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Enpal wirft fast 100 Mitarbeiter raus – Belegschaft wusste von nichts


Enpal wirft fast 100 Mitarbeiter raus – Belegschaft wusste von nichts

Enpal hat seinen bisherigen Kundenservice komplett umstrukturiert.
Generative Illustration: Dominik Schmitt

An einem sonnigen Dienstag versammeln sich am Berliner Standort des Energie-Startups Enpal knapp 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem Townhall-Meeting. Ein Meeting, bei dem alle Angestellten in einem großen Raum zusammenkommen. Mit dabei ist die Geschäftsführung der Enpal Customer GmbH, also des Kundenservices. Während einige denken, dass es sich um eine Routineveranstaltung handelt, wird schnell klar, dass es das letzte Meeting für die Anwesenden bei Enpal ist.





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Sekunden vor der Zündung: Warum Isar Aerospace den Raketenstart stoppte


Der Start der Isar-Aerospace-Rakete in Norwegen wurde unmittelbar vor der Zündung der Triebwerke abgebrochen. Warum?

Sekunden vor der Zündung: Warum Isar Aerospace den Raketenstart stoppte

Eine Spectrum-Rakete (Archivfoto).
Isar Aerospace

Der zweite Start der Kleinrakete Spectrum vom deutschen Hersteller Isar Aerospace in Nordnorwegen wurde unmittelbar vor Zündung der Triebwerke abgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt hatte bereits die automatische Kontrolle das Kommando über die Rakete übernommen.

Offensichtlich wurde eine technische Unregelmäßigkeit ermittelt, die das Zünden der Triebwerke verhinderte. Von Isar Aerospace gab es zunächst keine Begründung für den Abbruch.

Der Start der Rakete wurde komplett für diesen Mittwoch abgesagt und soll so schnell wie möglich wiederholt werde, hieß es in einer Live-Übertragung. Zuvor gab es schon eine rund 20-minütige Verzögerung bei dem ursprünglich für 21 Uhr Ortszeit geplanten Start, weil sich ein Boot im Sperrgebiet um den Weltraumbahnhof Andøya befand.

Im Januar stand die Rakete zuletzt auf dem Startplatz. Nach Problemen mit einem Druckventil wurde der Start damals abgeblasen und verschoben. Diesmal gab es im Vorfeld zudem wetterbedingte Verzögerungen. Beim ersten Startversuch vor rund einem Jahr ist die Rakete nur 30 Sekunden geflogen und dann ins Meer gestürzt und explodiert.

Spectrum sollte erstmals Nutzlasten in den Orbit bringen

Bei der als „Onward and Upward“ bezeichneten Mission sollte die 28 Meter hohe, zweistufige Rakete bei einem Qualifikationsflug erstmals Nutzlasten in den Orbit bringen – fünf Minisatelliten (CubeSats) und ein Experiment.

Das 2018 gegründete Münchner Raketen-Start-up Isar Aerospace will mit seinen Starts in Norwegen europäische Raumfahrtgeschichte schreiben. Spectrum soll die erste Rakete werden, die von kontinental-europäischem Boden durch ein privates Unternehmen Satelliten in eine Erdumlaufbahn befördert. Das würde Europas Souveränität in der Raumfahrt fördern.

Isar Aerospace-Chef Daniel Metzler hat im Vorfeld des Starts die Hoffnung geäußert, dass die Rakete gegenüber dem Erstflug zumindest Fortschritte erzielt. Er ließ es aber offen, ob er von einem Flug bis ins All ausgeht. Würde der zweite Flug komplett klappen und die Satelliten einen Erdorbit erreichen, ist der dritte Start bereits als eine kommerzielle Mission vorgesehen.

Ein Fehlschlag beim zweiten Start wäre für Branchenkenner allerdings keine Überraschung. Nahezu alle neuen Kleinraketen kämpfen nämlich mit Technikproblemen bei den Erstflügen. Selbst der Technologieunternehmer Elon Musk war erst beim vierten Flug seiner ersten Rakete Falcon 1 erfolgreich.

Isar Aerospace-Chef Metzler verweist darauf, dass die Rakete aus ungefähr 100.000 Teilen besteht. „Eine einzige fehlerhafte Komponente kann dazu führen, dass wir es nicht in den Orbit schaffen.“ Nur beim tatsächlichen Testflug könnten die Ingenieure die Daten sammeln, um Fehler im Design zu finden und abzustellen.

Isar Aerospace peilt dabei einen möglichst schnellen Hochlauf der Serienproduktion an. Weitere Starts der Rakete für Nutzlasten von bis zu einer Tonne sind noch in diesem Jahr geplant. Gearbeitet wird bereits am siebten Exemplar.

Große Nachfrage vom Militär

Isar Aerospace-Chef Metzler sieht eine gewaltige Nachfrage nach Raketen, in jüngster Zeit vor allem von den Militärs. Vor einem Jahr stammte noch 85 Prozent der Nachfrage aus dem kommerziellen Bereich- inzwischen seien 60 Prozent militärische Anwendungen. Die Starts von Isar Aerospace seien bis einschließlich 2028 ausgebucht, sagte Metzler, wobei er nicht sagen wollte, mit wie viel Flügen in dieser Zeit gerechnet wird.

Isar Aerospace ist einer von fünf Kleinraketenentwickler, die von der Europäischen Weltraumagentur ESA in einem Wettbewerb (European Launcher Challenge) gefördert werden. Voraussetzung ist, dass sie bis Ende 2027 einen erfolgreichen Orbitalflug schaffen. Mitte Februar ging allerdings das schottische Raketenunternehmen Orbex pleite, weil eine Finanzierungsrunde platzte.

Isar Aerospace dagegen soll laut der Nachrichtenagentur Bloomberg in Gesprächen für eine Finanzierungsrunde in Höhe von 250 Millionen Euro sein. Das Startup solle dann mit zwei Milliarden Euro bewertet werden. Vorstandschef Metzler wollte die Berichte jüngst nicht kommentieren.

Schärfster Konkurrent aus Deutschland für Isar Aerospace ist das Start-up Rocket Factory Augsburg (RFA), das im Sommer den Erstflug plant. Ein zweiter RFA-Start wäre dann erst 2027 geplant, sagte soeben RFA-Chef Indulis Kalnins auf einem Raumfahrtkongress in München. Die RFA-Rakete soll mit 1,3 Tonnen Nutzlast leistungsfähiger als die Isar Aerospace-Rakete sein.

RFA gehört mehrheitlich zum Bremer OHB-Konzern und weist bereits schwarze Zahlen aus. Der Beteiligungswert des anteilsmäßig in den OHB-Konzernabschluss einbezogenen RFA-Bewertungsansatzes stieg 2025 um 9,8 (Vorjahr 3,3) Millionen Euro auf nunmehr 145,4 Millionen Euro. OHB-Chef Marco Fuchs sprach jüngst von einem vor Jahren noch unvorstellbaren Engpass bei Raketen, um alle geplanten riesigen Satellitenflotten in den Weltraum zu befördern.

Ob die Riesenkonstellation an Bundeswehr-Kommunikationssatelliten im Projekt „BW SatCom 4“ schon von deutschen Kleinraketen ins All befördert werden, ist noch offen. Die ersten 40 Satelliten sollen 2029 in Betrieb gehen. Die ersten neuen Radarsatelliten aus dem Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall mit dem finnischen Unternehmen Iceye werden mit SpaceX-Raketen von Elon Musk starten. Die Radarsatelliten haben eine supergenaue Auflösung und können Gegenstände von bis zu 25 Zentimeter Größe noch erkennen.

Gerhard Hegmann ist freier Wirtschaftsredakteur und berichtet seit Jahrzehnten insbesondere über die Rüstungs- und Raumfahrtindustrie.





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2 Milliarden Gewinn: Warum Revolut so profitabel ist


2 Milliarden Gewinn: Warum Revolut so profitabel ist

Hat eine Geldmaschine gebaut: Revolut-Gründer Nik Storonsky.
Bloomberg / Getty Images / Collage: Dominik Schmitt

Diese Zahlen sind fast schon revolut-ionär: Nik Storonsky, CEO und Gründer des Fintechs Revolut, hat am Dienstag seinen Jahresbericht vorgelegt – und der kann sich sehen lassen. Bei einem Konzernumsatz von 5,3 Milliarden Euro erzielt das Unternehmen einen Gewinn von zwei Milliarden Euro. Die Gewinnmarge liegt bei 38 Prozent. Zum Vergleich: US-Giganten wie Google, Meta oder Microsoft kommen im Schnitt auf 20 bis 30 Prozent. Warum ist Revolut so profitabel – und ist das nachhaltig?

Von der Fintech‑App zur globalen Bank





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DHDL: 180.000 € für Senioren-Startup – Frank Thelen investiert bei Anabox


Happy End trotz Skepsis: Vier Gründer plus Seniorin kämpfen um 180 Tausend Euro in der Höhle – und können am Ende Löwe Frank Thelen überzeugen.

DHDL: 180.000 € für Senioren-Startup – Frank Thelen investiert bei Anabox

V.l.: Robert Gühne, Chris Walter, Daniel Böber und Jürgen Burkert pitchen ihre Idee, Seniorin Jutta unterstützt dabei.
RTL / Bernd-Michael Maurer

Robert Gühne, Chris Walter, Daniel Böber und Jürgen Burkert betreten die Höhle der Löwen mit einem Ziel: 180.000 Euro für 15 Prozent ihres Startups Anabox Smart. Die Gründer wollen älteren Menschen helfen, länger selbstständig zu leben. Ihr Trick? Ein digitaler Medikamentenspender, der die Tabletten-Einnahme sicherstellen soll.

Die Idee aus der Pflege-Realität

Die Idee komme aus dem echten Leben. Robert Gühnes Großmutter leide an Parkinson: „Während der Betreuung wurde die Tabletteneinnahme chaotisch“, erzählt der Gründer. Und sie bringen Jutta mit – eine Testpatientin, für die Medikamente ein täglicher Kampf seien. Sie dürfe weder die falsche Dosis, gar das falsche Medikament nehmen. Die Löwen nicken. Das Problem ist allen klar.

Dann kommt die große Enthüllung: Anabox Smart. Die Box habe laut den Gründern Fächer für eine Woche Medikamente. Zur Einnahmezeit sollen die Fächer mit den jeweils richtigen Medikamenten dann blinken und piepen. Sensoren sollen dabei prüfen, ob der Becher wirklich entnommen wurde. So können Angehörige laut den Gründern per App nachschauen, ob alles richtig eingenommen wurde.

Ist dies nicht der Fall, soll über die App ein Push-Alarm an die Familie oder Pflegekraft geschickt werden. „Jutta muss dafür allerdings nichts tun. Das Gerät läuft autark“, erklären die Gründer. In der Live-Demo leuchtet alles perfekt, Frank Thelen ist begeistert und meint: „Handwerklich ist das top entwickelt!“

Kosten, Befüllung und Geschäftsmodell im Fokus

Aber die Freude währt kurz, denn Thelen bohrt nach: „Wie hoch sind die Produktionskosten?“ Da die Gründer selbst produzieren, lägen die Kosten laut ihnen momentan bei 100 Euro pro Stück. Die Antwort ist den Löwen ins Gesicht geschrieben, alle meinen zusammen: „Das ist zu teuer!“ Hinzu komme auch noch die Frage, wer die Box eigentlich befülle. „Angehörige, Patienten selbst oder Pflegekräfte. Später Apotheken“, antworten die Gründer. Die Löwen bleiben skeptisch.

Dann sorgt das Geschäftsmodell für Diskussionen. Die Gründer wollen ein monatliches Abo-Modell für die Nutzung ihrer Box verwenden. Diese soll dabei in dem Hilfsmittelkatalog der Krankenkassen platziert werden. Dadurch müssten die Kassen die Kosten der Patienten für die Box übernehmen. Maschmeyer fragt deswegen: „Warum sollten die Kassen denn kooperieren?“.

Robert Gühne, Chris Walter, Daniel Böber und Jürgen Burkert kennen aber ihren Case und meinen: „Falsche Medikamenteneinnahme kostet zehn Milliarden Euro jährlich – das sind 13 Prozent aller Gesundheitsausgaben.“ Maschmeyer ist erstmal überzeugt, bis die nächste kritische Nachfrage kommt, denn: es gibt bereits einen Konkurrenten mit gleichem Produkt in den USA. Aber die Gründer können die Löwen hier schnell beruhigen. Sie hätten bereits ein spezifisches Europa-Patent, ihr Produkt sei sicher. Dennoch: Ihr Startup habe weder Umsatz noch einen großen Vertrieb.

Absagen hageln – nur Thelen bleibt

Die Löwen hören das – und es hagelt Absagen. Für Maschmeyer seien zu viele Fragezeichen in dem Case, das Startup sei ihm in einer zu frühen Phase. Er sagt deswegen ab. Dagmar Wöhrl hingegen kenne nur Horrorgeschichten aus der Kassen-Praxis: „Krankenkassen sind nicht mein Modell, da habe ich schlechte Erfahrung in der Zusammenarbeit gemacht“, meint sie und ist ebenfalls raus. Und was sagt Janna Ensthaler? „Mir fehlt der Vertrieb, dafür ist mir die Bewertung zu hoch.“ Auch sie ist deswegen nicht dabei. Da Ralf Dümmel ebenfalls nicht investieren will, bleibt nur Frank Thelen als potenzieller Retter übrig.

Frank Thelen nimmt seine Investments genau unter die Lupe.

Frank Thelen nimmt seine Investments genau unter die Lupe.
RTL / Bernd-Michael Maurer

Dieser ringt sichtbar. „Ihr lebt in einer Traumwelt mit den Kassen. Das Gerät ist zu teuer. Ihr habt Schulden. Und die Skalierung wird brutal schwer.“ Dennoch meint er: „Das Problem betrifft Millionen Menschen, euer Patent ist stark. Mit meinem Team können wir eure Probleme lösen.“ Deswegen folgt sein Angebot: 180.000 Euro – doch für 25 Prozent statt 15. Und Thelen stellt folgende Bedingung: „Ich übernehme Hardware, Software, Vertrieb und steige richtig mit ein“.

Die Gründer ziehen sich zur Beratung zurück, die Spannung steigt. Sie kommen wieder – und nehmen das Angebot an! Umarmungen, erleichterte Gesichter – bei den Gründern und auch bei Thelen.

Erfolg nach der Sendung

Dieser ist auch nach der Show noch vom Produkt überzeugt und meint zu Gründerszene: “Bei Anabox hat sich seit der Aufzeichnung einiges getan: Das Produkt wurde in den Pflegehilfsmittelkatalog aufgenommen, Verträge mit Krankenkassen bahnen sich an, Abläufe wurden optimiert und der Online-Shop aufgestockt. Aktuell prüfen wir, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte.”





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