Künstliche Intelligenz
EU-Ausschuss unterstützt Verbot von Deepfake-fähigen KI-Systemen – mit Ausnahmen
Die EU-Ausschüsse für Binnenmarkt und Bürgerrechte haben am Mittwoch den geplanten Änderungen des sogenannten Omnibus-Pakets zugestimmt. Damit sollen Hochrisiko-KI-Systeme reguliert, aber auch bestimmte Deepfakes verboten werden. Dazu gehört die KI-Generierung von Inhalten, die Kindesmissbrauch und intime Situationen zeigen, sowie sexuelle Handlungen, die nicht einvernehmlich sind. Gemeint ist nicht nur die fehlende Erlaubnis des Aktes, sondern die fehlende Erlaubnis, solche Bilder künstlich zu erzeugen.
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Der sogenannte Omnibus AI Act ist Teil der Simplifizierung-Agenda, bei der die EU aktuell mehrere bestehende Gesetze auf ihre Aktualität und Umsetzbarkeit betrachtet. In diesem Fall geht es vor allem um bisher fehlende Standards und Werkzeuge für Hochrisiko-KI, die noch ausgearbeitet werden müssen. Anfang dieser Woche hatte der Europäische Rat den Änderungen des Omnibus AI Acts mit einer Fristverlängerung für Hochrisiko-KI-Systeme und dem Deepfake-Verbot bereits zugestimmt.
Jetzt haben die EU-Ausschüsse für Binnenmarkt und Bürgerrechte die vorgeschlagenen Änderungen mit großer Mehrheit ebenfalls durchgewinkt. 101 EU-Abgeordnete stimmten laut EU-Mitteilung dafür und nur 9 dagegen, bei 8 Enthaltungen. Zu den Regelungen gehört auch, dass KI-generierte Inhalte früher als zunächst vorgesehen mit Wasserzeichen versehen sein müssen. Ursprünglich wurde den KI-Anbietern dafür eine Frist bis zum 2. Februar 2027 eingeräumt, jetzt sollen sie dies bis zum 2. November 2026 umsetzen.
Verbot KI-generierter Deepfakes ohne Zustimmung
Gar nicht mehr sehen wollen die EU-Parlamentarier sogenannte Nacktbildgeneratoren. Auslöser dieser Initiative waren massenhaft erstellte Bilder mit sehr fragwürdigen Inhalten, die Menschen mit dem Bildgenerator von Grok gemacht hatten. Die Bilder posteten viele bei X. Grok ist der Bildgenerator von Elon Musks xAI, dem auch X gehört. Nutzer hatten der KI aufgetragen, bekannte Persönlichkeiten in aufreizenden Posen oder bei sexuellen Handlungen darzustellen, was Grok zunächst befolgte.
Andere KI-Systeme verweigern solche Anweisungen, deshalb sollen diese von dem geplanten Verbot ausgenommen werden. Wenn diese KI-Angebote effektive Sicherheitsmaßnahmen gegen eine solche Bild- oder Videogenerierung haben, würde das Verbot nicht dafür gelten. Offen ist jedoch, ob und wie die KI-Anbieter dies der EU nachweisen sollen. Unklar bleibt auch, wie KI-Systeme verifizieren können, ob die abzubildenden Personen der Darstellung zugestimmt haben oder nicht.
Abstimmung im EU-Parlament nächste Woche
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Kim van Sparrentak, niederländische Umweltwissenschaftlerin und EU-Parlamentsmitglied der Grünen-Fraktion, begrüßt das Gesetz trotzdem. „Dies ist ein großer Erfolg, insbesondere für Frauen und Kinder in Europa“, sagte sie laut France 24. „Schon zu viele Menschen sind eines Tages verzweifelt aufgewacht, nachdem sie Nacktfotos von sich selbst gefunden hatten und sich verletzt, eingeschüchtert und gejagt fühlten.“ Der an den KI-Gesetzen mitarbeitende irische EU-Parlamentarier Michael McNamara fügte hinzu, das Verbot zielt darauf ab, „Nacktdarstellungs-Apps ohne Einwilligung, die einigen wenigen viel Leid und Profit gebracht haben“, auszumerzen.
Nachdem die beiden EU-Ausschüsse den Änderungen der Omnibus-KI-Gesetze zugestimmt haben, wird das EU-Parlament voraussichtlich am 26. März darüber abstimmen. Sollte sich auch dieses Plenum anschließen, beginnen die Verhandlungen mit dem EU-Rat.
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(fds)
Künstliche Intelligenz
Reine Solardrohne fliegt über fünf Stunden lang am Stück
Der südafrikanische Ingenieur Luke Maximo Bell hat seinen viermotorigen Solar-Quadrokopter, der ohne Pufferbatterie fliegen kann, neu konstruiert und ihn einem Ausdauertest unterzogen. An einem sonnigen, windstillen Tag flog die Drohne ununterbrochen mehr als fünf Stunden mit reiner Solarenergie im Schwebeflug. Die Drohne hätte noch länger in der Luft bleiben können, musste allerdings aufgrund problematischer Windverhältnisse nach genau 5 Stunden, 2 Minuten und 21 Sekunden gelandet werden.
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Zum Redesign der ersten Solardrohne analysierte Bell die Schwachstellen des Quadrokopters. Eine Schwierigkeit ergab sich vor allem aus den bruchanfälligen Solarzellen, die auf einer Gitterkonstruktion aus dünnen Karbonstäben aufgebracht waren. Bei der neuen Konstruktion verstärkte der Bastler das Gitter und stellte außerdem sicher, dass die dünnen Maxeon Sunpower C60 Silizium-Solarpanels zu je 5 W so angebracht wurden, dass sie nicht mehr so schnell brechen können. Verwendet wird nun ein Array von 8 × 4 Panels. Bei voller Sonneneinstrahlung liefern die Solarzellen insgesamt etwa 100 W bei rund 18 V, in der Spitze bis zu 110 W. Die Solarpanels sind oberhalb der Drohne angebracht, um die Sonne optimal einfangen zu können.
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Das Video zeigt die durchgeführten Verbesserungen an der Solardrohne und den Rekordflug.
Zudem reduzierte Bell die Länge der Ausleger, an denen die vier Motoren angebracht sind. Bei der ersten Version der Solardrohne waren die Ausleger länger und die Drohne größer. Dadurch kam es zu einer unerwünschten Rotation des Fluggeräts, die ständig ausgeglichen werden musste, was Strom kostete. Die zweite Version der Solardrohne weist durch die Verkleinerung dieses Rotationsbestreben nicht mehr so stark auf und benötigt daher weniger Strom für Korrekturen. Zudem reduziert dies das Gewicht um rund 70 g, was den Strombedarf zusätzlich verringert.
Die Motoren des Typs T-Motor Antigravity MN4005 300 KV, die vier NS-18×6-Rotoren aus Karbon sowie die Steuerungselektronik und den Electronic Speed Controller (ESC) übernahm Bell von der Vorgängerversion.
Flugversuche und Fehlerbehebungen
Ein erster Flugversuch der Solardrohne an einem Tag mit geringem Wind und starker Sonneneinstrahlung scheiterte jedoch. Die Drohne musste bereits nach etwas mehr als 2 Minuten aufgrund von Instabilität gelandet werden. Als ursächlich erwies sich, dass die Solarzellen keine kontinuierlich ausreichende Stromversorgung bieten können. Bell entschloss sich, eine kleine Pufferbatterie mit 720 mAh zu installieren, die von den Solarzellen geladen wird und bei kurzzeitigen Stromschwankungen einspringen kann. Zudem stabilisierte Bell die wackelige Solarzellenkonstruktion durch eine Verstärkung und legte die Zellen tiefer. Der Ingenieur reduzierte auch die Anzahl der Panels auf 28, was nach zuvor durchgeführten Simulationen keine großen Auswirkungen auf die Flugfähigkeit versprach.
Der zweite Flugversuch, ebenfalls an einem Platz mit geringem Wind und großer Sonneneinstrahlung, scheiterte zunächst an einem losen Motor. Nach der Reparatur flog die Solardrohne im Schwebeflug ausreichend stabil, bis das GPS aufgrund von Strommangel wegen kurzzeitiger Bewölkung ausfiel. Bell übernahm die Steuerung dann manuell, um den Windeinfluss kontinuierlich auszugleichen, was sich als mental anstrengend erwies. Das GPS setzte dann aber wieder ein und die Drohne konnte die Position erneut selbstständig halten. Nach 3 Stunden, 31 Minuten und 6 Sekunden knackte die Drohne den bestehenden inoffiziellen Rekord für ununterbrochene Flüge für eine elektrische Multirotor-Drohne (mit Akku). Nach insgesamt 5 Stunden, 2 Minuten und 21 Sekunden musste Bell die Drohne aufgrund schlechter werdender Windverhältnisse und geringerer Sonneneinstrahlung sicherheitshalber landen.
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(olb)
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heise security Tour 2026: Das Programm steht – jetzt Frühbucherpreis sichern!
Die heise security Tour hat sich als jährliches Highlight für Sicherheitsverantwortliche und Datenschützer in Unternehmen etabliert. Dieses Jahr stehen die Themen Lieferketten-Sicherheit, Identitäts-Management und KI „mit|gegen|für“ Security im Zentrum. Aber natürlich gibt es auch wieder das Lagebild zur IT-Sicherheit von Jürgen Schmidt, dem Leiter von heise security, und einen Vortrag zur Praxis von IT-Recht & Compliance. Wer jetzt schnell bucht, bekommt das Ticket noch zum vergünstigten Frühbucherpreis.
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Auf den Hund gekommen, aber immer noch 100 % unabhängig
Die eintägige Veranstaltung findet an mehreren Orten in Präsenz und an separaten Terminen auch digital statt. Die Tour 2026 macht Station in Köln am 20. Mai, in Hamburg am 28. Mai und in Stuttgart am 11. Juni; am 3. Juni gibt es das digitale Event und am 24. September einen digitalen Nachzügler-Termin. In Köln und Stuttgart wird übrigens eine Live-Demo mit einem speziell trainierten Datenspürhund das Programm auflockern.
Die heise security Tour richtet sich an technisch und organisatorisch Verantwortliche für IT-Sicherheit und Datenschutz in Unternehmen, Behörden und Organisationen aller Größen. Wie immer bei heise-security-Veranstaltungen gibt es keine Werbevorträge, alle Themen und Referenten wurden von der Redaktion ausgesucht. Aktuell gibt es noch alle Tickets zum reduzierten Frühbucherpreis, also für 595 statt regulär 645 Euro; die Tickets für die Digital-Termine kosten nur 545 statt 595 Euro. Weitere Informationen zum Programm und die Möglichkeit, Ihr Ticket zu buchen, finden Sie auf:
Bei heise security PRO ist das Ticket zur Tour schon dabei. Ferner kann man als PRO-Mitglied an allen heise security Webinaren kostenlos teilnehmen. Im exklusiven PRO-Forum und bei den monatlichen PRO-Talks tauschen sich Security-Professionals aus. Und im wöchentlichen PRO-Newsletter analysiert Jürgen Schmidt das aktuelle Security-Geschehen. Aktuell gibt es das PRO-Abo sogar zum reduzierten secIT-Messe-Preis von 995 Euro (Code: SECIT2026). Auch das secIT-Ticket ist natürlich im PRO-Abo enthalten. Mehr zu heise security PRO gibt es hier:

(ju)
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#heiseshow: Microsoft und KI, Magnetschwebebahn, Ladebordsteine
Anna Bicker, heise-online-Chefredakteur Dr. Volker Zota und Malte Kirchner sprechen in dieser Ausgabe der #heiseshow unter anderem über folgende Themen:
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- Kommando zurück: Microsoft kassiert angeblich seine KI-Pläne – Microsoft will Gerüchten zufolge davon abrücken, Copilot in sämtliche Bereiche der Windows-Oberfläche zu integrieren, und bewertet seinen KI-Ansatz für das Betriebssystem neu. Was steckt hinter dem Kursschwenk? Hat die Kritik der Nutzer tatsächlich Wirkung gezeigt? Und wie glaubwürdig ist Microsofts Versprechen, neue KI-Funktionen künftig optional und abschaltbar zu gestalten?
- Anziehend: Feiert die Magnetschwebebahn im ÖPNV ihr Comeback? Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) bereitet hinter den Kulissen eine Rückkehr der Magnettechnologie vor – allerdings nicht auf der Langstrecke, sondern als ernsthafte Konkurrenz zu klassischen U-Bahnen und Straßenbahnen im Nahverkehr. Ist die Magnetschwebebahn auf Stelzen wirklich die günstigere und schnellere Alternative zum milliardenschweren U-Bahn-Bau? Und kann das Berliner Pilotprojekt zwischen Tegel und Spandau zum Vorbild für ganz Deutschland werden?
- Alles an Bord: Kommt jetzt der Ladebordstein für E-Autos in deutsche Städte? Rheinmetall und TankE haben eine strategische Partnerschaft vereinbart, um Ladebordsteine in der Breite in Städten und Gemeinden zu installieren. Der von Rheinmetall entwickelte modulare Ladebordstein wird in die Bordsteinkante integriert und ermöglicht Wechselstromladen mit 22 Kilowatt. Kann der Ladebordstein die Lücke für alle schließen, die keine eigene Garage haben? Wie schlägt sich das System gegenüber klassischen Ladesäulen – und was ist von der Behauptung zu halten, es sei weniger vandalismusanfällig?
Außerdem wieder mit dabei: ein Nerd-Geburtstag, das WTF der Woche und knifflige Quizfragen.
Jeden Donnerstag ab 17 Uhr live
Fragen an die Moderatoren und Gäste können während der Sendung im YouTube-Chat und in unserem Twitch-Kanal (twitch.tv/heiseonline) sowie vorab per E-Mail und im heise-Forum gestellt werden. Die Redaktion freut sich bereits auf zahlreiche Zuschauer und auf reges Feedback.
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Die #heiseshow wird jeden Donnerstag um 17 Uhr live auf heise online gestreamt. Nach der Live-Übertragung ist die Sendung zum Nachschauen und -hören auf YouTube und als Podcast verfügbar:
(mki)
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