Künstliche Intelligenz
Ecovacs Deebot Mini im Test: Günstiger Saugroboter für kleine Wohnungen
Der Ecovacs Deebot Mini ist ein kompakter Wisch- und Saugroboter für kleine Wohnungen. Im Test überzeugt er preislich, schwächelt aber bei der Bedienlogik.
Saugroboter mit Wischfunktion und Reinigungsstation kosten oft 800 Euro oder mehr. Ecovacs zielt mit dem Deebot Mini auf eine andere Kundengruppe: Bewohner kleiner Wohnungen mit knappem Budget. Für 230 Euro bekommen Käufer einen sehr schmalen Roboter samt Station, die mit einem ungewöhnlichen Wassertank-Konzept und einem auffälligen Y2K-Design punktet.
Wie gut das Konzept im Alltag funktioniert und warum unser Test mehrere Anläufe und sogar ein Austauschgerät erforderte, klären wir auf den nächsten Zeilen. So viel vorab: Der Mini eignet sich tatsächlich für kleine Räume, hat aber eine entscheidende Eigenheit, die Ecovacs deutlich besser kommunizieren müsste. Wer seine Wohnung überwiegend mit Hartboden ausgestattet hat, bekommt einen brauchbaren Einstieg in die Welt der Saug- und Wischroboter. Wer Teppiche im Spiel hat, sollte aufmerksam weiterlesen.
Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Ecovacs Deebot Mini?
Der Roboter besteht aus weißem Kunststoff, oben sitzt ein kleiner Laserturm sowie ein ausklappbarer Griff zum Tragen. Mit einem Durchmesser von rund 28,6 cm und einer Höhe von knapp 10 cm gehört der Mini zu den kompaktesten Saugrobotern auf dem Markt. Die Verarbeitung ist für den Preis in Ordnung, hochwertig wirkt vor allem das ungewöhnlich gestaltete Stationsdesign. Der interne Staubbehälter im Roboter fällt entsprechend der kompakten Bauweise sehr klein aus. Im Test füllt er sich bereits nach wenigen Blättern, woraufhin der Roboter laut wird und keinen weiteren Schmutz mehr aufnimmt.
Ecovacs Deebot Mini – Bilderstrecke
Optisch ist die Station am sogenannten Y2K-Look orientiert – ein Designtrend, der sich an der Ästhetik um die Jahrtausendwende (Year 2000) orientiert. Typisch sind transparente oder durchscheinende Kunststoffe in poppigen Farben, abgerundete Formen und ein verspielter, fast futuristischer Touch, wie man ihn etwa von frühen iMacs oder dem Game Boy Color kennt. Beim Deebot Mini greift Ecovacs das mit dem bunt schimmernden, halbtransparenten Wasserbehälter auf der Stationsoberseite auf, der sich klar von der sonst üblichen schlichten Optik bei Saugrobotern abhebt. Den Behälter gibt es in sechs frei wählbaren Farben: Schwarz, Blau, Rot, Orange, Lila und Grün. Die Station selbst bleibt dabei immer weiß.
Auch beim Aufbau geht der Behälter eigene Wege: Statt zwei getrennter Tanks setzt Ecovacs auf einen kombinierten Behälter mit zwei Kammern. Außen sitzt das Frischwasser (2,6 l), innen das Schmutzwasser (1,7 l). Das Schmutzwasser entleert man über eine Klappe oben, Frischwasser füllt man durch einen seitlichen Gummistopfen nach. Das spart Platz, wirkt im Alltag aber etwas fummeliger als getrennte Tanks. Der Staubbeutel in der Station fasst 1,8 l. Die Station misst 320 x 385 x 400 mm und wiegt 5,86 kg, der Roboter selbst 3,10 kg.
Einrichtung: Wie schnell ist der Ecovacs Deebot Mini betriebsbereit?
Für die Einrichtung benötigt man die App Ecovacs Home, verfügbar für iOS und Android. Zunächst nimmt man die Abdeckung vom Roboter ab, unter der sich Staubbehälter und Ein-/Aus-Knopf befinden. Den schiebt man in Stellung „Ein“, entfernt anschließend den Staubbehälter und scannt den darunterliegenden QR-Code mit der App. Danach folgt die WLAN-Einrichtung, wobei nur 2,4-GHz-Netze unterstützt werden. Im Test klappten alle Schritte reibungslos, der Roboter war nach wenigen Minuten einsatzbereit.
Sein Sprachpaket nutzt der Mini ausgiebig, er kommentiert nahezu jede Aktion: Laden, Programmauswahl, Aussaugen des Staubbehälters. Damit ist er nicht allein, viele Saugroboter sind ähnlich gesprächig. Auffällig sind allerdings einige staksige Formulierungen wie „Staubbehälter wird gleich geleert“, „Ladevorgang hat begonnen“ oder „Saugen beim Wischen“ für das Programm Staubsaugen und Wischen. Verwirrend wird es, wenn man eine Aufgabe abbricht – dann erklärt der Mini, er habe sie vollständig abgeschlossen.
Ecovacs Deebot Mini – App & Einrichtung
Wer noch intensiver kommunizieren möchte, nutzt den integrierten Sprachassistenten Yiko mit anpassbarem Weckwort (standardmäßig „OK Yiko“). Damit lassen sich Reinigungen starten, pausieren oder der Roboter zur Station schicken. Alternativ funktioniert die Steuerung über Amazon Alexa oder Google Assistant.
Die erste Kartierungsfahrt dauert je nach Wohnungsgröße 20 bis 30 Minuten. Danach lassen sich in der App Räume definieren und Sperrzonen einrichten. Die Ecovacs Home App ist übersichtlich aufgebaut, zeigt auf der Startseite ein Geräte-Karussell und reagiert flüssiger als etwa die Dreame-App. Die Zonenauswahl klappt intuitiv. Verwirrend ist nur das Aufteilen von Räumen: Nach korrekter Auswahl bleibt der Button „Anwenden“ ausgegraut – stattdessen muss man „Abbrechen“ tippen, was die Änderung tatsächlich übernimmt. Ein Verhalten, das wir auch von anderen Ecovacs-Modellen kennen.
Die wirkliche Stolperfalle wartet erst beim ersten Reinigungslauf. An unserem Standardstandort für Roboter-Tests, an dem Teppichboden verlegt ist, verließ der Mini zwar die Station, drehte sich dann aber im Kreis, fuhr mehrere Meter rückwärts und brach schließlich mit der generischen Fehlermeldung ab, der gewünschte Bereich sei nicht erreichbar. Wir vermuteten zunächst einen Software-Defekt und meldeten das Problem an Ecovacs.
Der Hersteller konnte sich das Verhalten ebenfalls nicht erklären und schickte uns ein zweites Gerät, das nach erneuter Kartierung exakt denselben Fehler produzierte. Da auch nach mehreren Firmware-Updates über Wochen keine Besserung eintrat und immer wieder neue Testgeräte anderer Hersteller dazwischenkamen, geriet der Mini zwischenzeitlich ins Hintertreffen. Erst beim erneuten Anlauf und systematischem Ausprobieren kamen wir der Sache auf die Spur: Stellten wir die Station direkt in der Küche auf reinen Hartboden, fuhr der Roboter ohne Probleme los – brach die Reinigung aber prompt erneut mit identischer Fehlermeldung ab, sobald er auf unseren hochflorigen Testteppich gelangte. Dabei rotierten die Wischpads selbst auf dem Teppich munter weiter.
Die Ursache: Der Mini kann seine Wischpads nicht selbst ablegen und verweigert mit montierten Pads konsequent das Befahren von Teppichen – vermutlich ein Schutzmechanismus, damit Teppiche nicht nass werden. So weit, so sinnvoll. Statt aber dem Nutzer klar mitzuteilen, dass die Pads abgenommen werden müssen oder dass ein Teppich im Weg liegt, gibt der Roboter nur die nichtssagende Meldung „Bereich nicht erreichbar“ aus.
Generell muss man somit auch beachten: Will man auf „nur saugen“ umstellen, muss man zwingend vor Ort sein und die Pads manuell abnehmen – ein automatisches Ablegen oder Wegklappen wie bei teureren Modellen gibt es nicht. Dass eine derart simple, aber zentrale Einschränkung weder in der App, noch in der Anleitung oder den Fehlermeldungen klar kommuniziert wird, ist ein dickes Versäumnis und sorgte bei uns für langwieriges Rätselraten. Hier muss Ecovacs dringend nachbessern, idealerweise mit einer expliziten Hinweismeldung im App-Dialog beim Start einer Reinigung.
Navigation: Wie gut erkennt der Ecovacs Deebot Mini Hindernisse?
Die Hinderniserkennung gehört zu den größten Schwächen des Mini. Der Roboter verhakte sich im Test mehrfach mit den Wischpads unter Stuhlbeinen oder Getränkekisten, wodurch sich ein Pad löste und die Reinigung abbrach. Auch Kabel wickelten sich mehrmals um die Wischpads – ein Hindernis, das andere getestete Saugroboter zuverlässig erkennen und umfahren. Auch unsere freischwebenden Stühle wurden ihm einmal zum Verhängnis: Beim Auffahren auf den Fuß lösten sich die Wischpads, der Mini blieb stehen und brauchte unsere Hilfe, um die Reinigung fortzusetzen. Schwellen überwindet er bis 17 mm. Wer Kabel und Kleinteile vorher beiseite räumt oder in der Karte Sperrzonen einzeichnet, vermeidet die meisten Probleme.
Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Ecovacs Deebot Mini?
Die Saugleistung beträgt 9000 Pa – ein für diese Preisklasse solider Wert. Auf Hartboden entfernt der Mini gröberen Schmutz zuverlässig, auf Teppich überrascht er sogar positiv: Über 90 % der zu Testzwecken ausgebrachten Haferkörner und rund 80 % des Mehls verschwinden im Staubbehälter. Für einen 230-Euro-Roboter ist das ein starkes Ergebnis. Der Wermutstropfen: Sobald die Wischpads montiert sind, darf der Mini gar nicht erst auf den Teppich.
Beim Wischen setzt Ecovacs auf zwei runde, rotierende Pads, wie man sie auch von deutlich teureren Modellen kennt. Sie leisten im Rahmen ihrer Möglichkeiten solide Arbeit auf Hartboden, stoßen aber bei feinem Schmutz oder Flüssigkeiten schnell an ihre Grenzen. Sind die Pads gesättigt, verteilen sie den Schmutz nur noch auf dem Boden. Die Station spült die Pads regelmäßig aus, was zwar Abhilfe schafft, aber die Reinigung häufiger unterbricht als bei Modellen mit Wischwalze. Für 230 Euro ist die Wischleistung dennoch absolut akzeptabel.
Ecovacs Deebot Mini – Reinigung
Die Bodenbürste ist eine Kombination aus Gummi und Borsten und mit einer Anti-Tangle-Konstruktion versehen, die verhindern soll, dass sich lange Haare um die Bürste wickeln – ein kleiner Metallkamm leitet sie direkt in den Staubbehälter. Im Test klappt das bei kürzeren Haaren gut, längere Haare oder Staubknäuel wickeln sich dennoch gelegentlich um die Bürste. Dazu kommt eine Seitenbürste. Die Station saugt den Staubbehälter automatisch ab, reinigt die Wischpads und trocknet sie anschließend mit Heißluft – ein Feature, das in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Eine reine Saugfahrt ohne Pads lässt sich in der App auswählen, die Pads müssen zuvor aber manuell entfernt werden.
Die Lautstärke fällt unterdurchschnittlich aus. Bereits beim bloßen Fahren ist der Mini aus mehreren Metern Entfernung hörbar, je nach Reinigungsstufe pendelt der Pegel zwischen 46 und 59 dB(A). Der Hersteller selbst gibt 55 dB(A) an, was mit unseren Messungen weitgehend übereinstimmt.
Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Ecovacs Deebot Mini?
Der verbaute Lithium-Ionen-Akku schafft laut Hersteller bis zu 144 Minuten Betriebsdauer. Im Test reinigte der Mini eine Fläche von 18 m² in 21 Minuten und verbrauchte dabei 21 % der Akkukapazität. Hochgerechnet entspricht das einer Reichweite von rund 85 m² pro Ladung – ein für die Zielgruppe kleiner Wohnungen vollkommen ausreichender Wert. Größere Wohnungen schafft er notfalls mit Zwischenladen, allerdings dauert ein voller Ladevorgang rund 3,5 Stunden.
Preis: Was kostet der Ecovacs Deebot Mini?
Der Ecovacs Deebot Mini kostet zum Testzeitpunkt 230 Euro. Damit liegt er klar im Einstiegssegment für Saug- und Wischroboter mit Reinigungsstation.
Fazit
Der Ecovacs Deebot Mini ist ein interessanter, aber technisch sehr einfacher Saug- und Wischroboter, der für kleine Wohnungen mit überwiegend Hartboden eine durchaus passende Wahl ist. Die kompakte Bauform, das eigenwillige Y2K-Stationsdesign mit sechs wählbaren Farben für den Wasserbehälter und der niedrige Preis sprechen für ihn. Die Saugleistung ist überraschend stark, die Wischfunktion für den Preis akzeptabel.
Wer allerdings Teppiche, Kabel oder eine wechselhafte Möbellandschaft hat, sollte zweimal nachdenken. Die fehlende automatische Wischpad-Ablage ist eine echte Komforteinbuße, die schwache Hinderniserkennung führt zu abgebrochenen Reinigungen. Vor allem die mangelhafte Kommunikation des Roboters – generische Fehlermeldungen statt klarer Hinweise auf Teppich oder verlorene Pads – nervte uns im Test über Wochen. Mit dem Wissen um diese Eigenheiten lässt sich der Mini aber sinnvoll einsetzen und ist dann ein günstiger Einstieg in die Welt der Saug- und Wischroboter.
Künstliche Intelligenz
Top 5: Der beste Rolladenmotor im Test – elektrische Gurtwickler nachrüsten
Es ist relativ einfach, einen Rolladenmotor nachzurüsten und in das eigene Smart Home zu integrieren. Wir zeigen die fünf besten aus unseren Tests.
Die meisten von uns werden unter Smart-Home-Lösungen vor allem ferngesteuerte Lampen, Heizkörperthermostate und Sensoren für Temperatur und Luftfeuchtigkeit kennen, doch es gibt noch viel mehr Technik, um sich den Alltag zu erleichtern.
Ein bislang kaum beachteter Bereich sind elektrische Gurtwickler für die Rolladensteuerung. Diese Rolladenmotoren sind die smarten Nachfolger der manuellen Gurtwickler, mit denen Millionen Menschen jeden Tag ihre Rollläden hoch- oder herunterlassen. Die neuen Modelle versprechen nicht nur Komfort durch eine motorisierte Bedienung, sondern auch intelligente Funktionen und Automatisierungen im Smart Home. In dieser Bestenliste zeigen wir die fünf stärksten Geräte.
Welcher ist der beste Rolladenmotor?
Unser Testsieger ist der Meross MRS200 für 140 Euro. Er überzeugt durch eine hohe Plattformkompatibilität via Matter-Standard, einen Lichtsensor sowie einen ruhigen Lauf.
Als Technologiesieger geht der Homepilot Rollotron Classic Smart im Starter-Set für 361 Euro hervor. Er hebt sich mit Zufallssteuerung, um auch im Urlaub die Anwesenheit zu simulieren, sowie praktischer Automatisierung via Tages- und Wochenplänen von der Konkurrenz ab.
Der Preis-Leistungs-Sieger ist der Homepilot Pure Smart für 125 Euro. Er hat neben dem ansprechenden Preis auch eine gute Hinderniserkennung und einen Überlastschutz zu bieten.
Warum elektrische Gurtwickler?
Die Vorteile elektrischer Gurtwickler liegen auf der Hand: kein mühsames, mitunter kräftezehrendes Ziehen am Gurt mehr, automatisierte Steuerung nach Zeitplänen oder der Sonneneinstrahlung und die Möglichkeit, die Rollläden auch aus der Ferne zu bewegen. So kann eine Anwesenheitssimulation während der Urlaubszeit erzielt werden.
Wer die Rollläden bei Sonneneinstrahlung automatisch schließt, kann die Aufheizung der Innenräume verlangsamen, was sich im Sommer spürbar auf das Raumklima auswirkt, auch wenn just niemand vor Ort ist.
Aufputz oder Unterputz – was ist der Unterschied?
Bevor man sich für ein Modell entscheidet, muss man sich kurz vergegenwärtigen, welche Montageform der vorhandene Gurtwickler hat. Das bestimmt, was als Ersatz infrage kommt.
Ein Unterputz-Gurtwickler sitzt im Mauerwerk, bündig hinter einer Blende. Das dürfte die häufigste Bauform in Alt- und Neubauten sein. Der elektrische Ersatz wird einfach in dieselbe Wandöffnung geschoben. Das Herausnehmen des alten Gurtwicklers ist kein Problem, doch dazu später mehr. Ein Aufputz-Gurtwickler, auch Schwenkwickler genannt, ist außen an der Wand befestigt – meistens seitlich neben dem Fenster. Diese Bauform lässt sich noch einfacher austauschen, weil keine Wandöffnung vorhanden sein muss.
Rolladenmotor auch in der Mietwohnung?
Ja – und das ist einer der praktischsten Aspekte dieser Gerätekategorie. Ein elektrischer Gurtwickler ersetzt den vorhandenen manuellen Wickler, ohne dass Wände geöffnet, Leitungen verlegt oder dauerhafte Eingriffe in die Bausubstanz vorgenommen werden müssen. Das Stromkabel wird zur nächsten Steckdose geführt, fertig. Natürlich sollte man den alten Gurtwickler nicht wegwerfen und ihn beim Auszug einfach wieder montieren.
Das smarte Gerät geht mit in die nächste Wohnung. Einziger Punkt, der vorab mit dem Vermieter geklärt werden sollte: das Kabel, das von der Wandöffnung zur Steckdose führt. Wer es nicht unter Putz verlegen will, führt es in einem dünnen Kabelkanal ordentlich die Wand herunter. Das ist eine Lösung, die immer noch viel besser ist als ein herabhängendes Kabel.
Installation: weniger aufwendig als gedacht
Die gute Nachricht zuerst: Ein elektrischer Gurtwickler ist kein Projekt für Fachbetriebe. Wer einen Schraubendreher halten und eine Anleitung lesen kann, kommt in den meisten Fällen selbst zum Ziel.
Vor dem Kauf des Gurtwicklers ist allerdings Messarbeit angesagt. Die entscheidenden Größen sind die Bautiefe des vorhandenen Gurtkastens, der Lochabstand der Befestigungsschrauben sowie die Breite des Gurtbandes. Auf dem Markt gibt es zwei gängige Gurtbreiten: 15 mm und 23 mm. Die Gurte selbst liegen keinem der Geräte bei, die alten Gurte werden wiederverwendet.
Am sichersten ist es, den alten Gurtwickler vor dem Kauf kurz auszubauen – in der Regel sind es nur zwei Schrauben – und die Maße direkt zu prüfen. Manche Wandausschnitte in Altbauten erfordern kleine Stemmarbeiten, wenn das neue Gerät etwas größer und vor allem tiefer ausfällt als der Vorgänger.
Wie viel Zugkraft wird benötigt?
Die Zugkraft ist das wichtigste technische Merkmal vor dem Kauf. Ist sie zu gering, schafft der Motor den Rollladen nicht – im schlimmsten Fall brennt der E-Motor dann durch.
Die benötigte Zugkraft lässt sich einfach berechnen: Breite des Rollladens in Metern × Höhe in Metern × Gewicht pro Quadratmeter des Rollladenmaterials.
Als Richtwerte für das Gewicht pro Quadratmeter gelten: Kunststoff etwa 2,8 bis 5 kg, Aluminium etwa 3 bis 4,6 kg und Holz etwa 10 bis 12 kg. Ein Kunststoffrollladen mit 1,2 Metern Breite und 2 Metern Höhe wiegt demnach rund 10 kg – für den ist jeder Standard-Gurtwickler mit 45 kg Zugkraft locker ausreichend. Wer große Holzrollläden hat, sollte dagegen nachrechnen und gegebenenfalls zur Power-Variante mit 60 kg greifen.
Wie verbindet sich ein Rolladenmotor?
In Sachen Konnektivität unterscheiden sich die Geräte am deutlichsten. Die Wahl des Funkstandards entscheidet nicht nur über die Reichweite, sondern auch darüber, welche Smart-Home-Systeme sich einbinden lassen und ob dafür zusätzliche Hardware notwendig ist.
Der Meross MRS200 setzt als einziges der getesteten Geräte auf Matter über 2,4-GHz-WLAN. Matter ist ein offener, herstellerübergreifender Standard, der eine direkte Einbindung in Apple Homekit, Amazon Alexa, Google Home und Samsung Smart Things erlaubt – ohne eigenes Gateway. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber allen anderen Ansätzen.
Der Rollotron Pure DECT von Homepilot nutzt den DECT-Funk und arbeitet direkt mit der Fritzbox zusammen. Eine separate Basisstation entfällt. Dafür ist man auf die Smart-Home-App von AVM angewiesen und muss auf Sprachsteuerung verzichten. Eine Anbindung an Alexa, Google Home oder Homekit ist nicht möglich.
Der Rollotron Classic Smart, ebenfalls von Homepilot, läuft über den proprietären 434,5-MHz-Funk und benötigt ein eigenes Gateway, das dem Starterpaket beiliegt. Über dieses Gateway lassen sich dann auch Homekit und Alexa ansprechen, allerdings mit einer Einrichtung, die unserer Meinung nach deutlich zu komplex geraten ist.
Der Schellenberg Rollodrive 65 Premium funkt auf 868,4 MHz und ist auf das System des Herstellers sowie die Magenta-Zuhause-Plattform der Telekom beschränkt. Eine direkte Einbindung in gängige Smart-Home-Systeme ist nicht vorgesehen. Wer die Magenta-Zuhause-App nutzen will, braucht einen kompatiblen Telekom-Router und für die volle Funktionalität die kostenpflichtige Pro-Version der App für knapp 3 Euro im Monat.
Automatikfunktionen – Lichtsensor, Urlaubsmodus & Co.
Die Steuerungsmöglichkeiten unterscheiden sich je nach Gerät erheblich. Das Basisrepertoire umfasst bei allen Modellen einfache Zeitpläne: einmal täglich hoch, einmal täglich runter.
Interessanter wird es bei den erweiterten Funktionen. Mehrere Geräte bieten eine Astrofunktion, die die Öffnungs- und Schließzeiten automatisch an Sonnenauf- und Sonnenuntergang am eigenen Standort anpasst. Der Meross MRS200 hat als einziges Gerät einen Lichtsensor bereits im Lieferumfang. Er lässt sich per Saugnapf am unteren Bereich an der Fensterscheibe befestigen und misst die tatsächliche Helligkeit draußen. Praktisch ist auch die Zufallssteuerung: Der Rollladen fährt zu leicht variierenden Zeiten hoch und runter und täuscht damit Anwesenheit überzeugender vor als ein starrer Zeitplan.
Wer mehrere smarte Geräte im Haushalt betreibt, kann Szenen und kombinierte Aktionen einrichten – etwa Rollläden schließen, Heizung absenken und Licht ausschalten, wenn man die Wohnung verlässt. Das funktioniert allerdings nur, wenn der elektrische Gurtwickler in das gleiche Ökosystem eingebunden ist wie die anderen Geräte.
Energieverbrauch
Alle Geräte laufen im Dauerbetrieb und stehen permanent auf Empfang. Der Standby-Verbrauch liegt bei den getesteten Modellen unter 0,5 bis 0,6 W. Das ist akzeptabel. Bei älteren oder leistungsstärkeren Geräten anderer Hersteller kann dieser Wert auf über 2 W steigen.
Einen Netzschalter hat keines der Geräte. Wer den Verbrauch auf null bringen will, müsste eine schaltbare Steckdose zwischenschalten – was allerdings die Automatikfunktionen außer Kraft setzen würde und somit nicht wirklich zielführend ist.
Die getesteten Modelle im Überblick
Der Meross MRS200 ist das technisch modernste und hat dank Matter-Standard die flexibelste Plattformunterstützung. Der beigelegte Lichtsensor ist ein echter Mehrwert. Schwachpunkt ist die anfänglich fehleranfällige Einrichtung.
Der Rollotron Classic Smart von Homepilot bietet den größten Funktionsumfang in der App, fordert aber Geduld bei der Einrichtung. Die optionale Power-Variante mit 60 kg Zugkraft ist ein Vorteil für schwere Rollläden.
Der Rollotron Pure Smart ist das günstigste der von uns getesteten Modelle und weiß dank Hinderniserkennung und Überlastschutz zu überzeugen. Eingeschränkte Automatikfunktionen in Kombination mit dem Gateway-Premium sowie eine fehlende Programmierung am Gerät schmälern den Eindruck jedoch.
Der Schellenberg RolloDrive 65 Premium ist solide gebaut und funktioniert zuverlässig, bindet den Nutzer aber stark an das eigene Ökosystem. Wer keine Telekom-Hardware hat und keine Abonnementkosten möchte, sollte zu einem anderen Gerät greifen.
Ähnlich sieht es beim Rollotron Pure DECT aus: Er überzeugt zwar durch die unkomplizierte Integration über die Fritzbox ohne zusätzliche Hardware, allerdings funktioniert er ohne Fritzbox auch nicht. Wer jedoch keine Sprachsteuerung braucht und eine Fritzbox hat, bekommt einen zuverlässigen elektrischen Gurtwickler ohne Abhängigkeit von Cloud-Diensten.
Was kostet ein Rolladenmotor?
Die Preise für elektrische Gurtwickler mit Smart-Home-Anbindung reichen von etwa 125 bis über 200 Euro pro Stück. Dazu kommen bei manchen Systemen noch Kosten für Gateways, optionale Sensoren oder Premium-Funktionen in der App via Abonnement. Wer sein ganzes Eigenheim nachrüsten möchte, kommt je nach Anzahl der Fenster hier schon gerne mal auf über 1000 Euro.
Fazit
Wer nur einen oder zwei Rollläden automatisieren will und in einem bestehenden Smart-Home-Ökosystem zu Hause ist, fährt mit dem Meross MRS200, unserem Testsieger, derzeit am besten. Wer eine Fritzbox besitzt und auf die Sprachsteuerung verzichten kann, sollte den Rollotron Pure DECT in Betracht ziehen. Für größere Installationen mit mehreren Geräten und dem Wunsch nach tieferer Integration empfiehlt sich das Homepilot-System, wie bei unserem Technologiesieger Rollotron Classic Smart mit Basisstation.
Künstliche Intelligenz
Solarmodul zerlegt Plastikmüll in Wasserstoff und andere Chemikalien
Rohstoff aus Müll: Ein Team der Universität Cambridge hat ein Verfahren entwickelt, um mithilfe von Sonnenlicht aus Plastikmüll Wasserstoff zu gewinnen. Die Forscher haben nach eigenen Angaben einen Demonstrator gebaut, der für die kommerzielle Anwendung skaliert werden kann.
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Der Reaktor, den das Team um Ariffin Bin Mohamad Annuar in der Fachzeitschrift Nature Chemical Engineering beschreibt, besteht aus Solarmodulen, die jedoch keinen Strom erzeugen. Stattdessen initiieren sie eine chemische Reaktion, die Kunststoff zerlegt, wobei Wasserstoff und andere wertvolle organische Chemikalien gewonnen werden.
Der Reaktor besteht aus einer Glasplatte mit einer Kantenlänge von einem Meter. Darauf werden verschiedene Beschichtungen aufgesprüht. Unten befindet sich eine lichtabsorbierende Schicht. Darüber liegt eine Katalysatorschicht, die unter anderem Kobalt und Zirkonium enthält.

Das Team der Uni Cambridge mit seinem Solarmodul
(Bild: University of Cambridge)
Die Herstellung ist denkbar einfach: Die Schichten werden aufgesprüht, mit einem Gerät ähnlich einer Farbspritzpistole für den Haushaltsbedarf. Der Reaktor funktioniert bei natürlicher Sonneneinstrahlung, wie das Team auf dem Campus der Traditionsuniversität bewiesen hat: Es platzierte die Glasplatte in einem Behälter, in dem sich eine Lösung mit vorbehandeltem Kunststoff befand, und stellte diese in die Sonne.
Auf dem Campus der Universität getestet
„Es hat mich überrascht, wie es Ganze nach all den Optimierungen war“, sagte Mohamad Annuar. „Wir nehmen einfach diese große Platte, sprühen unseren Katalysator darauf, tauchen sie in unsere Lösung, stellen sie in die Sonne, und schon produziert sie Wasserstoff und andere wertvolle Chemikalien, aus Plastikmüll.“
Das Verfahren sei damit dafür qualifiziert, dass es unter realen Außenbedingungen eingesetzt werden könne und auch skalierbar sei, teilte das Team mit. Es arbeitet schon länger an dem Verfahren. Die bisherigen Prototypen funktionierten jedoch nur im Labormaßstab und erforderten hohe Temperaturen, aggressive Chemikalien oder komplizierte Herstellungsprozesse.
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Mit dem Verfahren lassen sich nach Angaben der Forscher verschiedenste Materialien zerlegen, von Zellulose bis hin zu PET, aus dem gängige Plastikflaschen hergestellt werden. Es ist zwar zum Patent angemeldet. Bevor es sich für den großtechnischen Einsatz eignet, müssen die Forscher jedoch noch die Haltbarkeit und die Effizienz der Reaktoren verbessern.
(wpl)
Künstliche Intelligenz
Nvidia bringt 5,5 Jahre alte Grafikkarte zurück
Nvidia-Chef Jensen Huang stellte sie bereits in Aussicht, jetzt kommt sie tatsächlich zurück: Deutsche Händler listen erneut erste Herstellerkarten der GeForce RTX 3060. Asus’ Doppellüfter-Version „Dual“ ist die günstigste Variante ab etwa 335 Euro.
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Listungen bei zahlreichen großen Händlern, darunter Galaxus, Computeruniverse, Mindfactory, Cyberport und Alternate, beweisen, dass hier keine Restbestände aufgetaucht sind. Laut Asus handelt es sich um neue Lieferkontingente. Modelle von MSI und Gigabyte kosten noch etwas mehr, weitere RTX-3060-Grafikkarten sind mit Preisen jenseits der 500 Euro völlig überteuert.
Über ein halbes Jahrzehnt alt
Nvidia stellte die GeForce RTX 3060 Anfang 2021 vor. Fast 5,5 Jahre hat die Grafikkarte inzwischen auf dem Buckel, was sich auch an der Technik bemerkbar macht: Die zugrundeliegende Ampere-Architektur bekommt längst nicht mehr alle KI-Funktionen fürs Spiele-Upscaling, zudem ist die GPU mit Samsungs 8-Nanometer-Fertigungstechnik heutzutage nicht mehr effizient.
Die GeForce RTX 3060 hat einen einzigen Vorteil gegenüber den meisten anderen Grafikkarten dieser Preisklasse: Sie kommt mit 12 GByte Speicher. Die durchschnittlich viel schnellere und effizientere GeForce RTX 5060 hat nur 8 GByte RAM, was manchen Spielen nicht mehr reicht und daher Ruckler verursachen kann.
Die günstigste aktuelle Nvidia-Grafikkarte mit mehr als 8 GByte Speicher ist die GeForce RTX 5060 Ti 16 GByte, die aber erst bei 530 Euro startet. Bei AMD ist es die Radeon RX 9060 XT 16 GByte für vereinzelt unter 400 Euro. Als Alternative gibt es die Intel Arc B580 mit 12 GByte ab etwa 260 Euro. In dieser Preisregion bewegte sich 2025 auch noch die GeForce RTX 3060.
Tom’s Hardware macht derweil auf eine Rückkehr der GeForce RTX 3060 in Nordamerika aufmerksam. Die Wiedereinführung scheint damit groß angelegt zu sein.
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