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Künstliche Intelligenz

Missing Link: Wir suchen Terroristen (m/w/d)


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

In diesen Tagen feierten zwei große deutsche Behörden Geburtstag. Im Beisein der Politik feierte in Wiesbaden das Bundeskriminalamt (BKA, 9300 Mitarbeiter, Etat 1,24 Milliarden) seinen 75. Geburtstag. In kleinerem Rahmen beging der Bundesnachrichtendienst (BND, 6500 Mitarbeiter, Etat 1,5 Milliarden) seinen 70. Geburtstag. Nimmt man den Vorläufer unseres Auslands-Geheimdienstes hinzu, die von den USA kontrollierte „Organisation Gehlen“, sind beide annähernd gleich alt.

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Eine weitere Gemeinsamkeit stammt aus der aktuellen Werbekampagne des BND (“Wir suchen Terroristen (m/w/d“), der rund 1100 offene Stellen besetzen muss. Und: beide Behörden wollen erweiterte Befugnisse und sollen sie auch bekommen.

Am 15. März 1951 wurde mit dem ersten BKA-Gesetz das länderübergreifende Bundeskriminalamt gegründet. Die gesetzliche Vorgabe war notwendig, weil es nach den Erfahrungen des Nationalsozialismus keine zentral geführte Polizei geben sollte. Neben den Landeskriminalämtern wurde eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die zunächst in Hamburg angesiedelt war und dann nach Wiesbaden in eine ehemalige Jugendherberge zog. Eine Außenstelle wurde in Bad Godesberg installiert und war für Personenschutz bei Verfassungsorganen zuständig.

Mit 355 Beamten startete das BKA zügig den Koordinierungsauftrag. Bereits im Juni 1952 wurde der Beitritt zu Interpol vollzogen und das BKA als Nationale Zentralstelle installiert. 1953 wurde der erste Neubau fertig.

Das BKA wurde wesentlich vom ehemaligen SS-Mann Paul Dickkopf aufgebaut, dem Leiter der Interpol-Kontaktstelle. Er sorgte dafür, dass die leitenden Stellen mit Personen besetzt wurden, die einen SS-Dienstgrad besaßen. Dickkopf baute die organisatorische Gliederung wie die Arbeitsanweisungen der Abteilungen nach dem Vorbild des Reichskriminalpolizeiamtes auf.

Diese Kontinuität war keine Besonderheit des BKA, sondern galt auch für den BND, was aber lange Zeit verdrängt wurde. Erst mit dem Buch des Kriminalisten Dieter Schenk „Auf dem rechten Auge blind. Die braunen Wurzeln des BKA“ begann die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit der BKA-Beamten. Sie gipfelte 2007 in der Einrichtung einer Forschungsgruppe durch den damaligen BKA-Präsidenten Jörg Ziercke, die den zahlreichen Verwerfungen nachging, etwa bei der kriminaltechnischen Untersuchung von Kriegsverbrechen. Die Aufgaben wurden verschleppt, bis es nichts mehr zu untersuchen gab.

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Bereits zur Einrichtung des Bundeskriminalamtes erschien 1951 in der „Kriminalistik“ ein Artikel über die „Mechanisierte Verbrechensbekämpfung“, in der der Autor über ein Lochkartenverfahren als Fahndungsverfahren schwärmte. Doch nach den Erfahrungen des Dritten Reiches mit dem lochkartengesteuerten „Volkszählen, Identifizieren und Aussondern“ (Götz Aly) gab es in der jungen Bundesrepublik nur dezentrale Meldesysteme. Es dauerte bis 1967, bis das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein mit einer IBM /360-40 und einer Personen-Erkenntnis-Datei die computerisierte Fahndung einführte. Als Terminals dienten Fernschreiber in ausgewählten Polizeidienststellen.

Der entscheidende Wandel fand Anfang der 70er Jahre statt, als das BKA mit einem neuen BKA-Gesetz erstmals eigene Fahndungsbefugnisse erhielt. 1972 konnte das erste Fahndungssystem INPOL gestartet werden, das erst 2003 abgeschaltet und durch INPOL-Neu ersetzt wurde. Auf dieses System folgte ein System, das PIOS (Personen, Institutionen, Objekte, Sachen) genannt wurde.

Der breiten Öffentlichkeit wurde das BKA durch „Kommissar Computer“ bekannt, wie der BKA-Beamte Horst Herold genannt wurde. Herold saß ab 1969 in einer Kommission zur Reform des BKA und beschäftigte sich mit den PIOS-Fahndungsdatenbanken. Als sich 1970 die Rote Armee Fraktion gründete, übernahm er die Leitung des BKA, und versuchte, ihre Mitglieder mit der negativen Rasterfahndung zu finden. Bei der Suche nach der RAF-Geisel Hanns-Martin Schleyer versagte das System, weil die entscheidende Nachricht eines Polizisten über eine konspirative Wohnung in Erftstadt-Liblar nicht in das System eingepflegt wurde. Herold wurde von Innenminister Gerhart Baum in den Ruhestand geschickt.




Was fehlt: In der rapiden Technikwelt häufig die Zeit, die vielen News und Hintergründe neu zu sortieren. Am Wochenende wollen wir sie uns nehmen, die Seitenwege abseits des Aktuellen verfolgen, andere Blickwinkel probieren und Zwischentöne hörbar machen.

Mittlerweile verfügt das BKA über etliche Fahndungsinformationssysteme, von denen die Architektur „Polizei 2020“ das ehrgeizigste System ist. Es sollte bis 2020 realisiert werden, ist nun auf dem Weg vielleicht im Jahr 2030 zu starten, und kommt unter dem neuen Namen P20 stetig voran, wie es heißt. Immerhin beschäftigt die Arbeit die IT-Kriminalisten so gut, dass beim BKA nicht daran gedacht wird, Software der US-amerikanischen Firma Palantir zu nutzen, die von den Landespolizeien in Hessen und Bayern genutzt wird.

Am 12. März gab es in Wiesbaden einen Festakt zum 75. Geburtstag. In seiner Rede vor den BKA-Beamten und den eingeladenen Gästen betonte Bundeskanzler Friedrich Merz, dass Deutschland ein sicheres Land ist – und sagte dem BKA seine volle Unterstützung zu, neue, erweiterte Befugnisse einzurichten. Neben dem Schutz vor zunehmenden Cyberangriffen müssten das BKA und andere Sicherheitsbehörden Befugnisse haben, Cyberangriffe „aktiv zu unterbinden“. Damit spielte Merz auf das Gesetz zur Stärkung der Cybersicherheit an, mit dem das BKA feindliche Infrastruktur stören oder beschädigen kann.

Zudem spielte Merz auf den Fall Daniela Klette an, die von einem Journalisten mit einem Gesichtserkennungsprogramm enttarnt wurde. „Deshalb ist für uns klar: Unsere Polizeibehörden brauchen für ganz bestimmte Zwecke die Befugnisse, automatisierte, KI-basierte Datenanalysen vorzunehmen. Das darf nicht mit Zufallsfunden von Journalisten einhergehen, sondern muss Ergebnis systematischer Polizeiarbeit in Deutschland sein“, sagte er unter großem Beifall. Die Vorarbeiten zu einem entsprechenden Gesetz laufen bereits.

Auch der Bundesnachrichtendienst möchte operative Befugnisse dieser Art. Die Zeit ist günstig, denn der Gesetzgeber muss nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes das BND-Gesetz bis Ende 2026 überarbeiten. Schon die Ampel arbeitete daran, bevor sie ausknipst wurde. In einem Anfang des Jahres bekannt gewordenen Gesetzesentwurf findet sich ein Passus zur aktiven Cyberspionage, die es der Behörde gestatten soll, auf Plattformen wie denen von Google und Meta Platforms einzudringen und heimlich Informationen abzugreifen. „Der BND würde damit von einem Nachrichtendienst, der rein Informationen sammelt und analysiert, zu einem Geheimdienst, der auch selbst Aktionen wie Sabotagen begehen dürfte“, schrieb die taz über die Reform des Nachrichtendienstes unter dem Titel „Ein bisschen James Bond“.

Ein bisschen NSA sol aber auch sein, denn der BND plant, seine für Verschlüsselung zuständige Außenstelle in Bonn-Mehlem zu einem Krypto-Cyber-Technikzentrum (KCT), einer Mini-NSA, umzubauen, in direkter Konkurrenz zum Entschlüsselungsspezialisten ZITIS. Mit KI und Quantencomputing sollen Spion & Spion ein neues Arsenal an Werkzeugen für Tricksen, Täuschen und Beschaffung von Informationen bekommen.

Die Ausleitung von Daten am Frankfurter Internetknoten DE-CIX soll verlängert, die direkte Suche in Metadaten ermöglicht werden. Im Zuge der Snowden-Enthüllungen sind Details über die Zusammenarbeit BND und NSA bekannt geworden. Die Arbeit mit eigenen Selektoren (Suchkriterien) will der BND selbst in die Hand nehmen.

Weitere Punkte der Reform: Der BND soll auch im Inland ermitteln und ausländische Diplomaten abschnorcheln, desgleichen Journalisten, die aus autoritär geführten Staaten kommen. Hier wird einfach angenommen, dass solche Journsliten von ihrem Staat gegängelt werden, also faktisch Agenten sind.

Auf der anderen Seite wird die Kontrolle über den BND geschwächt; statt der parlamentarischen G10-Kommission soll nun der 2022 gegründete Nationale Kontrollrat zuständig sein, ein Gremium, das mit früheren Richter*innen besetzt ist. Die Argumentation des für den BND zuständigen Kanzleramtes, dass durch dieses Gremium die Kontrolle gestärkt wird, ist skurril. Denn in die G10-Kommission wurden von den Parteien Fachleute geschickt, die sich mit der Materie befasst haben. Für die vom Kanzleramt berufenen Juristen gilt das nicht unbedingt: Der BND schottet sich ab.

Das zeigt auch die Niederlage, die die Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit unlängst kassiert hat. Auch das Scheitern eines Auskunftsersuchens eines Journalisten über die negative Einschätzung des BND zum Ukrainekrieg deutet in diese Richtung.

Bekanntlich wird der BND seit kurzem vom Diplomaten Martin Jäger geführt, zuvor Botschafter in der Ukraine, davor in Kabul und Bagdad, und ehemals Pressesprecher von Außenminister Joschka Fischer. Auf der Münchener Sicherheitskonferenz gab er sich kämpferisch, und betonte, die Sabotageaktionen der Gegenseite müssten dazu führen, dass Aktionen gestartet werden, die der Gegenseite ebenso „den Schmerz spüren“ lassen. Dem parlamentarischen Kontrollausschuss sagte er, sein Dienst werde „gezielt und konsequent höhere Risiken eingehen“. Sein Vorgänger Bruno Kahl wurde als Botschafter in den Vatikan abgeschoben.

Unter Kahls Leitung urteilten die BND-Agenten Anfang 2022, dass die russischen Truppen an der Grenze zur Ukraine zwar übten, aber keinen Angriff auf das Nachbarland starten würden. Kahl befand sich mit einer BND-Delegation sogar selbst in der Ukraine, als das Land von Russland überfallen wurde. Er musste von einem eilig zusammengestellten Fahrzeug-Konvoi in Sicherheit gebracht werden.

Mit einem ähnlich falschen Lagebild patzte der zukünftige deutsche Nachrichtendienst im Jahre 1953, als er vom Volksaufstand und dem Bau der Mauer überrascht wurde. „Wie die Dokumente belegen, verfügte die ‚Organisation Gehlen’ über ein nahezu flächendeckendes Agentennetz in der DDR, was allerdings fast ausschließlich militärische Informationen lieferte“, heißt es in dieser vom BND selbst herausgegebenen Dokumentation (PDF-Datei).

Die Entstehungsgeschichte der „Organisation Gehlen“, die sich bis in die 60er Jahre halb scherzhaft der „letzte aktive Truppenteil der deutschen Wehrmacht“ nannte, ist hier beschrieben; anlässlich der Feierlichkeiten zum 60. Geburtstag setzte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten. Dabei muss freilich entsprechend der neueren historischen Forschung (PDF-Datei) der von Gehlen vielfach erzeugte Eindruck revidiert werden, dass die Organisation allein dank seinem Organisationstalent das Licht der Welt erblickte und schließlich zur Übernahme der Truppe als Bundesnachrichtendienst führte.

Im Lichte des aktuell von der USA angezettelten Iran-Krieges muss zum BND-Geburtstag der größte Erfolg des Bundesnachrichtendienstes gewürdigt werden: Gemeinsam mit der CIA übernahm der deutsche Dienste 1970 die in der Schweiz angesiedelte Crypto AG des Schweden Boris Hagelin. Die Aktion unter dem späteren Decknamen Operation Rubikon führte dazu, dass modifizierte Chiffriergeräte ausgeliefert wurden, bei denen beide Dienste mitlesen konnten. Sie wurden dann in etwa 170 Ländern benutzt.

Die Operation flog auf, als der Iran 1992 Verdacht schöpfte und einen Mitarbeiter der Crypto AG verhaftete, der nicht in diese Art der Spionage eingeweiht war. Er musste vom BND freigekauft werden. Der Bundesnachrichtendienst stieg danach bei der Crypto AG aus, die CIA nutzte die Schwachstelle noch ein Weilchen.


(kbe)



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Top 10: Android Auto & Carplay nachrüsten – das beste Display fürs Auto im Test


Aoocci V30S im Test: Android Auto & Apple Carplay nachrüsten per Display

Mit dem Aoocci V30S rüsten Halter eines älteren Fahrzeugs Apple Carplay und Android Auto nach. Der Bildschirm bietet zudem Dashcam und Rückfahrkamera. Mehr zeigt der Test.

VORTEILE

  • großes Display
  • einfache Einrichtung und Montage
  • Dashcam und optionale Rückfahrkamera (kabelgebunden)
  • Fahrassistenzsysteme

NACHTEILE

  • Störgeräusche bei Verbindung über AUX-Kabel mit Autoradio
  • Verstellung der Dashcam nur eingeschränkt
  • Ausblenden der Dashcam-Ansicht ist gut versteckt in den Menüs

Mit dem Aoocci V30S rüsten Halter eines älteren Fahrzeugs Apple Carplay und Android Auto nach. Der Bildschirm bietet zudem Dashcam und Rückfahrkamera. Mehr zeigt der Test.

Apple Carplay und Android Auto bringen als Software-Schnittstelle Funktionen des Smartphones direkt auf das Infotainment-System des Fahrzeugs. So kann man etwa Google Maps zum Navigieren nutzen oder Musik per Spotify hören. Doch was tun, wenn das Auto gar kein Infotainment-System hat oder zumindest kein Apple Carplay oder Android Auto unterstützt? Eine teils kostspielige und aufwendige Möglichkeit ist das Nachrüsten eines Moniceivers (Ratgeber). Viel einfacher ist es aber, ein Auto-Display zu nutzen. Dieses befestigt man wie ein Navi auf dem Armaturenbrett und verbindet es mit dem Autoradio.

Zu dieser Kategorie zählt das Aoocci V30S. Mit dem Coupon-Code: TechStage20 kostet das Display beim Hersteller nur 149 Euro. Dabei handelt es sich um ein großes 10-Zoll-Display. Zudem ist eine Dashcam integriert und eine kabelgebundene Rückfahrkamera beigepackt. Wie sich das Auto-Display schlägt, zeigt dieser Test.

Display & Lieferumfang

Das Aoocci V30S erinnert entfernt an eine Mischung aus Navigationsgerät und Tablet im extremen Breitbildformat. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, wirkt nicht sonderlich hochwertig und ist eher einfach verarbeitet. Der Touchscreen hat eine Diagonale von 10,26 Zoll im Format von 21:9. Damit wirkt der Car-Monitor recht wuchtig und nimmt insbesondere bei einem Kleinwagen viel Platz auf den Armaturen ein. Dafür kann der Monitor Karten aus Google Maps und die Wiedergabe aus Spotify parallel so anzeigen, dass man beides gut erkennen kann.

Die Anzeige erscheint scharf genug, ohne dass einzelne Pixel mit dem Auge erkennbar sind. Eine automatische Helligkeitsanpassung ist zudem möglich. Bei starkem Sonnenlicht spiegelt die Anzeige recht stark, das Ablesen ist dann nicht immer einfach.

Zur Befestigung dient entweder eine Halterung mit Saugnapf oder eine Variante zum Ankleben auf dem Armaturenbrett. Praktischer ist in unseren Augen der Haltearm mit Saugnapf, da man diesen einfach wieder entfernen kann. Beim Einrasten sollte man darauf achten, dass die Anzeige auf allen vier Stöpseln einrastet, um sich nicht während der Fahrt zu lösen. Zwar wackelte das Display während der Fahrt etwas, es hielt aber zuverlässig im Test. Die Variante zum Aufkleben sollte allerdings fester halten, stört dann aber unter Umständen das Sichtfeld.

Die Stromversorgung erfolgt über ein Netzteil mit einem USB-C-Stecker einerseits und einem Anschluss für den 12-Volt-Steckplatz im Auto andererseits. Zusätzlich kommt ein Kabel mit zwei Klinkenanschlüssen (3,5 mm) dazu, wenn man das Display mit dem Autoradio per AUX verbinden möchte. Ferner gibt es noch ein GPS-Modul zum Ankleben auf dem Armaturenbrett, das man per Kabel mit dem 12-Volt-Netzteil verbindet. Nutzt man das Gerät in Verbindung mit Apple Carplay oder Android Auto, erfolgt die Navigation über das Smartphone. Allerdings ist das GPS-Modul hilfreich für einige der Fahrassistenzsysteme der Dashcam, auf die wir später eingehen.

Eine kabelgebundene Rückfahrkamera gehört ebenfalls zum Lieferumfang. Diese haben wir jedoch nicht getestet, da die Montage aufwendig und mit Bohrlöchern in der Karosserie verbunden wäre. Ein Hardwire-Kabel für eine permanente Stromverbindung mit der Autobatterie ist ebenfalls vorhanden. Diese wird benötigt, wenn man die Parkraumüberwachung der Dashcam nutzen möchte.

Einrichtung

Nach der Montage startet man die Zündung des Fahrzeugs, der Bildschirm bootet recht flott hoch. Neben Android Auto und Apple Carplay unterstützt das Aoocci V30S auch Miracast sowie Apple Airplay. Die Kopplung mit dem Android-Smartphone für Android Auto sowie iPhone für Apple Carplay erfolgt per Bluetooth. Das klappt auf Anhieb und verlässlich.

Sobald die Verbindung hergestellt wurde, was beim ersten Mal rund eine Minute dauern kann, erscheinen auf dem Homescreen die Logos für Android Auto und Apple Carplay. Wählt man das passende Logo aus, spiegelt der Bildschirm vom Smartphone wichtige Anwendungen, blendet Anrufe ein oder zeigt Benachrichtigungen an, die auf Wunsch vorgelesen werden. Für Google Maps und Spotify ist es ratsam, diese vorher am Smartphone gestartet zu haben.

Etwas nervig: Standardmäßig zeigt der Bildschirm auf rund einem Drittel der Fläche das Bild der Dashcam – auch im Modus für Android Auto oder Apple Carplay. Hat man etwa Spotify und Google Maps offen, ist nur wenig Platz für die beiden Anwendungen vorhanden. Es ist möglich, das Dashcam-Bild auszublenden, allerdings ist diese Funktion gut versteckt. Hierzu muss man in die Grundeinstellungen des Aoocci V30S wechseln, indem man auf das Kamerasymbol und dann das Zahnrad drückt. Unter dem Menü für Videoeinstellungen kann man nun den Splitscreen für die Dashcam deaktivieren. Das Gerät muss hierzu neu booten.

Verbindung mit Autoradio

Für die Verbindung zwischen Display und Autoradio gibt es drei Möglichkeiten: per Kabel über den AUX-Eingang, per Funkwelle über einen FM-Transmitter oder indirekt über eine Bluetooth-Verbindung des Smartphones mit dem Autoradio. Dann dient der Bildschirm nur zum Steuern und Anzeigen von Playlists, die Tonübermittlung erfolgt zwischen Handy und Radio.

Wer ein Autoradio ohne Bluetooth oder AUX-Eingang hat, greift zum FM-Transmitter. Hier wählt man eine Frequenz aus dem FM-Band aus. Auf dieser sendet der Bildschirm das Audiosignal auf kurze Distanz per Funk. Im Autoradio muss man diese Frequenz suchen. Diese Form der Verbindung ist aber anfällig für Rauschen und Störungen.

Wir haben uns für die Kabelvariante entschieden, da die Bluetooth-Verbindung zwischen Smartphone und Autoradio bei unserem Opel Adam immer sehr lange aufbaut. Allerdings muss man hier anmerken, dass Titel nicht per Lenkradfernsteuerung gewechselt werden können. Das klappt nur mit Bluetooth-Verbindung.

Die Ernüchterung bei der Kabelverbindung war zunächst aber aus anderen Gründen groß: Ein sehr nerviges Geräusch bestehend aus Rauschen und Knistern, das eher an Verdauungsstörungen erinnert, war zu vernehmen. Ein ähnliches Problem hatten wir auch beim Carpuride W903 (Testbericht). Die Lösung ist sehr einfach: Man muss einen Adapter mit zwei Klinkeneingängen zwischen das Kabel und den AUX-Eingang stecken. Bei Aliexpress bekommt man so etwas für 1 Euro. Ähnliche Entstörfilter bei Amazon gibt es ab 8 Euro. Schade, dass der Hersteller selbst keines beilegt.

Dashcam

Auf der Rückseite des Displays befindet sich eine Dashcam. Diese kann man für die bessere Sicht über die Armaturen hinweg herausziehen und leicht zu allen Seiten neigen. Der Bewegungsradius der Linse ist aber recht eingeschränkt. Wer also den Bildschirm stark zum Fahrer ausrichtet, filmt nicht unbedingt geradeaus nach vorn. Besser gelöst hat das etwa das Carpuride W903 (Testbericht), wo man die Kameralinse stark nach links oder rechts drehen kann. Die für die Aufnahmen nötige microSD-Karte fehlt leider und muss zusätzlich gekauft werden. Diese sollte mindestens über eine U3-Klassifizierung verfügen. Es gibt auch eine App, um eine lokale WLAN-Verbindung herzustellen und die Videos auf dem Smartphone anzusehen.

Die maximale Auflösung der Videos ist mit 4K sehr hoch. In den Einstellungen legt man die Länge der einzelnen Videoclips fest, wir raten zur kürzesten Möglichkeit mit einer Länge von 60 Sekunden. Eine echte Loop-Funktion, bei der fortlaufend nur einige wenige Clips überschrieben werden, gibt es nicht. Die Dashcam erstellt immer neue Clips mit gewählter Länge und löscht erst dann Aufnahmen, wenn die microSD-Karte voll ist. Eine Ausnahme sind brenzlige Situationen, bei denen man stark bremst. In diesem Fall erkennt der verbaute G-Sensor die Verzögerung und speichert dann den Videoclip in einem geschützten Bereich ab.

Nach wie vor ist der Einsatz einer Dashcam in Deutschland nicht eindeutig geklärt. Die Nutzung an sich ist nicht untersagt, solange Aufnahmen nur anlassbezogen aufgezeichnet werden. Bei einem großen Speicher fährt man entsprechend viele Aufnahmen spazieren, die das Persönlichkeitsrecht anderer Verkehrsteilnehmer verletzen könnten. Mehr zu dem Thema erklären wir in der Top 10: Die beste Dashcam fürs Auto im Test – Testsieger von Garmin & Nextbase

Eine Parkraumüberwachung ist ebenfalls möglich. Der G-Sensor des Geräts filmt dann automatisch, sobald er größere Erschütterungen am Fahrzeug feststellt. Die Aufnahmen landen dann ebenfalls im geschützten Bereich. Dafür ist eine permanente Stromversorgung über das mitgelieferte Hardwire-Kabel nötig. Allerdings raten wir eher nicht dazu, zumal Aufnahmen von öffentlichen Parkplätzen datenschutzrechtliche Probleme nach sich ziehen können.

Ziemlich interessant sind einige Fahrassistenzsysteme der Dashcam. Zum einen zeigt diese auf Wunsch Hilfslinien an sowie die Entfernung zu anderen Fahrzeugen. Zusätzlich kommen ADAS-Warnsysteme (Advanced Driver Assistance System) hinzu. Diese warnen den Fahrer per Sprachansage, wenn ein vorausfahrendes Fahrzeug losfährt, vor möglichen Kollisionen und beim Verlassen der Fahrspur. In der Praxis nervt die Stimme allerdings, es erschließt uns auch nicht immer die Relevanz. Für das ADAS sollte man das GPS-Modul einstöpseln und auf den Armaturen festkleben, wo das Gerät Sichtkontakt zum Himmel hat.

Rückfahrkamera

Aufgrund des großen Aufwands haben wir darauf verzichtet, die Rückfahrkamera zu testen. Für die Montage müssten Löcher in den Stoßfänger und die Karosserie gebohrt werden, um dort die Kamera zu befestigen. Zudem muss man ein langes Kabel vom Display durch den Innenraum bis zum Kofferraum verlegen. Die Kamera schraubt man dabei an die Heckstoßstange an und verbindet diese zur Stromversorgung mit den Rücklichtern. Das ist sehr aufwendig und sollte im Zweifelsfall eher von einer Kfz-Werkstatt gemacht werden. Ein Vorteil dieser umständlich zu montierenden Lösung. Sobald der Rückwärtsgang eingelegt wird, springt die Kamera an.

Preis

Regulär kostet das Aoocci V30S rund 179 Euro. Mit dem Code TechStage20 sinkt der Preis um 20 Prozent auf 128 Euro. Etwas preiswerter ist die Variante V30, allerdings kann man hier die Dashcam nicht verstellen, es gibt zudem weniger Fahrassistenzsysteme.

Fazit

Das Aoocci V30S ist ein preiswertes Display, mit dem man schnell und einfach Apple Carplay oder Android Auto auch in einem älteren Fahrzeug nachrüsten kann. Die Verarbeitung wirkt etwas einfach, erfüllt aber ihren Zweck. Die Kopplung mit dem Smartphone per Bluetooth für Apple Carplay sowie Android Auto funktioniert reibungslos. Damit rüstet man selbst ältere Fahrzeuge mit der Schnittstelle nach, um im Auto Dienste wie Google Maps oder Spotify zu nutzen.

Die Verbindung mit dem Autoradio ist per FM-Transmitter oder Kabel möglich, alternativ verbindet man das Smartphone für die Audiowiedergabe per Bluetooth mit dem Radio – sofern möglich. Ärgerlich waren Störgeräusche bei der Verbindung per Kabel. Diese kann man aber mit einem günstigen Adapter beheben, den man leider selbst kaufen muss.

Die Dashcam bietet wiederum eine hohe Auflösung und einige praktische Assistenzsysteme. Sogar eine Rückfahrkamera ist im Lieferumfang enthalten, deren Montage jedoch sehr aufwendig ist. Alles in allem ist das V30S von Aoocci eine empfehlenswerte Lösung mit kleinen Macken, wenn man Android Auto oder Apple Carplay nachrüsten will, auch wenn man unserer Ansicht nach auf Dashcam und Rückfahrkamera verzichten könnte.



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Google wehrt sich gegen Monopol-Urteil


Google will die Daten und Ergebnisse seiner Suchmaschine nicht mit Wettbewerbern im Suchmaschinenmarkt teilen – unter anderem dazu hatte ein US-Bundesgericht das Unternehmen voriges Jahr in einem Kartellrechtsverfahren verurteilt. Jetzt legt der Suchmaschinen-Gigant gegen diese Entscheidung Berufung ein.

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Im September 2025 stellte US-Richter Amit P. Mehta fest, dass Googles Suchmaschinen-Geschäfte illegal sind. Google musste seine Zahlungen an Browser-Anbieter und Hardware-Hersteller einstellen. Zuvor zahlte der Internetgigant Milliardenbeträge an Browser-Anbieter und Hardware-hersteller, damit diese die Google Suche im Browser, beziehungsweise den Chrome Browser auf Endgeräten standardmäßig voreinstellen. Allein Apple erhielt jährlich rund 20 Milliarden US-Dollar. Zudem muss Google seitdem Suchdaten und Suchergebnisse mit „qualifizierten Wettbewerbern“ teilen.

Google argumentiert jetzt in seinem Berufungsschriftsatz (Download unter diesem Absatz), dass der US-Richter Amit Mehta in seinem Urteil aus dem Jahr 2024 Rechtsfehler gemacht habe. Das Unternehmen argumentierte, dass seine Deals mit Geräteherstellern und Browserentwicklern diese nicht daran gehindert hätten, konkurrierende Suchdienste wie Microsofts Bing zu bewerben.

Zudem sei die Entscheidung, überhaupt eine exklusive, voreingestellte Suchmaschine anzubieten, von Apple und Mozilla selbst ausgegangen, nicht von Google. Mozilla ist mittlerweile stark abhängig von Googles jährlichen Zahlungen. Von rund 680 Millionen Dollar Jahresumsatz im Jahr 2024 kamen laut Geschäftsbericht 498 Millionen Dollar von Google – damit die Suchmaschine in Firefox voreingestellt ist. Mozillas Finanzchef warnte bereits: Ohne Googles Geld droht die Pleite.

Google plädiert zudem darauf, das Unternehmen habe sich mit seiner Suchmaschine auf dem Markt fair durchgesetzt, indem es „durch harte Arbeit, mutige Innovationen und kluge Geschäftsentscheidungen eine überlegene Suchmaschine entwickelt“ habe. Dass Suchmaschinendaten nun mit der Konkurrenz geteilt werden müssten, würde eine seltsame Form von Ersatzwettbewerb schaffen, der unter realen Bedingungen nie entstanden wäre. Hier nennt Google explizit KI-Hersteller OpenAI als Beispiel, der für sein LLM ChatGPT ebenfalls Zugriff auf die Daten hätte. ChatGPT habe jedoch während des relevanten Zeitraums noch gar nicht existiert – US-Justizministerium und Bundestaaten klagten bereits Ende 2020. Zudem sei der Erfolg von ChatGPT so bahnbrechend, dass es keinen Grund gebe, die Daten mit OpenAI zu teilen, argumentiert Google. Beobachter rechnen im Juli mit einer juristischen Reaktion des US-Justizministeriums auf Googles Berufung.

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(nen)



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Aus dem Weg! E-Scooter Navee UT5 Max mit Kuhfänger und brachialer Power im Test


Der Navee UT5 Max protzt mit 2400 W Spitzenleistung, 12-Zoll-Reifen und hydraulischer Vollfederung bei 34 kg. Außerdem hat der E-Scooter einen Rammschutz.

Mit dem UT5 Max greift Navee nun ganz oben an. Der E-Scooter tritt gegen Schwergewichte wie den Segway Ninebot Max G3 D (Testbericht) und den Vmax VX2 Hub (Testbericht) an. Während der G3 D 2000 W Spitzenleistung bietet, legt Navee mit 2400 W noch eine Schippe drauf. Die 12-Zoll-Reifen sind in dieser Klasse ohnehin selten.

Aktuell kostet der UT5 Max ab 949 Euro bei Expert. Damit positioniert sich der E-Scooter im Premium-Segment. Weitere Vergleichsmodelle finden sich in unserer Top 10: Die besten E-Scooter im Test. Ob das massive Gefährt seinen Preis rechtfertigt, klärt unser Praxistest.

Aufbau, Optik & Verarbeitung

Der Aufbau gelingt schnell. Vier Schrauben fixieren den Lenker, das Werkzeug liegt bei – fertig. Allerdings erschwert das hohe Gewicht das Auspacken aus dem Karton. Ein Helfer ist hier Gold wert. Vor der ersten Fahrt zwingt der Navee UT5 Max den Käufer zur Registrierung über die App. Ohne diese piept das Gerät nur und verweigert die Mitarbeit.

Optisch zeigt sich der E-Scooter auffällig und aggressiv. Die kantige Linienführung wirkt erwachsen. Besonders martialisch fällt der Kuhfänger an der Front auf – wer sich an dem Rammschutz das Schienbein stößt, dürfte das so schnell nicht vergessen. Die großen 12-Zoll-Reifen unterstreichen den massiven Auftritt.

Die Verarbeitung überzeugt weitgehend. Der Stahlrahmen vermittelt Stabilität und scheint einiges auszuhalten. Mit einem zulässigen Fahrergewicht von beeindruckenden 150 kg gehört der UT5 Max zu den robustesten E-Scootern auf dem Markt. Zum Vergleich: Selbst der Segway Ninebot Max G3 D begnügt sich mit 130 kg.

Das Trittbrett misst üppige 22 cm in der Breite und fällt auch in der Länge großzügig aus. An der Lenkstange wartet ein Haken auf Einkaufstüten. Ein kleines, aber im Alltag nützliches Detail.

Der größte Kritikpunkt ist das Eigengewicht. Mit 34 kg gehört der UT5 Max zu den schwersten E-Scootern überhaupt. Selbst der ohnehin kräftige Egret Ey! 1 (Testbericht) wirkt mit knapp 30 kg dagegen schlank. Wer den E-Scooter regelmäßig tragen muss, bekommt hier ein Problem.

Klappmechanismus

Der Klappmechanismus funktioniert tadellos. Sicherungshebel lösen, Lenkstange nach hinten klappen und am Haken des hinteren Trittbretts einrasten – das war’s. Die Bedienung gelingt einhändig. Die Verriegelung hält fest, sodass sich der Scooter anschließend an der Lenkstange anheben lässt.

Aufgeklappt misst der UT5 Max stattliche 125 × 62 × 136 cm, zusammengeklappt schrumpft die Höhe immerhin auf 64,5 cm. Wegen des hohen Gewichts und der sperrigen Bauweise bleibt der Transport in der Bahn oder über Treppen dennoch ein Krampf. Für mobile Pendler ist dieser E-Scooter daher die falsche Wahl.

Lenker & Display

Der hohe Lenker eignet sich besonders gut für große Fahrer. Kleinere Personen könnten den UT5 Max insgesamt als zu wuchtig empfinden. Die Bedienelemente sitzen logisch angeordnet und sind gut erreichbar.

Navee UT5 Max

Mittig sitzt das 5-Zoll-LED-Display. Es zeigt alle wichtigen Informationen großflächig an: Geschwindigkeit, Akkustand, Fahrmodus und Bluetooth-Status. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt es gut ablesbar.

Beim Thema Sicherheit punktet der E-Scooter mit Blinkern vorn und hinten. Die zusätzlichen Heckblinker erhöhen die Sichtbarkeit gegenüber reinen Lenkerblinkern deutlich. Hier sind viele Konkurrenten – darunter auch der Segway Ninebot Max G3 D – schlechter aufgestellt. Aktiviert werden die Blinker über die Lenker-Bedienelemente. Eine automatische Abschaltung nach dem Abbiegen fehlt. Das akustische Blinkergeräusch lässt sich bei Bedarf über die App deaktivieren.

Der 6-W-Frontscheinwerfer leuchtet hell und ist vertikal verstellbar. So passt der Abstrahlwinkel zur Fahrsituation, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Ein Helligkeitssensor schaltet das Licht bei Dämmerung automatisch ein. Diese Funktion muss allerdings zunächst in der App aktiviert werden – eine unnötige Hürde. Das Rücklicht leuchtet beim Bremsen zusätzlich auf und warnt nachfolgende Verkehrsteilnehmer.

App

Ohne App geht nichts. Die Registrierung ist zwingend, was nicht jedem schmecken dürfte. Anschließend bietet die Anwendung ein umfangreiches Funktionspaket. Nutzer können Fahrstatistiken einsehen und die Stärke der Rekuperation anpassen. Die Startgeschwindigkeit lässt sich zwischen 3, 4 und 5 km/h wählen.

Eine praktische Funktion ist das geplante Laden. Damit füllt sich der Akku zu günstigen Stromzeiten – mehr Tipps für günstigen Strom liefert unser Stromtarifrechner. Ein Batteriesparmodus verlängert die Akkulaufzeit. Sicherheitsbewusste Nutzer aktivieren einen PIN-Code, der direkt am Scooter eingegeben werden muss. Alternativ funktioniert die Entsperrung per Bluetooth, sobald sich das Smartphone in Reichweite befindet.

Bei Bedarf lässt sich auch die Traktionskontrolle deaktivieren. Apple-Nutzer profitieren von der Integration ins „Wo ist?“-Netzwerk. So ortet man den E-Scooter bei Verlust oder Diebstahl. Die App spielt Firmware-Updates per OTA automatisch ein.

Fahren

Der Fahrkomfort des UT5 Max ist hoch. Die großen 12-Zoll-Reifen und das hohe Gewicht sorgen für bemerkenswerte Laufruhe. Auch die Spurstabilität überzeugt. Kopfsteinpflaster und schlechte Wege verlieren ihren Schrecken. Selbst bei höherem Fahrergewicht bleibt der E-Scooter satt auf der Straße.

Die doppelte hydraulische Federung an Vorder- und Hinterrad hebt den Komfort deutlich über klassische Straßen-Scooter. Sie filtert kleine Unebenheiten zuverlässig. Große Schlaglöcher bleiben aber spürbar. Der Fokus liegt auf Komfort statt sportlicher Härte.

Navee UT5 Max

Beim Handling zeigt sich der Nachteil des massiven Aufbaus. Der UT5 Max ist weniger wendig als kompakte City-Scooter. Wer enge Kurven navigieren muss, stößt schnell an die Grenzen des Lenkeinschlags. Noch problematischer wird es beim Schieben mit ausgeschaltetem Motor – hier wirkt der E-Scooter regelrecht störrisch.

Ergonomisch passt der Scooter gut zu größeren Fahrern. Das große Trittbrett bietet auch für ausladende Füße sicheren Stand. Der hohe Lenker entlastet den Rücken auf langen Strecken. Längere Fahrten sind dank der komfortorientierten Abstimmung angenehmer als auf kleinen 10-Zoll-Scootern. Kleine, leichte Fahrer könnten sich vom wuchtigen Auftritt dagegen erschlagen fühlen.

Motor

Der Heckmotor liefert eine Dauerleistung von 500 W und eine beeindruckende Spitzenleistung von 2400 W. Damit übertrifft er den Segway Ninebot Max G3 D mit dessen 2000 W. Steigungen bis 39 Prozent soll der Motor laut Hersteller meistern. Bei schweren Fahrern oder niedrigem Akkustand sollte man realistisch mit weniger rechnen.

Die Beschleunigung ist im Vergleich zu klassischen 500-W-Scootern brachial. Wer den Gashebel beherzt drückt, sollte sich nach vorn lehnen. Sonst droht ein unfreiwilliger Wheelie. Im Stadtverkehr sorgt der starke Motor für souveränes Mitschwimmen und schnelles Anfahren an Ampeln.

Navee UT5 Max

Die deutsche Version ist auf 20 km/h begrenzt. Per GPS nachgemessen fährt der UT5 Max etwas schneller – alles im Rahmen der erlaubten 10-Prozent-Toleranz. Vier Fahrmodi stehen zur Wahl: Gehmodus, D (Drive), S (Sport) und Boost. Letzterer entfesselt die volle Power.

Bremsen

Das Bremssystem kombiniert Scheibenbremsen vorn und hinten mit elektronischem E-ABS. Die Bremskraft greift kräftig und lässt sich gut dosieren. Allerdings verlängert das hohe Fahrzeuggewicht physikalisch den Bremsweg. Wer mit 34 kg plus Fahrer unterwegs ist, benötigt naturgemäß länger bis zum Stehen als auf einem leichten Pendler-Scooter. In Notsituationen stoppt der E-Scooter trotzdem zuverlässig.

Akku

Der UT5 Max setzt auf ein 46,8-Volt-System mit 716 Wh Kapazität. Die 18650-Zellen sind im 13s6p-Aufbau verbaut. Ein Wechsel ohne Werkzeug ist nicht möglich, der Akku ist fest eingebaut.

Navee verspricht bis zu 100 km Reichweite. Dieser Wert stammt jedoch aus dem Labor: leichter Fahrer, ebene Strecke, konstant niedrige Geschwindigkeit von etwa 15 km/h, optimale Temperatur. Im Alltag mit zügiger Fahrweise und 90 kg Zuladung sind realistisch 40 bis 60 km drin. Immer noch ein ordentlicher Wert.

Die Standardladezeit liegt bei rund 7 Stunden. Wer es eilig hat, greift zum optionalen 10-A-Schnellladegerät. Damit ist der Akku in etwa 2 Stunden voll.

Preis

Der Navee UT5 Max kostet aktuell ab 949 Euro bei Expert. Damit positioniert er sich in etwa auf Augenhöhe mit dem Segway Ninebot Max G3 D. Angesichts der Ausstattung mit 2400-W-Motor, hydraulischer Vollfederung, 12-Zoll-Reifen und 150 kg Zuladung geht der Preis in Ordnung.

Fazit

Der Navee UT5 Max ist ein Kraftpaket für alle, die einen E-Scooter ohne Kompromisse suchen. Der 2400-W-Motor liefert brachiale Beschleunigung. Hydraulische Vollfederung und 12-Zoll-Reifen sorgen für überdurchschnittlichen Fahrkomfort. Die Belastbarkeit von 150 kg macht ihn auch für schwere Fahrer interessant. Praktisch sind außerdem die Blinker vorn und hinten sowie die optionale Schnellladung in nur zwei Stunden.

Das hohe Eigengewicht von 34 kg bleibt der größte Kritikpunkt. Wer den Scooter regelmäßig tragen oder über Treppen wuchten muss, sollte zu einem leichteren Modell greifen. Auch die eingeschränkte Wendigkeit und der Registrierungszwang trüben das Bild leicht.

Für 949 Euro bekommt man dennoch einen der leistungsstärksten E-Scooter auf dem deutschen Markt. Wer Komfort, Stabilität und Power über alles stellt, findet im UT5 Max einen treuen Begleiter.



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