 2027 statt. Mehr über Startupland
INVESTMENTS
Almetra
+++ Der Investor blisce/ (Paris, New-York), NAP, Merantix Capital, Robin Capital, Underline und Critical Ventures sowie Business Angels investieren 16,3 Millionen Euro (Series A) in Almetra, früher als Deltia bekannt. Das Berliner Startup, von Maximilian Fischer und Silviu Homoceanu sowie Merantix gegründet, möchte sich als „KI-Plattform für die Fertigungsindustrie“ etablieren. Unternehmen wie Bosch, Siemens Energy und ABB nutzen die Plattform bereits. Das frische Kapital „soll die Weiterentwicklung der Plattform, die Expansion in die USA sowie den Ausbau von Almetra zur zentralen Daten- und Automatisierungsplattform für die Produktion vorantreiben“. NAP, Merantix, Robin Capital, Combination und Business Angels wie Nico Peters, Willi Tscheschner, Max Viessmann und Walter Kortschak investierten zuvor bereits 4,5 Millionen Euro in das Unternehmen. blisce/ hält nun 11,7 % an Almetra. Mehr über Almetra
Zelara
+++ Jetzt offiziell! Der Berliner Seed-Kapitalgeber NAP (früher als Cavalry Ventures) bekannt), der Berliner Geldgeber Heartfelt und der Berliner Frühphasen-Investor Angel Invest investieren – wie berichtet – 3 Millionen Euro in Zelara. Das Berliner Startup, 2025 vom Stagelink-Gründer Nikolas Schriefer und Björn Heckel, zuletzt Vice President of Engineering bei HelloFresh, gegründet, möchte sich als „KI-gestütztes System für maßgeschneiderte Kommunikation“ etablieren. Zum Konzept teilt das erfahrene Team mit: „In einem einheitlichen Lernzyklus erstellt das System markenkonforme Botschaften für jeden einzelnen Kunden, entscheidet für jeden Versand über die passende Variante und den optimalen Zeitpunkt und lernt aus jeder Interaktion dazu.“ NAP hält nun rund 21 % am Unternehmen. Mehr über Zelara
Wakeline
+++ Der Aachener Investor TechVision Fonds (TVF) und der Kölner Geldgeber neoteq ventures investieren 2,1 Millionen Euro in Wakeline. Das Düsseldorfer DeepTech-Startup, 2025 von Tim Gülke, Jan Böggering, Simon Sprünker und Merten Tiedemann gegründet, entwickelt KI-Systeme, „die im laufenden Betrieb lernen, statt nur auf historischen Daten zu basieren“. Das frische Kapital soll in die „Weiterentwicklung der Plattform, die Intensivierung des Go-to-Markets sowie den weiteren Aufbau des Teams“ fließen. Mehr über Wakeline
CoTrainer
+++ kicker ventures, die Beteiligungsgeschäft des Olympia-Verlags, Comvest Digital, superangels sowie Business Angels wie Markan Karajica, Teamgeist Capital (Georg Bader und Christian Böhm), Sebastian Weil, Timo Skrzypski und Fußballprofi Maximilian Arnold investieren 1 Million Euro in CoTrainer. Das Kölner SportsTech, 2022 von André Werres, Dyke Lambertz und Claudius Ludwig gegründet, positioniert sich als „App, die ehrenamtliche Trainer:innen und Amateurvereine von Verwaltungsarbeit entlastet“. kicker ventures hält nun rund 7 % an der CoTrainer-Mutter Fussballetics. Mit dem frischen Kapital möchte das Team unter anderem die „Produktentwicklung vorantreiben“. Mehr über CoTrainer
lingomatch
+++ Die beiden Business Angels Jürgen Schmidt und Alexander Beck, die ihr Intralogistik-Software-Startup iX-tech 2022 an HelloFresh verkauft haben, investieren eine ungenannte Summe in lingomatch. Beim GovTech-Startup aus Saarbrücken, 2025 von Florian Crosbie gegründet, handelt es sich um eine digitale Dolmetschplattform für qualifizierte Sprachmittlung im Behördenkontext. „Über die Plattform werden passende, geprüfte Dolmetscher:innen kurzfristig verfügbar gemacht und bei Bedarf per Video/Audio zugeschaltet – genau dann, wenn es eilt“, führt das Startup aus. Mehr über lingomatch
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Foto (oben): azrael74
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