Connect with us

Online Marketing & SEO

Keine E2E-Verschlüsselung für TikTok DMs – ein Vorbild?


Während etwa WhatsApp, Instagram und Snapchat auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung setzen, verzichtet TikTok bei Direktnachrichten auch weiterhin darauf. Die Internet Watch Foundation nennt das einen „wichtigen Präzedenzfall für Sicherheit“. Kritiker:innen bleiben skeptisch und warnen vor möglichen Datenzugriffen durch den ByteDance-Konzern.

Private Chats sind bei vielen Plattformen inzwischen ein Privacy-Versprechen. TikTok geht bewusst nicht mit. In einem Briefing gegenüber der BBC hat das Unternehmen bestätigt, dass Direktnachrichten keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bekommen sollen. TikTok setzt stattdessen auf Moderation und begründet diese Entscheidung mit Jugendschutz: Grooming, Belästigung und Missbrauch sollen sich in DMs besser erkennen und verfolgen lassen.

Technisch nutzt TikTok weiter eine klassische Server-Verschlüsselung, ähnlich wie es Google mit Gmail macht. Das heißt: Nachrichten sind bei der Übertragung geschützt und auf den Servern verschlüsselt gespeichert. Anders als bei Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kann TikTok Inhalte technisch prüfen. Laut TikTok können nur autorisierte Mitarbeitende auf Nachrichten zugreifen – und auch nur in bestimmten Situationen, etwa wenn Nutzer:innen schädliches Verhalten melden oder Strafverfolgungsbehörden eine rechtmäßige Anfrage stellen.

Sowohl Regierungen als auch Polizeibehörden und Kinderschutzorganisationen begrüßen den Ansatz. Rani Govender von der britischen Organisation NSPCC sagt, man wisse „genau, wie riskant Ende-zu-Ende-verschlüsselte Plattformen für Kinder sein können“, weil sie die Aufdeckung von Missbrauch und Ausbeutung erschweren könnten. Einige Kritiker:innen vermuten jedoch einen anderen Grund. TikTok gehört zum chinesischen Konzern ByteDance und steht seit Jahren wegen angeblicher Datenzugriffe durch den chinesischen Staat in der Kritik.

Im Kontext des Jugendschutzes gewinnt auch die Debatte über Social-Media-Verbote für Minderjährige an Dynamik. Australien hat bereits ein Verbot für unter 16-Jährige beschlossen, während Länder wie Spanien, Portugal oder Dänemark ähnliche Regelungen prüfen. Bis Sommer möchte zudem Österreich Kinder unter 14 Jahren Social Media verbieten. Auch hierzulande wird über strengere Altersgrenzen und besseren Schutz für Kinder und Jugendliche im Netz diskutiert – Umfragen zufolge unterstützt eine Mehrheit der Deutschen entsprechende Maßnahmen.


Mehrheit der Deutschen ist dafür:
Kommt jetzt das Social-Media-Verbot für Millionen Jugendliche in der EU?


TikTok stellt Sicherheit über maximale Privatsphäre

Mit dem Kurs zur DM-Verschlüsselung stellt sich TikTok gegen den Branchentrend. Messenger wie WhatsApp, Signal oder Apples iMessage setzen längst auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, bei der nur Sender:innen und Empfänger:innen die Inhalte lesen können. Warum TikTok darauf verzichtet, erklärte das Unternehmen lange nicht. Gegenüber der BBC begründet TikTok den Schritt nun damit, dass Ende-zu-Ende-Verschlüsselung Ermittlungen und Moderation ausbremst, wenn es um Grooming, Missbrauch oder illegale Inhalte geht.

Auch Branchenanalyst:innen halten den Schritt für strategisch nachvollziehbar, warnen jedoch vor möglichen Reputationsrisiken. Der Social-Media-Experte Matt Navarra sagte der BBC, TikToks Entscheidung, „gegen den Strom zu schwimmen“, sei klug, berge aber ein „ziemlich explosives Image“. Er erklärte:

Grooming and harassment risks are very real in DMs [direct messages] so TikTok now can credibly argue that it’s prioritising ‚proactive safety‘ over ‚privacy absolutism‘ which is a pretty powerful soundbite.

Gleichzeitig warnt Navarra, dass TikTok damit „nicht mehr den globalen Datenschutzerwartungen entspricht“ und das bei manchen die Skepsis gegenüber den Eigentumsverhältnissen verstärken könnte.

Geopolitik im Social Web: TikTok zwischen Datenschutz und China-Debatte

TikTok steht ohnehin stark unter politischer Beobachtung. Die Plattform gehört zum chinesischen Konzern ByteDance und sieht sich seit Jahren mit Vorwürfen konfrontiert, chinesische Behörden könnten über den Mutterkonzern auf Nutzer:innendaten zugreifen. TikTok weist das vehement zurück und verweist unter anderem auf Project Clover, ein Programm, das laut Unternehmen zusätzliche Schutzmaßnahmen für Nutzer:innendaten im Europäischen Wirtschaftsraum, im Vereinigten Königreich und in der Schweiz schaffen soll.

Der politische Druck zeigte sich zuletzt besonders in den USA. Anfang 2026 wurde TikToks US-Geschäft neu organisiert und in das TikTok USDS Joint Venture LLC überführt. An der Gesellschaft sind vor allem US-Investor:innen beteiligt, darunter Oracle, Silver Lake und MGX, die zusammen mehr als 80 Prozent der Anteile halten. ByteDance bleibt mit rund 20 Prozent beteiligt. Die neue Eigentümer:innenstruktur hat ein lange diskutiertes TikTok-Verbot in den USA abgewendet und sorgt dafür, dass Nutzer:innendaten, Moderation und zentrale Plattformprozesse stärker unter US-Kontrolle stehen.

Mit der Entscheidung gegen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung rückt TikTok nun erneut wegen möglicher Datenzugriffe durch chinesische Behörden in den Fokus. Der Cyber-Sicherheitsforscher Alan Woodward von der Universität Surrey erklärte gegenüber der BBC, der „chinesische Einfluss könnte hinter der Entscheidung des Unternehmens stecken“. Gleichzeitig verweist er darauf, dass Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in China weitgehend verboten ist.

Kinderschutzorganisationen begrüßen TikToks Kurs

Befürworter:innen der Entscheidung argumentieren jedoch, dass Ende-zu-Ende-Verschlüsselung Ermittlungen erschweren kann. Wenn Plattformen keinen Zugriff auf private Nachrichten haben, können auch Behörden und Moderations-Teams potenziell schädliche Inhalte kaum prüfen oder melden. Mehrere Organisationen aus dem Kinderschutzbereich begrüßen deshalb TikToks Entscheidung. Die britische Kinderschutzorganisation NSPCC etwa unterstützt den Schritt ausdrücklich. Rani Govender, stellvertretende Leiterin der Abteilung für Online-Sicherheit von Kindern, erklärt:

We know just how risky end-to-end-encrypted platforms can be for children, preventing the detection of child sexual abuse and exploitation and contributing to a worrying global decline in reports.

Auch die Internet Watch Foundation (IWF), die weltweit Material über sexuellen Kindesmissbrauch im Internet überwacht und entfernt, bewertet TikToks Entscheidung positiv. Dan Sexton, Chief Technology Officer der Organisation, sagt:

At a time where platforms seem to be rushing to implement end-to-end encryption whatever the implications, the conscious choice to step back from this on safety grounds is an important precedent.

TikTok bewegt sich damit mitten in einer größeren Grundsatzdebatte des Social Web. Auf der einen Seite steht das Versprechen maximaler Privatsphäre durch Verschlüsselung. Auf der anderen Seite stehen Moderation, Strafverfolgung und der Schutz vor Missbrauch.


EU stuft TikToks suchtförderndes Design als rechtswidrig ein





Source link

Online Marketing & SEO

Adobe und NVIDIA starten 3D-Twin-Lösung für Marketing Teams


Warum dieser Schritt relevant ist, zeigt der Blick auf den Markt. Laut einer McKinsey-Studie haben 2025 bereits fast zwei Drittel der Unternehmen weltweit mit agentischer KI experimentiert. Doch weniger als zehn Prozent schaffen bislang den Sprung in die Skalierung. Der Grund liegt selten in der Technologie selbst. Acht von zehn Unternehmen nennen unzureichende Daten als zentrale Hürde, weil agentische Systeme nur so gut funktionieren wie die Datenbasis, auf der sie aufbauen. Genau hier setzen Adobe und NVIDIA an. Sie wollen Unternehmen dabei unterstützen, agentische Systeme nicht nur zu testen, sondern erfolgreich zu skalieren. Mit strukturierten Daten, leistungsfähigen Rechenressourcen und kontrollierten Ausführungsumgebungen.


Adobe AI Forum München:
Die 5 wichtigsten KI-Trends im Marketing 2026

Großer Saal des Bergson Kunstkraftwerks in München mit roter und pinker Beleuchtung beim Adobe AI Forum 2026, Blick auf Bühne und Sitzreihen
© Adobe

Digital 3D Twins werden zur Content-Basis im Marketing

Ein zentraler Baustein in Adobes Ansatz ist die 3D-Digital-Twin-Lösung in Adobe Firefly Creative Production. Digitale Zwillinge sind mehr als klassische 3D-Modelle. Sie bilden Produkte vollständig digital ab und enthalten Geometrie, Materialien sowie alle Varianten strukturiert in einem System. Für Marketing und Creative Teams entsteht so eine wertvolle Content-Quelle, aus der sich Assets kanalübergreifend generieren lassen. Dazu gehören unter anderem Produktbilder, Kampagnen-Visuals, interaktive 3D-Erlebnisse oder virtuelle Anproben.

Adobe kombiniert diese strukturierte Produktdatenbasis der Digital Twins mit NVIDIA Omniverse und OpenUSD, um Content Workflows zu standardisieren und skalierbar zu machen. Der Chip-Konzern unter CEO Jensen Huang liefert die technische Grundlage dafür. Der entscheidende Shift liegt im Output. Statt einzelne Visuals zu produzieren, entsteht eine Produktionsumgebung, die Inhalte automatisiert in unterschiedlichen Formaten und Varianten ausspielt.

Kern der Lösung ist Adobe Firefly Creative Production, eine autonome, agentenbasierte KI für die Content-Produktion im Unternehmensmaßstab. Sie ermöglicht individuelle, multimodale Workflows, die über klassische Generierung hinausgehen. Der spezialisierte Agent liest Briefings, wählt passende Assets aus und produziert Kampagneninhalte über alle Kanäle hinweg. Die Inhalte sind direkt einsetzbar und führen Formate wie Bild, Video und 3D in einem durchgängigen Workflow zusammen.

Parallel baut Adobe das Partner:innenökosystem aus. Gemeinsam mit WPP entwickelt man ein KI-Toolkit, das agentische Workflows direkt in kreative Prozesse integriert. Über Firefly Foundry erhalten Unternehmen Zugriff auf angepasste Modelle, die sich an Markenanforderungen anpassen lassen. Ziel ist es, Produktionsprozesse zu beschleunigen und gleichzeitig Markenkonsistenz zu sichern.

In einem aktuellen LinkedIn Post zum Adobe Summit veranschaulicht Adobe die neuen 3D-Digital-Twin- und Agent-Ansätze und betont, dass man gemeinsam mit NVIDIA die Grenzen dessen verschiebe, was mit KI möglich ist, und Content-Produktion künftig nicht nur schneller, sondern intelligenter, personalisierter und skalierbar mache.

Agent-Orchestrierung trifft auf kontrollierte Infrastruktur

Mit dem CX Enterprise Coworker bringt das Adobe zudem ein vollständig agent-basiertes System auf den Markt, das Kund:innenerlebnisse orchestriert. Als Teil von Adobe CX Enterprise analysieren die Agents Signale, leiten daraus nächste Schritte ab und setzen Maßnahmen direkt um. Content wird damit nicht nur erstellt, sondern kontinuierlich entlang von Zieldefinitionen und Daten gesteuert. Kampagnen werden zu laufenden Systemen, die sich dynamisch an Daten und Ziele anpassen.

Technisch abgesichert wird die Ausführung und Steuerung der Agents durch NVIDIA OpenShell. Die Laufzeitumgebung sorgt dafür, dass Agents kontrolliert ausgeführt werden. Jeder Agent läuft isoliert in einer eigenen Umgebung und seine Aktionen lassen sich nachvollziehen. Gerade für Unternehmen in regulierten Branchen ist diese Form der Governance entscheidend, weil sie nachvollziehen und steuern müssen, wie Agents Entscheidungen treffen und Daten verarbeiten. Ergänzend integriert Adobe NVIDIA Nemotron, um zusätzliche Modellkapazitäten für komplexe Aufgaben bereitzustellen.





Source link

Weiterlesen

Online Marketing & SEO

Markenführung: Warum Tim Cook für Apple der richtige Mann zur richtigen Zeit war


Apple-Chef Tim Cook auf der WWDC 2019 in San Jose

Nach dem Tod von Steve Jobs 2011 trat sein Nachfolger Tim Cook ein schweres Erbe als Apple-CEO an. Jetzt, nach 15 Jahren, tritt der CEO ab. Markenexperte Michael Brandtner blickt in seiner Talking-Heads-Kolumne zurück auf die Ära von Cook und erläutert, warum er für Apple genau der richtige Mann zur richtigen Zeit war.

Niemand prägte als Person so sehr die Marke Apple wie Steve Jobs. Niemand personifizierte die Marke Apple so sehr wie Steve Jobs. Niemand wurde p

Jetzt Angebot wählen und weiterlesen!

1 Monat

29 €

  • zum Testen
  • danach 36,50 € mtl.

12 Monate

329 €

  • anstatt 439 €
  • 110€ sparen

24 Monate

529 €

  • anstatt 878 €
  • 349 € sparen

HORIZONT Digital

  • Vollzugriff auf HORIZONT Online mit allen Artikeln
  • E-Paper der Zeitung und Magazine
  • Online-Printarchiv

HORIZONT Digital-Mehrplatzlizenz für Ihr Team



Source link

Weiterlesen

Online Marketing & SEO

Große Hoffnung, schon gehackt: EU-App zum Alters-Check ist da


Die Schwachstelle liegt laut Moore in der Identitätsprüfung. Ein Hacker könne die PIN-Datei verändern und so eine neue PIN-Nummer festlegen. Baptiste Robert, bekannter IT-Sicherheitsexperte, sieht ebenfalls viele Probleme, wie er Politico gegenüber erklärte. So könnten Hacker etwa die Authentifizierungsfunktionen der App umgehen. Der Kryptografieforscher Olivier Blazy bemängelt die Cybersicherheitsstandards und mahnt:

We were worried that the Commission would launch its app in a hurry, no matter its security issues, and now we can see it wants to launch something that is not technically ready. Such a rushed launch could undermine trust in future digital identity wallets.

Wie reagiert die EU-Kommission auf die Kritik?

Obwohl die kritischen Stimmen lauter werden, bleibt die EU-Kommission bei ihrer Alters-Check-App. Das Hacken sei bei einer älteren Version der App möglich gewesen und die Lücke sei mittlerweile geschlossen worden.

Die Expert:innen widersprechen jedoch, sie hätten mit der aktuellsten Version gearbeitet, die sie dank Open Source einsehen konnten. Der Digitalpolitiksprecher Thomas Regnier erklärte hierzu jedoch, dass es keine endgültige Version der App gebe, da sie stets überarbeitet werde.

Die Diskussion wird weiter laufen, da Politiker:innen Kinder und Jugendliche im Netz besser schützen wollen, während IT-Expert:innen immer wieder darauf hinweisen, dass solche Systeme bezüglich der Sicherheit noch nicht weit genug entwickelt sind.

Wird es ein Social-Media-Verbot für Minderjährige in Deutschland geben?

In Deutschland haben sich SPD und CDU ebenfalls für ein Verbot von Social Media unter 14 Jahren ausgesprochen. Doch der Koalitionspartner CSU ist dagegen, sodass noch unklar ist, ob und wann in Deutschland die Social-Media-Nutzung eingeschränkt wird. Auf eine Anfrage der Fraktion Die Linke erklärte die Bundesregierung, dass der Meinungsbildungsprozess noch nicht abgeschlossen sei.

Bildungsministerin Prien lässt zurzeit Expert:innen die Regelung prüfen, da das Vorhaben umstritten ist. So kritisiert etwa der niedersächsische Landesjugendring, dass solche Verbote die Lebensrealität junger Menschen verkenne und stattdessen mehr Medienbildung und bessere Schutzkonzepte nötig seien. In einem Statement schreibt der Verband:

Junge Menschen müssten befähigt werden, digitale Räume selbstbestimmt und sicher zu nutzen. Sie haben ein Recht darauf, auch am digitalen Leben teilhaben zu können.

So sieht es in anderen Ländern aus

Als Vorreiter:in in puncto Altersbeschränkungen in den sozialen Medien gilt Australien. Hier wurden weltweit die ersten User unter 16 Jahren aus den sozialen Netzwerken ausgeschlossen. Eine repräsentative Umfrage von YouGov zeigte vor zwei Jahren, dass ein ähnliches Gesetz auch in Deutschland große Zustimmung gefunden hätte. Laut eines Berichts des Spiegels befürworteten damals 77 Prozent der Befragten ein solches Verbot.

Auch andere Länder folgten Australiens Beispiel: Spanien erarbeitet ebenfalls ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Griechenland will die Nutzung von sozialen Netzwerken unter 15 Jahren verbieten. In Dänemark gilt die gleiche Regelung wie in Griechenland –allerdings dürfen Eltern ihren Kindern ab 13 Jahren die Nutzung bestimmter Plattformen erlauben. In Frankreich und Großbritannien werden zurzeit ähnliche Gesetze ausgearbeitet.

Bist du für eine Altersbeschränkung in den sozialen Medien? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen!


BBC-Studie:

Meta und TikTok pushten toxische Inhalte systematisch

Eine junge Frau mit Kopfhörern und Smartphone geht an einem U-Bahn-Plakat vorbei, auf dem in einfacher Schrift „Less social media.“ steht.
© Jon Tyson – Unsplash





Source link

Weiterlesen

Beliebt