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Experten warnen: Klarnamenpflicht gefährdet Demokratie und trifft die Falschen


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Ein Vorstoß aus der Regierungszentrale könnte die Grundfesten der anonymen Kommunikation erschüttern. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) drängt mit Nachdruck auf eine Klarnamenpflicht im Internet. Wer sich kritisch mit der Gesellschaft oder dem Land auseinandersetze, solle dies unter seiner echten Identität tun, argumentiert er. Das Ziel scheint klar: eine Rückkehr zum Anstand durch die Aufhebung der digitalen Maskerade. Doch was in der Theorie nach einer einfachen Lösung gegen Hass und Hetze klingt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als digitalpolitisches Minenfeld. Dieses könnte Kennern zufolge eher die Demokratie gefährden, als sie zu schützen.

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Fachleute und Bürgerrechtler schlagen Alarm. Der IT-Sicherheitsberater Manuel Atug hält die Forderung nicht nur für populistisch, sondern sogar für gefährlich. Gegenüber dem WDR betonte er, dass das Grundgesetz das Recht auf anonyme Äußerungen schütze. Dabei handle es sich um einen Eckpfeiler, der in einer funktionierenden demokratischen Gesellschaft unverzichtbar sei. Eine Klarnamenpflicht würde dieses Recht für die breite Zivilgesellschaft faktisch aushebeln, ohne dabei die eigentlichen Zielgruppen zu treffen.

„Gleichzeitig würden Kriminelle immer einen Weg finden, in der Anonymität zu bleiben“, gibt Atug zu bedenken. „Denn sie halten sich ja schlicht nicht an Gesetze und damit interessiert die auch eine Klarnamenpflicht nicht.“

Die technische Realisierbarkeit steht ohnehin auf tönernen Füßen. Gegner einer Ausweispflicht fürs Netz ziehen Vergleiche zu autoritären Systemen. Um eine solche Auflage flächendeckend und manipulationssicher durchzusetzen, müsste eine Überwachungsstruktur entstehen, wie sie sonst nur aus China bekannt sei. Statt symbolischer Politik fordern Experten wie Atug eine Stärkung der Ermittlungsbehörden. Diese müssten befähigt werden, bestehende Befugnisse effektiv anzuwenden. Denn ein Paradox der aktuellen Situation ist: Viele Straftaten im Netz finden bereits heute unter Klarnamen statt, werden aber mangels Ressourcen oder technischer Expertise der Behörden kaum geahndet.

Wissenschaftliche Untersuchungen stützen die Skepsis gegenüber dem Merz-Plan. Studien belegen immer wieder, dass Anonymität nicht Haupttreiber für Aggression im Netz ist. Eine Schweizer Studie zeigt etwa, dass ein winziger Bruchteil von nur fünf Prozent der Nutzer für satte 78 Prozent der Hasskommentare verantwortlich ist. Noch deutlichere Ergebnisse brachte eine Analyse von Twitter (jetzt X) schon 2021: Hier waren 99 Prozent der Verfasser von Hassbotschaften bereits identifizierbar.

Eine Klarnamenpflicht würde diese „Hater“ also kaum bremsen, dafür aber die große Mehrheit der friedlichen Nutzer massiven Risiken aussetzen. Besonders Frauen und marginalisierte Gruppen, die ohnehin schon Zielscheibe von digitaler Gewalt sind, müssten bei einer Entanonymisierung um ihre physische Sicherheit fürchten.

Die Ursache für die Verrohung liegt tiefer, nämlich im Maschinenraum der großen Plattformen. Die Empfehlungsalgorithmen von Netzwerken wie X, Facebook oder TikTok belohnen Emotionalisierung und Hass, da diese Interaktion und damit Werbeeinnahmen generieren. Die EU-Abgeordnete Alexandra Geese (Grüne) verlangt daher eine europäische Antwort statt nationaler Alleingänge. Sie appelliert an Merz, sich gemeinsam mit Frankreich und Spanien für eine konsequente Durchsetzung des Digital Services Act (DSA) einzusetzen. Europa müsse die Betreiber dazu bringen, „toxische Algorithmen zu reformieren“.

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Innerhalb der politischen Landschaft ist das Echo geteilt. CSU-Politiker wie Markus Söder und Teile der Freien Wähler wie der bayerische Digitalminister Fabian Mehring sehen im Klarnamen die einzige Waffe gegen Troll-Fabriken und KI-gesteuerte Desinformation.

Beim Koalitionspartner im Bund, der SPD, und in der Opposition regt sich dagegen Widerstand. Johannes Schätzl, digitalpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, verweist auf den Schutzraum der Anonymität. Der sei etwa für Whistleblower oder Menschen in persönlichen Krisensituationen lebensnotwendig. Auch Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) plädiert dafür, dass Anonymität im Netz grundsätzlich möglich bleiben muss. Die Sozialdemokraten bauen auf die EUDI-Wallet. Diese soll es ab 2027 ermöglichen, sich gegenüber Plattformen als „echte Person“ auszuweisen, ohne die gesamte Identität für jedermann sichtbar offenzulegen.

Besonders scharfe Kritik kommt von Donata Vogtschmidt, Obfrau im Digitalausschuss des Bundestags für die Linksfraktion. Sie wirft dem Kanzler eine „unsachliche und von der Faktenlage entfernte“ Position vor. Eine Klarnamenpflicht würde ihr zufolge staatliche Überwachung auf eine neue Stufe heben und autoritären Kräften gefährliche Instrumente in die Hand geben.

„Ich hätte einen solchen Vorschlag aus dem Iran, Russland oder China erwartet“, wundert sich Vogtschmidt. „Dass er von unserem Bundeskanzler kommt, zeigt das Fingerspitzengefühl einer Abrissbirne.“ Das erneute Hochkochen der uralten Debatte spricht dafür, dass der Wunsch nach mehr Zivilität im Netz konsensfähig ist. Die Abschaffung der Anonymität trifft laut Beobachtern aber die Falschen. Die Plattformbetreiber und ihre Algorithmen würden damit weitgehend aus der Verantwortung entlassen.


(mki)



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High-End-Smartphones: iPhone, Pixel und Galaxy im Vergleich


Auf der Suche nach einem High-End-Smartphone führt kein Weg an den drei großen Namen der Branche vorbei. Apple und Samsung ziehen seit Jahren an der Spitze ihre Kreise, der Android-Entwickler Google mischt nun auch schon seit zehn Jahren im Hardwaregeschäft mit. Wir haben die drei aktuellen Topmodelle zum Vergleich gebeten.

Kein Wunder im Luxussegment: Alle drei sind keine Schnäppchen. Apple verlangt zwischen 1449 und 2449 Euro für das iPhone 17 Pro Max, Samsung ruft Preise zwischen 1449 und 1949 Euro für das Galaxy S26 Ultra auf. Das Google Pixel 10 Pro XL reißt ein 1299 bis 1429 Euro großes Loch in den Geldbeutel.

Apple und Samsung hatten zuletzt bei ihren Topmodellen auf Titan als Material gesetzt. Davon haben sie sich mit dem iPhone 17 Pro Max und dem Galaxy S26 Ultra wieder verabschiedet. Die Smartphones bestehen aus dem sattsam bekannten Materialmix aus Glas und Aluminium, auch Google baut das Pixel 10 Pro XL so. Während Apple und Samsung das Metall matt gestalten, glänzt der Rahmen des Pixel – und zieht Fingerabdrücke stärker an. Die Verarbeitung aller drei Smartphones ist tadellos, die Gehäuse sind durch die Bank nach IP68 gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt. Auch das Untertauchen in bis zu anderthalb Meter Tiefe über 30 Minuten verkraftet das Trio, wenngleich nur in Süßwasser.


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GoPro unter Druck: Hersteller streicht rund ein Viertel der Stellen


GoPro hat einen Restrukturierungsplan angekündigt, um Kosten zu senken und wieder profitabel zu werden. Im Zuge des Plans sollen 23 Prozent der Belegschaft entlassen werden, was laut GoPro etwa 145 von 631 Beschäftigten entspricht.

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Der Personalabbau wird im zweiten Quartal 2026 umgesetzt und soll bis Ende 2026 weitgehend abgeschlossen sein. Die Restrukturierung wird einmalige Kosten von 11,5 bis 15 Millionen US-Dollar verursachen, vor allem für Abfindungen und Sozialleistungen. Das geht aus einem Bericht hervor, den GoPro bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat.

GoPro kämpft sowohl mit sinkenden Umsätzen als auch mit rückläufigen Verkaufszahlen und einer schwächelnden Abosparte. 2025 setzte das Unternehmen mit 652 Millionen Dollar rund 19 Prozent weniger um als im Vorjahr, während der Abverkauf von Kameras im Jahresvergleich um 20 Prozent auf rund 2 Millionen Geräte sank. Die Zahl der Abonnenten lag zum Jahresende bei 2,36 Millionen und damit rund 7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Trotz um 26 Prozent gesenkter Betriebskosten schrieb GoPro im vergangenen Jahr einen Verlust von 93 Millionen Dollar, wie aus dem jüngsten Finanzbericht hervorgeht.

GoPro-Chef Nick Woodman verwies in der Analystenkonferenz auf „makroökonomische Belastungen“ im Konsumsektor, darunter Zölle, steigende Speicherkosten und Lieferengpässe, die das Geschäft derzeit belasten. Mit Schwierigkeiten hat das Unternehmen aber schon länger zu kämpfen: GoPro reduzierte seine Belegschaft bereits 2024 um rund 25 Prozent, wie aus dem Jahresbericht hervorgeht.

Dieser Trend dürfte auf wachsenden Wettbewerb und den Verlust von Marktanteilen an Konkurrenten wie DJI und Insta360 zurückzuführen sein, während der Actioncam-Markt zugleich als zunehmend gesättigt gilt. Drohnen mit automatischen Tracking-Funktionen übernehmen zudem zunehmend klassische Einsatzbereiche von Actioncams. GoPro versuchte mit der Karma-Drohne selbst in diesen Markt einzusteigen, zog sich nach technischen Problemen und starkem Wettbewerbsdruck jedoch wieder zurück. Zusätzlicher Druck könnte künftig auch von Smart Glasses wie der Oakley Meta ausgehen, die Aufnahmen aus der Ich-Perspektive vereinfachen und damit in einzelnen Anwendungsfällen mit Actioncams konkurrieren.

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Um dem Abwärtstrend entgegenzuwirken, setzt GoPro auf KI-Technik. Ab dem zweiten Quartal 2026 will GoPro mit dem Bildprozessor „GP3“, einem speziell für KI-Anwendungen entwickelten Chip, eine neue Generation von Premium-Kameras einführen. Der Chip soll laut GoPro sowohl die Bildqualität als auch die Verarbeitungsleistung deutlich steigern.


(tobe)



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VeraCrypt und WireGuard: Trubel bezüglich Treibersignierung, Lösung in Sicht


Die Entwickler des Laufwerksverschlüsselers VeraCrypt und der VPN-Software WireGuard waren in den letzten Tagen mit dem Umstand konfrontiert, dass Microsoft ihre Entwickler-Konten gesperrt hat. Dadurch war eine Signierung der Windows-Treiber nicht mehr möglich, was am Ende Softwareupdates unmöglich macht. Aktuelles Windows akzeptiert nur signierte Treiber.

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Der VeraCrypt-Entwickler Mounir Idrassi hat das Ende März bereits im VeraCrypt-Forum thematisiert. Dort beschwerte er sich, dass er keine Benachrichtigung oder Erklärung dazu erhalten hat, dass sein Microsoft-Konto gesperrt wird, mit dem er Bootloader und Windows-Treiber signiere. Idrassi beklagt weiter, dass er versucht hat, Microsoft über diverse Kanäle zu erreichen. Aber stets stieß er auf Bots und automatische Antworten, Kontakt zu Menschen sei unmöglich.

Die aufkommenden Berichte haben den WireGuard-Entwickler dazu veranlasst, seine ähnliche Erfahrung auf X zu posten. WireGuard hat nach vier Jahren größere Updates für die Windows-Fassung geplant – Modernisierungen und Verbesserungen, Fehlerkorrekturen, neue Funktionen und mehr. Das Release ist jedoch durch die Kontosperrung seitens Microsoft blockiert, der WireGuardNT-Treiber lässt sich nicht signieren. „Anscheinend haben sie eine Richtlinie zur Identitätsprüfung eingeführt, mich aber nicht darüber informiert und dann wohl Konten gesperrt, deren Nutzer die Verifizierung nicht durchgeführt haben“, schreibt er dort.

Der Programmierer führt aus, dass er die Verifikation mittels Personalausweis (ID Card) unmittelbar nachgeholt habe, dafür jedoch ein Berufungsverfahren (Appeal) nötig sei. Dafür muss ein Support-Ticket ausgefüllt werden – was nur mit einem nicht gesperrten Konto geht. Über einen Umweg in Azure und die Weiterleitung an die richtige Abteilung war das in diesem Fall aber lösbar. Das sei nun zwei Wochen her. Microsoft hat ihn informiert, dass der Berufungsprozess 60 Tage dauern kann.

Das könnte im Falle von kritischen Zero-Day-Codeschmuggel-Lücken zumindest problematisch sein, gibt er zu bedenken: „Sorry, du musst 60 Tage warten“. Er glaube jedoch, dass das lediglich ein Fall von überbordender Bürokratie sei, was mal passieren könne.

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Auf Anfrage von heise online dazu antwortete Microsoft mit einem Link auf eine Stellungnahme auf X. Das Unternehmen schreibt dort, dass es diese Berichte gesehen hat und die Probleme so schnell wie möglich lösen möchte. Der Präsident der Sparte Windows und Geräte von Microsoft, Pavan Davuluri, erklärt, dass sie den VeraCrypt-Entwickler kontaktiert und mit einem Entwickler namens Jason von WireGuard gesprochen hätten. Die sollten bald wieder einsatzbereit sein. Mounir Idrassi hat das im VeraCrypt-Forum in den frühen Morgenstunden des Donnerstags bestätigt.

Als Hintergrundinformation verweist Microsoft auf einen Blog-Beitrag aus dem Oktober 2025. Dort erklärt das Unternehmen, dass die Konto-Verifikation für das Windows-Hardware-Programm am 16. Oktober 2025 startet und insbesondere von den Partnern Maßnahmen erfordert, die keine Verifikation seit dem April 2024 vorgenommen hätten. Pavan Davuluri führt aus, dass Microsoft E-Mails dazu versendet habe, Banner geschaltet und Erinnerungen angezeigt hat. Microsoft wolle jedoch daran arbeiten, die Kommunikation zu verbessern.

Ein Problem könnte vielleicht sein, dass reine Software-Entwickler sich nicht unbedingt als Teil des Windows-Hardware-Programms fühlen und entsprechende E-Mails womöglich als fehlgeleitet angesehen haben.


(dmk)



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