Künstliche Intelligenz
EU AI Act: Was bis August 2026 in Unternehmen erledigt sein muss
Wer einen Chatbot einsetzt, Inhalte per KI erzeugt oder Bewerbungen automatisiert vorsortieren lässt, sollte den 2. August 2026 im Blick haben. Ab dann greifen die Transparenzpflichten (Artikel 50) des EU AI Act. Für Chatbots und KI-generierte Inhalte müssen Unternehmen offenlegen, dass KI im Spiel ist. Für automatisierte Bewerbungsfilter können die strengeren Anforderungen an Hochrisiko-KI-Systeme greifen, mit Pflichten zu Risikomanagement, technischer Dokumentation und menschlicher Aufsicht (Anhang III).
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Warum die Einordnung schwierig ist
Unternehmen müssen ihre KI-Anwendungen richtig klassifizieren. Wer nur ein Übersetzungstool nutzt, hat andere Pflichten als ein Personaldienstleister mit automatisierter Vorauswahl. Gleichzeitig diskutiert die EU-Kommission im Rahmen der digitalen Omnibus-Verordnung, einem Gesetzespaket zur Vereinfachung bestehender Digitalregulierung, über mögliche Fristverlängerungen. Die Planung erfordert deshalb eine laufende Beobachtung des Rechtsrahmens.
Was das Webinar bietet
Am 2. Juni 2026 um 16 Uhr ordnen Joerg Heidrich und Kim M. Scheurenbrand den aktuellen Stand ein. Heidrich ist Fachanwalt für IT-Recht und Justiziar bei Heise Medien, Scheurenbrand KI-Manager bei DEEP CONTENT by heise. Das einstündige Webinar klärt, welche Pflichten relevant werden, wo der größte Handlungsbedarf liegt und liefert erste Ansatzpunkte für die Umsetzung.
Die KI PRO Webinare richten sich an alle, die KI im Unternehmen produktiv einsetzen wollen und praxisnahe Orientierung benötigen. Fachliche Vorkenntnisse sind für die Teilnahme nicht erforderlich. Am Ende werden ausgewählte Fragen der Teilnehmenden beantwortet.
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Künstliche Intelligenz
xAI betreibt Gasturbinen für KI-Rechenzentrum ohne Genehmigung
Elon Musks KI-Unternehmen xAI hat auf seinem Gelände im US-Bundesstaat Mississippi Gasturbinen aufgestellt, um ein Rechenzentrum mit Strom zu versorgen. In den vergangenen Wochen sind 19 Turbinen hinzugekommen. Anwohner klagen dagegen.
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Die 19 Turbinen seien zwischen Ende März und Anfang Mai installiert worden, berichtet das Non-Profit-Onlinenachrichtenangebot Mississippi Today. Es sind mobile Turbinen, die auf Tiefladern montiert sind.
Damit stehen auf dem Gelände von xAI in Southaven im Norden des Bundesstaates Mississippi, an der Grenze zu Tennessee, 46 Turbinen. Damit hat sich die Zahl der Turbinen seit der Ankunft des Unternehmens im vergangenen Jahr in Mississippi mehr als verdoppelt: xAI startete mit 18 Gasturbinen.
Emissionen und Lärm
Die Bürgerrechtsorganisation NAACP hat in der vergangenen Woche Klage eingereicht, weil xAI die Turbinen ohne Genehmigung betreibe und weil die Abgase die Umwelt belasteten. Diese emittierten Stickoxide, Feinstaub sowie gefährliche Chemikalien wie Formaldehyd. Eine weitere Klage läuft seit April. Daneben haben sich Anwohner über den Lärm der Turbinen beschwert.
Die Umweltbehörde Mississippi Department of Environmental Quality (MDEQ) teilte Mississippi Today mit, sie beobachte die Situation. Nach Angaben der Behörde dürfen mobile Turbinen bis zu einem Jahr ohne eine sogenannte Air Permit betrieben werden. Ohne Air Permit hat das MDEQ keine Möglichkeit, die Emissionen auf dem Gelände zu messen.
Die Anwälte der NAACP argumentierten hingegen, das MDEQ lege die Definition mobil falsch aus. Nach ihrer Auslegung des entsprechenden Gesetzestextes müssten die Turbinen ihrem Einsatz nach als stationär angesehen werden, auch wenn sie auf einem Fahrzeug montiert seien.
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(wpl)
Künstliche Intelligenz
Thinking Machines Labs arbeitet an einem Interaction-Modell
Ende 2024 hat Mira Murati OpenAI verlassen. Der Abgang der damaligen CTO hat in der KI‑Branche für einigen Wirbel gesorgt. Ebenso wie die Ankündigung, dass Murati fortan mit einem eigenen Start-up namens Thinking Machines Labs durchstarten möchte. Die Ankündigung brachte dem jungen Unternehmen innerhalb kürzester Zeit mehr als 12 Milliarden US-Dollar durch Investor:innen ein – und das, ohne ein Produkt vorweisen zu können.
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Interaction-Modell von Thinking Machines Labs
Das ändert sich jetzt durch eine Pressemitteilung von Thinking Machines Labs. Das Start-up arbeitet an einem sogenannten Interaction-Modell, um einen „skalierbaren Ansatz für die Kollaboration zwischen KI und Mensch“ zu liefern. Dabei handelt es sich im Grunde um eine KI, die in Echtzeit auf Sprache reagieren kann. Durch Antwortzeiten von etwa 0,4 Sekunden sollen sich so echte Dialoge ergeben.
Durch diese kurzen Antwortzeiten ergeben sich einige Features, die andere KI-Modelle nicht bieten können. Normalerweise würde eine KI einen ausreden lassen, bevor sie antwortet. Das Modell von Thinking Machines soll sogar unterbrechen können, auch wenn Nutzer noch nicht fertig gesprochen haben. Das ist etwa dann nützlich, wenn jemand einen Fehler gemacht hat und die KI einen frühzeitig darauf hinweisen kann. Oder sie unterbricht einen, weil sie schon eine Antwort für einen parat hat und keine weiteren Anweisungen benötigt.
Ein anderer Anwendungsbereich sind Live-Übersetzungen. Das Modell kann dem Sprecher zuhören und die gesprochenen Worte simultan übersetzen, während er noch spricht. Ebenso ist es möglich, mit der KI weiterzureden, während sie im Hintergrund an einem früheren Prompt arbeitet – und etwa Daten visualisiert. Die Ergebnisse des früheren Prompts sollen laut Thinking Machines Labs von der KI dann natürlich in das Gespräch eingeflochten werden.
Sämtliche Fertigkeiten hat Thinking Machines Labs jetzt in einer Reihe von kurzen Clips demonstriert. Dennoch ist das Modell offenbar bisher nicht für die Öffentlichkeit bereit. In den kommenden Monaten will das Start-up eine Research-Preview-Version veröffentlichen, um einem begrenzten Kreis an Tester:innen Zugang zur KI zu geben. Anhand des so gesammelten Feedbacks soll das Modell noch weiter verbessert werden.
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KI-Boom reicht nicht: Kalifornien plant Digitalsteuer für Cloud-Software
Die anhaltende Sonderkonjunktur durch den KI-Hype spült unerwartet viel Geld in die Staatskasse Kaliforniens. Doch für Gouverneur Gavin Newsom ist das kein Grund zum Ausruhen. Im Gegenteil: Der Politiker der Demokraten plant eine grundlegende Reform des Steuerrechts, die vor allem die Tech-Branche im Silicon Valley hart treffen dürfte. Newsom schlägt mit seinem überarbeiteten Etatentwurf für 2026/27 die Einführung einer Umsatzsteuer auf Cloud-basierte Software vor. Damit will er den Tech-Sektor in die Pflicht nehmen, um der fünftgrößten Volkswirtschaft der Welt dauerhaft zusätzliche Einnahmen in Milliardenhöhe zu sichern.
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Der Vorstoß ist Teil der turnusgemäßen Überarbeitung des Haushaltsplans, die traditionell im Mai erfolgt. Konkret sollen Verkäufe von Software, die übers Internet bereitgestellt wird, künftig mit einem Basis-Steuersatz von 7,25 Prozent belegt werden. Da die Kommunen vor Ort eigene Aufschläge erheben können, dürfte die tatsächliche Belastung in vielen Regionen Kaliforniens am Ende noch höher ausfallen.
Betroffen von der Neuregelung wären primär große Softwarehäuser wie Microsoft, Salesforce und Oracle, aber eben auch die wachsende Zahl an Anbietern von KI-Anwendungen. Diese vertreiben ihre Dienste in der Regel über die Cloud. Die Regierung in Sacramento rechnet vor, dass die neue Abgabe bereits im kommenden Haushaltsjahr rund 1,1 Milliarden US-Dollar an staatlichen und lokalen Steuereinnahmen einbringen würde. In den Folgejahren soll sich dieser Betrag auf jährlich rund zwei Milliarden US-Dollar einpendeln.
Bislang bildete Kalifornien beim Softwarekauf eine Ausnahme: Beim Erwerb physischer Datenträger im Elektronikmarkt oder beim Kauf eines neuen Computers mit vorinstallierten Programmen wird ganz regulär Umsatzsteuer fällig. Der Online-Bezug über die Cloud blieb dagegen steuerfrei. Newsom begründete seinen Sinneswandel so mit einer persönlichen Anekdote beim Einkauf im stationären Handel. Einige andere US-Bundesstaaten haben eine Cloud-Steuer auch bereits eingeführt.
Streaming-Plattformen für Medieninhalte wie Netflix oder Disney+ sollen von der kalifornischen Vorschrift ausgenommen werden, da der Großteil der steuerpflichtigen Transaktionen ohnehin im Business-to-Business-Bereich stattfinde.
Ein globaler Trend?
Auch EU-Abgeordnete drängen parallel auf eine Milliarden-Abgabe für Big Tech. Mit einem ambitionierten Finanzplan für die Jahre 2028 bis 2034 fordert das EU-Parlament, Tech-Riesen zur Kasse zu bitten. Ziel ist es, den EU-Haushalt aufzustocken und wichtige Zukunftsinvestitionen abzusichern. Der US-Regierung unter Donald Trump missfällt das. Dass nun ausgerechnet Kalifornien – die Heimatbasis der betroffenen Giganten – eine eigene Digitalabgabe vorantreibt, verleiht der Debatte eine pikante Note.
Newsoms Initiative kommt für die kalifornische Haushaltsplanung zu einem günstigen Zeitpunkt. Zwar steht das Budget des Golden State aktuell glänzend da, weil die Einnahmen die bisherigen Prognosen um 16,5 Milliarden US-Dollar übertroffen haben. Für die nächsten zwei Jahre droht kein Defizit. Der Geldregen ist aber stark von den volatilen Erträgen aus der Kapitalertragssteuer und den Aktiengewinnen der Tech-Elite abhängig. Das macht das Budget des Westküstenstaates anfällig für Kursschwankungen an den Börsen.
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Ferner stehen die Kommunen durch Bundeskürzungen unter Druck, die aus dem „One Big Beautiful Bill Act“ Trumps resultieren. Newsom, der sich im letzten Jahr seiner Amtszeit befindet und dem Ambitionen für eine Präsidentschaftskandidatur 2028 nachgesagt werden, will daher laut Bloomberg die Gunst der Stunde nutzen, um Sozial- und Klimaprogramme seiner Partei langfristig abzusichern.
Hoffnung auf Börsengänge
Ergänzend zur Software-Steuer plant die Administration eine dauerhafte Begrenzung von steuerlichen Vergünstigungen für Unternehmen ab dem Steuerjahr 2027, was weitere Millionen in die Kassen spülen soll. Gleichzeitig hofft Kalifornien auf eine Reihe von spektakulären Börsengängen aus der Region. Die erwarteten IPOs von Branchengrößen wie Anthropic, OpenAI und SpaceX gelten als potenzielle Goldgruben, da die Realisierung von Aktiengewinnen durch Mitarbeiter und Investoren zu massiven Steuernachzahlungen führen würde.
Widerstand aus der Wirtschaft formiert sich aber bereits. Die kalifornische Handelskammer warnt vor voreiligen Schritten und verweist auf andere weitreichende steuerliche Initiativen, die im kommenden November zur Abstimmung stünden. Darunter sei schon eine heftig debattierte Milliardärssteuer. Den finalen Haushaltsplan inklusive der potenziellen Digitalsteuer muss die Exekutive nun bis Juli mit den Abgeordneten im Parlament in Sacramento aushandeln.
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