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Die Realität zeigt dir erst, was wirklich funktioniert


Das deutsch-luxemburgische Robotik-Unternehmen R3 Robotics (früher als Circu Li-ion bekannt), 2021 von Antoine Welter und Xavier Kohll in Luxemburg gegründet, setzt auf eine „KI-gestützte Roboterplattformen zur sicheren, effizienten und industriellen Demontage von Elektrofahrzeugen am Ende ihres Lebenszyklus“.

HG Ventures, Suma Capital, Oetker Collection, European Innovation Council Fund (EIC Fund) sowie die Altinvestoren BonVenture, FlixFounders und EIT Urban Mobility investierten zuletzt 14 Millionen Euro in das Unternehmen. Zudem sicherte sich das Team 6 Millionen an öffentlichen Fördermitteln.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Gründer Antoine Welter einmal ausführlich über den Stand der Dinge bei R3 Robotics.

Wie würdest Du Deiner Großmutter R3 Robotics erklären?
Bis heute entziehen wir Menschen unserer „Mutter Erde“ jeden Tag tausende Tonnen an Rohstoffen, obwohl wir über die Zeit schon viele Produkte hergestellt haben, deren Materialien in vielen Fällen wiederverwendet werden könnten. Das Problem dabei ist, dass die verschiedenen Stoffe, aus denen die Produkte bestehen, nach ihrer Nutzung nicht so einfach voneinander zu trennen sind. Die Trennung händisch vorzunehmen, lohnt sich nicht, und maschinell gestaltet es sich meistens auch als eher schwierig. Mit unserem Unternehmen entwickeln wir für dieses Problem eine Lösung: Wir geben Robotern mit unserer Technologie „Augen, ein Hirn und Hände“, um Menschen diese Aufgabe abzunehmen, und saubere und ökonomisch effiziente Stoffströme für eine Wiederverwertung zu ermöglichen.

War dies von Anfang an Euer Konzept?
Unser Konzept hat sich strategisch erweitert. Wir sind unter dem Namen Circu Li-ion mit klarem Fokus auf die Demontage von Lithium-Ionen-Batterien gestartet. Das war damals der logische Einstiegspunkt, weil Batterien die kritischsten Komponenten von z.B. Elektrofahrzeugen und akkubetriebenen Werkzeugen sind und die größten Mengen an wertvollen Materialien enthalten. Mit zunehmender Markterfahrung und nachdem wir über mehrere Jahre mit verschiedenen industriellen Partnern zusammengearbeitet haben, wurde uns aber klar: Das Problem ist deutlich größer. Die gesamte Automobilindustrie steht vor der gleichen Herausforderung – nicht nur bei Batterien, sondern bei allen elektrifizierten Komponenten. So enthalten E-Motoren seltene Erden, in Leistungselektronik sind strategische Halbleitermaterialien verbaut. Deshalb haben wir unseren Scope systematisch erweitert und uns Anfang 2026 zu R3 Robotics umbenannt. R3 steht für „Repair, Reuse, Recycle“ – angetrieben durch industrielle Robotik. Das ist eine logische Evolution unserer Vision. Wir haben die automatisierte Demontage komplexer elektrifizierter Systeme – was unsere Kernkompetenz ist – auf ein breiteres Anwendungsfeld übertragen. Die Technologie-Grundlage ist dieselbe geblieben, aber der adressierbare Markt ist um ein Vielfaches gewachsen.

Wie hat sich R3 Robotics seit der Gründung entwickelt?
Nach ersten Angel-Investments 2021 haben wir 2023 insgesamt 8,5 Millionen Euro eingesammelt – darunter eine Seed-Finanzierung in Höhe von 4,5 Millionen Euro und 4 Millionen Euro an Fördermitteln, die 2,5 Millionen Euro vom European Innovation Council (EIC) inkludierten. Das war für uns der entscheidende Meilenstein, um mit unserer technologischen Lösung von der Forschung in die echte industrielle Umsetzung zu gehen. Im Juni 2023 haben wir unsere Demontageanlage in Karlsruhe eröffnet, die im Februar 2024 alle vollständigen BImSchG- und EfB-Zertifizierungen erhielt. Damit betreiben wir einen vollzertifizierten Recyclingbetrieb in Deutschland. Im Juni 2024 folgte die Eröffnung unserer neuen R&D-Facility in Luxemburg in Anwesenheit des dortigen Wirtschaftsministers. Anfang 2026 konnten wir dann weitere 20 Millionen Euro aufbringen – bestehend aus einer 14 Millionen Euro Series-A-Finanzierung und EU-Fördermitteln in Höhe von 6 Millionen Euro. Diese Kombination aus privatem Kapital und öffentlicher Unterstützung unterstreicht unsere strategische Bedeutung für europäische Lieferketten. Unsere Mitarbeiterzahl ist seit der Gründung parallel zur steigenden Anzahl der Batterien, die wir verarbeiten, stetig gewachsen – aktuell sind wir 41 Teammitglieder. Heute skalieren wir das Team massiv in den Bereichen Engineering, Künstliche Intelligenz (KI), Software und Operations. Mit Peter Mohnen, dem ehemaligen CEO von KUKA, haben wir zudem einen der renommiertesten Experten für industrielle Robotik in unser Advisory Board geholt.

Wie seid ihr mit Euren Investor:innen in Kontakt gekommen?
Die Series-A-Finanzierung wurde von HG Ventures und Suma Capital angeführt. Beide dieser Investmentfirmen kamen auf uns zu. HG Ventures ist der „Corporate Venture Capital“-Arm der Heritage Group aus Indianapolis, einem Familienunternehmen mit langer Historie in den Bereichen Industriematerialien und Recycling. Dieser Investor bringt neben Wachstumskapital auch Verständnis für industrielle Prozesse und den für uns wichtigen Zugang zum US-Markt mit. Suma Capital aus Barcelona ist auf ökologische Transformation spezialisiert – Kreislaufwirtschaft und kritische Rohstoffe passen da gut ins Portfolio. Zusätzlich beteiligten sich an der Finanzierungsrunde Oetker Collection, der European Innovation Council Fund (EIC Fund) sowie unsere Bestandsinvestoren BONVENTURE, FlixFounders und EIT Urban Mobility. Der Kontakt entstand teils durch unser Netzwerk, teils durch direkte Ansprache der Investoren. Das Thema kritische Rohstoffe und europäische Lieferketten hat durch aktuelle Richtlinien wie den Critical Raw Materials Act und die EU Battery Regulation an Relevanz gewonnen, was das Investoreninteresse bekräftigt.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen? 
Die meisten Unternehmerinnen und Unternehmer starten etwas naiv mit ihrem Business – sonst würden sie es wahrscheinlich nie machen. So war es auch bei uns. Wenn wir vorher gewusst hätten, wie komplex es ist und wie schwierig es wird, OEMs das erste Mal zum Bezahlen zu bewegen, hätten wir es vermutlich nicht gemacht. Dazu kam: Wir haben mit einem stärkeren Wachstum des Marktes für Elektrofahrzeuge gerechnet, das so bisher leider nicht eingetreten ist. An diesen verlangsamten Ramp-Up mussten wir uns anpassen. Einfach war das nicht, aber so lernt man.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht? 
Wir haben von Anfang an eng mit OEMs zusammengearbeitet. Diese direkte Zusammenarbeit hat uns geholfen, die tatsächlichen Anforderungen zu verstehen und unsere Technologie entsprechend zu entwickeln. Ohne diesen Input hätten wir am Markt vorbei entwickelt und viel Zeit und Ressourcen verschwendet.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?
Loslegen und dann konstant anpassen – je nachdem, was man lernt. Viele warten auf den perfekten Plan oder die perfekte Technologie. Die Realität zeigt dir erst, was wirklich funktioniert, wenn du anfängst. Dann heißt es: zuhören, lernen, anpassen und das immer wieder.

Wo steht R3 Robotics in einem Jahr?
Unsere Anlage in Karlsruhe läuft im industriellen Maßstab. Wir haben mehrere Deployments bei europäischen Partnern, insbesondere in Deutschland und Frankreich. Der US-Markteintritt ist vollzogen und wir haben erste Partnerschaften mit amerikanischen Recyclern und OEMs. Die wichtigsten Positionen im Team sind besetzt. Und wir werden wahrscheinlich auch schon über die nächste Finanzierungsrunde nachdenken, um die Expansion weiter zu beschleunigen. Unsere Ambition ist klar: 2030 wollen wir der führende Anbieter für automatisierte Demontage elektrifizierter Systeme in Europa und Nordamerika sein.

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Foto (oben): R3 Robotics



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Wachstum ohne Zustellbarkeitsverlust: Der E-Mail-Marketing-Fahrplan für Startups


#Gastbeitrag

Oft stellen sich Gründer die Frage: Ist E-Mail in Zeiten von Instagram, TikTok oder WhatsApp überhaupt noch zeitgemäß? Die Antwort ist ein klares Ja. Während soziale Netzwerke durch Algorithmen bestimmen, wer Ihre Inhalte sieht, bleibt die E-Mail der einzige Kanal, der Ihnen gehört.

Wachstum ohne Zustellbarkeitsverlust: Der E-Mail-Marketing-Fahrplan für Startups

Für schnell wachsende Startups ist E-Mail-Marketing ein entscheidender Kanal: Er ist kosteneffizient, baut direkte Kundenbeziehungen auf und treibt Conversions. Doch was als einfacher Newsletter beginnt, wird mit dem Wachstum zur komplexen Herausforderung. Improvisierte Tools führen unweigerlich zu Problemen: Newsletter landen im Spam, wichtige Transaktionsmails kommen nicht an und manuelle Prozesse fressen wertvolle Zeit.

Die zentrale strategische Frage lautet: Wie skalieren Startups ihr E-Mail-Marketing, ohne an Zustellbarkeit zu verlieren? Dieser Fahrplan zeigt, wie ein professionelles Fundament von der ersten Mail bis zur automatisierten Journey den Weg für nachhaltiges Wachstum ebnet.

Warum E-Mail? Relevanz in Zeiten von Social Media

Oft stellen sich Gründer die Frage: Ist E-Mail in Zeiten von Instagram, TikTok oder WhatsApp überhaupt noch zeitgemäß? Die Antwort ist ein klares Ja. Während soziale Netzwerke durch Algorithmen bestimmen, wer Ihre Inhalte sieht, bleibt die E-Mail der einzige Kanal, der Ihnen gehört und einen direkten, ungefilterten Zugang zum Postfach des Kunden bietet.

Laut dem aktuellen Email Impact Report liefert E-Mail-Marketing nach wie vor den höchsten ROI aller Kanäle. Zudem bevorzugen es mehr als 55 % der Konsumenten, Angebote und Marken-Updates per E-Mail statt über soziale Medien zu erhalten. In einer fragmentierten digitalen Welt bleibt die E-Mail das stabilste Rückgrat für Kundenbindung und messbaren Umsatz.

Die Gründungsphase: Das Fundament für Skalierbarkeit legen

Die Basis für Erfolg ist eine skalierbare E-Mail-Marketing-Software wie Mailjet. Anstatt nur die Kosten für die ersten 500 Kontakte zu betrachten, müssen Gründer ein Tool wählen, das die Anforderungen der nächsten 50.000 Kontakte technisch und funktional bereits abdeckt. Ein professionelles Setup beginnt genau hier:

  • Double-Opt-in: Von Tag eins an ist ein sauberer Listenaufbau durch ein konsequentes Verfahren Pflicht. Dies ist rechtlich notwendig und der erste Schritt zu einer hohen Zustellbarkeit.
  • Frühzeitige Segmentierung: Die Trennung von Interessenten und Bestandskunden ermöglicht relevantere Inhalte und stärkt die Bindung.
  • Sender-Reputation: Wer auf eine professionelle, skalierbare Lösung setzt, stellt sicher, dass die technischen Voraussetzungen für eine hohe Zustellrate von Anfang an erfüllt sind.

„Wer bei der Zustellbarkeit spart, zahlt später mit dem gesamten Kanal.“

Die Zustellbarkeit ist die Währung im E-Mail-Marketing. Eine schlechte Reputation bei Providern wie Gmail oder GMX ist nur schwer wiederherzustellen.

Wachstumsphase: Prozesse für Teams und erste Automatisierungen

Sobald das Startup wächst und das Marketing-Team aus mehr als einer Person besteht, werden unstrukturierte Prozesse zum Effizienzkiller. Geteilte Logins führen zu Chaos: Entwürfe werden überschrieben und Kampagnen versehentlich versendet. In dieser Phase wird die Kollaborationsfähigkeit der Plattform entscheidend.

Professionelle Lösungen ermöglichen die Zuweisung unterschiedlicher Benutzerrollen. So kann ein Junior-Marketer Kampagnen entwerfen, während ein Manager sie vor dem Versand freigibt. Gleichzeitig ist dies der ideale Zeitpunkt für erste Automatisierungen: Eine automatisierte Willkommens-Serie oder Onboarding-Strecken stellen sicher, dass jeder Kontakt eine konsistente Erfahrung erhält. Geteilte Vorlagen sorgen zudem für ein einheitliches Branding über alle Kampagnen hinweg.

Skalierungsphase: API-Integration und Transaktions-E-Mails meistern

In der Skalierungsphase wird die E-Mail-Kommunikation zu einem integralen Bestandteil des Produkts. Es geht nicht mehr nur um Newsletter, sondern um systemkritische Transaktions-E-Mails: Passwort-Zurücksetzungen, Bestellbestätigungen oder Rechnungen. Diese müssen absolut zuverlässig und in Echtzeit zugestellt werden.

Die Lösung liegt in einer robusten E-Mail-API oder einem SMTP-Relay. Ein kritischer Punkt ist dabei die saubere Trennung von Marketing- und Transaktions-Traffic. Während Marketing-Mails an große Verteiler gehen und höhere Spam-Markierungsraten haben können, genießen Transaktions-Mails höchste Priorität. Eine Vermischung riskiert, dass eine schwache Marketing-Kampagne die Zustellung wichtiger System-Mails gefährdet.

Die Achillesferse der Skalierung: Zustellbarkeit proaktiv managen

Zustellbarkeit ist kein Zustand, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Mit steigendem Versandvolumen wächst das Risiko, als Spam eingestuft zu werden. Ein professionelles Setup umfasst daher:

  • Authentifizierung: Protokolle wie SPF, DKIM und DMARC sind heute absoluter Mindeststandard, um die Legitimität des Absenders zu beweisen.
  • Bounce-Management: Professionelle Plattformen bereinigen Kontaktlisten automatisch, indem sie unzustellbare Adressen sofort entfernen.
  • Reputations-Monitoring: Die Überwachung der genutzten IP-Adressen ist essenziell, um bei Problemen proaktiv eingreifen zu können.

DSGVO und Compliance: Rechtssicherheit als Wachstumsfaktor

In einem Markt, in dem Datenschutz immer wichtiger wird, ist DSGVO-Konformität ein Wettbewerbsvorteil. Ein improvisierter Ansatz, bei dem Einwilligungen in Excel-Listen verwaltet werden, ist rechtlich untragbar. Ein professionelles Setup automatisiert die Einhaltung der Anforderungen inklusive lückenloser Dokumentation.

Aspekt Improvisierter Ansatz Professionelles Setup
Einwilligung Manuelle Listen, keine Zeitstempel Automatisierte Double-Opt-in-Prozesse
AV-Vertrag Oft nicht vorhanden Rechtssicherer Vertrag (AVV)
Datenstandort Unklar, oft außerhalb der EU Transparente Angabe (EU-Server)
Abmeldung Manueller Prozess Automatischer Abmelde-Link
Foto (oben): Shutterstock



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Project A investiert in KI-Startup von Celonis-Alumni – hier ist das Pitchdeck


Project A investiert in KI-Startup von Celonis-Alumni – hier ist das Pitchdeck

Das Gründer-Team: Alexandros Vassiliadis, Viktor Stryczek und Tobias Drees.
Linexa

Europas Fabriken KI-fähig zu machen – das plant das Startup Linexa aus München. Dafür hat das Deep-Tech jetzt eine Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von zwei Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde vom Berliner VC Project A. Auch Business Angels haben sich beteiligt. Darunter: Celonis-Gründer Bastian Nominacher, Thomas Böck, CEO vom Industrieunternehmen Festo und Christian Schlögel, ehemaliger CTO/CDO der Tech-Companies Kuka & Körber.

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Die Idee von Linexa

Viktor Stryczek, Alexandros Vassiliadis und Tobias Drees haben das Startup Ende 2025 gegründet. Kennengelernt haben sich die drei während ihrer Zeit bei Celonis.

Sowohl dort als auch bei früheren Berufsstationen hatten die Gründer laut Vassiliadis viel mit Produktionsunternehmen zu tun. Dadurch sind sie auf die Idee für ihr Startup gekommen. „In den Gesprächen kam immer derselbe Nenner: Produktionslinien sind über Jahrzehnte so stark gewachsen, dass kein Einzelner mehr den Überblick hat“, so Vassiliadis. „Anlagen von einem Dutzend Herstellern stehen nebeneinander, manche vor vierzig Jahren installiert, manche letzten Monat. Die Dokumentation liegt teils in Excel-Listen, teils in den Köpfen einzelner Instandhalter.“

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Mit Linexa wollen die Gründer Fabriken helfen, ihre Produktionsprozesse ganzheitlich zu überblicken und zu verstehen. Dafür sammelt Linexa die Daten der verschiedenen Programme, über die die Anlagen laufen, und baut daraus ein einheitliches Datenmodell, das die Funktionsweise aller Maschinen abbildet. „Darauf können die KI-Agenten die Produktion anpassen, optimieren oder absichern“, so Vassiliadis.

Heißt: Wenn Fabriken ihre Produktion umstellen, Anlagen anpassen oder Maschinen zum Schutz der Mitarbeitenden absichern wollen, können sie das laut den Gründern mit Linexa schneller umsetzen – ohne lange Ausfallzeiten und teure Serviceverträge.

KI darf keine Fehler machen

Laut Stryczek sei die größte Herausforderung bei der Entwicklung der KI von Linexa zum einen die Strukturierung der Daten gewesen – und die KI selbst. Dafür sei viel Forschungsarbeit notwendig gewesen.

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Denn die KI-Agenten generieren für die Anpassung der Anlagen einen Code. Und der muss komplett fehlerfrei sein. „Fehler können Produktionsausfälle verursachen, Anlagen beschädigen oder sogar Menschen gefährden“, sagt Stryczek. „Jeder Änderungsvorschlag muss deshalb in einem Zwischenschritt virtuell simuliert werden. Erst wenn das Verhalten exakt dem erwarteten entspricht, wird er freigegeben.“

Linexa werde bereits von einem deutschen Lebensmittelproduzenten genutzt. Den Namen gibt das Startup nicht bekannt. Das frische Kapital soll nun in den Ausbau des Teams und der Plattform fließen.

Hier geht’s zum Pitchdeck

Linexa hat Gründerszene das Pitchdeck zur Verfügung gestellt, mit dem sie die Investoren überzeugen konnten. Weitere Pitchdecks anderer Startups findet ihr hier.  





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DefenseTech : Warum das Integrationsproblem wichtiger ist als die Innovationslücke


#Gastbeitrag

Wer heute ein DefenseTech- oder GovTech-Startup gründet, braucht mehr als eine gute Technologie. Er muss Systemarchitektur, Beschaffungswege und die Akteure auf staatlicher Seite verstehen. Ein Gastbeitrag von Falk Schäfers.

DefenseTech : Warum das Integrationsproblem wichtiger ist als die Innovationslücke

Die Zahlen sprechen für sich: Die Investitionen in europäische DefenseTech-Startups haben sich von 2024 auf 2025 auf 2,3 Milliarden Dollar verdoppelt. Allein das deutsche Unternehmen Helsing sammelte 700 Millionen Dollar ein. Der ukrainische KI-Drohnenhersteller Swarmer legte einen der größten Börsengänge des letzten Jahres hin. Europa holt im globalen DefenseTech-Wettbewerb auf. Der Abstand zu den USA und Israel schrumpft. 

Das ist ein gutes Zeichen, aber es reicht nicht. Das Problem liegt nicht im Mangel an Innovation, sondern in der Fähigkeit, diese Innovationen zu nutzen. Diese Fähigkeit fehlt in Deutschland und Europa noch immer in erschreckendem Ausmaß. 

Kritische Infrastruktur: Eine zivil-militärische Herausforderung 

Die Verteidigung kritischer Infrastruktur ist nicht mehr nur ein militärisches Thema. Technologien zur Abwehr von Drohnenangriffen schützen inzwischen auch Energieanlagen, Häfen, Industrieparks und Flughäfen. 

Was bedeutet das konkret? Sensoren, Detektionssysteme und Lagebildfusion müssen zwischen zivilen Betreibern und staatlichen Akteuren reibungslos funktionieren. Der Engpass liegt nicht in den einzelnen Technologien, sondern in ihrer Integration. Viele marktreife Einzellösungen existieren, aber sie wachsen selten systemisch zusammen. 

Das ist nicht ausschließlich ein technisches Problem, sondern auch ein Architekturproblem, das die staatliche Handlungsfähigkeit direkt betrifft. 

Das eigentliche Problem: Absorptionsfähigkeit 

Budgets sind inzwischen vorhanden. Was fehlt, sind Strukturen, die Innovationen in die Praxis umsetzen. Vergabekultur, Zuständigkeitsfragmentierung und fehlende Skalierungsmechanismen bremsen die Umsetzung im Defense Bereich. 

Gründerinnen und Gründer mit marktreifen Produkten stecken oft monatelang in Beschaffungskorridoren fest. Verwaltung und Politik sind frustriert, weil die richtigen Lösungen schwer zu identifizieren und noch schwerer zu beschaffen sind. Diese Reibungsverluste behindern eine schnelle Skalierung. 

Der Dialog zwischen Politik, Bundeswehr, Industrie, Startups und Investoren muss institutioneller werden – dabei stellt der sog. Rüstungsgipfel von Verteidigungsministerium und Wirtschaftsministerium gemeinsam mit Verbänden, Industrie und Startups bereits einen guten Beginn dar. Produktionskapazitäten und europäische Lieferketten rücken zunehmend in den Vordergrund, nicht zuletzt, weil der Wandel in der Automobilindustrie neue Fertigungskapazitäten und -expertise freisetzt, die für die Rüstungsindustrie relevant werden. Man sollte den Markt für Sicherheit und Verteidigung stets mindestens europäisch betrachten, mit dem Ziel, ihn über nationale Grenzen hinweg zu erweitern und gemeinsame Standards zu schaffen. 

Was Gründer jetzt brauchen 

Wer heute ein DefenseTech- oder GovTech-Startup gründet, braucht mehr als eine gute Technologie. Er muss Systemarchitektur, Beschaffungswege und die Akteure auf staatlicher Seite verstehen. 

Erstens: Denkt in Fähigkeiten, nicht in Produkten. Konsequentes Vorgehen nach dem Fähigkeitsprinzip und Plattformdenken sind der Schlüssel zum Erfolg in dem Bereich. Einzellösungen sind austauschbar. Langfristig werden neben der Fähigkeit verschiedene Systeme zu verbinden und Entscheidungsfähigkeit zu schaffen, auch die Supply-Chain an sich sowie die Zulieferung kritischer Komponenten das, was Beschaffer und strategische Partner langfristig suchen. 

Zweitens: Baut frühzeitig Brücken zur öffentlichen Hand. Pilotprojekte mit Behörden und Kooperationen mit der Bundeswehr oder Sicherheitsbehörden sind kein Beiwerk. Sie sind der Proof of Concept, der Skalierung überhaupt erst ermöglicht. Die Nähe zum Endnutzer unterstützt bereits in frühen Phasen der Produktentwicklung den 

Drittens: Dual-Use ist keine Notlösung, sondern eine Stärke. Technologien, die sowohl zivile als auch militärische Infrastruktur schützen, haben ein breiteres Marktpotenzial und eine stabilere Finanzierungsbasis. Dabei kann in späteren Phasen und zum Ausbau der Produktion neben Venture Capital auch der Rückgriff auf Structured Finance Ansätze wie Debt Vehikel von Banken spannend werden. 

Über den Autor: 
Falk Schäfers, Co-CEO des börsennotierten Investors Heliad AG, hat während der Rocket Internet Ära bereits IPOs begleitet, darunter von HelloFresh und Delivery Hero. Heliad ist auch in Defense-Startups wie ARX Robotics, Albacore und das Cybersecurity Startup Aikido investiert. Darüber hinaus positioniert sich Heliad als Brücke zwischen privaten und öffentlichen Kapitalmärkten und ermöglicht Anlegern den Zugang zu wachstumsstarken Pre-IPO-Unternehmen über eine liquide, börsennotierte Struktur.

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