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Artemis II: NASA-Livestream zur historischen Mondumrundung ab 19 Uhr
Die vier Astronauten der Artemis-II-Mission erreichen am heutigen Sonntag den Höhepunkt ihres Flugs: Am Abend (deutscher Zeit) wird die Mondumrundung beginnen – es ist das erste Mal seit Apollo 17 im Jahr 1972, dass Menschen dem Erdtrabanten so nah kommen.
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Zahlreiche Livestreams
Wie die NASA auf ihrer Website mitteilt, beginnt der offizielle Livestream zur Mondumrundung bereits um 19 Uhr deutscher Zeit. Die Übertragung läuft kostenlos über den NASA-YouTube-Kanal, die hauseigene Plattform NASA+ sowie über Drittanbieter wie Netflix, Amazon Prime und Roku. US-Zuschauer können auch den Disney-Streamingdienst Hulu nutzen.
Zudem werden Livestreams auf den Plattformen Facebook, Twitch und X angeboten. Die NASA zeigt bei der Übertragung Live-Bilder aus der Orion-Kapsel, Visualisierungen der Flugbahn und Einblicke aus dem Mission Control Center, der Leitstelle für die Mission auf der Erde.
Bisher sieht der Zeitplan es vor, dass die Besatzung um 19:56 Uhr einen ersten Weltrekord bricht: Sie wird sich dann in der weitesten Entfernung befinden, in der ein Mensch jemals zur Erde war.
Der vorläufige Zeitplan
Orion trat am frühen Morgen deutscher Zeit in die gravitatorische Einflusssphäre des Mondes ein. Um 20:10 Uhr soll die Crew auch den bisherigen Entfernungsrekord von Apollo 13 brechen: Statt 400.171 Kilometer soll Orion mit etwa 406.772 km ihre größte Distanz zur Erde erreichen. Um 20:45 Uhr soll die Mondobservation beginnen. Später um 00.44 Uhr wird der Funkkontakt mit Artemis II erwartungsgemäß für rund 40 Minuten abreißen, wenn sich die Kapsel hinter dem Mond befindet. Die Mondumrundung selbst dauert rund 7 Stunden. Der von der NASA bekanntgegebene Zeitplan ist nur vorläufig und kann im Laufe des Fluges abweichen.
An Bord befinden sich NASA-Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover, Missionsspezialistin Christina Koch sowie Jeremy Hansen von der kanadischen Raumfahrtagentur CSA. Die Crew war am 2. April um 00:35 Uhr deutscher Zeit vom Kennedy Space Center in Florida mit der SLS-Rakete (Space Launch System) gestartet. Die gesamte Mission dauert rund zehn Tage; Orion fliegt auf einer sogenannten Figure-8-Bahn um den Mond und wieder zurück zur Erde.
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Testflug für künftige Mondlandungen
Artemis II ist als Testflug konzipiert, eine Mondlandung ist nicht vorgesehen. Die Mission soll die Systeme von SLS und Orion unter realen Bedingungen mit Besatzung validieren. Die Ergebnisse fließen direkt in die Planung von Artemis III ein, bei der erstmals seit über 50 Jahren wieder Menschen auf dem Mond landen sollen. Langfristiges Ziel des Artemis-Programms ist eine nachhaltige Präsenz auf dem Mond als Vorbereitung für bemannte Mars-Missionen.
Unser Liveticker zur Artemis-Mission:
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(nen)
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Großstadt blockiert Überwachungssoftware Palantir | heise online
Londons Bürgermeister Sadiq Khan (Labour) stoppt einen geplanten Vertrag zwischen der Londoner Metropolitan Police und dem US-Softwareunternehmen Palantir. Der Grund für das Veto gegen den 50 Millionen Pfund schweren Auftrag ist nach Angaben des Bürgermeisterbüros für Polizei und Kriminalität (MOPAC), dass die Metropolitan Police Palantir als einzigen ernsthaften Anbieter betrachtet hat. Die Behörde habe keine vollständige Beschaffungsstrategie zur Genehmigung vorgelegt. Dies stelle einen „klaren und schwerwiegenden Verstoß“ gegen die geltenden Verfahrensregeln dar, so das Büro.
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Berichten zufolge könnten auch ethische Bedenken des Bürgermeisters eine Rolle gespielt haben. Khan hatte in der Vergangenheit betont, dass öffentliche Gelder nur an Unternehmen fließen sollten, „die die Werte der Stadt teilen“. Das derzeitige britische Vergaberecht lässt ethische Bedenken bei der Ablehnung eines potenziellen öffentlichen Auftragnehmers allerdings nicht zu.
Sowohl Palantir als auch die Metropolitan Police kritisierten das Veto des Bürgermeisters. Ein Sprecher der Polizei erklärte laut BBC, die Behörde müsse sich modernisieren und dafür auf die bestmögliche Technologie zurückgreifen.
Abwägung zwischen Leistung und Sicherheit
Palantir ist auf die Analyse großer Datenmengen spezialisiert und entwickelt unter anderem Software für Sicherheitsbehörden, Geheimdienste und militärische Anwendungen. Sie gilt als sehr effektiv, steht aber aus mehreren Gründen in der Kritik. Vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im transatlantischen Verhältnis wächst die Sorge vor einer starken Abhängigkeit von US-Softwareanbietern. Auch die Nähe des Unternehmens zur US-Regierung von Donald Trump sorgt diesseits des Atlantiks für Besorgnis.
Datenschützer haben große Bedenken, wenn massenhaft persönliche Daten aus verschiedenen Quellen kombiniert und ausgewertet werden – sie befürchten gläserne Bürger. In Großbritannien war Palantir in den vergangenen Monaten unter anderem wegen seines Einsatzes beim englischen Gesundheitsdienst in die Kritik geraten.
In Deutschland kein einheitliches Vorgehen
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In Deutschland setzen mehrere Polizeibehörden auf die Analyseplattform „Gotham“, auch bekannt als „VeRa“ oder in Hessen „HessenData“, darunter Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Laut Recherchen von NDR, WDR und SZ kommt sie hier bei diversen Ermittlungen zum Einsatz, nicht nur für große Gefährdungslagen wie Terroranschläge. Andere Länder wie Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sprachen sich im Bundesrat für eine Lösung aus Europa aus.
Auch bei den Sicherheitsbehörden ist die Debatte in Deutschland gespalten. Die Bundeswehr hat sich aus Sicherheitsgründen vorerst gegen Palantir ausgesprochen. Beim BKA lässt man zukünftige Software-Lösungen aktuell offen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz macht nun aber ernst mit digitaler Souveränität: Es hat sich gerade für den französischen Anbieter ChapsVision entschieden.
(rie)
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Proxmox VE 9.2 mit Dynamic Load Balancer und Linux Kernel 7.0
Die Wiener Proxmox Server Solutions GmbH hat ihr Proxmox Virtual Environment (VE) 9.2 veröffentlicht. Es basiert auf Debian GNU/Linux 13.5 „Trixie“ einschließlich aktualisierter Pakete und Bugfixes. Proxmox VE 9.2 verwendet einen angepassten Linux-Kernel 7.0. QEMU wurde auf Version 11.0 aktualisiert und sorgt für die Emulation und Virtualisierung der virtuellen Maschinen (VMs). Für Linux-Container kommt LXC in Version 7.0 zum Einsatz. Den Storage-Stack bildet OpenZFS 2.4, verteilte Speicherlösungen stellen Ceph 19.2.3 „Squid“ oder Ceph 20.2.1 „Tentacle“ bereit.
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Als zentrale neue Funktion sieht das Proxmox-Team den neuen Dynamic Load Balancer. Im Modus für dynamisches Scheduling nutzt der Cluster Resource Scheduler (CRS) Echtzeitmetriken zur Ressourcen-Auslastung von Knoten und Gästen, um HA-verwaltete Gäste gleichmäßig über den Cluster zu verteilen. Der neue Load-Balancer kann HA-verwaltete Gäste automatisch migrieren, um Ungleichgewichte bei der Auslastung der Cluster-Knoten zu reduzieren. Verhalten und Empfindlichkeit des Load-Balancers lassen sich über verschiedene Parameter im HA-Bereich beziehungsweise in den Datacenter-Optionen anpassen.
Verbesserungen am Software-Defined-Networking-Stack (SDN)
Proxmox VE 9.2 erweitert seine Möglichkeiten, moderne Netzwerkarchitekturen zu unterstützen. Neu sind dabei WireGuard und BGP als Fabric-Protokolle. Zudem unterstützt Proxmox VE jetzt Route-Maps und Prefix-Lists für eine fein abgestufte Filterung von BGP- und EVPN-Routen. Ebenfalls neu sind die Weiterverteilung von Routen in OSPF-Fabrics, zusätzliche Optionen zur Konfiguration von EVPN-Controllern sowie Unterstützung für IPv6-Underlays in EVPN-Umgebungen.
Benutzerdefinierte CPU-Modelle sollen es dem Administrator ermöglichen, maßgeschneiderte virtuelle Prozessoren für spezielle Workloads zu definieren und gleichzeitig die verwendeten CPUs im Cluster zu standardisieren. Damit können unter anderem Kompatibilitätsprobleme innerhalb des Clusters vermieden werden. Ein neuer Bereich unter „Datacenter / Guest Resources/Hardware“ ermöglicht das Erstellen, Bearbeiten und Entfernen eigener CPU-Modelle direkt in der Weboberfläche. Der Auswahlbereich für CPU-Flags zeigt zudem die auf den einzelnen Cluster-Knoten unterstützten Funktionen an.
HA für Cluster-Wartungen deaktivierbar
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Bei Wartungsarbeiten im Proxmox-Cluster können HA-Dienste unter Umständen eher hinderlich statt hilfreich sein. Über die neuen CRM-Befehle „disarm-ha“ und „arm-ha“ wird der HA-Stack in einem Rutsch clusterweit deaktiviert beziehungsweise später wieder aktiviert. So können geplante Wartungsarbeiten am gesamten Cluster einschließlich Änderungen an der Cluster-Netzwerkkonfiguration problemlos durchgeführt werden, ohne dass beispielsweise Fencing-Mechanismen für einzelne Knoten ausgelöst werden. Der Zustand der HA-Ressourcen bleibt während der Deaktivierung erhalten, sodass die Ressourcen nach Abschluss der Wartungsarbeiten automatisch in ihren vorherigen Zustand zurückkehren.
Sämtliche Verbesserungen und Neuerungen sowie mögliche Probleme beim Upgrade von Proxmox VE 9.1 auf 9.2 beschreibt die Proxmox-Roadmap detailliert. Proxmox VE 9.2 steht als Open-Source-Software ab sofort zum Download bereit und kann kostenlos eingesetzt werden. Die Preise für optionale Support-Abonnements wurden moderat um gut vier Prozent erhöht. Der Zugriff auf das Enterprise-Repository kostet nun ab 120 Euro netto pro Jahr. Professioneller Support schlägt je nach Paket mit 370 bis 1.100 Euro netto pro Jahr und CPU-Sockel zu Buche.
(axk)
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Googles XR-Brillen auf der I/O: Project Aura & Prototyp ausprobiert
Weniger ist manchmal mehr: Diese Erfahrung hat Meta mit seinen Smart Glasses gemacht. Während das Großprojekt Metaverse viel Geld verschlang und wenig Anklang fand, verkaufte das US-Unternehmen alleine im Jahr 2025 über sieben Millionen Exemplare seiner KI-Brillen (Ray-Ban Meta und Oakley Meta). Wearables, die Nutzer nicht komplett von der Realität abschotten, treffen offenbar auf mehr Gegenliebe als rein virtuelle Welten. Apple soll für die Zukunft ebenfalls eine Brille im Köcher haben, nachdem auch das räumliche Computing mit der Vision Pro eine Nischenlösung geblieben ist. Und Google? Das Unternehmen stellte jüngst auf der Entwicklerkonferenz I/O neue Brillen in Zusammenarbeit mit Warby Parker, Gentle Monster und Samsung vor. Doch dabei soll es nicht bleiben.
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Wie sehr Google das Thema umtreibt, ist alleine daran zu sehen, wie stark das Unternehmen in letzter Zeit Android XR in den Fokus rückt. Schon auf dem Mobile World Congress in Barcelona konnte ein Prototyp in Augenschein genommen werden. Jetzt, auf der Entwicklerkonferenz I/O im kalifornischen Mountain View, gab es ebenfalls Demos: in der sogenannten AI Sandbox, einer großen Halle auf dem Veranstaltungsgelände. heise online konnte an zwei Demos vor Ort teilnehmen.
Google zeigte gleich zwei Geräte in Aktion: Neben dem namenlosen eigenen Prototyp mit KI-Sprachsteuerung, Kameras und eingebautem kleinem Display wurde auch Project Aura demonstriert, die XR-Brille von Xreal und Google.
Project Aura: Der Brückenschlag

Project Aura wirkt äußerlich wie eine einfache Display-Brille und basiert auf Android XR.
(Bild: Xreal)
Project Aura ist eine Art Brückenschlag zwischen den Mixed-Reality-Visionen der letzten Jahre und den Smart Glasses. Schon das Aussehen verbindet das klassische Design einer herkömmlichen Brille mit Headset-Technik. Project Aura verfügt über ein Display in jeder Linse, eingebaute Lautsprecher und mehrere Kameras, liefert also ein vollständiges XR-Erlebnis in einem Brillengehäuse.
Beim Aufsetzen fühlt sich das Gerät deutlich angenehmer an als klassische VR-Headsets, da die Abschirmung entfällt und die Brille leichter wirkt. Von innen sieht man allerdings die aufgesetzten Display-Komponenten – ein ungewohnter Anblick. Und Aura hat auch etwas von der Vision Pro kopiert: ein per Kabel angebundener Block, der hier aber nicht nur die Batterie in sich trägt, sondern auch die Recheneinheit.
Das Sichtfeld beträgt 70 Grad – deutlich mehr als die 57 Grad beim bisherigen Topmodell Xreal One Pro. Das ist breit genug, um drei App-Fenster nebeneinander anzuzeigen; bis zu fünf können gleichzeitig geöffnet sein. Die Displayhelligkeit ist gut, Texte und Grafiken wirken scharf. Über einen Knopf am rechten Bügel lässt sich die Abdunkelung der Gläser steuern – was praktisch ist, wenn man nicht gestört werden möchte.
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Niedrigere Hemmschwelle
Die Handsteuerung funktionierte im kurzen Test recht gut: Pinch-Gesten zum Auswählen und Verschieben von App-Fenstern sind intuitiv und erinnern an die Steuerung der Vision Pro oder der Meta Quest 3. Besonders Spaß gemacht hat eine Gaming-Demo: Im Rollenspiel Demeo ließ sich das Spielfeld mit beiden geballten Fäusten greifen, drehen und skalieren – einzelne Spielfiguren konnte man per Pinch aufnehmen und umsetzen. Das wirkt deutlich immersiver als klassische Controller-Steuerung.
Was aber vor allem den Unterschied macht: Je leichter so ein Gerät ist, desto niedriger dürfte auch die Hemmschwelle sein, es öfter mal aufzusetzen. Project Aura soll noch 2026 weltweit in den Handel kommen. Für Entwickler startet bereits jetzt das „Android XR Developer Catalyst Program“ mit frühem Hardware-Zugang. Den Preis und konkreten Termin kommuniziert der Hersteller bislang nicht. Zum Vergleich: Xreals aktuelles Topmodell One Pro kostet nach einer jüngsten Preissenkung 599 Euro.
Googles Prototyp-Brille
Das Google-Gerät kommt noch leichter daher, hat aber bei eingeschaltetem Display nur ein kleines Fensterchen im Sichtfeld im Angebot. Das reicht für viele Einsatzzwecke aber vollkommen aus: Richtungspfeile in der Navigation, Kartenausschnitte, Widgets, Live-Übersetzungen und Kurznachrichten passen hier spielend hinein und gleichzeitig bleibt die Realität weitgehend sichtbar. Die Demo zeigte im Vergleich zu früheren Präsentationen, welche Fortschritte Google macht.

Der Autor mit der Prototyp-Brille von Google
(Bild: heise medien / Malte Kirchner)
Die Brille ist leicht, lässt sich mit Korrekturgläsern ausstatten und bietet gute Sicht. Der Kunststoffrahmen wirkt noch nicht hochwertig, fällt aber als Technologiebrille durchaus auf. Dass es eine smarte Brille ist, sieht man ihr an.
Die Bedienung ist simpel: Ein langer Druck auf die Seite aktiviert Gemini, ein Knopf an der Unterseite schaltet das Display ein. Die Bedienung mit deutscher Sprache funktioniert problemlos. Lediglich bei den akustischen Ausgaben stellten wir im Test in der AI Sandbox fest, dass der Ton in belebten Umgebungen teilweise schlecht zu verstehen ist. Hier kann es helfen, die Hände über die Bügel zu halten.

Könnte zu Missverständnissen führen: Hier wird kein Vogel gezeigt, sondern die KI-Assistenz von Gemini aktiviert.
(Bild: heise medien / Malte Kirchner)
Und was kann man damit machen? Im Test erfassten wir mit der Kamera Gegenstände und fügten diese direkt zur Einkaufsliste hinzu. WM-Partien der deutschen Mannschaft konnten auf Zuruf herausgesucht und mit einem Sprachbefehl in den Google-Kalender eingetragen werden. Besonders überzeugend war die Live-Übersetzung: Ein spontanes Gespräch auf Portugiesisch – Thema: das legendäre 7:1 der Fußball-WM – übertrug die Brille in Echtzeit fehlerlos ins Deutsche.
Die Navigation ist durchdacht: Wer nach unten blickt, sieht eine Kartenansicht, an die sich per Swipe heranzoomen lässt – wer den Blick hebt, sieht stattdessen einen Richtungspfeil. In einer anderen Demo wurde auf Zuruf ein Brettspiel erkannt und eine Anleitung geliefert, wie die Partie zu gewinnen ist. Beim Blick auf ein Konzert-Poster spielte die Brille auf Nachfrage die Musik des Künstlers. Google setzt dabei auf eine Split-Compute-Architektur: Rechenintensive KI-Aufgaben werden ans Smartphone oder in die Cloud ausgelagert, damit die Brille selbst möglichst leicht bleibt.
Viele Fragen bleiben offen
So sehr die Erprobungen ein Gefühl dafür vermitteln können, ob man selbst einen Nutzwert in den smarten Brillen sieht, so wenig beantworten sie entscheidende Fragen, die sie umgeben: Wie lange hält der Akku durch? Und findet eine Brille mit sichtbaren Kameras gesellschaftliche Akzeptanz oder löst sie Unbehagen bei Menschen aus, die sich in ihrem Sichtfeld befinden? Mit seinem KI-Modell Gemini hat Google eine wichtige Grundvoraussetzung erfüllt. Dennoch stellt sich auch hier die Frage: Wollen Nutzer zum Beispiel in der Öffentlichkeit wirklich häufiger mit der KI reden? Oder würden sie das eher zu Hause tun? Aber brauchen sie dort dafür eine Brille? Oder tut es dann nicht auch das Smartphone?
(mki)
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