Künstliche Intelligenz
KI-Update kompakt: Grok, Claude Opus 4.7, Robo-Blindenhund, KI-Influencer
Grok stand kurz vor dem Rauswurf aus Apples App Store
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Apple hat laut NBC News die KI-App Grok beinahe aus dem App Store entfernt. Auslöser waren Berichte über nicht einvernehmliche Deepfake-Nacktbilder, die das KI-Modell von Elon Musks Firma xAI erzeugte, möglicherweise auch von Minderjährigen. In einem bislang unveröffentlichten Brief an US-Senatoren, den NBC News publik machte, erklärte Apple, man habe sowohl xAI als auch das soziale Netzwerk X kontaktiert, Verstöße gegen die App-Store-Richtlinien festgestellt und ein Ultimatum mit konkretem Maßnahmenpaket gestellt.
xAI versprach daraufhin eingeschränkte Bildbearbeitungsfunktionen und stärkere Zugriffsbeschränkungen. Laut NBC News lassen sich die Schutzmechanismen aber weiterhin umgehen. Kritiker werfen Apple vor, einen kleinen Entwickler für vergleichbare Verstöße längst gesperrt zu haben. In den USA wird derweil ein gesetzliches Verbot von KI-Systemen diskutiert, die solche Deepfakes ohne Zustimmung der Betroffenen ermöglichen.

OpenAI kündigt GPT-5.4-Cyber an
OpenAI bringt mit GPT-5.4-Cyber ein eigenes KI-Modell für Cybersicherheit auf den Markt. Der Zugang bleibt zunächst eingeschränkt und läuft über das im Februar gestartete Programm „Trusted Access for Cyber“. In den kommenden Wochen will OpenAI das Modell auf tausende verifizierte Sicherheitsforscher sowie hunderte Teams ausweiten, die kritische Software schützen.
OpenAI sieht GPT-5.4-Cyber als ersten Schritt zu weiteren spezialisierten Cybersicherheitsmodellen. Die bestehenden Schutzmechanismen hält das Unternehmen für stark genug, um aktuelle Modelle breiter zugänglich zu machen.
OpenAI bringt großes Update für Codex
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OpenAI hat sein Entwicklertool Codex umfassend erweitert. Das agentische KI-System kann nun den Computer bedienen, Bilder erzeugen und über Wochen eigenständig an Projekten arbeiten. Damit zielt OpenAI direkt auf Anthropics Programmierassistenten Claude Code. Die auffälligste Neuerung heißt „Background Computer Use“: Codex kann den Bildschirm sehen, klicken und mit einem eigenen Cursor tippen. Mehrere KI-Agenten sollen parallel arbeiten können, ohne die Nutzer zu stören. Die Funktion läuft zunächst nur auf macOS.
Dazu kommen Automatisierungsfunktionen. Codex kann sich laut OpenAI selbst künftige Aufgaben einplanen und automatisch an langfristigen Projekten weiterarbeiten.
Anthropic veröffentlicht Claude Opus 4.7
Anthropic hat sein Spitzenmodell Claude Opus aktualisiert. Auf dem Coding-Benchmark SWE-bench Pro erreicht Version 4.7 64,3 Prozent, der Vorgänger Opus 4.6 kam auf 53,4 Prozent. Auch OpenAIs GPT-5.4 liegt mit knapp 57,7 Prozent darunter. Anthropics eigenes Forschungsmodell Mythos Preview bleibt mit fast 78 Prozent allerdings klar vorn. Neben dem Programmieren verbessert Anthropic die Bildverarbeitung: Opus 4.7 verarbeitet Bilder mit bis zu 3,75 Megapixeln, mehr als dreimal so viel wie frühere Claude-Modelle. Bei der Analyse komplexer Dokumente steigt die Trefferquote laut Anthropic von 57,1 auf über 80,6 Prozent.
Besonders auffällig ist der Umgang mit Cybersicherheit. Anthropic hat beim Training experimentell versucht, riskante Cyber-Fähigkeiten gezielt zu drosseln. Neue Schutzmaßnahmen blockieren automatisch Anfragen, die auf verbotene oder hochriskante Nutzung hindeuten. Teurer könnte die Arbeit mit dem Modell dennoch werden: Die Stückpreise bleiben bei 5 Dollar pro Million Input-Tokens und 25 Dollar pro Million Output-Tokens, doch ein neuer Tokenizer bildet denselben Text auf bis zu 35 Prozent mehr Tokens ab. Die tatsächlichen Kosten pro Anfrage können dadurch spürbar steigen.
KI-Code wächst schneller als das Verständnis dafür
Thoughtworks, ein Technologieberatungsunternehmen, warnt in der 34. Ausgabe seines halbjährlichen Technology Radar vor „kognitiven Schulden“. Diese entstehen, wenn künstliche Intelligenz immer größere Codemengen erzeugt und das gemeinsame Verständnis von Softwaresystemen in Entwicklerteams schneller erodiert, als es sich erneuern lässt. Während frühere Ausgaben des Radars die wachsenden Fähigkeiten von KI im Software-Engineering beleuchteten, verschiebt sich der Fokus nun auf die Risiken beim Skalieren und im produktiven Einsatz.
Der Unterschied zu klassischen technischen Schulden ist wesentlich: Technische Schulden stecken im Code selbst, kognitive Schulden dagegen in den Köpfen der Entwickler. Die Kluft zwischen Mensch und System wird größer, wenn KI-generierter Code schneller entsteht, als Teams ihn durchdringen können. Der Technology Radar fordert daher eine Rückbesinnung auf Engineering-Grundlagen, um die wachsenden Fähigkeiten von KI nachhaltig nutzen zu können.

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.
Prompt-Injection-Angriffe auf Apple Intelligence
Forschende haben auf der RSAC-Sicherheitskonferenz mehrere neue Angriffsmethoden auf Apple Intelligence demonstriert. Bei 100 zufälligen Prompts gelang es ihnen, die Schutzmechanismen in 76 Prozent der Fälle zu umgehen. Die Hauptprobleme liegen in den schwächeren lokalen Modellen, die Apple verwendet, bevor rechenintensivere Cloud-Modelle zum Einsatz kommen. Apple soll die Lücken inzwischen behoben haben.
Siri-Team muss vor großem Relaunch KI-Programmieren lernen
Rund 200 Programmierer aus Apples Siri-Team sollen in einem mehrwöchigen Bootcamp lernen, wie sie Werkzeuge wie Anthropics Claude Code oder OpenAIs Codex beim Programmieren einsetzen. Das berichtet das Branchenportal „The Information“. Das Siri-Team gilt bei Apple intern seit Jahren als träge und soll den Anschluss an moderne KI-Entwicklungen verpasst haben.
Der Zeitpunkt ist brisant: Schon im Juni will Apple auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC eine komplett überarbeitete Version von Siri vorstellen. Die neue Siri soll auf Googles Gemini-Modell basieren und deutlich gesprächsfähiger sein. Nach dem Bootcamp bleiben rund 60 Entwickler im Kernteam, weitere 60 sollen Siris Leistung und Sicherheit überwachen.
Roboter-Blindenhund lernt sprechen
Forscher der Binghamton University in New York haben einen Roboterhund entwickelt, der blinde Menschen nicht nur führt, sondern dank großer Sprachmodelle auch mit ihnen spricht. Als Roboter nutzten sie einen Unitree Go2 Pro, ein vergleichsweise simples Modell aus China, das für weniger als 4000 € erhältlich ist. Ein ausgebildeter Blindenhund kostet das Fünf- bis Zehnfache. Als KI-Modell dient GPT-4 von OpenAI, ergänzt um ein eigens entwickeltes Dialogsystem mit zwei Modulen: einer „Planverbalisierung“, bei der sich Mensch und Roboter über Ziel und Aufgabe abstimmen, und einer „Szenenverbalisierung“, bei der der Roboter unterwegs die Umgebung beschreibt.
Sieben blinde Menschen testeten den Roboterhund in einem großen Bürogebäude. Das Sprachmodell hatte vorab Informationen über die Räumlichkeiten erhalten. In komplexeren Umgebungen wie einer Großstadt ist die Leistung noch nicht erprobt, das soll eine Folgestudie klären. Das Feedback war laut den Forschern grundsätzlich positiv. Einen echten Blindenhund kann der Roboter vorerst dennoch nicht ersetzen: Lebende Hunde schätzen Gefahren ein, reagieren bei Stürzen und verweigern auch mal Befehle. Vor allem aber vermitteln sie Vertrauen und Verlässlichkeit.
Renommierte Chipentwickler gründen Nuvacore
Drei ehemalige Chipentwickler von Apple, Intel und Qualcomm haben das Start-up Nuvacore gegründet. Gerard Williams III, John Bruno und Ram Srinivasan wollen einen neuen Prozessorkern entwickeln, der als Allzweck-CPU alles berechnen kann, aber insbesondere KI-Berechnungen schnell und effizient ausführen soll. Sie versprechen, „die Regeln von Silizium komplett neu zu schreiben“.
Noch gibt es weder ein Produkt noch Spezifikationen. Nuvacore hat auch die Befehlssatzarchitektur des neuen CPU-Kerns nicht verraten. Immerhin haben die drei Gründer mit Sequoia Capital bereits einen prominenten Investor gewonnen.
KI-Influencer fluten das Coachella-Festival
Nicht alle Social-Media-Beiträge vom Coachella-Festival in der kalifornischen Wüste sind echt. Laut dem US-Nachrichtenportal „The Verge“ stammen immer mehr Posts von KI-Influencern, also nur virtuell existierenden Persönlichkeiten. Diese posten vermeintliche Fotos mit Prominenten wie Justin Bieber oder Kylie Jenner, die mit KI-Tools erstellt oder manipuliert wurden. Die Bilder wirken überzeugend, weil die Hintergründe teils reale Gebäude und Szenerien des Festivalgeländes abbilden. Dem Account „Granny Spills“ etwa folgen mehr als zwei Millionen Menschen, die Coachella-Beiträge der makellos gestylten KI-Oma sammelten hunderttausende Likes.
Problematisch ist, dass die meisten KI-Beiträge nicht als solche gekennzeichnet werden. In den Bildunterschriften finden sich keine Hinweise auf KI-Tools, erst in den Profilbeschreibungen der Accounts stehen manchmal Anhaltspunkte. Die meisten Nutzer sehen die Beiträge aber nur im eigenen Feed, ohne je das Profil zu besuchen.
Schuhhersteller Allbirds schwenkt auf KI-Geschäft um
Der neue Eigentümer der kriselnden Schuhfirma Allbirds aus San Francisco hat einen Weg gefunden, den Aktienkurs innerhalb von Stunden fast zu verzehnfachen. Er gab bekannt, künftig GPUs an die KI-Branche vermieten zu wollen. Ein institutioneller Investor soll dafür 50 Millionen Dollar bereitstellen. Die Firma soll in „NewBird AI“ umbenannt werden.
Vor der Ankündigung wurde eine Allbirds-Aktie für gerade mal 2,50 Dollar gehandelt. Kaum war die Meldung draußen, sprang der Preis vorübergehend auf fast 24 Dollar, bevor er sich bei rund 17 Dollar einpendelte. Ob dieser abrupte Strategiewechsel vom Schuhverkauf zum GPU-Verleih tatsächlich funktionieren kann, ist zumindest zweifelhaft.

(igr)
Künstliche Intelligenz
Anthropic stellt Claude Design vor: KI-Werkzeug für Prototypen und Webseiten
Anthropic hat mit Claude Design ein neues KI-Werkzeug für die Gestaltung von Designs, Prototypen, Präsentationen und Webseiten vorgestellt. Das experimentelle Tool, das als Research Preview von Anthropic Labs veröffentlicht wurde, basiert auf dem neuen Modell KI-Modell Claude Opus 4.7. Es ist für Abonnenten der Abo-Pläne Pro, Max, Team und Enterprise ohne Zusatzkosten verfügbar. Für Enterprise-Organisationen ist Claude Design allerdings standardmäßig deaktiviert und muss von Administratoren in den Organisationseinstellungen erst freigeschaltet werden.
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Wenn es um Designfragen ging, war Anthropic bislang zurückhaltend. Die Text-KI beantwortete zwar Fragen zu Bildern. Grafiken oder gar Bilder suchten Nutzer aber vergeblich. Mit den Artefakten bot Anthropic zuletzt immerhin interaktive Komponenten und Diagramme im Chat an.
Entwickler weiter im Fokus
Das ändert sich nun, wobei Anthropic seinem Fokus auf Entwickler treu bleibt, aber durchaus auch für Nicht-Entwickler interessant bleibt. In Beispielvideos ist zu sehen, wie zum Beispiel eine Website mit Hintergrundanimation erzeugt wird. Auch bei der Gestaltung von Apps soll die KI behilflich sein. Nutzer können nach einem anfänglichen Prompt mit dem Modell in Interaktion treten und etwa Kommentare in den Rückmeldungen einpflegen, per Chat über das Design diskutieren oder mit KI-generierten Schiebereglern Einfluss auf Abstände, Farben und Layout nehmen.
Wer nicht bei null anfangen möchte, kann vorhandene Designdateien und Programmierprojekte einlesen. Auf diese Weise können bereits favorisierte Farben, Typografie und Komponenten berücksichtigt werden. Auch Bilder, Dokumente aus Word, Excel und PowerPoint oder Code können importiert werden. Per Capture-Tool können zudem Elemente einer vorhandenen Website integriert werden.
Kampfansage an Google
Claude Design erinnert ein wenig an Google Stitch, das auf der Entwicklerkonferenz Google I/O im Jahr 2025 vorgestellt wurde. Allerdings ist das Tool von Anthropic breiter aufgestellt. Und es ermöglicht sogar, erstellte Designs direkt in Claude Code weiterzuverarbeiten. Canva, das ebenfalls KI-Tools für Design im Angebot hat, wurde als erster Export-Partner integriert. Auch Figma ermöglicht inzwischen die Integration externer KI-Modelle für Design-Workflows und kann Designs aus Claude Design weiterverarbeiten.
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Mit Claude Design holt Anthropic zum Doppelschlag aus: Zum einen ist es eine Kampfansage gegen Google, das sich im Duell zwischen OpenAI und Anthropic als lachender Dritter zu positionieren schien. Zum anderen trifft es OpenAI an einer Schwachstelle: OpenAI hat zwar eine sehr gute Bild-KI, aber kein vergleichbares Design-Tool. Gerade erst hat OpenAI mit einem großen Codex-Update zum Gegenschlag gegen Claude Code ausgeholt. Es steht zu erwarten, dass OpenAI diese Veröffentlichung nicht lange unbeantwortet lässt.
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(mki)
Künstliche Intelligenz
Kampfansage an Starlink: Rheinmetall und OHB bauen deutsches Satellitennetz
Das Bundeskartellamt hat den Weg für eine neue Allianz in der deutschen Rüstungs- und Raumfahrtindustrie freigemacht: Sie genehmigte am Freitag die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens von Rheinmetall Digital und OHB. Damit darf das Konsortium offiziell als Bietergemeinschaft auftreten, um den bisher größten Beschaffungsauftrag der Bundeswehr im Bereich der Satellitenkommunikation zu übernehmen.
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Im Fokus des Vorhabens steht die Erweiterung der militärischen Netzinfrastruktur im Weltraum, die für die kommenden Jahrzehnte die digitale Souveränität der deutschen Streitkräfte sicherstellen soll. Der Präsident des Kartellamts, Andreas Mundt, begründet die Entscheidung mit der komplementären Ausrichtung der Partner. Da Rheinmetall und OHB in unterschiedlichen Fachbereichen tätig seien, sähen die Prüfer keine wettbewerblichen Bedenken gegen ein Bündeln der Kompetenzen. Vielmehr ermögliche die Kooperation erst die Abgabe eines umfassenden Angebots für das komplexe Projekt.
Das Joint Venture soll als Systemintegrator fungieren. OHB ist dabei für das Weltraum- und Bodensegment zuständig – also den Bau der Satelliten und Bodenstationen. Rheinmetall soll die Endnutzerterminals und die Integration in das Netzwerk der Truppe übernehmen.
Ein deutsches Starlink für die Zeitenwende
Hinter der Freigabe steht das Vorhaben SATCOMBw Stufe 4. Die aktuelle Version 3 setzt noch auf wenige große Satelliten in einer geostationären Umlaufbahn in 36.000 Kilometern Höhe. Das vierte Level soll einen Umbruch markieren. Das Verteidigungsministerium plant ein Netzwerk aus mindestens hundert Satelliten in einem niedrigen Erdorbit (LEO). Dieses System ähnelt dem kommerziellen Netzwerk Starlink von SpaceX und bietet durch die geringe Entfernung zur Erde kürzere Signallaufzeiten sowie mehr Ausfallsicherheit. Mit einem Auftragswert von rund 8 bis 10 Milliarden Euro ist es das Herzstück eines 35 Milliarden Euro schweren Budgets für Weltraumtechnologien bis 2030.
Die Entscheidung des Kartellamts schärft den Wettbewerb. Das neue Bündnis tritt in Konkurrenz zum Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus, der bisher bei der Satellitenkommunikation der Bundeswehr eine dominierende Rolle einnahm. Airbus hatte erst im Sommer 2024 den Zuschlag für die geostationäre Stufe 3 erhalten, die bis 2027 einsatzbereit sein soll. Rheinmetall und OHB zielen nun auf den technologischen Nachfolger ab, der laut Plan bis 2029 im All sein dürfte. Durch die nun rechtssichere Fusion der Expertise des Düsseldorfer Rüstungskonzerns und des Bremer Satellitenbauers soll ein schlagkräftiger nationaler Player entstehen, der die Hegemonie etablierter Konzerne im Orbit herausfordert.
(mki)
Künstliche Intelligenz
Mähroboter Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro im Test: Mäht gut und trimmt sogar
Kabellos, Trimmer integriert, 400 m²/h – kann der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro in unserem Test halten, was er verspricht?
Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist der aktuelle Flaggschiff-Mähroboter des Herstellers und setzt vollständig auf kabellose Navigation. Störende Begrenzungskabel oder eine RTK-Antenne entfallen – stattdessen kombiniert Ecovacs einen 360°-LiDAR mit einem 3D-ToF-Sensor und einer KI-Kamera. Das ist ein klarer Vorteil bei schwierigen Empfangsbedingungen, etwa unter hohen Bäumen oder in Hinterhöfen, wo Satellitensignale oft ausfallen.
Getestet wurde der 18,3 kg schwere Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro in einem anspruchsvollen Garten mit drei Rasenzonen und einer Gesamtfläche von knapp 500 m². Eine Zone weist eine Steigung von rund 30° auf, zwischen den Zonen liegen 4 bis 5 cm hohe Randsteine, und eine weitere Zone ist nur über eine 70 cm breite Engstelle erreichbar. Die Mähgeschwindigkeit wurde auf einer flachen, 240 m² großen Referenzfläche gemessen. Ziel war es herauszufinden, ob der integrierte Tru-Edge-Trimmer und die Dual-LiDAR-Navigation den Alltag wirklich erleichtern – oder ob die vielen Sensoren an komplexen Gegebenheiten scheitern.
Bilder: Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro
Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR bietet eine Schnittbreite von 33 cm und integriert einen Rasentrimmer. Letzterer muss nach dem Auspacken mit einem langen Kreuzschlitz-Schraubenzieher montiert werden.
Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR bietet eine Schnittbreite von 33 cm und integriert einen Rasentrimmer. Letzterer muss nach dem Auspacken mit einem langen Kreuzschlitz-Schraubenzieher montiert werden.
Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR bietet eine Schnittbreite von 33 cm und integriert einen Rasentrimmer. Letzterer muss nach dem Auspacken mit einem langen Kreuzschlitz-Schraubenzieher montiert werden.
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Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR bietet eine automatische Kartierung, die allerdings nur funktioniert, wenn die Rasenfläche klar abgegrenzt ist. In unserem Test-Garten mit offenen Übergängen kartieren wir manuell. Die Methode liefert in jedem Fall die präziseren Ergebnisse.
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Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR bietet eine Schnittbreite von 33 cm und integriert einen Rasentrimmer. Letzterer muss nach dem Auspacken mit einem langen Kreuzschlitz-Schraubenzieher montiert werden.
Der Trimmer funktioniert noch nicht perfekt. Aber nach zwei Durchläufen kann sich das Ergebnis sehen lassen. So wenig Nacharbeit an den Kanten bietet bislang kein anderer von uns getester Mähroboter.
Der Trimmer funktioniert noch nicht perfekt. Aber nach zwei Durchläufen kann sich das Ergebnis sehen lassen. So wenig Nacharbeit an den Kanten bietet bislang kein anderer von uns getester Mähroboter.
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Der Trimmer funktioniert noch nicht perfekt. Aber nach zwei Durchläufen kann sich das Ergebnis sehen lassen. So wenig Nacharbeit an den Kanten bietet bislang kein anderer von uns getester Mähroboter.
Der Trimmer funktioniert noch nicht perfekt. Aber nach zwei Durchläufen kann sich das Ergebnis sehen lassen. So wenig Nacharbeit an den Kanten bietet bislang kein anderer von uns getester Mähroboter.
Der Trimmer funktioniert noch nicht perfekt. Aber nach zwei Durchläufen kann sich das Ergebnis sehen lassen. So wenig Nacharbeit an den Kanten bietet bislang kein anderer von uns getester Mähroboter.
Der Trimmer funktioniert noch nicht perfekt. Aber nach zwei Durchläufen kann sich das Ergebnis sehen lassen. So wenig Nacharbeit an den Kanten bietet bislang kein anderer von uns getester Mähroboter.
Der Trimmer funktioniert noch nicht perfekt. Aber nach zwei Durchläufen kann sich das Ergebnis sehen lassen. So wenig Nacharbeit an den Kanten bietet bislang kein anderer von uns getester Mähroboter.
Der Trimmer funktioniert noch nicht perfekt. Aber nach zwei Durchläufen kann sich das Ergebnis sehen lassen. So wenig Nacharbeit an den Kanten bietet bislang kein anderer von uns getester Mähroboter.
Unsere nur 70 cm breite Engstelle zwischen zwei Rasenzonen passiert der Goat A3000 LiDAR Pro im Test nicht. Scheinbar ist der Mähroboter durch die Trimmeinheit dafür zu breit geworden, denn das Vorgängermodell hat diese Engstelle gemeistert. RTK-Mähroboter sind bislang alle daran gescheitert.
Ecovacs-App: Die Aufteilung in Zonen ist möglich und bei einem großen Garten mit unterschiedlichen Flächen auch sinnvoll, da man je Zone die optimale Mährichtung einstellen kann.
Design, Verarbeitung und Ausstattung
Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro präsentiert sich in einem modernen weiß-schwarzen Gehäuse, dessen Verarbeitung einen hochwertigen Eindruck hinterlässt. Auffällig sind die großen, stark profilierten Offroad-Räder, die gute Traktion versprechen.
Auf der Oberseite thront die charakteristische 360°-LiDAR-Kuppel, die sich mit einer Schutzkappe abdecken lässt. Frontseitig ergänzen eine KI-Fischaugenkamera mit 150° horizontalem und 80° vertikalem Blickfeld sowie ein 3D-ToF-LiDAR mit 90° horizontalem und 70° vertikalem Erfassungswinkel bei einer Reichweite von 3 bis 4 Metern das Sensorsystem. Ein integriertes Display mit drei Tasten und eine gut erreichbare rote Stopptaste erlauben die Bedienung auch ohne Smartphone. Auf der Unterseite arbeiten zwei Messerscheiben mit jeweils drei Klingen bei 3.000 Umdrehungen pro Minute. Der seitliche Fadentrimmer wird separat montiert.
Modellvarianten: Ecovacs bietet den Mähroboter in zwei Ausführungen an. Der Goat A1600 LiDAR Pro ist mit einem 3.000-mAh-Akku bei 32,4 V für Flächen bis 1.600 m² ausgelegt, wiegt 17,8 kg und kostet rund 1.500 Euro. Der hier getestete Goat A3000 LiDAR Pro verfügt über einen deutlich größeren 7.500-mAh-Akku für Flächen bis 3.000 m², wiegt 18,3 kg und liegt bei etwa 2.300 Euro. Beide Modelle sind ansonsten baugleich – Schnittbreite von 33 cm, Trimmer und Navigationssystem sind identisch. Der A3000 bringt lediglich den größeren Akku und ein schnelleres Ladegerät mit.
Inbetriebnahme und Kartierung
Die Einrichtung über die Ecovacs-App ist vorbildlich gelöst. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Bildern führt durch Bluetooth-Kopplung, QR-Code-Scan und WLAN-Verbindung über 2,4 GHz – auch in gemischten Netzen gab es keine Probleme. Nach einem obligatorischen Firmware-Update war der Roboter in etwa 30 Minuten startklar. Einzig die Montage des Trimmermoduls erfordert etwas Geduld und einen Kreuzschlitzschraubendreher mit langer Klinge von mindestens 10 cm, da eine Schraube tief im Gehäuse sitzt.
Kartierung: Die automatische Kartierung funktioniert grundsätzlich nur bei klaren Rasenkanten wie Randsteinen oder Mauern. Da der Testgarten offene Grenzen hat und nur teilweise mit Randsteinen umgeben ist, konnte die automatische Kartierung nicht sinnvoll überprüft werden. Für komplexe Gärten ist die manuelle Kartierung ohnehin die bessere Wahl: Man läuft in Bluetooth-Reichweite hinter dem Roboter her und steuert ihn per App entlang der Rasengrenzen. Das ist präziser, zuverlässiger und wird von der App gut unterstützt. Es lassen sich mehrere Zonen und Verbindungspfade anlegen.
Die Mindestdurchfahrtsbreite gibt Ecovacs mit 90 cm an. Die 70 cm breite Engstelle im Testgarten konnte der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro nicht passieren – anders als noch der Vorgänger Goat A3000 LiDAR ohne Pro-Zusatz. Für Gärten mit schmalen Durchgängen ist das eine relevante Einschränkung.
Mähleistung im Praxistest
Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro mäht in geraden, parallelen Bahnen und liefert ein tadelloses Schnittbild. Die Schnitthöhe lässt sich elektrisch von 3 bis 9 cm in 1-cm-Schritten einstellen. Pro Zone kann man die Mährichtung gradgenau und die Mähgeschwindigkeit zwischen 0,4 und 0,9 m/s festlegen. Für ein besonders gepflegtes Erscheinungsbild lässt sich ein Schachbrettmuster mit 90°-Wechsel aktivieren. Die Mähgeschwindigkeit sollte man allerdings nur erhöhen, wenn die Rasenfläche kaum Hindernisse wie Bäume oder Büsche aufweist – bei höherem Tempo navigiert der Roboter etwas unpräziser, was grundsätzlich für alle Mähroboter gilt.
Flächenleistung: Auf dem 240 m² großen Teststück benötigte der Roboter 1,6 Stunden, was einer Stundenleistung von 155 m² entspricht. Das ist ein solider Wert, liegt aber deutlich unter der Herstellerangabe von bis zu 400 m²/h, die wohl nur auf völlig freier Fläche bei maximaler Geschwindigkeit erreichbar ist. Der Dreame A3 AWD Pro 3500 ist aufgrund seiner größeren Schnittbreite von 40 cm mit 186 m²/h auf derselben Testfläche schneller.
Kantenschnitt mit dem TruEdge-Trimmer: Die größte Neuerung des Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist der integrierte Fadentrimmer. Er wird separat über die App gestartet, nachdem man die zu bearbeitenden Kanten markiert hat. Der Roboter fährt diese dann ab, senkt den Trimmer auf eine feste Höhe von 6 cm und beginnt zu trimmen.
An den Außengrenzen des Gartens funktioniert das Trimmen zufriedenstellend – es bleibt deutlich weniger Nacharbeit als bei Mährobotern ohne Trimmer. Allerdings zeigten sich im Praxistest mehrere Schwächen: Der Roboter verlor gelegentlich ohne ersichtlichen Grund den Kontakt zum Rasenrand, navigierte ins Flächeninnere oder stoppte den Trimmer während der Fahrt. An Sperrflächen hielt er einen viel zu großen Abstand von 10 bis 20 cm, obwohl diese auf 1 bis 2 cm genau kartiert waren – der Trimmer wurde dort wirkungslos. Zudem kann die feste Bauhöhe von 6 cm dazu führen, dass der Trimmer an Randsteinen aufsetzt, wenn der Rasen tiefer als die angrenzende Fläche liegt.
Ecovacs weist in den FAQ darauf hin, dass dichtes Gras mehrere Trimmsitzungen erfordern kann und die Personenerkennung den Trimmvorgang unterbricht – beides bestätigte sich im Test. Nach zwei Durchläufen war das Ergebnis an den Außenkanten gut, die Sperrflächen-Problematik bleibt jedoch ein Ärgernis. Insgesamt ist der Trimmer eine vielversprechende Innovation, die in der aktuellen Softwareversion aber noch nicht ihr volles Potenzial entfaltet.
Navigation und Hinderniserkennung
Das Holo-Scope-360-System kombiniert den 360°-LiDAR mit dem frontalen 3D-ToF-LiDAR und der KI-Kamera zu einem leistungsfähigen Navigationsverbund, der im Regelbetrieb präzise und zuverlässig arbeitet. Die Hinderniserkennung ist vorbildlich: Schläuche, kleine Bälle, Spielzeug und Igel – Ecovacs wirbt mit über 200 erkennbaren Objekttypen – werden sicher umfahren. Dunkle Bereiche oder schlechter Satellitenempfang stellen dank LiDAR kein Problem dar, was einen echten Vorteil gegenüber RTK-basierten Systemen darstellt.
Ganz ohne Kritikpunkte bleibt die Navigation allerdings nicht. Die Hinderniserkennung reagiert gelegentlich übervorsichtig auf hohes Gras oder Löwenzahn, was die Mähzeit unnötig verlängert. Hier hilft die Anpassung des Vermeidungsmodus in der App, der sich auf 10, 15 oder 20 cm konfigurieren lässt. Auch die Überlappung der Mähbahnen schwankt stellenweise, was den insgesamt guten Gesamteindruck etwas trübt. Die Hindernisumfahrung funktioniert im Nahbereich bis auf etwa 5 cm Abstand, was für die meisten Alltagssituationen ausreicht.
Akkulaufzeit und Ladezeit
Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist mit einem 7.500-mAh-Akku bei 32,4 V ausgestattet, was einer Kapazität von rund 243 Wh entspricht. Im Praxistest auf dem flachen 240-m²-Teststück verbrauchte er bei 1,6 Stunden Mähzeit etwa 45 bis 50 Prozent der Kapazität. Die Ladezeit von 15 auf 100 Prozent betrug mit dem 189-W-Netzteil 85 Minuten – die Herstellerangabe von 70 Minuten wurde damit nicht ganz erreicht, der Wert ist aber akzeptabel. Die Reichweite dürfte für die beworbenen 3.000 m² in der Praxis bei komplexen Gärten mit Hindernissen und Steigungen etwas geringer ausfallen, ist aber insgesamt sehr gut dimensioniert.
Bei einem Strompreis von 35 Cent/kWh kostet eine Vollladung rund 8,5 Cent – die Betriebskosten sind damit vernachlässigbar.
Hanglagen und Geländetauglichkeit
Ecovacs gibt eine maximale Steigfähigkeit von 50 Prozent an, was etwa 27° entspricht. Im Testgarten wurde der Mähroboter auch auf einer 30°-Steigung eingesetzt – also oberhalb der Herstellerangabe. Auf weniger steilem Gelände arbeitete der Hinterradantrieb zuverlässig, solange längs zum Hang gemäht wurde. Quer zum Hang oder bei nassem, rutschigem Gras kam es jedoch zu Traktionsverlusten und Wendemanövern, die Rasenschäden verursachen können. Für Gärten mit extremen Steigungen ist ein Allradantrieb wie beim Dreame A3 AWD Pro 3500 die bessere Wahl – doch auch mit Allrad sollte man steile Flächen nur bei trockenem Untergrund mähen, um Rasenschäden zu vermeiden.
Die maximale Hindernishöhe liegt bei 4 cm, was für viele Gärten ausreichen dürfte. Die 4 bis 5 cm hohen Randsteine im Testgarten stellten jedoch eine unüberwindbare Hürde dar, sodass der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro eine der drei Rasenzonen nicht erreichen konnte. Für normale Hanglagen bis etwa 45 Prozent Neigung und Gärten ohne hohe Bordsteinkanten ist das Gerät gut geeignet, bei extremeren Anforderungen stößt es an seine Grenzen.
Lautstärke und Betriebszeiten
Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist im normalen Mähbetrieb mit 62 dB(A) angenehm leise – das entspricht in etwa einer normalen Unterhaltung. Man kann sich problemlos im Garten aufhalten, während er arbeitet.
Deutlich anders verhält es sich mit dem integrierten Trimmer: Mit 82 dB(A) erreicht er die Lautstärke eines herkömmlichen Rasentrimmers. Der Geräuschpegel schwankt dabei je nach Situation – leiser bei der Navigation zwischen den Kanten, lauter im dichten Gras und kurzzeitig mit höherer Drehzahl beim Markieren der Schnittlinie. Nach herrschender Rechtsauffassung gelten für den regulären Mähbetrieb die Zeiten der 32. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV): Montag bis Samstag von 7:00 bis 20:00 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ist der Betrieb grundsätzlich untersagt. Da § 7 der 32. BImSchV für Graskantenschneider verschärfte Einschränkungen vorsieht, sollte der Trimmer vorsichtshalber nur werktags zwischen 9:00 und 13:00 Uhr sowie zwischen 15:00 und 17:00 Uhr eingesetzt werden.
Sicherheit und Diebstahlschutz
Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro verfügt über einen PIN-Code, der beim Einschalten oder Verlassen der Mähkarte abgefragt wird. Doch selbst mit Kenntnis der PIN können Diebe mit dem Gerät nichts anfangen: Solange der Roboter mit einem Nutzerkonto verknüpft ist, lässt er sich nicht mit der Ecovacs-App nicht verbinden. Wird das Gerät angehoben, löst es einen Alarm aus. Optional kann ein 4G-Modul mit GPS-Einheit für 150 Euro nachgerüstet werden, das im Lieferumfang nicht enthalten ist und eine Echtzeit-Ortung ermöglicht sowie eine Fernsteuerung außerhalb des heimischen WLAN-Netzes erlaubt.
Die Kombination aus LiDAR, Kamera und ToF-Sensor erkennt selbst kleine Gegenstände zuverlässig, eine hundertprozentige Garantie gibt es dennoch nicht. Zum Schutz nachtaktiver Tiere wie Igel sollte der Mähroboter ausschließlich tagsüber betrieben werden. In einigen Kommunen gibt es bereits Nachtfahrverbote mit empfindlichen Geldbußen – in Leipzig beispielsweise bis zu 50.000 Euro. Geht es nach dem Deutschen Städtetag, könnte ein solches Verbot bald bundesweit gelten. In der Ecovacs-App lassen sich entsprechende Tierschutz-Zeiten definieren, die standardmäßig auf 19:00 bis 7:00 Uhr eingestellt sind.
App und Smart-Home-Integration
Die Ecovacs-App ist funktional und übersichtlich gestaltet. Sie bietet zonenbasierte Einstellungen für Mährichtung, Geschwindigkeit, Schnitthöhe und Hindernisvermeidungshöhe. Zeitpläne lassen sich ebenso konfigurieren wie Tierschutz-Zeiten und eine Regenverzögerung von 3 bis 5 Stunden. Die Kartenbearbeitung erlaubt das Teilen und Zusammenführen von Zonen, das Anlegen von Sperrflächen und Verbindungspfaden sowie die gezielte Auswahl der Kanten für den Trimmereinsatz. Darüber hinaus stehen eine manuelle Steuerung und ein Livestream der integrierten Kamera zur Verfügung. Die App ist allerdings nicht für Tablets wie das iPad optimiert – die Darstellung lässt sich lediglich größer zoomen.
Smart-Home-Integration: Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro unterstützt Sprachsteuerung über Amazon Alexa und Google Assistant sowie Siri-Kurzbefehle für grundlegende Befehle wie Start, Stopp und Rückkehr zur Ladestation. Auch eine Einbindung in Smart Home by Hornbach ist möglich, bietet aber nur rudimentäre Funktionen wie Start und Stopp – selbst das Auslesen von Betriebsdaten wie dem Akkustatus fehlt. Die Community-basierte Home-Assistant-Integration unterstützt derzeit den Goat A3000 LiDAR aus dem Vorjahr, jedoch bislang nicht das aktuelle Pro-Modell. Zudem ist die Integration an die Hersteller-Cloud gekoppelt – ein rein lokaler Zugriff auf das Gerät ist nicht möglich. Eine native Anbindung an Apple Home besteht nicht.
Wartung und Pflege
Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist nach IPX6 zertifiziert und kann mit einem sanften Wasserstrahl gereinigt werden – ein Hochdruckreiniger sollte jedoch nicht zum Einsatz kommen. Die Ladestation ist nach IPX4 geschützt. Vor dem Reinigen oder Umdrehen des Geräts muss die Gummikappe auf die LiDAR-Kuppel gesetzt werden, um den empfindlichen Sensor zu schützen.
Laut Handbuch sollte der LiDAR-Sensor wöchentlich abgewischt werden, Kamera und ToF-Sensor alle ein bis zwei Wochen. Die Messer sind alle vier bis sechs Wochen zu wechseln, Trimmerfaden und -bürste alle vier bis acht Wochen. Ein Ersatzmessersatz mit 18 Klingen kostet 15 Euro, von Drittanbietern gibt es 30 Stück bereits für aktuell rund 16 Euro. Ein Trimmer-Kit mit zwei Fäden und zwei Bürsten schlägt mit 35 Euro zu Buche.
Der Akku ist über eine verschraubte Abdeckung auf der Unterseite zugänglich und grundsätzlich wechselbar. Die Kosten für einen Austausch außerhalb der Garantie sind allerdings nicht verbindlich beziffert – der Support verweist auf autorisierte Servicepartner.
Preis
Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro positioniert sich mit rund 2300 Euro im oberen Premiumsegment. Sein größtes Alleinstellungsmerkmal ist der integrierte Trimmer, der allerdings in der aktuellen Softwareversion noch nicht perfekt arbeitet. Gegenüber RTK-Systemen hat er den Vorteil, dass er auch ohne Satellitenempfang zuverlässig navigiert. Gegenüber dem Dreame A3 AWD Pro 3500 fehlt ihm der Allradantrieb für extreme Steigungen und hohe Randsteine, dafür bietet er mit dem Trimmer eine Funktion, die kein anderes Gerät im Testfeld hat. Ecovacs gewährt drei Jahre Garantie.
Für Gärten bis 1.600 m² ohne extreme Steigungen ist der Goat A1600 LiDAR Pro mit rund 1500 Euro die wirtschaftlichere Alternative: Baugleiche Technik, mit identischem Trimmer und Navigationssystem, lediglich der Akku ist kleiner. Wer keine 3.000 m² mähen muss, spart 800 Euro ohne funktionale Einbußen.
Fazit
Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist ein mutiger, aber noch nicht vollständig ausgereifter Meilenstein. Die kabellose Dual-LiDAR-Navigation arbeitet hervorragend – vor allem unter Bäumen oder in Hinterhöfen, wo RTK-Systeme regelmäßig scheitern. Die Mähleistung ist mit 155 m²/h gut, das Schnittbild tadellos gleichmäßig. Auch die App überzeugt mit übersichtlicher Bedienung und umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten, die sich pro Mähzone individuell festlegen lassen.
Der integrierte Tru-Edge-Trimmer ist die eigentliche Innovation dieses Modells. An den Außenkanten des Gartens spart er spürbar Nacharbeit – kein anderes Gerät im Testfeld kommt ohne manuellen Rasentrimmer an ein vergleichbares Ergebnis. Allerdings kämpft der Trimmer mit Abstandsproblemen an Sperrflächen, gelegentlichen Unterbrechungen und einer festen Bauhöhe von 6 cm, die an Randsteinen zum Problem werden kann. Die Technik ist vielversprechend, benötigt aber noch Software-Feinschliff.
Grenzen zeigt der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro bei der Geländetauglichkeit: Die Mindestdurchfahrtsbreite von 90 cm schließt enge Passagen aus, die maximale Hindernishöhe von 4 cm macht hohe Randsteine zur unüberwindbaren Hürde, und bei Steigungen jenseits von 27° gerät der Hinterradantrieb ins Rutschen. Wer einen Mähroboter für Gärten mit Engstellen, hohen Bordsteinkanten oder steilen Hängen sucht, ist mit einem Allrad-Modell wie dem Dreame A3 AWD Pro 3500 (Testbericht) besser bedient.
Für große, überwiegend offene Gärten mit moderaten Steigungen und dem Wunsch nach möglichst wenig Nacharbeit an den Kanten ist der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro dennoch eine der interessantesten Optionen am Markt. Wenn Ecovacs die Software-Baustellen beim Trimmer und bei der Bahnüberlappung per Update behebt, könnte dieses Gerät sein volles Potenzial entfalten.
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