Künstliche Intelligenz
Donnerstag: Urheberrechtsklage gegen Anthropic, EU gegen KI-generierte Deepfakes
Bertelsmanns Rechteverwalter BMG wirft Anthropic umfassende Urheberrechtsverletzungen beim Training des KI-Chatbots Claude vor und reicht in den USA Klage ein. Die KI-Firma soll Songs der Rolling Stones, Bruno Mars und anderer Musikgrößen zudem kopiert und reproduziert haben. BMG verlangt Unterlassung und Wiedergutmachung. In Europa hat der Bürgerrechtsausschuss der EU dem geplanten Verbot von KI-Systemen, die sexualisierte Bilder ohne Zustimmung der Abgebildeten generieren können, zugestimmt. Dieses Verbot soll mit KI erstellte Deepfakes unterbinden. Nächste Woche soll das EU-Parlament darüber abstimmen. Für neue KI-Systeme haben Samsung und AMD eine Absichtserklärung zu KI-Speichern der nächsten Generation unterzeichnet. Denn AMDs KI-Beschleuniger setzen auf Samsungs High-Bandwidth Memory. Zudem sondieren die Konzerne eine Foundry-Partnerschaft und würden damit ihre fast zwei Jahrzehnte lange Partnerschaft weiter vertiefen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Weiterlesen nach der Anzeige
Der zum deutschen Bertelsmann-Konzern gehörende Musikrechteverwalter BMG Rights Management hat Anthropic vor einem kalifornischen Bundesgericht verklagt. Das KI-Unternehmen soll urheberrechtlich geschützte Songtexte verwendet haben, um seinen KI-Chatbot Claude zu trainieren. In der Klage wirft BMG Anthropic „umfassende Urheberrechtsverletzungen“ vor „an urheberrechtlich geschützten Musikkompositionen, die BMG gehören oder von BMG kontrolliert werden“, darunter Songs der Rolling Stones, Bruno Mars und andere Musikgrößen. Anthropic soll diese unberechtigterweise kopiert und reproduziert und damit Hunderte Urheberrechtsverletzungen begangen haben. BMG fordert von Anthropic Unterlassung und Wiedergutmachung: BMG verklagt Anthropic wegen Verwendung von Rolling-Stones-Songs für KI-Training.
Was KI-Modelle aus dem Training machen, ist nach Ansicht der EU teilweise ein Problem. Deshalb haben die EU-Ausschüsse für Binnenmarkt und Bürgerrechte am Mittwoch den geplanten Änderungen des sogenannten Omnibus-Pakets zugestimmt. Damit sollen Hochrisiko-KI-Systeme reguliert, aber auch bestimmte Deepfakes verboten werden. Dazu gehört die KI-Generierung von Inhalten, die Kindesmissbrauch und intime Situationen zeigen, sowie sexuelle Handlungen, die nicht einvernehmlich sind. Gemeint ist nicht nur die fehlende Erlaubnis des Aktes, sondern die fehlende Erlaubnis, solche Bilder künstlich zu erzeugen. Solche sogenannten Nacktbildgeneratoren sollen nun verboten werden, wenn die KI-Systeme keine wirksamen Sicherheitsmaßnahmen besitzen: EU-Ausschuss unterstützt Verbot von Deepfake-fähigen KI-Systemen – mit Ausnahmen.
Solche KI-Modelle benötigen leistungsfähige Systeme, und dafür werden Samsung und Advanced Micro Devices (AMD) künftig bei KI-Speicher- und Rechenlösungen der nächsten Generation zusammenarbeiten. Im Rahmen der Vereinbarung werden Samsung und AMD die Lieferung von Samsungs High-Bandwidth Memory (HBM4) für den KI-Beschleuniger der nächsten Generation von AMD (Instinct MI455X) sowie von optimiertem DDR5-Speichern für AMDs EPYC-Prozessoren der sechsten Generation (Codename „Venice“) abstimmen, heißt es. Beide Unternehmen werden zudem Möglichkeiten einer Foundry-Partnerschaft erörtern, in deren Rahmen Samsung Auftragsfertigungsdienstleistungen für AMD-Produkte der nächsten Generation erbringen würde: Samsung und AMD erweitern ihre strategische Zusammenarbeit für KI-Chips.
Es muss nicht unbedingt um KI gehen bei den Internet-Projekten, für die die österreichische Förderaktion netidee 300.000 Euro Förderung auslobt. Der netidee-Call wurde dieses Jahr zum 21. Mal aufgelegt. Dabei werden innovative Internet-Projekte sowie die Weiterentwicklung bereits erfolgreicher Internet-Projekte gefördert. Privatpersonen, Unternehmen, Studierende, Vereine und Uni-Institute können sich für eine Prämierung von bis zu 60.000 Euro pro Projekt bewerben. Zusätzlich wird der Martin-Prager-Integrationspreis in Höhe von 3000 Euro für ein Projekt, das am besten auf eine Stärkung der digitalen Teilhabe sowie die Nutzung des Internets für integrative Zwecke abzielt, vergeben. Anträge können online bis zum 7. Juli 2026 auf www.netidee.at eingereicht werden.
KI ist auch eines der Themen in der heutigen Ausgabe der #heiseshow. Denn Microsoft will angeblich davon abrücken, Copilot in sämtliche Bereiche der Windows-Oberfläche zu integrieren. Hat die Kritik der Nutzer tatsächlich Wirkung gezeigt? In Deutschland könnte die Magnetschwebebahn im ÖPNV ihr Comeback feiern, wenn es nach Plänen des Bundesverkehrsministers geht. Ist die Magnetschwebebahn auf Stelzen wirklich die günstigere und schnellere Alternative zum milliardenschweren U-Bahn-Bau? Für den Individualverkehr wollen zwei Großunternehmen Ladebordsteine für Elektroautos in deutschen Städten installieren. Kann der Ladebordstein die Lücke für alle schließen, die keine eigene Garage haben? Darüber diskutieren wir heute um 17 Uhr live in der #heiseshow: Microsoft und KI, Magnetschwebebahn, Ladebordsteine.
Auch noch wichtig:
Weiterlesen nach der Anzeige
- BMW schlägt mit dem i3 ein neues Kapitel seiner 3er-Reihe auf. Technisch ist vieles vom iX3 bekannt, deshalb aber kaum weniger beeindruckend, zumindest zur Vorstellung des BMW i3: Die Neuerfindung des 3ers.
- Google Maps soll künftig deutschlandweite Nahverkehr-Echtzeitdaten für Bus und Bahn anzeigen können. Hierfür arbeitet der Konzern mit Connect zusammen: Google Maps zeigt künftig deutschlandweit Echtzeitdaten zum Nahverkehr.
- Ursula von der Leyen hat den Atomausstieg als Fehler bezeichnet und hohe Strompreise kritisiert. Mit Atomkraft werden diese steigen, erklärt Werner Pluta in seiner Analyse: Weshalb die Forderung nach der Rückkehr der Atomenergie Unsinn ist.
- Die Fritzbox 7490 bekommt nach 13 Jahren immer noch Updates. Doch wie behauptet sie sich gegen aktuelle Router aus dem gleichen Haus? Sollte man die Fritzbox 7490 austauschen? Wann sich das Upgrade alter Fritzboxen lohnt.
- Seit Ende 2025 können experimentierfreudige Windows-Nutzer ihre PCIe-SSDs etwas beschleunigen. Wir haben nachgemessen, was das bringt: Windows-Treiber löst Bremsen von PCIe-SSDs.
- Eine Schwachstelle im Zusammenspiel von snapd und systemd unter Ubuntu ermöglicht Angreifern, root-Zugriff zu erlangen: root-Lücke bei Ubuntu durch snapd.
- Das LHCb-Experiment am CERN hat das Ξcc⁺ nachgewiesen – ein protonenähnliches Teilchen mit zwei Charm-Quarks und vierfacher Protonenmasse: Aufgerüsteter LHCb-Detektor entdeckt schweres Proton-Pendant im CERN.
- Es ist ein klassischer Shitstorm: Viele Gamer im Netz sind wegen DLSS 5 auf Nvidia wütend. Unternehmensschef Jensen Huang verteidigt die Technik: Gamer „haben Unrecht“ über DLSS 5, sagt Jensen Huang zu Shitstorm.
- Mozilla gibt Firefox ein handgezeichnetes Maskottchen namens Kit. Zudem bringt Version 149 ein integriertes VPN und Split View: Firefox bekommt Maskottchen Kit und kostenloses VPN.
- Die SSDs, die Apple beim Neo mitliefert, sind nur 256 oder 512 GByte groß. Ein Aufrüsten ist aufgrund verlöteter NAND-Module schwierig. Aber es geht. Durch das Aufrüsten mit dem Lötkolben bekommt das MacBook Neo 1 TByte.
- Generative KI beschleunigt das Programmieren, doch die Verifikation des Codes wird aufwendiger. Das verschiebt den Engpass: KI beschleunigt Code, verzögert aber Tests.
- Microsoft investiert 3,2 Milliarden Euro in Deutschland, etwa in einen Rechenzentren-Cluster in NRW. Dafür steht ein halbes Gigawatt Leistung bereit: Deutsches Riesen-Rechenzentrum von Microsoft Azure kann 520 Megawatt verheizen.
(fds)
Künstliche Intelligenz
Trotz Steuersenkung: Spritpreise steigen laut ADAC wieder
Von der Steuersenkung zur Entlastung der Autofahrer können die Verbraucher nach Einschätzung des ADAC bislang nicht in voller Höhe profitieren. Nach Beobachtung des Autofahrerclubs lagen die bundesweiten Tagesdurchschnittspreise am Samstag mit 2,003 Euro pro Liter bei Super E10 12,3 Cent unter dem Durchschnittspreis vom 30. April, beim Diesel sank der Durchschnittspreis um 12,2 Cent auf 2,093 Euro. Zum 1. Mai waren die Steuern um 16,7 Cent abgesenkt worden.
Weiterlesen nach der Anzeige
Laut ADAC sind die Kraftstoffpreise somit nach wie vor zu hoch, da zusätzlich auch die Rohölpreise niedriger seien als Ende April. Unverständlich sei daher, dass die Benzin- und Dieselpreise aktuell wieder stiegen. Am Sonntagmorgen um 8.00 Uhr seien die Preise höher gewesen als am Samstag zur gleichen Zeit. „Damit geht die Entwicklung erneut in eine falsche Richtung“, meinte eine Sprecherin des Clubs. Alle Zahlen beziehen sich auf bundesweite Durchschnittswerte, einzelne Tankstellen können davon deutlich abweichen.
Kartellamt empfiehlt Preisvergleiche
Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, betonte, seine Behörde werde die Preisentwicklung genau überwachen. Autofahrer sollten die zum Teil erheblichen Preisunterschiede nutzen. Apps zum Preisvergleich würden den Weg zur preiswerten Tankstelle weisen. Der Branchenverband Fuels und Energie hatte zum Start des Tankrabatts angekündigt, dass die volle Steuersenkung bei den Kunden ankommen soll.
Das war am Freitag, als die Steuersenkung in Kraft trat, nach ersten Beobachtungen auch der Fall. Da jedoch die 12-Uhr-Regel für eine einmalige Preiserhöhung pro Tag weiter besteht, nutzten manche Tankstellen dies über das Wochenende offenbar kräftig aus. Schon vor der Steuersenkung war die Regel sowohl vom ADAC als auch dem Verbraucherzentrale Bundesverband sowie Wirtschaftsforschern kritisiert worden: Die Preise steigen seit Einführung der 12-Uhr-Regel ständig weiter.
Versteuerung nicht an der Zapfsäule
Für die nur langsam sinkenden Preise an diesem Wochenende gibt es eine mögliche Erklärung: Die Versteuerung findet nicht an der Zapfsäule statt, sondern wenn der Kraftstoff die Raffinerie oder das Großlager verlassen hat. Was über das verlängerte Wochenende an den Tankstellen verkauft wird, dürfte größtenteils vorab noch mit der vollen Energiesteuer abgerechnet worden sein.
Weiterlesen nach der Anzeige

Entwicklung der Spritpreise am ersten Maiwochenende
(Bild: Bundeskartellamt)
Damit bleibt weiterhin nur abwarten, bis diese Vorräte aufgebraucht sind. Gleiches gilt für mögliche Maßnahmen des Bundeskartellamts. Die Behörde hat immerhin schon einen Live-Ticker für die Preisentwicklungen eingerichtet. Auch dort ist für die ersten drei Tage des Tankrabatts abzulesen, dass die Preise im Schnitt leicht gesunken sind. Die vom Kartellamt so genannte „Mittagsspitze“ ließ die Preise jedoch immer wieder auf das Niveau des Vortags schießen. Damit bleibt, solange die 12-Uhr-Regel besteht, tanken am späten Vormittag am günstigsten.
Lesen Sie auch
(nie)
Künstliche Intelligenz
KI und Security: Jetzt noch Tickets für die Online-Konferenz sichern
Künstliche Intelligenz dringt in alle Bereiche der Softwareentwicklung vor. Die Security muss mit den Neuerungen Schritt halten, denn mit den erweiterten Möglichkeiten sind auch neue Gefahren verbunden.
Weiterlesen nach der Anzeige
Am 11. Mai 2026 widmet sich der Online-Deep-Dive „KI und Security“ der heise devSec dem Spannungsfeld zwischen Security und künstlicher Intelligenz in der Softwareentwicklung. Die Vorträge behandeln zum einen die Angriffsflächen und Sicherheitsmaßnahmen für KI-Anwendungen und zeigen zum anderen, wie KI bei sicherer Softwareentwicklung hilft. Schließlich gibt es einen Blick auf die neuen Möglichkeiten, die Angreifer durch KI-Werkzeuge haben – und wie man ihnen begegnet.
Einblick und Praxis
Das Programm der Online-Konferenz bietet Vorträge zu folgenden Themen:
- Software-Security in Zeiten von KI
- Sicherheitsnetze für den sicheren Einsatz von Coding-Agenten
- KI als Sparringspartner im Entwicklungsprozess für bessere Security
- Vibe Hacking & Security-Agenten: Angreifer rüsten auf, Verteidiger ziehen nach
- LLM-Security: Die OWASP-Liste der Angriffsvektoren
- Live-Hacking von LLMs, Agenten und MCP
Tickets für die Online-Konferenz kosten 299 Euro (zzgl. MwSt.). Teams ab drei Personen erhalten im Ticketshop automatisch einen Gruppenrabatt.
Vor-Ort-Konferenz in Marburg im Herbst
Am 22. und 23. September 2026 findet die zehnte Auflage der Vor-Ort-Konferenz heise devSec statt. Bis zur Veröffentlichung des Programms Mitte Mai sind Tickets zum Blind-Bird-Tarif von 1049 Euro erhältlich.
Weiterlesen nach der Anzeige
Wer über die heise devSec inklusive der zugehörigen Online-Konferenzen auf dem Laufenden bleiben möchte, kann sich für den Newsletter eintragen.
(rme)
Künstliche Intelligenz
OpenAI Prism im Test: KI-Tool für wissenschaftliches Schreiben
Die Natur erforschen, Erkenntnisse gewinnen: Dafür brennen Wissenschaftler. Doch ihre Arbeit endet nicht mit dem ersehnten „Heureka“, sondern mit der Publikation in einem Fachmagazin. Dafür müssen sie oft tage- oder wochenlang am Schreibtisch sitzen, um ihre Erkenntnisse perfekt formuliert und formatiert zu präsentieren.
OpenAI hat nun ein Werkzeug namens Prism vorgestellt, das Wissenschaftlern diese Arbeit massiv erleichtern soll. Dazu hat der Hersteller einerseits eine Arbeitsumgebung gestaltet, die alle notwendigen Tools bündelt: Statt zwischen Texteditor, PDF-Betrachter, LaTeX-Compiler, Literaturverwaltungsprogrammen und KI-Chat hin- und herzuwechseln, bleiben Nutzer in einem einzigen Workspace. Andererseits unterstützt Prism aktiv beim Schreiben, Formatieren und Verbessern von Manuskripten. Über ein Fenster im Workspace kann man mit GPT-5.2 Thinking chatten, einem Reasoning-Modell, das OpenAI auf mathematisches und wissenschaftliches Schlussfolgern optimiert hat.
- Prism ist ein KI-gestützter Workspace von OpenAI für wissenschaftliches Schreiben.
- Das Tool vereint LaTeX-Editor, Compiler, PDF-Betrachter und Chatfenster mit GPT-5.2-Anbindung in einem Browsertab.
- Prism unterstützt beim Schreiben von LaTeX-Code und wissenschaftlichen Texten und bietet fachliches Feedback an. Datenschutz bleibt dabei auf der Strecke.
Was der Workspace tatsächlich leistet, haben wir im Praxistest untersucht. Wir haben die Fähigkeiten von Prism beim Textsatz, zur sprachlichen und fachlichen Korrektur und bei der Erstellung von Vektorgrafiken getestet. Dazu haben wir ein realistisches Beispielmanuskript aus der theoretischen Physik verwendet. Außerdem beleuchten wir, welche Risiken Wissenschaftler eingehen, wenn sie sensible Forschungsdaten in das KI-Modell geben.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „OpenAI Prism im Test: KI-Tool für wissenschaftliches Schreiben“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Monaten
Top 10: Die beste kabellose Überwachungskamera im Test – Akku, WLAN, LTE & Solar
-
Social Mediavor 2 MonatenCommunity Management und Zielgruppen-Analyse: Die besten Insights aus Blog und Podcast
-
Social Mediavor 3 MonatenCommunity Management zwischen Reichweite und Verantwortung
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenSmartphone‑Teleaufsätze im Praxistest: Was die Technik kann – und was nicht
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 3 MonatenIntel Nova Lake aus N2P-Fertigung: 8P+16E-Kerne samt 144 MB L3-Cache werden ~150 mm² groß
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenCommunity-Protest erfolgreich: Galera bleibt Open Source in MariaDB
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenBlade‑Battery 2.0 und Flash-Charger: BYD beschleunigt Laden weiter
-
Social Mediavor 1 MonatVon Kennzeichnung bis Plattformpflichten: Was die EU-Regeln für Influencer Marketing bedeuten – Katy Link im AllSocial Interview
