Künstliche Intelligenz
Mittwoch: Starlink-Verteuerung für Drohnen, Spotify liest aus Zeitschriften vor
25.000 US-Dollar für einige Minuten Starlink-Anbindung kassiert SpaceX neuerdings vom US-Militär. Es hat keine Alternative für die Steuerung von Drohnen im Kampfgebiet. Doch die Versorgung der iranischen Bevölkerung mit Mobilfunk per Starlink war der US-Regierung zu teuer. Nicht teurer wird Spotify, obwohl der Streamingdienst neben Büchern nun auch Zeitschriftenartikel vorliest. Über 650 englischsprachige Beiträge bekannter Magazine gehören jetzt zur Hörbuch-Bibliothek. Damit sollen Nutzer an das Hören längerer Texte gewöhnt werden, um sie langfristig für Hörbücher zu gewinnen. Derweil sperren immer mehr Nachrichtenseiten die Wayback Machine aus – nicht nur in den USA. Denn sie befürchten, dass der bekannte Archivdienst fürs KI-Training benutzt wird. Eine Studie zeigt, dass die Zahl der Blockierer zuletzt rasant gewachsen ist – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Kamikazedrohnen des US-Militärs fliegen für ein paar Minuten oder höchstens Stunden, bevor sie mit einer tödlichen Explosion in ihr Ziel auf dem Boden krachen. Für die zur Steuerung notwendige Starlink-Anbindung hat das US-Militär bislang 5000 US-Dollar bezahlt, pro Flugdrohne. Während des Angriffs auf den Iran konnte Starlink-Betreiber SpaceX seine Marktmacht ausspielen und den Preis auf fast 25.000 US-Dollar verfünffachen, wie jetzt unter Berufung auf Dokumente des US-Verteidigungsministeriums und zwei namentlich nicht genannte Eingeweihte berichtet wird. Der Preis von knapp 25.000 Dollar ist demnach der monatliche Tarif für Starlink-Terminals in Flugzeugen. SpaceX setzt ihn jetzt auch für Kamikazedrohnen durch: Neuer Starlink-Tarif von 25.000 Dollar für US-Kamikazedrohnen.
Keine Preiserhöhung gibt es bei Spotify, obwohl der Streamingdienst sein Angebot erweitert hat. Denn Spotify hat etliche Zeitschriftenartikel in die eigene Hörbuch-Bibliothek aufgenommen. Nutzer können sich jetzt aus bekannten Magazinen wie Rolling Stone, The Atlantic, Vogue, Variety, Billboard, GQ, Wired und Vanity Fair vorlesen lassen. Zu Beginn stehen mehr als 650 englischsprachige Artikel zur Auswahl. Das ist allerdings nicht weltweit verfügbar, sondern auf Regionen beschränkt, in denen auch Hörbücher angeboten werden. Das Vorlesen der Zeitschriftenartikel ist im Premium-Abo enthalten. Gratis-Nutzer können einzelne Beiträge zudem für 1,99 US-Dollar erwerben. Es gibt sowohl menschliche als auch digitale Vorleser: Spotify erweitert Hörangebot um das Vorlesen längerer Artikel aus Zeitschriften.
Im Kampf gegen die nicht genehmigte Nutzung von Inhalten für das Training von KI-Modellen gerät das Internet Archive immer mehr zwischen die Fronten, und die Wayback Machine droht zum Kollateralschaden zu werden. Das legt eine Analyse des Nieman Journalism Lab an der Harvard University nahe, laut der immer mehr Nachrichtenseiten Crawler der Archivseite aussperren. Demnach schränken inzwischen mehr als 340 lokale Nachrichtenseiten „den Zugriff des Internet Archive auf ihre Artikel sowie deren Archivierung“ ein, aber auch überregionale und internationale Medien wie die New York Times beteiligen sich demnach. Europäische Medien finden sich ebenfalls auf der Liste, derzeit aber noch keine aus Deutschland: Im Kampf dem KI-Training sperren immer mehr Nachrichtenseiten Wayback Machine aus.
Lange hat BMW die Einführung von Elektroautos auf Basis der Neuen Klasse medial vorbereitet. Die ungenierte Nutzung eines so bedeutsamen Begriffs aus der eigenen Firmen-Historie sollte verdeutlichen, wie groß der Schritt ist, den BMW hier vollzieht. Die Marke wollte ein Statement setzen, und liefert das durchaus auch. Im Test zeigte der BMW iX3 zahlreiche Stärken und nur wenige Schwächen, was für die Bayern an zwei Stellen zu einem Problem wird, etwa bei der Differenzierung der angebotenen Modelle iX3 40 und 50, wobei das Basismodell schon einen Einstiegspreis von 63.400 Euro trägt. Letztendlich zeigt sich, dass der iX3 zwar ein kostspieliges Elektroauto ist, aber auch eines der besten, die es momentan zu kaufen gibt: E-SUV BMW iX3 im Test – mehr Reichweite als ich.
In gänzlich anderen Preissphären bewegt sich Ferraris erstes batterieelektrisches Modell. Das Elektroauto namens „Luce“ ist für Ferrari nicht einfach ein weiteres Angebot, es ist natürlich auch ein Wagnis angesichts der Tifosi, die sich schon immer und ganz mehrheitlich über die vielzylindrigen Verbrenner begeisterten – mehr als viele Anwohner selbstredend. Doch statt einfach einen elektrischen Ferrari Purosangue zu kreieren, würde dem Selbstverständnis der Marke aus Maranello widersprechen. Der Ferrari Luce ist ein geräumiger, 772 kW leistender GT-Crossover, bei dessen Design Ferrari Unterstützung von Apple-Designern gesucht hat. Das wird vor allem im aufgeräumten und schlichten Interieur mit abgerundeten Kanten sichtbar: Luxus-Elektroauto Ferrari Luce für über 500.000 Euro.

Ferrari
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(fds)
Künstliche Intelligenz
Fidji Simo verlässt Vollzeitposten bei OpenAI
Auf den ersten Blick ist es „nur“ eine Personalie: Fidji Simo, bei OpenAI als CEO of Applications für das Anwendungs- und Produktgeschäft zuständig und laut Branchenberichten die Nummer zwei hinter Sam Altman, hat ihren Vollzeitposten verlassen. Wegen einer chronischen Erkrankung will sie künftig nur noch als Teilzeitberaterin für das Unternehmen tätig sein, teilte sie mit. Doch das lange Statement der 40-Jährigen hat bereits eine Debatte entfacht: Über den Druck in Spitzenpositionen der Tech-Industrie, nie krank sein zu dürfen.
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Fidji Simo
(Bild: Fidji Simo)
Simos Mitteilung auf X folgte auf eine dreimonatige Auszeit der Managerin. Ihr sei klar geworden, dass der Weg zur Genesung länger dauere und komplexer sei als angenommen, schreibt sie. Doch wer weiter liest, gewinnt den Eindruck, dass ihr und vor allem ihrem Umfeld das schon länger klar war. Seit sieben Jahren leide sie bereits unter der Autoimmunerkrankung. Über Meta-Chef Mark Zuckerberg schreibt sie, dass er ihr schon vor Jahren geraten habe, langfristig zu denken. Sein Angebot einer längeren krankheitsbedingten Auszeit habe sie, als sie bei Facebook die Entwicklung der App verantwortete, ausgeschlagen.
Ein mutiger Schritt? Simo widerspricht
Die französisch-amerikanische Geschäftsfrau hat eine Bilderbuchkarriere in Kalifornien hingelegt. Von 2007 bis 2011 arbeitete sie im Strategieteam von eBay, bevor sie zu Facebook wechselte, wo sie als Vizepräsidentin die Geschicke der Facebook-App lenkte. 2021 wurde sie CEO des US-amerikanischen Internet-Lieferdienstes Instacart und brachte das Unternehmen an die Börse. Mitte 2025 folgte dann der Wechsel zur OpenAI, wo sie das operative Geschäft übernahm.
„Als ich mich krankschreiben ließ, sagten mir viele Leute, ich sei mutig, weil ich meiner Gesundheit Vorrang einräumte. In Wahrheit treffe ich diese Entscheidung erst jetzt, weil ich sie zuvor schon oft versäumt habe“, schreibt Simo und versetzt die Branche damit zumindest kurz in einen Moment der Nachdenklichkeit.
OpenAI vor dem Börsengang
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OpenAI-Chef Sam Altman erklärte auf X, dass er „wirklich traurig“ über die Entscheidung sei, aber zugleich sehr dankbar und dass er Simo eine schnelle Genesung wünsche. Während ihrer dreimonatigen Abwesenheit hatte Greg Brockman ihre Aufgaben mit übernommen, künftig sollen sie auf mehrere Schultern verteilt werden. OpenAI befindet sich gerade in Vorbereitungen für einen Börsengang. Simo galt als Hoffnungsträgerin, die Profitabilität des Unternehmens herzustellen. Auch hoffte OpenAI sicherlich, von ihrer Expertise durch den früheren Börsengang von Instacart profitieren zu können. Es ist unklar, in welchem Umfang dies in ihrer neuen Beraterrolle möglich sein wird.
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(mki)
Künstliche Intelligenz
Meta kopiert Instagram-Stile, Sony belebt die Bridgekamera – Fotonews 28/2026
Wer geglaubt hat, KI-Bildgeneratoren hätten die Grenzen des guten Geschmacks längst abgesteckt, den belehrt Meta jetzt eines Besseren. Der Konzern hat mit „Muse Image“ einen neuen KI-Bildgenerator vorgestellt. Der erzeugt nicht bloß Bilder aus Prompts, sondern greift dafür auf öffentliche Instagram-Profile beliebiger Nutzer zu.
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(Bild: heise )
Dein Stil, Metas KI
Das Prinzip ist simpel – und genauso fragwürdig. Muse Image wertet die frei zugänglichen Fotos eines Instagram-Accounts aus und filtert daraus den individuellen visuellen Stil heraus. Danach kann jeder, der Zugriff auf das Tool hat, neue Bilder in exakt diesem Stil generieren lassen. Ein Prompt wie „Erstelle ein Bild einer Katze im Central Park im Stil von @deinlieblingsinfluencer“ genügt – und die KI spuckt ein Ergebnis aus, das wirkt, als hätte die Person es selbst fotografiert.
Meta betont, es würden nur öffentliche Profile ausgewertet und die Technologie komme „verantwortungsvoll“ zum Einsatz. Was das genau heißt, bleibt allerdings vage. Immerhin sollen generierte Bilder als solche gekennzeichnet werden. Ob diese Kennzeichnung bestehen bleibt, sobald die Bilder erst einmal durchs Netz wandern, ist durchaus fraglich.
Für professionelle Fotografen und Content Creator ist Muse Image ein zweischneidiges Schwert. Heikel wird es vor allem an einem Punkt: Anders als bei klassischen Urheberrechtsverletzungen kopiert die KI ein einzelnes Werk nicht direkt. Sie verarbeitet lediglich den visuellen Stil und macht daraus etwas Neues. Juristisch ist das eine Grauzone, in der selbst Fachanwälte bislang kaum belastbare Antworten geben können.
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Sony holt die Bridgekamera zurück
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Während Meta die KI-Bildgenerierung vorantreibt, besinnt sich Sony auf eine schon fast totgesagte Gattung: die Bridgekamera. Mit der RX10 V präsentiert der japanische Konzern die fünfte Generation seiner Superzoom-Kompakten – und das überrascht durchaus. Denn Bridgekameras galten den meisten als Auslaufmodell, zerrieben zwischen Smartphone-Fotografie auf der einen und spiegellosen Systemkameras auf der anderen Seite.
Sony geht jedoch davon aus, dass es für diese Kombination weiterhin Abnehmer gibt: ein Typ-1-Zoll-Sensor, ein fest verbautes Zoomobjektiv mit umgerechnet 24 bis 600 mm Brennweite (Kleinbildäquivalent), verpackt in ein vergleichsweise kompaktes Gehäuse. Für Reise- und Naturfotografen, die sich den Objektivwechsel sparen wollen, kann das gewiss reizvoll sein.
Als wichtigste Neuerung nennt Sony einen KI-gestützten Autofokus, der auch bei bewegten Motiven verlässlich funktionieren soll. Der Hersteller verspricht eine verbesserte Tier- und Vogelerkennung – für die Wildlife-Fotografie im Nahbereich ein echter Gewinn. Videofilmer bekommen 4K-Aufnahmen mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde und damit Zeitlupen in hoher Auflösung.
Der Preis von 2500 Euro ist ambitioniert. Dafür gibt es schon eine spiegellose Systemkamera samt Kit-Objektiv – nur eben nicht mit einem Brennweitenbereich bis 600 mm. Sony wettet darauf, dass Anwender die Vielseitigkeit des Konzepts zu schätzen wissen. Ob die Rechnung aufgeht, muss sich zeigen; die RX10-Serie hatte bislang eine treue Fangemeinde.
Dual-Display-Konzept oder Marketing-Gag?
Sony setzt bei der RX10 V auf Bewährtes, andere Hersteller probieren dagegen Neues aus – etwa Kameras mit zwei Displays, eines hinten, eines vorn. Der Gedanke dahinter: Selfies und Vlogs werden leichter, weil man sich beim Filmen oder Fotografieren selbst auf dem Bildschirm sehen kann.
Was bei Smartphones seit Jahren Standard ist, kommt bei Kameras nur schleppend an. Dabei leuchtet die Logik ein. Wer Inhalte für Social Media produziert, benötigt genau diese Funktion. Die Kamerahersteller haben das begriffen und wollen jene Nutzer zurückholen, die längst nur zum Smartphone greifen.
Ob das klappt, ist offen. Ambitionierte Vlogger arbeiten ohnehin meist mit einem externen Monitor, und für das gelegentliche Selfie reicht das Smartphone allemal. Die Zielgruppe für Dual-Display-Kameras bleibt also eine Nische: Leute, die eine bessere Bildqualität als mit dem Handy wollen, aber vor dem Aufwand einer Profi-Ausrüstung zurückschrecken.
Zwischen Tradition und Innovation
Diese Woche macht eines deutlich: Die Fotobranche ringt weiter um ihre Rolle. Smartphones holen technisch auf, und KI übernimmt immer mehr gestalterische Aufgaben. Sony setzt mit der RX10 V auf klassische Bildqualität und optische Reichweite, Dual-Display-Kameras zielen auf die Social-Media-Generation, und Meta lässt KI-Systeme Instagram-Profile stilistisch klonen.
Vielleicht sieht so die neue Realität aus: dedizierte Kameras für alle, denen Bildqualität und Kontrolle wichtig sind; Smartphones für den Alltag; KI für jene, die nicht mehr fotografieren, sondern nur noch prompten wollen. Bleibt zu hoffen, dass dabei nicht verloren geht, worum es bei der Fotografie im Kern geht: dieser Moment, in dem man selbst auf den Auslöser drückt und ein einzigartiges Bild festhält. Aber vielleicht ist das auch nur Nostalgie.
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(tho)
Künstliche Intelligenz
Apple klagt gegen OpenAI wegen Abwerbung
Apple wirft dem ChatGPT-Entwickler OpenAI und zwei ehemaligen Mitarbeitern in einer Klage Diebstahl von Firmengeheimnissen vor. Einer der beiden ist Tang Tan, ein ehemaliger ranghoher Apple-Designer, der heute Hardware-Chef von OpenAI ist. In dieser Funktion spielt er eine zentrale Rolle bei der Arbeit an einem neuartigen Gerät, das die ChatGPT-Firma auf die Nutzung mit Künstlicher Intelligenz ausrichten will.
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OpenAI verpflichtete dafür auch Jony Ive, den langjährigen Design-Primus von Apple, der unter anderem maßgeblich die Form von iPhones und MacBooks prägte. Das dürfte der ChatGPT-Firma geholfen haben, attraktiver für andere Apple-Beschäftigte zu werden. Tang Tan war der ranghöchste Überläufer. Er arbeitete mehr als 20 Jahre bei Apple und verantwortete vor seinem Wechsel das Design des iPhones und der Apple Watch.
Apple vermutet Strategie von OpenAI
Der Klage zufolge kam Apple nach Ermittlungen zu dem Schluss, dass Tan vertrauliche Informationen des iPhone-Konzerns zum Nutzen von OpenAI missbraucht habe. Unter anderem habe er Apple-Mitarbeiter aufgefordert, zu Job-Interviews für Arbeitsplätze bei OpenAI Bauteile des Konzerns mitzubringen. Apple sieht das als Teil einer „Strategie“ von OpenAI, um an vertrauliche Informationen des Unternehmens zu kommen.
Der andere verklagte Ex-Mitarbeiter von Apple soll dem Konzern zufolge über einen mitgenommenen Computer bereits als OpenAI-Beschäftigter auf vertrauliche Daten seines früheren Arbeitgebers zugegriffen haben. Von OpenAI gab es zunächst keine Reaktion auf die Vorwürfe.
OpenAI ist auch Apples KI-Partner
Apple und OpenAI sind seit mehreren Jahren Partner bei der Nutzung künstlicher Intelligenz auf iPhones und anderen Geräten des Konzerns. Apple-Kunden können allgemeine Anfragen, die die hauseigene Sprachassistentin Siri nicht beantworten kann, an ChatGPT weiterreichen lassen. Medienberichten zufolge erwog OpenAI vor einigen Monaten eine Klage gegen Apple mit dem Vorwurf des Vertragsbruchs, weil diese Partnerschaft sich schlechter entwickelt habe als von der KI-Firma erwartet.
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