Künstliche Intelligenz
Dyson Clean+Wash Hygiene im Test: Schicker Wischsauger läuft 70 Minuten am Stück
Der Dyson Clean+Wash Hygiene kommt als filterloser Wischsauger mit starkem Akku, der ihm 70 Minuten Einsatzzeit verschafft.
Im Vergleich zu den meisten aktuellen Wischsaugern auf dem Markt kommt der Dyson Clean+Wash Hygiene mit einem filterlosen Reinigungssystem. Hier wird der Schmutz nicht angesaugt, sondern über die Filamente der Wischrolle aufgesammelt. Der Schmutzwassertank liegt direkt am Fuß, wodurch der aufgesaugte Schmutz direkt beim Aufsammeln vom Wasser getrennt wird. Auf dem Papier heißt das, dass keine festen Partikel im Schmutzwassertank landen und so auch die anschließende Reinigung deutlich unkomplizierter abläuft.
Wie sich der Dyson Clean+Wash Hygiene beim Saubermachen schlägt, zeigen wir im Test. Der Hersteller stellte uns das Gerät für diesen Test bereit.
Lieferumfang
Der Dyson Clean+Wash Hygiene kommt mit Ladestation und einer Flasche Reinigungsmittel. Für die Ersteinrichtung liegt ein Quick-Start-Guide bei. Ein Filter gehört nicht zum Lieferumfang, da der Wischsauger keine Luft ausstößt und somit ohne Filtersystem arbeitet.
Design
Farblich dominieren Blau und Kupfer den Look des Clean+Wash Hygiene. Das Gros des Wischsaugers besteht aus Kunststoff, einzige Ausnahme ist der Arm. Dieser ist aus Aluminium. Ganz unkonventionell befindet sich der Schmutzwassertank im Fuß des Saugers, während der Frischwassertank am Korpus angebracht ist. Bei den meisten von uns getesteten Wischsaugern ist das genau andersherum.
In den Griff ist ein rundes LCD eingelassen, das je nach Situation unterschiedliche Informationen abbildet. Ein dedizierter Button dient zur Steuerung des Bildschirms. Am Griff befindet sich neben dem Power-Button auch noch die Max-Taste. Sie fährt die Wasserzufuhr so lange auf die höchste Stufe, wie man die Taste gedrückt hält.
Dyson Clean+Wash Hygiene – Bilder
Das Design ist Dyson-typisch aufgeräumt und erweckt einen hochwertigen Eindruck – trotz des hohen Kunststoffanteils. Der Frischwassertank hat ein Fassungsvermögen von 750 ml, der Schmutzwassertank bietet hingegen nur 520 ml. Insgesamt fasst der Wischsauger also 1,27 l Wasser, etwas weniger als viele Konkurrenzmodelle. Die Einsparungen beim Tank tragen aber zum kompakten Formfaktor des Clean+Wash Hygiene bei und reduzieren so auch sein Gewicht. Mit etwa 3,82 kg ist er nämlich angenehm leicht. Zum Vergleich: Der Mova X4 Pro (Testbericht) bringt gut 5,3 kg auf die Waage.
Einrichtung
Der Dyson Clean+Wash Hygiene ist ziemlich schnell zusammengebaut. Man muss lediglich den Arm in den Wischsauger klicken, die Station aufstellen und den Sauger darin zum Laden platzieren. Die beigefügte Kurzanleitung bebildert den Prozess verständlich. Extrem praktisch ist zudem, dass der LCD-Bildschirm für verschiedene Prozesse, etwa die anschließende Reinigung des Wischsaugers, kurze Animationen abspielt.
Per QR-Code kann man die My-Dyson-App für Android oder iOS herunterladen, anders als beim Dyson V16 Piston Animal bietet sie allerdings keine zusätzlichen Funktionen für den Wischsauger. Dieser hat ohnehin keine Bluetooth-Funktion, um sich verbinden zu können. Die App dient hier hauptsächlich dazu, das Produkt für den eigenen Account zu registrieren und wartet mit einer Auswahl an Tipps rund um die Nutzung des Clean+Wash Hygiene auf.
Steuerung
Gesteuert wird der Dyson gänzlich über die Tasten am Griff. Diese sind leicht erreichbar und bieten – mit Ausnahme des Bildschirm-Buttons – ein direktes Feedback. Die Display-Taste wirkt im Vergleich leider etwas schwammig: Drückt man sie nicht mittig genug, erfasst sie die Eingabe schlichtweg nicht. Das ist zwar ein kleiner Minuspunkt in der B-Note, nach ein paar Durchgängen hat man den Dreh aber raus und drückt automatisch ‚korrekt‘.
Wie so ziemlich alle aktuellen Wischsauger arbeitet auch der Dyson Clean+Wash Hygiene mit motorisierten Rädern, die ihn von allein nach vorn fahren lassen. Das bedeutet weniger Anstrengung beim Saugen. Die Antriebskraft ist hervorragend austariert und das ist auch gut so, denn manuell anpassen kann man sie nicht.
Generell bietet der Wash+Clean Hygiene so gut wie keine Anpassungsmöglichkeiten. Einzig zwischen den verschiedenen Saugmodi kann man wechseln. Wer hier einen Funktionsumfang ähnlich der chinesischen Konkurrenz erwartet, wird enttäuscht.
Reinigung
Der Clean+Wash Hygiene arbeitet mit einem filterlosen System, bei dem der Schmutz nicht angesaugt, sondern ausschließlich über die Filamente der Rolle aufgenommen wird. Das sorgt vorrangig dafür, dass der Wischsauger im Betrieb äußerst leise ist. Schmutz und Wasser werden direkt am Bürstenkopf voneinander getrennt und nicht wie bei vielen anderen Modellen zuerst in den Schmutzwassertank gesaugt. Das erleichtert die anschließende Entleerung tatsächlich ungemein.
Wir testen den Wischsauger sowohl auf Parkettboden als auch auf Fliesen und sind mit der Reinigungsleistung insgesamt ziemlich zufrieden. Er befeuchtet die Böden gleichmäßig und arbeitet während unseres Tests schlierenfrei. Er lässt sich zudem komplett waagerecht auf den Boden legen und kommt so mit einer Höhe von 113 mm gut unter Möbel. Bei besonders hartnäckigen eingetrockneten Flecken muss man Vorarbeit leisten oder direkt per Hand mit dem Schwamm ran – das ist aber bei den meisten aktuellen Wischsaugern der Fall.
Krümel, Staub und Haare stellen für den Clean+Wash Hygiene kein Problem dar und werden anstandslos über die Rolle aufgenommen. Auch Flüssigkeiten wie verschüttete Hafermilch und Cola beseitigt der Sauger restlos. Zum Frischwassertank geben wir vor dem Einsatz wie vom Hersteller empfohlen 20 ml der mitgelieferten Reinigungslösung hinzu. Diese riecht in konzentrierter Form äußerst angenehm und überhaupt nicht künstlich, beim Verteilen auf dem Boden riecht man sie dann aber ohnehin kaum noch.
Auf den Fliesen poltert der Wischsauger leider etwas unsanft über den Boden. Das liegt an den winzigen Rädern des Bürstenkopfs, die aufgrund ihrer Form perfekt in der Fuge versinken. Dadurch entsteht beim Darüberfahren jedes Mal ein hör- und spürbares Klackern.
Der kleinere Schmutzwassertank macht sich nach etwa 10 Minuten im Einsatz bemerkbar: Die Maschine quittiert dann nämlich den Dienst und fordert die Entleerung, bevor es weitergehen kann. Da man hier allerdings wirklich nur das Wasser entleeren und nicht auch das Auffangsieb säubern muss, ist der Spaß zum Glück schnell erledigt. Ungünstigerweise tropft der Schmutzwassertank beim Transport vom Sauger zum Waschbecken in unserem Fall ganz schön, was sehr ärgerlich ist.
Für die anschließende Selbstreinigung auf der Ladestation muss man den Frischwassertank erneut füllen sowie den Schmutzwassertank leeren und das dort integrierte Auffangsieb entnehmen und sauber machen. Das Entfernen des Siebs ist nicht ganz so einfach, da es etwas Kraft erfordert und keine wirklich gute Griffmöglichkeit gibt. Hat man das Sieb erfolgreich vom Tank getrennt, kann man es unkompliziert unter Wasser abspülen.
Die Selbstreinigung dauert etwa 145 Sekunden, die anschließende Trocknung mit 85 °C heißer Luft nimmt 30 Minuten in Anspruch. Mit etwa 56 dB(A) gemessen per Smartphone-App an der Station ist der Trocknungsvorgang verhältnismäßig laut und sollte daher, wenn möglich, nicht gerade abends gestartet werden.
Akkulaufzeit
Der Akku hat uns im Test mehr als überrascht. Beim ersten Anwerfen des Wischsaugers zeigt uns die Anzeige eine verbleibende Einsatzdauer von 77 Minuten. So viel Akkulaufzeit haben wir bisher bei keinem anderen von uns getesteten Wischsauger erlebt. Zugegebenermaßen dürfte die fehlende Saugeinheit hier bei der Performance eine Rolle spielen, beeindruckend ist es aber dennoch. Ein weiteres Plus: Der Akku ist abnehmbar, was bedeutet, dass man ihn jederzeit ersetzen kann, sollte er irgendwann einmal den Geist aufgeben.
Ein vollständiger Ladevorgang über die Station dauert laut Dyson in etwa 4,5 Stunden. Wir bekommen den Akku pro Saugvorgang aber nicht annähernd so leer, um das verifizieren zu können.
Preis
Auf der Herstellerseite gibt es den Dyson Clean+Wash Hygiene zur UVP von 449 Euro. Alternativ ist er bei Alza mit knapp 422 Euro etwas günstiger zu haben.
Fazit
Mit seinem filterlosen Reinigungssystem überzeugt der Dyson Clean+Wash Hygiene da, wo es drauf ankommt: bei der täglichen Reinigung. Sowohl trockenen als auch flüssigen Schmutz nimmt der Wischsauger in unserem Test problemlos auf und hinterlässt einen sauberen Boden. Vor allem der ergiebige Akku mit über 70 Minuten Laufzeit sticht hier positiv hervor. Die anschließende Reinigung des Schmutzwassertanks ist zwar nicht ideal, da im Tank aber keine festen Partikel vorhanden sind, dafür deutlich praktischer als bei vielen anderen Modellen.
Bedingt durch den kompakten Formfaktor fällt das Volumen des Schmutzwassertanks kleiner aus, weshalb er im Test für eine Zwischenentleerung unterbrochen werden musste. Der Dyson Clean+Wash Hygiene macht vieles richtig und überzeugt optisch durch den typisch hochwertigen Look. Er bietet jedoch kaum Alleinstellungsmerkmale gegenüber der Konkurrenz, die vieles ähnlich gut oder gar besser löst. Unter dem Strich bleibt er aber ein absolut solider Begleiter für den Haushalt.
Künstliche Intelligenz
VMware wird zur KI-Plattform | heise online
Broadcom hat die Verfügbarkeit von VMware Cloud Foundation (VCF) 9.1 offiziell bekanntgegeben – die Ankündigung erfolgte am 5. Mai, seit dem 12. Mai steht die Plattform zum Download bereit. Das Minor-Release konzentriert sich auf drei Schwerpunkte: Infrastruktur-Effizienz, Kubernetes-Skalierung und Lateral Security. Damit positioniert sich VCF klar als On-Premises-Plattform für produktive KI-Workloads.
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Speicher- und Storage-Effizienz
Im Mittelpunkt steht das überarbeitete NVMe Memory Tiering: ESXi verlagert „kalte“ Speicherseiten transparent auf NVMe-SSDs, während DRAM für „heiße“ Daten reserviert bleibt – alles ohne Einfluss auf die Betriebssysteme. Neu in 9.1 sind ein natives Software-Mirroring für die NVMe-Tier-Redundanz sowie eine vereinfachte Konfiguration auf Cluster-Ebene. Broadcom sieht hier bis zu 40 Prozent niedrigere Serverkosten bei höheren Konsolidierungsraten.
Auf der Storage-Seite hat vSAN ESA spürbar zugelegt. Die globale Deduplizierung arbeitet nun clusterweit und ist mit Data-at-Rest-Encryption kompatibel. Der Standard-Kompressionsalgorithmus wechselt von LZ4 auf Zstd, was deutlich höhere Kompressionsraten ermöglicht. Als Technology Preview liefert vSAN erstmals nativen S3-kompatiblen Objektspeicher mit – Block, File und Object koexistieren damit auf demselben Cluster. Hinzu kommt Data-in-Transit-Verschlüsselung für vSAN-Storage-Cluster.
vDefend mit Turbo-Modus
Bei vDefend ändert sich am meisten: Der neue IDPS Turbo Mode verdreifacht den Durchsatz pro Host von 3 auf 9 Gbit/s, pro VCF-Domain sind bis zu 9 Tbit/s möglich. Die Distributed Firewall identifiziert fünfmal mehr Anwendungen auf Layer 7, und identitätsbasierte Firewall-Regeln lassen sich erstmals standortübergreifend konsistent durchsetzen.
Architektonisch erstreckt sich die hypervisor-native IDS/IPS-Engine über eine CNI-Integration nun auch auf Workloads des vSphere Kubernetes Service – Inspektion auf Pod-Ebene inklusive, im Mixed-Mode mit klassischen VMs. Mandanten-Administratoren erhalten ein Self-Service-Modell direkt aus VCF Automation; Micro-Segmentierung und Compliance-Tags werden über „Privileged Labels“ automatisiert orchestriert.
Kubernetes, Networking und Skalierung
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Der vSphere Kubernetes Service rückt in Version 3.6 auf Kubernetes 1.35; ein Supervisor verwaltet bis zu 500 Cluster. Mit VKS Fast Deploy via Linked Clones sinkt die Bereitstellungszeit eines 100-Knoten-Clusters laut Broadcom von 37 auf 11 Minuten, Upgrades von 414 auf 103 Minuten. Worker Nodes unterstützen mehrere vNICs zur Trennung von Management-, Storage- und Anwendungs-Traffic.
Im Netzwerk-Stack führt Version 9.1 EVPN-VXLAN-Interoperabilität mit dem physischen Fabric ein – kompatibel mit Arista UCN, Cisco Nexus ONE und SONiC. Damit unterstützt VCF auch eine verteilte Architektur ohne Edge-Nodes. VPCs und Workloads erhalten damit eine vorkonfigurierte externe Anbindung, ohne dass Admins tief in die Netzwerkkonfiguration einsteigen müssen.
Eine VCF-Instanz verwaltet jetzt bis zu 5.000 Hosts; parallele Upgrades von 256 Clustern verkürzen die Wartungsfenster um den Faktor vier. Live Patching ohne Reboot der Systeme unterstützt erstmals auch TPM-aktivierte Hosts, und ein neuer API-Call erlaubt das Resizing des vCenter mit einem einzigen PATCH-Request.
Sicherheit, KI-Hardware – und erstmals offizieller ARM-Support
Encrypted vMotion lagert die Kryptografie auf Intel QAT aus und gibt CPU-Kerne an die Workloads zurück. On-Prem-Ransomware-Recovery integriert CrowdStrike Falcon, Continuous Compliance Enforcement liefert kontinuierliche Audit-Bereitschaft. Für KI-Workloads unterstützt VCF Nvidias ConnectX-7-NICs und BlueField-3-DPUs mit Enhanced DirectPath I/O; bei GPUs stehen AMD und Nvidia zur Wahl.
Groß vermarktet wird der ARM-Support in VCF 9.1 nicht – in der Ankündigung des neuen Release hat der Hersteller ihn nicht explizit erwähnt. William Lam, Distinguished Platform Engineering Architect bei Broadcom und in der VMware-Community für seine Laborskripte bekannt, hat den Support zumindest auf X verkündet. Entsprechend stehen die Downloads nun bereit.
Der Upgrade-Pfad von VCF 9.0 auf 9.1 ist als In-Place-Upgrade vorgesehen. Release Notes, Kompatibilitätsmatrix und das Bill of Materials stehen im Broadcom Support Portal bereit.
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(fo)
Künstliche Intelligenz
Urtopia Carbon 1 ST im Test: Leichtes City-E-Bike mit GPS, Alarm & Fingerprint
Das City-E-Bike Urtopia Carbon 1 ST kombiniert Carbon-Rahmen, Tiefeinstieg und Smart-Features wie Fingerabdrucksensor, GPS-Tracking und Sprachsteuerung.
Das Urtopia Carbon 1 ST positioniert sich als komfortorientierte Schwester des sportlicheren Urtopia Carbon 1 Pro (Testbericht) und richtet sich an urbane Pendler: tiefer Einstieg, Carbon-Rahmen, smarte Vernetzung. Im Fokus stehen das geringe Gewicht, eine entspannte Sitzposition und vor allem Connectivity-Funktionen. Rahmen und Gabel bestehen aus Toray T700/T800 Carbon. Das reduziert das Gesamtgewicht und dämpft Vibrationen etwas besser als ein Aluminiumrahmen.
Mit Akku, Schutzblech und Ständer bringt das Urtopia Carbon 1 ST rund 18,5 kg auf die Waage. Smarte Helfer wie Fingerabdrucksensor, integrierter Lautsprecher, GPS-Ortung, Geofencing und Sprachsteuerung heben das Carbon-E-Bike von der Konkurrenz ab. Auch beim Engwe N1 Pro (Testbericht) gab es ähnliche Vernetzungs-Spielereien, dort allerdings mit Mittelmotor – das Urtopia setzt auf einen Mahle-Heckmotor.
Preislich liegt das Carbon 1 ST aktuell bei 2199 Euro. Ab dem 24. Mai klettert der Preis auf 2299 Euro, ab dem 31. Mai dann auf 2499 Euro. Das Engwe N1 Pro kostet 1599 Euro. Ob die Smart-Offensive den Aufpreis rechtfertigt und für wen das Carbon-E-Bike taugt, klärt unser Test.
Aufbau, Optik & Verarbeitung
Das Urtopia Carbon 1 ST kommt größtenteils vormontiert. Anzuschrauben sind Lenker, Vorderrad, vorderes Schutzblech, Display mit Bedieneinheit, Pedale und das hintere Rücklicht. Zwei Verlängerungsstücke für den Lenker liegen bei, falls man die Position höher wünscht. Werkzeug ist im Karton, der Aufbau gelingt in rund 30 bis 45 Minuten. Vor der ersten Fahrt sollten Schrauben nachgezogen und die Reifen aufgepumpt werden. Auch der Akku will geladen werden. Wer alle Smart-Features nutzen möchte, installiert die Urtopia-App – mit Registrierungspflicht.
Urtopia Carbon 1 ST Bilder
Erhältlich ist das Carbon-E-Bike in Schwarz, Weiß oder Hellblau. Unser schwarzes Testmodell wirkt mit kleinem Logo und ohne große Farbakzente eher zurückhaltend. Das Cockpit ist aufgeräumt. Mittig sitzt das integrierte LED-Punktmatrix-Display, der geschwungene Komfortlenker betont die Alltagsausrichtung. Kabel verlaufen größtenteils im Rahmen, optisch ist das eine saubere Sache.
Die Geometrie unterstreicht das Komfortkonzept: 181 cm Gesamtlänge, 109 cm Radstand, Lenkerhöhe zwischen 107 und 110 cm, Sitzrohr 38 cm, Sitzhöhenverstellung 12 cm. Mit nur 47,7 cm Überstand fällt der Einstieg recht tief aus.
Der Carbon-Rahmen ist sauber verarbeitet. Aluminium-Sattelstütze und Aluminium-Lenker fügen sich wertig ins Bild. Die IP65-Zertifizierung schützt vor Regen und Spritzwasser. Die maximale Zuladung liegt bei 110 kg, das Bike ist TÜV-EN-15194- und StVZO-konform. Am Rahmen finden sich Montagepunkte für Taschen und Zubehör, an der Gabel zusätzliche Aufnahmen für Gepäckhalter. Wer mehr will, ordert optional Heckträger oder Flaschenhalter. Ein Seitenständer gehört bereits zum Lieferumfang.
Lenker & Display
Stark Richtung Fahrer gekröpft, breit und mit ergonomischen Griffen ausgestattet: Der Komfortlenker bietet eine aufrechte, entspannte Sitzposition. Die Griffe liegen angenehm in der Hand. In drei Stufen lässt sich die Lenkerhöhe dank beiliegender Adapterringe um 0, 1,5 oder 3 cm anpassen.
Mittig sitzt das LED-Punktmatrix-Display, bekannt vom Carbon 1 Pro. Es vereint Lautsprecher und Fingerabdrucksensor in einem Gehäuse. Das Display bleibt auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar. Auf der linken Lenkerseite sitzt eine Bedieneinheit mit fünf Knöpfen. Über sie steuert man die drei Unterstützungsstufen, das Licht und die Menüs.
Das Display zeigt auf Wunsch Uhrzeit und Wetter an, lotst per Navigation durch die Stadt und meldet Geschwindigkeit und Akkustand.
App & Sicherheit
Die Urtopia-App für iOS und Android verbindet sich per Bluetooth und nutzt zusätzlich das integrierte 4G-eSIM-Modul. Damit funktioniert die GPS-Ortung in Echtzeit, selbst wenn das Bike weit entfernt steht. Eine per App bestimmbare Geofencing-Zone schickt eine Nachricht aufs Handy, sobald das Carbon-E-Bike einen definierten Bereich verlässt. Ein Bewegungsalarm ertönt und schickt eine Nachricht ans Smartphone, sobald sich jemand am gesperrten E-Bike zu schaffen macht. Dieser lässt sich per App oder Fingerabdruck deaktivieren. Außerdem in der App: Navigation, die im Display angezeigt wird, Fahrstatistiken und Aktivitätsdaten.
Urtopia Carbon 1 ST Screenshot
Das erste Jahr Connect-Service ist kostenlos. Danach werden 45 Euro pro Jahr fällig. Viele Kernfunktionen hängen vom laufenden Abo ab. Wer es nicht verlängert, verliert die Mobilfunk- und Cloudfunktionen.
Der Fingerabdrucksensor entsperrt das E-Bike komfortabel – allerdings nur bei trockenen Bedingungen. Bei Regen muss man Finger und Sensor erst abtrocknen, sonst bleibt das Carbon 1 ST stur. Wer im verregneten Herbst aufs Rad steigen will, sollte daher das Smartphone mit App bereithalten – oder die Entsperrfunktion per Fingerabdruck abschalten.
Der integrierte Bluetooth-Lautsprecher überrascht: Bass fehlt zwar, dafür wird es richtig laut. Podcasts unterwegs? Kein Problem.
Licht
Der Frontscheinwerfer leuchtet ausreichend hell, um gesehen zu werden. Für eine vollständige Ausleuchtung dunkler Wege reicht es nicht. Der Abstrahlwinkel ist zudem nicht in der Höhe verstellbar. Schade auch: Das Rücklicht liegt bei, läuft jedoch mit Batterie und hängt nicht am Stromkreislauf. Blinker fehlen. Hier ist das Ado Air 30 Ultra (Testbericht) mit integrierten Blinkern bereits einen Schritt weiter. Immerhin gibt es eine automatische Lichtaktivierung bei Dunkelheit.
Fahren
Im Hinterrad sitzt ein Nabenmotor des deutschen Herstellers Mahle mit Urtopia-Branding: 250 Watt Nennleistung, 45 Nm Drehmoment, gekoppelt an einen Drehmomentsensor. Die Unterstützung setzt direkt ein, dosiert sich feinfühlig und wirkt natürlich. Trotz der bescheidenen 45 Nm ist der Antrieb erstaunlich kräftig und vor allem laufruhig. Flaches Terrain und moderate Steigungen meistert er harmonisch.
An steileren Anstiegen merkt man dann jedoch, dass dem Heckmotor die Reserven eines Mittelmotors mit 70 oder 80 Nm fehlen. Hier muss man selbst kräftiger in die Pedale treten – das geringe Gewicht des Carbon-E-Bikes hilft dabei. Die drei Unterstützungsstufen reichen für die Stadt aus. Bei 25 km/h regelt der Motor sanft ab, nervöses Pendeln um die Grenze gibt es nicht.
Wer aus eigener Kraft schneller pedalieren möchte, profitiert von der großzügigen Schaltung. Shimano CUES U6000 1×10, 11–40T-Kassette, 44T-Kettenblatt und 170 mm lange Aluminium-Kurbeln liefern eine Bandbreite, die viele günstige City-E-Bikes alt aussehen lässt.
Die hydraulischen Tektro HD-M280 Scheibenbremsen mit 160-mm-Scheiben und Zweikolben-System packen zuverlässig zu – quietschen bei Feuchtigkeit jedoch unangenehm. Die Bremshebel liegen super in der Hand, die Dosierbarkeit gefällt. Auch mit voller Beladung bleibt das Bremsverhalten souverän.
Die Kenda 700 x 40C-Reifen mit integriertem Pannenschutz rollen leichtgängig und meistern Asphalt, Schotter sowie leichte Waldwege. Eine Federgabel oder gefederte Sattelstütze fehlen. Der Carbon-Rahmen schluckt Vibrationen einen Hauch besser als Alu. Auf Kopfsteinpflaster merkt man das Fehlen einer Federung trotzdem deutlich.
Die größte Schwäche im Test ist die Ergonomie. Urtopia gibt eine empfohlene Körpergröße von 155 bis 185 cm an. Das ist zu optimistisch. Unser 186 cm großer Testfahrer fühlt sich auf dem Carbon 1 ST wie auf einem Kinderfahrrad. Selbst auf höchster Sattelposition sitzt er deutlich zu tief. Eine längere Sattelstütze müsste her. Auch der Lenker bleibt trotz beider mitgelieferter Erhöhungsstücke zu niedrig. Fahrer über 175 cm sollten unbedingt vorab probefahren. Das Carbon-E-Bike ist primär für kleinere Personen konzipiert. Wer hineinpasst, weiß den wirklich bequemen 25,5 x 22,2 cm großen Komfortsattel und eine entspannte, aufrechte Sitzposition zu schätzen. Lange Touren sind so angenehmer als auf sportlichen Rennrad-Geometrien.
Akku
Im Rahmen steckt ein Samsung-Lithium-Ionen-Akku mit 352,8 Wh. Er lässt sich herausnehmen und in der Wohnung laden – praktisch für Stadtbewohner ohne Steckdose im Keller. Mit 170 Watt Ladeleistung ist der Akku in rund 2,5 Stunden wieder voll. Ein erfreulich flotter Wert.
Urtopia verspricht im Eco-Modus bis zu 130 km Reichweite. Wie üblich gilt: nur unter Idealbedingungen. Realistisch sind bei 85 kg Fahrergewicht, 15 °C, voller Unterstützung und Stop-and-Go in der Stadt eher 30 km. Wer den Motor zurückhaltend nutzt, schafft deutlich mehr. Für tägliche Pendelstrecken reicht das. Bei längeren Wochenendtouren ohne Lademöglichkeit wird es schnell knapp. Im Vergleich zum Engwe P275 ST mit fast 700 Wh fällt der Stromspeicher des Carbon-E-Bikes bescheiden aus. Der Leichtbau fordert hier seinen Tribut.
Preis
Aktuell kostet das Urtopia Carbon 1 ST 2199 Euro. Ab dem 24. Mai steigt der Preis laut Hersteller auf 2299 Euro, ab dem 31. Mai dann auf 2499 Euro.
Fazit
Das Urtopia Carbon 1 ST ist ein hochwertig verarbeitetes City-E-Bike mit cleverer Smart-Ausstattung. Der Carbon-Rahmen drückt das Gewicht inklusive Akku, Schutzblech und Ständer auf rund 18,5 kg. Der Mahle-Heckmotor mit Drehmomentsensor liefert eine harmonische Unterstützung. In der Stadt macht das Carbon-E-Bike richtig Spaß. Fingerabdrucksensor, GPS-Tracking, Geofencing und das integrierte Punktmatrix-Display heben das Bike vom Wettbewerb ab. Auch die 10-Gang-Shimano-Schaltung und die hydraulischen Tektro-Bremsen überzeugen.
Schwächen zeigt das Carbon 1 ST bei der Reichweite – 352,8 Wh sind für ein City-E-Bike knapp bemessen. Die fehlende Federung lässt Kopfsteinpflaster ungefiltert durch. Die Ergonomie passt eher für kleinere Fahrer. Personen ab 1,75 m sollten unbedingt probesitzen. Der Fingerabdrucksensor streikt bei Regen und Blinker fehlen.
Für sicherheitsbewusste Pendler mit Faible für Connectivity und überschaubaren Streckenlängen ist das Carbon-E-Bike eine spannende Wahl – sofern Körpergröße und Geldbeutel passen.
Künstliche Intelligenz
Ausprobiert: Autonom fahren ohne Lenkrad mit Zoox in Las Vegas
Der Betrieb KI-gesteuerter Fahrzeuge auf öffentlichem Straßenland funktioniert. Das hat spätestens die Google-Tochter Waymo in komplexen US-Städten wie Los Angeles oder San Francisco demonstriert. Nicht immer arbeitet das alles perfekt, es kommt zu Unfällen und anderen Problemen, einige Regionen wollen die Fahrzeuge nicht zulassen und auch Kollege Mensch muss immer mal wieder eingreifen, wenn das Auto nicht weiterweiß. Doch die Nutzererfahrung selbst ist gut, wie wir aus Versuchen in den USA bestätigen können: Es macht sogar viel Spaß, sich autonom von A nach B kutschieren zu lassen – und es ist, zumindest aktuell noch, vergleichsweise preiswert.
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Auswahl der Zoox-Stationen: Während unseres Tests gab es insgesamt acht – teilweise verschwanden einige aber auch.
(Bild: Ben Schwan)

Pickup-Stelle von Zoox: Ähnlich wie bei Uber & Co. muss man häufiger Geduld mitbringen, bis die Anfahrt erfolgt.
Während die meisten Angebote momentan noch mit „normalen“, also nicht explizit für den autonomen Betrieb gestalteten, Fahrzeugen arbeiten – Waymo nutzt etwa mit LIDAR und Sensoren aufgemotzte Jaguar-Elektromodelle –, hat die Amazon-Tochter Zoox eine andere Strategie verfolgt. Sie baute von Anfang an auf eigenentwickelte Autos. Das hat, wie ein Besuch im ersten öffentlichen Testfeld des Unternehmens, der US-Glücksspielstadt Las Vegas im Bundesstaat Nevada, zeigt, sowohl Vor- als auch Nachteile. Teilweise ist es sogar recht abenteuerlich, wie ein Selbstversuch demonstrierte. Doch auch hier sei schon vorab ein Fazit erlaubt: Die Technik ist erstaunlich weit fortgeschritten und man kann sich eigentlich nur darauf freuen, dass sie eines Tages hoffentlich nach Europa kommt.
Das klitzekleine App-Store-Problem
Wer nach Las Vegas kommt und mit Zoox fahren will, steht zunächst vor einem gewichtigen Problem: Die offizielle App für den Fahrdienst steht nur in den jeweiligen US-amerikanischen App-Läden zum Download bereit. Um das Problem zu umgehen, benötigt man z.B. bei Apple einen in Amerika registrierten Account, mit dem man sich dann im App Store einloggt – die iCloud darf weiterhin in Deutschland bleiben. Dann ist die Anwendung per Suche nach „Zoox“ auch auffindbar. Installation und Set-up sind simpel, wobei man sich die Nutzungsbedingungen näher zu Gemüte führen sollte: Während der experimentellen Phase gibt es Haftungsbeschränkungen, die man bereit sein muss, einzugehen.

Eingestiegen, los geht’s: Dank breiter Türen ist der Fahrgastwechsel schnell erledigt, auch wenn die Zoox-Autos nicht riesig sind.
(Bild: Ben Schwan)

Abfahrt eines Zoox-Autos: Von hinten wie von vorn optisch gleich – wir konnten allerdings keinen Richtungswechsel beobachten.
(Bild: Ben Schwan)
Wir hatten eigentlich vor, mit Zoox etwas weiter abseits vom Strip, also dem Las Vegas Boulevard South, zu fahren, um Besorgungen zu machen. Der Ort, zu dem wir wollten, lag knapp außerhalb des Bedienungsgebiets, weshalb wir einfach die am nächsten liegende Kreuzung innerhalb des Zoox-Raumes als Ziel wählten. Wir hatten zunächst angenommen, dass Zoox arbeitet wie Waymo: Im abgedeckten Bereich kann man dort nahezu überall ein Fahrzeug bestellen sowie sich fast überall absetzen lassen. Zoox quittierte unsere Versuche jedoch mit der Fehlermeldung, dass es keine Fahrzeuge zum gewünschten Ort gebe. Zwischenzeitlich tauchte auch der Fehler auf, wir seien zu weit von einem „Pickup Point“ entfernt.
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Noch keine freie Ortswahl
Des Rätsels Lösung: Zoox arbeitet in Vegas nicht im Free-Floating-Stil wie Waymo, sondern eher wie ein etwas flexiblerer Bus: Es gab zum Zeitpunkt unseres Versuchs insgesamt acht Stationen, die man anfahren und von denen man sich abholen lassen konnte. Das Problem ist, dass die Zoox-App die Kundschaft darauf nicht aufmerksam macht. Auch auf der Zoox-Website ist dies nur durch das Lesen zwischen den Zeilen ersichtlich. Wer also Waymo gewohnt ist, wird enttäuscht. Wir mussten unsere Besorgung also zu Fuß und per (langweiligerweise von einem Menschen gesteuerten) Stadtbus durchführen.

Front des Zoox-Autos: „Distinctive“ umschreibt es ganz gut.
(Bild: Ben Schwan)

LIDAR und Kamera sowie weitere Sensoren an einem Zoox-Auto. Sie stören nicht weiter.
(Bild: Ben Schwan)
Nachdem wir verstanden hatten, dass Zoox im Stationsbetrieb arbeitet, stand der ersten Fahrt jedoch nichts im Weg: Wir begaben uns in die Nähe eines der auf der in der App enthaltenen Karte verzeichneten Orte. Sie sind dort als Gebäude-Icon für Hotels, Einkaufstaschen-Icon für Shoppingmöglichkeiten sowie merkwürdigerweise Messer und Gabel für die Sportstätte TopGolf gekennzeichnet. Aktuell angefahren werden unter anderem die Hotels Wynn, Excalibur und Luxor sowie das Einkaufszentrum Fashion Show Mall.
Auf der Suche nach der Station
Im Tagesbetrieb kommt es vor, dass einzelne Stationen auftauchen und wieder verschwinden – voran das jeweils liegt, bleibt unklar, möglicherweise orientiert sich Zoox am Verkehrsaufkommen. Insgesamt wird also der Zentralbereich des Strip abgedeckt: vom Norden (Resorts World) bis zum Süden (Luxor, kurz vor Mandelay Bay, das den Abschluss des Strip bildet).

Ausblick aus dem Zoox-Auto: Viel Glas, allerdings sind die Fenster nicht unverbaut. Das ideale Sightseeing-Gefährt ist es nicht.
(Bild: Ben Schwan)
Die App erkennt, wenn man in Laufweite einer der Stationen ist. Erst dann wird es möglich, die Fahrt zu buchen. Wer schon einmal in Las Vegas war, wird wissen, dass man hier recht viel per pedes unterwegs ist, was auch gut funktioniert, weil die meisten Hotels miteinander verbunden sind, über Tunnel, Brücken, Rolltreppen und mehr.
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