Künstliche Intelligenz
Preise für DRAM und SSDs sollen massiv weitersteigen
Die angespannte weltpolitische Lage hat bislang keine Auswirkungen auf die laufende Speicherkrise. Weltmarktführer wie Samsung, SK Hynix und Micron verhandeln weiter langfristige Lieferverträge mit Abnehmern. Insbesondere US-amerikanische Cloud-Hyperscaler wie Amazon AWS, Google Cloud, Meta und Microsoft kaufen weiter massenhaft Arbeitsspeicher und SSDs. Alle Speicherkategorien sollen in den kommenden Monaten im Preis steigen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Der auf Speicher spezialisierte Marktbeobachter Trendforce erwartet, dass konventionelles DRAM im zweiten Quartal 2026 durchschnittlich 58 bis 63 Prozent teurer wird. Damit ist Arbeitsspeicher gemeint, der in Form von etwa DDR5 und LPDDR5X in Server, Desktop-PCs und Mobilgeräte gelangt. Explizit nicht darin enthalten: High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Beschleuniger. NAND-Flash für SSDs soll im selben Zeitraum 70 bis 75 Prozent teurer werden.
Diese Preissteigerungen kommen auf die bisherigen Anpassungen obendrauf. Für das jetzt endende erste Quartal 2026 rechnet der Marktbeobachter mit einem besonders steilen Anstieg: bis zu 98 Prozent bei DRAM und 90 Prozent bei NAND-Flash.
Endkunden verweilen am Ende der Nahrungskette
Endkunden und PC-Hersteller sind besonders betroffen, weil sich Speicherhersteller auf Server konzentrieren und große Anbieter den Markt verlassen. Trendforce dürfte damit unter anderem auf Micron anspielen, der seine Endkundenmarke Crucial einstellt.
Die sinkende Nachfrage nach Desktop-PCs, Notebooks und Smartphones reicht offenbar nicht ansatzweise, um die Liefersituation zu entspannen. Weil Hyperscaler weiter einkaufen, ist weiterhin mit „klaren Engpässen“ über das gesamte Jahr zu rechnen. Auch Trendforce betont, dass erst Ende 2027 oder 2028 mit signifikanten Kapazitätserweiterungen bei den Speicherherstellern zu rechnen ist, die die Krise lockern könnten.
(mma)
Künstliche Intelligenz
Finanzielle Ratschläge von ChatGPT – wenn man sein Bankkonto verknüpft
US-Nutzer können ChatGPT jetzt mit ihren Bankkonten verbinden. Das KI-Tool wertet dann Geldflüsse mit eigenen Dashboards aus und gibt finanzielle Ratschläge. OpenAI bietet das Tool zurzeit testweise für Nutzer seines Pro-Abonnements an, später soll die Funktion auch auf andere Abomodelle ausgerollt werden.
Weiterlesen nach der Anzeige
Über den Dienst Plaid und bald auch über Intuit können ab sofort Konten von über 12.000 Finanzinstituten mit ChatGPT verbunden werden. ChatGPT kann laut OpenAI dann auf Kontostände, Transaktionen, Anlagen und Verbindlichkeiten zugreifen – aber keine vollständigen Kontonummern einsehen, Überweisungen oder andere Änderungen vornehmen. Für verbundene Konten liefert ChatGPT ein Dashboard, das beispielsweise Ausgaben, Abonnements oder anstehende Zahlungen beinhaltet.
Spezielles Finanz-Gedächtnis
Mit „@Finances“ können Nutzer die neue Finanzfunktion in ihren Prompts aktivieren, Antworten darauf enthalten dann beispielsweise grafische Auswertungen und echte Ausgabenübersichten basierend auf den verbundenen Bankkonten.
Wenn ChatGPT vom Nutzer weitere Infos über die aktuelle finanzielle Situation erhält, seien es anstehende Ratenzahlungen, Sparziele oder Ähnliches, landen diese in einem speziellen Finanz-Gedächtnis des LLMs. ChatGPT kann diese Informationen dann bei zukünftigen „@Finance“-Anfragen berücksichtigen, ansonsten bleiben sie außen vor.
Unter der Haube steckt OpenAIs neues Reasoning-Modell ChatGPT 5.5 Thinking, welches bei einem eigens für die Finanzfunktion entwickelten internen Benchmark am besten abschnitt. Der Benchmark wurde laut OpenAI gemeinsam mit Finanzexperten entwickelt. Aber trotzdem gilt natürlich: Die neue Finance-Funktion von ChatGPT ist kein Ersatz für eine professionelle Finanzberatung. KI-Modelle können Fehler machen, neigen zu Halluzinationen und berücksichtigen möglicherweise wichtige Kontextinformationen nicht, welche der Nutzer nicht mitliefert.
Lesen Sie auch
(nen)
Künstliche Intelligenz
Digitale Souveränität: Wie Europa Chinas Griff nach Seltenen Erden brechen kann
Eine neue Untersuchung des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Bundestag (TAB) analysiert strukturelle Abhängigkeiten von Seltenen Erden und zeigt Auswege für eine resilientere Versorgung auf. Diese Rohstoffe stecken in fast allem, was die digitale und grüne Transformation antreibt: von leistungsstarken Permanentmagneten in Offshore-Windkraftanlagen und Elektromotoren über Festplatten bis hin zu Glasfasernetzen und hochmoderner Militärtechnik wie Kampfjets oder Lenkwaffen. Im Zuge von Digitalisierung, Dekarbonisierung und demografischem Wandel nimmt der Bedarf stark zu. Doch die geografische Verteilung der Reserven offenbart ein Dilemma, da sich rund die Hälfte der weltweiten Vorkommen in China befindet.
Weiterlesen nach der Anzeige
Noch gravierender als die reine Förderung im Bergbau wiegt laut dem Papier die asiatische Dominanz bei der technologisch anspruchsvollen Raffination und Weiterverarbeitung. Hier kontrolliert die Volksrepublik demnach rund 90 Prozent der globalen Wertschöpfung.
Wie verletzlich die westliche Industrie ist, zeigt der Blick auf Importdaten. Deutschland bezieht fast die Hälfte der frühen Verarbeitungsstufen und sogar 84 Prozent der weiterverarbeiteten Metalle der Seltenen Erden direkt aus China. Eine Bevorratung im großen Stil scheitert bisher an der chemischen Instabilität und Toxizität der verarbeiteten Zwischenprodukte. Das Reich der Mitte nutzt diese Marktmacht strategisch und hat in den vergangenen Jahren immer wieder restriktive Ausfuhrverbote für Trenn- und Verarbeitungstechnologien erlassen, um die globale Wertschöpfungskette zu kontrollieren und auf Handelskonflikte mit den USA zu reagieren.
Hürden für europäischen Rohstoffplan
Als politischer Schutzschirm soll der Critical Raw Materials Act der EU dienen. Die Verordnung gibt ehrgeizige Zielmarken bis 2030 vor: Mindestens 10 Prozent des heimischen Verbrauchs sollen aus europäischem Bergbau stammen, 40 Prozent aus eigener Raffination und mindestens 25 Prozent über das Recycling abgedeckt werden. Zudem darf kein Drittland mehr als 65 Prozent des Jahresbedarfs eines kritischen Rohstoffs liefern. Doch die Realität hinkt den Ambitionen hinterher. Von der ersten Erkundung einer Mine bis zur tatsächlichen Produktion vergehen im Bergbau üblicherweise Jahrzehnte. Außerhalb Chinas existieren derzeit auch nur sehr wenige weit fortgeschrittene Projekte.
Die TAB-Studie macht deutlich, dass ein bloßes Hoffen auf neue Minen in politisch befreundeten Ländern zu kurz greift. Vielmehr müssten verschiedene Maßnahmen verzahnt werden, um echte Rohstoffsouveränität zu erlangen. Die Autoren raten daher – ähnlich wie Berater in einer Studie für den BDI – zu einem umfangreichen Ausbau der Kreislaufwirtschaft. Das Potenzial sei groß, da in den kommenden Jahren immer mehr Elektroautos und Windräder das Ende ihres Lebenszyklus erreichten.
Um diese wertvollen Altmagnete effizient zurückzugewinnen, fordern die Experten verbesserte Sammel- und Rücknahmestrukturen sowie eine Ausweitung der Herstellerverantwortung. Digitale Produktpässe könnten exakte Informationen über die verbauten Materialien liefern und die Sortierung erleichtern. Bislang krankt das europäische Recycling aber an einem fehlenden geschlossenen System: Weil Raffinationskapazitäten fehlen, müssen sekundäre Rohstoffe für die finale Trennung oft erst wieder nach China exportiert werden.
Von der Kreislaufwirtschaft zur Hightech-Substitution
Weiterlesen nach der Anzeige
Ein zweiter Pfeiler ist den Verfassern zufolge die Substitutionsforschung. Da die stoffliche Rückgewinnung oft energie- und umweltintensiv sei, gewinne das Vermeiden kritischer Materialien an Bedeutung. Die Forschung konzentriert sich vor allem auf die Nanostrukturierung, um den Einsatz schwerer Materialien wie Dysprosium oder Terbium in Permanentmagneten zu reduzieren oder diese durch künstliche Alternativen wie Tetrataenit oder Hochtemperatursupraleiter zu ersetzen.
Um die wirtschaftlichen Durststrecken bis zur Etablierung dieser Technologien zu überbrücken, diskutiert das TAB flankierende marktgestaltende Maßnahmen. Da europäische Rezyklate aufgrund hoher Umwelt- und Lohnstandards derzeit teurer sind als chinesische Primärware, könnten staatlich garantierte Referenzpreise oder der europäische CO2-Grenzausgleich Schutz bieten. Die Forscher empfehlen auch den Aufbau strategischer Rohstoffreserven als Brückeninstrument gegen extreme Preisvolatilitäten.
Szenarien bis 2035: Kollaps oder Souveränität?
In drei Übersichten wagen die Autoren einen Ausblick auf das Jahr 2035. Im düstersten Fall einer blockierten Souveränitätswende spaltet sich die Welt demnach in isolationistische Blöcke auf, wodurch sich Chinas Dominanz festigt und Europas Unabhängigkeit scheitert. Eine fragmentierte Wende brächte zwar punktuelle Erfolge durch mühsam verhandelte Rohstoffpartnerschaften, ließe den alten Kontinent aber anfällig für Lieferkettenabrisse.
Erst das Szenario einer proaktiven Souveränitätswende verspricht Erfolg: Durch ein frühzeitiges, konsequentes Setzen auf Recycling, Substitution und eine europäische Sicherheitsreserve könnte die EU geopolitischen Erpressungen dauerhaft trotzen, da sich ein Großteil der benötigten Rohstoffe bereits im eigenen Hoheitsgebiet im Kreislauf befindet. Einzelne Maßnahmen verpuffen. Nur ein integrierter Ansatz, der Primärförderung, Recycling und Substitution zusammendenkt, kann laut dem TAB Europas technologische Zukunft sichern.
Lesen Sie auch
(nie)
Künstliche Intelligenz
Ecovacs Deebot Mini im Test: Günstiger Saugroboter für kleine Wohnungen
Der Ecovacs Deebot Mini ist ein kompakter Wisch- und Saugroboter für kleine Wohnungen. Im Test überzeugt er preislich, schwächelt aber bei der Bedienlogik.
Saugroboter mit Wischfunktion und Reinigungsstation kosten oft 800 Euro oder mehr. Ecovacs zielt mit dem Deebot Mini auf eine andere Kundengruppe: Bewohner kleiner Wohnungen mit knappem Budget. Für 230 Euro bekommen Käufer einen sehr schmalen Roboter samt Station, die mit einem ungewöhnlichen Wassertank-Konzept und einem auffälligen Y2K-Design punktet.
Wie gut das Konzept im Alltag funktioniert und warum unser Test mehrere Anläufe und sogar ein Austauschgerät erforderte, klären wir auf den nächsten Zeilen. So viel vorab: Der Mini eignet sich tatsächlich für kleine Räume, hat aber eine entscheidende Eigenheit, die Ecovacs deutlich besser kommunizieren müsste. Wer seine Wohnung überwiegend mit Hartboden ausgestattet hat, bekommt einen brauchbaren Einstieg in die Welt der Saug- und Wischroboter. Wer Teppiche im Spiel hat, sollte aufmerksam weiterlesen.
Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Ecovacs Deebot Mini?
Der Roboter besteht aus weißem Kunststoff, oben sitzt ein kleiner Laserturm sowie ein ausklappbarer Griff zum Tragen. Mit einem Durchmesser von rund 28,6 cm und einer Höhe von knapp 10 cm gehört der Mini zu den kompaktesten Saugrobotern auf dem Markt. Die Verarbeitung ist für den Preis in Ordnung, hochwertig wirkt vor allem das ungewöhnlich gestaltete Stationsdesign. Der interne Staubbehälter im Roboter fällt entsprechend der kompakten Bauweise sehr klein aus. Im Test füllt er sich bereits nach wenigen Blättern, woraufhin der Roboter laut wird und keinen weiteren Schmutz mehr aufnimmt.
Ecovacs Deebot Mini – Bilderstrecke
Optisch ist die Station am sogenannten Y2K-Look orientiert – ein Designtrend, der sich an der Ästhetik um die Jahrtausendwende (Year 2000) orientiert. Typisch sind transparente oder durchscheinende Kunststoffe in poppigen Farben, abgerundete Formen und ein verspielter, fast futuristischer Touch, wie man ihn etwa von frühen iMacs oder dem Game Boy Color kennt. Beim Deebot Mini greift Ecovacs das mit dem bunt schimmernden, halbtransparenten Wasserbehälter auf der Stationsoberseite auf, der sich klar von der sonst üblichen schlichten Optik bei Saugrobotern abhebt. Den Behälter gibt es in sechs frei wählbaren Farben: Schwarz, Blau, Rot, Orange, Lila und Grün. Die Station selbst bleibt dabei immer weiß.
Auch beim Aufbau geht der Behälter eigene Wege: Statt zwei getrennter Tanks setzt Ecovacs auf einen kombinierten Behälter mit zwei Kammern. Außen sitzt das Frischwasser (2,6 l), innen das Schmutzwasser (1,7 l). Das Schmutzwasser entleert man über eine Klappe oben, Frischwasser füllt man durch einen seitlichen Gummistopfen nach. Das spart Platz, wirkt im Alltag aber etwas fummeliger als getrennte Tanks. Der Staubbeutel in der Station fasst 1,8 l. Die Station misst 320 x 385 x 400 mm und wiegt 5,86 kg, der Roboter selbst 3,10 kg.
Einrichtung: Wie schnell ist der Ecovacs Deebot Mini betriebsbereit?
Für die Einrichtung benötigt man die App Ecovacs Home, verfügbar für iOS und Android. Zunächst nimmt man die Abdeckung vom Roboter ab, unter der sich Staubbehälter und Ein-/Aus-Knopf befinden. Den schiebt man in Stellung „Ein“, entfernt anschließend den Staubbehälter und scannt den darunterliegenden QR-Code mit der App. Danach folgt die WLAN-Einrichtung, wobei nur 2,4-GHz-Netze unterstützt werden. Im Test klappten alle Schritte reibungslos, der Roboter war nach wenigen Minuten einsatzbereit.
Sein Sprachpaket nutzt der Mini ausgiebig, er kommentiert nahezu jede Aktion: Laden, Programmauswahl, Aussaugen des Staubbehälters. Damit ist er nicht allein, viele Saugroboter sind ähnlich gesprächig. Auffällig sind allerdings einige staksige Formulierungen wie „Staubbehälter wird gleich geleert“, „Ladevorgang hat begonnen“ oder „Saugen beim Wischen“ für das Programm Staubsaugen und Wischen. Verwirrend wird es, wenn man eine Aufgabe abbricht – dann erklärt der Mini, er habe sie vollständig abgeschlossen.
Ecovacs Deebot Mini – App & Einrichtung
Wer noch intensiver kommunizieren möchte, nutzt den integrierten Sprachassistenten Yiko mit anpassbarem Weckwort (standardmäßig „OK Yiko“). Damit lassen sich Reinigungen starten, pausieren oder der Roboter zur Station schicken. Alternativ funktioniert die Steuerung über Amazon Alexa oder Google Assistant.
Die erste Kartierungsfahrt dauert je nach Wohnungsgröße 20 bis 30 Minuten. Danach lassen sich in der App Räume definieren und Sperrzonen einrichten. Die Ecovacs Home App ist übersichtlich aufgebaut, zeigt auf der Startseite ein Geräte-Karussell und reagiert flüssiger als etwa die Dreame-App. Die Zonenauswahl klappt intuitiv. Verwirrend ist nur das Aufteilen von Räumen: Nach korrekter Auswahl bleibt der Button „Anwenden“ ausgegraut – stattdessen muss man „Abbrechen“ tippen, was die Änderung tatsächlich übernimmt. Ein Verhalten, das wir auch von anderen Ecovacs-Modellen kennen.
Die wirkliche Stolperfalle wartet erst beim ersten Reinigungslauf. An unserem Standardstandort für Roboter-Tests, an dem Teppichboden verlegt ist, verließ der Mini zwar die Station, drehte sich dann aber im Kreis, fuhr mehrere Meter rückwärts und brach schließlich mit der generischen Fehlermeldung ab, der gewünschte Bereich sei nicht erreichbar. Wir vermuteten zunächst einen Software-Defekt und meldeten das Problem an Ecovacs.
Der Hersteller konnte sich das Verhalten ebenfalls nicht erklären und schickte uns ein zweites Gerät, das nach erneuter Kartierung exakt denselben Fehler produzierte. Da auch nach mehreren Firmware-Updates über Wochen keine Besserung eintrat und immer wieder neue Testgeräte anderer Hersteller dazwischenkamen, geriet der Mini zwischenzeitlich ins Hintertreffen. Erst beim erneuten Anlauf und systematischem Ausprobieren kamen wir der Sache auf die Spur: Stellten wir die Station direkt in der Küche auf reinen Hartboden, fuhr der Roboter ohne Probleme los – brach die Reinigung aber prompt erneut mit identischer Fehlermeldung ab, sobald er auf unseren hochflorigen Testteppich gelangte. Dabei rotierten die Wischpads selbst auf dem Teppich munter weiter.
Die Ursache: Der Mini kann seine Wischpads nicht selbst ablegen und verweigert mit montierten Pads konsequent das Befahren von Teppichen – vermutlich ein Schutzmechanismus, damit Teppiche nicht nass werden. So weit, so sinnvoll. Statt aber dem Nutzer klar mitzuteilen, dass die Pads abgenommen werden müssen oder dass ein Teppich im Weg liegt, gibt der Roboter nur die nichtssagende Meldung „Bereich nicht erreichbar“ aus.
Generell muss man somit auch beachten: Will man auf „nur saugen“ umstellen, muss man zwingend vor Ort sein und die Pads manuell abnehmen – ein automatisches Ablegen oder Wegklappen wie bei teureren Modellen gibt es nicht. Dass eine derart simple, aber zentrale Einschränkung weder in der App, noch in der Anleitung oder den Fehlermeldungen klar kommuniziert wird, ist ein dickes Versäumnis und sorgte bei uns für langwieriges Rätselraten. Hier muss Ecovacs dringend nachbessern, idealerweise mit einer expliziten Hinweismeldung im App-Dialog beim Start einer Reinigung.
Navigation: Wie gut erkennt der Ecovacs Deebot Mini Hindernisse?
Die Hinderniserkennung gehört zu den größten Schwächen des Mini. Der Roboter verhakte sich im Test mehrfach mit den Wischpads unter Stuhlbeinen oder Getränkekisten, wodurch sich ein Pad löste und die Reinigung abbrach. Auch Kabel wickelten sich mehrmals um die Wischpads – ein Hindernis, das andere getestete Saugroboter zuverlässig erkennen und umfahren. Auch unsere freischwebenden Stühle wurden ihm einmal zum Verhängnis: Beim Auffahren auf den Fuß lösten sich die Wischpads, der Mini blieb stehen und brauchte unsere Hilfe, um die Reinigung fortzusetzen. Schwellen überwindet er bis 17 mm. Wer Kabel und Kleinteile vorher beiseite räumt oder in der Karte Sperrzonen einzeichnet, vermeidet die meisten Probleme.
Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Ecovacs Deebot Mini?
Die Saugleistung beträgt 9000 Pa – ein für diese Preisklasse solider Wert. Auf Hartboden entfernt der Mini gröberen Schmutz zuverlässig, auf Teppich überrascht er sogar positiv: Über 90 % der zu Testzwecken ausgebrachten Haferkörner und rund 80 % des Mehls verschwinden im Staubbehälter. Für einen 230-Euro-Roboter ist das ein starkes Ergebnis. Der Wermutstropfen: Sobald die Wischpads montiert sind, darf der Mini gar nicht erst auf den Teppich.
Beim Wischen setzt Ecovacs auf zwei runde, rotierende Pads, wie man sie auch von deutlich teureren Modellen kennt. Sie leisten im Rahmen ihrer Möglichkeiten solide Arbeit auf Hartboden, stoßen aber bei feinem Schmutz oder Flüssigkeiten schnell an ihre Grenzen. Sind die Pads gesättigt, verteilen sie den Schmutz nur noch auf dem Boden. Die Station spült die Pads regelmäßig aus, was zwar Abhilfe schafft, aber die Reinigung häufiger unterbricht als bei Modellen mit Wischwalze. Für 230 Euro ist die Wischleistung dennoch absolut akzeptabel.
Ecovacs Deebot Mini – Reinigung
Die Bodenbürste ist eine Kombination aus Gummi und Borsten und mit einer Anti-Tangle-Konstruktion versehen, die verhindern soll, dass sich lange Haare um die Bürste wickeln – ein kleiner Metallkamm leitet sie direkt in den Staubbehälter. Im Test klappt das bei kürzeren Haaren gut, längere Haare oder Staubknäuel wickeln sich dennoch gelegentlich um die Bürste. Dazu kommt eine Seitenbürste. Die Station saugt den Staubbehälter automatisch ab, reinigt die Wischpads und trocknet sie anschließend mit Heißluft – ein Feature, das in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Eine reine Saugfahrt ohne Pads lässt sich in der App auswählen, die Pads müssen zuvor aber manuell entfernt werden.
Die Lautstärke fällt unterdurchschnittlich aus. Bereits beim bloßen Fahren ist der Mini aus mehreren Metern Entfernung hörbar, je nach Reinigungsstufe pendelt der Pegel zwischen 46 und 59 dB(A). Der Hersteller selbst gibt 55 dB(A) an, was mit unseren Messungen weitgehend übereinstimmt.
Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Ecovacs Deebot Mini?
Der verbaute Lithium-Ionen-Akku schafft laut Hersteller bis zu 144 Minuten Betriebsdauer. Im Test reinigte der Mini eine Fläche von 18 m² in 21 Minuten und verbrauchte dabei 21 % der Akkukapazität. Hochgerechnet entspricht das einer Reichweite von rund 85 m² pro Ladung – ein für die Zielgruppe kleiner Wohnungen vollkommen ausreichender Wert. Größere Wohnungen schafft er notfalls mit Zwischenladen, allerdings dauert ein voller Ladevorgang rund 3,5 Stunden.
Preis: Was kostet der Ecovacs Deebot Mini?
Der Ecovacs Deebot Mini kostet zum Testzeitpunkt 230 Euro. Damit liegt er klar im Einstiegssegment für Saug- und Wischroboter mit Reinigungsstation.
Fazit
Der Ecovacs Deebot Mini ist ein interessanter, aber technisch sehr einfacher Saug- und Wischroboter, der für kleine Wohnungen mit überwiegend Hartboden eine durchaus passende Wahl ist. Die kompakte Bauform, das eigenwillige Y2K-Stationsdesign mit sechs wählbaren Farben für den Wasserbehälter und der niedrige Preis sprechen für ihn. Die Saugleistung ist überraschend stark, die Wischfunktion für den Preis akzeptabel.
Wer allerdings Teppiche, Kabel oder eine wechselhafte Möbellandschaft hat, sollte zweimal nachdenken. Die fehlende automatische Wischpad-Ablage ist eine echte Komforteinbuße, die schwache Hinderniserkennung führt zu abgebrochenen Reinigungen. Vor allem die mangelhafte Kommunikation des Roboters – generische Fehlermeldungen statt klarer Hinweise auf Teppich oder verlorene Pads – nervte uns im Test über Wochen. Mit dem Wissen um diese Eigenheiten lässt sich der Mini aber sinnvoll einsetzen und ist dann ein günstiger Einstieg in die Welt der Saug- und Wischroboter.
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten
Top 10: Die beste kabellose Überwachungskamera im Test – Akku, WLAN, LTE & Solar
-
Social Mediavor 3 MonatenCommunity Management und Zielgruppen-Analyse: Die besten Insights aus Blog und Podcast
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenCommunity-Protest erfolgreich: Galera bleibt Open Source in MariaDB
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenBlade‑Battery 2.0 und Flash-Charger: BYD beschleunigt Laden weiter
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Monaten
Top 10: Der beste Luftgütesensor im Test – CO₂, Schadstoffe & Schimmel im Blick
-
Social Mediavor 2 MonatenVon Kennzeichnung bis Plattformpflichten: Was die EU-Regeln für Influencer Marketing bedeuten – Katy Link im AllSocial Interview
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 2 MonatenMähroboter ohne Begrenzungsdraht für Gärten mit bis zu 300 m²
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonateniPhone Fold Leak: Apple spart sich wohl iPad‑Multitasking
